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Die neue Welt · 1929-03-08 · Heft 77 (8.3.1929) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 77 (8.3.1929)
Date
1929-03-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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T Seite 10 Keren-Kajemeth-Büro.!., KSrntnerstraße 28, Buchhandlung M. Rath, II., Taborstraöe 20a und bei den einzelnen Vorstandsdatnen de' ..WiZO" zu haben. Preise. Kinder S 1.20, Erwachsene S 2. Telephonischc Beslellunjren werden auch entgeKenjtenommen täglich in der Zeit von 9 bis 10 Uhr früh und 2 bis 3 Uhr nachmittags in der Leitung der „WIZO", Tel. A-16-0-44. Mit Rücksicht darauf, dalJ der Saal nur einer bestimmten Zahl von Kindern freien Raum zum Spiel gewährt, werden die Eltern ersucht, sich und die Kinder recht bald mit Karten zu versehen. Alle Gg. nnd Freunde werden ersucht, kleine Gegenstände für dil Tombola zur^yerftlRung zu stellen. Sammelstelle bei Frau Sabine Paßweg, IX., ScJÄcassc S. Tel. A-lfi-9-75. «Jpschc Tischgesellschaft Landstraße. Am 12. d M. nm halb 9 Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. Leo Goldhammer Ober „Die Zukunft des Wiener Judentums", Cafe Lovrana, UL, Löwengasse 3G. Gäste herzlichst willkommen. Verein zionistischer Hochschiilcr „Theodor Herzl". Am o. d. M., 8 Uhr abends, im Heim, IX., Glasergasse 4, Vortrag des A. H. Dr. Ernst Müller Ober „Kulturelle Zeitfragen". Jüdische Hochschtiler als Gäste willkommen. Verband der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine. Der dritte Vortrag der politischen Arbeitsgemeinschaft „Die zionistische Theorie vor Herzl" von Dr. N. M. Gelber findet am 12. d. M., 8 Uhr abends. VIII. Bennoplatz 1 a, statt. Eintritt frei. „Debora»" Mädchongruppo der WIzo, IL, Kl. Mohrengasso 3, Volksbibliothek Zion. Montag, den II. März, punkt halb 9 Uhr abends Vortrag Dr. Viktor Kellner: „Jüdische Kultur- und Jugendprobleme". AnschlieQend Diskussion. Jugendliche Gäste willkommen. * Zlon.-rev. Juzendvcrolnlgung „Hatlkwah", Cafe „Metropol", Wien, IX., Berggasse 33. Am 9. d. M.. 8 Uhr abends, Sportfonds „Tel-Chai" Vorbesprechung zur Konstituierung. Am 12. d. M., 8 Uhr abends, Hebräisch-Kurs (Leiter Arnstamm), 9 Uhr Diskussion der Arbeitsgemeinschaft: Das Palästinareservoir. — Jeder Jude ein Landwirt. — Unser Farmprojekt Zelre Mlsrachl Sektion XX (Jägerstraße 30). Am 8. d.. halb 9 Uhr abends Chumisch-Vortrag. Am 11. d. Sichah. Thema: Zeire Misrachi als Ideengemeinschaft. Referent Schlmeon Scheuermann. Anschließend Diskussion. Erscheinen Pflicht. Gäste herzlich willkommen. Igud Aakadem! Thora we Awodah. Am 9. d im Heime. Praterstraße 43, Sichah nachher Besprechung der „Keren Thora we Awodah". Aktion. Zelre Misrachi II. (PraterstraOe 43.) Am 9. d„ 8 Uhr abends, Aussprache Ober Jung- und Altmisrachlsmus. Referent M. Friedler, anschließend Debatte. Nachher Besprechung der technischen Fragen der Keren Thora we Awodah-Aktion. Gäste willkommen. Brlth Henoar Hamlsrachl II. (Praterstraße 43) Samstag. 3 Uhr nachmittags. Tefilath Mlncha, nachher Referat Bin-Nun über „Das Verhältnis der Misrachi-Zentrale zum Keren Thora we Ahodah. anschließend Schalosch Sendoth. Um halb 8 Uhr abends Slcha Klalllth. Abrechnung der für „Keren Thora we Awodah" gesammelten Gelder und Uebernahmtr des Materials für die nächste Woche. Mlsrachl-Jagend-Zentrale Wien II. (Praterstraße 43.) Am 9. d. um 8 Uhr abends Verrechnung der Keren Thora we Awodah-Sammelaktion. Der „Verein zur Erhaltung and Förderung der Mensa ncademlca Judalca" veranstaltet am 16. d. in sämtlichen Sälen des Kursalons, I., Stadtpark, einen Tanzabend, dessen Reinerträgnis zur Gänze der Mensa zufließt. Die Musikkapelle „The Midnight Cobibri Amateurs" hat sich zur Verfügung gestellt. Karten zu S 6 im Vorverkauf: fm Sekretariate des Vereines, IX . Zimmermannplatz 8, Tel. A-25-2-28 und bei den israelitischen Humanitätsvereinen B'nai B'ritli, IX., Um'versitätsstraüc 4, Telephon A-20-5-42. Die Tribüne. Ein Sprechsa&l für unsere Leser Protesfe gegen den Repräsentationsball. Wir erhielten mehrere Zuschriften, in welchen zu dem vom zionistischen Landeskomitee veranstalteten „Repräsentationsball der österreichischen Zionisten" kritisch Stellung genommen wird. Wir bringen nachstehend eine dieser Zuschriften. Sie rührt vom Führer eines zionistischen Sonderverbandes her: „Man rüstet! Nicht etwa zum bevorstehenden Delegiertentag oder zum nächsten Kongreß, keine Spur, man rüstet zum „Repräsentationsball der Zionisten Oesterreichs". Ein Ehrenkomitee mit „glänzenden" Namen lud einige Wochen hindurch zum Besuche desselben ein. Was Wunder, leben wir doch im Zeitalter der Reklame und der fortschreitenden Amerikanisierong; an ihnen soll die Welt genesen, bei ihnen die Zionistische Organisation ihr Heil finden. Man trainiert fleißig im Tanzen, schafft sich besondere Toiletten an, bespricht dieses und jenes Stilkleid, mit einem Eifer, cten man bei diesen Menschen bei anderen Gelegenheiten leider vermißt. Jedem aufrechten Zionisten muß sich bei Betrachtung dieser fieberhaften Vorbereitungen das Gefühl aufdrängen, daß hier viel Energie für nichts und wieder nichts vergeudet wird. Sollte man diese Menschen nicht lieber dazu erziehen, ihre Kräfte für höhere, wichtigere Zwecke zu verwenden? „Ist vielleicht dieser Ball, den man zu einem gesellschaftlichen Ereignis des jüdischen Wien machen will, als Propagandamittel gedacht, sollen durch diese „grandiose" Veranstaltung dem Zionismus neue Menschen zugeführt werden? Wenn ja, muß jeder Zionist, der auf Würde hält, ein solches Mittel ablehnen. Die Zionistische Organisation ist kein Wohltätigkeits- oder Sportverein, mit dessen Würde es vereinbar ist, durch einen gelungenen Ball „vornehmes Publikum" in entzückenden Abendkleidern als neue Gönner und Förderer zu gewinnen. Der Zionismus hat stets nur durch die ihm innewohnende moralische Kraft, durch die Größe und Wahrheit der Idee die Juden in seinen Bann gezogen, nie aber durch Bälle, und mögen sie noch so glänzend sein. Es muß traurig um einen Zionismus bestellt sein, der sich °,ines solchen Mittels bedienen muß. Wer aus seiner geistigen Armut heraus zu solchen Mitteln greift, ist ein schlechter Agitator der zionistischen Idee und muß erst selbst zu ihr erzogen werden. Verdient dieser Ball wirklich den Namen „Repräsentationsball"? Muß ihn nicht vielmehr die Mehrheit der Zionisten Oesterreichs alß Repräsentationsmittel entschieden ablehnen? Versteht man nicht unter „Zionisten" auch solche, welche Sondergruppen angehören und mit ».Repräsentationsbällen" nichts gemein haben? Für sie ist dieser Ball nur der Ausdruck eines auf Sensationslust eingestellten Zionismus, der PseudoZionismus ist. Statt an der Vertiefung des Zionismus zu arbeiten, wird an seiner Verflachung gearbeitet. Und dieser Fiveo-clock- und Ball-Zionismus, der von einer Gruppe — man höre und stauneI einer Jugendgruppe gezüchtet wird, erfreut sich der Förderung des zionistischen Landeskomitees. Hochachtend P. S." Bemerkung der Redaktion. An diesen Ausführungen wäre nur zu bemängeln, daß der __DHE NEUE WELT_ Jugendgruppe, welche die Vorarbeiten besorgte, die Verantwortung angelastet wird. Diese jungen Menschen, welche brave zionistische Arbeiter sind, wollten der zionistischen Sache gute Dienste leisten und haben sich ehrlich und schwer geplagt. Die Verantwortung trifft lediglich die Leitung, das zionistische Landeskomitee, unter dessen Firma der Ball vor sich ging. Es ist Pflicht der Leitung, dafür zu sorgen, daß die Kräfte jugendlicher, arbeitswilliger Zionisten für andere Aufgaben verwendet werden. Austritte aus dem Judentum. Helene Großmann,- geb. 30. VI. 1900, Wien, verh., VI., Mariahilferstraße 71. — Anton Honska, geb. 28. XI. 1904, Wien, ledig, XVII., Horneckgasse 18. — Moritz Glaser, geb. 23. XL 1900, Würmla, ledig, VI.. Webgasse 2 a. — Frieda Steiner, geb. 8. X. 1901, Wiener- Neustadt, ledig, Verkäuferin, IX., Althanstraße 25. —- Rachcle Berger, geb. 18. VIII. 1908, Cieszanow, ledig, XVIII., Antonigasse 50. — Margarete Stricker, 10. XI. 1900, Wien, ger. gesch., VI., Kopernikusgasse 12. — Lili Ilona Szekelyi, geb. 23. IX. 1904, Großwardein, ledig, VIII., Blindengasse 46. — Karl Graf, geb. 12. IX. 1906, Wien, ledig, XIV., Beckmanngasse 62. — Karl Steiner, geb. 26. V. 1903, Wien, IL, Praterstraße 26. —• Czarny Wohlin, geb. 22. VI. 1895, Davideny, ledig. IL, Schwarzingergasse 1, und Kind Egon Wohlin, geb. 15. VI. 1926, Wien. — Hildegard Herta Neufeld, geb. 19. XII. 1910, Turka, ledig, IX., Liechtensteinstr. 56, und Schwester Irma Neufeld, geb. 24. IX. 1909, Plesivac. — Josefine Back, geb. Freund, geb. 2. IX. 1900, Wien, verw., IX., Rotenlöwengasse 1 A. — Otto Klinkoff, geb. 25. X. 1889, Prerau, ger. gesch., Beamter, LV., Klagbaumgasse 12. — Rudolf Schwarz, geb. 15. XL . 1904, Wien, ledig, IX., Nußdorf erstraße 40. — Leib Paciek, geb. 13. XII. 1879, Janow, verh., IL, Große Mohreng. 36. — Gertrude Pick, 19. V. 1903, Wien, ledig, V., Bräuhausgasse 8. — Jenö Fürst, geb. 21. XII. 1871, Preßburg, ledig, IL, Ferdinandsstrafie 16. — Dr. Felix Bäsch, geb. 21. III. 1899, Jungbunzlau, ledig, III., Baumgasse 75. — Olga Fürst, geb. 9. X. 1895, Ujpest, ledig, III., Reisnerstraße 21. — Therese Schmitz, geb. 10. II. 1893, Mistelbach, ledig, III., Dietrichgasse 57. *_ Aus Steyr wird uns geschrieben, daß Herr Doktor Benno (Schüller) Schulemovic, geb. am 23. Juni 1888 in Filipkowce (Polen) mit seiner Gattin Paula, geb. Reiß, Tochter des gewesenen dortigen Kulrusvorstehers, den Austritt ans dem Judentum angemeldet haben. Ich bin kein Wohltäter und da ich mein Unternehmen nach streng reellen Grundsätzen führen kann ich auch nicht behaupten, daß ich meine Ware verschenke oder halb umsonst gebe. Die Tatsache aber, daß weit über die Grenzen der Leopoldstadt, ja in der Provinz, die außerordentliche Leistungsfähigkeit meines Unternehmens bekannt ist, beweist, daß ich Besonderes biete. Denn: nur dem Kaufmann bleiben die Kunden dauernd treu und bringen ihm ihre Bekannten und Freunde, der ihnen die Ware preiswert verkauft und ihnen so viel Geld erspart. Ich habe in den letzten Jahren wiederholt meine Verkaufslokalitäten vergrößern und mein Geschäft durch Ankauf und Anschluß nebengelegener Lokale erweitern müssen. Nun habe ich auf W'unsch vieler meiner Kunden eine neue Abteilung für Damenkonfektion eröffnet nnd biete das Neueste, Schönste und Beste zu überraschend billigen Vorsaison- und Einführangspreisen. Unsere Wochenschlager sind: Waschkleider zu S 2.40, Kasha-K-leider zu S 8.90, Covercoat-Mäntel zu S 14.50. Weiters offenere ich: Prima Panama-Kasha-Klelder, bes-tickt. S 29.50. 19.50, S 13.90; prima Crepe-de-Chine-Kleider, mit langen Aermeln, S 29.—. S 19.80; Foulard-Klelder. fesche Dessins u. Fassons, S 29.50; Sportmäntel, aus gutem Wollstoff, S 19.80; Ia Sportraäntel, S 39.50, S 29.50; engl. Sportmäntel, Trenchcoat-Fasson S 79.—, 69.—, 59.—, S 39.—; Kasha für Kleider, per Meter S 2.90; Stoffe für Sportkostüme, 140 breit, S 7:90. 5.90. S 2.90; Popeline, alle Farben, doppelbreit. S 3.90; Schafwollripse, doppelbreit, S 7.90, 5.90, S 4.90; Kasha. 100 breit. S 5.90, 4.90, S 3.90; Frühjahrs. Stoffe für Sportmäntel. 140 breit, S 12.50, 9.80. S 7.90; engl. Sportstoffe für Kostüme und Anzüge, 140 breit, S 14.90, 9.80, S 7.90; Klelder-Kasha (Panama). 135 breit, S 9.80; Mantel-Panama. 140 breit. S 13.50. S 9.80; Covercoat für Mäntel, 140 breit. S 19.80, 14.50/ S 9.80. — Kunden äußerer Bezirke, sowie Provinzkäufer werden die Fahrtspesen tour-retour vergütet. Besuchen Sie mich auch am Vormittag, damit ich Sie aufmerksam bedienen kann und Sie in Ruhe Ihre Auswahl treffen können. Es wird mich freuen. Sie bald in meinen Verkaufsräumen begrüßen und zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen zu können! Sc hl ff mann, IL, Taborstraße 48. ' Der Jazzsänger. Dieser vorzügliche Film a«s dem New Yorker Ghetto mit AI J o 1 son läuft ab heute. Freitag, den 8. März, als Alleinaufführung im 8. Bezirk im „Arkaden-Kino". VIII.. Alserstraße 23. Bestellen Sie sofort telephonisch Karten zum Besuche dieses interessanten judischen Films! __Nr. 77 DIE MUTTER Roman von Schaloin Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wien. (41-. Foitsetzung) „Ich weiß, daß ich mir das aus dem Herzen reiße... daß Ich meine Werke mit solchen Reden schände. Ich töte sie wie junge erstgeborene Kinder, noch ehe sie zur Welt kommen. Du weißt ja: ich bin ein Fleischersohn. Mein Vater war Fleischer und ich habe auch..." — er brach plötzlich jäh ab und sah Dwojre in die Augen. „Nun, und?" — fragte sie. „In mir leben böse, schlechte Triebe, ich bin nicht fähig, etwas Edles, Zartes, Schweigendes zu fühlen. Ich kann nur große, mächtige, ungeschlachte Golems machen — hat Freier einmal von mir gesagt — weil ich selber ein solcher Golem bin; aber etwas Edles, das Seele hat, das werde ich nie schaffen können. Bist du auch der Ansicht Freiers, Dwojre?" Sie sah ihn mit ihren großen Augen an, ihr ganzes Mitleid mit seiner Hilflosigkeit spiegelte sich in ihrem Blick. Dann nahm sie ihn sanft beim Rocklatz und sagte liebevoll mit tränenden Augen: „Warum denkst du so von mir, Chaskel?" „Ich meine, alle müssen so von mir denken. Manchmal glaube ich, daß es wirklich so ist, daß ich ein Fleischer bin, nicht mehr als ein Fleischer, mit häßlichen, und schlechten Trieben, keiner besseren, keiner edlen Empfindung fähig." „Ich habe keine schlechten Triebe in dir bemerkt, das haben schlechte Menschen dir eingeredet." „Glaubst du das wirklich? Und doch habe ich dich eben erst mit Lügen zu mir gelockt." „Das ist nicht wahr. Du hast mich nicht hergelockt. Ich bin selbst gekommen." „Du bist selbst gekommen, selbst geko-m/men; ich habe dich nicht hergelockt" ■— wiederholte Buchholz unaufhörlich. „Ja" — Dwojre nickte mit dem Kopfe. ..Und warum habe ich ein so schlechtes Gewissen?" —- fragte Buchholz sich selbst. ' „Vielleicht deshalb, weil du nicht zufrieden bist, daß ich hergekommen bin?" — beantwortete Dwojre seine Frage mit leicht kokettem Lächeln. Buchholz kniete nieder, grub seinen Kopf in ihren Schoß und schluchzte. „Dwojre!" „Was willst du, Chaskel?" — fragte sie und streichelte mit ihrer kühlen Hand sein Haar. „Ich weiß nicht, wer ich bin" — stammelte schluchzend" der Riese in ihre kleinen Knie hinein. „Du bist Chaskel, Chaskel, Chaskel" — sie lachte glücklich. * Dann gingen sie fort und aßen bei Child Honigkuchen. Die Honigkuchen versetzten Buchholz in ganz andere Stimmung. Seine großen Zähne leuchteten unaufhörlich aus seinem lachenden Mund. Doch als sie heimgingen, blieb Buchholz bei der Tür seiner Wohnung stehen: „Du wirst hier schlafen. Ich gehe zu. Freier * übernachten. Und ehe Dwojre noch Zeit hatte, etwas zu erwidern, lief Buchholz schon die Treppe hinab. „Chaskel, wohin gehst du?" — rief sie ihm nach. „Es ist besser so" — antwortete Buchholz und setzte in großen Sprüngen die Treppe hinab. IV. Ohne Priester und Altar. Am nächsten Morgen — die Dämmerung erhellte eben erst das verschneite Fenster — zog sich Dwojre an, um fortzugehen. Eben dachte sie darüber nach, wohin sie' den Türschlüssel legen sollte, damit Buchholz ihn finde, da öffnete sich die Tür und Buchholz trat ein, das Haar zerrauft, das Gesicht zerknittert, unrasiert; er sah aus, als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen. Schweigend lief er im Atelier auf und ab. Dwojre machte sich bei ihren Sachen zu schaffen und schwieg, ebenfalls. Endlich trat Buchholz auf Dwojre zu und sah ihr tief in die Augen. „Warum hast du so rote Augen? Hast du geweint?" „Nein, ich habe nicht geweint." „Ja, du hast geweint, du hast geschwollene Lider" — sagte Buchholz. Dwojre antwortete nicht. „Und ich bin ein Schuft, ein gemeiner Kerl." „Warum beschimpfst du dich so?" „Weil ich es bin." Sie schwieg. „Glaubst du, daß ieli zu meiner Mutter besser war? Nein. Sie hat mir eine Butter.semmel in den Oheder mitgegeben und ich habe mit den Füßen nach ihr gestoßen. Nie habe ich ihr eine Freude gemacht, immer hat es mir Vergnügen bereitet, sie zu kränken, ja, Vergnügen bereitet, verstehst du? Ich hasse Mütter, oh, wie ich sie hasse!" — Buchholz zitterte» #

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