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Die neue Welt · 1928-12-28 · Heft 67 (28.12.1928) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 67 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 67 DIE NEUE WELT Seite 9 1 alten Stiles war und sich nicht viel um die Bedürfnisse der in der Großstadt lebenden Juden 'kümmerte. Schlank und dürr, mit einem Weinen blonden Bärtchen, pflegte er wie ein kleinstädtischer Raw gekleidet durch die Petersburger Gassen zu gehen, in langem Kafftau, ..Schuh und Strumpf", eine Jarmulke, unter der die langen gekräuselten Pojes rollten, am Sabbat dazu noch das rote Taschentuch, das man nicht „trageil" darf, als Gürtel um die Taille gebunden. Er bekümmerte sich wenig1 darum, daß Betrunkene und ihresgleichen, denen er begegnete, über den „Zidowski rawin' lachten. Als Nachfolger des Ra;bbi Jizchak Blaset* beriefen die „aufgeklärten Elemente" den Raw Olsen wang e r, der das genaue Gegenteil seines Vorgängers war. Als jüdischer Orthodoxer aus Kurland trug sich Raw Olschwanger ein wenig westlicher und besaß „deutsche Manieren". Er pflegte fast „hochdeutsch" zu reden und die Rigaer und Dorpater deutschen Zeitungen zu lesen. (Nebenbei sind Enkel des Raw Olschwanger der in Warschau gut bekannte zionistische Führer und gewesene Redakteur des „Jüdischen Volk" Alexander Olschwanger, zweitens der jüdische SchriftsteMer und Gelehrte, Leiter des Verlages „Wostok" in Berlin Dr. E Ii a h u O 1 s c h w a n g c r, drittens Dr. Emanuel Olschwanger, der bekannte jüdische Folklorist und Philologe in London, der vor kurzem Südafrika für den Keren Hajcssod bereist hat.) Die Petersburger Ch'assid i m waren aber mit dem Raibbinerwechsel nicht einverstanden. Sic wählten einen anderen, Rabbi Sa Im an Landau, einen Juden alten Schlages, ziemlich unbedeutend, ohne Kenntnis der russischen Sprache. Da tauchte die Angelegenheit des „Pravozitelstvo" (Wohnrecht) auf. Die Chassidim hatten ihren neuen Raw nach Petersburg gebracht, ohne ihn registrieren zu können, da die'Petersburger Kchil'la das Recht nur auf einen staatlichen Hilifsrabbincr hatte und dieser in der Person des Olschwanger bereits vorhanden war. Was.a<lso mit dem chassidischen Raw tun? Die Chassidim fanden einen Ausweg, indem sie Rabbi Sahnan Landauals Gehilfen eines Juweliers namens Elia hu Jizchak Margulin anmeldeten, der das Recht auf einen Angestellten aus der Provinz hatte. Margulin gehörte dem chassidischen Kreis an. Es erübrigt sich zu bemerken, daß der chassidische Raw nicht die geringste Ahnung vom Juwelenhaiidel besaß. Anfangs war alles in bester Ordnung und Rabbi Salman Landau, „Margulins Gehilfe", übte ruhig sein Amt aus, bis plötzlich eine Anzeige gegen Salman Landau einlief, des Inhaltes, daß er kein Gehilfe sei. Urheber und Ursache der Anzeige sind bis heute unbekannt geblieben. Rabbi Landau wurde verhaftet und wäre abgeschoben worden (sein Chef Margulin mußte mit Geld büßen), wenn nicht von ganz unerwarteter Seite iift letzten Augenblick Hilfe gekommen wär«. - .■>:.'<• ■ *v -w ..' ' 3. : - Das Polizeispitzel Chawronski. , Unter den Petersburger Juden befand sich, eine große Zahl ehemaliger „Nilkolaje.wsker" Soldaten, die nach Beendigung ihrer schweren Dienstzeit sich in der Hauptstadt niedergelassen hatten. Die meisten von ihnen zeichneten sich trotz ihres primitiven' Bildungsniveaus durch Fleiß und Verbundenheit mit der jüdischen .Tra4ition aus. Es gab aber auch einzelne, die au* „leichten" Verdienst ausgingen. In Petersburg waren zur damaligen Zeit drei gewesene Niikolajewslker Soldaten boini Natschalnik der Petersburger Geheimpolizei Puitillin tätig, mit . Namen Chawronski, Pinelewitsch und Brenner; Die Petersburger Juden blickten auf diese ihre „Brüder" mit Verachtung und'Meltu sie vom jüdischen Gemeinschaftsleben fern, was die Gesellen nicht albhielt, zeitweise zum Gottesdienst zu kommen und für jüdische Zwecke zu spenden. Der Tüchtigste der drei war Chawronski, er war es, der den Rabbi Salman Landau gerettet hat. Er tat es auf leichte und originelle Weise, indem er einfach hinging, den Rabbi aus der Zelle holte und sich ihn als -seinen eigenen Gehilfen beilegte. So wurde auf einmal der Petersburger chassidische Raw der Gehilfe desGeheimagenten und hatte dadurch naturgemäß Pravozitelsfcvo (Wohnrech't). In Petersburger chassidischen Kreisen wußte man nicht, was vorgefallen und um welchen Preis Rabbi Sa'lman be-i freit worden war. Mali glaubte, Chawromslki und seine Genossen hätten das „protektionsweise" erreicht, und obwohl man von diesen Leuten nicht gerne Wohltaten empfing, war man doch froh, den Rabbi befrei* und unbehelligt zu sehen. Daß Rabbi Salman von seinem neuen Beruf nichts verstand, darüber ist selbstverständlich kein Wort zu verlieren. 4. Chassidim und Misnagdini. Längere Zeit figurierte Rabbi Salman Landau als Chawronskis Gehilfe in den Listen der GcheiTnpoli'zei und hätte dort „im Amt" bis ans Ende seiner Tage bleiben können, wenn nicht das Weltgesetz bestünde, wouach jedes Geheimnis einmal an die Sonne kommt. Die Geschichte von Rabbi Salman, dem Geheimpolizisten, kam endlich' J. L. Gordon und Baron Horace Günsburg zu Ohren und wurde in den Petersburger jüdischen Kreisen mit großer Entrüstung aufgenommen, da man eine solche Hamdiungsweise als Gotteslästerung empfand. Es gab zwei Möglichkeiten, diesem Zustand ein Ende zu machen: Rabbi Salman eine Geldsumme einzuhändigen, damit ec Petersburg verlassen köpne, oder ibn afc Gehilfen der Judengemeinde auf legalem Wege unterzubringen. J. L. Gordon nahm an dieser Afifäre regsten AnteSl und war dafür, daß Rabbi Salman Petersburg verlasse. Diese Stellungnahme erregte die iAnhänger Rabbi Salmans, die Petersburger Chassidim, derart, daß einige Fanatiker unter ihnen die Parole ausgaben, Gordon auf jede Weise zu entfernen. Diese Agitation wäre für Gordon völlig bedeutungslos geblieben, wenn nicht der „ungebetene Wohltäter" Chawronski eingegriffen hätte. Als Chawronski sah, daß Gordons Stellungnahme den Chassidim schade, beschloß er, nach bewährter Methode, einzugreifen. Damals, in den letzten Regierungsjahreu Alexanders II., machte sich in Rußland bereits die revolutionäre Bewegung bemerkbar, - die später mit unheimlicher Wucht ausbrach. Fiel doch dieser Zar einem terroristischen Attentat zum Opfer! Die russische Ochrana verdoppelte ihre Wachsamkeit und verfolgte scharf jeden Schritt politisch verdächtiger Personen. Einen besonders schlechten Ruf genossen die russischen Studenten, unter denen die „neuen Winde" zahlreiche Anhänger hatten. Da nun die jüdische.'Bildungs- und A u f k 1 ä r u n g s g e s e 11schaft, deren Sekretär Gordon war, ihre Tätigkeit auch unter den jüdischen Studenten ausübte, war es nicht schwer, Gordon ein Bein zu stellen. Auf diesem Boden wuchs die Denunziation, gegen Gordon, auf Grund deren er hn Jahre 1879 verhaftet und verbannt wurde. Zweifellos war diese „Eingabe" Chaworonskis Werk. Unbekannt ist nur, ob Chawronski die . Anzeige allciin unterschrieb oder eine andere Person vorschob. Im Jahre 1917 bei Ausbruch der bolschcwiki sehen Revolution wurden in Petrograd die „Sisknoje oddelenjc" verbrannt. Möglicherweise ging hier damals auch der Akt Chawronskis verloren, vielleicht befindet er sich aber noch irgendwo in einem Archiv. Rabbi Salman blieb nichtsdestoweniger in Petersburg, 'bis schließlich die maßgebenden jüdischen Faktoren bei den Behörden die, Bewilligung, zwei dem Staatsrabbiuer ■ unterstellte Gehilf grabbln er zu halten, für sich durchsetzten,- wodurch sich die Spannung zwischen den Chassidim und Misnagdu'm allmählich verlor. . * . Dieses interessante Kulturgcmälde -entwirft der bekannte Publizist Magister Pinkas C o n auf Grund.neuester Tatsachen, die aus Leningrad stammen. Neues von Tillinger, Das Schauermärchen des Renegaten. Man erinnert sich nocji der Aufsehen erregenden Enthüllungen, die die amerikanisch-jüdischen Blätter vor etwa zwei Jahren über einen gewissen Dr. Stanislaus Ti 11 i,n g-.e r gebracht hattefl^-der sich . dort nach, .einer ruhmlosen Karriere in Europa in -jüdische Kreise einschmuggeln und sich von, ihnen aushalten lassen wollte. Damals wurde Tillinger. nach vielen Jahren wieder einmal als. der entlarvt, der er immer .war, als der getaufte Wiener-Seminarist,• der.-für antisemitische- Blätter die niederträchtigsten Verleumdungen , gegen die jüdische Religion und das jüdische Volk schrieb, sich danm dazu hergab, von der berüchtigtem Zeugenfabrik des Hans Arnold' S ch we r als Gutachter im Hilsner-Prözeß verwenden zu lassen; und,der auch sonst viele Jahre hindurch buchstäblich davon lebte, daß er seinen Glauben und sein Volk «in niedrigster Weise verriet und verleumdete. Dieser Dr. ■■Tillinger ist jetzt, plötzlich . wieder aufgetaucht. Er wurde in Marmaros-Sziget auf. der Durchreise n a c h N a dw>o r n a, wohin er angeblich zu. dem Zwecke gefahren ist, um bqi seiner Schwester seinen Lebensabend zu verbringen, vom einem jüdischen' Journalisten, der mi-t ihm bekannt wurde, über seine Vergangenhek ausgefragt. Vorausgesetzt, daß der jüdische Journalist, tatsächlich den berüchtigten Tillinger vor sich hatte, muß-.man sägen, daß der heute 63-jährige Abenteurer noch immer bemüht ist, die Welt glauben zu machen, daß er nur. das Opfer einer ganzen Verkettung von Irrtümern und, Mißverständnissen sei. Ganz abenteuerlich klingt das, was er über sein Erlebnis in Amerika jeitzt zu dichten weiß; .Im, Sommer des -, vorigen Jahres — erzählt Tillinger —. erhalte iph in Amerika von einer wissenschaftlichen Gesellschaft , einen Brief, in welchem ich ersucht werde, an einem bestimmten Tag. an einer jüdischen wissenschaftlichen Beratung .teilzunehmen, um über einige talmudiische Stellen meine Meinung zu äußern. Am Tage der Beratung wurde ich noch besonders, telephonisch angerufen, ja nicht zu vergessen und pünktlich zu erscheinen, man wolle mich eventuell mit einem Auto abholen lassen, da man auf meine Ansicht großes Gewicht lege. aDs Auto war Pünk'tlich zur Stelle und brachte michi vor ein prachtvolles Haus, in dessen drittem Stockwerk, die Beratung stattfinden sollte. Als ich mit meinem Be-, gleiter i-n" das bezeichnete Zimmer trat, wurde die Tür hinter mir geschlossen. Man . brachte mich in einen Saal, wo sich etwa zehn Leute befanden. Drei von ihnen saßen an einem Tisch, auf welchem Kerzen brannten. Einer dieser drei Männer teilte mir mit, daß ich mioh vor e i n e m V o l k s g e r d c h t befinde, das berufen sei, über mich zu Gericht zusitzen. Es sei ihnen zur Kenntnis gelangt, daß ich derjenige sej, der seinerzeit in dem Ritualmordprozeß gegen Hilsner vor den österreichischen Gerichten erklärt habe, daß die Juden auf Grund der Tihora iü<v das. Pessachfest Ghristenbliut brauchen, Auf Grund dieser Erklärung sei der Jude. HJisaer scbMieb ails Mö& der der Agnes Hruza zum Tode und dann z-u lebenslänglichem eKnker verurteilt worden. Ohne erst - abzuwarten, ob ich nicht nachweisen könne, daß ich von dieser ganzen Beschuldigung keine blasse Ahnung habe, wurde sofort auch das Urteil gegen mich gefällt: Lynch ... Im nächst enAugenbÜck wurde ich von den zehn Männern überfallen und mörderisch geschlagen. Als ich das Bewußtsein wieder erlangte, befand ich mich in esmem New Yorker Spital, welches ich erst nach neun Monaten ganz gebrochen verlassen konnte. Inzwischen haben die Blätter das Gerücht in die Welt gese tzt, daß ich wegen Denunziation vom Volksgcricht verurteilt worden sei. Nach solchen Enthüllungen konnte ich nicht mehr in New York bleiben. Aber auch in Kuba und Mexiko, wohjn ich mich später wandte, wurde ich vom den Juden mit'Steinen beworfen. Nun bin ich nach Europa zurückgekehrt. Ich will mich von dieser Schande befreien und will nicht mit dem Kainsmal eines Denunzianten sterben. — . Tillinger erzählt, daß er sich vom Gericht in Polna ein Zeugnis darüber' habe geben lassen, daß er im Hilsner- Prozcß weder als Zeuge, noch als Sachverständiger irgend eime Rolle gespielt habe, er erklärt ferner, daß er sich nie habe taufen lassen, und stellte an den Journalisten dfe Bitte, diese seine Rechtfertigung, die er nun weiter verfolgen wolle, zu veröffentlichen, damit er seine letzten Jaihre in Ruhe, bei seiner Schwester in Nadborna, wie er mit Augenzwinkern sagte, „mit Gott gefälligen Werken" verbringen, könne. Es wird gilt sein, jetzt aufzupassen, was Tillinger, der sich Stauislaw nennt, wieder im Schilde führt. Theater und Kunst. Schalom Alechem in Palästina. „Haozar" als Habima-Preiniere. Die erste neue Arbeit der nunmehr in Palästina wirkenden „Habima" galt dem Dichter Schalom AI echem, dessen nachgelassenes Werk „Der Ojzer" (Der Schatz) in der Bearbeitung und Ucbersetzung. von I, D. Bukowitz nunmehr zum erstenmal, und zwar in Tel- Awiw, aufgeführt wurde. Damit hat die Habima. ihr Repertoire, das sich bisher aus A n - s k i : „Dybuk", P i n s k i: „Der ewige Jude", Lc-iwik: „Der Golem", Beer- H o f m a n n: „Jaakobs Traum" und Berg e r: „Sintflut" zusammensetzte, um ■ eine Komödie des populärsten jüdischen Dichters bereichert. Nach Meldungen aus. Til-Awiw hat die Habima mit „Haozar" den bisher größten Erfolg in Palästina erzielt. Die Bearbeitung Bcrkowitz' gilt im allgemeinen als gelungen, nichtsdestoweniger wird die Wirkung des Stückes auf dW.dichteriÄ nnd die Aufführung zurückgeführt. Im"Vordergrund ständen' Meskin, den man• in Wien besonders als'Öo.leitf'feewundert hat, und Gji ess in. Regisseur der Vorstellung war der russische, also nichtjüdische Diky, der überaus gefeiert wurde. Den Abend beschloß eine Zusammenkunft der Künstler und Freunde der Habima, wobei Ch. N. Bialik in seiner Rede auch) Diky feierte, und1 Hälevy, der Leiter der Theatertruppe „Ohel", die Habima zu ihrem Erfolg beglückwünschte. An die in New York wohnende Witwe Schalom Aleclicms wurde ein'Begrüßungstelegramm geschickt. Schalom Alechems Schwiegersohn, J. D. Berkowits, konnte persönlich danken.. , . . Jüdische ■ Küiistiorsplclo (Theater Reklame). Wochenprogramm: Von Freitag, den 28. bis Sonntag, den 31. „D i c f r ö h lieh e K i d d y .. Operette von Freymann. Montag, den 3!'. Großes buntes Iro- Kr am in und eine neue Sehe rz o.pe tette mit Gesang und Tanz. Dienstag, den 1. das Lebensbild mit Musik „Z i p k c". Mittwoch,u den 2. „Das C h I p e k 1 e i d". -Donnerstag, den 3. „Z i p k e .Sämtliche ,vorstiinic und Dekorationen. Regie Max Bryn. Jüdisches Theaterstudio in Wien. Wie wir bereits .berichtet haben, wurde in Wien ein Jüdisches Theaterstüdib gegründet. Die nötigen Vorarbeiten sind abgeschlossen, so daß mit der Arbeit bereits begönnen' wurde. Als Lehrkräfte wurden herangezogen Dr. N. B r i n d (Inszenierung), A. B. C e r a t a und P. H ai- 1 e r (Jiddisch), Ulli Fröhlich (Sprechtechnik), Dr. W. R i e in e r s eihmidt (Regie und dramatischer Unterricht), Dr. Os'kar Rosenield (Theatergeschichte und Kostumkunde), Prof. Ulanowsky (Gesang). Gleichzeitig mit den praktischen Kursen und der theoretischen Ausbildung schreitet ein Teil der Mitglieder, der bereits Erfahrungen auf der Bühne ihat, unter Leitung von Dr. S. Brind und S. Iris zur Einstudierung eines Repertoires, mit welchem das Studio in Kürze vor die OeffentHchkeit zu treten hofft. Die nächste Zusammenkunft der Mitglieder erfolgt Samstag den 29. Dezember, 8 Uhr abends, im Lokal der Zionistsc-hen Bezirks-Sektion XX, Jägerstraße 30, wdhin auch Anmeldungen zu richten sind. Der Lez. Unter diesem^ Titel wurde soeben eine Kilelnkunstibü'hne eröffnet, die ihren Sitz in „Die Scholle", II,, LiHenbrunngasse 1. hat. Im ersten Programm, mit welchem Dienstag den 25. Dezember begonnen wurde, traten 'die Damen B. Bcrson, G. Watt, A.. Lercscu, Elise Haas, und die Herren M. Hersciik owiez, S. L ercscu, J. Watt und H. Feiner auf. Im Stil der großstädtischen Kleinkunstbühne soll liier das Ganze des jüdischen Humors in Wort, Lied und Szene gepflegt werden. Literarisches Programm in den „jüdischen Künstlerspielon". Für den kommenden Monat werden unter der Regie des Schauspielers und Regisseurs S. Iris, dessen Glanzleistung in A. Kaciznes „Ger Zedek" (Der Du'kus) noch in bester Erinnerung steht, mehrere ' literarische Werke vorbereitet. Auf dem Jänner-Repertoir steht die Komödie „200.000" in einer neuen Bearbeitung und „Der Sänger seiner Trauer" von Ossip Dymow. Konzert des Wiener Jüdischen Gesangvereines am 12. Jänner 1929, um 8 Uhr abends, im Festsaale des In- «uötriebauses, J&, Sdwarzeobeigplatz 4, mite* Ustwg

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