Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 73 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mr. 73 m NEUE WEIT Seite 7 normal; wir hotten, durch einen freundschaftlichen Meinungsaustauschmitdertmöslemi tischen Behörden zu einem endgültigen Uebereinkommen hin« sichtlich der Frage der Benutzung des Planes vor der Mauer zu gelangen. Zur Hafeofraie sagte Dr. Brodetsky: Vor einigen Monaten erwarteten wir noch, daß die Arbeitsangebote bis Oktober erledigt sein werden; dies war nicht der Faü, es trat eine beträchtliche Verzögerung ei«. Wir erwarten, daß die entstandenen Schwierigkeiten bald überwunden sein werden. Wir fordern nicht allein, daß den Juden Gelegenheit gegeben werde, physische Arbeit zu leisten, sondern wir bestehen au* einer definitiven Festsetzung einer bestimmten betrachtlichen Anzahl Kidischer Aitbelt. Ein Beschluß hierüber Jst noch nicht gefaßt worden. Wir sehen in dem Plan des Hafenbaues emen Anlaß, um eine erhöhte Einwanderung zu fordern. Es soMteh mehrere hundert Juden im Zusammenhang mit dem Hafenbau Beschäftigung erhalten. In diesem Fafte wird sich ein Mangei an jüdischen Arbeitskräften fühl'bar machen, wodurch die Forderung nach jüdischer Einwanderung Nachdruck erhält. Wir sind jetzt dabei, ein Memorandum über die Einwanderungsfrage auszuarbeiten, das demnächst dem Kolomialaimt unterbreitet werden wird. Das Memorandum! betrifft nicht aWein die Chailudimelnwanderung, sondern auch die Einwanderung von Elementen, die Uber e 1 n gewisses Kapital verfügen. Wir verhandeln mit dem Koloniakmt Ober Gewährung von Erleichterungen und Konzessionen für diesen Einwanderertyp und hoffen mancherlei durchzusetzen. Was die Verordnung (über den öffentlichen Unterricht betraft, fordern wir, daß das jüdische Schulwesen, das bis jetzt als unter unserer Leitung stehend anerkannt war, autonom bleiiben und — soweit es sich um Unterrlchtspröb'leme handelt — der Aufsicht eines jüdischen Unterrichtsdirektors unterstehen soll, auf den die meisten Agenden des allgemeinen Direktors des Urtterrlchtswesens übergehen. Wir fordern, daß dieses einheitliche Jüdische Schulsystem In der offizieililen Verordnenig bezüglich des Unterrichtes anerkannt werden soll. Wir betrachten diese Forderung als grundlegend; sie stimmt auch mit der Ansicht der jüdischen Bevölkerung Palästinas überein. Die Regierung hat Komimissionen zur Beratung der Fra-gen der Eisenbahnen, Zölle, Steuern, Häfen usw. eingesetzt. Wir haben dn'e Regierung ersucht, der Jewish Agency eine Vertretung in diesen amtlichen , Kommissionen einzuräumen. Es wäre von großem Vorteil für die gesamte Zukunftsarfbeit in Palästina, wenn die Regierung und ihre Kommissionen -vor irgend einer Beschlußfassung die Meinung und den Rat der Jewish Agency einholen, was einem Zustand vorzuziehen sei, in dem die Regierung und die Kommissionen Eesohlüsse fassen und wir dann die Auifgaibe haben, Revisionen und Verbesserungen vorzutragen. Wir haben diese Forderung dem Kolonialamt unterbreitet, und wir hoffen, daß in dieser Hinsicht eine Ordnung Platz greifen wird, die als eine wichtige Entwicklung auf dem Wege der Herbeiführung einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Agency und den von der Regierung ernannten Körperschaften hinsichüMch der praktischen Probleme des Palästina-Aufbaues angesehen wer* den wird. Eine dieser Kommissionen hat in der Angelegenheit von Tarifen die Meinung jüdischer Industrievertreter eingeholt; dabei wurden für eine große Zahl jüdischer Industrien beträchtliche Konzessionen erreicht. England und der nahe Orient. Die Kosten der britischen Streitkräfte in Palästina. In Erwiderung auf eine Anfrage des Unterhaus* mifcgliedes Hurd erwiderte der Minister d»ür Luiftwesen Sir Samuel Hoare im Unterhaus: Die britischen Streitkräfte im Irak setzen sich gegenwärtig aus fünf Schwadronen Luftstreitkräfte und einer Abteilung Panzerautomobile, die in Palästina und Transjordanien aus einer Schwadron Luftstreitkräfte und einer Abteilung Panzerautomobile zusammen. Die Kosten dieser Streitkräfte, die die britischen Reichsfinanzen belasten, betragen im laufenden Jahre annähernd eindreiviertel Mifl- Honen Pfund, wovon eine Viertelmillion Pfund außerordentliche Kosten sind. Die Gesamtausgaben für Heereswesen in diesen Ländern verringern sich allmählich, weitere Einschränkungen werden erwogen. Die Zivilverwaltung Palästinas. Auf eine Anfrage des Unterhäusmitgliedes Hurd stellte Unterstaatssekretär Ormsby-Gore fest, daß die Zollverwaltung Palästinas das britische Schatzamt in keiner Weise belastet. Dagegen wurde für die Zollverwaltung «in Transjordanien ein Betrag von 40.000 Plund W in das laufende Jahresfcudget eingestellt. Auch die Zivilverwaltung des Irak belastet das britische Schatzamt nicht, mit Ausnahme eines jährlichen Betrages von 25.000 Pfund als britischem Anteil zu den Kosten des Oberkommissär* büros. Zionistische Reorganisation In Persien. Im Zusammenhang mit dem Besuch des Palästinensers J. Kopelowitz in Persien wurde die in den letzten Jähren untätig gewesene zionistische Organisation Persiens reorganisiert. Das neugewähite Komitee setzt sich — wie uns von dem Häuptbüro der Zionistischen Weltorganisation mitgeteilt wird — aus folgenden Hefren zusammen: S. J. Rokhsar (Präsident), Anayatellah Sapir (Generalsekretär), Sodefrmann Boostenai, ShokroMah Rabbani, Samuel Meir, Asher Aharoon, Farajollah Hakim, Mirza Agha Rahimzadeh, NejateMah Raanon, Menashe Roks'ltar, Isaac Aibtehoor und Osa Salüm. Frankreich protestiert gegen den Hafenbau in Palästina? Die Berliner „Vossische Zeitung" bringt unter Berufung auf syrische Zeitungen in auffaMender Form die Meldung, daß der Hafenbau in Haifa Anlaß zu Streitigkeiten zwischen Frankreich und England gibt. I'hr Korrespondent schreibt: Bekanntlich plant England, die Bucht von Ha'ifa zum größten Hafen an der Ostküste des MitteJmeeres auszubauen; hieher soll die Mossul-PlpeCine münden; mit Hilfe der projektierten Biserobah-uilinie Haifa—Eagdad soll ferner ein neuer Landweg nach Indien und die Entlastung des SucaikanaJs bewerkstelligt werden. Daß dadurch Haifa auch in strategischer Hinsicht eine emiinent wichtige Rolle zufallen würde und daß bei der Amlage des Hafens diese strategischen Momente weitgehende Berücksichtfgung finden würden, war von Anfang an jedem Kinde italar. Um so sensationeller wirkten die Meldungen in der syrischen Presse, die wissen wollten, daß bereits im November die französische Regierung ein M em IL Taborstraße 8 :s Tel. R-. 2-3-4j 3. Woche p o orK'lert . Ein Film, den edei sehen mus8. TSslich: Ur> u. Allelnaullührung AL JOLSÖN m •>• fK«S\ I J Was Lied der Täler) mit May Mc. Avoy, Warner Oland u.a. Oaerkantor Josef Rosenblatt Beginn An Weiklagen um %6, 748 und 9 Uhr An Sonn- und feiertagen ab '/25 Uhr morandum an das Foreign Office gerichtet habe, in dem sie gegen den Haifa er Hafenbau Protest erhebt mit der Begründung, daß keine Mandatarmachf das Recht hat, in dem ihr unterstellten Mandatsland ohne ausdrückliche Genehmigung des Völkerbundes einen Kriegs« hafen zu errichten. Diese französischerseits mit großem Nachdruck geführte Aktion hätte zur Folge gehabt, daß das Foreign Office die Pa'lästiina-Regierung beauftragte, die Vorarbeiten in Ha'ia zu unterbrechen und den Beginn der Arbeiten um sechs Monate hinauszuschieben, währenddessen eine Einigung mit Frankreich eraleflt werden seilte. Eine Bestätigung dieser Nachrichten seitens der ■ palästinensischen Regierung,-dite von Anfang an bemfiiht war, die Projekte um Haifa in geheimnisvolles Dumkeil zu hüllen, war ebensowenig zu erhalten als ein eindeutiges Dementi Tätsache ist jedoch, daß, wie ich aus Regiemngsfkreisen indffizietlj erfahre, wirklich ein Befehl aus London am Oelfoerge einlief, der eine Verzögerung des Beginnes der Arbeiten beinhaltete; Dte Meldung der „Vossischen Zeitung", welche sich auf ungenannte syrische Blätter beruft, ist mit Vorsicht aufzunehmen. In den Pariser Zeitungen, welche doch mindestens so gut informiert sein dürften, wie syrische, ist von einem solchen Konflikt keine Rede. Vielleicht spie't bei der „Vossischen Zeitung", welche seit längerer Zeit eine gegen England gerichtete Politik pflegt, der Wunsch nach einem Konflikte den Vater des Gedankens. 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Denn MandatspfKcht Ist es, das verwaltete Land wirtschaftlich zu hoben, und dazu gehört doch in erster Linie der Ausbau der Häfen. Daß solche Hälfen unter Umständen als •miilitärische Stützpunkte dienen können, ist eben unvermeidlich. Auch eine Fabrik kann im Kriege zur Festung, werden. Uebrigens lauten die letzten Nachrichten1 äu» Palästina dahnn, daß der i&ür Palästina so eminent wichtige Hafenbau in kürzester Zeit 'm Angriff genommen wird. * Aus Jerusalem, 1. Februar, meldet die J. T. A.: Oberkommissär Sir John Robert Chancellor teilte soeben mit, daß schon dieser Tage mit dem Bau des Hafens in Haifa begonnen werden wird. Jüdische gelernte- Arbeiter werden beim Hafenbau Beschäftigung finden, hingegen, werden Araber als ungelernte Arbeiter beschäftigt werden.__ ' i «MMMMMMMMMMM^ 9) . I ' Zionismus und Bürokratismus. In „The Jewish C h r o n i c 1 e" (London) veröffentlicht J. H. Kann eine Antwort an die von der Zionistischen Exekutive eingesetzte Kommission für Organisation und Propaganda. Der Verfasser bezweifelt, daß eine Enquete imstande sein werde, die Organisation aus der Situation zu befreien, in die sie durch die Präponderanz des Keren Ha jessod geraten sei. Der Keren Hajessod sei an die Stelle der zionistischen Idee getreten und die gesamte Bewegung habe sich darauf konzentriert, Geld und immer mehr Geld zu sammeln. Er wolle sich in seiner Erwiderung auf die Rundfrage auf wenige Punkte, Organisation und Propaganda betreffend, -beschränken. Er klagt über die bestehende U e b e ro r ga n i s a t i o n, die alle spontane Initiative einzelner verdränge und alle Aktionen nach einem von „oben" vorgeschriebenen einheitlichen Schema ausführen lasse, wie sich dies z. B. bei der Klagemnuerafftire gezeigt habe, wo alle Pro« testvernnstaltungen deutlich den Stempel der Great Rüssel Street getragen hätten. Ein weiteres Uebel sei die große Zahl bezahlter Beamter^ in der Organisation, die wohl für eine bod e n st änd i ge Regierung, nicht aber für eine idealistische Be- Wochen-Kalender Februar 1929 to"s"in Schebat 5689 8 Freitag Sabbateingang 5*— 9 Samstag 29-^3 Sabbatausgang 6 02 ttnmno »on ,htüd »dtcüd (.. Samuel M) Neumon i iu -h Um vo.m 10 Sonntag 30 -b wni tm win tf«m x n Montag 1-K «nn vom o 12 Dienstag 2-3 13 Mittwoch 3~3 14 Donnerstag 4-1 rrrrto