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Die neue Welt · 1929-01-04 · Heft 68 (4.1.1929) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 68 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seife 1 DIE NEUE WELT Nr. 68 Koü!e*Hiit!enkoks OBtftS HLBSlSCH. ANTHR ACIT «^mimS Qualitätssorten - Billigst BÄSCH, IV. täiä«w U-46-403 Argentin «rttr. 32 Teiepn. ü.41.!i87 Rabattsekflon des KE8&N.KA JEMETH allen gegen die Stimmen der Radikalen abgelehnt, dagegen ein Antrag Dr. Hindes angenommen, der wie folgt lautet: „Das A. C. fordert sämtliche.' zionistische Föderationen und Fraktionen in Polen auf, alle Maßnahmen zu treffen, um die Konstituierung des polnischen Teiles der iewish Agency noch vor dem nächsten Zionistenkongreß erbeizuführen. , Orünbaum gab zum Schlüsse die Erklärung ab, daß er bis zum Kongreß weiter gegen die Politik der Agency-Erweiterung kämpfen werde. — Sodann erfolgte am 25. Dezember der Schluß der Tagung., Dr. Weizmann nach London abgereist. Präsident Dr. Weizmann tmißte aus Gesundheitsrücksichten noch vor Beendigung der Aktionskomii'teesiitzung Berlinverlassen. Er reiste am 22. Dezember abends ab. Haiders Wünsche. Franz Haider, ein christiichsozialer Albgeordneter des österreichischen Biindesvolikes, rechnet In einem Wiener Blatt der christücharischen Bevölkerung zwei schwere Sünden iröf: die 95 Prozent Christen lassen jsich von den 5 Prozent Juden regieren und sie stehen „mit einer latenten .Indolenz" dieser Erscheinung „folgenschwerster jüdischer Abhängigkeit" gegenüber. Franz Haider weiß nicht, was latent und was Indolenz ist und er ist auch im Gebiete der sprachlichen Logik nicht recht zu Hause. Dementsprechend «ist er Gemeinderat der Stadt Wien und als solcher Mitglied des Landtages. Seilte politischen Taten bestanden bisher in Abstimmen und Zwischenrufen. Immerhin hat ihn ein Teil der Wählerschaft zum Vertrauensträger gemacht und er lohnt den Ruf durch weise Ratschläge. Zu Neujahr. Wenn die Zeitungen und die Gemüter des BundesvoiTkes von deutsch-arischer SentHmentalität bis zum Rand angefüllt si'nd und sich zur Liöbe bekennen, toanz Haider siebt sich so das alte Jahr an und findet, daß es nicht gut war und daß es besser werden muß. Wie? Das gilbt er gleich an. Der chrtisMichsoziale Würdenträger erklärt schlankweg den Seilpel, den Rirttelen, den Ender, den'Buresch'und den Matala und Wie sie alle heißen für Juden. Wahrscheinlich auch den Bundespräsidenten Mfcklas. Und wenn sie äueih nicht so ganz Juden sein sollten, so regieren sie wahrscheinlich" im Aulftrag der Juden, der jüdischen Geheimz-enttrale, hinter deren Schliche man schon gekommen' ist. Die^ RegiereMöri lh^ Oesterreich tun alles, was geeignet ist, die Machtposition'' der Juden zu stärken. Zunr Beispiel in der /P^stsparkasse/Hm'■; Dorotheum; in der kaufmännischen : Bamk, in der nordisch-österreichischen Bank; im Beamten abibau, in den österreichischen Gebirgs- :-sommerfrischen. Franz Haider,' Beamter der Bundesbahnen und Gemeinderat von Rudolfshelm, hütet sich sehr, die Missetaten der Regierenden im einzelnen zu erwähnen. Er spricht Heber zur Volksseele in allgemeinen, aber desto einprägsameren Beföhlen wie etwa: „Christen, kauift nur bei Christen!' So meint er die folgenschwerste Jüdische Abhängigkeit zu brechen, und mit diesem Vorsatz überschreitet er die. Schwelle des neuen Jahres. , . Es ist gewiß nicht weltbewegend,, was besagter Haider .— neben dem Gattermayer eine Zierde der Bundesbahnen-Bea-mtenschaft — an Rezepten für künftiges Wohlergehen zu verschleißen hat. Doch ist er. eine Art Therrrjoftietergrad in der Fieberskala österreichischen Lehens. Er äst ja einmal von seiner Parteileitung auf die Liste der zu empfehlenden Kandidaten gesetzt worden, scheint also dort Gewacht und Ansehen zw 'besitzen.. Seine Partei hat •ja auch zu jener Zeit, als es in die Wahlen gjng» jenes •Programm angenommen, das die Juden als wirtschaftliche Schädlfoiige des deutschen Volkes zu .bekämpfen anordnet. Diewirtschaftlichen Hamster und Engerlinge haben sich auf einem .der Partei näherliegenden Faid befunden, und die Herrschaft der Juden ist nicht einmal so stark, einen jüdischen Weichenwärter durchzusetzen. Dafür sorgen söhon diejenigen, die den Franz Haider als Kandidaten aufgestellt haben, Er danikt ihnen dafür, indem er sie in den Judenstand erhobt. An unsere Leser! Wir bringen hfemit zur Kenntnis, daß das bekannte Musikhaus b?tcei'.iior, Wien, i.. A<ilergasse 5 und II., Kleine Pfarrgasse 28. sein reichhaltiges Lager in Jüdischen und hebräischen Schallplatten durch die neuesten original amerikanischen Aufnahmen kantoraler und jüdischer Gesänge ergänzt hat. Zu Propagandazwecken wird eine große Serie von Schallplatten an diejenigen Leser unseres Blattes, die sich auf diese Ankündigung berufen, zu bedeutend ermäßigten Preisen ab> gegeben. .________ .__E Die Zionistisch-Revisionistische Weltkonferenz. Die Beschlüsse. Am ersten Konferenztag, am 2 7. Dezember, wurde zunächst die Wahl des Präsidiums (Lichtheim, Dr. Weisl, Dr. Brutzkus, Dr. Soskin) vorgenommen, dann schritt man zur Wahl des Sekretariats (Dr. Max Kiwe, Wien, Levy, Paris, Abrahams, London) und der Kommissionen (Permanenznusschufl, Politische Konimission, Palästinensische Wirtschaftskommission, Organisation für Finanz und Presse, Jugendkommission und Mandatskommission). Das erste Referat hielt Wladimir J n b o t i n s k y über die politische Lage im Zionismus. Er schilderte eingehend die Gefahren, die s'ch aus der nun anscheinend perfekt gewordener» Erweiterung der Jewish Agency für den Bestand der Monistischen Organisation und die Souveränität des Zionistettkongu... js ergeben und fordert, diesen Gefahren durch eigene polifisehi» Akflönen zn begegnen und zunächst difch die Errichtung eines politischen B;iros des jüdischen Nationalstes Palästinas, Wand Leumi, in London. Mit RuAsidit auf die Art und Weise, wie die britischen AdminlstratiönsbchÖrden in Palästina vorgehen, woraus eine bestimmte politische Einstellung des Jischuv resultiert, und ferner ans organisatorischen Gründen ist eine Autonomie der revisionistischen Landesorganisation in Palästina notwendig. Dr. Wolfgang Weisl sprach über <jie Frage des 7. Dominion. Nach eingehender Analyse des Mandatsbegriff, der Mandatshandh)l>unsj im Irak, in Syrien und in Palästina und der politischen Verhältnisse der britischen Dominions kommt er /..ir SelWußfoljrcrnng, e i n j ü d i s e h e s Dominien «u» i kein e S u h m äler ung d es Jud etts t aats ged a nke n s. Die politische Debatte eröffnete Meir Großman (London), der sich gegen die Forderungen Jabotinskys wendet und das Abwarten der Ergebnisse des nächsten Zionistenkongresses empfiehlt. Ben jamini, der bekannte palästinensische Jurist (hebr.), setzt die Debatte mit der Erklärung fort, (Infi die Schaffung der Jewish Agency den Prozeß des Verfalls der Zionistischen Organisation bedeute. Klinow (jiddisch) ef'clait: Wir «et/^n >l»'ii Kampf gegen die Jewish Agency mit <ler gleichen Leicbnschnft und Energie fort. Mr. Abrahams überbringt die IOTEL COHTINENTM iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw UfiEff, BJ.f PRATERSTRÄSiE 7 (neben Schwedenbrücke POO 7»mmP\ mri^firn«!» p«rt«e''(4itf»t Erstklassige Küche Maßige Preise Grüße der' : Revisionisten1 EnTlands. Der Vertreter Bessarabiens,' J ö a c Ii fciri i.o iv". forderte zu einer, neuen revolutionären Tat a$kt ''0r. A k z i n, Liverpool, spricht sich für eigene politische Aktionen 1 der. Revisionisten ans, denen / allerdings gewisse Grenzen zu setzen sind. Auch in Palästina müsse eine politische Sonderaybeit geführt werden. , R. L i c h t h e i m, Deutschland, bezeichnet den Vorschlag Wedgwoqds als einen wichtigen Schritt vorwärts im politischen Kampf um den Judenstaat. Ein jüdisches Dominion steht in gar keinem Gegensatz zu dem Von Herzl geschaffenen Baseler Programm. Nachdem eine Reihe von Rednern aus allen Ländern zu den politischen Referaten Stellung genommen haben, hält W. Jabotinski das'Schlußwort. Er faßte die in der Debatte zutage getretenen Stimmungen zusammen und kopstätiert pine zufriedenstellende Uebereinstimmung in den Hauptfragen. Projblemo und Methode». Am Abend hielt Dr. Sc he cht mann (Paris) sein Referat über das „A u f b a ti p r o b 1 e m Pal ästinas", worin er zunächst erklärte, daß das ökonomische Programm der Revisionisten auch t ihr politisches Programm sei. Eine Massenkolonisation sei nur dann möglich, wenn eine Agrarreform und . eine blühende Industrie geschaffen würden. „Wir können nicht warten , erklärte Schechtmann, bis das politische System geändert wird und müssen daher ein ökonomisches System für die Uebergangszeit aufstellen. Das zionistische Budget hat die Kolonisation demoralisiert, den Schaffensdrang paralysiert und die Regierung von allen Lasten befreit. Es muß abge* schafft werden. Die wichtigste Frage ist die Schaffung von Bedingungen für eine leichte Einwanderung. Vom Keren Ha j es so d muß eine Hälfte für bleibende Werte (Gebäude, Wohnhäuser usw.), die zweite Hälfte zur Errichtung eines Garantie- und Kreditfonds für jüdische Einwanderer Verwendet werden. Ebenso muß der Keren K a j e m e t h für produktive Zwecke (bestimmte Summe auf das Konto eines Arbeiters zu dessen Selbständigmachung) bestimmt sein. Die Gründung einer landwirtschaftlichen, einer Hypotheken- und einer Industriebank ist unbedingt erforderlich. Hand in Hand mit einer Agrarreform muß die Intensivierung der rentablen Industrie gehen und der Weg gefunden werden, wodurch Export und Import gepflegt Werden und in jüdische Hände gelangen.' VERBAND DEMOKRATISCHER ZIO NISTEN Dienstag, 8 Jänner 1929, um 8 Uhr abends im Cafö Döblingerhof, XIX./ Billrothstraße 49 OEafWS^ANDi Der Kampf um die fuderigemeinde Wae wolJtn die demokratischen Zionlaten? REDNfcRi Oberbsuffit Robert Stricker Dr. J, Weidmann Entr rtfroll Eintritt frei l Gegensätze zwischen radikalen und gemäßigten Delegierten. Am zweiten Sitzungstag begann die Hauptaussprache über die Haup.probleme üer Tagung. Die Aussprache wurde durch Meer Qroßmann emgeleLet, der ausführte: Sämtliche Heferate haben an brennende Piob.eme der zionis isciien Po.nik gerührt, darum werde wohl auch die Aussprache nicht dsn Charakter eines akademischen Redespiels tragen. Er polemisierte gegen einen Teil der Darlegungen Jabotinskys mit tfezug auf Rechtsschutz und bezeichnete als den einzigen Wirkungskreis von „Seclmtenu" die Vertretung verletzter Rechte von Einzelpersonen. Er unterstrich. die Notwendigkeit, di zionistische Organisation stark zu erhalten, indem man ihre politische Autorität unangetastet läßt. Im weiteren Verlauf der Aussprache kam es zur Austragung scharfer Meinungsverschiedenheiten zwischen dem radikalen (Jabotinsky) und dem gemäßigten (Großmann und Lichtheini) Flügel der revisionistischen Partei. Die Debatte drehte sich darum, erstens, wie weit der Revisionismus eine politische und ökonomische Eigentätigkeit entfalten darf, zweitens wie die These über Nichtvcrlelzung der Prärogative der "Zionistischen Organisation zu interpretieren sei. Als sehr strittig erwies sich insbesondere die Frage, ob der Jiscnuw in Palästina eine selbständige . politische Vertretung in London etablieren solle oder nicht. Die Redner des gemäßigten Flügels bezeichne.en eine solche Vertretung als einen. „Staat im Staate" und eine Schädigung des Ansehens der Zionistischen Organisation. Jabotinsky griff selbst in die Debatte ein und sagte, er sehe voraus, daß die Zionistische Organisat.on ihre Politik der.Passivität fortführen werde; er bestehe darum unbedingt auf der Forderung, mit einer eigenen 'politischen und wirtschaftlichen Tätgkeit anzufangen. Der Revisionismus darf sich nicht in der bloßen Opposition erschöpfen; ebensowenig darf er eine reine Kritikgenossenschäft bleiben. Dr. S c h e c h t m a n n. referierte über Aufbau- 'nrobleme und behandelte die Fragen des Budgets, der Fonds', der Anleihe, der Organisierung . des Kapitals für Palästina und zog die Schlußio'.gerung, daß die Politik die Wirtschaft bestimmt und nicht umgekehrt. Je größer die politischen Erfolge sind, desto schneller wird das Kolonisationswerk fortschreiten. Schechtmann forderte energische Vorkehrungen zur Förderung der industriellen Entwicklung, sowie eine Agrarreform, ohne welche eine Kolonisation gar nicht gemacht werden könne. Die Richtschnur der Wirischafts- und Sozialpolitik müsse sein: das Interesse der Nation/ nicht das Omppeninteresse entscheidet! Sodann erstattete Dr. Soskin (Palästina unter größter Aufmerksamkeit aller Konferenzteilnehmer und Gäste sein Referat über das „Problem der Kolonisation in Palästin a", worin er sich mit der Krise lind ihrer. Ueberwindung, mit allen Varianten der Ansiedlungsmöglichkeiten und hauptsächlich mit der Frage der Investierung v on Privat kapital beschäftigte. Er legte die Aufgabe der Revisionisten dahin "fest, daß sie die Regierung im Sinne der Förderung der bewässerten Agrikultur und ihrer Finanzierung zu beeinflussen hätten. Die gründlichen Ausführungen Soskins bildeten einen Höhepunkt der Tagung. Ml Groß mann (London) meinte, daß die vortrefflichen Referate von Dr. Schechtmann und Doktor Soskin hauptsächlich Probleme technischer Natur berühren, daher im Plenum nicht den richtigen Anklang finden können. Die wichtigsten Probleme sind a) die außenpolitischen, die von anderen Faktoren erledigt werden können; b) die inner politischen, dje von der Zionistischen Organisation (unter revisionistischem Einfluß, wenn er die Macht haben wird) zu behandeln sind; c) die von den Revisionisten im Zustand der Opposition zu erledigenden.' Es ist daher die Forderung nach Schaffung eines Kolonisations-Departements seitens der Regierung und nach einer Kooperation der Regierung mit der Zionistischen Organisation zu stellen. Großmann wendet sich gegen die Art des Schul- und Erziehungssystems, gegen die unsystematische Verwendung der Fonds, g i b t. A n r e g u n g e n betreffs Heranziehung großer, Zinsen garantierter K a p it a 1 i e n und fo r d e r t die Revisionisten aller Länder auf, als Privatpersonen Export- und Importgesellschaften für Erez Israel' z u gründen. Dr. Lichtheim (Berlin) spricht über die Erweiterung der Jewish Agency. Er legt zunächst den Standpunkt fest, den er und M. Qroßmartn als Vertreter der Revisionisten in der letzten Sitzung des A. C. eingenommen haben. Die verfehlte Taktik des Führers der Bewegung, das fortwährende Hinausschreien des Am-Ende-seins mit den Kräften, hat ungeheuren Schaden angerichtet. Weder das britische Colonial office, noch der Völkerbund, noch irgend eine nichtzionistische Gruppe haben die Erweiterung der Jewish Agency verlangt. Lichtheim schlägt folgenden Resolutionsbeschluß vor: Die Stellungnahme der Zion. Revis. bleibt uneröchüttert, Die Konferenz billigt seine und Großmanns Staft Karben m \mimm ÖBÜ. PAL JWEG Vermählte Zweiht ücken Wie Im Jänntr 7929

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