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Die neue Welt · 1929-03-01 · Heft 76 (1.3.1929) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 76 (1.3.1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 76_ Im Jahre 1928 wurden weiters 23 definitive Grabstättenreservierungen durchgeführt. Die Aufforderung an die GruftstöHenfoesit«er des Zentralfriedhofes zur Bezahlung eines freiwilligen Friedhoferhaltunigsbeitrages hatte folgendes Ergebnis: Von den 1177 h. a. vorgemerkten Gruftstellen am Zentralfriedhofe, I. Tor, haben im Jahre 1928 171 Parteien gegen 200 im Vorjahre einen Erhaltnngsibeitrag entrichtet. Die Summe des Einganges hiefür beträgt S 11.006 gegen S 12.783 im Jahre 1927. Das prozentuelle Verhältnis der Einäscherungen von Juden im Vergleiche zur Gesamtzahl der im Krematorium der Stadt Wien vorgenommenen Einäscherungen stellt sich wie folgt: Im Jahre 1924 insgesamt 1417, hievon mosaisch 182 12,8 Prozent, im Jahre 1925 insgesamt 18SQ, hievon mosaisch 161 8,6 Prozent, im Jahre 1926 insgesamt 2384, hievon mosaisch 216 9 Prozent, im Jahre 1927 insgesamt 2915, hievon mosaisch 237 8,12 Prozent, im Jahre 1928 insgesamt 3130, -hievon mosaisch 252 8,05 Prozent. E Das Herz wird Ihnen warm werden beim Anblick der vielen und schönen Sachen, die Ich Ihnen unverbindlich vorfühien werde. Ich glaube, mit Kecht annehmen m dürfen, daß Sie — wie alle guten und klugen Hausfrauen — gerne sparen und es freudig begrüßen werden, wenn Minen die seltene Gelegenheit geboten wird, die notwendig gewordenen Neuanschaffungen für Ihre Wirtschaft, die Komplettierung Ihres Wäscheschreins, zu wirklichen Ok'kasionspreisen zu besorgen. Ich schenke Ihnen nichts, gnädige Frau, ich giebe auch nichts halb umsonst, mein Anbot ist auch kein Wahnsinn. Ich bin ein reeller Kaufmann, der sehr gut rechnet und mit der Zeit geht. Und — ich habe es längst herausgeftinden. daß ich nur so auf meine Rechnung komme, wenn ich es ermögliche, daß mieine Kunden auf ihre Rechnung kommen; Das heißt, nur wenn ich dem Kunden viel biete, viele gute Ware für möglichst wenig Geld. Ich verdiene lieber an 30 Milliarden Jahresumsatz 5 Prozent, aäs an 5 Milliarden 15 Prozent. loh weiß es: Der Käufer kann und wird nur dem Verkäufer dauernd Gefolgschaft leisten, der ihn durch seine besondere Leistungsfähigkeit besticht. Ich diene mir selbst am besten, wenn ichmeinen Kunden diene. Mein Betrieb ist auf die gesunde Basis: Großer Umsatz — kleiner Nutzen" gestellt. Sie haben sicherlich schon von Freunden und Bekannten den. Namen „Schiffmann" und auch von dem Ruf des Warenhauses Brüder Schiffmann „Taborstraße 48"'-"'als einer verläßlichen und billigen Bezugsquelle gehört. Ueberzeugen Sie sich — bitte — einmal aus eigener Wahrnehmung davon, daß mein Renommee wohlbegrt'ndet ist. Sehen Sie sich — Anschauen kostet nicihts — die 36 Schaufenster an, in denen die . sensationellen Angebote unserer »Weißen .Woche", die . wegen des großen Zuspruches um acht Tage verlängert wurde, zur Schate'gestellt sind. Sind Sie aus der Provinz oder aus einem» äußeien Bezirk, dann vergüte ich Minen gerne" die Fahrtspiesen tour-retour. Kommen Sie am Vormittag zu mir. damit ich Sie aufmerksam bedienen kann. Einen kleinen Begriff von dem, was ich biete, geben Iihnen dnese Preise: Wäschewebe und Chiffons, per Meter S —.55. Riesenwebe, 80 breit, S —.78, Prima Rumburger Weben für Bettwäsche S 1.25, Inlett (Nanking), 80 breit, S 1.25, Prima Bettücher. 110 breit, S 1.75, Atlasgradl für Bettwäsche, per Meter S —.98, Naturell-Chiffon, Ia (,,LiIien"-Erzeugnis) S 1.25, Lillsn- Madepolan, 82 breit, per Meter S 1.75, Lilien-Weben, 82 bneit (Restbestände des Weiihnachtsverkaufes), fein- und mittelfädig S 1.79, Lilien-Chiffone. Restbestände des Weihnachtsverkaufes S 1.69, Prima LI Ion-Bettuch. 150 breit S 3.50, Unterhosen S 1.98, Wirtschaftshandtücher, ungebleicht, per Meter S —.69, Staubtücher S —.39. Taschentücher, Batist, ajouriert, mit Stickerei S —.12. Herren- Taschentücher, weiß, mit färbigem Rand S —.29. Kragen, weich, weiß, alle Halsweiten 30 und 20 Groschen. Auch in allen anderen Abteilungen Sonderverkauf zu reduzierten Preisen! Mengenabgabe vorbehalten! —, Ic'ili küsse Ihre Hand, Madame, und hoffe, Sie baild in meinen Verkaufsräumen begrüßen zu können. Schiffmann, II., Taborstraße 48. AI Jolson, der weltberühmte Jaz>zsänger. dessen Lebensgeschichte, von.. ihm selbst dargestellt derzeit im „Centrai-Kino" als Film zu sehen ist und vom jüdischen Publikum mit begeistertem Interesse verfolgt wird, ist auf erstklassigen, nebengeräuschfreien Sprechplatten zu hören. Auch das Gesangsrepertoire des Oberkantors Josef Rösenblatt, insbesondere das Lied „Jahrzeit" findet allgemeinen Beifall. Alle diese Scballpjatten sind Im Musjkhaus „Excelsüor", Inh. Richard Herzog, II.. Kleine Pfarrgasse 28, und I., Adlergasse 5 (Tel. R-23-4-90), erhältlich. Daselbst Propagandaverkauf erstklassiger 'jüdischer'und heforäisoher Schallplätten sowie der neuesten englischen Schlager zu besonders ermäßigten Preisen. E Erbsensuppe mit Reist XU Kilogramm gelte Erbsen, welch kochen, passieren und mit ll/a Liter Suppe oder Wasser verdünnen. 8 Dekagramm weichgedünsteten Reis und 6 Dekagramm Gansfett oder Kunerol dazu, aufkochen, nach Salz und Pfeffer abkochen. E Viktoria-Schülerbse mit der Löwenmarke ist inländisches Erzeugnis und bürgt für hervorragend gute Dualität. Wichtig für Selbstraseure! Es ist eine, bekannte Tatsache, daß die meisten Selbstraseure nach dem Rasieren eine rauhe, rote Gesichtshaut bekommen. Der Grund liegt oft darin, daß die benützte Klinge nicht die nötige Feinheit und Schürfe besitzt. Wenn Sie Ihre Haut schonen und glatt rasiert sein wollen, dann verwenden Sie unbedingt „D i a m a n t", die einzige OriT inal schwedische Rasierklinge mit breiter, haarscharfer chneide. Die „D i a m a n t k 1 i n g e" hat zur Vermeidung von Verletzungen abgerundete Ecken, ist infolge ihrer sorgfältigen Fabrikation ein Produkt von höchster Güte und nach öfterem Rasieren wie eine neue Klinge. Probieren Sie die „D i a m a n t k 1 i n g e" und urteilen Sie selbstI Ueberall erhaltlich! E DIE NEUE WELT Predigten. Am!. Mftrfc werde* bei dem um 5 Uhr 40 Minuten beitlnnenden Abenditottesdienste Predigten abgehalten: I. Seitenstett->n- «a*se 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Tnjflicht); XVI., Hüberfösse 8 (Rabbiner Dr J. M. flach). Im .Gemeindetempel ■ XVIII., Schopenhäuersfra^e 39 (Rabbiner Dr D Fenchtwflng) findet am 2. Mar« beim Morgensrottesdienst (Besinn 8 Uhr 30 Min.) eta exec<tischer Vortrn* statt. Am 2. d. M. um 3 Uhr nachmittags Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Vereinsnachridiien. Renräsentntlonsball der Zionlsten Oesterreichs. Samstag, den 2. März 19J9 findet in den Kotizcrlhaussiilen der erste Kcpriisentations! all der Zfonisten Oesterreichs statt. Saaleröfitninj? 8 Uhr abends, Besinn priisize 9 Uhr abends Dieser Ball steht unter dem Protektorate eines aus den Spitzen der Wiener "Gesellschaft bestehenden Ehrenkomitecs, dem folgende Damen und Herren angehören: Dr. Ernst Benedkt, Ing. Josef Berger, Dr Max Berliner, Adolf Böhm. Frau Anitta Müller-Cohen, Doktor Jakob Ehrlich, Prof. Jehudo Epstein, Dr. Erwin Felber, Rabbiner Doktor David Feuchtwang, Hofrat Dr. ,S. Frankfurter, Dr. Deslder Friedmann, Univ.-Prof. Dr. Bernhard Gelger, Dr. Leo Coli'hammer, Arch. Dr. Ing. Baurpt Prof. Clemens Holzmeister, Dr. Emil Junkar, a. o. Gesandter und bevollmächtigter Minister, Dr. Armand Kaminka. Bamat Dr. Ing. Arnold Karplusv Dr.- Viktor Kellner, Hugo Knepler, Dr. I. H. Körner, Lazar Krestln, Dr. Leo Lnm'nu. Dr. Frlt/, Löhner-Beda, Frnu Sophie L8wcnherz, Dr. Josef Löwenherz, Eduard Ludwig, a. o. Gesan 'ter und hevojljniiehtigter Ministor, Univ -Prof. Hofrat Dr. Eugen Oberhummer, Doktor Bruno. Pollalt-Parnau Dr. David Rothblum, Felix Saiten, Dr. Isidor Schallt. Dr. A. Sejratl, Doz. Dr. Frie trfch Schreyvogel, Frau Dort Schwarz, Karl Schwarz, Dr. 'Benno Schwonar; Dr. Robert Sonnenwald, Dr Max Stemschuü, Prof. Dr. Oskar Strnad, Prlm. Df. Kurt Tschiftlny, Wilhelm Wachtel. Prof Artur Wolf, Prof. Jnlltisz Wolfsohn sowie das Präsidium der Zlon. Akadem. Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Zwecks Aufstellung der Paare für den Einzug. t'Tft sich das Jurtg-Danten- und Herren-Komitee zwischen halb 8 bis 8 Uhr abends im Kleinen Saal des Konzertliauscs. Restli he Logen und Karten sind im Ballkomitce, l., KarntherstraOc 28. Telephon R-27-4-85/86, und II.. Zirktmasse 33, Telephon R-49-8-98 bis längstens Freitag, den I. Mara 1929, 4 Uhr nachmittags erhfllflfch. Auf Vorweisung der Legitimation erhalten Studenten auf Nalnen lautende Eintrittskarten zu ermäßigtem Preis, und zwar am Donnerstag, den 28. d. im Ballkomitee, IL, 71rkusgassc 33 (zwischen 8 bis 10 Uhr abends) und Freitag zwischen 2 bis 4 Uhr nachmittags im Zionistischen Landeskomitee L, KSrntnerstraße 28. An der Abendkasse werden keine Studentenkarten ausgegeben. E Vereinigung der zionistisch-demokratischen .fugend. Wochenprogramm: Samstag, 3 Uhr nachm.: Zi niStikakurs, 8 Uhr: Zusammenkunft der Kindergruppe, halb 7 Uhr Französisch für Anfflnger, halb 9 Uhr: Si bah den Kwuzah „Dror". — Sonntag, 9 Uhr: BüchSenleerüng, 3 Uhr nachm. Öffentliche AtisschuRsit>.ung, zu welcher alle Mitgllc er aufgefordert werden, zu erscheinen, 7 Uhr Sichah den Kwuzah „Dror". anschließend gesellige Zusammenkunft. — Montag. 7 Uhr- HebfSlsch für Anfflnger, halb 9 Uhr: Hebr/iisch für Fortgeschrittene. — Dienstag: Halb 8 Uhr: Plenarversammlung mit anschließendem Referat eines außenstehenden Referenten. Pünktliches und bestimmtes Erscheinen Pflicht 1 — Mittwoch, 7 Uhr; Hebräisch tör Anfttnger. ha|b 9 Uhr Vort'ftg Im Caf6 Produktenbörse. — Donnerstag, 1 Uhr: Englisch für Anfanger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Zionistische Bezlrkssoktlon Leopoldstadt. Montag, 7 Uhr: Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr: Hebräisch für Fortgeschrittene. — Mittwoch, 7 Uhr; HebrJÜsch für AnfSnger. — Donnerstag, halb 9 Uhr: HebriiiscH für Fortgeschrittene. Zionistische Fraucngnippe XX. Am 6. Marz im Vereinshelm, XX., Jilngerst a"c 30 spricht Frau Dr. Cilli Waldmonn Uber: Jochanan Ben Sakkal Bepinn der Vortrüge halb 8 Uhr. Am 13. Mürz spricht im selben Lokal Frau Dr. Amalie Kantor, 2. Vortragszyklus Uber: „Jüdische Literatur und Geschichte " Organisation Zlon. Frauen Oesterreichs. (Klubhclm der Hnkoah, I., Wlnllngersptraße 24 ) Montag, den 4. Mttrz, 5 Uhr nachmittags: I. Vortrag: Rassenfraee, Frau Elisabeth Lu/n tto zu Ihrem Zyklus.* „Probleme und Epochen'der j'tdlschcn Geschichte". Zionistische Frauengruppe Favoriten. (X.. Humboldt*nsse 25) Donnerstag, don 7. Mörz, 8 Uhr abends, ML Vortrag: Dr. Amalie Kantor zu ihrem Zyklus: „Jüdische Geschichte und Literatur". (Frug, Peroz.) Zionistische Gezlrksscktton XX. Am 3. Mürz literarischmusikalischer Abend unter Mitwirkung von Mario Cartg (Rezitationen) Herta Glatz (hebrtfischfcr Gesang), Isidor Glück (mridornhebrflische Lieder), Leo Gelter (CharäkterdarstellunK), Grete Nowak (Klaviervortrag), L. Reich (Violine) u. a — Am 5. Mürz Vortrag Dr. Z. F. Fiirkelstein, über den bevorstehenden Zionfstenkon!*re8. rr.it anschließender Diskussion. Die Veranstaltungen beginnen um halb 8 Uhr abends im Heirne, XX.. Jdserstraße 3.0, — Die Sektion eröffnet unentgeltliche Hubrüisch-Kurse Änmel 'ung allabendlich. . Verband zionistischer rHecliSchßierlnrien. Arn 6. Mttrz um, 8 Uhr abends im Jüdischen Zentrum, II., Untere Augartenst-tTe 35, Vört'äg: Dr. Norbert Hottmann: „Zurück z u H e r z I", Jüdische Hochschülerinnen willkommen. - Zionistisch-akademischer Verein „Bar-Kochba" (Cafe Produktenbörse, IL, Taborstraße 10). Arn 2. März, halb 9 Uhr abends Generalkonvent mit der usuellen Tagesordnung. Alle AH. AH. und Bb. Bb. werden um pünktliches Erscheinen gebeten. •Verband der,zionistisch-akademischen. Ve^blndt-neen und Vereine. Die dritte Zusammenkunft der unter Leitung des Herrn Dr. Leö Goldhammor stehenden soziologischen Arbeitsgemeinschaft findet am 5. März, 8 Uhr ahends, . VIII., Bqnnopjntz 1 a, statt -Vortrag von Dr. N. M. Gelber ..Die zionistische Organisation". Die Mitarbeiter werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Verband der Zionistischen Mltfelschulverblndunsen und Vereine Österreichs. Am 24. Februar fand eine Generalversammlung des Rabbinerverbandes statt ErSchibnen waren Dr; Paul Slslowitz als Präses des akademischen Rabbinerverbandes, Herr Dr. Paul Diamant sowie sämtliche .Korporationen. Nachdem Rechenschaftsbericht des Herrn Golds,fein folgte die Neuwahl, und zwar, wurden mit der Leitung betrnut: Fritz Tislovitz (K. Z. T. V.), Ado|f Leser (JedidSa). Engelebert (Massadah), Isidor Goldstein (Bund revisionistischer Mittelschüler). Egon Klinger (Je/Iidäa), Gerhart Goldberg (Nehmla) nnd Halpern (Massada). Der Punkt: „Debatte über unsere Kulturarbeit", wurde vertagt. Wegen des Repräsei'tationsballes findet am 2. Mörz kein Seminar statt. Am 6. Marz, halb 9 Uhr abends wichtige Delegiertensitzung des Rahmenvcrbandes auf der Bude der J. A. V. ..Ivria", IX.. Ciasergasse 4a. Kartell des Zlon.-techn. Korps (VIII., Lerchenfelderstraße 120). Samstag, den 2. Mörz, 7 Uhr Vortrag unseres A. H. Glogau; „Aktuelle zionistische Fragen". Mensa acadetnlca iudalca. Der „Verein zur Erhaltung und Förderung, der Mensa academica iudnica" voranstaltet am 16. d. M. in sämtlichen Sälen des. Kursalons, l, StaJtpavk. einen Tanzabend, dessen Keihcrtrflgnis zur Ofnzc der Mensa aca'emica Jm'aica zu'lieit Die Musik- ' kap.elle „The Midnight Colihri Amateurs" hat sich in liebenswUr i :er ' Weise der humanitären Sache zur Verfügung gestellt. Karten zu S 6im Vorverkauf erhältlich: Im Sekretariate des Vereines IX., Zimmermannsplatz 8, Tel. A-25-2-28 und bei den Israel Humanitätsvereinen B/nai B"rith. IX., Uriiversit»ts5t-aße 4. Tel. A-20-5-42. Igud Akademie Thora W'awoda. Am 2. März, 8 Uhr abends, Im Vereinslokale, PraterstraÖe 43. Vort ag des cand. phil. cand theol, Israel Zwl Kanner. Thema: Die Begriffe „Arbelt und Studium im Talmud." Am- 9. M»rz spricht derselbe Redner über: „Mittel zur Bekämpfung der Assimilation". Besondere Anfragen an Kanner Israel Zwi, IL, Obermfllnerstra^e 7f|3. „Zelre VVehechnluz Hamlsrachl", Wien, II,, Praterstraße 43. Am 2. März, 4 Uhr nachmittags, Vortrag Bih-Nun über: Organisation und Propaganda-, Gaste willkommen. 8 Uhr abends: Diskussion über Probleme des XVI., ZionistenkoHgresses. Reforent: Isaak Teltelbaum. Arrt 6. März: Jüge^droferatssitzung. Tagesordnung: Die Aktion zugunsten Keren Thoraih w.'Awodah. ■k Zelrd Mlsrachl, Sektinn XX, Am 1. März, ha|b 9 Uhr abends, Irn Sanle der zionistischen Bezirkssektion, XX., Jägerstraf'e 30, Chumesohvortrag des Herip Mordccliai Gerstl. Am 4. Mftrz, 8 Uhr abends, Im selben Saal Sicha Uber jüdische Jugendprobleme. Referent Herr Blum. Malmonldes-Instltiit. Universitäts-Vorträge Uber hebrülsclic Literatur und Geschichie des Judentums, im Hörsaal 34 der phil. Fakultät vom Dozenten, am Institut Herrn Dr. A. Kaminka inn halb 7 Uhr: „Die JUd. Diaspora in der römischen Kaiserzeit". Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentum«, E. V, hölt Ihre diesjährige Hauptversammlung am 20 März, 20 Uhr, im Logenuebäude, Berlin W„ Kleiststraße 10, ab. Professor Dr. Gotthold W e 11, Berlin, wird über „Reiseeindrücke aus. dem Vorderen Orient" sprechen. Gaste können eingeführt werden. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur In Wien, II, Ferd|. nandstraliö 23-8. Montag, den 4. Marz 1929 jm Klubsaale der „Hako h", h, WijiplitigerstraQe 24—26 (Cafe Altes Rathaus. Eingang durchs Haustor), Vortrag des Herrn Professor Jullusz Wolf sohn: Zur Geschichte d e r J U d i s p h e n V o I k s m u s i k.. Bei Torsperre Eingang durch das Kalfeehaus. Beginn halb. 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gfl«te willkommen. Kulbffelsch ml* Erbsen] 1 Kilogramm BmchfJefsch oder Kalbskopf mit 1 Kilogramm gejben Erbsen In <lem nötigen Salzwasser weichkochen. Die Erbsen durch, ein Sieb streichen, eine lichte Einbrenn aus 6 Dekafcrarrim Fett und Mehl mit dem fcrbsonwjisser aufgießen, das Püree dazu, nach Salz und Pfeffer abschmecken, aufkochen lassen und mit dem,?erteilten Fleisch zerführen. B _Seite 11 ] DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. (43. Foitsetiung) Wie immer, wenn er sich in solcher Stimmung befand, lag Bucliholz auf seinem Bett, mit einem Soldatenhemd, dem Rock und den Stiefeln bekleidet und mit allen Tüchern und Fetzen z-ugedeckt, mit denen er im .^Atelier" seine Tonmodelle feucht hielt. Im Atelier war es so kalt, daß die Ecken des großen Fensters, in denen Tücher und Kartonpapier die Sprünge in den Glasscheiben verstopften, zugefroren: waren. Die Tücher hafteten durch eine Eisrinde an den Scheiben im Fensterrahmen und die Sonne, die ins Atelier schien, hatte nur in der Mitte des Fensters eine mondgroße Fläche aufgetaut. Neben dem Bett lag auf einem Stuhl ein Brot, das auf allen, Seiten angebrochen war. Buchholz hatte es am Tage vorher in dem jüdischen Kramladen erstanden, wo er „Kredit" hatte. Vieründzwanzig Stunden lag er schon so auf seinem Bett und dachte nicht daran, aufzustehen. Die Modelle, die das „Atelier" füllten, der „Simson", der eben begonnene „Adam" .und die anderen standen wie gefrorene Leichen, in nasse Leichentücher gehüllt, da. Buchholz dachte unaufhörlich darüber nach, was er . anfangen sollte,1 für welche Arbeit er am besten geeignet wäre und Heß verschiedene Beschäftigungen in seinem Kopf Revue passieren: „Verkäufer in einem' Kleidergeschäft in Downtown werden? Oder vielleicht einen Chauffeurkurs machen? . Das würde mir am besten gefallen. Da bin ich den ganzen Tag auf der Straße, fliege mit meinem Automobil dahin, fahre allerlei Leute; das wäre interessant. Ich stehe-mit meinem Auto vor den großen Hotels auf Broadway oder vor der Oper, sehe schöne, reich gekleidete Damen, fahre mit unbekannten, illegitimen Pärchen spät bei, Nacht nach Coney Island in vornehme Hotels.. Oder vielleicht Clerk, in einem Hotel werden? Englisch;kann ich, ein kräftiger Bursche bin ich. auch, da komme ich schon in einem Hotel unter. Wenigstens, als Gepäckträger, oder Schuhputzer in einem vornehmen Hotel. Da stellt, man Leute aus aller Welt: Damen in Seidenkleidern und kostbaren Pelzen; die durchsichtigen .Gewänder .lassen ihre feingeformten. Beine frei, ihre Füße schweben leicht über.-die . weichen Perser. Und auf allem liegt der Festglänz der elektrischen Lichter in den vornehmen Hotelhalls. Das wäre interessant! Aber wo steht es denn geschrieben, daß ich überhaupt etwas werden muß? Ich will gar nichts werden, sondern als Landstreicher Amerika durch wandern, -bald auf Lastzügen .schwarzfahren, bald zu "Fuß gehen, jeden Tag eine andere . Stadt sehen undvarjtfejr^. Meyhen.. Ich komme in die Wildnis, in die Westdistrikte^ nach Kalifornien. Los Angeles, wo Orangen blühen im ewigen Sommer ... Nach Mexiko, zu Pferde mit wilden Cowboys..." Während Buchholz, unbeweglich1 auf seinem Bette liegend, seih Landstreicherleben träumt, öffnet sich ganz leise die Tür: Jemand schleicht herein, still wie ein Dieb. Buchholz sieht hin, er 'meint zu träumen. Oder ist es eine Vision? Dwojre steht in der Tür, in ihrem kleinen Hut Und Mantel, die gelbe, am Nacken ausgeriebene Fuchsböa um den Hals. Sie hält etwas'in der Hand. Was ist es nur? Ein Koffer? Ein Paket? Was ist es? Buchholz rührt sich nicht. Er glaubt zu träumen. Dwojres kleiner Seidenhut ist mit' Schnee bedeckt, ihr gelblichbrauner Pelzkräge'n und die Locken kleben feucht am Gesicht. „Es muß wohl draußen schneien1' — geht es Buchholz durch den Kopf. Er rührt sieb noch immer nicht. - Dwojre klopft den Schnee ab, stellt die kleine Handtasche neben der Tür rtieder und kommt näher. Sie sagt mit ihrem bekannten weinerlichen Lächeln-: „Chaskel, warum liegst du im Bett?" Büchholz springt pfeilschnell auf: „Dwojre?"; »Ja" sie nicKt\mit dem Kopf —„ich bin gekommen, mit dir zu wohnen." Buchholz begreift nicht; er traut seinen Augen und. Ohren nicht und . steht mit offenem Munde da. „Dwojre!"; „Du hast doch1 gesagt.,." -^- wieder lächelt sie ihn mit tränenden Augen an, Buchholz schweigt. Da er nicht weiß, was er tun soll, hebt er Dwojres Handkofferchen auf und betrachtet es von allen Seiten. »Oh, was für ein schöner Koffer |" ,yDen habe ich noch von daheim mitgebracht." „Er sieht aoich so heimatlich aus." — Buchtioiz freut sich über den Koffer wie ein Kind; „Ach, wie es bei dir aussieht!'*.— ruft Dwojre und beginnt sofort im Zimmer Ordnung, zu machen. „Mein Großvater hat genau so, einen Koffer gehabt, so wahr ich lebe." — Blichholz betrachtet unaufhörlich Dwojres Koffer... * Ein wenig später saßen beide beim "kleinen Eisenpfen, Woher Buchholz das Geld für Kohle genommen hatte, wird ewiges Geheimnis bleiben. Das „Atelier" war so schön in Ordnung, "^aß es nicht wieder zu erkenwen war. lieber dem ganzen Raum,

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