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Die neue Welt · 1929-01-18 · Heft 70 (18.1.1929) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 70 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 70 die Juden in der Wirtschaft eigentlich erstreben, im allgemeinen und im einzelnen, besonders aber ihr Großteil: die Kaulleute, dann wäre reichlich Gelegenheit geboten, in den meisten Fällen die volle lieber* ekritimmung mit der österreichischen nichtjüdischen überwiegenden Mehrheit festzustellen, freilich mit den auch in dieser obwaltenden Interessenverschiedenheiten. So und nur so wäre es möglich — zum allgemeinen Besten — aber auch zur wirklichen Befreiung des Judentums aus jahrhundertelanger Demütigung, das widerliche Judengeschrei endlich zum Verstummen zu bringen — nicht durch Gegenrufe —, sondern durch die Ueberleitung zu jener Sachlichkeit, deren die Gegenwart, deren vor allem die Wirtschaft, nirgendwo aber mehr und dringender als in Oesterreich, bedarf. Noch viel weitergehende Vorteile eines Zusammenschlusses würden sich durch die Erörterungen über Gewerbe und Industrie in voller Deutlichkeit zeigen, vielfach würde sich daraus auch in überraschend klarer Weise ergeben, weshalb das Judentum gegenwärtig so sehr nach einer selbständigen H e i mstatte in Palästina drängt, am dort in solchem Sinne sein wirkliches Wesen voll zur Geltung zu bringen, aber für die jüdischen Kaufleute in Oesterreich dürften wohl schon diese flüchtigen Andeutungen und Anregungen genügen, um die Bedeutung zu kennzeichnen, die ein Zusammenschluß in solchem Sinne und Geiste für sie hätte. Wie naheliegend und wie fruchtbar wäre dann, nicht nur für die jüdischen Kaufleute, sondern für ganz Oesterreich, eine engere Verbindung in solchem Sinne mit der internationalen jüdischen Kaufmannschaft, die kaum von anderer Seite günstiger als von den derart zusammengeschlossenen jüdischen Kaufleuten Oesterreichs herbeigeführt werden könnte. Wenn es dann noch gelänge, eine von solchem Geiste geleitete internationale Zusammentretung der jüdischen Wirtschaftskreise.in Wien zu v e r a n s t a 11 e n, könnte dies wahrlich nicht nur in und für Oesterreich, sondern dem gesamten Judentum endlich zu jenem Ansehen und zu jener Würdigung verhelfen, ' aui das es berechtigten und begründeten Anspruch hat, und zwar nicht nur für den Augenblick, sondern dauernd. Eigentlich wäre hiezu für den Anfang kaum mehr erforderlich, als daß sich eini.ge ernste und angesehene jüdische Persönlichkei'ten des Wirtschaftslebens an die Spitze stellen. Werden sie sich finden? Es wäre wahrlich nur die Erfüllung einer Gewissenspflicht gegenüber den weniger Erfolgreichen, die bisher nicht selten unter dem Erfolge der — sicherlich nicht ohne ihr eigenes Verdienst — Begimrt5grien litten. Gewiß hätten fio mit mancher,Schwierigkeit auch t?ittern;*ssen zu rechnen, über welche unvergängliche Owwstauns würde ihnen such erwachsen! Von den Winkeln des Ghetto zu den Revuebühnen New Yorks. „Der Jazzsänger" — ein jüdischer Film. Das Zentral- Kino in der Taborstraße spielt aib Montag, den 21. Jänner den Filim „Der Jazzsänger" mit Ail Jolson in der Hauptrolle, der besonders ibei der jüdischen Bevölkerung Wiens Anklang finden muß. Der Film schildert, wie wir berichteten, den Aufstieg des Sohnes eines aus Rußland nach Amerika eingewanderten jüdischen Kantors. Jack Rcbin — so heißt der „Jazizsänger" — kämpft sich von den Winkeln des New Yorker Ghettos mit seinen düsteren „tenenttnenits" bis zu den Revuebübnen des Broadway durch. Die Handlung des Films ist. in vielen Einzelheiten dem eigenen Leibensweg des Hauptdarstellers All Jol&on ähnlich, der ebenfafls zuerst als Knabe in der Talmud schule seines Vaters, des Kantors Jolson, singen gelernt bat und später zum berühmtesten und höchstbeza-Mten Liebling des amerikanischen Piu'blitktwns geworden ist. In höchst dramatischer Weise ist das Hauptmotiv des Fißms gestaltet. Es handelt sich um den KonflJkt zwischen der, jüdischen Tradition, dem „Lied der Väter" und den Pflichten eines Schauspielers. Der Jazzsänger soll am Versöhnungstage im Rahmen einer ganz großen Broadway-Premiere auftreten, während sein Vater gleichzeitig von ihm verlangt, daß er i<m Tempel das „Ko4- Nädre" singe. AI Jolson gestaltet diese Sizene mit erschütternder Innigkeit, der man es anmerkt, daß ihm das Miüeai des Judentums etwas Altgewohntes und Liebes ist. Ue»berhaupt wurden anläßlich der Herstellung dieses Films in Amerika hervorra>gende Kenner des Judentums herangezogen. Die Fabrikanten selbst, die Brüder Warner, sind ebenfalls gute Juden, wofür als Beweis dienen mag, daß sie ihren eigenen Vater gebeten halben, die fachmännische Beratung bei allen Tempelszenen zu übernehmen. Bei der Herstellung des „Jazzsänger" wurden keine Kosten und Mühen gescheut und die Gesamtkosten haben nur ein Geringes weniger als eine Million Dollar betragen, von denen 150.000 Dollar allein auf die Gage AI Jolsons entfielen. Neben AI Jolson wird die weilbliche Hauptrolle von May Mc A v o y gespielt, die zu den schönsten amerikanischen Fi'lmdarstellerinnen gezählt wird. Die Szenen im Ghetto sind Originalaufnahmen aus New York Eastside. Bei der Uraufführung des Films „Der Jazzsänger" bringt das Zentral-Kino auch spezielle Toneinlagen, wobei auch Kantor Josef Rosenblatt in einem seiner Originalgesänge zu hören sein wird. Alles spricht dafür, daß der „Jazzsänger" für die jüdische Bevölkerung Wiens, gleichgültig wie sonst ihre Einstellung zum Film sein mag, eine Sensation ersten Ranges darstellen wird. ^iiitiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiitiiiitiiiiiiiiiiJiiiiiiiifiiifiiiifiiifiiiiiiifiiiiiiifififiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiititiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiii^ Herausgeber: EMANUEL FISCUS § Reichba tlg illustriert s Preis 30 Groschen | mm In allen f<af ken u >d in der Kopo tage erhältlicn mm s Tfiittiiiiiitiiitiiitiiiiiiiiitiiitiiitiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ Henrik Sokolow gestorben. Am 6. d. nachts starb in einem Berliner Sanatorium, an den Folgen einer Grippe, Herr Henrik Sokolow, der älteste Sohn des Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive, Na-hum Sokolow, im Alter von ungefähr 45 Jahren. N abtun Saikolow, der sich in herlin aufhält, weilte bis zuletzt am Kran'ken- und Totenbett seines Sohnes. Bernhard Flemminger gestorben. In C z e r n o w i t z ist am 8. d. Herr Bernhard Flemminger im Alter von 55 Jahren gestorben. Er hat in der jüdischen Politik der Eukowina einen führenden Platz eingenommen. Er zählte jahrelang zu den aktiven Mitarbeitern Dr. Strauchers, war lange Zeit Vorstandsmitglied und dann Vizepräsident der Gemeinde in der Aera Straucher und vertrat auch viele Jahre die Judenschaft dieser Stadt im Gemeinderat und in der Handelskammer, In den letzten Jahren sagte er sich von der Straucherschcn Politik los, gründete gemeinsam mit Dr. Mayer Ebner die jüdi-che Einheitspartei, als deren Exponent er gemeinsam mit Senator Ebner die Gerentschaft der Czernowitzer Kultusgemeindc übernahm. Innerhalb der zionistischen Bewegung wirkte er in.besondere für den Palästina-Aufbaufonds. Vereinsnachrichien. Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Mit I. Jänner 1929 ist ein Englisch- und Fraiizösiscli-Kurs eröt'fnet worden Die Sp.aohkuise werden auf moderner Grunjlage getührt und sind aui cas rascheste Erlernen der Spra.hfäliigkeit bei geringem Zeitaufwand einge ichtet. Die Englisch Kurse finden Jeden Donnerstag von 7 Iis halb 9 Uhr ahenu's. die Französisch kürse Jeden Samstag von 7 Iis halb 9 Uhr statt (Anmeldungen, auch für Nichtn.itslieder, werden täglich von 7 bis halb 9 Uhr abends II., Zirkusgasse 33, entgegengenommen. Vor drei Wochen wurde eine KinJcrgruppe gcgrün.'et, deren zweite Zusammenkunft am 12. d. stattgefunden hat. Bis auf weiteres finden die Hndcrkurse je Jen Sanistag von 5 bis 7 Uhr abends statt. Die Jütischen Eltern, insbesondere c'ie Eltern aus un:ercm Verbände, welche Interesse an der J'tc'ischen Erziehung ihrer KinJer haben, mögen diese im Altar von 8 Iis 12 Jahren zu uns schicken. (Anmeldt:n;en we.c'cn täglich von 7 bis 9 Uhr abends II , Zirkusgasse 33, entgegengenommen. Wochenprogramm: Samstas, 3 Uhr ra hm , 7ionistica-Kurs; 5 Uhr nachm. Zusammenkunft der Klnde<\<rruppe; halb 7 Uhr abenJs Französi ch für Anffngcr. Sonntag, halb 9 Uhr vorm , Wan.'e-urg (Treffpunkt vor dem Heim); lalb 8 Uhr abends gesellige 7usammct kunft. Montag, 7 Uhr abends. Höhnisch für Anfänger; l:alb 9 Uhi Hebrfisch für Fo [geschrittene. Dienstag, lalb 8 Uhr abends, Pbnarversammlung mit anschließendem Referat Mittwoch, 7 Uhr abenos, Hebrfisch für Anfiitrer; lalb 9 Uhr Vo.t ag im Cafe Produltanböne. Donnerstag, 7 Uhr a' ends,- Englisch für Anfänger; halb 9 Uhr Hebrfsisch für Fortgeschrittene^ Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. (Klubheini der Hakoah, I„ WipplingerstraPe 24.) Am 21. Jlinrer, 5 Uhr abends, Vortrag Dr. Viktor Kellner, üi.-ektor des Chajcs-Realgymnasiums, zu seinem Zyklus: „Die jüc'ische Erziehung". 7]?nlstisc»Q Bezirkssektion Leopoldstadt. Montag: 7 Uhr abends HebrSisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebrf.isch für Fort eschrittenc; R'ittwoch: 7-Uhr abends Hebrf.isch für Anfänger; Donnerstag: halb 9 Uhr abends HebrCisch für Fortgeschrittene. „Zionistische Bczlrkssektlcn Josefsstadt-Alsergrund", Wien, VIII., Bennoplatz 1. Kittwoch, den 23. d., 8 Uhr abends, bringt Dr. Max Präger „Alte und neue jüdische Schwanke" zum Vort.ag. Gäste herzlichst willkommen" Zionistische Sektion Prater, II., Jungstra"e 8 Heute, halb 3 Ubr abends, Chumasch-Vortrag. Zugänglich. au:h für NichtmitglicJer. Zionistische Bezirkssektion VIH. und IX. Die für den 26 d. angesetzte AkaJemfe wird mit Rücksicht auf den am glei.hen Termin statt indenden Tanzabend der Wizo auf den 2. Februar verschoben. Zlonlst. Bezirkssektion X. 22. d. Vortrag des Herrn Dr. Jakob Weiner im Jüdischen Heim, X.. Humboldtgassc 25, 8 Uhr abends,'Titdma: „Jcwish Agercy". Zionistische Organisation, Oczirksscktlou Brlglttcnau. Freitag, 18. d. Talmudvortrag des Herrn I. Schön'ekl; Sonntag, 20. d. Musikalisch-Lite/au'scher Abend unter Mitwirkung hervorrarender Kräfte u. a. Oberkantor Gerson Margulies, Früulein Rosa Maüer, am Klavier Dr. Wilhelm Bund; Dienstag, 22. d. Vortrag Uber Statistik der Wiener Juden, Referent Amtsleiter Julius Rosenfeld; Mittwoch, 23. d. Vortrag Dr. N. M. Gelber über. Jüdische Salons im 7eitalter der Haskalah. Alle Veranstaltungen, fnden um halb 8 Uhr -statt. Jugendverein „Erez Israel", Wien, II, Zirkusgasse 33. Wochenprogramm: 19. d., 6 Uhr abends, Vort ag cand. jur. M. Gelband über „Die Ursprünglichkeit der Gesetze Mosis oder Hammuralis". Anschließend gemütliches Beisammensein. — 21. d. von 8 bis 9 Uhr Hcbr.- Fortgeschr.-Kurs, 9 bis 10 Uhr Hebr.-Mittcikurs. — 22. d., halb 8 Uhr abends, I. Voit ag aus dem Zyklus „Hervorragende Gestalten der Haska'ah-Periode. Vorragender Prof. Menkes über „Nachman Krochmal und seine Zeit". — 23. d. von 9 bis 10 Uhr Hebr.-Mittelkurs. — 24. d. von 9 Iis 10 Uhr Hcbr..Fortgeschr-T'urs.V— Die Mitglieder werden aufmerksam gemacht, dal ihnen eine ziemlich reichhaltige EK.liothek in JuJaica und Zionistica zur Verfügung steht. Bibliothekstiinden: Dienstag und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr abends. Zionistisch-akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Montag, den 21. d. um 8 Uhr abends findet im Lokal, VIII., Bernoplatz 1, ein Vortrag des Herrn Adolf Böhm über den Auftau Palästinas statt. Erscheinen aller Verl indungen und Vereine Pflicht. ,,Debora»" Müdchengruppe der Wlzo, II., Kl. Mohrengasse 3 (Volksblbl. Zlon). Montag, den 21. d. halb 9 Uhr „Hille!", Referentin Frau C. Waldmann (aus ihrem Zyklus: „Führende talm. Gestalten"). Gäste willkommen, Eintritt frei. Montag und Donnerstaj? halb 8 bis halb 9 Uhr Hebr?ischkurs für Fortseschiittene. Gleichzeitig Neuanmeldungen und auch für den Anfängerinnenkurs, der am 4. Februar beginnt. Jüdische Volksbibllothck Zlon. II., Kl. Mohrengassc 3. Bei der am 5. Jänner d. J. unter dem Vorsitze des Herrn Dr Rybaschewsky stattgefundenen Generalversammlung wurde nachstehende Leitung gewählt: Präsident: Dr David Rothblum, Vizepräsident: Dr. Birnbaum, Schriftführer Frl. Seidenfroh und Frau Koppe, Kassier: Herr Halpern, Frl. Rosenblum M., Organisations- und Propagandareferat: Frau Dr. Gelber. I. Lebensohn, Türkei, Grubner, Veranstaltungsreferat: Ignatz Müller. Rexi Lebensohn. Der Verein zionistischer Hochscliüler „Theodor Herzl" veranstaltet in seinem Heim, IX, Glasergasse 4, einen Vortragszyklus „Das zionistische Ziel einst und ieM. Erfolge und Zukun'tspe.-spektiven der Bewegung." — 19. Jänner: „Zionismus und soziale Jndenfrage". A. H. Prof. Freud. — 26. Jilnner: „Die Einwirkung des Zionismus auf die Selbstachtung der Juden". A. H. Prof. Willi. Stein. — 2. Februar: ..Die Bewegung zur Reraissance der Jüdischen Kultur". A. H. Dr. Ernst Müller. — 9. Februar: „Unsere Aufbauarbeit in Palästina". Herr Adolf Böhm. t- 16. Februar; „Unsere Bestrebungen in der Gallith". A. H. Dr. Leo Goldhammer. — Sämt'iche Vorträge beginnen um 8 Uhr abends. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur In Wien. Montag, den 21. d., halb 8 Uhr im Klubsaale der „Hakoah", I.. Winplingerstrale 24—26 Vortrag des Herrn Me izinalrat Dr. Hein:ich Haase: „Lessing und die Jude n". Nach dem Vortrage Generalversammlung. * lltif* ^ja.A^AA.AAA.A^ , ▼ WWWWWWWf1 „Alpha**, nur Wien, I., Adlergasse Nr. 8 »+♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦< > s s Theater und Kunst. Wochcrsplclplnn der „Jüdischen Künstlcrspiele". Von Freitag, den 18.. bis Montag, den 21., c;ie Operette „Heutige M ä d c h e n". Dienstag, den 22 . oie Ausstattunssopcrette „P a 1 a s c h k a". Mittwoch, den „23, das Lebensbild mit Musik „Das süße Mädche n". Donnerstag, den 24., Ehrenahend für den Schriftsteller und Dramaturgen A. Mcisels mit grolcm Festprogramm. In allen Vorstellungen Auftreten des Güsteraares Vera Kanjewska - Paul B r e i t m a n n. Neues jüdisches Theater. Kfliutlerkaba ett, 11., Praterstra^e 60. Freitag Erstaufführung des dreiaktigen Lustspiels „A lebec'i.;e Welt", von Z. Kn'manowit?. MuMk von A. Kaplan. Samstag. Sonntag und Monntag wird <'ie Novit "t wiederholt. — Am 22. ..'hr eibrochenes Leben". — Mittwoch und Donnerstag: „A ieoecige Welt". jüdische Abende. Nach längerer Zeit ist wieder der Wiener j tidische Gesangsverein mit einem Abend jüdischer Musik vor die Oeffentlichkeit getreten. Ünter Leitung des bewährten Chormeisters A. D z i m itrowsky wurden'Chöre in mustergültiger Weise zu Gehör gebracht. Besonders interessant gestaltete sich das Konzert durch Wiedergabe von Kompositionen ausgesprochen jüdischen Charakters, so vor allem von Achron, Krein und Weprik. ferner von Joel Engel und Lwow. Im Chor aus der Oner „Die Makkabäer" von Rubinstein hatte der Bariton Igor Grün borg die Solopartie inne. Moderne Klavierkompositionen (Krein und Wennk) trug Jakob Gimpel meisterhaft vor. Der jüdische Gesangverein hat wieder bewiesen, daß er die höchsten Anforderungen befriedigt und als Propagator jüdischer Musik weitestgehende Förderung verdient. „Gott, Mensch nnd Teufel." Dieses bekannte Sdiausniel von J. Gordon gelangt gegenwärtig mit großem Erfolg im New Yorker Jüdischen Kunsttheater in einer neuen Bearbeitung von Morris Schwarz zur Aufführung.. Opatoschu verfilmt. Josef Opatoschus bekannter Roman „In polnischen Wäldern", der soeben unter dem Titel „Der letzte Waldjude" (Uebersetzung von Dr. Siegfried Schmitz) im Verlag des Heine-Bundes, Berlin, erschienen ist, wurde unter der Regie des Jonas Turkow, Szenarium H. Baum, verfilmt und läuft in den Warschauer Kinos. Nadi Meldungen polnisdier Blätter wurde ein guter Film gesdiaffen. Viele wertvolle Partien des Buches mußten aus technischen und Zensurgriinden beiseite gelassen werden, doch zeigt sich, daß der Regisseur mit verständnisvoller Pietät die bedeutenderen Gestalten des Romans in ihrer ganzen Poesie zur Geltung gelangen ließ. Vortrag Prof. Graf. Sonntag, den 20. d. um halb 6 Uhr abends findet im Saale der B'nei B'rith, IX., Universitätsstraße 4, ein Vortrag des Prof. M. Graf über „Synagogale Musik" statt. Der theoretische Teil wird durch Darbietungen synag°g'ale1' Musik seitens Kantoren erläutert werden. Für ('as 'jFbiäipche Buch. Eisher halben sich für die Aktion 20 Abonucr.fen gemeldet, die zum großen Teil ihre regelmäßitftiu BiMiräf.r, bereits geleistet haben, respektive leisten. Der KcrüJ Kajcmeth Wien hat bereits von zwei hebräischer, Verla;;:..'lstallen in Palästina „Omanuth" und ,JDwiir L'atrr' die erste Scrienbiicherbestellung durchgeführt, die in den nächsten Tagen eintreffen wird. .Interessenten werden daher die Möglichkeit haben, bei regelmäßiger Zahlung ihre F«ücher in Empfang zu nehmen. Weitere. Interessenten werden die Möglichkeit haben, die E.ücher anzusehen. " Isaak Deutsch, der bekannte Regisseur und Schauspieler, Ist soeben von seiner slU'afri' ai rehen Tournee ziirirkgekeh t und wird detrn'xhst seine; Tätigkeit in den „Jüdischen Künstlerspiele n". aufnehmen. Hakoah spielt gegen Wacker 2:2 unentschieden. Obwohl der F. C. Hakoah auf die Spieler Feldmann, Gold, Fried und Mausner verzichten mußte, konn'e er gegen die spielstarken Meid inger ein ehrenvoller. UnenvSChieden erzielen. Der jüdische verein hat auch vor Jahren in stärkster Aufstellung in Meidling gegen Wacker selten gewonnen. Die jüdische Mannschaft konnte sich gegen die scharfe Spiehveise Wackers nie recht durchse zen. Auch im letzten Match gegen Wacker wurden einige Hakoahner, und zwar Neufeld, Stroß, Heß und Wegner verletzt. Stroß erholte sich bald, für Heß sprang nach Seitenwechsel Wortmann III ein und für Neufeld der Reservespieler Fischer. Die letzten 18 Minuten kämpfte Hakoah nur mit zehn Mann. Der beste Mann der Krieauer war S te r n, der dem Angriffsziel stets überraschende Wendunge.i gab. Sehr gut gefiel Katz. Die Deckung unterstütz.e wirksam den Sturm. Brandes spielte ausgezeichnet. Die Verleidiger hielten sich trotz der schlechten Bodenverhältnisse sehr brav. ■■ . . Gleich nach Beginn greift Hakoah an. Obwohl gegen Wind spielend, bombardierten die ßlau-Weißea das gegnerische Tor. Be eits in der vierten Minute fällt der erste Treffer. Eine vorbildliche Flanke von Katz übernimmt Stern volley, der Ball trifft die Latte und geht ins Netz. Ein Freistoß von Neufeld, verfehlt knapp das Ziel. Nach Sei'.enwechsel brennt Neufe'.d durch, Kovar wehrt im Herauslaufen ab, der Ball gelangt abermals zu Neufeld, der über den gestürzten Tormann hinweg das zwei.e Tor erzielt. Bald darauf gelingt es Tajo den Vorsprung zu verringern. Aus einem Elfmderstoß gleicht Hauswirth aus. Aufs'eilung: Oppenheim; Scheuer, Polhk; Stroß, Brandes, Wegner; Neufeld, (Fischer II), Posaner, Slern, Heß, (Wortmann III), Katz. 3ü07 Zuschauer. Schiedsrichter Z i g m u n d. Ein großer Erfolg Hasmcneas im Cup. Der jüdische Amateurturnverein Hasmonea, konnte den Bezwinger des W. A. F., den spielstarken D. F. C. mühelos 6:0 abfertigen. Dieser Sieg ist um so höher einzuschätzen, als der jüdische Verein gezwungen war, 80 Minu.en lang mit nur zehn Mann zu spie.en. Der D. F. C., der auf eine so hervorragende Leistung der Blau-Weißen nicht gefaßt war, kämpfte sehr derb. In der zehnten Minute erlitt Rosenbaum (Hasmonea) durch einen absichtlichen Tritt des D. F. C- Spie'e s Bochmann, eine schwere Knieverletzung- und muß e von der Rettungsgesellschaft ins Spital überführt werden. Noch knapp vor Schluß versuchten die Un'.erlegenen einen Skandal zu provozieren. S e überfie'en den Hasmonea-Slürmer Arm und insultienen ihn tätlich.

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