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Die neue Welt · 1928-12-28 · Heft 67 (28.12.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 67 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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" Seite 10 .__ des Chonneisters A. Dzimitrowsky und unter Mitwirkung von Igor Grünberg (Gesang) und Jakob Gimpel (Klavier). Das Programm enthält vorwiegend Erstaufführungen, und zwar Chöre von Achron, Engel, Ljow, Ssaminsky. Rubinstein u. a. ferner Klavierwerke von Alexander Krcin und Weprik. Restliche Karten von S 1 bis 3 bei R. Löwit, Rotenüirmstraße. Dfe Offenbacher Haggadalt. Dieses vor kurzein erschienene Buch stellt schon äußerlich ein bibliographisches Kunstwerk dar. Es strebt, indem es in Schnitt der deutschen und hebräischen Type, Stil und Farbe der ganzseitigen Holzschnitte, Notenschrift u. a. von alten Vorbildern ausgeht, die Schaffung eines neuen Typus an. Die Offenbacher Haggadah, ursprünglich für die Familie des Herausgebers Dr. Guggenheim in Offenbach bestimmt, geht darauf hinaus, Winke über die Gegenwartsaufgaben des Juden- Junis im Rahmen der Pessachbetrachtungen zu geben. Den Sdiluß bilden zwei vom Mittelalter her bezogene Lieder wsenartfgen Inhalts. Das erste ist das „Zah I cn Ii ed", worin in Frage und Antwort .allerhand Einzelheiten der biblischen Geschichte zahlenmäßig im Aufstieg von Eins bis Dreizehn aneinandergereiht sind. Das andere handelt vom .Zicklein". Dieses Zicklein-Motiv ist von der deutschen Volkspoesic entlehnt worden, wie denn überhaupt die Pessach-Haggadah schon im Mittelalter die Augen der Christen auf sich gezogen und zur Nadiahmung gereizt hat. iriiÄ „Alpha", nur Wien, I., Adlergasse Nr. 8 | Veremsnachrichien. Zionistische Fraiicngruppe Protei-, II.. Jungstraße 8. Dienstag, J. Jänner 1929, 8 Uhr abends, Vortrag: Dr. Amalie Kantor: „Zur Geschichte Sabbatai Zewi". Gäste willkommen. Verein „Nord-Ost" und ..Stanlslauer Freunde'. Samstag, den 29. Dezember 1928 im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, Elite-Ball. Beginn S Uhr abends. Karten im Vorverkauf: In beiden Vereinslokalitäten, bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern beider Vereine und im Cafd National. II., TaborstraGe 18. Zionistische Frauengruppo Favoriten, i Kurse für Jüdische Geschichte und Literatur finden am ersten Donnerstag eines jeden Monates statt. Beginn am 3. Jänner 1929, 8 Uhr abends. Jüdisches Heim, X., Humboldtgasse 25. Referentin: Dr. Amalie Kantor. Gäste willkommen. Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiTurnbewe^ung Freundschaftsspiel Sportklub— Hakoah: 3:2 (2:0) Ueberraschend gutes Abschneiden der Hakoah, 4000 Zuschauer. Das Treffen der Blau-Weißen mit dem Sportklub, dem Herbstmeister .der ersten Klasse, zeigte die Hakoah in glänzender Verfassung. Die Spieler zeigten erstklassiges Können und wäre en Unentschieden das richtige Ergebnis des Spielverlaufes gewesen. Die beste Leistuno zeigte die Läuferreihe, von den Verteidigern arbeitete Scheuer prachtvoll. Der Tormann Oppenheim hätte. leicht zwei Treffer verhüten können, zeigte aber auch in einigen schwierigen Situationen bravouröse Abwehrtechnik. Feldmann wurde wegen derben Spieles ausgeschlossen, S c h w e i n b u r g e r in der zweiten Halbzeit gegen Fischer II ausgetauscht. Der beste Mann im Sturm war Stern. Der Sportklub war durch den tiefen Schneeboden in seinen Aktionen stark behindert, sogar die berühmte Verteidigung zeigte eine mäßige Leistung. Spielverlauf: In der 11. Minute vergibt die Hakoah durch Feldmann einen Elfmeter. Der Sportklub kann bis zur Pause durch Weilinger (25. Minute) und Pillwein (40. Minute) zweimal einsenden. In der 3. Minute nach der Pause holt Mausner einen Treffer auf und Stroß stllt in der. 41. Minute den Ausgleich her. Eine Minute später . seihipj^ Weilinger den siegbringenden Treffer. Vorher wurde Feldmann ausgeschlossen. Schilling geht verletzt vom Plätze. Reserven: 3:3 (2:2). Schiedsrichter: Voigt. Die nächsten Spiele der Hakoah. Aus der geplanten Schweizer Reise der Blau-Weißen scheint nichts geworden zu sein, denn die Haikoaii hat bereits für die nächste Zeit ein Programm ausgearbeitet, das durchwegs Spiele mit Wiener Mannschaften enthält. Arn 13. Jänner träert sie ein Freundschaftsspiel gegen Wacker aus. Am 20. Jänner tritt die jüdische Mannschaft im Cup jjegen B. A. C. an. Für den 27. Jänner ist ein Match gegen den Meister Admira vorgesehen. Die Hakoah-Mannschaft wird vorläufig nicht verstärkt und wird die nächsten Spiele mit folgender Mannschaft bestreiten: Oppenheim; Scheuer, Gold (Feldmann); Fried, Stroß (Löwinger), Pollak; Neufeld, Heß, Stern, Mausner, Katz, Posamer, Schweinburger. Nur vier jüdische Amateurvereine in Wien. Die jüdische Sportbewegung hat einen starken Rückschlag erlitten. Die Zahl der jüdischen Amateurfußballverehie ist in letzter Zeit von 12 axif nur 4 gesunken. Es bestehen nur Hasmonea, H agi b or- M a k kabi, K a d i m a h und M e n o r a b. Auch der Bestand dieser Klubs ist nicht gesichert. Friihjahrstermine der Hakoah in der Handball- Meisterschaft. Die Ha<koah-He* ren spielen im Frühjahr gegen folgende Vereine: 24. Februar: G y m n as tdk k lu b; 13. März: Donau; 17. März: Admira; 7. April: Möd- Jslng; 14. April: Langenzersdorf; 28. April: ,W. B. C; 5. Mai: Ni.cbol so n; 9. Juni: He rt»h a. Die Termine der Ha koah-Da m en lauten: 17. März: Sp. V. F.; 24. März: O Ufo am: 7. April: Ferrowat t; 14. April: Donau; 28. April: D a n u b i a M; 5, Mal: Schicht; 9. Juni: La nee nzer sdo r f. Juden bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften. An den Weltmeisterschaften Im Tischtennis, die im Jänner in Budapest ausgetragen werden, nehmen zahlreiche jüdische Spieler teil. DIE NEUE WELT _ Im österreichischen Team spielen F 1 « 0 m an « (Hakoah), Koliti und P i IM n s e r (Makkabi-Hagibor). Die Hakoah-Elshockcy-Mannschaft unterlag in der Meisterschaft gegen St. Pölten 0:1. Llon (Hakoah) hat sich im kombinierten Sahel- und Florctticchten des vom W. A. C. veranstalteten Huber-Memorfals als Erster placiert. Aus den Vereinen. Meuorah: Das neue Klubheim ist im Caiö Balkan, VII., Zieglcrgassc 1. Donnerstag Spielervcrsammlung. Folgende Spieler haben sich einzufinden: Aptcr. Defris, Eislcr, Jellinek, Kasner, Neustadt. Rauchmann, Rci3mann. Roßmann, Schleifer, Wcitzen. Schönfeld. Sptndlcr. Schramm, Tcltscher, Zatschek. H agi bor: Samstag, 8 Uhr, Mitgliederversammlung. Hasmonea: Freitag, halb 8 Uhr, Spielervcrsammlung, Einzahlung und Aufstellung. Austritte aus dem Judentum. Adolf Kraus, geb. 13. IX. 1866, CsrkwHz, 8ed., VII., Biirgigasse 113. — Dr. Theodor Blau, geb. 16. IV. 18S3, Wien, V., Ramperstorffengasse 23. — Otto Stwertka, geb. 29. VII. 1900, Wien, lcd., JH., Stubacherstraße 22. — Gisela Weiner, geb. 5. I. 1906, Wien, led., R, Klan«- gassc 7. — Rosa Kraus, gab. 9. VI. 1895, Szalndk, led., IX., Nu Udorf erstraße 40. — Robert Kohn, geb. 9. VW. 1900, Wien, led., IL, Taborstraße 69. — Wilhelm Melsel, geb. 20. IV. 1898, Wien, led., IX., Spitafcgasse 21. — Hans Altschul, geb. 20. VI. 1906, Triest, led., IX., Widerhofergasse 3.— Josef Litwak, geb. 27. II. 1899, Lemberg, IX., Fuchstallergas'se 1. — Heinrich Scher, vorm. Hirsch, geb. 1. V. 1888, Tarnopol, led., IX., Servitengasse 10. — Viktor König, geb. 27. XI. 1907, Wien, led., V., Rechte Wienzeile 85. — Eleonore Tesarz, geb. Steiner, gesch. Peschek, geb. 29. IV. 1901, Krakau, ger. gesoh., V„ Wiedner Hauptstraß 114. — Gisela Kurda, geb. 9. III. 1902, Wien, led., VJI., Richtergassc 1 a. — Adolf Mayer, geb. 14. X. 1900, Wien, led., II., Rueppgassc 19. — Jakob Boritzer, geb. 26. XII. 1886, Wien, ger. gesch., VII., Mariahilferstraße 45. — Erika Almoslino, geib. 11. II. 1925, Wien, led., XVIII., Eckpcrgassc 43. — Judith Elzho'lz, geb. 24. IV. 1893, Budapest, led., V„ Ramperstorffergasse 19. — Friedrich Köhler, geb. 27. IX. 1894, Wien, lcd., Post/bricfbesteller, V., Margaretengürtel 104. — Mathilde Wind, geb. 12. IV, 1881, Radenin, led., V., Schönbrunnerstraße 85! — Irene Biegler, geb. 10. I. 1879, Wien, led.', II., Ybbsstraße 31. — Marie Glas, geb. 31. VIII. 1910, Wien, led., II., Beinestraße 41. — Fritz Lampl, geb. 28. IX. 1892, Wien, verh., VII., Doblergasse 2. — Robert Mislap, geb. 17. VII. 1883, Wien, led., VII., Neustiftgasse 64. — Siegfried Berdischofsky, geb. 18. VIII. 1907, Wien, -led., IV., Hauptstraße 71. — Johann Berger, geb. 22. VIM. 1909, Wien, led., XII., Tichteligasse 10. — Margarete Hauser, geb. 10. XII. 1899, Wien, led., Brunn a. Geb. — Sophie Fischer, geb. 7. V. 1907, Wien, lcd., V., Hannburgerstraße 14. — Johann Fritz, geb. , 29. X. 1898, Wien, ded., VI., Marchettistraße 9. — Friedericke Wolf, geb. Allina, geb. 19. IV. 1892, Wien, verh., XVIII., Messerschmiedgasse 46. — Eva Wolf, geb. 1. VIII. 1925, Wien, XVIII., Messerschniiedgasse 46. — Machold, recte Gotthold Back, geb. 23. V. 1866, Leva, verh., IL, Verehisgasse 10. —. Egon Grtinhut, geb. 8. HI. 1906, Tieschite, led., XV., KarmeHterhofgasse 4. —- Lea Veronika BeroUno Faustina Beregi, geb. 24. II. 1910, Chanlottenburg, led., V., Mangaretenstraße 82. — Max Rektor, geb. 1. X. 1894, Wien, led., XX., Mortaraplatz 4. — Julie Ganz, geb. 10. II. &02, Wien, 'led., XX., Rausoherstraße 14. — Otto Porges, geb. 6. Iii. 1905, Brünn, led., XX., Hannavergasse 6. — Hilde Groak, «eb. 5. VUM. 1910, Wien, led., I., Landesgerichtsstraße 6. — Franziska Neumann, geb. 1. X. 1910, Wiien, led., I., Johamiesgasse 22. —• Stefan Karl Reinitz, geb. 3. IX. 1903, Wien,Jed., I., Fischerstiege 9. — Margot Baderle, geb. 1. III. 1906, Wien, led., IX., PorzeHamgasse 11. — Ignaz Jellinek, geb. S. II. 1897, Wien, verw., XV., Akkonpdatz 2. — Berthold Nelken, geb. 23. XII. 1894, Wien, verh., II., Böcklinstraße 104. — Robert Weißmann, geb. 7. XII. 1912, Wien, Jed., X., Leibnitizg. 39. — Rüben Stern; geb. 28. X. 1877, Mi tau, Id., XIX., Grinzhiger Allee 7. — Julie Obstgarten, geb. 13. W. 1885, Czeraowitz, led., IX., Rögengasse 26. Zum Jahresschluß — herunter mit den Preisen! Wir haben das Unmögliche möglich gemacht und unsere bekannt billigen Preise noch wesentlich reduzier^. Sehen Sie sich nur ein/mat! die in unseren Schaufenstern ausgestellten Waren an, vergleichen Sie Preis und Qualität unserer Angebote — und entscheiden Sie sich dann für unserer Angebote — und entscheiden Sie sich dann! Wir haben bei Erweiterung unserer Geschäftsräume in der Passage des Hauses, Taborstraße 48 a. neue Schaufenster eingerichtet, die Ihrer besonderen Beachtung wert sind. 10 neue Schaufenster — 10 Schlager und zwar: Kleider-K-Seide, 75 breit, per Meter S —.98 Frottierhandtuch, groß S —.98 Daruenhenid oder -hose S ].5( Seidenscbal S 2.90 Die echte Pullmann-Kappe S 3,90 Herren- oder Damenschirm S 3.90 Mode-Herrenhemd S 3.90 Velours-Schlafrock S 9.80 Flanell-Herren- und Daroenpyjama S 9.80 Damen-Schneeschuhe, bis Größe 37 S 9.80 Warenhaus Brüder Schiffmann E Taborstraße 48. Denket an den Winter! und decket euren Kahlenbedari schon jetzt bei der bestrenommierten Firma Julius Haber, Wien, H„ Taborstraße 9, (Stehe auch Inserat, Seite 19.) .............. „.._,. .. ------- E ^____ Nr. 67 ' DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wien. (35. Fortsetzung» „So! Und. um wieviel willst du mit mir wetten, daß Edgar Poe in diesem Hause dreiundzwanzig jähre lang gewohnt hat? Deshalb habe ich doch diese Wohnung gemietet. Erst gestern abends war Jack London bei mir (so oft er nach New York kommt, sucht er mich auf; wir haben die ganze Nacht durchgebuiiiimelt) und hat mich gebeten, ich möge'' dieses Hause gegen sein Gut in Kalifornien tauschen, er reißt sich docli um das Haus." „Doch du gehts nicht darauf ein? Well, das ist möglich. Doch laß mich mit dem Haus in Ruhe. Sag' lieber, Moscovici, ist noch etwas von dem Wein übrig geblieben, den Jaok London bei dir getrunken hat? Wir sind alle durstig, Brot haben wir mitgebracht." „Dort muß noch etwas sein," — antwortet Moscovici verlegen — „wo hast du das- Brot?" „Buchholz hat auf dem Weg ein Stück abgebissen, ich kann nichts dafür" — sagt Freier, während er das Brot der Frau Moscovici reicht. „Das war gescheit von euch!" — sagt Frau Moscovici — „Marx, Lassalle, .Freiheit!'" „Warum hast du ihnen so sonderbare Namen gegeben?" — fragt Freier. „Ihm werde ich den Namen ändern," — Moscovici deutet auf Marx — „ich werde ihm einen.- literarischen Namen geben, keinen politischen. Ich werde ihn Walt Whitman nennen oder vielleicht Jack London, nach dem Namen meines Freundes. Dem da" — er deutet auf Lassalle — „werde ich auch den Namen ändern. Ich war einmal Sozialist, heute bin icli es nicht mehr. Ich werde ihn Ysaye neun. Wißt ihr warum? Ysaye selbst hat .mich gebeten, ich möge den Knaben nach ihm benennen. Wie Ysaye ihn spielen gehört hat, hat er mir gesagt: ,Moscovici, ich bin ein alter Mann und habe niemanden auf der Welt. Nenne dein Kind nach mir und wenn ich sterbe, so werde ich ihm meine Geige als Erbe hinterlassen.' Sonst hat er nichts gesagt, sondern hat sich abgewendet und seine Tränen getrocknet; wie er sich wieder umgewendet hat, da ist er auf den Jungen zugegangen, und hat ihn auf den Kopf geküßt. Da habe ich zu ihm gesagt: ,Mon aini, Ysaye, c'est votre fils' — und icJi will Wort halten. Doch sie" — er deutet auf das Mädchen — „wird weiter Freiheit' heißen; denn der Name gefällt mir. Die Pawlowa, die Gischinska, die Fokina haben sie tanzen gesehen und haben mich alle gebeten, ich möge sie .Freiheit' nennen. Verstehst du? .Freiheit tanzt.' Bakst zeichnet für sie ein Kostüm als .Freiheit', ganz in Rot. Isadora Duncan kommt jeden Tag zu mir, sie läßt mich nicht in Ruhe und bittet mich, ich möge .Freiheit' in ihre Schule geben. Ich aber sage ihr: Jsadora, .Freiheit' ist nichts für dich, dju hast deinen klassischen Rhythmus, den hast du den Figuren auf den griechischen Vasen abgeguckt und ahmst ihn nach, aber .Freiheit' ist Revolution! Sie hat den zerhackten Rhythmus. Sie wird mit dir nicht harmonieren, denn du, Isadora, bringst den Geist des Klassizismus zum Ausdruck, steif, gerade Linie, aber .Freiheit' den Geist unserer Zeit, die kurze, abgehackte Linie.' Man adar" — ruft er der Kleinen in einer Sprache zu, die sie sich beide erfunden haben, beginnt ein Motiv zu summen, geht ins nächste Zimmer zum Klavier und klappt den Deckel auf. Blitzschnell wirft „Freiheit" ihr Hemdehen ab und beginnt nackt, wie die Mutter sie geboren hat, einige Tanzfiguren wischen den umgeworfenen Stühlen, dem Bettzeug, den Kleidern und Büchern auszuführen. „Rund, klassisch, graziös" — die Maitter zeigt ihr die Bewegungen mit der Hand, hebt ein Buch vom Boden auf amcl zeigt der Kleinen darin eine nackte tanzende Gestalt. *> „Was willst du von ihr?" — Moscovici läuft vom Klavier weg. —• „Laß' das Kind tanzen! Die abgehackte Linie, -das ist .Freiheits' charakteristische Linie." „Nein, nein, die runde, gestreckte Linie, die verträumte, die verschleierte, das ist .Freiheits' charakteristische Linie." Doch von all dem wurden die Besucher nicht satt. Buchholz konnte es nicht mehr aushalten und •brüllte mitten in den heftigsten Disput zwischen Mann, und Frau um Freiheits charakteristische. Linie: „Leute, habt ihr vielleicht ein Glas Wasser zu Hause?" „Wo hast du den Wein von gestern?" — hilft Freier mit. „Freiheits1" ganze charakteristische Linie wwrde zerstört. Es stellte sich heraus, daß Jack London, üu- „Säufer", den ganzen Wein ausgetrunken und auch nichts von den „Fischen" und dem „Braten" sowie den anderen guten Dingen zurückgelassen hatte, die stets im Hause zu finden sind. „Wißt ihr vielleicht, Leute, wo die Lehrerin M$ß Förster, .wohnt?, Wir mü&sen doch heimfahren."

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