Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 80 (29.3.1929)
- Date
- 1929-03-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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I r Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 80 3a, wie siehst Du aus, Malwin? Hast ja gar nichts anzuziehen! ■ ■ SReine einffiAtuitgstiteife: fflofÄlIrfDcr ..............s 2.40 ^affjau ffiafAfeibett^Id&ct .... s 8.90 gröfiiafirsmäntel..............s 12*90 6ooercontmün(el..............s 13.90 la Vatiama*fta|f)a»ftle!l)et. s $050 19.50. s 13.90 Ja 6reDe»öe61)iHe^ielDerm!Qn!^jermcinS29-s 19.80 SouIarD'^IeiDer, m* swms un& mw™. .. s 29.50 ßreiie 9Jlongol^IetDer, en»^5^beu . s 49.50 ÖJJOtt'SRÖtltel. aus guiem <r0oli»ioff.....S 19.80 $timo 0por«äntcl____.. .sag50, s 29.50 ftngL (3Hott«ÜR8ittrir <tv™&mi »n, Qll S 79- 69-, 59- . . . . ... S öS.— tteroütuno &cr gabrtippfon an feden flättfer tev neueröffneten 3l&tetlitng fflr $am«itöenletditttfl! ßdrtff warnt, II., Snbotftrafte 48 'FnfeeUllch.) E Zur Verlobung des Frl. Pepka Szobel, Visaul de Lus, mit, Herrn Isak Austern, Wien, III., gratulieren herzlichst Samuel Bloch und Frau. .....Predigten. Am 29. d. M bei dem um C Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienst:!., Scitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVI., Hübergasse' 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Vereinsnadirichten. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hllis«omelnscftaft, II., Untere AugartenstratSe 35 Wir beabsichtigen, im Sommersemester bei genügender. Teilnehmcrzahl ein Gesundheitsturnen (ohne Geräte) für Damen (zweimal wöchentlich, Montag und Donnerstag von halb v bis 9 Uhr) abzuhalten.: Kursleiter: Ins. Patlaschenko. Die Leitung plant für die näciste Zeit die Errichlu^jr pines arabischen Sprachkurses, geführt von Dr. Benedikt Berger (dreimal wöchentlich). Interessenten wollen sich nach vorheriger Anmeldung Dienstag, den 2. April, halb 7 Uhr abends, H....\Untefe AugartenstraSe 35 (I. Stock) zu einer Vorbesprechung einfinden. Anmeldungen täglich im Sekretariat, II.. Untere Augartenstraße Verband demokratischer Zionlstcn. Ueber „Erinnerungen an Pppper-Lynkeus" spricht Frau Margit O r n s t e i n. die bekannte Herausgeberiri der nachgelassenen Werke des großen Jüdischen Sozialphllosophen und Ethikers, am 3. April, halb 9 Uhr abends, im Klubsaal deivCafe Produktenbörse. II Taborstraße in Verband demokratischer Zlonlsten. Ortsgruppe Brlgittenau. Am 3j}.,:d. M, halb 9 Uhr abends im Cafe Neptun. XX.. GauBplatz 7, Versammlung Referent Dr. L. Plaschkcs über „Aktuelle Fragen". Voraussichtliche Ergebnisse der Palüstinareise. Vereinigung der zlon.-demokratlschen Jugend. Wochenprogramm: Samstag- 3 Uhr Zionistikakurs. 5 Uhr Zusammenkunft der Kindergruppe, halb-7 Uhr Französisch für Anfänger. 8 Uhr Sichah der. Kwuzah „Dror". Sonntag:" Halb 7 Uhr abends gesellige Zusammenkunft. Montag: 9 Uhr Wanderung. Treffpunkt halb 9 Uhr vor dem Heime, II., Zirkusgasse 33, 7 Uhr abends Hebräisch tflr An'änger. halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittehe Dienstag: 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Dror". Herr Kerzner spricht über ..Der XVI. Zionlstcnkongreß". anschließend Diskussion. Mittwoch: ) Uhr Hebräisch iflr Anfänger, halb 9 Uhrt).Vortrag im Caf6 Produktenbörse. II., Taborstraße 10. Dinnerstag: 7 Uhr Englisch für Anfänger', halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Die Kwuzah „Dror" unternimmt, am 31. März und f. April eine Wanderung in die Wachau. Abführt- Sonntag 7 Uhr IS Minuten ab Franz Josefs-Bahn, Ankunft: Montag 9 Uhr abends. Die Teilnehmer treffen sieb um halb 7 Uhr früh vordem. Franz Josefs-Bahnhof. jugendverein .Erez Israel", I'., Zirkusjrasse 33. Am 28. d. M... halb" 8 Uhr abends eine Besprechung der Reiseteilnehmer nach. St Pölten. DerrAusflug-findet am?1. d M. statt und erstreckt sich auch über Montag.-, den 1. April. Der Zeitpunkt der Abreise wird bei der Besprechung bekanntgegeben. KongreO-Jugendrclse. Zu dem im Sommer , in Zürich .stattfindenden! 16 'Zionistenkongreß wird eine Jugendreise veranstaltet (mit Ermäßigung) ' Anmeldungen und Spareinzahlungen im Jugendverein „Erez Israel*;, ']{■, Zirkusgasse 33. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Montag: 7 Uhr Hebräisch ' für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. MUt.woch- 7 Uhr Hebräisch für A«fän/er. Donnerstag: Halb. 9 Uhr Hebräjsch für Fortgeschrittene. Zionistische Bezirkssektion VIII—IX. Der Jüdische Kindergarten (VIJI.. Bennoplatz 'ja) ist . bereits In vollem Betrieb und steht unter der Leitung einer bewährten Pädagogin. Es sind noch einige Plätze für Wische Kinder frei und werden Anmeldungen täglich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr enteegengenommen. Die Zionistische' Frauengruppe Marlahllf-Neubau veranstaltet am 31. d. M ein Kinder-Purimfest im VI. Bezirk, Königseggasse 10. . Zionistische Frauengrnppe Marlahllf-Neubau. Sitzung anr 27. d. M. im Cafe Marjahilf. Klub jüdischer Frauen. Am 3. April, halb 5 Uhr. Debatte über vper Wee des Judentums, Volksgemeinschaft oder nicht?". Hauptref'er|entinnen Frau Dr. Martha Hofmann und Frau Dr. Thekla Bäck. Caf6' Colonhaden I.. Räthausstrale 4.' Jßd. Akademischer Philosophenverein. Die Infoige der Jubilümfisveranstaltungen unterbrochenen Orchesterproben werden am' II. April, halb 8 Uhr abends, wieder aufgenommen. Kollegen und Kolleginnen, die irgend ein Instrument spielen mögen sich schriftlich oder, mündlich bei den Herren Pickholz, Arminsky oder Mann täglich zwischen halb 1 und halb 2 Uhr, IX., Zimmermannsplatz 8, melden. Tel. A-35-.2-28. Es sind Aufführungen dieses Orchesters in der nächsten Zeit vorgesehen.- . Verband zlrn. Mittelschüler. Die letzten Veranstaltungen der Werbewoche sind: 28 d M.. 7 Uhr abends, Versammlung in der Rede« und Lesehalle Jüdischer Hochschüler. Redner: Herr Dr J. Weiner. 30. d. M.. 7 . Uhr abends, im Lokale der „Schojle"- 11., Lilienbrunngasse 1 (Djänabadgebäudc), große Mittelschülerversammlung. Erscheinen für alle Mitglieder Ehrenpflicht. Gäste willkommen. — Der Verband gibt elrte monatlich erscheinende Zeitscrhift;.Der jüdische Mittelschüler" heraus, die zugleich die einzige jüdische Jugendzeitschrift Wiens ist. Zu. haben in der Bücherstube Rath. II., Taborstraße 20a, und im Verbandsheime. II.. Untere AugartenstraOe 35. wo auch Abonnements (Halbjahr. S, I) angemeldet werden können. Die zionistische Oeffentlichkeit wird zum Bezüge dieses Blattes eingeladen. Haschomer Hadatl Wien. Am 10. d M fand die Gründungsveranstaltung des Bundes statt Nach einleitenden Worten des Herrn Klausner sprach Herr B I n - N u n aus Tel-Awiw Er führte unier änpVem. aus. daß nur strengste Disziplin, verläßlichste Pünktlichkeit Und/peinlichste Ordnung die. gesunde Grundlage und erste Voraussetzung einer gedeihlichen Entwicklung ermögliche. Der Rede folgten künstlerische Darbietungen. Britb Hanoar Hamlsrachl. Wien, 11. (Praterstraße 43). Am 30, d. M. um 3 Uhr nachmittags. Referat des Holin, anschließend Schalos Seudoth Abends gesellige Zusammenkunft. , Mlsrachl-Jugendzentrale Wien. Am 30. d. M.. 8 Uhr abends, Sitzung der. Jugendzentrale gemeinsam mit Keren Thora w'Awodah- Direktorium. _ Delikatessen schel Pessach! ■ " §eit Jahren erfreuen sich die „S t r u m - M a z z o t hu einer immer steigenden Beliebtheit und ge>lten als das beste, österreichische Erzeugnis. Viele Tausende verlangen ausschließlich „Strum-Mazzoth". Den Gr.ijnd dieser Bevorzugung kann man leicht begreifen, wen» man die bekannte Mazzoth-Bäckerei „H. Strum" in der. Rotensterngasse aufsucht. In den sechs großen Räumen des Hauses Nr. U, die der Mazzoth-Erzeugung dienen, *ieht man eine ganze Anzahl großer Maschinen, die den ganzen Erzeugungsprozeß — vom Mehl bis zur ofenwarmen Mazze in 4er erstaunlich Kurz«« Zeit von nur Vorzügliche, täglich öfenfrische, feinsta, dünnste WARNUNG! MAZZOTH UND GRIESS bekommen Sie nur aus der I. Wr. orth. Mazzothfabrik ISRAEL VORTREFFLICH. WIEN, 91., Obere Augarfensfraile 32 Verlangen Sie uberall ausdrücklich Vortrefflich-Mazzoth drei Minuten erledigen. Aufs angenehmste berührt den Beschauer die peinliche Sauberkeit. Die Mazzoth-Maschinen, von Herrn Strum jun. nach eigenen Patenten konstruiert, arbeiten abwechselnd. Genau nach 15 Minuten Arbeitszeit bleibt eine Maschine stehen und wird auf das penibelste gereinigt. Der Betrieb steht unter ritueller Aufsicht des Rabbinats der Kültüsgemeinde Wien und ein sogenannter Maschgiach sowie drei Maschgichim sorgen dafür, daß die rituellen Vorschriften strengstens eingehalten werden. „Strum-Mazzoth" zeichnen sich aber nicht nur durch die bei der Erzeugung beobachtete Sauberkeit, sondern vornehmlich auch durch den guten Geschmack aus, der sie zu einer beliebten Delikatesse macht. Erfreulich ist die Tatsache, daß die „Mazzoth-Bäckerei H. Strum" (hauptsächlich jüdische Arbeiter beschäftigt. Die zahllosen jüdischen Familien, die seit 36 Jahren die weit über die Grenzen Oesterreichs berühmten Schmiedischen Mazzoth bezogen haben, werden sicherlich mit Freude die Mitteilung begrüßen, daß diese älteste Wiener Mazzothfabrfk auch heuer im Betrieb ist und ihrem altbewährten Ruit in noch erhöhtem Maße gerecht wird. Der Eigentümer Nathan Brodetzky hat in der FIoridsdorfer.Fabrik, Mengergass.e 19, die modernsten technischen Verbesserungen durchgeführt und zuwege gebracht, daß der ganze Prozeß der Erzeugung der Mazzoth, von dem Moment, da das Meh'l zum Teig geformt, bis. es als schmackhaftes Osterbrot in Rollen gepackt an die Kunden abgeliefert werden kann,-in der denkbar kürzesten Zeit vollzogen ist-\Herr Broderziky hat durch die. Einstellung neuer Maschinen, eine Oekonomie in der Produktion der Mazzoth erzielt, die die Qualität erhöht und im Preise dem Konsumenten allein zugute kommt. Ausschlaggebend für den guten Ruf der Schmiedischen Mazzoth ist die beikannte peinliche Sorgfalt, mit welcher in dieser FaibrJk den. strengsten hygienischen Anforderungen Rechnung getragen wird; Herr Brodetzky. wacht unerbittlich darüber, daß die Geschirre alle Viertelstunden gewechselt werden und die Arbeiterinnen, die mit dem Teig und den fertigen Maazoth' in'.Berührung kommen, ihrer Verpflichtung, Hände und Kleidung stets rein zu halten, auf das genaueste nachkommen. Das wichtigste bei der Herstellung von Mazzoth ist und. bleibt jedoch die Verläßlichkeit in 'bezug auf KaschruthV..Um auch den Anforderungen der strenggläubigen Juden gerecht zu werden, öbt das Wiener Rabbiriat mit rigorosester Genauigkeit die Aufsicht Über die Herstellung der Schimiedischen Mazzoth sowie auch das zur Erzeugung.. benützte . Pessachmehl aus den Budapester Mühlen aus. 'ÄweFdle'se -Umstände bieten die sichere Gewähr, daß die. Schulischen Mazzoth unter der Leitung des neuen Besitz.e'rs^jfpd^tz'ky ihren berechtigten vorzüglichen Ruf auch in>dle§e|nf^ahre vol'lauf rechtfertigen werden. ...IV^^o/j*',:: " Amtliche Ver|a|i|bäruiigeii der israelit* Wien. Z. 1582 ex 1929. " Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde . hat den Rechnungsabschluß über 4ie Einnahmen und Ausgaben der Kültüsgemeinde und sämtljpher in der Verwaltung derselben stehenden Fonds und' Anstalten über das Jahr 1928 fertiggestellt. :; Gemäß § 92 des Kultusgemeinde-Statuts wird dieser Rechnungsabschluß 14 Tage vom Tage der Kundmachung: gerechnet, vor Prüfung und Erledigung durch den Kultusvorstand zur Einsicht der Gemeindemitglieder in der Amtsdirektion der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, aufgelegt. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist über den Rechnungsabschluß Erinnerungen beim Vorstande der Kültüsgemeinde schriftlich zu überreichen, welche bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses in Erwägung gezogen werden. , ' Diese Kundmachung wird" unter Einem im amtlichen Teile der „Wiener Zeitung" verlautbart. ' Wien, 22. März 1929, " Der Vorstand der Israel.'Kültüsgemeinde Wien. Z. 646 ex 1929. Wien, im März 1929. kbnHrmar|iönunterrlcht Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der alljährlich in den Tempeln der Gemeinde stattfindenden Konfirmation der israelitischen Mädchen ein Könfirmandenunterricbt vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterrichte Stent solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter, beziehungsweise Mündel zu veranlassen, sich bei. ihrem Religionslehrer oder im Sohulamte der Israelitischen Kültüsgemeinde, l, Seitenstettengasse 4, III. Stock, ,bis spätestens 10. April 1929 wegen Teilnahme an dem Konfirmandenunterricht zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der Israelitischen Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht Ist unentgeltlich- Der Vorstand der.IsraelitiscUen Kult«&?emeinde Wien« DIE MUTTER Roman von Schalom Ascb. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. 'Wien. 7. Fortsetzung; „Ich glaube, das wird das Beste sein" — sagt Sure Rifke und streckt ihre müden Beine aus. Anschel wundert sich. „Das ist doch gar nicht ihre Gewohnheit" — geht es ihm durch den Kopf. it Es ist schon spät am Tag. Sure Rifke liegt in ihrem Bett und verfällt in Traumphantasten. Ihr ist, sie gestorben — es ist ihr so wohl, daß sie gestorben ist; sie liegt im Bett, ihre Glieder sind lang ausgestreckt und sie muß sie nicht bewegen. Nichts geht sie arf, alles ist in Ordnung, alles erledigt sich von selbst Dann taucht ihre Kindheit vor ihr auf, Stück um Stuck, wie die Blätter eines Buches. Ihre Mutter ist eingetreten, in dem breiten, türkischen Schal mit dem Stirntuch. Sure Rifke wundert sich selbst, daß ihre Mutter da ist. Sie weiß, ihre Mutter ist gestorben und Hegt in Lentschitz begraben, sie ist nicht einmal auf ihrem Grab gewesen, bevor sie nach Amerika gefahren ist. Wie ist die Mutter nach Amerika gekommen? Wie ist sie übers Meer gekommen? Ein Wunder — geht es Stire Rifke durch den Kopf — ein Wunder! „Ich muß doch aufstehen. Warum liege ich immer noch? Anschel wird doch bald aus dem Tem-, pel kommen" — Sure Rifke reißt sich a-us ihrem, Schlummer empor. Sie erwacht und sieht ihr kleines Töchterchen Mascha, die eben aus der Schule heimgekommen ist. „Wo war ich nur?" — besinnt sich Sure Rifke •— „in Amerika oder in der alten Heimat?" Und sie bleibt weiter liegen, jetzt schon wach mit offenen Augen. Sie blickt auf Mascha und beginnt zu begreifen, was mit ihr geschehen ist. „Und was wird mit ihr sein? In wessen Obhut, lasse ich sie?" — geht es Sure Rifke durch den Kopf. Dieser Gedanke enthüllt ihr das ganze Elend ihres Kindes. „Wer wird ihr den Kopf waschen?" — sagt sie sich. — „Was für einen Feiertag mache ich mir?" — gewaltsam erhebt sich Sure Rifke vom Bett und streckt die Füße aus. — „Es ist noch nicht Zeit, noch nicht Zeit" v Sure Rifke tut ein paar Schritte; ihre Knie brechen ein, es schwindelt ihr vor den Augen. „Ma, Mutter! Was hast du?" — die Kleine läuft" auf die Mutter zu, die zu Boden gesunken ist Ma antwortet nicht „Ma, Ma!" — schreit das Kind und öffnet die Türe — „Ma!",.. Nachbarn kommen und tragen Sure Rifke auf ihr Bett. . Als Anschel von der Arbelt heimkam, fand er zu Hause schon den ältesten Sohn und dessen Frau bei der Mutter Bett. Auch ein Arzt war da, welcher. mit Salomon geheimnisvoll flüsterte. Die Kinder , waren still, gingen auf den Zehenspitzen oder saßen in den Winkeln. Anschel lief zum Bett Sure Rifke' lag im Fieber mit offenen Augen da und blickte ängstlich umher. Als sie Anschel beim JJett sah/ schaute sie ihn mit großen Augen an, als wollte sie ihn um Verzeihung bitten, daß sie krank geworden war. „Sürele, was hast du?" — Anschel nannte seine Frau mit dem Kosenamen, den er ihr bloß in den zärtlichen Augenblicken ihres Lebens zu geben pflegte. „Anschel" — stammelte sie und streckte ihm ihre harte, abgearbeitete Hand entgegen, die jetzt unnatürlich bleich war. „Was hast du, Sureleben?" — fragte Ansehe!; ängstlich. „Ich weiß nicht, Anschel" — sie schüttelt den" Kopf. „Was sagt der Doktor?" — fragt Anschel den Sohn und hält miffosarn seine Tränen zurück. „Die Mutter muß ins Hospital." „Ins Hospital?" — fragt Anschel verwundert „Man weiß noch nicht, was ihr fehlt" — sagt der Aelteste. „Man weiß noch nicht, was ihr fehlt?" — Anschel wiederholt im Ton der Verwunderung des, Sohnes Worte. Der Sohn und die Schwiegertochter gehen nach Hause. Anschel bleibt allein im Zimmer zurück. Die Kinder sitzen in der Küche. Anschel sitzt beim Bett und seine Augen blicken wie die seiner Frau, irgendwohin ins Leere; er denkt an irgend etwas, wiegt sich wie beim Beten hin und her und schweigt; nur von Zeit zu Zeit fragt er: „Surele, tut dir etwas weh?" Sure Rifke schüttelt den Kopf. * Anschel sitzt am Bett und wiegt sich wie beim Beten hin und her. „Anschel, gehl essen," — Sure Rifke bietet alle ihre Kräfte für diese wenigen Worte auf — „die; Kinder werden kochen/4.,...