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Die neue Welt · 1929-02-15 · Heft 74 (15.2.1929) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 74 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 74 Dft'MBtft-WäLT Seite 11 „ASpha", nur Wien, I.. Adtergasse Nr. 8 AAA AAAAAAAAAAAA ▼ WVVVVVWWW WWW"1 Zionistische FraueiiKruppe XX. Am 18. iL, 8 Uhr abends, im Vereinsheim, JägerstraUc 30, Vortrag des Herrn Prof Artur Freud fiber ..Judenhal" Zionistische Frauengruppe Prntor, II., JungsttaSe 8. Am 19. d., 8 Uhr abends, Vortrag: ür. Amalie Kantor zu (hrem Zyklus „Die jiddische Volksliteratur'". Club Jüdischer Frauen. Am 20. d., halb 5 Uhr, Vortrag Frau Anitta Müller-Cohen über „Die Probleme der Jcwish Agency" im Cafe Colonnac'en. I , Roterturtnstra"e 4. Purlmkostiimtest für Kinder. Die ..Wizo" und der Koren Kajemeth Wien veranstalten am 24. März, 3 Uhr nachmittags, Im Olympiasaal ein Purimkostiimiest fllr Kinder unter der Devise „Am Hofe der Königin Esther". Zur Besprechung dieser Angelegenheit findet am 10.'d., 5 Uhr nachirittags, in den zionistischen Büros, I., KSrntnerstraße 28, eine Besprechung der Mütter, c"ie ihre Kinder angemeldet haben, statt Verein zionistischer Hochschüler ..Theodor Herzl" Am 16 d., viertel 9 U'r abends, im Heime, IX., Glasergasse 4. Vortrag: Dr. Groß «ber. „Die Siedlungsformen in Palästina". Jüdische Höchschüler als Gäste willkommen Vereinigung Jüdischer Akademiker. Samstag, den 23. d., 8 Uhr abends, im Caf6 Silier (Blauer Saal) Vortrag Sr Ehrw. Rabb. Dr. David Feudi twang Uber „Die kulturgescchlchtUche Bedeutung der Bibeliibersetzunge n". Gäste herzlichst willkommen. Kein Konsumzwang. Kulturgruppe XX: Wir laden die ehemaligen Mitglieder der Kulturgruppe XX zu dem im Rahmen der Reorganisation am Sonntag, den 17. d. M. um 4 Uhr nachmittags statt'indenden Referat J. Wittler „Uebcr Erzlehungsfragen" mit anschwellender Diskussion ein Verband der zionistischen MlUcIschtilverbindunßon und Vereine Oesterreichs. Am 16 d., halb 4 Uhr nachm., Deleßiertensitzung des Rahmenverbandes (Dringend!) HalD 5 Uhr nachm. Seminar für Jüdische Geschichte, geleitet von Dr. Paul Diamant; beides im Lokale der J. A. V. Unitas, VIII. Aucrspcrgstraße 21. Sicheres und pünktliches Erscheinen Pflicht! Die Feier des Verbandes zionistischer Mittelschüler inu^te auf den 25. d. ve rschoben werden Sie findet im -Hotel Post um viertel 8 Uhr abends statt Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit Karten in der Bücherstube Rath, II., Taborstrale 20a, und in det Volks' ibliothek „Zion", II., Kl. Mohrengasse 3, erhaltlich Am 16. d. um halb 7 Uhr abends hält Herr Adolf Böhm in unserem Heim, II., Untere Augartenstraße 33, einen Vortrag über „P a 1 ä s t i n a". Igud Akademie „Thora We'Awoda" veranstaltet am 16. d. M. einen Diskussionsabend. Referenten: Bin-Nun und Kanncr I. Zwi. Themata: Ideologie der „Thora We'Awoda" und „Unsere Zukunft". Zeit: 8 Uhr abends Misrachihcim. II., Praterstra'le 43 Brlth Hanour Hamisrachi, II.. Praterstraflc 43. Am 16. d. M., 3 Uhr nachmittag, Vortrag Bin-Nun; um halb 8 Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. Wunetgrrrann Zelre W'Hechnluz Hamisrachi. II., Praterstraße 43. Am 16. d. um 4 Uhr nachmittags Vortrag Isaak Teitelbaum über „Die 5. Alijah". Anschließend S-ralosch Seudoth. „Einheit", Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeise- Iiallen und Mittelstandskflclicn, Wien, II.. Malzgasse. 12. Am 18. d., .7 Uhr abends, im ersten Stock der Vereinsiokaütüten (Mittelstandsspeisesaal) Generalversammlung. Tagesordnung' 1. Verlesung des Protokolls der XIV. ordentlichen Generalversammlung; 2. Rechenschaftsbericht des Vorstandes; 3. Verlesung des Kassaberichtes, 4. Wechselrede; 5. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren: 6. Allflilliges. Chewra Kadischa Blkur Chollm. VII. ordentliche Generalversammlung Sonntag, den i7. d. um halb 10 Uhr vormittags im Verei'nsJokal, VI., Stumpergasse 42. — Die Chewra Sude ist für den 9. März d. J., Hotel Pa'ace. VI.. Mariahi|ferstra"e 99. festgesetzt. Ausspeisungsverein Ohel-Rachel, II., Kt. Ptarrgasse 8. Siebente ordentl. Generalversammlung am 21. d., halb 8 Uhr abends, Im Vereinslokal. Ab 14. d. außer der normalen Ausspeisung an alle' Bedürftigen täglich von 4 Uhr nachmittags an heißer Tee und Brot unentgeltlich „Verein Mathilde" zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder veranstaltet am 20 und 21. d., halb 9 Uhr abends, im jüdischen Kllnstlerkabarett, II., Praterstra"e 60, zwei Auffüh'unpen ..Der D i b u k", dramatische Legende in drei Bildern von Anski. Künstlerische Leitung: Herr Leopold Jungwirth. Karton im Vorverkauf im Cafe Astor. IL. Praterstraße 60. Cafe Buchsbaum. IL, Gr. Sperlgasse 4.1, und an der, Tageskasse. Der Verein „7ukuntt zur Erziehung und Erhaltung judischer Lehrlinge — Isr. Handwerkervercln" hält am 24 d. M . um 11 Uhr vormittags, im großen Saale des Verbandes der Isr. Humanit'itsvereine B'nai Brlth, IX., UniversitütsstraHe 4, seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. zu der alle Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereines herzlichst eingeladen sind. Fürsorgekomltcc für die jüdischen Insassen des Lalnzer Vcrsorgungshelmes Am 3 März, halb " Uhr abends, im mittleren Konzerthaussnal. III.. Lothringerst'-a'te 20, Woliltätigkcitsabend unter Mitwirkung der hervorragendsten Kantoren und Chorsänger. Malmonides-Institut. Im Hörsaal 34 der phil. Fakultät spricht Dozent Dr. A. Kamin'ka am 20. d um halb 7 Uhr über „Die'älteste Geschickte der Juden in Rom und SücMtaUen". Verein für jüdische Geschichte und .Literatur. Am 18. d. im Klubsaale der Haokah, I.. Wipplingerstra'3e 2.4,-26 (Cafö Altes Rathaus, .Eingang durchs Haustor), Vortrag des Herrn Rabbiners Dr Moritz Bauer über „Die Freude im Judentum" Beginn halb 8 Uhr abends. Der 80jährige Bestand der Wiener Talmud-Thora Volks- und Hauptschulc mit Oeffentlichkeitsrecht. IL, Malzgasse 16, soll dermV'chst festlich begangen werden In der Festschrift soll womöglich ein lückenloses Verzeichnis aller gewesenen Schüler Aufnahme finden Die gewesenen S?h01er werden gebeten, ihre Namen.und Adressen sowie zweckdienliche Mitteilungen Uber ihre seinerzeitigen Lehrer und Kollegen an den Vorstand gelangen zu lassen. .... Predigten. Am 15. d. bei dem um ,5 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesc'ienst in folgenden Gemeindetempeln: i., Seitenstettcngasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald): XV.. Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J M. Bach). Im Gemeindetempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), findet am 16. d. beim Morgengottesdienst (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) ein exegetischer Vortrag sti'tt, ebenso im Gemeindetempel XXL, Holzmcistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). p. fiigi». ig gm.. 3 Uhr nachm., Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. — Für das Praterviertel findet ab 16. d. um 3 Uhr nachm. allsabbatlich in der Synagoge, IL, Sebastian Kneippt'assc 14, ein Jugendgottesdienst statt. Der Repräsentationsball der Zionisien Oesterreichs findet am 2. März in den Räumen des Konzerthauses statt. Dem Ehrenprotektorat sind bis heute nachstehende Damen und Herren beigetre'en: Chefredakteur Dr. Ernst Benedikt, Fabrikant Adolf Böhm, Frau Anitta Müller- Cohen, Professor Jehudo Epstein, Schriftsteller Dr. Erwin Felber, Rabbiner Dr, David Feuchtwang, Hofrat Doktor S. Frankfurter, Dr. Desider Friedmann, Universitätsprofessor Dr. Bernhard Geiger, Dr. Leo Goldhammer, Gesandter Dr. Emil Junkar, Direktor Dr. Viktor Kellner, Direktor Hugo Knepler, Dr. J. H. Körner, Dr. Leo Landau, Dr. losef Löwenherz, Frau Sophie Löwenherz, a. o. Gesandter Eduard Ludwig, Universitätsprofessor Dr. Eugen Oberhummer, Dr, Bruno Pollak-Parnau, Dr. Richard Preßburger, Dr. David Rothblum, Felix Saiten, Dr. Isidor Schallt, Dozent Dr. Friedrich Schreyvogel, Frau Dora Schwarz (Salzburg), Generaldirektor Benno Schwoner, Dr. Adolf Segal, Dr. Robert Sonnenwald (Graz), Dr. Max Sternschuß (Groß-Enzersdorf), Karl Schwarz (Graz), Prim. Dr. Kurt Tschiaßny, akad. Maler Wilhelm Wachtel, Professor Artur Wolf, Professor Julius Wolfsohn. Der Ball verspricht, einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Die Nachfrage nach Karten ist eine äußerst rege und wäre es angezeigt, wenn die Gesinnungsgenossen und Freunde sich schon jetzt der Karten versienern. Das Jungdame n- und Herrenkomitee hat bereits seine Tätigkeit im vollsten Umfang aufgenommen und werden alle Herren und Damen, die diesem Komitee beitreten wollen, gebeten, sich abends ab 6 Uhr im Ballkomitee, IL, Zirkusgasse 33, zu melden. Logen- und Kartenbestellungen im Ballkomitee, I., Kärntnerslraße 28, Tel. R-27-4-85/86, ab 6 Uhr abends, IL, Zirkusgasse 33, Tel. Nr.. R-49'8-98. ß Vierband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibeuder in Oesterreich. Wir wenden uns an euch mit dem Ersuchen, unserem Verbände beizutreten. Nicht nationaler, beziehungsweise religiöser Eigendünkel, sondern der Wille, unsere spezifischen kaufmännischen Fähigkeiten in konzentrierter Arbeit zum Wohle unserer Mitglieder und der österreichischen Wirtschaft zu verwerten, ist für uns bestimmend. Die Wirtschaft Oesterreichs benötigt zu ihrem Gedeihen gute internationale Beziehungen, und diese herzustellen, sind gerade wir dank unseren 'guten ausländischen Verbindungen berufen. Unser Verband repräsentiert keine politische Partei, sondern ist eine überparteiliche, jüdische Wirtschaftsorganisation. Dieser Charakter unseres Verbandes soll es jüdischen Kaufleuten und Gewerbetreibenden jeder Parteizugehörigkeit ermöglichen, unserem Verbände beizutreten. Eine große, mächtige Organisation aller jüdischen selbständig Erwerbstätigen müssen wir werden, dann können wir vieles für unsere Mitglieder erreichen. Jüdische. Ehre und Würde sind uns heilig und wir werden daher stets und gegen jedermann für das Ansehen des jüdischen Handels- und Gewerbestandes eintreten. Die Wirtschaftslage der Juden ist besonders schwer, helfet uns, unsere großen Aufgaben zu erfüllen. Die vielgerühmte jüdische Solidarität möge sich diesmal bewähren. Auf jeden kommt es an. Tretet unse r>e m Verband bei. werbet für unseren Verband! Das Präsidium: A. Taub, Präsident, Direktor M. Wahrhaftig, Vizepräsident, Kammerrat M. Kohn, Vizepräsident, Siegfried Sonnenmark, Schriftführer. Beitrittsanmeldungen und Zuschriften sind bis auf weiteres an die Adresse M. Taub, Mariahilf erstraße 113, zu richten. Ich küsse Ihre Hand, Madam* und. lade Sie. mit geziemender Höflichkeit zu einem unverbindlichen Besuche ein. Ich glaube, mit Recht annehmen zu dürfen, daß sie — wie alle* guten und klugen Hausfrauen — gerne sparen und es freudig begrüßen werden, wenn .Ihnen .die seltene Gelegenheit .geboten wird, die notwendig gewordenen Neuanschaffungen für Ihre Wirtschaft, die Komplettierung Ihres Wäschesohreines, zu wirklichen Okkasionspreisen zu ' besorgen. Ich schenke Ihnen nichts, gnädige Frau, ich gebe auch nichts halb umsonst, mein Anbot ist auch kein Wahnsinn. Ich bin ein reeller Kaufmann, der sehr gut rechnet und mit der Zeit geht. Und — ich habe es längst herausgefunden, daß ich nur so auf meine Rechnung komme, wenn ich es ermögliche, daß meine Kunden auf ihre Rechnung kommen. Das heißt, nur wenn ich dem Kunden viel biete, viele gute Ware für möglicnst wenig Geld. Ich verdiene lieber an dreißig Milliarden Jahresumsatz fünf Prozent, als an fünf Milliarden fünfzehn Prozent; Ich weiß es: Der Käufer kann und wird nui dem Verkäufer dauernd Gefolgschaft leisten, der ihn durch seine besondere Leistungsfähigkeit besticht. Ich diene mir selbst am besten, wenn ich meinen Kunden , diene. Mein Betrieb ist auf die gesunde Basis: „Großer p Umsatz — kleiner Nutzen" gestellt. Hab' ich erst. Ihr Vertrau'n. Madam' — Ihre Treue ist mir dann sicher. Sie haben sicherlich schon von Freunden oder Bekannten den Namen „Schittmann" und auch von dem Ruf des Warenhauses Brüder Schiffmann „T a b o r s t r a ß e 4 8" als einer Verläßlichen und billigen Bezugsquelle gehört, Ueberzeugen Sie sich — bitte — einmal aus eigener Wahrnehmung davon, daß mein Renommee wohlbegrühdet ist. Sehen Sie sich — Anschauen kostet nichts — die 36 Schaufenster an, in denen die sensationellen Angebote unserer „Weißen Woche" zur Schau gestellt sind. Sind Sie aus der Provinz oder aus einem äußeren Bezirk, dann vergüte ich Ihnen gerne die Fahrtspesen tour-retour. „Leinen aus Holland" — ist meiner „Weißen Woche" Devise: so billig ist keine „Weiße Woche" wie diese. Kommen Sie am Vormittag zu mir, damit ich Sie aufmerksam bedienen kann. Einen Weinen Begriff von dem, was ich biete, geben Ihnen diese Preise: Wäschewebe und Chiffons, per Meter S -~58, Riesenwebe, 80 breit, S —.78. Prima Rumburger Weben für Bettwäsche S 1.35, Inlett (Nanking), 80 breit, S 1.25, Prima Bettücher, 140 breit. S 1.75, Atlasgradl für Bettwäsche, per Meter S —.08, Betfgarnltur, Marke ,.R. S.". 2 Polster. 1 Tuchent S 7.90, Damenhemd, ajotiriert, mit Spitzen und Motiven S —.98, Herren-Strapazhemd, weiß, Doppelmanschetten, S 2.90, Unterhosen S 1.98, Wlrtschaftshandtücher, ungebl. per Meter S —.69, Staubtücher S -r-39. Taschentücher, Batist, ajotiriert. mit Stickerei S —.15, Herren-Taschentücher, weiß, mit farbig. Rand. S —.29, Kragen, weich, weiß, alle Halsweiten. 30-und 20 g. Auch in allen anderen Abteilungen Sonderverkauf zu reduzierten Preisen! Mengenabgabe; vorbehalten! Ich küsse Ihre Hand, Madam' und hoffe, Sie bald in meinen Verkaufsräumen begrüßen zu können. Schiffmann, II., Taborstraße 48. AI Jolson, der weltberühmte Jaazsänger. dessen Lebenssesebichte, von Ihm selbst dargestellt derzeit im „Centrai-Kino" als Film zu sehen! ist und vom jüdischen Pu'bli'kum mit begeistertem Interesse verfolgt wird, ist auf erstkflassigen, nebengeräuschfreien Sprechplatten zu hören. Auch das Gesangsrepertoire des Oberkantors Josef Rosenblatt, insbesondere das Lied „Jahrzelt" findet allgemeinen Beifall Alle diese Schallp'Iatten sind Im Musikhaus „Ex-t ceteior", Inn. Richard Herzog, IL Kleine Pfarrgasse 28, und I.V AdJersasse 5 (Tel.- R-23-4-Ö0), erhältlich. Daselhst Propaganda verkauf erstklassiger jüdisoher und hebräischer Schallplatten sowie der neuesten englischen Schlager zq besonders ermäßigt«!» Preisen, E DIE MUTTER Roman von Sdialom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. [41. Fortsetzung^ „Dwojre," — begann er — „die Mutter ist eine ,Grüne' und kennt die Dinge gar nicht, aber ich weiß doch, wie man es in Amerika hält. Du gehst mit einem Boy. Allright, wir haben nichts dagegen. Aber warum bringst du ihn nicht her? Stellst ihn nicht den Eltern vor? Ich nehme an, daß der junge" Mann ein anständiger Mensch ist und die besten Absichten hat." 1 Dwojre wurde weiß wie die Wand und schwieg wie die Wand. Das beunruhigte Sure Rifke und sie begann „den Himmel zu stürmen". Jeden Tag lief sie zu ihrem Aeltesten: „Schlojmele, was läßt sich da tun?1* Wenn Dwojre spät bei Nacht heimkam, saß die Mutter noch bei der Lampe und erwartete sie: „Meine Tochter, wo warst du so spät?" Und es gab Szenen im Hause. Da griff der Aelteste ein, kam zur Mutter und machte ihr Vorwürfe: „Mutter, was tust du? Was wird geschehen wenn das Mädel sich zusammenpackt und ganz vom Hause weggeht? Das ist Amerika! Und übrigens" — fügte er hinzu — „vielleicht hat sie dir noch gar nichts zu sagen, vielleicht ist sie hoch nicht so weit mit ihm. Wenn es so weit ist, wird sie es dir ja sicher erzählen." So schweigt'die Mutter aus Furcht, doch ihre Nächte sind schlaflos. * Am Abend, wenn Dwojre aus dem Shop kommt, erwartet sie Buchholz. Er steht bei dem Obststand, an der Ecke der 27. Street. Dwojre geht stets mit ihrem bekannten stillen Lächeln und freudig, glänzenden Augen auf ihn zu, schmiegt sich an ihn an und geht neben ihm, als wäre, sie an ihn angewachsen. Er geht neben ihr mit den großen Händen und den offenen Lippen, die aussehen, als . wollte sein großer Mund das kleine Persönchen verschlingen. Sie gehen. Wohin? Das wissen sie selbst, nicht. Es ist auch ganz einerlei. \ ' .. Abend in New York, Winter. Die Kälte ist nicht zu spüren. .Leichter Schnee fällt. Die Mantelkragen aufgestellt, gehen beide dahin. Die Straßen sind voll, mit Menschen, alle eilen, doch nicht zur Arbeit, sondern zum Vergnügen, und alle Gesichter strahlen; Aus den Restaurants, den Geschäften, den Kinos ergießen sich Ströme elektrischen Lichtes und erleuchten die mit frischem Schnee bedeckten, glitzernden Straßen. Aus den breiten, hellerleuchteten Fenstern des Restaurants blinken einladend weiß; gedeckte Tische. Zierliche Damenfüßchen unter Seidenmänteln treten den frischen Schnee der Gehsteige nieder. Arm in Arm laufen Pärchen vorüber. Die Luft ist gelb, vom hellglänzenden Nebel des Schnees und des elektrischen Lichtes erfüllt. Die Straßen sind festlich, traulich, alles fühlt sich wohl darin. Unter den Pärchen gehen Buchholz und Dwojre, oft Arm in Arm, ohne davon zu wissen. rZs wird erzählt. Buchholz hat immer etwas zu erzählen. Jeden Abend einen neuen Plan. Einmal wird nach Paris gereist — ein Künstler muß „Atmosphäre" haben, und wie man in New York hungert, kann man in Paris auch hungern. Ein anderes Mal geht die Reise nach Rom, nach Florenz, um die alten Meister Michelangelo, Botticelli und die Antike zu sehen: „Mqscovici ist heute zu mir gekommen und hat mir erzählt, daß er soeben mit dem jüdischen Millionär Sachs von Kohn, Sachs & Comp, gesprochen hat; der ist bereit, meinen .Simson' um zehntausend Dollar zu kaufen und will mich für seine Rechnung nach Paris schicken." Nattirlich ist an Moscovicis Geschichte kein wahres Wort, sie ist eine seiner gewöhnlichen Lügen. So hat Buchholz einen .neuen Plan: Er trägt sich mit. einer großen Idee. Er will „Adam und Eva" schaffen, doch in einer ganz neoien Auffassung. Adam soll wie ein Baum aussehen; er soll nicht zwei Hände haben, sondern sechs, die .wie Aeste aus seinem Körper herauswachsen. Sie sollen das Symbol der Generationen sein, die ihm entsprungen sind. Eva soll schwarz sein, eine Negerin, dunkel wie die Erde; denn sie ist die Mutter Erde. Und sie soll schwanger sein, mit einem, großen Bauch. Buchholz will sofort in die South gehen, wo die Neger wohnen, um Modelle für diese Arbeit zu suchen. Indessen meldet sich der Hunger; er wird nicht gehört, denn es ist kein Geld da. Doch schließlich lassen sich die eindringlichen Mahnungen des Magens nicht mehr überhören und da findet sich stets bei Dwojre ein halber Dollar oder ein ganzer; dann geht man zu Child oder in ein anderes Fünf-Cent-Restaurant. Manchmal wird auch ins Konzert gegangeu, natürlich wenn das nötige Geld dazu da ist. Doch wenn Wagner gespielt wird, muß stets Geld da sein. Buchholz liebt die Musik und hat tiefes Verständnis für ste. Er versteht sie auf seine eigene Weise und deutet sie auf seine Art. Bald ist Musik für ihn ein stürmisches Meer, auf dem zwölf Schifte

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