Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 73 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 73 me mm mir .! f Seite 11 nnd wird Samstag und Sonntag wiederholt. Montag „Relsele von China". Dienstag: „Stärker als die Liebe". Mittwoch „Betrogene Kaies". Don- «erstas ..Der StraBensänger*'.!n sämtlichen Vorstellungen wirkt das xanze Ensemble mit. Jehud» Ehrenkran«. Die Vortrawmatinee, die am 10. d. im Josefstädter Theater hfltte stattfinden sollen, wurde wegen Erkrankung des Künstlers um zwei Wochen verschonen. Sie findet also am 2<\. d. nm halb 12 Uhr vormittags im Theater in der Josefstndl statt. Die Karten behalten ihre Gültigkeit. Ich küsse Ihre Hand, Madam' und lade Sie mit geziemender Höflichkeit zu einem unverbindlichen Gesuche ein. Ich erlaube, mit Recht annehmen zu dürfen, daß sie — wie alle guten und klugen Hausfrauen — gerne sparen und es freudig begrüßen werden, wenn Ihnen die seltene Gelegenheit geboten wird, die tiotwendi« gewordenen Neuanschaffungen für Ihre Wirtschaft, die Komplettierung Ihres Wäschesohreines, zu wirklichen Okkasionspreisen zu besorgen. Ich. schenke Ihnen nichts, gnädige Frau, ich gebe auch nichts halb umsonst, mein Anbot ist auch kein Wahnsinn. Ich bin ein reeller Kaufmann, der sehr gut rechnet und mit der Zeit geht. Und — ich habe es längst herausgefundein daß Ich nur so auf meine Rechnung komme, wenn ich es ermög- ÜQhe, daß meine Kunden auf ihre Rechnung kommen. Das Jeißt, nur wenn ich dem Kunden viel biete, viele gute Ware für möglichst wenig Geld. Ich verdiehe lieber an dreißig Milliarden Jahresumsatz-fünf Prozent, als: an fünf Milliarden fünfzehn Prozent. Ich weiß es: Der Käufer kann und wird nut dem Verkäufer dauernd Gefolgschaft leisten, der ihn durch seine besondere Leistungsfähigkeit besticht, ich diene mir selbst am besten, wenn ich meinen' Kunden diene. Mein Betrieb ist auf die gesunde Basis: „Größer Umsatz — kleiner Nutzen" gestellt. Hab' ich erst Ihr Vertrau'n. Madam' — Ihre Treue ist mir dann sicher. Sie haben sicherlich schon von Freunden oder Bekannten den Namen „S c h i H m a n n" und auch von dem Ruf des Warenhauses Brüder Schiffmann „T a b o r s t r a ß e 4 8" als einer verläßlichen und billigen Bezugsquelle gehört. Ueberzeugen Sie sich — bitte — einmal aus. eigener Wahrnehmung davon, daß mein Renommee wohlbegründet ■Jst. Sehen Sie sich — Anschauen kostet nichts —- die 36 Schaufenster an, in denen die sensationellen Angebote unserer „Weißen Woche" zur Schau gestellt sind. Sind Sie aus der Provinz oder aus einem äußeren Bezirk, dann vergüte ich Ihnen gerne die Fahrts-pcsen lour-retour. „Leinen aus Holland" — ist meiner „Weißen Woche" Devise; so billig ist keine „Weiße Woche" wie •diese. Kommen Sie am Vormittag zu mir, damit ich Sie aufmerksam bedienen kann. Einen kleinen Begriff von dorn, was ich biete, geben Ihnen diese Preise: Wäschewebe und Chiffons, per Meter S —58, Riesenwebe, SO breit, S —.78 Prima Rumburger Weben für Bettwäsche S 1.26, .Inlett (Nanking), SO breit, S 1.25, Prima Bettücher, MO breit S J.75, Atlasgradl für Bettwäsche, per Meter S —.98, Beirgsrrnifur, Marke ,.R. S.". 2 Polster. 1 Tuchcrit S 7.90, Oamenhemd, aiouriert, mit Soitzen und Motiven S —.98, Uerren-Strapazhemd, weiß, Doppelmanschcttcn, S 2.90, Unterhosen S 1.98. Wirtschaf tshaudtücber, ungcbl. per Meter S —.69. Staubtücher S —.39, Taschentücher, Batist, ajounert, mit Stickerei S —.15. Herren-Taschentücher, weiß, mit farbig. Rand, S —.29, Kragen, weich, weiß, alle Halsweiten. 30 und 20 g. Auch in allen anderen Abteilangen Sonderverkauf zu reduzierten Preisen! Mengenangabe vorbehalten!. Ich küsse Ihre Hand, Madam' und iiowe, Sie bald in meinen Verkaufsräumen begrüßen zu können. S c h i f f tn a n n, II., Taborstraße 4 8. Igud Akademi „Thora WVAwodafV4. Unter Teilnahme des Mitgliedes der Poale- Misrachileiturig Palästinas Bin-Nun fand am 3t. Jänner (20. Schewat) die konstituierende Versammlung der Vereinigung statt. Nachdem Herr Bin-Nun die Bedeutung der Thora-We'Awodah-Bewegung in Erez Israel und in der Galuth in längerer Ausführung dargelegt hatte, wurden nach lebhafter Diskussion die nachstehenden Beschlüsse angenommen: 1. Der Igud Akademi erstrebt die Verwirklichung des zionistischmisrachistischen Ideales auf der Basis von Thora- WeAwodnh. 2. Der Igud betrachtet sich sowohl als ein organischer Teil der Brith Olamith sehe! Hanoar Hamisrachi (Weltverband der Misrachijugend) als auch der Zeire Misrachi-Landesorganisation Oesterreichs. 3. Die Vereinigung macht sich zur Aufgabe, die Zusammenfassung der traditionell gesinnten Studentenschaft im Rahmen unseres akademischen Jguds durchzuführen. Folgende Herren haben sich im Waad Sernani konstituiert: stud. phil. Josef Babad, stud. phil. Möschen Hirsch und cand. jur. Oskar Rosenberg. Zusammenkünfte jeden Donnerstag um 8 Uhr abends im Misrachiheim (IL, Praterstraße 43). Die Jüdische Volksblbllothek ..Zlon" hat ihre neuen Räumlichkeiten, II., Kleine Mohrengasse 3, bereits bezogen. Es stehen au"er einer viele tausende Bände unpassenden Bibliothek (in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache jüdischen Inhaltes) auch Lese-, Sprech- und Vortraßssäle zur Verfügung. Sämtliche jüdische Zeitungen des In- und Auslandes sowie Wiener Tageszeitungen liegen -auf. Ab nächster Zeit werden jeden Samstag abends literarisch-musikalische Abende stattfinden. Mitglieder- und Abonnentenaufnahme täglich, außer Freitag abends und Snmsta? Ahonxcitiwtwhni.r- .jo Groschen für Jugendliche und 80 Groschen für Erwachsene monatlich. Mitgliedsbeitrag: 20 Groschen monatlich. Vereinsnachrichien. Zionistische Sektion Prater, II., JungstraQe 8. Freitag den 8. d., halb S Uhr abends, Chuinaschvortrag. Zuganglich auch für Nlchtmlt- Älieder. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadh Montag: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr für Fortgeschrittene.— Mittwoch: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger. — Donnerstag: Halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Wochenpro- Kranim: Samstag, 3 Uhr nachrrittaes. Ziorisrif.-ikti'-s. s Uhr Zusammenkunft der Kindergruppe, halb 7 Uhr Französisch für Anfänger. — Sonntag: Wanderung. Treffpunkt 9 Uhr vor dem Heim, II., Zirkusgasse 33. Halb 3 Uhr abends freie Zusammenkunft. — Montag': 7 Uhr, Hebräisch für Anlünger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. — Dienstag: Halb 8 Uhr Plenarversammlung mit anschließendem Referat des Herrn Dr. Plaschkes. ~ Mittwoch. 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Vortrag Im Caf6 Produktenbürse. — Donnerstag: 7 Uhr Englisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Zionistische Bezirkssektion X. Mittwoch den 13. Februar Im Jüdischen Heim. X. Humboldtgasse 25, 8 Uhr abends. Vortrag des Herrn Dr. Leo Goldhämmer. Thema: „0le letzten Ereignisse in der Koltusgemsinde." Anschließend Generalversammlung. Die Zionistische Sektion VI-VI! vcrnnsMIiet mit der Fratiengrappe Marfahllf-Neubau am 17. d. irm 11 Uhr vormittags eine Filmvorführung „Frühling in Palästina" in den Mariahilfer Lichtspielen. Gumpendorferstraße 67. Zionistische Organisation Wieden-Margareten, Am 14. d., S Uhr abends, Im Klubsaal des Terrassencafes, V., Margaretftnplafz 4, Vortrag Dr. Salomo Rappaport „Die altjüdische Sagenwcl t". Der infolge Erkrankung der Frau Dr. Henriette Rappaport verschobene Vortrag über „Jüdische Erziehung" findet am 28. d. statt. Am 19. d. Vorstellung In den jüdischen Künstlerspiclcn, II., Praterstraße 34. Karten bei den Ausschußmitgliedern. Zionistische Organisation Brlgltfcnau. Am 10. d literarisch-musikalischer Abend. Di. N* M. Gelber über Ach ad Haam anläülich des zweiten Todestages. Herr Israel Segal-Rosenwald (hebräische Lieder), Fräulein Rosl Mager ("jüdischer Lieder), Fräulein Paule Haar (Klavier), Fräulein Grete Nowak (Cello), Herr Karl Fuchs (Violine) und Herr Mario Gang (Vorlesung). Am -12. d. .Herr Dr. Leo Goldhammer, Vortrag Uber ..Die Lage in der Zionistischen Organisation". Zionistische Frauongruppe Favoriten". X., Humboldtgassc 25. Am 7. d., 8 Uhr abends, zweiter Vortrag Dr. Amalie Kantor zu ihrem Kurs: „Jüdische Geschichte und Lltcralnr". Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. (Klublieim der Hakoäli, I., WipplinperstrnBe 24.) Am 11. d.. 5 Ultr nachmittags, zweiter Vortrag Frau Cyla Wnldmann zu ihrem Zyklus: „Führende talmudischc ■Gestalten".- Zionistisch-akademischer Verein ßar-Kochna, II., Taborsti-aOe- 10 (Cafe Produktenbörse) Im Rahmen des am 9. d. um 8 Uhr abends stattfindenden Konvents findet ein Vortrag des Herrn Dr. N. Samonski über „Achad-Haam. sein Leben und Wirken" statt. Akademische Gäste willkommen I Jugendvercin Eroz Israel, Wien II., Zirknsgassc 33. Am 12. d„ halb 8 Uhr abends, .im Vereinsheini Lichtbildervortrag ,,25 Jahre K. K. L." und „Das jüdische Kind in Palästin a". Anschließend Re ferat Ch. Theodor Grlibtier über „Aktuelle zionistische Fragen" mit Dis kussiön. Verband dor zionistischen Mlttolschulverblndiingen und Vereine Oesterreichs Am 9. d., halb 4 Uhr nachmittags, im Lokal der J. A. V. Unitaä, VIII., Auersperggasse 21, Dclcsicrtonsitzung. 4 Uhr Fortsetzung des Seminars für jüdische Geschichte, geleitet von Dr. Paul Diamant. Thema: „Alt hebräische Inschriften und Elephantincf « n d e". Erscheinen Pflicht. Zlon. Rev. Jugendveroln „Hntlkwah". Am 22. d„ 8 Uhr abends, im Soutcrrainlokal des CafG „M c t r o p o I". Wien, IX., Berggasse 33, 1. Vortrag Dr. Wolfgang Wcfsl: „Palästina, der Jttdctisfaat", Am 19. d., 8 Uhr abends, im gleichen Loknl 2 "Vortrag Dr. Wolfgang Weisl: „Zionalmns als-Weltproblem". Gäste willkommen. Zionistisch-akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Der zweite Vortrag der Vortragsreihe der „Politischen Arbeitsgemeinschaft" über „Die iionisttsclie Theorie vor Hcrzl" von Dr. N. M. Gelber findet am 12. d., 20 Uhr abends, im Jüdischen Zentrum, iL, Untere AngartcnstraBc 35, statt. Eintritt frei. Im Anschluß an den Vortrag Plenarversammlung. Predigten. Am 8. d. M. werden .bei dem um 5 Uhr beginnenden Abendgottcsdicnsfc ' Predigton tibgchälteri. Ii., Tcmpelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grtinwald). XVIII. Schopcnliauerstralc 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchlwang) Im Gemeindetompel XXL, Holzmeistcrgasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenrnann; findet am 9.-d. M. beim Morgengottesufenste (Öeginn 8 Uhr 30 Minuten) ein exegetischer Vortrag statt. — Jugendgottesdienst am 9. d. nm 3 Uhr nachmittag in den Gemeinde- und Bezirkssvnngogcn. Zelrc nnd Noar Hamisrachi, Itezlrksgruppc XX (Staudiiigcrgasse Nr. 14). Am 30 v. M fand, di» GründunKSversanimliing statt. Das Mitglied der Exekutive des Welt Verbandes der Misrachijugend Mosclie S c Ii a p i r a ans Erez Israel erstattete das Referat. Sodann wurde ein Komitee, bestehend aus K. Blum, S. Scheucrmann, M. Ha'njr, S. Ditbiner und J. Deresiewicz gewählt "Jeden Freitag abends um halb 8 Uhr findet ein Scliiur statt Am 9. um liälb 8 Uhr abends findet im Saale der Zionistischen Bezirkssektlon, XX„ JägerstraRc 30, ein Lichtbild c rvortrug des Herrn B i n - N ti n über die Arbeit des Hnpoel-Hamlsrachi in Erez Israel statt. Anschließend Referat des Herrn M. Gerstl Über „Jungrnlsrachismus". Eintritt frei: Güste willkommen. Vereinigung hebräisch sprechender Akademiker „Achad»Haam". Am Ii. d. um 8 U|n abends im Cafe Produktenbörse Vortrag des Herrn Dr. N. Samonski über „Raalonoth al Aclrnd-'Haam". Lese- und Reilehalle jüdischer Hochschillcr, Wien, IX., Türkenstraße 9. Am 9. d„ 8 Uhr abends., Vortrag A. H. Dr. Leo Gottfried Uber „Die Bedeutung der radikalen Partei für den Zionismus". Austritte aus dem Judentum« Anna Zeisler, geb. Janoschek, geb. 29. II. 1904, Wien, ger. getr., XVI., Habichergasse 30. — Samuel Dubs, geb. 17. VIII. 1898, Wien, led.,' n., Schweidllgasse 7. — Emanuel Graf, gelb. 14. t. 1879, Goltsch-Jenikau, verh., XIV., Becknannstraße 62. — Josef Hofmann, geb. 25. IX. 1902, Wien, led„ Ii., Franzensbrüokenstraße 8. — Heinrich Justiz, göb. 12, HI. 1886, Stob, verh., XIV., Rauohfang»kehrerigasse 21. — Frieda Krall, göb. 29, VIJ- 1894, Wien, led., II., Hii'lerstraße 5. — Moritz Weiszmann, geb. 24. VII. 1892, Wien, verh., XML, Missindorfstraße 14. — Dr. Theodor Kornitzer, geb. 15. II. 1887, Pohrlitz, IV., Favoritenstraße 45. — Rudolf Kadanka, geb. 5. VII. 1907, Wien, äed., XVI., Sautergasse 27. — Oskar Fischer, se>b. 18. X. 1895, Wien, ger. getr., IL, Ybfosstraße 6. Nachtrag 1928. Gisela Brück, gelb. 29. XII. 1902, Lawoc-zne, led., XVIL, Leiterrneyergasse 6. — Ulli Schwarz, ge>b. 4. VII. 1907, Wien, Jed„ XIM., Disterweggasse 8. — August Wilhelm, geb. 6. VII. 190S, Wien, led., XML, Linzerstraße 299. — Marlanne v. Zels, gob. 16. VI. 1876, Wien, led., XIII., Trautmannsdorfgasse 19. — Joachim Messing, gel?. 5. VI. .1869, Wien, vedi., XIII., Disterweggasse 15. — Elisabeth Wyhart, geb. Steiner, geb. 18. X. 1880, Wien, verh., XIL, Tivoiigasse. — Berta Ehrllchniann, geb. Zeldler» gel). 23. V. 1899, Wien, verh., XIL, Tannbruckgasse 12. — Paul Coschell, geb. 26. XL 1878, Wien, led., IX., Nußdorferstraße 21. — Albert Raschovsky, -geb. 15. XIL 1904, Wien, led., IX, Servitengasse 18. — Sophie Gertrud Grab, geb. 2. V. 1908, Wien, led., IX., Güasergasse 6..— Elsa Löffler, geb. Theln, geb. 5. IX. 1881, Budapest, ger. getr., IX., Liechtenstelnstraße 68. — Emil Wohlman, geb. 22. IX. 1892, Podgorze, gtsch.. X., Laaerstraße 68, — Walter Kurzwejl, geb. 31. I. 1900, Wien,!ed„ X„ Herndigasse 24. — Gertrud Reltler, geb. 3. IL!1887, Prag, led., IV., Frawkeniberggasse 12. — Emanuel Mabler; geb. 21. IX. 1883, Wien, verh., X., Quellenstnaße 211. — Anna Reizes, geb. 21. II. 1882, Lemberg, led,, XX., Traunfelsgasse 4. — Dr. Rudolf Meiler, geb. 22. IV. 1900, Ü»g.-Altenburg, led., VI1L, Blindengasse 7. — Berta Zipfingor, geb. Tintner, Luudemburg, ger. gesch., Taborstraße 43........... Seit Eröffnung ihrer Abteilung für Spredhapparate hat die „Oiso" Erstaunliches geleistet. Die besondere Beliebtheit der von der „Qlso" gelieferten, erstklassigen Sprechapparate sowie die Kulanz und fachmännische Bedienung hat die Sprechmaschinenabteilnng der .,OIsoM ru einem führenden Unternehmen dieser Branche gemacht. Als besonderen Peweis ihrer außerordentlichen Leistungsfähigkeit bringt die Firma, ihren vorzüglichen „Olsophon" auf den Markt. Dieser Apparat zeichnet sich durch erstklassige Tonwiedergabe ons und ist zufolee seines niedrigen Preises von S 100 auch für den Minderbemittelten erreichbar. Das „Olsophon" wird auch -gegen bequeme Teilzahlung abgegeben* .. - . j* DIE MUTTER Roman von Sehalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. (40. Foitsetzung) Im Zimjmer war es hell und Dwojre konnte alte alten Hosen, Galoschen und schmutzigen Wäschestücke sehen, die auf der Erde herumlagen, die zerbrochenen Sessel, den Tisch, auf dem ein Rasieri messer und sonstiges Rasierzeug neben einem alten | Brot lag, ein Kanapee mit fedrigem Bettzeug, Tücher,; Kohle, Ton. Eine riesige Gestalt erhob sich mitten im ( Zimmer, beinahe bis an die Decke; sie war in feuchte Tücher eingehüllt und sah wie ein Gespenst aus. .,Ach, wie es bei Ihnen aussieht!" — rief Dwojre,; und ehe Buohholz slch's versah, begann sie die Lumpen von der Erde aufzulesen. „Rühren Sie das nicht an, Sie werden sich j keinen Rat damit wissen, es ist ihrer so viel, daß' man darin ersaufen kann." „Ist das der'„Simson"?" — Dwojre deutete auf; das riesige Gespenst. „Wollen Sie ihn sehen? Da haben, Sie ihn. Iclu überliefere ihn Ihrem Beschluß. Wenn er Ihnen ge-i fällt, bleibt er leben, wenn nicht, so drehe ich ihm i den Hals ab." Bitchholz löste die Tücher und vor Dwojre stand ein riesenhafter, nackter Mann, Buchholz ein wenig ähnlich, auf muskulösen Beinen. Er war starkknochig, mit breiter Brust und zwei mächtigen Armen,, die herunterhingen, als wüßten sie nicht, was sie tun sollten. Der ganze Körperbau war der eines Riesen mit unnatürlich muskulösen Händen, Füßen, Rücken und Brüsten. Doch das Gesicht war das eines Kindes. Ein Riese mit einem Kindergesicht. Er lächelte gutmütig, ein weiches Kinderlächeln lag auf seinen Lippen, aus denen, wie bei Buchholz, die Zähne hervorlugten. Die kleinen Augen unter der schmalen, kleinen Stirn lächelten ebenfalls, kindisch gutmütig, naiv, beinahe dumm. Der unbeholfene Riese stand wie ein Golem da und seine mächtigen Hände wußten nicht, was sie anfangen sollten. Das erste, was Dwojre in die Augen fiel, war sein dicker, starker'Hals, der aus den breiten Schultern emporwuchs. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie Buchholz dem Koloß den Hals abdrehen konnte; das schien ihr unmöglich, denn der ganze Mensch war wie aus einem Stück gegossen und so lebendig mit seinem kindlichen Lächeln, daß es schien, er müßte jetzt, jetzt seine mächtigen Hände heben und das Zimmer zusammenreißen. „Wie werden Sie ihm den Kopf abdrehen? Wird er sich ihn denn abdrehen lassen?" — damit drückte Dwojre Buchholz ihre Verwunderung aus. „Ich werde mit ihm ringen" — antwortete Buchholz. „Er wird stärker sein." „Ich habe schon mit ihm gerungen. Sehen Sie, hier habe ich ihm ein Loch in den Bauch gebohrt." „Warum haben Sie das getan?" „Das weiß ich selbst nicht. Ich bin einmal bei Nacht auf meinem Bett gelegen und er ist dort drüben im Mondlicht gestanden, das durch die Scheiben schien. Da ist er mir so blöd vorgekommen. Wozu habe ich ihn denn geschaffen? Wer braucht ihn? Und was soll sein dummes Gesicht? Haben Sie schon ein so dummes, idiotisches Gesicht gesehen? Er weiß doch selber nicht, was er will." „Das ist ja das Schöne. Er ist ein- Riese und dabei ein Kind," — sagte Dwojre — „jeder Riese ist ein Kind. Er steht da und ist stark, stark durch sich selbst und weiß nicht, was er mit seiner Kraft anfangen soll." Buchholz dachte nach". „Was haben Sie gesagt, er ist stark durch sich selbst?" »Ja, genau so wie ein Geiger, der für sich selbst auf seiner Geige spielt." „Sie haben recht, Sie haben recht. Er ist stark durch sich selbst. Er spielt mit seiner Kraft; das habe ich wirklich machen wollen" — schreit Buchhölz auf und faßt Dwojre bei der Hand — „ein Simson, der mit seiner Kraft spielt. Er ist kein Held wie Bar Kochba, der sein Volk befreien will; nein, er ist stark für sich selbst, so spielt er mit seiner Kraft. Geht über Land und zündet die Felder der Philister an. Raubt ein Philistermädchen, bereitet sich ein Festmahl. Ein Riese, der ein Kind ist, das ist Simson. Sie haben recht. Jetzt steht er da mit herabhängenden Händen und weiß nicht, was er mit ihnen anfangen soll, wie ein Mensch, der nicht weiß, was er mit seinem Leben beginnen soll. Das habe ich doch machen wollen!" Die letzten Worte rührten Dwojre. Sie sah in dem „Simson" — Büchholz, Buchholz hatte sich selbst porträtiert. So sah er sich. „Was schauen Sie so? Gefällt er Ihnen?" „Ich weiß nicht, ob er mir gefällt," „Woran denken Sie also?" — fragt Buchholz, der merkt, daß sie traurig wird. „Ich weiß nicht, was mir ist, Ihr .Simson* hat mich traurig gemacht.44 „Warum?/