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Die neue Welt · 1929-04-05 · Heft 81 (5.4.1929) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 81 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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r gelle * DIE NEUE WELT Nr. 81 i. « IF <f )) SITMAR B « Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfefn „ABSONIA" - „ESPER1A" Rundfahrten Im Mltt«(meer Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinopel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen Auskünfte: „Sümaf\ I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwarzenbergplate) Telephon U-45Ö09 IS: :tD Die Juden in Spanien« Ist das Austreibungsedikt von 1492 noch heute in Kraft? Der Präsident der jüdischen Völkerbundliga in Bulgarien, Dr. Saul Mezan, hat im Hinblick auf die im Mai 1. J. in Madrid stattfindende Vollkonferenz der internationalen Völkerbundgesellschaften an den Präsidenten der Union der Völkerbundligen das folgende Schreiben gerichtet: Herr Präsident! Sie wissen, daß auf Grund des Edikts der spanischen Könige Ferdinand und Isabella vom Jahre 1492 alle Juden Spaniens, die ihren Glauben nicht abschwören wollten, aus dem Lande vertrieben wurden* Seit Anbruch der konstitutionellen Aera haben jüdischpolitische Gruppen, so auch die Alliance Israelite Universelle, versucht, die Aufhebung dieses Ediktes zu erwirken; die spanischen Regierungen weigerten sich abejf, dies zu tun, und erklärten, daß die heutige spanische Verfassung die Glaubensfreiheit sichere und daß durch sie das Edikt von 1492 außer Kraft gesetzt erscheint. Heute aber* wo in Spanien die Verfassung außer Kraft gesetzt ist, darf man sich mit Recht fragen, ob Spanien alle Garantien für die Abhaltung eines internationalen und interkonfessionellen Kongresses, wie es die Plenarversammlung der Völkerbundligen ist, bietet.. Ich bitte Sie also,* Herr Präsident,.- wenn möglich, die gegenwärtige spanische Regierung zu der Abgabe einer präzisen Erklärung zu veranlassen, ob sie das Aüstreibungsedikt von 1492 als effektiv aufgehoben betracfite'tf Ohne eine solche Erklärung" erscheint mir eirf Qarentieminimum für * die Teilnahme jüdischer Geselk schatten an der Madrider Konferenz nicht ..gegeben ,und ich muß zweifeln, ob diese Gesellschaften, an die ich mich gleichzeitig wende, zu der Maikonferenz werden erscheinen können. ..... E Präsident des Landesverbandes der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. Herr Michael Gourary, hat durch das, Ableben seines jüngsten Bruders einen schweren Verlust ,erlitten. Der Landesverband der Zioiristen-Revisionist'en Oesterreichs und der Khib der vereinigten Zionisten- Revisibnisten spricht seinen Präsidenten auch auf diesem Wege seüin tiefstempfundenes Beileid aus. „kühlen, logischen Kopf, den klar denkenden Verstand" 'verfeinert und seine Kunst in edelster Weise sublimiert hat/Dieser Feststellung folgegebend, begreift man Liebermanns Hinneigung zum französischen Impressionismus, der psychologisch einem so-, genannten nervösen Temperament so genehm ist, und zur holländischen Landschaft mit ihren Farben-., Lioht- und Luftnuancen und mit ihrer Farbenauflösung. Die sich aus exaktem Wirklichkeitssinn und verfeinerter Malkultur ergebende Resultante findet ihre Kristallisation in Liebermanns in einer höheren Sphäre wirkenden Rassenbewußtheit, dem beispielsweise der Vollblutarier Richard Dehmel gerecht wird, wenn er in seinem Versroman „Zwei Menschen" einen Edelmann schildert, „wie nur der Vollblutjüde Liebermann ihn malen könnte, so voll von Rasse". Als Leistung einer singulären Persönlichkeit repräsentiert Liebermanns Werk ein Hauptstück, ja ein Halbjahr hundert europäischer Malerei, Darum war es mehr als ein glücklicher Gedainke, wenigstens einen Teil dieses Werkes den Wiener Kunst« freunden zugänglich zu machen. Das Künstlerhaus, von Josef Soyka gut beraten, brachte 117 Nummern zustande, Bilder aus allen Epochen, beginnend mit der1 Mitte der siebziger Jahre, bis in die Nacbkriegsjahre führend. Die unerhörte Gewissenhaftigkeit, mit der die Leitung des Wiener Künstlerfoauses alles, was erreichbar war, zusammentrug, stilgemäß hing, die räumliche Atmosphäre schuf, verdient vollste Anerkennung. Wenn auch eine laiige Reihe bereits in die allgemeine Kunstgeschichte eingegangener Werke (Gänserupferinnen, Flachsspinnerinnen, Frau mit Ziegen, Netzflickerinnen, Bleiche, Biergarten — aus dem Gedächtnis angeführt) nicht beschafft werden konnte, gibt doch das Vorhandene j3ne Impression von Liebermanns Lebenswerk, die ausreicht, um ihn als ganz Großen erkennen zu lassen, als großen Maler, als großen Menschen. Coolidge und die Juden« Präsident Calvin Coolidge, der soeben das Weiße Haus verließ, hatte während seiner über fünf Jahre währenden Amtstätigkeit Gelegenheit, mit vielen hunderten Juden, die sich als solche deklarierten, in Berührung zu kommen. Er sprach für jüdische Hörer, gab Erklärungen und Aeußertingen über jüdische Angelegenheiten ab, empfing jüdische Delegationen. Er hatte auf diese Art eine komplette „jüdische Erziehung" genossen, da er instruiert und beraten wurde über alle das Judentum in Amerika betreffende Fragen, ferner über Palästina, übet Immigration, jüdische Kulturfragen, Philanthropie, Synagogen und Feiertage. Immer wieder empfing er promtninendde jüdische Führer, die ihn mit den jüdischen Dingen vertraut machten. Würde die Frage aufgeworfen werden, in welcher Beziehung Coolidge während seitler fünfeirthalbjährigen Präsidentschaft zu den Juden gestanden habe, würden die meisten gerade nur diejenigen Dinge anführen, die sich auf Erklärungen nach außen und auf allgemeine jüdische Probleme beziehen. ■' Aber des Expräsldenten Coolidge Beziehungen zum jüdischen Volke waren inniger und Umfangreicher, als daß sie sich in Empfängen und Aeußerungen gelegentlich aktueller Ereignisse erschöpft hätten. Bei sorgfältigem Studium des ,Coblklge.*Kalender6 würde man erstaunt sein zu finden,: bei wie vielen Gelegenheiten das Weiße Haus sich mit den?$$>eff: als solchen beschäftigt hat. So hat beispielsweise imierhalb eines:' Monats Coolidge ein ganzes duteendmal .Gelegenheit gehabt, mit Juden zusammenzukommen. Der Kalender weist ans: 12. April 1926. Präsident Öoojdige empfängt die Delegation des Wiener Sportklubs ,M a k o a h" und läßt sich über die Geschichte und die Ziele dieser jüdischen'Sportorganisation aufklären. Er antwortete mit .anerkennenden Worten, worin er seiner Freude Ausdruck gibt, die Tätigkeit der „Hakoaih" kennengelernt zu haben. 19. April. Coolidge unterzeichnet die Koscher¬ Bill für den Distrikt Kolumbien. Die Bill betrifft die Errichtung von Verschleißteilen, für koschere Speisen, koscherer Restaurants und Fleischhauer ei en etc. 21.. April. Eine Delegation rumänischer Juden erscheint vor dem Präsidenten und bittet ihn, seinen Einfluß bezüglich jener rumänischen Einwanderer KOSTENLOS erhalten sie „MIRAPHON OHNE geltend zu machen, die amerikanische Staatsbürger werden wollen. 23. April. Coolidge empfängt ungefähr 500 Delegierte der vereinigte n, .S y n ag o.g. a 1 g e m.e i nd e n, die eine Konferenz in Washington, abhalten.. Er dokumentiert seih persönliches Interesse , an den Führern der Delegation und seihe Sympathie, für die jüdische religiöse Organisation. ..... .'• 2. Mai. Die führenden jüdischen. Tageszeitungen richten an dcn; Präsidenten den Appell, das Emigra- Uonsge setz außer. Kraft zu setzen, mit den Worten: „Die Juden Amerikas setzen große Hoffnungen auf des Präsidenten Herz. Der letzte Appell des amerikanischen Judentums gilt dem. Präsidenten Coolidge." 3. Mai. Co'olidge wird Vom. Jüdischen Nationalfonds verständigt, daß. sein Name in die amerikanische Ausgabe des Goldenen Buche :S "eingetragen werde. Auf diese Weise lernt Coolidge die Aufbringung der Mittel für den Aufbau Palästinas kennen. .,. 4. Mai. fCopiidge gibt eine Erklärung ab, in der er die Wiederauferstehüng der.'. h eb r ä i s ch e n Sprache feiert und deren Erfolge anläßlich des Erscheinens des von Wladimir Jabotlnsky herausgegebenen hebräischen Atlas bewundert. 6. Mai. Der Präsident, feiert Oskar Straus nttt den Worten: „Sein Beitrag zur Öffentlichen Wohlfahrt und für die Gemeinschaft wird als Beispiel für andere bestehen bleiben." 12. Mai. An diesem Tag wird der große hebräische Dichter Ch. N. Bialik vom Präsidenten warm begrüßt, Bfalik spricht zum Präsidenten in hebräischer Sprache und empfängt von Coolidge. die Versicherung, daß er „entzückt sei, die Erfolge und den Fortschritt des jüdischen Natipnalheims vermerken zu können. Es ist eine Ehre für mich, Ihnen, Mr. Biailk, zu begegnen", Schon aus diesen kalendarischen . Aufzeichnungen' ist zu ersehen,'wie oft Coolidge mit jüdischen Männern zusammengekommen, die großen jüdischen Probleme und Bewegungen kennengelernt itijd .diesbezügliche Aeußeruugen abgelegt hat. Dazu kommen noch die selbstverständlichen Berührungen mit den jüdischen Mitgliedern des amerikanischen Parlaments und mitunzähligen Publizisten. Dreimal hatte Mr. Coolidge aktuelle Gelegenheit, hervorragende Ehrenstellen an Juden zu vergeben: Louis Einstein wurde als Gesandter der tschechoslowakische;« Republik bestätigt. Präsident Harding hatte Einsein-ursprünglich als Gesandter nach Prag gesandt, nach? dtmVdieser viel« Jahre als Universitätsprofessor tätig war uqd sich als UterartüstorUwr (itatte-uische Renaissance , UNSER Da* elektrische Rad owunder aui 2 iage zw Probe AKKUMULATOR ANODENBATTERIE ANTENNE MIT IIKÖI8AUTIH, KLANSREINEN LAUTSPRECHER Sl« brau4h«n nns nur Ihre Stromnrt und Voltzahl (110 oder 820) bekanntgeben. J.Jellinek&Söhne Wien, VI., Mar ahilterslr. 1ö, Teleohon 8-34-204 literatur, Dichtung und "Geschichte) einen Namen gemacht hatte; Nathan Gay ton wurde als Munlzipalrichter für die Hauptstadt Washington eingesetzt, obwohl er von allen Kandidaten der jüngste -War* Allerdings erfüllte er die Erwartungen des Präsidenten vollends; David S. Kaufm a n n wurde zum amerikanischen Gesandten in Bolivien ernannt und bekam Gelegenheit,' sein' großes diplomatisches Talent durch ' eine erfolgreiche Intervention zwischen Bolivien und Petit während des'jüngsten Konflikts' zii/beweisen. i ' '•" . Bewundernde Worte gebrauchte Coolidge über den Präsidenten des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten James Br a nd e i s. Coolidge.' und Brandeis arbeiteten seinerzeit gemeinsam in New England und obwohl der Präsident nicht immer mit der Ansicht des jüdischen Richters einverstanden war, so nannte er ihn doch „den ehrenhaftesten Propheten der Wahrheit in unseren Tagen". In seinen außenpolitischen Geschäften nahm Coolidge stets. Kontakt mit dem hervorragenden Juden Doktor S. Ro w c, dem Generaldirektor der Panamerikanischen Union. Immer wieder berief er Dr. Rowe ins Weiße-Haus, wenn es galt, Probleme zwischen Süd- und Zentralamcrika zu lösen, und war außerordentlich stolz auf Dr. Rowes Arangement der wichtigen panamerikanischen Konferenz in Cuba 1928. Bei der Grundsteinlegung des J e w i s h C e n t r e in Washington gab Coolidge die Erklärung ab, daß die Juden bewunderungswürdige Dienste für die Zivilisation geleistet haben (diese Erklärung wurde In allen Zeitungen abgedruckt und lebhaftest kommentiert) und daß es Pflicht Amerikas sei, dieselbe Toleranz gegenüber den Juden zu üben, die Amerika seit seiner Geburt verzeichnen kann. Bei . einer arideren Gelegenheit'' rückte Coolidge Öffentlich' vom engherzigen Standpunkt des lOOprozentigen Ame'rikanertums ab, indem er erklärte, daß keine Rasse und kehl Glaube ein Monopol auf 'amerftatiii^fteTi:.' Patriotisrhns b'e- &^Q- -■ ■ "' A' Cbolidge hat seinem Nachfolger Hoover' ein wertvolles Erbe ' (hinterlassen. Hoovers großartige Persönlichkeit bürgt dafür,'daß er es' wohl bewahren' werde. ■_-.- . Zionistisches Landeskomitee für Oesterreick Die Hauptwahlkonimission teilt uns mit: Wir machen alle Bezirkssektionen, Sondervereinigungen und Ortsgruppen darauf aufmerksam, daß die Wahlvorschlüge zur Wahl, der, Delegierten bis zum 5. April im Büro des Zionistischen Landeskomitees eingereicht werden müssen. Im Waihiikreisein, in weichen nur e i n Delegierter zu wählen ist, unterbleibt die Einreichung von Wahlvorschlägen. Die Wahlvovschläge haben zu enthalten: l;<dic unterscheidende Parteibezeichnung; 2. die .Parteiliste, d. i. ein Verzeichnis von mindestens doppelt so vielen Bewerbern,, als in dem betreffenden Wahlkreis Dele-s gierte zu wählen sind; 3. die Bezeichnung des zustellungsbevollmächtigten Vertreters. Jeder Wahlvorschlag muß von m i n d e s t e n s 10 Wählern des Wahlkreises unterschrieben sein. Zionistische Beratung in St. Pölten. „ ' Am 13. und 14. 4 M. fwidet in St. Pölten der Distrlktsiag der Niederösterredchischen Zioniistis'chein' Ortsgrüippen statt. Am 13. d. M. hält der Präsident des Landeskomitees, Herr Dr..Leo. Goldhammer, einen Vortrag., über: „Fünfundzwanzig Jahre politischer Zionismus". Oberrabbiher Dr. Adolf Schächter spricht über: „Religiöser Liberalismus und Nationalismus." Für 10 Uhr abends ist der Begann des eigentlichen Dtetriktstages festgesetzt. Die. Referate werden am 14. d. M. um halb 10 Uhr vormittags fortgesetzt. Zuschriften, für Teilnahme, Auskünfte usw., bittein wir an die Adresse des Präsidenten der Z. 0. G.,. St. Pölten. Herrn Leo Holzen Umter^RadJlberg, zu richten. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah" Wien. Die konstituierende Hauptversammlung findet den 8. d. im Klubsaale des Cafe „Produktenbörse", II., Taborstraße 10, statt. Tagesordnung:, 1. Bericht des vorbereitenden Komitees, 2-. Vortrag des Herrn Dr. Leo G o 1 d h a m m e r, Präsident des Zionistischen Landeskomitees, über: Die gegenwärtige Wirtschaftslage und die jüdischen Angestellt te«, 3. WaM der Veriband&lieilung,' 4. Abfälliges. Be*s ginn 8 u h r ä b e n d s. Gäste willkommen. WIEN VII., KAISERSTRASSE 123 IX., ALSERSTRASSE 6 F£HNSPR£CH5R e-»ö-0-3H

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