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Die neue Welt · 1929-03-22 · Heft 79 (22.3.1929) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 79 (22.3.1929)
Date
1929-03-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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■Nt.?9 DIE NEUE WELT Seite B Wollen Sie billig kaufen? Dann besichtigen Sie die Orig. engl. Herrenstoffe und -Doubles im Tuchhaus zum Hirschen, II.Taborstf. 17b sfina geleistet haben, wenn er dem Aufforstungsgedanken die Bahn geöffnet hat. Man könnte noch viele interessante Besucher des Landes erwähnen. Man könnte etwa über M. Holmes sprechen, einen amerikanischen christlichen Priester, einen führenden Pazifisten und Vorkämpfer des Toleranzgedankens in seinem Lande, den Nathan Strauß nach Palästina gesandt hat, um ihn bei der Einweihung des Nathan Straußschen Gesundheitszehtrums in Jerusalem zu vertreten, das bekanntlich allen Bewohnern des Landes ohne Unterschied von Glauben und Rasse bestimmt ist. Es wäre etwa Mr. Hofmeister zu erwähnen, der heute Gast des Oberkommissärs ist: ein Bure, Gouverneur des Transvaalstaates und der Verfasser der prozionistischen Resolution, die die südafrikanische Regierung im vorigen Jahre Colonel Kish während seines Aufenthaltes in Südafrika überreichte. Holmes und Hofmeister zeigen das größte Interesse für das jüdische Aufbauwerk. Wir haben keine Juden erwähnt, und das ist Vielleicht kein Zufall. Einerseits beginnt erst jetzt die Zeit der spezifisch jüdischen Touristik, die die Purimlind Pessachzeit bevorzugt, andererseits erscheint es uns überflüssig, alle diejenigen wohlhabenden Juden zu |iiiiiiiiiiiiiiiiiin H Kaufet T^^Sr^^S Kaufet ss _ die In Qualität und Geschmack unübertroffenen, weltberühmten s | Palästina $ Mazzoth 1 ss Die Herstellung erfolgt - wovon steh Sr. ehrw. Rabbiner Schenk (Raw der »Talmud 11 ES 1"°?* > persönlich Überzeugt hat - unter «Irena ritueller Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn 3 ss Rabbiner Josef Chaim Sonnanield, Jerusalem, und des »Chief•Rabbi" von Eres Israeli Sr. Ehrw. Herrn A. I. Kook, Jerusalem ss Qeneralrepräsentanx für ganz Oesterreich: Nathan Brodetzki. Wien. n. äs» In das Haus jedes bewußten Juden gelrören zu Pesrorti nur mvm m Erez Israeli 43 46-1-00 FILIALEN M. Wildmann, I. BäckerstraQe 16 Jakob Weiß, II. Untere Augartenstrafle 23 S. Schneider, II. Miesbachgasse 3 II. Novaragasse 12 David Raab, II. Schillamtsgasse 7 Gereon Schlesinger, II. HoffandsfraQe 8 S5 M. Spiegel, III. Radetskystraüe 4 Sabine Binder, IX. Hahngasse 33 Max Silberberg, IX. Rotenlöwengasse 8 Leib Mandl, IX. Gruneniorgasse 41 Ignaz Finkelstein, XX. Klosterneuburgersf r. 9 M. Luwlsch, XX. Hannovergasse 19 ss Jakob Wassermann, XX. WaHensf etastraQe 58 5 iniiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ übrigen Beiöhnern jüdischer Kaufleute, erwähnen, die einige wenige Tage Palästina zu widmen pflegen. Denn die ernsthaft Interessierten pflegen wie gesagt später zu kommen. Erwähnt sei hier jedenfalls, daß A rnold und Stephan Z wei g erwartet werden, daß auch der große Maler Marc Chagall Erez Israel besuchen wird, ganz abgesehen von ' den zionistischen und nichtzionistischen Ageney-Leuten, deren Kommen ja allgemeinbekäirnt tsL Das Hakenkreuz auf dem Balkan. Die Ritualmordhetze in Bulgarien wird von Wiener Studenten betrieben. In der letzten Zeit kommen immer 'häufiger Mitteilungen von antisemitischen Ausschreitungen und Aufwiegelungen durch Ritualmordmärchen in den Teilen des Balkans, in denen bis zum Kriegsausbruch und dem späteren Zusammenbruch der Mittelmächte der Antisemitismus fast völlig unbekannt war. Nach der Ritualmordhetze in Serbien, die dank dem energischen Einschreiten der Behörden bald unterdrückt wurde,' flatterte, wie bereits kurz berichtet wurde, die Blutlüge mit allen ihren widerlichen antisemitischen Begleitumständen jetzt wieder in Bulgarien auf. Bulgarien, . das sich vor dem Kriege rühmen dürfte, frej von Antisemitismus, zu sein, ist heute, ein:^ - fertums geworden. Eine angesehene jüdische Persönlichkeit, welche kürzlich' von einer Reise durch Bulgarien naph Sofia zurück- . gekehrt ist und auf itjrer Reise Gelegenheit hatte, mit den Führender: .iüdjsoheh Zentren des Landes über die gegenwärtige Lage der Juden in Bulgarien Rücksprache zu pflegen, macht die folgenden Mitteilungen: Unter der bulgarischen Bevölkerifng haben ausgesprochene antisemitische Tendenzen Platz gegriffen, die sich in verschiedener Form ausdrücken.: Sie richten sich zunächst: gegen die Juden als Kaufleute, die den Handel in Bulgarien: zur Blüte gebracht haben und nunmehr den Naiionalistejj^eiii Dorn im Auge sind, Gegen diese Juden werden alle Mittel angewendet, um :<$ie aus ihren in schwör rer Arbeit errungenen Positionen zu verdrängen. Unter* stützt wird-die antisemitische Aktion idujrch die, niedrigstifi und für die Juden gefährlichsten. Terrorakte der Ofi-izlere und;Studenten. Noch während des Krieges hatten Juden hohe Stellen in der feuigat;ischen Armee inrie. Gemäß dem Friedensvertrag gibt' es in diesem Lande nur ein beschränktes Söldnerheer, und die Offiziere und ,St$? de.nteno)rganis,atipnen halben es mit ihren Drohungen durch* gesetzt, daß kein Jude in dieses Heer aufgenommen wird. Mit demselben Erfolg wurden die Juden aus den: öffentlichen ' Stellen verdrängt, und selbst wenn die Regierung sich über deji'nationalistischen Teprör hinwegzusetzen vefr sucht - und einen Juden für eine noch so untergeordnete öffentliche Stellung ernennt,\vird er von den festgeschlossehen rjfakehkreiizlerorganisationen mit brutaler Gewalt vertrieben. Obgleich der größte Teil, der bulgarischen Juden genau -sp wie ihre christlichen Mitbürger unter der wirtschaftlichen "Depression im Lande in großer Not lebt, Erweist sieb die breite hungernde bulgarische Volksinass^ den antisemitischen Schlagworten zugänglich und folgt in dumpf er.'.Resignation den Hetzereien- ' 'Eine für die bulgarischen Juden sehr traurige Rolle in der Geschichtet des Nachkrie^sbuWairieiis spielen , die Studenten-; Die bulgarischen Studenten sind fast ausnahmfj*; Jos HaUenkreuzler und die aktivsten Organisatoren . der antisemitischen Propaganda unter der bulgarischen Bevölkerung. >o i': D^ese bulgarischen Hakenkreuzler sind eigentlich j&nissärß der reibhsdeutscheji und Österreichischen •' Üij'* ypr&itäten, an denen sie ihren Studien obliegen sollen.-Es sind das zumeist Söhne wohlhabender bulgarischer PanjM iien oder hochgestellter Regierungsbeamter, - die während, ihrer vUniver^itätszeit zu den rücksichtslosesten Hake^ kreuzlerii und gefährlichsten PogroiTipolitikem ausgebildet ^Verden. Jtr die Heimat zurückgekehrt, passen, sie ihren »inj Ausland angt'H'riiten Antisemitismus den bulgarischen Vcr* hältnissen an und appellieren au die niedrigsten Instinkte des ungebildeten Voikes. Der größte Teil der bulgarischen Studenten studiert in Wien und Graz, wo es ganze Zentren von , Hocbschülern aus dem Balkan gibt und wo sie sich sehr bald als gelehrige Schüler der Hakenkreuzler der österreichischen Hochschulen erweisen. ' - . <i " " Sie kehren aus diesen Biildttngsstätten afe Prediger der Rassentheorie und Propagandisten des arischen Weltbundes „gegen die- U e b e r w u c he ru n g des Judentums" heim. Nach .dem Muster der Verbindungen und Organisationen in Oesterreich haben diese Studenten eine eigene Organisation unter dem Titel „N a r o d n a j a S a s c h t s c h i t a" ins Leben gerufen,' die eigentlich kein anderes Programm als die. Ausrot tu/ig des Judentums bat. Bei ihren Ueberfällen auf- Juden, in ihren , Propagandaschriften und Geheimaktiouen geben diese bulgarischen Hakenkreuzler ohneweiters zu, daß sie nach dem Muster der österreichischen Hakerikreuzlcr und ihrer österreichischen Kommilitonen „das Land von den Juden befreien wollen". Dieser Propaganda ist es auch bereits gelungen, das bis vor gar nicht langer Zeit bestandene friedliche Ein- Des Morgens sieht man in jedem Hause FRANZBRANNTWEIN mit Menthol in Gebrauch. Warum gerade diesen? J. Weil die meisten Menschen gewohnt sind, ihren Körper mit Diana-Franzbranntwein einzureiben lind. . ihn damit für die Mühen des Tages zu stählen und; , dieTätigkeit der Haut anzuregen, die Blutzirkulation zu beleben und die Nerven der Haut zu kräftigen, 2. Wer leicht zum Schwitzen neigt, muß unbedingt des Morgens den Körper mittels eines in Diana- Franzbranntwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Uebetstand behoben wird. 3. Bei Brüchigkeit des Haares, Schuppen etc.'ist Diana-Franzbranntwein von ausgezeichneter Wirkung. 4. #folge des angenehmen Geruches und peschmackes des Diana-Franzbranntweines sowie, dessen Eigenschaften gibt derselbe ein ausgezeichnetes Zahn- und Qurgelwasser. 5. Wer in der Früh einige Tropfen Diana-Franzbranntwein in Wässer aufschnupft, beseitigt die häufig auftretende Verstopfung der Nasenkanäle. DIANA - FRANZBRANNTWEIN wirkt also kräftigend, abhärtend und kühlend.! vernehmen zwischen Juden und den des Landes zu stören, den Boykott jüdischer Aerzte und Rechtsanwälte in immer fühlbarerer Form durchzusetzen, und so würde das Terrain vorbereitet, auf weichern ., ■ auch die Ritualmordhetze; r; Widerhall findet. Es soll ja nicht geleugnet werden/ 4$ die R e g i e r uii g s o r g a n e, soweit sie nicht .seitist schon von der neuen antisemitischen Seuche mitgerissen wurden, sich alle Mühe geben, die ärgsten Ausschreitungen zu verhindern. Aber da der Kreis der bulgarischen Intelleto tuellen, der sich der hakenkreuzlerischen Richtung' anschließt, immer größer wird, können die Behörden :ijti wesentlichen nicht viel ausrichten. Die Angst.der judischen Bevölkerung, daß die österreichische Hake;n.- k r e u z pr op agan d a in Bulgarien früher oder, später zu einem Blutbad führen könnte, ist daher .nichtganz, unbegründet. _ Riiuabnordtumuh in einer mahrischen Stadt..;/ i«'- ' \ In Boskowitz in Mähren kam es infolge einer Ritualrnordhetze zu einem Zwischenfall, der leicht -zu ernsten Folgen hätte führen können, aber dank; dem schnellen Eingreifen der Polizei rechtzeitig beigelegt wurde. Das Dienstmädchen des Rabbiners war an djen Folgcu einer Leuchtgasvergiftung gestorben. Antisemitische Hetzer verbreiteten das Gerücht, ,.;<J$s di ristliche .Mädchen sei, jetzt vor den Pessach-Tagen, 'zü rituellen Zwecken getötet worden." Eine erregte jVfenge belagerte das Haus des Rabbiners und nahip' eiüö drohende Haltung eini Die rechtzeitig benachrichtigte Polizei zerstreute die Menge. Gegen die Urheber ' de» i Demonstration wurde die gerichtliche Verfolgung ein; ■ geleitet. ■; ' '" . y ■ .. J Der Berliner KultusvorstancM Professor Heinrich Löwe zweiter Vorsitzender.^ s Die Berliner Repräsentantenversfiminliipg... w^lte in ihrer letzten Sitzung Herrn Prof; Dr.- Heinrich Löwe (Zionist) zum zweiten stellvertretejiden^ Vor/f sitzenden. , Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Am 23. d. um halb 8 Uhr abends findet eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes im Sitznngssa'ale.ii, Seiten> stettengasse 4, II. Stock, statt. Auf der• Tages|jd'nung. steiht der Voranschlag im VerwaJtu'ngsja'hre l?29;'.' ^;;.,.v' Zionistische Landesschekelkoi^ Der Monat April wurde von der zionistischen E?ekntive in London für die Scbeikeäprtma^awja^S^ nun über die einzuleitenden Aktionen zri. .bßira|^ri,;finde(t nunmehr allwöchentilich joden Dienstag, 7;t^;^ben>^s.t Ini Zionistischen Büro, I., Kärntnerstraß^ :2$t^i^zvmg der Landessohekeilkomimission statt. Die ^t>glieder'^erden eir sucht pünktlich und zuversichtlich zu j ersphe^n,; •> Der jüdische Hochschulausschuß^ Eine Abordnung des jüdischen Hochscbüfau'^C'huss.es erschien am 14. im Präsidium der Israelitischen .-Kultus» gemeinde und überreichte ein Memorandum, .in welchem um die Erhöhung der bisherigen jährlichen Subvention angesucht wird. Das An* suchen wurde damit begründet, daß die Not <er jüdischen Studentenschaft stetig wächst, di e' Zuschüsse privater Förderer fast gänzlich;a'u;si bleiben und außerdem auch die kulturellen Bestrebunv gen des jüdischen Hochschulaussc'husses einer unbedingten materiellen Förderung bedürfen. Insbesondere wurde' atif die Krankenfürsorge, auf den Inskriptionsfonds, Fonds für Rigorosen- und Prüfungstaxen und auf die Studenten* baracke in Grinzing hingewiesen, welch letztere besonder^ durch die Schäden des harten Winters in derartigem??^ stände sich befindet, daß nur eine sofortige Reparatur;ji^ 60 Einwohner vor einer völligen Obdachlosigkeit stützen könnte. ' V.' Das Präsidium versprach, auch diesmal dßf jüdisches Studentenschaft nach Möglichkeit entgegenzuHömmevö, .:

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