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Die neue Welt · 1929-02-01 · Heft 72 (1.2.1929) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 72 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seife * DIf NEUE WELT Nr. n tepraitatlODStall der Zionisten Ittrr fm Konzerthaus 2. März 1920 Saaleröffnung 20 Uhr Beginn 21 Uhr Kartenvormerkungen: Ballkomitee: 1. Bez., Kärntnerstrasse Nr. 28 Tal. R.27.4-85/88 abends: 2. Bez., Zirkusgasse Nr. 33 Tel. R-49-8 98 AUS PALÄSTINA. Getreide, Gemüse und—Politik« Auch die Fräse, ob man in Palästina Getreidefelder oder Orangengärten und Oel- und Gemüseplantagen anlegen soM, wird in der Zionistischen Organisation und in Palästina als ein Politikum behandelt. Die organisierte Arbeiterschaft ist für den Getreidebau, wcM er sich besser für die Gemeinwirtschaft und die Bildung kommunistischer Siedlungen (Kwuzoth) eignet. Sie wird hiebei von offizieller zionistischer Seite, insbesondere vom offiziellen zionistischen Experten Dr. A. Ruppin unterstützt. Andere Kreise wieder treten für die intensive Landwirtschaft, welche von der Tüchtigk e i t und dem Interesse des Individuums getragen wird, für Orangen-, Oel- und Gemüsekultur ein. Ihr Sprecher ist wiederum der der revisionistischen Union angehörige Agronom Soskin. Nun wird siese Frage endlich auch sacihiich behandelt, und zwar in der palästinensisches Handelsizeitschrdf t „M i s' c h e r W e t a a s s i j a h". Die Zeitschrift berichtet, daß das Regierung skomitee für Industrie und Handel zu einer Sitzumg einberufen worden sei, um die Frage zu Wären, ob auch weiterhin auf Weizen ein Importzoll erhoben werden soll. Die Sitzung gelangte noch .zu keinem Ergebniis. Die Zeitschrift fordert die Aufhebung dieses Zolles mit folgender Begründung: Die natürliche Entwicklung der palästinensischen Landwirtschaft gehe in die Richtung zunehmender Intensivierung, insbesondere durch Pflege der Plantagen und des Gemüsebaues. Somit sei der Plan der Regierung, den hohen G e t r<e-i d e zo 11 aufzuheben, der heute 105 Mil (zirka 4 österreichische Schilding) auf 100 Kilogramm Getreide betrage, sehr zu begrüßen, da dieser Zoll heu>te nur dazu diene, die palästinensische Getreidewirtschaft künstlich zu schützen, für die bei den natürlichen Bedingungen Palästinas doch keine Zukunft sei. Die jüdischen Siedlungen seien sich darüber längst klar und verkleinerten systematisch die Anbaufläche für Getreide. Auch für die M e hl- und Mazzotn Industrie würde eine Aufhebung der Getreidezölle . wünschenswert sein, da diese Industrien nicht ausschließlich palästinensisches Getreide verwenden könnten. Endlich aber würde die Aufhebung der Getreide2ölile zu einer Verbilügung des Brotes und wahrscheinlich zu einer allgemeinen Verbilligung/der Lebenshaltung führen. Schutzzone seien grundsätzlich zu begrüßen; aber sie müßten dem Schutze von Wirtschaftszweigen dienen, denen eine Zukunft im Lande bevorstehe, nicht zum Schutze p r i m i t i v e r und nicht förderungswerter Wirtschaftszweige. Ein-: und Auswanderung im Oktober-November 1928. Im Monat November 1928 kamen 247 Personen, unter ihnen 185 Juden, nach Palästina; 385 Personen, unter ihnen 160 Juden, wanderten im November aus. Während des Monats Oktober wurden 279 Immigranten in Palästina registriert, darunter 205 Juden, 62 Christen und 12 Mohammedaner. 32 Immigranten wurde die Einreise-verweigert. Während des gleichen Zeitraumes wanderten 323 Personen, darunter 196 Juden, aus. Kommunisten für Beduinen und gegen jüdische Kolonisten. Die Kommunisten in Palästina haben an jene arabischen Beduinen, die früher den vom Jüdischen Nationalfonds mit Hilfe der aus Kanada stammenden Gelder erworbenen Boden zu benutzen pflegten, eine Proklamation erlassen, dieses Land in Besitz zu nehmen und sich einer Besitzergreifung desselben seitens der Juden zu' widersetzen. Die gleiche Proklamation wendet sich auch, an alle Fellachen (arabische Kleinbauern) Palästinas und fordert diese auf, die Beduinen in ihrem Widerstand gegen d'.e Juden zu unterstützen. Der Leiter des Komitees „Rote Hilfe" in Palästina, Bar-Naseh, wurde zu 100 Tagen Gefängnis, abzulösen . durch 20 Pfund Geldbuße, zwei andere Mitglieder des Komitees der „Roten Hilfe", Schuster und jährlich» wurden zu je 75 Tagen, abzulösen durch je 15 Pfund Ge'dbuße, verurteilt. Die Frühjahrsausstellung in Tel-Awiw. Die Vorbereitungen für die im Frühjahr in Tel-Awiw stattfindende Ausstellung von Produkten Palästinas und des Nahen Ostens gehen gut vorwärts. Die Schiffsagenturen haben für Au.sstelhingsbesucher eine Ermäßigung von 30 bjs 50 Prozent der Frachtgebühren und 25 Prozent der Fahrpreise für alle von Triest ausgehenden Linien gewährt. — Die Wirkwarenindustrie. Nach deni Bulletin der Industriellenvereinigung beenden sich gegenwärtig sechs Wirkwarenfabriken im Lande: „Hasso«»*', ^Silb^rsteip &, S£h#e", ,,Felns.tein", „Chamilawski", „Melnik" und „Zemer". Bis au«f „Hassoreg" befinden sich sämtliche Unternehmungen in Tel-Awiw. Das investierte Kapital beträgt mehr als 10.000 Pfund, die Zahl der Arbeiter 108 und der Gesamtbetrag der monatlichen Löhne 608 Pfund. Der Wert der Produktion dieser Fabriken im Jahre 1927 überstieg 20.000 Pfund, während der Import in den gleichen Artikeln 1927 noch 36.000 Pfund betrug. (Ziko.) Import und Export von 1919 bis 192?. Das Regierungsorgan „Commercia! Bulletin" veröffentlicht folgende interessante Aufstellung über den Handelsverkehr von und nach Palästina in den Jahren 1919 bis 1927: Jahr Imoott LP. Export LP. 1919 . . . . 4,298.523 793.275 1920 . . . . 5.350.392 791.488 1921 . . . 6 022.439 1,452.685 1922 . . . . . 5,724.238 1,388.070 1923 . . . . 5 061.810 1,594.595 1924 . . . . 5593.376 1,967.268 1925 . , . 7,725.279 1,435.594 1926 . . . . 6,605.211 1,322.031 1927 . . . . 6,447.113 1,503.189 Wiedereröffnung der Delfiner-Fabrik. Die Seidenwarenfabriik „Delfiner" soll wieder eröffnet werden, wenn diie Regierung die Forderung des Wiener Industriellen Herrn Delfiner bewilligen wird, den Einfuhrzoll für seine Erzeugnisse aufzuheben, die zum Zwecke der Fertigstellung nach dem Auslande gesandt werden und zum Verkauf wieder zurück nach Palästina gelangen. Fischerei in Akko. Die Zionistische Organisation übernahm die Schulden der jüdischen Fischergenossenschaft in Akko und setzte sie damit instand, ein Motorboot zu erwerben und einen Laden mm Verkauf Jder Fische zu eröffnen.. . (n___^-"'■■'s=====i== ' » S IT M AR« Socleta Ita'lanx dl Servlzl Marhttml ss wöchentlich mit den Luxusdamptetn *C und „UV* VMM1 ||l 7 Regeim^Olge HllinUn nach Palästina, (Irlechenland, Konsfantlnopal Rundfahrun Im MitUlinear "Billige S o mm er fahrten Auskünfte: .Sitmar", I. Kärntnerring 18;r: (Ecke ^chwaizenbergplatz) Telephon; §5009 m g) Flugdienst Port-Said—Zypern—Jaffa. / < Zwischen Port-Said, Zypern und Jaffa soll demnächst von einer englischen Gesellschaft ein Flugdienst eingerichtet werden. Die Linie soll sowohl für den Postals auch für den Passagierdienst zur Verfügung flehen. £ ' ■ . i / Neue Streichholzfabrik in Tel-Awiw;/ * , In der Jaffastraße, an der Grenze von Tel-Awiwj soll deninächst eine neue Streichhölzerfabrik eröffne^ werden. Die Fabrifk wird zunächst fünlundzwanzig Arbeiter beschäftigen. \: Kein weiblicher Advokat zugelassen; Aus Jerusalem wird gemeldet: Der Schwiegertochter des verstorbenen großen hebräischen1 Philor sophen Achad Haam. Frau Ginsberg, die-sich als Rechtsanwäitin etabliert hat, wurde vom Jecusalemejp Oberrichter untersagt, vor der Richterbank zjftplaidieren, 4a nach seiner Interpretation des palästinen* sischen Advokatengesetzes nur m ä n n 1 i che P e jbl s o n e n das Recht auf Ausübung der Advokatur, vor Gericht haben. Frau Ginsberg hat an das O b e j? s t*ß Gericht - a p p e 11 i e r t. * U Kohie*Hüttenkoks ■"rU- . ... OBERS HLCSISCH. ANTHR ACIT westpmkuwm Qualitätssorton - Billigst BÄSCH, IV« Manh Argantln fritr. 22 T«if*li. q.4j,w RabattseMlon d«s KEREN-K A JEMEf H ftiTiimiimmimmtnnnwHi'Witihwmiin'iifttwntwmHitwii SIEGM. KORNMEHL GROSSFLEISCNHAUEREI Z»ntrale IX.. Ber<rga«9*» 19. Tft^ohnn 17-3-99 u. 16-9-3* Lieferant tür Heilanstalten Abteilungen für -^«Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinata der lsr. Kalttisgemeinde Wien Autoxustollung kostenlos IX. B«rggatse 15 / XVIII., Währlngeritr. 97 rfimwHHtMiM»HWiMmiMtwtiwMHi>»fimi*tittiHitnttni ■iniMiiiMsiwsumiiiriiinMiiMniinmiiiiiiiiiiuniDiiiiiiii ummwammwuMPtg 40? jüdische Aerzte. Nach einer Aufstellung der jüdischen ärztlichen Gesellschaft befinden sich in Palästina gegenwärtig 405 jüdische Aerzte, drunter 127 Frauen. 7 Aerzte stehen Im Regiesungsdienst, 66 arbeiten In der Hadassah, 24 in der Kupath Choliu (Arbeiterkrankenkasse), während 17 ihren Beruf nicht ausüben. Auf die drei Städte verteilen sich die jüdischen Aerzte folgendermaßen: Jerusalem 98, JaIia-, Tel-Awiw 234, Haifa 56. Die Zahl der Kinos. Während die Zahl der Kinos vor acht Jahren in. ganz Palästina nur vier betrug, gibt es heute in den Städten Tel-Awiw, Jerusalem, Petach Tikwah und Haifa mehrere Kinos und je eines in den kleineren Orten, wie Chedera, Sichron Jakob, Afule, Akko, Tiberias, Safed, Ramalla, Nablus, Gaza, Rechowoth. Der Zuwachs, der aus dieser Statistik ersichtlich ist, geht parallel mit einer Verbesserung der Filmprogramme, da allmählich bessere Filme ins Land gebracht werden. Tel-Awiw allein besitzt fünf Kinotheater, Jerusalem ein ständiges und zwei Freilichtkinos, die nur im Sommer beniitzt werden. Haifa hat .fünf Sommer- und drei Winterüchtspiele. Die Wohnungen in Tel-Awiw, Nach der letzten Zählung gibt es in Tel-Awfw 9270 Wohnungen, wobei Baracken nicht mitgezählt sind. Nur fünf Wohnungen enthalten je acht Räunfe und acht Wohnungen je sieben Räume. 37 Woihnungeri haben je 7 Zimmer, 130 5 Zimmer, 345 4 Zimmer, 323 3 Zfannier, 3445 2 Zimmer und 4408 Wohnungen nur ein einziges Zimmer. Vom Orangenmarki. Der polnische Minister für Industrie und Handel hat den Vorschlag des polnischen Handelsbaratiers In Palästina, Dr. Bernhard Hausner, angenommen, nach welchem die Quote für den Import palästinensischer Orangen nach Polen für die Saison 1928/29 auf 2 00 Tonnen erhöht wird unter der Bedingung, daß die Orangenproduzenten in Palästina für d"*en gleichen Betrag polnische Waren importieren. * In einem Artikel im „Near Eeast ans Tndia" wird im Hinblick auf die in der letzten Zeit wiederholt geäußerten Befürchtungen von Absatzschwierigkeiten für die Jaffa-, orange ausgeführt, daß nicht so sehr die . A u s d e hn u n g. d e r Orange nkulturen. Bedenken errege, als die Qualität und Verfassung der exportierten Früchte. Nur wenn die Jaffaorange in tadelloser Qualität auf dem Markt erscheine, kann sie ihren Absatz behaupten. Die Hauptkonkurrenten für die Palästinaorange in England sind heute Spanien, Italien, Amerika und Südafrika, von denen Spanien die weitaus größten Mengen liefert. Von hundert Orangen, die in England konsumiert werden, kommen achtzig auf Spanien und auf Paläs'ina nur zehn.5 Italien, das seine Anbaufläche ständig vergrößert, beliefert hauptsächlich Zentraleuropa. Die schnelle Vergrößerung der Anbaufläche in Palästina, die sich in den nächsten Jahren in einer großen Zunahme der Produktion zeigen wird, wird auch für Palästina die Absatzfrage böchst aktuell machen. * Auf einer Tagung kalifornischer Orangenpflanzer in Los Angeles, die den Problemen der Konkurrenz der kalifornischen Orangen auf dem englischen Orangenmarkt gewidmet war, ist man .laut ,J3oar Hajom" zu dem Beschluß gekommen, die brasilianische, südafrikanische und palästinensische Orange durch Herabsetzung der Preise für die bekannte „Sunkist'-Orange vom Markte zu verdrängen. * Die Regierung veranstaltet auch in dieser Saison eine OrangenaussteMung in Tel-Awiwt Die Schau wird in der Ausstellungshalle von Tel-Awiw am 22. Februar eröffnet werden und vier Tage dauern. Die Bekämpfung der Heuschreckenplage. Die Bekämpfung der aus Transjordanien eingefallenen Heuschreckenschwärme wird energisch fortgesetzt. Der Hauptschwarm versucht bei der Allenhy-Brücke vorzudringen, ein anderer ging östlich von Jerichow nieder. Eine mt Flammenwerfern ausgerüstete Kompagnie, von zahlreichen Einwohnern unterstützt, vernichtete einen Teil des Schwarmes.

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