Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 73 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711683-2711690--0977-2714155- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 73 Das Bittgesuch an Gott. Wie die Juden von Altkonstantin gegen Nikolaus I. demonstrierten. In einer alten Chronik findet sich eine Mitteilung darüber, daß zur Zeit des Zaren Nikolaus I, eine jüdische Gemeinide es gewagt habe, sich gegen den Staat aufzulehnen und einen förmlichen Ausstand zu inszenieren. Es war dies die Judenstadt Altkonstantin in Wolhynien. Nach jener Aufzeichnung sei der Aufstand eine Folge des Ukas Nikolaus', die Juden zwangsweise zum Militärdienst heranzuziehen, gewesen. Dieser Mitteilung der alten Chronik ist der bekannte Forscher der jüdischen Geschichte im alten Rußland S. L. Zitron nachgegangen und gibt in einer Studie das Ergebnis seiner Forschungen 'bekannt. Der Zwangsre'kratnerungsbefeihl 'hatte auf die Juden wie eine schreckliche Maßnahme gewirkt, und das hatte seine guten Gründe.-Es bestand die Gefahr, daß durch die Einrei'hung zum Militär die jungen Juden für die Datier von 25 Jahren — so lange währte die aktive Dienstzeit — von ihren Eltern und Verwandten losgerissen, in die entferntesten östlichen Landstriche verschickt, dort den widerlichsten antisemitischen Verfolgungen ausgesetzt und schließlich der Zwangstaufe als letztem Ausikuraftsmittel zugetrieben werden. Im großen und ganzen 'haben die Juden jener Zeit in ihrer damaligen gedrückten Situation auf die übliche Weise auf diesen kaiserlichen Befehl reagiert: Man betete, fastete, warf sich auf die Gräber der Märtyrer und Geleihrten und erwartete vom Heben Gott die Rettung. Nirgends aber hat irgend eine Tat stattgefunden, welche darauf 'hätte deuten lassen, daß die Judenaußer dieser passiven, allerdings auch aussichtslosen, Gegenwehr den Weg aktiver Gegenmaßnahmen betreten 'hätten. Nur eine, Judengemeinde hat hierin eine Ausnahme gebildet, und zwar die Juden der historischen Stadt Alt'konstantin. Hierüber wird nun folgendes mitgeteilt: Am 4. Oktober 1827 berichtete Generaladjutant von Benckendorf dem Verwalter des Innenministeriums, daß er dem Kaiser die Meldung erstattet habe, daß die Juden von Altkonstantin, gleich nachdem der Rekrutierungsbefehl veröffentlicht worden war. öffentliche Unruhen inszeniert haben, und daß der Kaiser den Großfürsten Konstantin beauftragt habe, die Schuldigen dieser Unruhen durch ein Ml 'l i t ä r g e r i c h t aburteilen zu lassen. Das ist die einzige offiziöse Mitteilung über den Aufstand der Juden von Altkonstantin. Weitere Einzelheiten über diese Angelegenheit konnten in staatlichen Aufzeichnungen nicht gefunden werden. Nirgends"} auch nicht in den Archivakten, stößt man aiuf ein Dokument, aus dem hervorginge, worin eigentlich der Aufstand sich dokumentiert habe, wer die Beschuldigten waren und wie das Urteil des Militärgerichtes gelautet habe. Hingegen finden sich einige jüdische Quellen darüber, wie dieser eigenartige Aufstand, der sogar die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sich gelenkt hat, entstanden ist. So schrieb ein jüdischer Bewohner von Altkonstantin im Jahre 1909 in der „Jewreiskaja Starina" (Jüdisches Altertum) folgendes: Obwohl die alten Protokollbücher der jüdischen Gemeinde im Jahre 1962 einem Bnandunglück zum Opfer gefallen sind, konnte ich doch auf Grund von Mitteilungen alter jüdischer Bewohner unserer Stadt, die sich noch selbst jener Ereignisse erinnern konnten oder sie von ihren Eltern schildern hörten, die Vorgänge nach der Einführung der Zwangsrekrutierung für Juden rekonstruieren. Da stellte es sich nun heraus, daß die Petersburger Regierung einen Aberglauben der Juden von Konstantin als eine Empörung angesehen hat. Es wurden nämlich in ganz Wolhynien unter den Juden große Geldbeträge gesammelt, um, wie die meisten glaubten, mit dieser Summe in Petersburg bei einem „einflußreichen Mann" dessen Intervention zugunsten der Juden zu erwirken. Gleichzeitig aber beschlossen die Häupter der Gemeinde, durchwegs sehr fronvme chassidisch gesinnte Männer, auch an den lieben Gott eine schön formulierte Petition zu richten und das Bittgesuch auf eigene Weise an den Thron des Allerhöchsten gelangen zu lassen. Es wurden zehn der frömmsten und gottesfürchtigsten Mitglieder der Gemeinde nominiert, welche es auf sich nahmen, au einem 'bestimmten Tag sich durch Fasten und Kastehingen und vorschriftsmäßige Reinigungen des Körpers und der Seele würdig zu machen,'die heilige Sendung durchzuführen. So vorbereitet, sollten diese zehn Männer den ersten jüdischen männlichen Toten durch ihre heilige Kraft der irdischen Sünden entledigen und ihm feierlich das Bittgesuch in die Hand legen, damit er es vor dem allerhöchsten Richterstuhl übereiche. Das Bittgesuch wurde durch einen gottesfürchtigen Sofer geschriehen, die zehn Auserwählten übergaben es dem Toten und beschworen ihn, einem von ihnen binnen kurzem im Traume zu erscheinen und ihm die Antwort Gottes mitzuteilen. An dem Tag, an welchem diese Zeremonie der Uebereichung des Bittgesuches vor sich ging, hat die gesamte Judenschaft von Konstantin gefastet, in gemeinsamem Gottesdienst die für Fasttage bestimmten Gebete verrichtet, in allen Geschäften und Werkstätten ruhte die Arbeit und die ganze Gemeinde, jung und alt, zog zum Friedhof und verrichtete wehklagend Gebete auf den Gräbern der Zaddikim. Mehr konnte über diesen „Aufstand" der Juden von Konstantin gegen den russischen Staat und den Kaiser nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich hat der Adjutant de« Kaisers aus der Erregung unter den Juden von Konstantin auf ihrem Zuge zum Friedhof den Eindruck empfangen, daß eine Verschörung im Gange sei. Das von Kaiser Ni'kolaus angeordnete Kriegsgericht mochte sich von der Lächerlichkeit der Beschuldigung überzeugt haben, und so dürffte der ganze Prozeß niedergeschlagen worden sein, denn nirgends findet sich eine Spur von einem weiteren Verfahren gegen die Juden von Konstantin noch von einem Urteil über die „Aufständischen". Hingegen letoen auch heute noch in Altkonstantin Nachkommen jener zehn auserwählten frommen Juden, denen die hohe Ehre zuteil geworden war, das Bittgesuch der Gemeinde an den lieiben Gott vorzubereiten und zu befördern. Jüdische Sport« und lliIlill]l!IIN!lll!l!!lll!ill!llXurnl>e:'WC:^^nÖ Jahresversammlung des „Makkabi" in Palästina. Eine jüdische Olympiade. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Die diesjährige Jahresversammlung des „Makkabi-Palästina" war von den Delegierten der einzelnen Makkabigruppen im Lande und zahlreichen Gästen besucht. Die Tagung wurde vom Präsidenten D a g a n-K o r nf e 1 d mit einer Festrede eröffnet. Dr. Jizchak E pstein hielt einen Vortrag über das „Turnen und der Wille". Die Tagung wurde von der zionistischen Leitung, dem Delegierten der Sportvereinigungen der Arbeiter und vielen anderen Organisationen begrüßt. Nach Anhörung des Jahresberichtes, den Herr J. Jekutieli erstattet hatte, wurde eine Anzahl wichtiger, auch für die außerhalb Palästinas tätigen Makkabigruppen bedeutungsvoller Beschlüsse gefaßt, von denen die folgenden hervorgehoben werden sollen: 1. Sämtliche Gruppen werden verpflichtet, sowohl in sportlicher als/ auch in administrativer Beziehung alles vorzukehren, um das vollständige Gelingen des Makkabi kongresses und des Schauturnens während des kommenden Pessachfestes zu sichern. 2. Die Makkabiorganisation begrüßt mit Genugtuung die vor kurzem erfolgte Gründung des Fußballverbandes P a 1 a s t i n a und macht es seinen Gruppen zur Pflicht, sich diesem Verbände anzuschließen. 3. Das Präsidium des Makkabiverbandes Palästina wird beauftragt, dem Präsidium des Makkabiweltverbandes einen in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Plan zur Schaffung der „Makkabiade" (jüdische olympische Spie 1 e), welche. binnen drei bis vier Jahren in Palästina abzuhalten wäre, zu unterbreiten und die Durchführung derselben binnen kürzester Zeit zu fordern. 4. Den einzelnen Makkabigruppen im Lande wird es zur Pflicht gemacht, unverzüglich Kulturkommissionen in jeder Gruppe zu schaffen, deren Aufgabe es sein wird, die geistige und kulturelle Erziehung der Makkabimitglieder zu leiten und zu überwachen. 5. Es ist die breiteste Propaganda zur Heranziehung der gesamten nationalen, außerhalb der Parteien stehenden Jugend zu dem Makkabi zu entfalten. 6. Das Präsidium wird beauftragt, an die Palästina-Regierung mit der Forderung heranzutreten, die Makkabiorganisation in Palästina als öffentliche gemeinnützige Organisation anzuerkennen, und gleichzeitig gegen die Gleichgültigkeit, mit welcher die Sportangelegenheiten von den Regierungskreisen und auch von den Stadtverwaltungen und nicht zuletzt von den jüdischen Instituten behandelt werden, Verwahrung einzulegen.?. Das Präsidium wird beauftragt, gemeinsam mit dem Makkabiausschuß in Tel-Awiw die Veranstaltung eines jährlichen „B1 a u w e i ß-T ages" in Tel-Awiw durchzuführen und zu sichern. Diese jährliche jüdische Nationalfeier soll in der Zeit zwischen Pessach und Schawuoth abgehalten und durch eine Festversammlung auf dem Makkabiplatz in Tel-Awiw, Schmückung der jüdischen Häuser mit jüdischen Nationalfahnen, volkstümliche Festveranstaltungen und Umzüge zu Ehren der Nationalfahne^begangen werden. In das Präsidium wurden gewählt die Herren: S. W e i z m a n n, Dr. Simon, J. J e k u t i e 1 i, M. M olamed und W. Rosenthal. Der Sitz des Präsidiums bleibt nach wie vor Jerusalem. Hakoah aus dem Cup ausgeschieden. Bei 18 Grad Kälte wurde das Cupspiel Hakoah gegen Admira ausgetragen. Die Spieler und Zuschauer hatten unter der Witterung stark zu leiden. Die jüdische Mannschaft führte trotz der schlechten Bodenverhältnisse ein gutes Kombinationsspiel vor. Vor dem gegnerischen Tor fand sich aber kein Stürmer, der einmal einen herzhaften Schuß riskierte. Der beste Mann war S t e r n, ein technisch hochklassiger Spieler, dem aber seine Verbinder Heß und P o s a n e r ganz im Stiche ließen. Eine ausgezeichnete Leistung bot die Deckung. Auch das Verteidigungstrio kämpfte ausgezeichnet. Gleich zu Beginn liegt Hakoah im Angriff und für kurze Zeit sieht es sehr bedrohlich für die Gegner aus. Die Hakoah-Stürmer vergeben jedoch einige günstige Torschancen. In der 15. Minute erzielt Stoiber den ersten Treffer für die Jedleseer. Bei einem Zusammenstoß Runge- Felcimann muß der Hakoahner wegen einer Gesichtsverletzung das Spielfeld verlassen, kehrt aber nach kurzer Zeit zurück. Nach Seitenwechsel versucht die Jüdische Mannschaft den Ausgleich zu erreichen, aber ihre Angriffe sind viel zu kraft- und energielos angelegt, um einen Erfolg zu bringen. Selbst im Strafraum des Gegners wird noch der Ball bin und fcer geschoben. In der 20. Minute schießt Stoiber das zweite Tor und damit ist auch der Kampf entschieden. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Gysenheim; Scheuer, Feld mann; Löwinger, Stroß, Fried; Katz, Heß, Stern, Posaner, Mausner. Die Friilijalirsmeisterschaft. Hakoah—Altmaiinsdorf. Die Frilhjahrsscrie der Meisterschaft nimmt Sonntag ihren Anfang. H a 1c o a Ii spielt auf dem VVacker-Platz gegen Altmannsdorf und dürfte überlegen siegen. Dem Jüdischen Verein stehen derzeit 22 Spieler zur Verfügung und die Klubleitung hofft mit dem vorhandenen Spfelermatcrial das Auslangen zu finden. Die Mannschaft wird Ihre Matches In folgender Aufstellung bestreiten: Oppenheim; Scheuer, Feldmann: Fried, Stroß, Pollak; Ncufeld, He», Stern, M a u s n c r, Katz. Als Ersatz kommt als Tormann Beer in Betracht. Außerdem wurde F e i g I (Rapid) verpflichtet, aber noch nicht freigegeben. Für die Verteidigung stehen der Hakoah Stroß 2, Berson, für die Deckung Brandes, Löwinger, und für den Angriff Ken« mann, Posaner, Birnbaum, Schweinburger, Fischer und Wortmann zur Verfügung. * Das Spfeferbudget hat sich gegen Herbst um 200 Schilling ermäßigt, erreicht aber trotzdem die ganz respektable Höhe von S 3500.— monatlich und ist demnach bedeutend höher als bei vielen Klubs der ersten Liga. Erfolge der Hakoah-Eishockeymannschaft. Die Jüngste Sektion der Hakoah — die Eishockeymannschaft — hat in den letzten zwei Meisterschaftsspielen schöne Erfolge errungen. Die Hakoahner besiegten eine verstärkte V. f. B.-Reserve 2:1. Die Tore erzielten Rona und F. Weiß. Gegen den Wiener Allround Club blieb die Jüdische Mannschaft 0:2 erfolgreich. Die Grazer Hakoah veranstaltet anläßlich des zehnjährigen Bestandes Anfang Mai eine große Sportwoche. Der Jüdische Verein wird gegen die führenden Grazer Klubs und gegen das Wiener Jüdische Amateurteam antreten. Hasmonca. Freitag, 8 Uhr, Spielerversammlung und Aufstellung, Hagibor-Makkabi. Samstag, halb 8 Uhr, Spielcrversammlung. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Z. 65 ex 1929. Die in der konstituierenden Sitzung des Kultusvorstandes vom 3. Jänner d. J. gewählten Mitglieder des Präsidiums und des VertreterkoHegiums haben ihre Aemter zurückgelegt. Sohin wurde in der Plenarsitzung* des Kultusvorstandes vom 31. Jänner d. .1. die Neuwahl des Präsidiums und des VertreterkoHegiums vorgenommen wie folgt: Präsidium. Präsident: (gewählt für eine vierjährige Fun'ktlonsperiode): Univ.-Prof. Dr. Alois Pick. Generaloberstabsarzt d. R. Vizepräsidenten (gewählt für eine einjährige Funktionsdauer): Dr. Jakob O r n s t e i n, Rechtsanwalt; Dr. Josef Löwenher«, Rechtsanwalt. VertreterkoHegliim. Mitglieder (gewählt für eine einjährige Funktionsdauer): Dr. Jokob Ehrlich, Rechtsanwalt;''Doktor Desider F r i e d m a n n, Rechtsanwalt; Dr. Rudolf Glanz, Rechtsanwalt; Ing. Wilhelm Kempler, Bau rat; Max Markus, Kaufmann; Dr. Hermann Oppenheim, Bankdirektor; Wolf Pappen heim, Schriftsteller; Dr. Josef Tächo. Rechtsanwalt. Wien, 1. Februar 1929. Der Präsident: Prof. Dr. Alois Pi ck m. ,p. Regierungsrat Guido F u c h s .g e 1 b m. p.. Amtsdirelktor und Erster Sekretär. Z. 646 ex 1929. Wien, im Februar 1929. Konfirmandenunterricht. Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der alÖ'jälirfidi in den Tempeln der Gemeinde stattfindenden Konfirmation derisrae/Iitischen Mädchen ein Konfirniandenunterrioht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterrichte steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Le'bensja'hr -bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter bezw. Mündeil zu veranlassen, sich bei ihrem R-eliigionsflöhrer oder im Sobulamte der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, bis spätestens 25. Februar 1929 wegen Teilnahme an dem Konfirmandenuinterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sovilen, sind gleichfalls im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht ist unentgeltlich. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Jüdische Kiinstiersplele (Theaterreklame). Nach dem zehnwöchlgen Gastspiel Vera K a n j e w s k a—Paul B r e i t m a n n zeigt sich ein neues Gesicht, eine jugendliche Soubrette, die gemeinsam mit Isaak Deutsch auftritt: Esther Perelmann. Obwohl sich der Gast für seinen Auftritt eine Hosenrolle gewählt hatte, den „Berelc Bosjak'% konnte man doch im Keim alle Elemente sehen, aus denen sich die Kunst des ausgezeichneten Talents zusammensetzt: das Charakterisieren der Fisur durch Geste und Ton, das Zeichnen einer komischen oder sentimentalen Situation mit ein paar kra'tlgen Strichen und vor allem die Musikalität auch dort, wo es sich um einen einfachen Schlager handelt. Am packendsten wirkt? Fräulein Perelmann in der Schlußszene, wo sie das Tragische in anmutigster Melodrarnmanier bot. Im heimischen Ensemble zeiclineto sich vor allen S. Iris aus, neben diesem hervorragenden Charakterdarsteller gefielen N. Breitmann, B. Sigall, Mina Deutsch, Frau Iris und die junge Sentimentale Zelnik. Von Freitag den 8. bis inklusive Dienstag den 14. Februar gelangt die Novität „Dwojie von Odessa" unter Mitwirkung von Isaak Deutsch, Esther Perelmann und dem übrigen Ensemble zur Aufführung. Iso Gollaml, das gewesene Mitglied der Hablma, tritt in Berlin in einem eigenen Gesangskonzert auf, in welchem er althebräische Gesänge vorträgt. Golland ist derzeit Mitglied der S t a a t s o.p e r in Berlin. (Konzert Josef Heller.) Oberkantor und Chordirektor Josef Heller, einer. Direktor der Kantoren'bildungsanstalt des israelitischen Seminares In Brünn, veranstaltet am. 16. d. um halb 8 Uht abends im kleinen Musikvereinssaal ein Konzert unter Mitwirkung des .Orgelvirtuosen, Professor G e z a von W e h n e r, Budapest. Zum Vortrage gelangen althebräische Original-Sologesänge mit Orgelbegleitung, ferner Lieder von Schubert, Rubinstein, Böhm und Heller, mit Klavierbegleitung, Karten von 1 bis 10 Schilling an der Musikvereinskasse, I., Karlsplatz 6 (Tel. U-41-3-46) und Konzertkassa Guttmann, I., Kärntnerring 3 (Tel. R-22-0-5). Ein Jutiger, Jüdischer Komponist. Bei riner der letzten indischen Veranstaltungen war Gelegenheit geboten, zwcl;Lieder (ein jiddisches .und ein hebrßlsches) des jungen jüdischen Komponisten He-mann Lilien» f e 1 d zu hören welche tiefen Eindruck hinterließen. In der S.tngerin Frau Eugenle K r e 111 e r fand der Komponist die beste Interpretin. Im Neuen Jüdischen Theator, Praterstmße 60 (Künstlerkakarett), gelangt am 8. d. ..Die koschere Mischpuche", Komödie in drei Akten vo» J. Zalatorewsky, Musik von N. Friedsei, zur Aufführung