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Die neue Welt · 1929-02-22 · Heft 75 (22.2.1929) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 75 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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- Nr. 75 DIE NEUE WELT Seite lf "» Zionistische BeztrksscMton Leopoldstadt. Montag, 7 Uhr Hebrftsch für Anfänger, halo 9 Uhr (ür FortKeschrlttene; Mittwoch, 7 Uhr für Anfanger; Donnersta«, halb 9 Uhr für Fortgeschrittene. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hllfsgemelnschaft, II., Untere AngartenstraOe 35. Aniangs Februar hat ein neuer HebrSlschkurs fttr Anfanger (Erwachsene) begonnen und findet leden Montag und Mittwoch von dreiviertel 9 bis 10 Uhr statt. Anmeldungen täglich von 6 bis 8 Uhr Im Sekretan'ate. Demnächst besinnt ein schwedischer Tijrnkurs (Gesundheitsturnen ohne Geräte) für Frauen und Mädchen. Anmeldunßen täglich von 6 bis S Im Sekretariat Der Jugendgottesdienst findet jeden Samstag um 4 Uhr nachmittags statt Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs (Wlzo), Klnbhcim der Hakoah, I., Wipplingerstra3e 24. Am 25. Februar. S Uhr. vierter Vortrag: Frau Cyla Waldmann zu ihrem Zyklus: „Führende t a Imudlsche Gestalte n". Zionistische Ortsgruppe Josef sfadt-Aisergrund, VIII.. Bennoplatz 1 a Am 27. d., 8 Uhr abends, spricht ür. Fritz Löhner-Beda über „Die Juden In der österreichischen Politik". Gaste willkommen Anschließend Akalemie unter Mitwirkung von Frau Mania Baro (Gesang) und Fräulein Llzzi Robinson (jüdische Lieder zur Laute) Am gleichen Tage, halb * Uhr abends, außerordentliche Plenarversammlung zur Wahl der Delegierten für den zionistischen Farteitag. * Zionistische Arbeltspartei Hltachduth. IL, Ausstellungsstrane 19. Am 22. d.. 8 Uhr abends, Heimabend. Am 27. d„ präzise f Ulli abends, Vortrag Dr. Franz Kobler. Thema: „Das Problem de» Gewalt im Zionismus". Zionistische Bozlrkssektion Wieden-Margareten. Am 2R. d. spricht Frau Dr. Henriette Rappaport im Klubsaal des Terrassencafe, V„ Margaretenplatz 4. über ..Jüdische Erzlehun g". Anschließend Diskussion. Beginn 8 Uhr Zionistische Organisation, Sektion XX. Am 24. d.. halb 8 Uhr abends, literarisch-musikalischer Abend unter Mitwirkung von Fräulein Goldstein (licbr.'iische Arien und Lieder), Herr Oberkantor Dav Bodany (Gesang), der jugendliche Josef Kende (Pianist) Vortrag eigener Kompositionen und klassischer Werke, Walter Guttmann (Violine). D. Margulies (Jüdische Volkslieder), Leo Celler (Charaktortypoii) Am 26 d., halb 8 Uhr. Dr Ernst Müller. Vortrag über ..Jüdische Gcbcimlchre". Verein zionistischer Hochschiiler „Theodor Herzl" Am 23. d.. 8 Uhr, im Heime, IX Glasergnssc 4, im Kähmen unseres Vortragszyklus „Erfolge und Zukunftsperspektfven der zionistischen Bewegung" Vortrag A. Böhm über „Unsere Aufbauarbeit in Palästina". Jüdische Hoclischfiler als Gäste willkommen. Verband der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine. Der dritte Vortrag der politischen Arbeitsgemeinschaft: „Die zionistische Theorie vor Herzl". von Dr. N. M. Gelber findet am Dienstag, den 26. d., 20 Uhr, VIII.. Bennoplatz 1 a, statt Eintritt frei. Verband zionistischer Verbindungen und Vereine. Am 26. d. um 6 Uhr, Kärntnerstratte 28, wichtige Plenarversamtnlung. Das Erscheinen aller Vertreter der Korporationen unbedingt notwendig. Verband zionistischer Mittelschüler. Die große Feier findet am 25. d., viertel 8 Uhr abends, in den Lokalitäten des Hotel Post, I., Drachengassc 1, unter Mitwirkung von Oskar Teller, Schalom Schwager und eigenen Kräften statt Aüflerdem wird ein berühmter Jüdischer Künstler am Vorlescpult erscheinen. Redner: Herr Dir. Dr. V. Kellner. Restliche Karten in der Bücherstube Rath. IL. Taborstralc 20 a, in der Volkshibllothek ..Zion". IL, Kleine Mohrengasse 3, im Verbandshdfmc, IL, Untere Aujrartenstraße 35, und an der Abendkasse. Verband der zionistischen MIttelschulverblndungen und Vereine Oesterreichs. Am 23. Februar. 5 Uhr nachmittags. Vortrag des Hern Dr. Chaim Tartakowcr. Thema: ..Fraktionen im Zionismus und JeWish Agency" Am 24. Februar 11 Uhr vormittags. Generalversammlung. Tagesordnung- 1 Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahlen 6. Debatte über unsere Kulturarbeit. 4. Evcntualia Beides auf der Bude der J. A. V. „Unitas", VUL, Aucrspergstraßc 21 Sicheres und korporatives Erscheinen Pflicht' , Jüdisch-akademischer Juristenverein. Am 26. d., 7 Uh<- abends, im Hörsaal 23 der Juridischen Fakuiflt Vortrag des Herrn Dr. Seyli- Inquart, Direktor des Jugondgefangenhnuses, über „Das Jugendstrafgesetz". Kollesen und Gäste herzlich willkommen. Igud Akademl „Thorah We'Awodah". Wien, IL. Praterstrale 43. Am 21. d , 8 Uhr abends. Vortrag Jos. Babad über: „Der misrachistische Ideengehalt von Thorah Weawor'ah". Anschließend Diskussion Am 28, d. Vortrag Israel Zwi Kanner: „Akademisch-mlsracblstische Pflichten" Anfragen an phil L Z. Kanner, II. ObernHUInersfane 7-13 Br!th Nanoar Hamlsrachi. Wien, II., PraterstraRe 43. Samstag;nachmittags 3 Uhr Tefilath Mincha, nachher Vortrag Bin-Nun Uber ..Pfadfindertum vom Standpunkte der Tradition", anschließend Schaloschseudott Am 24. d„ halb 4 Uhr uachmttags, Sicha Klallith. Es ist Pflicht, zu erscheinen Zolro W'Noar Hamlsrachi, Sektion XX., Jägerstraße 30. Bei der am J7. d. stattgefundenen Sitzung hat sich folgender Waad konstituiert: Obmann; K , Blum. ..VL'/.cobmann: S. Scheuermann, Schri tführcr: Rottes, Stellvertreter- 0. Picker, Kassier: S. Dubiner. Stellvertreter- M L. Hager, K. K L.-Referent: J. Dercsiewicz: Beisitzende: Zauderer, Kaufer, Halberfal. Am 22. d Mndet im Saale XX. Jügerstra^e 30, der erste Chumischvortrag des Herrn Rabb. Dr. M. Wundermann statt Am 24. d , halb 11 Uhr vormittags Waadsitzung (Ort: XX. Ffaudint>errasse 14). Am 25. d. im Lokale XX., Jägerstraße 30, Sichoth Chawerim. Zuverlässiges Erscheinen wichtig. ' Zeiroth Mlsrachl (MIsraclil-MSdchciisruppc). Am 23. d. um halb 8 Uhr abend,s im großen Saale des jüdischen Zent-ums, IL. Untere Augartenstra^e 35, Orünflungsakademie mit reichhaltigem Programm unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Festrede: Frau Anitta Mliller- Kohen. Gäste herzlich willkommen. „Die Dame von Loge Nr. 13." Zur Alleinaufführung im Central-Kino. Ein Spionagefilm zwischen Wden und Moskau aus der Vorkriegszeit, ein an Spannungen und tragischen Verketungen reicher, überaus fesselnder Rlm, der dem bestbekannten Regisseur Fred Niblo Gelegenheit gabt, eine Unzahl lebendiger Bilder aus dem Wiener und Moskauer Gesellschaftlichen zu zeigen. Einzigartig die hinge, interessante Schwedin Greta Garbo, eine Darstellerin ganz großen Formates, die. mit einer Geste oder-Handbewegung die größten Erfolge erzielt. Ihr kongenial Konrad Nagel. Der Bilm hatte bei der Pressevorführung bis auf den etwas abrupten Schluß ganz außerordentlichen Erfolg. D. H. Austritte aus dem Judentum. Walter Knina, geb. 8. IX. 1888, Wien, ledig, III., Baumanngasse 4. — Hans Kopp, geb. t3. II. 189?, Wien, . ledig, III., Jacquingasse 37. — Alice Dub, geb. 24. V. 1898, Wien, ledig, III., Unt. Viaduktgasse 35. — Stefanie Galantai, geb. 1. VII. 1906, Wien, ledig, XIX., Krottenbachstraße 66. — Eva Mittler, geb. 11. II. 1912, Wien, ledig, IX., Porzellangasse 50. — Ernst Markovics, geb. 17. XI. 1903, Budapest, ledig, X., Marktgasse 56. — Doktor Karl Kinsbiunner, geb. 11. V. 1878. Czernowitz, Malaga. — Mina Bader, geb. Arie, geb. 31. VII. 1906, Vaskoutz, gesch., X., Alxingergasse 69. — Ida Halpern, geb. 20. VII. 1913, Wien, ledig, XV., Gablenzgasse 25. — Karl Marbach, geb. 24» V. 1890, Wien, verheiratet, II., Am Tabor 28, dessen Gattin Hermine, geb. 22. VII. 1891, Wien, und Kinder Johanna, geb, 23. IX. 1922 und Grete, geb. 17. II. 1924. — Josef Egon Günsberger, geb. 12. I. 1894, Prag, verh., XI., Simm. Hauptstr. 107. dessen Kind Peter Hug, geb. 9. IX. 1924, und Frau Gisela Günsberger, geb. Goldstein, geb. 24. III. 1897, Wien. — Marie Sperber, geb. Marschalek, geb. 10. III. 1897, Wien, gesch., V„ Margaretengiivtel 80. — Dr. Richard Bienenfeld, geb. 12. IX. 1800, Wien, ledig, Rechte Wienzeile 73, — Dr Anna Angel, geb, Rosenberg, geh. 1. V. 1898, ger. getr,, I., Wollzeile 3. — Klothilde Bisenz, geb. 20. II. 1900, Wien, ledig, IV., Wied. Hauptstr, 10 und deren Kind Kurt, geb, l, VIII., 1923, — Dr. Marianne Klein, geb. 14. XI, 1914, Wien, ledig, XIX.,. Kreindlgnsse 8. — LÜH Mandl, geb. Kraus, geb. 2. III. 1890, Wie», verw.. I., Beethovenplatz 2. — Lipe Menka, geb. 28. VIII. 1903,; Alkusch, ledig, XX., Wallensteinplatz 38. — Franz Wittler, geb 16. IX. 1884, Prag, ger getr., I., Gonzagagasse 9. — Nelly Taussig, geb. 20. X. 1883, Prag, ledig, I., Johannesgasse 14. — Alois Lichtcnstein, geb. 6. IX. 1905, Kon sfantinopel, ledig, VI. — Maximilian Sperber, geb. 30. VIII. 1898, Wien, gesch., V., Margaretengürtel 80 und dessen Kind Fritz, geb. 22. XI. 1925. — Julie Landau, geb. Lipschufz, Wien, verh., IL. Große Mohrengasse 14. — Elsa Wnllnk, geb. . 7. I. 1909, Wien, ledig, XVI., Stöberplntz 2. — Rudolf Poch, geb. 9. VIII. 1897, Wien, ledig, XII., Arndtstr. 56. — Walter Schüller, geb. 6. II. 1899, Wien, ledig, VI., Webgasse 4. — Samuel Oswald Korn, geb. 27. IV. 1890, Lemberg, ledig. II. Schmelzlgasse 12. — Lisbeth Weiß, geb. 6. I. 1899, Wien, ledig, IX. , Servitengasse 5. — Amalia Mayer, geb. 14. II. 1876, Wien, ledig, IX., Lustkandlgasse 10. — Gerda Morberger, geb. 2. V, 1910, Reidienberg, ledig, IX, Liechtensteinstraße 80. — Anna Czeczowitzka, geb. Quittner, geb. 4. XI. 1885, Iglau, verw.. IX., Poizcllangasse 19. — Emmerich Markusz, geb. 18. VI. 1896, Pusztamonostor, ledig, XIX., Weilgasse 1. — Gabor Remer, geb. 18. XI 19l3, Budapest, ledig, Student, IV., Favoiitenstr. 15. — Lola Hammer, geb. 23. XII. 1907, Wien, ledig, XI., Simmeringer Hauptstr. 96. — Rosa Pollnczek, geb. 6. X. 1905, Wien, ledig, II., Blumauergasse 23. — Dr. Sigismund Luka, geb. 17. X. 1894, Chlebovice Wielki, ledig, IL, Venedi gerau 2. — Elisa Wieshof er, geb. Kiolin, geb. 22. X. 1896, Brünn, ger. gesch., XVII., Ilaslingergasse 3. — Arnold Schottenfeld, geb. 25. I. 1909. Wien, ledig, IL, Scholzgasse 8. — Sigismund Stekel, geb. 9, II. 1991. Bielitz, verh., V., Brunnenfeldgasse 5. — Dr. Felix Liichtenstern, geb. 4. III. 1893, Wien, III., Custozzagasse Nr. 6. — Emil Reich, geb. Ii. IX. 1900, Zalacgoriczek, ledig, III., Kegelgasse 6. — Hedwig. Jahoda, geb. 27. VI. 1873, Wien, verw., III., Hintere Zollamtsstr. 8. — Santa Kurz, geb. 11. VT. 1906, Baden, ledig, VI., Theobalds- 20. — Marie Ordner, «reb. Bechmann, geb. 17. IX. 1899, Wien, getrennt, VI., Wallgasse 28. — Friedrich Lötz, geb. i. VII. 1908, Wien, ledig, VI., Mariahilferstrufle 103. — Kurt Hans Reis, geb. 26. XL 1909, Wien, ledig, I., Fichtegasse 2. — Otto Ignnz Honig, geb. 9. L .1899, Wien, ledig, VI., Theobaldgasse 8. Hämorrhoiden und deren wirksame Behandlung. Ton Dr. Ludwig Lnszky, Wien. v, Um den Ausgang des Mastdärmen des herum sehen wir Aerzte oft kranzartig angeordnete, bläulich verfärbte Knoten, die man Hämorrhoiden nennt. , Es sind dies erweiterte Venenblutgefäße, die die Schleimhaut vor sich her stülpen und dadurch den Eindruck kleiner Geschwülstchen machen. Es gibt innere und äußere Hämorrhoidalknoten, je nachdem sie außerhalb oder innerhalb des Mastdarmschließmuskels liegen. Bei heftigem Drängen stülpt sich der Mastdarm heraus, wodurch die inneren Knoten sichtbar werden. Wie entstehen Hämorrhoiden? . Durch alle Vorgänge im Leben, die ein Langsamerwerden des Blutstromes oder einei Unregelmäßigkeit desselben hervorrufen. In erster •Linie: die sitzende Beschäftigung, die mangelnde Bewegung des Körpers, Herzfehler, Stauungen jeder Art sind die Ursachen. Die Träger der Hämorrhoiden klagen über Schmerzen und Brennen in der Aftergegend. Diese Leiden steigern sich bei schwerem Stuhlgang und bei Entzündungen der Schleimhaut, die durch Kratzen und Zuführen von Infekfionsstoffen durch die Finger entstehen. Heftige, schwer zu stillende Blutungen treten ein, wenn so ein Knoten zum Bersten kommt. Daher auch der Ausdruck „goldene Ader". Nach erfolgter Blutung fällt der Knoten zusammen und der Patient fühlt sich erleichtert. Welches sind die Mittel, diese Erkrankung zu heilen, die Leiden zu lindern? Die radikalste Maßnahme ist die Operation, die immer von sofortiger Wirkung ist. Oft kehren aber die Hämorrhoiden wieder zurück. Der Patient muß.für regelmäßigen, breiigen Stuhl sorgen, soll viel Bewegung machen, sich sportlich betätigen. Als lokales Mittel hat sich Haimalan sowohl als Salbe als auch als Zäpfchen bestens bewährt. Es vereint alle Eigenschaften, die man von solch einem Mittel erwartet. Es desinfiziert die Schleimhaut, wirkt zusammenziehend auf die Blutgefäße, ölt dieselben durch den Fettgehalt, der es umhüllt, und wirkt schmerzstillend. Die Zäpfchen kann jeder Patient selbst mühelos einführen. Gegen Hämorrhoiden werden von ärztlichen Autoritäten Haimalan Salbe und Zäpfchen seit Jahren m\\ bestem Erfolge verwendet. Die Salbe findet bei äußerlichen, die Zäpfchen bei inneren Knoten Anwendung. Die Mittel wirken blut- und schmerzstillend und beseitigen schon nach kürzester, Zeit den Juckreiz und die lästigen Knoten. In allen Apotheken erhältlich. Postversand durch die Rathaus-Apotheke, Wien, l.t Stadiongasse 10. DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. (42. Fortsetzung) Selbstverständlich entwarf Buchholz fast jeden Tag einen anderen Plan für eine Kolossalarbeit, der er sein ..ganzes Leben" widmen würde; was ihm noch am Tage vorher als das größte Werk erschienen war, das er schaffen würde, das wurde am nächsten Tage zur Seite geschoben und vergessen, um eines anderen kolossalen Werkes willen, das in den letzten Minuten auf dem Wege zu Dwojres Shop geboren wurde. Doch in den letzten Wochen sprach Buchholz nur von einem Werke, das er schaffen wollte, von der „Mutter". Die „Mutter", die er schaffen wollte, sollte keine ältere Frau sein, die schon Kinder hatte, sondern — „die Mutter als Mädchen, klein, zart, mit einem kleinen schwankenden Lockenkopf, mit kleinen, kaum sichtbaren Brüsten und einem runden, bebenden Bauch, steht auf halb verkrümmten Beinen und hält einen Apfel in der Hand; es soll Eva sein. ÄHe: Mütterlichkeit, die Leiden und Freuden des Muttersein« soll sie zum Ausdruck bringen und soll lächeln — ein verführerisches und zugleich keusches Lächeln". „Ich kann nicht sfcgen, wie das sein soll, doch ich stelle mir vor — so muß Eva ausgesehen haben, wie sie zu Adam kam, daß er sie zur Mutter machen möge. Sie war ein kleines, noch unentwickeltes Mädchen mit einem kleinen Köpfchen, doch in den Linien ihres Bauches war schon alle Mütterlichkeit der kommenden Geschlechter ausgedrückt, das Grundthema der ganzen Menschlichkeit, das Begehren unseres todbringenden Lebens." „Und warum schaffen Sie das nicht?" „Weil ich es nicht kann. Ich weiß nicht, ob' ich imstande sein werde, das Ewige, Große, Mütterliche in dem kleinen kindlichen Bauch herauszubringen, das ganze mütterliche Leid, die ganze mütterliche Liebe, Sünde und' das triebhafte. Begehren, das leicht weinerliche Lächeln auf ihren Kinderlippen." Dwojre schwieg. „Manchmal ist mir all das zum Greifen, nahe und es scheint mir. ich brauche nur zu meinem Lehm hinzugehen und schaffe es sofort; dann wieder erscheint es mir so fern, daß ich Angst habe, es werde nur ein gewöhnliches Mädel herauskommen; leblos, ohne Ausdruck — mit einem Wort, nichts." „Sie können es, Chaskel." Buchhölz erbebte. „Sie haben mir doch selbst gesagt" . : .. Dwojres Lächeln scheint auf Buchhölz' Gesicht. „Ja, ich habe es vergessen; doch mein Name klingt so sonderbar in ihrem Munde!' Neimen.Sie mich von heute an Chaskel, ich bitte Sie, nennen Sie mich so, nicht mehr Buchholz. Versprechen Sie es mir?" , j?ja" — Dwojre nickt mit dem Kopfe. „Bravo, bravo, bravo," —.Büchholz klatscht in die Hände — „natürlich kann ich es schaffen und ich werde es auch schaffen, Sie werden sehen. Morgen besrinne ich daran zu arbeiten. Gefällt Ihnen die Idee? Eine große Idee, nicht wahr? Die „Mutter* ist nicht eine Mutter, -sondern Mutter und. Kind zugleich. Gefällt, Ihnen das?" „Es gefällt mir. sehr." „Verstehen Sie, was ich damit, meine? Anfang und Ende verbunden, wie ein Rad. Verstehen Sie? Mutter und Kind verbunden." „Nein, ich verstehe es nicht, aber es ist sehr schön, was Sie machen wollen, eine Mutter, die ein Kind ist; so sieht eine Mutter wirklich aus," „Glauben Sie, daß man es verstehen wird? Es wird wieder vom Staub bedeckt in meinem Atelier stehen und die Mäuse werden daran nagen." „Was geht das Sie an? Schaffen Sie denn für andere? Sie schaffen doch für sich selbst, nicht?" „Doch woher werde ich Geld, füt den Marmor nehmen, ich muß es doch in Marmor machen" — sagt Buchhölz bekümmert, „Wir werden schon Geld dafür bekommen." Das Wort „wir" gab Buchholz mehr Mut als alles, was Dwojre bisher gesagt hatte; unvermittelt faßte er nach ihrer Hand: „Dwojre, wollen -Sie, daß ich die ,Mutter* mache?" ' •nja" — Dwojre nickt mit dem Kopfe. „Ziehen Sie zu mir!" Dwojre blieb mit einem Ruck stehen. Nach und nach senkte sich ihr Kopf zu Boden, als ob sie darin versänke; dann ging sie ohne ein Wort zu sprechen weiter. „Wenn Sie neben mir sind, weiß ich, was ich will!" — schrie Buchholz geradezu. Dwojre gab keine Antwort. Eine Minute später lachte Buchholz jäh auf. „Warum lachen: Sie?" — fragte Dwojre leise und ernst. „Ich weiß nicht, was ich rede, verzeihen Sie , mir — e3 wa.r nur ein Scherz."

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