Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 81 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DTE NEUE WELT Nr. 81 1 Richard Herzog I. . Adlergasse & Ter. R-23-4-0O II. , Kl. Plarrg. 28 ..Tbk Ai41-6-24 _ Jeder Art, fern er 1 Jüdische und hebrfilsche Schallplatten g sowie alle modernsten TanzundGesängsschlager jg in reichster Auswahl auf Lager! 1 Aueh Teilzahlungen! Proyinzversand I Telekis 'heiliger Krieg. —y. Der Chefredakteur des'. »Fester jUoycl'V Herr Jo§eF Vesz.i, ist am 27. März vom Budapester Strafgerichtshof,1 den der Präsident' Tore k y leitet, wegen Verleumdung des Grafen Paul T e 1 e k i verurteilt worden. Er 4 hat sie dadurch Begangen, daßer in einem Artikel über den Klausenburger Pogrom den Grafen^ Paul TeJcki. als. einen der Schuldigen an den/.vNumerus; c'lausus- Krawallen bezeichnete. Es war in; Budapest ein Plakat Erschienen, welches die * christliche Gesellschaft aufforderte, der Jugeh^ zUr Fortsetzung des heiligen Kampfes für :den_ Num^tisi,.;&la».s.us. bis, zum endgültigen Sieg beizustehen. 'Dieses Plakat war von vier Universitätsprofessoren, darunter dem Grafen Paul Teleki, unterzeichnet. Herr Veszi legte das Plakat vor und der Gerichtshof konstatierte, daß es vom Ministerium des Innern genehmigt worden war. Es war dies zu der Zeit, als Beithlen und Klebeisberg öffentlich verkünde-, ten, daß sie das Gesetz abändern wollten. Sie sagten dies im Abgeordnetenhaus und ließen (furch den Teleki den heiligen Krieg predigen. Bethlen und Klebelsberg i;eden nach Genf, Teleki zur Straße. Das ist Arbeitsteilung. Man weiß, daß Telekis Rede wirksam war. Die wenigen1 zum Studium zugelassenen' jüdischen Hochschüler würden aus ' deii;Lehrsölen geholt und-erhielten ...unter Prügeln* dehrRat, die Stätte 231 meiden. Wer dafür den Teleki. belastet, der verleumdet ihn.; Herr Veszi, Mitglied des Oberhauses und getreuer Verkünder .des Ruhmes Ungarns, erhielt 1000 Pengö Geldstrafe aufgebrummt. Freilich nur bedingt. Das ist ein guter Schutz für Teleki, dessen weitere Streiche ebenso Wie die bisherigen unter den Schutz des .Ehrenbeleidigungsparagraphen gestellt wurden. Ein kluger Mann baut vor und Töreky kennt den:Teleki und Teleki kennt den Töreky. Beide tun das Ihre; das andere, das Europäisch-Kulturelle besorgen Bethlen und Klebelsberg,- ,Das Urteil des ■Töreky - -fällt .nicht aus dem Rahmen, aber es ist doch ausgezeichnet vor .den anderen; es erfloß eben in den Tagen, da im Abgeordnetenhaus der Kronanwalt Vary an die vor zehn Jahren begründete Künsche Kommune erinnerte und die 600 unschuldig Hingerichteten feierte. Die . antisemitische Presse benützte den Anlaß zu einer tobenden Orgie des Hasses, in dör das so beliebte Thema von den jüdischen Bolschewiken in allegro furioso gesungen wurde. Die übrige Presse tat dasselbe,, schwieg aber unisono von den tausenden ebenso unschuldigen jüdischen Opfern des Kurses, dessen aktiver Bekenner der Graf Teleki ist. Nicht erst heute, sondern schon als Ministerpräsident. Er war es doch, der am 22. Juli 1920 den Gesetzentwurf über den Numerus clausus der Nationalversammlung vorlegte. Auch er ist aber wie sein Nachfolger und Schwager Bethlen ein Meister des doppelzüngigen Spiels. Graf Paul Teleki hat im Jahre 1919 als Vorsitzender einer Regierungskommissipn die Materialien der .Friedensverhandlungen zu einem Buch vereinigt und dort finden wir, daß er selbst" über die . bclrfchewikischen, fremden uii'i staajsgef ährlichen Juden einiges zu sagen' hatte. So liest man auf Seite 137 in der VIII. Note, die Teleki selbst an den Friedenskongreß richtete, einen Protest Ungarns gegen die statistischen Fülschurigen der Rumänen, so n. a. dagegen^ daß die Rumänen „die auch sprachlich in das Ungartum eingeschmolzenen Juden nicht als Utigar'u anerkennen wollen". Einige Seiten später lesen wir in der. Anmerkung zu der von den Rumänen gezeichneten Karte, daß die Rumänen u. n. tlen folgenden „Kniff" anwenden: von der Ziffer des Ungartums subtrahieren sie die naeli statistischem Brauch als Glaubensgemeinschaft ausgewiesenen Juden. Auf Seite 250 wird Unter dem Titel i;Graii6amkeiten gegen die ungarische Bevölkerung" der Friedenskonferenz 2ur Kenntnis gebracht, welche furchtbaren Leiden d i e s i e b e nbürgischen Juden wegen ihrer ungarischen Gesinnung zu erleiden hatten, beispielsweise, daß in der Gemcincje F el s ö s z i 1 v a g;y die in den Tempelhof zusammengetriebenen Juden von den Rumänen erschossen w o r d e 11; s i n d, u .n d d e it einundzwanzig Toten sogar d i e . r e 1 i g i ö s e vB e s t a 11 u rrgvor weigert woT d e ul i s t,v s 0 d »R sie im Terapelh öl e i.n einem Massengrab h a b e ri b e s t a 11 e t w e r d e n müssen. Nirgends in dieser Darstellung .ist der Prozentsatz der Juden ausgewiesen-, \ja im Gegenteil sind sie im zweiten Band in die Ziffern des abgetretenen Ungartums einbezogen. Diese Anschauung hat Graf Teleki hig 'Zutn' Abschluß des Trianoner .Friedens, also bis zum' 4 Juni 1920 vertreten, gesehrieben'und als amtlichen'Standpunkt der v?riedßii8konferenZ'--'iMtgeieiIt;' Sieben Wochen später hatte das Schaf schon den Wolfspelz und Graf Teleki« begann mit der Abschaltung der Juden von dem wissenschaftlichen Betrieb, Hejjas und die übrigen .Edelmeiischen schlössen sich dem* Beispiel der rumänischen Soldaten an. Es ist also'Verleumdung," .wenn ,man eine .^atze.;, eine Katze nennt., So, vyic;diese-, Vorgänge, wie ^dieses' Doppelspiel und wie dieses - "Uajte.il ist niEiu HAI M ALAN -SALB1 HEÄPFÜIEff &muuss^(m&nra^ die gesamte ungarische" Politik, die ihre Barbarei durch Reklameunfug übertönen will. Es gelingt nur zu einem kleinen Teil und seit der Frankenfälschung, bei der der Name Telekis seh,r viel genannt wurde, begegnet .. .die ganze Welt diesem Staat mit höchstem Mißtrauen. Das Urteil gegen Veszi wird das Seine däzii beitragen. .Exzesse- in < •Polens Ein Pitrlniüpzug überlälleh.'."':."1 Ans W a r s c h a ut wird der „Neuen Welt" , gemeldet: ,Am 27. . März ,;karn. .es '.In,';Govy a rc z ew .(Bezirk Opoczyn) . zu., ^usarnrp^§tö|}eri .^zwischen t der jüdischen lind polnischen. Jugend im.Zusärörtie.nhan'2e mit,der Punm^ fei er. Die Ursache war ein von der'jüdischen Jugend vera'nstalteter Purimumzuy. Die Teilnehmer dös Umzuges, wurden von einer .Gruppe ^pol.n,is.ch.er. Jugend überfallen. Die den Haman darstellende, Puppe wurde entwendet und am nächsten Tase. als Christus .umgemalt, an einem Kreuz auigestellt..In 17 jüdischen Heusern, wurden die.Saheiben elngesc^rageri." "tJi.c"" weiteren'. Xusschfe-iiünse-n wurden durch die Behörden verhindert., . ^j[H i uiuiri 111 miif iiif f tf im if {[iriiu f^frf rnrf f ftf f f rfrrf ff trt f iff rf f rf rrrrrf errrrrfff f f irf (ff rfirf iri^ s". Die Wlt n i«* we!tb«kanntean 1 Talare ü. Barette! ' in dan mannigfaltigsten Formen erhalten 1 Sie fertig und nach Ma3 S In bester Qualltat S zu den blHigslen PrelseDl | : nur in der altbekannten | üuiformierungs-u.Wdineiderei 1 II Wien, II.Ta&orstraffe Hr. RA 1 (Adituag aqf Hausnummerl) s Tel. R 45-6-29 Oegr. 1866 | Zahlreiche belobende S Anerkennungaschreiben 5 Versand nun allin Weltteilen S fUloh illusilerte Katalog« gratis g | feinste Herrengarderoben nach Mass §§ HRelchhaltlgesStofilager. Zivile Preise. ZahlungserlelchterungenS ^^liiiiiilfiiiiiiiiiitiitiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiitiiiif iiiifiiiiiiiiiiiiif itiiiiiTf if^9* Ein erlesener Genuss sind die, nach einem speziellen Verfahren erzeugten, in Geschmack u. 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' Zu unserem in Nr. 79 veröffentlichten Aufsatz erhalten wir von der bulgaris c Ii e n G c s a n d t s c h a f t i n Wie n die folgende Zuschrift: ■ - 'r - ■ Von Zeit zu 'Zeit tauchen in der europäischen Presse tendenziöse Nachrichten auf, welche von einer Bedrückung' d e r j ii d i s c Ii c n Bevölkerung in Bulgarien wissen wollen und offensichtlich den Zweck verfolgen, das Prestige Bulgariens im Auslande zu schädigen. 0ie jüdische Minorität Bulgariens genießt-, : .wie alle änderen nationalen und religiösen Minderheiten'. dieÄ .'Landes, die' gleichen Rechte wie che Bevölkerung bulgarischer Nationalität. Den Juden stehen7 afje Berufe!-offen', ' ihrer' kulturellen 'EigenaH tragen jüdische 'Schulen Rechnung, welche auch vom Staate, den Kreis- und Gemeindeverwaltungen:- subventioniert' werden. Die jüdische' 'Bevölkerung 'Bulgariens, deren Gesamtzahl, 45.000.lietrügt, verfügt über ,9 Kindergärteri,,22 Primär-. uncl 7 SekWdürschulen, an denen 34QÖ jüdische Kinder UhteVriclit gehieilen. .Die Juden. Bulgariens bedienen, sich frei ihrer (Mutterspräche: bei . der. letzten Volkszählung gaben 97 Prozent d.e.r. jüdischen!;B.cvöikerung Bulgariens äjs' Muttersprache „jüdisch"' '"('darunter ist 'hauptsächlich., das Spaniolische zu verstehen) an. Die Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden ist eine sehr weitgehende; die höchsten; jüdischen Behörden Bulgariens sind das Großrabbinat und das Zentralkonsistorium, welchen - die jüdischen, religiösen Gerichte und das jüdische Schulinspektorat angegliedert sind. . . Die günstige Lage der Juden im Königreich Bulgarien ist in < d.en letzte'n Jahren ■ besonders von jüdischer Seite, betont worden. Josue Ca leb, der Präsident des politischen Komitees der bulgarischen Zionisten, verfaßte im Jahre 1919 eine Broschüre über die Lage der Juden in Bulgarien, welche ein wertvolles Zeuguis für die von Bulgarien befolgte Toleranz gegenüber den Minderheiten darstellt; der Sofioter Zionistenführer Chaim F a r c Ii i und der Wiener Schriftsteller Dr. Os\t\v Rosenfeld schilderten im Jahre 1925 i n d c r „W i e n e r Morgenzeit ü n g-" die Lage des' bitlgarischeil Judentums ^md betöitten, seine erfreuliche Läge in kultureller Hinsicht; iii ähnlicher Weise habeil sich Sam Levy (in der Pariser Zeitschrift „Menorali" vom 15. Februar 1925), Siegfried J akob y (Gentralverein-Zeitung vom 19. Februar 1926), Dr. Eugenie Singer (Wiener Zeitschrift „Menorali", Jg. 1927, Heft 9 und 10),'. die Konstanünopler jüdische Zeitung „El Tempo*' (X0. IX. 1928). und der Wiener spauiogische Rabbiner Dr. Nissini Ov ad ia h gelegentlich seines letzten Besuches in Bulgarien (Bulletin der jüdischen Telegraphenagentur. in Paris vom 12. IX 1928) ausgesprochen. . . Bulgarien ist kein Feld für den Antisemitismus. Das bulgarische Volk zeichnet sich durch große Toleranz aus und steht allen Bewegungen, welche, das. gute Einvernehmen zwischen den verschiedenen Nationen- Und Konfessionen des. Landes trüben könnten; ablehnend gegenüber.' Wenn in der letzten Zeit vereinzelte I n d i v i d u e.n in persönliche Konflikte Ueberzeugt euch von der besonders günstigen, Gelegenheit die jetzt bei Hört und staunt Miiiiiiiiiiiiiiii™ 1II|R CCbbOIh UHfl ■0111119» in Perser-und chinesischen Teppichen geböten Ist. Lasset y^ü VBB ^MVM^lBl Wll'U^p m ohne Besichtigung vorbeigehen/Nach Tunlichkeit Zahlu.rigserleichterungen! Sommerfreunö, ffiie«/ V11L, Josefstädterstraße 35 / Telephon A-22-1-87