Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-02-01 · Heft 72 (1.2.1929) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 72 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711689--0961-2714138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

N*. n DIE NEUE WELT Seite t v VERBAND DEMOKRATISCHER ZIONISTEN iitmnmimranwiiHwmnmffflinmnn^ D'enstag, den 5. Februar 1929, um halb 9 Uhr abends, im Cafi City, 9. Bezirk, Porzellanvasse Nr. 1 iwinwimnwii^ffliinfflWiinitiHmiwtiiBiiiir Frei zusänsilche aiatNf lANOt Kampf gegan Antistmittsmui and Abfall vom Judantum — Oi« iudangartiaifttfa II EON ER t Qbarbsarst Robert StfleVtr Or. Leopold Piaschkee, ütwld Naoentahl Eintritt frei! Eintritt frah Zum Delegiertentag der österreichischen Zionisten. demokratischer Zionisten lehnt die Teilnahme protestieren gegen die Abhaltung. vor, ihren eigenen Weg zu sahen. Der Verband glaubt, sich »ur Veröffentlichung dieser Erklärung verpflichtet, um in der zionistischen Öffentlichkeit rechtzeitig Aufklärung au schaffen." Am 13. nnd 14k April 1929. — Der Verband ab. — Die Zionisten-Revisionisten Das Zionistische Landeskomitec teilt mit: Mit Rücksioht darauf, daß am 6. April noch nicht alle Gesinnungsgenossen von den Palästinareisen zurückgekehrt sind, hat sich das Landeskomitee veranlaßt gesehen, den Delegiertentag um eine Woche zu verschieben; er findet demnach am 13. und 14. April d. J. statt. Die Tagesordnung wird noch separat bekanntgegeben werden. Es Ist notwendig, daß sämtliche Gruppen die Parteisteuer und den Schekel längstens bis zum 20. Februar d. J. abführen und verrechnen. Der Termin für die Einzahlung der Parteisteuer und des Schekels kann Ober das angegebene Datum* hinaus nicht erstreckt werden, da bereits am 2 7. Februar d. Jf., von 6 bis 10 Uhr abends die Wahlen der Delegierten für den Delegiertentag in ganz Oesterreich erfolge«. * Die Ausschreibung des Delegiertentages bedeutet die Ablehnung der Forderung starker zionistischer Gruppen nach Aenderung des derzeitigen Wahlrechtes, welches die Stimmen zersplittert und es den Gruppen unmöglich macht, eine ihrer Stärke entsprechende Vertretung zu erlangen» Sie erfolgt Überraschend, da eine Parteiratssitzung anbcräumt war, welche die Forderungen der Gruppen, insbesondere der demokratischen Zionisten, welche durchaus sachliche sind, diskutieren sollte. Dne Sitzung wurde wohl wegen Verhinderung mehrerer Parteiratsmitglieder — es fand gleichzeitig eine Kultusvorstandssitzung statt — abgesagt. Aber statt einer neuerlichen Einberufung erfolgte die Ausschreibung des ordentlichen Delegiertentages durch das Landeskomitee auf Grund des alten Wahlrechtes. Die Folge dieses Vorgehens wird eine noch weitergehende Zerklüftung der östererichischen Organisation sein. <» * Der „Verband demokratischer Zionisten Oesterreichs übermittelt folgende Erklärung: Das Wahlrecht zum Delegiertentag und Parteirat ist an örtliche Verbände gebunden. Es verhindert direkt die gerechte Vertretung der einzelnen Gruppen im Zionismus. Es öffnet dem Unrecht Tür und Tor. Mit Hinweis auf diesen unleidlichen Zustand haben die demokratischen Zionisten bereits vor länger als einem Jahr ihre Delegierten zurückgezogen und als Bedingung ihrer weiteren Mitarbeit die Forderung nach einer g erechten Wahlordnung erhoben. Sie haben verlangt, daß ein gemeinsamer Wahlkreis geschaffen werde. Sie haben bei dieser Gelegenheit — ohne auf Widerspruch zu stoßen — darauf hingewiesen, daß viele Delegierte unberechtigt In der Parteivertretung sitzen und Ortsgruppen durch Erlag von Geld zu einer großen Vertretung gelangen. Als Argument wurde entgegengehalten, daß beim gemeinsamen Wahlkreis die rührigen Elemente in der Organisation zu viele Mandate gewinnen könnten. Als ob die Mandate den Nichtrührigen gebührten! Große Teile der Wierter Organisation erkennen die Gerechtigkeit der Forderung der demokratischen Zionisten an. Aber die derzeit maßgebenden Personen wollen davon nichts wissen. Unter solchen Umständen erblickt der Verband demokratischer Zionisten In der Ausschreibung des ordentlichen Delegiertentages auf Grund des alten Wahlrechtes den Ausdruck dafür, daß man eine Verständigung nicht will und die Fernhaltung der Vertreter der demokratischen Zionisten wünscht. Der Verband erklärt, daß er die Teilnahme an diesem Delegiertentag ablehnt. Der Verband kann nur an einem Delegiertentag teilnehmen, wenn durch den einheitlichen Wahlkreis den Gruppen die Möglichkeit gegeben ist, überall Ihre Stimmen zu sammeln und durch rechtzeitige Ausschreibung eine ordentliche Wahl Werbung ermöglicht wird. Die demokratischen Zionisten, alterprobte Arbeiter in der Bewegung, sind nicht gewillt, sich durch Wahlgeometrie an die Wand drücken und in ihrer zionistischen Tätigkeit lähmen zu lassen. Sie werden weder den vom Landeskomitee Jetzt ausgeschriebenen Delegiertentag, noch eine von diesem Delegiertentag gewählte Leitung anerkennen. Sie sprechen den so gewählten Instanzen und einer so gewählten Leitung das Recht ab, Gefolgschaft zu fordern, und behalten sich Cafe Reklame Cafetier: Jakob Goldfile* Wien, Il.„ Praterstrafje Nr. 34 anschließend die „Jüdischen Künstlerspie'e* / Vorzügliche Getränke und kalte Speisen zu billigen Preisen / Rummy- Spieltische Treffpunkt der jüdischen Gesellschaft Wie uns mitgeteilt wird, hat auch die Union der Zionisten-Revision Ist en in ihrer am Montag abgehaltenen Generalversammlung beschlossen, gegen die Einberufung des ordentlichen Delegiertentages auf Grund der alten Wahlordnung zu protestieren und, falls dem Protest nicht stattgegeben würde, die Nichtteilnahme am Delegiertentag in Erwägung zu ziehen. Einstein oh die amerikanischen, Juden. Professor Albert Einstein ha't sich auf Ersuchen der Jüdischen Telegraphenagentur bereit erklärt, die folgende Botschaft an die amerikanische Judenheit zu richten: „Die Judenheit gleicht einem vor etwa zweitausend Jahren-geköpften Tiere, Jerusalem mit seinem Tempel war sein Kopf, Gottes Wunder, daß es geköpft lebendig blieb durch die lange Zeit. Weiteres Wunder: Der unförmig gewachsene Leib besann stob, vor wenigen Jahrzehnten, daß er einen Kopf haben ntüsse. Undschon hat er Palästina, ein ganz ordentliches Köpfchen, ausgeschwitzt. Aber doch zu klein, dünn und schwach für den decken Leib. Sorget, daß es ein ordentlicher Dickkopf werde, wie er zu dem Tier paßt!" CENTRAL-KINO m IJ.TaborstraQo8::TeI.R* 2-3-41 Täglich: Ur» u. AtBelnauHUhrung AI Jolson (Das Lied der Väter) mit May Mc. Avoy, Warnor Oland Tdni'n'igfi: u.a. OsarMantor Javset Rostftblatf Beginn An We-Mag-n um '/,6. und 9 Uhr An Sonn- und Feiertagen ab Uhr L0J Was in Deutschland gelehrt wird. Die zehn Gebote der Nationalsozialisten. Der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Goebbels veröffentlicht in dem Berliter Organ der Nationalsozialis len „Der Angriff" die zehn Geboie seiner Partei. Sie lauten: „1. Man kann den Juden nicht positiv bekämpfen. Er ist ein Negativum, und dieses Negativuni muß ausradiert werden aus der deutschen Rechnung, oder es wird ewig die Rechnung verderben; 2. Man kann sich mit dem Juden nicht über die Judenfrage auseinandersetzen. Man kann ja, doch niemandem nachweisen» daß man da? Recht und die, Pflicht habe, ihn "unschädlich zu machen. 3. Man darf dem Juden im Kampf nicht die M'ttel zubilligen, die man jedem ehrlichen Gegner zutillig1; d:nn er i t k e i n e h r 1 i c h e r O e g n e r; er wird Oroßmut nnd Ritterlichkeit nur dazu ausnutzen» seinen Feind darin zu fangen. 4, Der Jude hat in deutschen Fragen nicht mitzureden. Et ist Ausländer, Volksfremder, der nur Gastrecht unter uns genießt, und, zwar ausnahmslos in mißbräuchlicher Weise. 5. Die sogenannte reIiglöse Mo ral des Juden ist keine Mo r a 1, ' so n d je r h e i n e - A n I e i t u n g zum Betrug. Deshalb :hat sie auch kein Anrecht auf Schutz und Schirm der Staatsgewalt. 6. Der Jude ist nicht klüger als wir, sondern nur raffinier lind gerissener. Sein Syslern kann nicht wirtschaftlich,^, er kämpft Ja wirtschaftlich unter ganz anderen Morklgesetzerr als wir — sondern nur politisch gebrochen werden; 7. Ein Jude kann einen Deutschen gar nicht be 1 eidigen. Jüdische Verleumdungen sind nur Ehrennarben für einen deutschen Judengegner. '8. Der We.'t eines deutschen Menschen oder einer deutschen Bewegung steigt mit der Gegnerschaft des Juden. Wird jemand vom Juden bekämpft, so spricht das absolut für ihn. Wer nicht vom Juden verfolgt oder gar von ihm ge'obt wird, der ist nutzlos und schäd.ich. 9. Der Jude beurteilt deutsche Fragen immer vom jüdischen Standpunkt aus. Deshalb ist meist das Gegenteil von dem, was er sagt, richtig. 10. Man muß zum Antisemitismus Ja oder Nein sagen. 44 *t Die rtthrcttde Markf t hnm JA Betriebsfertig Cto: A ntuinnHnt»nwnnmiittmnnmiunwi» Das elektrische Radio-Wunder iimiiiitiiiimmtiiimuttmmi hita JB noctattbrterie hn« AI k kumu latoran An« i^Vnttnne Direkt an den elektrischen Steckkontakt anzuschließen. Mit eingebautem erstklassigen klangreinen f 90C Lautsprecher t) LQJ All *fnve> kauf nur be FRITZ HALPERT, IX. W&hrlr)00r*tr*S* 82 Telephon A-11-105 KoatoniMt Ur flttttfti I« \htti WohnMiB. Ail WtiMOh b«4»«me TitmMuim >MlllBTOIIlM Wer den Juden schont, der vereündigt sich am eigenen Volk. Man kann nur Judenknecht oder Judengegner sein. Die Judengegnerschaft ist eine Sache der persönlichen Sauberkeit. Mit diesen Grundsätzen hat die judengegnerische Bewegung Aussicht auf Erfolg. Eine solche Bewegung wird vom Juden deshalb auch nur ernst genommen und gefürchtet." ' Die Magdeburger Richter* KöJ'üng und Hoffmainn, die beiden Magdeburger Richter» sind verurteilt worden. Die höchsten preußischen Richter, vierzehn an der Zahl, saßen sieben. Tage lang zu Gericht Über die beiden und mußten sie seihilcßHüh strafen. Klebt sehr empfindlich, zumindest nicht so empftndiieh, wie die beiden dem Fabrikanten Haas hatten mitspielen wollen. Das war vor drei Jahren, als sie dem Juden durchaus einen Mord hatten andrehen wollten. Sie halten den. Täter schön fest, aber da er ein 'hakehikreuzleriscihes Individuum war, mußte ihm um jeden Preis zumindest ein jüdischer Anstifter beigesellt werden. Und da hatten sie «In Subjekt namens ten Holt, einen Kdmiinailinspeiktor und Freund des Schröter — so hieß der Mörder — und der folgte willig der ihm erteiilten Instruktion: einen Juden zu finden. Er sperrte ääso den Haus ein. Und weil alles gegen die Schuld des Ba>a» und für seine absoluteste Unschuld sprach, so wur<!wr einige Koiistruktionen hergestellt. Haas habe Steuer- Ji i n.t e r z i e »hu n g begangen und der Ermord-ete» sein Buchteiter Heiliu«, haibe. das gewußt. Die Stetterbeltörde Magdeburg erklärte das sofort für blanken Unsinn, da Haas seine Steuer bereits bezahlt hatte. Nun kam eine andere Geschichte. Haas habe zusammen mit einem Beamten des tschechischen Konsulates den Helling ermordet und die Sachte sei eine höchst geheim* nisvolle politische Affäre. Das zieht immer: Juden und Tschechen gemeinsam? Die deutschnationailiC Presse witterte die Hand der Weisen voh 2ion. Herr Köiling Heß nicht locker. Der Öberpräsident von Magdöbwrg, Herr H 6 r s i n g, verbat sdch energisch den Unsinn. Das führte wieder den Gerichtspräsidenten Hoffmanu auf den Piain und der begann sogar Zeitungsartikel für die Rechtspresse zu schreiben, in denen er für Kalling sich einsetzte. Da kamen zwei Berliner Kriminalbeamte nach Magdeburg, besichtigten das Wohnhaus des Schröter, fanden die Leiche und brachten den Mörder zu einem iklaren G es t ä n d n 1«. Haas, mußte , auigen-bUokiictfi enthaftet werden. , , Köiling und Hofftnarm kamen vors Disziplinargericht in Naumburg und beriefen dann an das Kamiinetgerlcht: in Berlin. Sie sind bestraft worden, aber das Märchen vom, dem jüdischen Mörder ist damit noch nicht abgetan, ßs kommt in den Hltlerschen.Pitaval. . ... , ■■ . .. ■ ■ n.............. -.................■........I.......im,......Ii nir,.,,. Wochen-Kalender Februar 1929 UTV . ta«ain Schebat 5689 1 Freltao 21- Sabbatelngang 4*57 2 Samstag 22-33 Sabbatausgang 5*56 ^en n^ö nava niteoh w 'e (len.jd 6, i. 1-6. 0. i. 9) ' 3 Sonntag 23~3!) 4 Montag 24-iD 5 Dienstag 2S-H3 J) 6 MHtwtoh 26 -03 7 Dgnnarstag 27-?3 pp mos ov» d^w rw^o

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.