Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-03-22 · Heft 79 (22.3.1929) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 79 (22.3.1929)
Date
1929-03-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711696--1051-2714235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 6 DIE NEUE WELT Nf. 79 Das Beste vom Outen sind die in Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassig-altrenommierten Schmidl-Mazzoth welche unter streng orthodoxer Aufsicht des Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien hergestellt werden Die Mazzoth werden aus dem feinsten ungarischen Mehl erzeugt Seit vielen Jahren genießen die ,Schmidl-Mazzoth' das beste Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt Tai. R»4e*1-90 A-40-2-63 zentrale: N. Brodetzki, n. Leopoidsg.43 FILIALEN: M. Wildmann, I. BäckerstraQe 16 Jakob Weiß, II. Untere Augartenstraße 23 S. Schneider, II. Miesbachgasse 3 II. Novaragasse 12 David Raab, II. Schiffamlsgassa 7 Gerson Schlesinger, II. NoliandstraBe 8 M. Spiegel, III. Radetikystraße 4 Sabine Binder, IX. Hahngasse 33 Max Silberberg, IX. Rotenlöwengasse 8 Leib Mandl, IX. Grtinentorgasse 41 Ignaz Finkelstein, XX. Klosterneuburgerstr. M. Luwisch, XX. Mannovergasse 19 Jakob Wassermann, XX. WaiiensteinstraBe 38 Trumpeldor in der Krim. Von Dr. Nachtun Samonsky.*) Es war am zwanzigsten Tage des Monates Tamus. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Teodosia hatte große Vorbereitungen getroffen, um den Todestag H e r z l s würdig zu begehen. Da verbreitete sich das Gerücht, ein englischer Kapitän sei gekommen, um jene Juden, die nach Palästina auswandern wollen, zu organisieren. Blitzschnell erhielten alle Juden der Stadt davon Kunde und strömten zu tausenden zur Versammlung, die mangels eines entsprechend großen Saales unter freiem Himmel abgehalten werden mußte. Unter großer Spannung der Versammelten erschien der „Captain" auf der Tribüne. Hochgewachsen, gekleidet in eine weiße „Tüschurka", mit einer goldenen Medaiile an der Brust, erweckte er auf den ersten Blick tatsächlich den Eindruck eines Engländers. Als jedoch der Vorsitzende den Gast begrüßte und hiebei einiges über sein Vorleben mitteilte, war das Geheimnis aufgeklärt. Er war Jude, der als palästinensischer Legionär in englischen Diensten stand. Als er zu Worte kam, begann er seine Rede hebräisch und setete sie dann russisch fort. Also war er Landsmann. Er sprach von Her-zl, von Palästina, von der Jüdischen Vergangenheit und der nahen Zukunft. Er entwickelte dabei den Gedanken des „Hechäluz" und verlangte dfe Bitdung eines Kaders junger,,, kräftiger und entschlossener Menschen, die gewillt sind, ihre ganze Kraft in den Dienst des Aufbaues zu stellen. Wie verschieden kilang doch seine Rede von denen änderer zionistischer Propagandisten! Zionismus war für ihn kein Traum der Zukunft, sondern greübare Wirklichkeit- Und diese Wirklichkeit, die aus seinen Worten sprach, übte die stärkste Wirkung auf uns, seine Hörer. Er verlangte die Tat und sie ist gekommen. Von aillen Städten der Krim kamen junge Zionisten und stellten sich zur Verfügung. Unter den denkbar schwersten Bedingungen gelang es ihm, in der Näihe der Stadt Dschanskoj eine Ohaluz- Kolonie zu gründen. Bedroht durch die damals in der Krim herrschende reaktionäre Diktatur Denlkins, die zur selben Zelt in der benachbarten Ukraine hunderttausende jüdische - Menschen hinschlachtete, setzten er und seine Genossen ihre Vonbereitungsarbeiten fort. ' Trumpeldor war nicht nur ein Führer, sondern auch ein Mitarbeiter und Kamerad. Er, der schon in Palästina gewesen war, lehrte seine' jüngeren Freunde ackern, säen, pflügen und andere landwirtschaftliche Arbeiten. Am Albend unterrichtete er Hebräisch und erzählte vieles üiber Palästina und die Legion. Die wiederholten Musterungen Denikins raubten ihm seine besten Mitarbeiter: er mußte herumreisen, um andere, jüngere Genossen zu finden. Die Lage der Juden wurde von Tag zu Tag unerträglicher. *) Zum Todestag Josef Trutwpeldors. der am 11. Adar 5680 (29. Februar 1920) in Tel-Chai gefallen ist. ^iiliiiiiiiiiii!iiiimii>iHiiiimtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiih(u Verband demokratischer Zionisten 1 Anläßlich des |Purim~Festesj ff findet Mittwoch, den 27. März 1929 um halb 9 Uhr 1 H abends im Cafe Produktenbörse, II., Taborstraße || s Nr. 10, eine s I gesellige 1 I Zusammenkunft ( 3 Stf.. Ü Da entschlossen sich die Chaluzlm, heimlich Rußland zu verlassen, um über Konstantinopel nach Palästina zu gelangen. In kleinen Motorbooten überquerten sie das Schwarze Meer. Einmal mißlang die Ueberfah/rt. Sie wurden durch die russische Grenzwache angehalten. Nur den Interventionen Trunnpeldors, der ails ehemajs russischer Offizier Zutritt zu den höheren Stellen hatte, hatten sie ihre Rettung zu verdamk&n. Später entschloß sich Trumpeldor, selbst nach Konsrantinopel zu reisen, um diie Auswanderung zu regeln. Am 17. August 1919 bestieg er ein englisches Dreadnought in Jalta. ,^nf Wiedersehen, erwartet in drei bis vier Monaten Nachricht von mir!" waren seine A'bschiedsworte. Nach sechs Monaten kam die Nachricht. Nicht die, die wir so sehnsüchtig erwarteten. Für die Einigung in der österreichischen Zionistischen Organisation. Im Verlauf der vom Verband der zionistischakademischen Verbindungen und Vereine eingeleiteten Verhandlungen fand eine ^eitje Sitzün| statt. Diese behandelte die einzelnen Aiiti'&ge, welche die Möglichkeit einer Wahlbeteiligung aller Gruppen beim Delegierten- und Parteitag bieten sollten. An der Besprechung nahmen folgende Herren teil: Dr. Goldhammer, Dr. Tartakower (Lnndeskomitee), Dr. Finkelstein, Prof. Ralt (Aufbau); Dr. Wieselberg (Verband demokrati- Nur die einzige echte Sch\*edenklinge mit breiter haarscharfer Schneide — rasiert schnell den stärksten Bart! scher Zionisten); Dr. M. Landau (Revisionisten), D. Bukspann, J. Frankel, W. Perl und Dr. P. Tislowitz (Verband der zion.-akad. Verb. u. Ver.). Bei den Verhandlungen zeigte sich der Wille aller Gruppen, eine Einigung herbeizuführen. Wahrscheinlich werden diese Besprechungen in den nächsten Tagen mit positivem Erfolge abgeschlossen werden. Zionistische Ortsgruppe Graz. Am 24. Februar fand in Graz im Union-Kino vor einem zahlreich erschienenen Publikum die * Aufführung des Filmes „Frühling in Palästina" statt, zu welcher Herr Lehrer Heinrich Herr mann das Referat hielt. Der Film machte einen tiefen Eindruck, so daß sich audi die Kultursektion der Israelitischen Kultusgemeinde entschloß, ihn am 3. März nochmals zur Aufführung zu bringen. Jubiläum der Vereinigung jüdischer Handelshochschulen. Anläßlich des 30. Semesterbesfcandes 4er Vereinigung jüdischer Hochschüler an der Hochschule für Welthandel iand am 9, d. im Sitzungssaal des Handelsmuseums eine Festsitzung statt, an der Vertreter der Kultusgemeinde, des Rektorates, sowie verschiedener anderer Organisationen teilnahmen. Nach Eröffnung der Festsitzung durch den Präsidenten der Vereinigung, cand, com. Gelberg, ergriff der; Rektor Prof. Ziegler das Wort und würdigte in einer längeren Ansprache die Bedeutung der Juden für den Handel und seine Einstellung zur jüdischen Studentenschaft. Schließlich brachte er dem jubilierenden Verein seine Glückwünsche dar. Die folgenden Redner, Prof. Dr. Pick und Dr. Goldha mme r, sprachen über Aufgabe und Ziel der „Judäa". In der Festrede, die der ehemalige Präsident der Vereinigung jüdischer Hochschüler für Welthandel, Diplomkaufanann Ostry, hielt, wurden die schweren Existenzkämpfe des Vereines nach dem Kriegsende durgestellt, zu einer Zeit, als die Hochschulen die Brutstätten des radikalen Rassenantisemkls» mus waren. Damals habe die „Judäa" im Verein mit dem Mozart- Lichtspiele w Wien, IX«, S<hubartgaste 5 Tel. U-24-4-58 Ab Freitag, den 22. bis Montag, den 25. März AI Jolson in Der Jazzsänger (Das Lied der Väter) u. a, Oberkantor Josef Rosenblatt Beginn: »46> 748 und 8/,9 Uhr An Sonntagen ab l/t5 Uhr amerikanischen „Joint" ihre wichtige wirtschaftliche Aufgabe erkannt und durch Eröffnung von Speisehallen die Not der jüdischen Studentenschaft erheblich gemildert. Sie habe schließlich auf der Hochschule die jüdischen Interessen erfolgreich vertreten und gehe aus allen diesen Kämpfen gestählt einer neuen Zukunft entgegen. Seelenfänger in Wien. Christliche Missionäre der „Schwedischen Gesellschaft für Israe 1", welche im IX. Bezirk, Seegasse 16, ihren Sitz hat, versuchen, durch Verteilung von Propagandaheften mit dem Titel „Zur Verständigung" sowohl unter jüdischen Schülern auf der Straße als auch durch Vorspräche bei jüdischen Familien in den Wohnungen, ihre unheilvolle, auf den Abfall vom Judentum gerichtete Tätigkeit zu entfalten. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde sind, wie wir erfahren, entsprechende Warnungen in weitestem Umfange ergangen. Es wird besonders die Aufgabe der jüdischen Seelsorger und der jüdischen Religionslehrer sein, die Bestrebungen der Missionäre abzuwehren. Charlotte Königswarter gestorben. Im Alter von 88 Jahren ist in Wien die Philanthropin Charlotte Königswarter, Gattin des verstorbenen Bankiers Baron Moritz Königswarter und Tochter des Barons Wertheimstein, gestorben. Sie war die Stifterin des Wiener jüdischen Waisenhauses und sie tat sich besonders in den Hilfsuktionen des Roten Kreuzes hervor. Keine jüdische Einwanderung nach Kanada. Am 8. März haben wir eine Mitteilung der J. T. A. veröffentlicht, derzufolge der kanadisdie Einwanderungsminister die Zulassung von 2500 jüdischen Immigranten. gestattet habe. Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Nachridit unmöglich r i c htig sein kann, da Kanada bis auf weiteres für alle Einwanderer mit Ausnahme von Arbeitslosen aus England gesperrt ist. Freuen Sie sich! Gnädige Frau, die Garderobefrage für die Feiertage und das kommende Frühjahr ist für Sie und auch für Sie, liebes Fräulein, glänzend gelöst. Ich habe das Unmögliche möglich gemacht und bringe anläßlich der heutigen Eröffnung meiner Abteilung für Damenbekleidung aparte französische Frühjahrsmodelle in Kleidern, Mänteln usw. aus Stoff und Seide zu v e r b 1 ü f f e. n d niedrigen E i n f ü h r u Ii g s p r e i s e n. Wenn Sie praktisch denken und beim Einkauf gerne Geld ersparen, müssen Sie sich unverbindlich' meine RiesenauswaM in allerneuesten Schöpfungen anseihen. Meine vielen Tausende treuer Kunden sind daran gewöhnt, daß ich besonders leistungsfähig bin und stets gute Ware zu wirklich billigen Preisen verkaufe. Diesmal habe ich mich selbst übertroffen. Da ich gegenwärtig mitten im Umbau und einer allgemeinen Umgestaltung und Vergrößerung meiner Verkaufslokalitäten •bin, muß ich meine riesigen Warenbestände um jeden Preis loswerden. Nützen Sie diese einzigartige Kaufgelegenheit aus. Sie finden bei mir auch Stoffe, Seide, Weißwaren jeder Art, Strick- und Wirkwaren, Wäsche, Teppiche, Vorhänge, Linoleum usw. zu wirklich billigen Preisen. Ich biete das Neueste, Schönste und Beste zu überraschend billigen Vorsaison- und Einführungspreisen. Die Wochenschlager sind: Waschkleider zu S 2.40, Kash a-K leider zu S 8.90 F r üh j a h rs m än te'l S 12.90, Covercoat-Mäntel zu S 13.90. Wetters offeriere ich: Prima Panama-Kasha-KIeider. bestickt, S 29.50, 19 50, S 13.90; prima Crepe-de-Chine-KIeider, mit langen Aermeln, S 29.—, S 19.80; Foulard-Kleider, fesche Dessins und Fassons, S 29.50; Sportmantel, aus gutem Wollstoff, S 19.80; prima Sportmäntel, S 39.50, S 29.50; engl. Sportmäntef, Trenchcoat-Fasson, S 79,— 69.—. 59.—, S 39.—; Kasha für Kleider, per Meter S 2.90: Stoffe für Sportkostüme, 140 breit, S 7.90, 5.90, S 2.90; Popeline, alle Farben, doppeltbreit, S 3.90; Schafwollripse, doppeltbreit, S 7.90, 5.90, S 4.90; Kasha, 100 breit, S 5.90, 4.90, S 3.90 Frtihiahrsstoffe für Sportmäntel, 140 breit, S 12.50, 9.80, S 7.90; engl. Sportstoffe für Kostüme und Anzüge, 140 breit, S 14.90, 9.80, S 7.90; Klelder-Kasha (Panama). 135 breit, S 9.30; Mantel-Panama. 140 breit, S 13.50, S 9.80; Covercoat für Mäntel, 140 breit S 19.80, 14.50, S 9.80. — Kunden äußerer Bezirke sowie Provinzkäufern werden die Fahrtspesen tour-retour vergütet. Besuchen Sie mich auch am Vo r m i 11 a g, damit ich Sic aufmerksam bedienen kann und Sie in Ruhe Ihre Auswahl treffen können. Es wird mich freuen, Sie bald in meinen Verkaufsräumen begrüßen und zu ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen zu können! Schüfinann, 2. Bez., Taborstraße 48. (Entgeltlich.) Cafe Reklame Cafetier: Jakob Goldfllefc Wien, II», Prötcrstrafje Nr. 34 anschließend die „jüdischen Künstlerspiele" / Vorzügliche Qetr'lnkc und kalte Speisen zu billigen Preisen / Rummy- Spieltische Treffpunkt der jüdischen Gesellschaft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.