Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 67 (28.12.1928)
- Date
- 1928-12-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite t__ ^SVs..oP^^mLWHHNACHnGEVHölK£ /fäfertkrt OHRFAUTCUILS - SCHLAFfAUTEUILS Ä MSraKtOT ALS BETT VERWENDBAR J$bRk JnD l^pVjX t>IM "»""r^ö—i^ä^^^ ]ßf ^^^mMmmw^? ^IlSwP**^* Unterdrückungen beantworteten, um zu zeigen, dafl Rußland sich einen Pfiferling um die fremde Meinung schere, zeigt auch der jüdisch-kommunistische Handlanger Moskaus, die Jewsekzia, daß sie auf den Protest der amerikanischen Rabbiner mit Gewaltmaßnahmen reagiere: sie sperrt j«ne Jeschlwa, die von den amerikanischen Judin unters 0/xt wird, läßt dis Lehrer verhaft2n und bestraf n und .IrweV daml* dan russischen Judentum, daß ihm vtm Ai stand unt rnommene Hilf J i . ungsversuche nur Schad n bringen. Seinerzeit ist es der Jewsekzia gelungen, den von den Kuffu lfi d m abgeschnittenen weißru stechen 3X Rabbinern eine Erklärung zu erpressen, wonach in Rußland, volle religiöse Freiheit herrsche* Indem sie ihnen vor spiegelte, daß die ausländischen religiösen Juden mit ihren Protesten nichts anderes beabsichtigten, als zum Krieg gegen Rußland zu hetzen. Diesmal ist der Fall für die Jewsekzia schlimmer, Denn sie wird der Welt nicht einreden können, daß Proteste amerikanischer Rabbiner Amerika in «inen Krieg mit Ruß'and hineinhetzen wollen, wie sie. derlei Konstruk'ionen~ macht, Wenn etwa die polnisch-rjüdische presse die wirkliche Lage des russischen Juden ums darstellt. .Die Anerkennung Rußlands durch Ameril a ist eines der w'ch'igsen Probleme dei sowjeiistischen Landes. Da Rußland schon seit langem die Hoffnung au'gegeben hat, von ffnerland oder ankreich oder selbst Deutschland wi tschaf ich au'g3 Lh et u\e den, we de^ es seine B i ke nach Amerika das allein ihm h»l;en kann» Aber Amerika hat Spwjetruß'and bisher njcht anerkannt und will es derzeit auch nicht. Die. Sympathien Amerikas sind unbedingt no'wendisr, zumal es beKa nt ist, webh, wichtigen wirtschaftlichen aktor das amerikanische Judentum in U. S. A. darstell1. - Schon. O a" Witte rrußte im Jahre 1905 .den Zaren: dä:auf aufrnerksam machen, daß man auf die MenVi'ät der amerikanischen Juden Rücksicht nehmen müsse, wenn man von Amer ka Oeld haben wolle. In diesem Zusammenbang, das weiß der Kreml, ist das amerikanische; Judentum in der Lage, die Bemühungen Sowjetrußlands um die Anerkennung Amerikas empfindlich zu stören. Der Kreml wird also der Jewsekzia in den Arm fallen müssen, wenn diese nicht aufhört, den beschrittenen Feldzug gegen jüdische Religionsübung und jüdischen Religionsunterricht durchzuführen- Dann in weiterer Folge handelt es sich um die Einschräfikung religiöser F;e'heiten im a 11 g e m e i n e n, was natürlich dem amerikanisch en Empfinden in der krassesten Weire widerstrebt. Dann wird es, um die Sympathien des amerikanischen Judentums zu gewinnen, nichts nützen, Ihm von den „wundervollen Leistungen auf dem Gebiete der Judenkolonisation In der Krim und in Blr-Bldschan" (iiir die bekanntlich die amerikanisch-jüdische Plutokratie viele Millionen/Dollar unnütz geopfert hat) vorzufabeln. Die Jewsekzia befindet sich in e'ner sehr heiklen Situation, da sie einerseits die A usrottung des j üdjschen Lebens auf Grund ihres Programms nicht aufgeben ka:n. öhns Ee'bst ihre Mach' elnzu' üßen, andere seite auf die; Regierung, Rücksicht nehmen muß,, die ja von den Sympathien des Auslands abhängig ist. Es ist daher kein Wunder, daß die Jewsekzia ganz den Kopf verloren und den Weg der Rache eingeschlagen hat. Sie hat die Jeschiwah in Qewel. gesperrt und sie „entdeckte täglich neue Chedersch"'e-«;in kleinen Synagogen, um sie zu sperren und in kommunistische;Klubs umzuwandeln Also Rache für den amerikanischen Rabbinerpro'est I Ihr protestiert, wir sperren I Ihr gebt Geld für die Jeschrwa und wir konfiszieren Cheder und Beth Hamidrasch! Die „Antwort" auf den Protest der amerikanischen Rabbiner wird dem amerikanischen Judentum die Augen öffnen müssen. Es wird fragen müssen: Warum gfot es in SowjetruBland mit seinen drei Millionen Juden ke'ne einzige Jeschiwa, während Christen und Mohammedaner ihre religiösen Institutionen erhalto" dürfen? Warum Ist da« Judentum schlechter gestellt als die christliche und mohammedanische Religion? . Warum betrügen Reprisentanten der russischen Regierung die ausländischen Glsie, denen sie erzählen, daß - die religiöse Freiheit durch die Konstitution garantiert sei, obwohl in ganz Sowjetrußland nicht eine e'nzige Jeschiwa bestehen darf? Auf diese Fragen wird eine andere Antwort kommen müssen als die, welche die Jewsekzia bisher gegeben hat. Denn es ist nicht anzunehmen, daß das amerikanische Judentum, wenn es die furchtbare Lage des jüdischen Volkes ,in Rußland voll erfaßt, seine charitativen Bestrebungen weiter wird mißbrauchen lassen. Ein Artikel Larins, Cer bekannte jüdische Sow.etpublizist Lann versucht die Frage zu beantworten, wann der Antisemitismus in Rußland verschwinden wird. Er. schreibt u. a.: „Bourgeois" alkr Nationalitäten gibt es in Rußland 5 Millionen, unter ihnen 900.030 Juden. Dies ist dem statistischen Werke „Moskau im Jahre 1925" zu entnehmen' 1924 stellten die Juden »m Apotheker- und Parfümerlegewerbe 75.4 Proi __DIE NEUE WELT_ zent, in der Manufaktur 54.6 Prozent, im Juwelierhandel 48.6 Prozent, im Galanteriehandel 39.4 Prozent, im Holzhandel 36 Prozent, im Lederhandel 36.3 Prozent, im Möbelharidel 19.4 Prozent, im Tabakhandel 17.7 Prozent, in der Konfektion 14.5 Prozent, im Üelikatessenhandel 9,4 Prozent. Dabei bildeten die Juden in Moskau 1924 nur 5 Prozent der Oesamtbevölkerung. Es Ist verständlich, daß unter den christlichen Kaufleuten Antisemitismus herrscht. In dem Maße, als die Sowjetregierung intelligente Kräfte für Kulturtätigkeit wird absorbieren .können, wird der Antisemitismus schwinden. Der Bourgeois-Antisemitismus wird verschwinden, wenn die Bourgeoisie selbst nicht mehr sein wird. Die Hunsdorfer Jeschiwah behördlich geschlossen. Die in der orthodoxen jüdischen Welt berühmte Jeschiwah in H u n s d o r f bei Kesmark in der Tschechoslowakei wurde von den Behörden aus hygienischen itnd Baugründen geschlossen. Die Jeschiwah Wurde im Jahre 1878 von Rabbiner Rosenberger gegründet Und hat seitdem etwa 10.003 Rabbiner herangebildet. Vor kurzem hat die Verwaltung der Jeschiwah, deren Leiter Oberrabbiner Horovitz ist, beschlossen, ein großes, modern ausgestattetes Oebäude für die Jeschiwah samt einem Internat zur Unterbringung von vorläufig 200 Hörern mit einem Kostenaufwand von 100.000 Dollar zu errichten. Die Schule zählt ständig 200 Hörer, die aus den verschiedens.e.i Ländern Europas und Amerikas stammen. Die Pogromhetze. Aus Moskau meldet die J. T. A.: Die zwei jüdischen Arbeiter der Glasfabrik „Oktiabr" in Bobruisk, Badagin und Papenko, die aus Rache für die Peinigungen ihrer Arbeitsgenossin, des jüdischen Mädchens Barschay, einen der Peiniger mit k o c h e n de r G 1 as m ass e übergössen haben, wurden aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. „Nascha Gazetta" bti-ichtet/ daß zwei Kommunisten im Städtchen Masir versucht haben, einen Pogrom durchzuführen. Sie mißhandelten jüdische Passinten und versuchten, die Bevölkerung gegen die"Jur'en aufzuhetzen. „Prawda" berichtet, daß in den Fabriken in Kostroma antisemitische Ausschreitungen an der Tagesordnung sind. Die Gewerkschaft einer Fabrik hat dje folgende Resolution angekommen: „Die Produktivität der Arbeit unse.er Fabrik sinkt in dem Maße, aU sich .die Zahl jüdischer Arbeiter vergrößert." Dabei sind unter den 450 Arbeitern dieser Fabrik bloß 16 Juden. In der Schuhfabrik „Der 10. Oktober", wo unter 1003 Arbeitern 5 Juden vorhanden sind, ist der Antisemitismus im Steigen. Aus LERNET FREMDE SPRACHEN in (i- Berlitz School, Wien, I.Graben 13 .__Prospekt 7 auf Wunsch__ Örtetbwsk wird gemeldet, daß die zur Untersuchung antisemitweher Ausschreitungen in der Fabrikschule zu Rykow entsandte Kommission alle Ausschreitungen bestätigt hat Die Schüler verfolgen systematisch eine jüdische Lehrerin, öhne daß die Kollegenschaft etwas dagegen unternommen hat. Der Bobruisker Korrespondent der Moskauer Zeitung „Poströika" teilt mit, daß im Dorfe Alexandrowka, Kreis Donatschewka. vor einigen Tagen ein Pogrom stattgefunden hat. Eine Pöbelbande ging gegen die von Juden öewohnten Häuser vor und zerschlug Fens'er und Türen. Die Polizei und die Dorfbeamtenschaft sahen dem Treiben •Untätig zu. Auf eine Anklage der mißhandelten Juden hin wurden sieben Personen verhaftet. In Polotzk würde die jüdische Aibeiterin Lena Kogan vpn ihren nichtjüdischen Arbeitsgenössen unaufhörlich verfolgt und mißhandelt. In der Abendschule von Polotzk haben Huligans ein Schild mit der folgenden Inschrift angebracht: Schlagt die Juden, das wird Iths den Weg zum Sozialismus verkürzen!*' Äehnliche Vorfälle werden aus Witebsk und anderen Orten gemeldet IIIHülllllilllllllllllllllllllllll llllllllllll'llirilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Verband demokrftt;8chcr Z^omsten Mittwoch, den 2. Jänner »929 um V, 9 Uhr abends im Cafö Produktenbörse (Klubsaal) (I. Taöorstraße lo Versammlung Gegenstand: Aktuelle Fragen: Revision! * tenkonteren« Aki'onskoroiteesitzung Freie Aussprache Gaste willkommen! Nf. 67 NEUERÖFFNE iE REICHHALTIGE MODfcRNE LEIHBIBLIOTHEK DPR BÜCHERSTUBE M. RATH WIEN, II., TABORSTRASSE Nr. 90a TEL. R-43-1-58. ALLE NEUERSCHEINUNGEN! REICHE AUSWAHL IN MfBRAI«A UNO JUOAIKA in englischer und französischer Literatur MONATSGEBUHR NUR S 3 - KEINE BANDOEBUHR' TÄGLICHER UMTAUSCH I Aus Palästina. Polizei gegen jüdische Arbeitslose in Petach-Tlkwah. Britische Polizei ging am 16. Dezember gegen demonstrierende jüdische Arbeitslose in Petach- Tikwah vor und trieb sie auseinander. Wie erinnerlich, kam es in den verflossenen Jahren zu scharfen Konflikten zwischen Polizei und jüdischen Arbeitslosen in Petach-Tikwah, die gegen die Verwendung arabischer Arbeiter in jüdischen Plantagen, während Juden ohne Arbeit seien, protestiert haben. Das rücksichtslose Vorgehen der Polizei hat damals unter der gesamten palästinensischen Judenheit große Empörung hervorgerufen. Die Einwanderung. Der in den Monaten August und September festgestellte, wenn auch geringe Ueberschufi der Einwanderung über die Auswanderung in Palästina hat auch im Monat Oktober angehalten. Im Oktober sind 205 Juden nach Palästina gekommen, während 180 Juden ausgewandert sind. Insgesamt sind im Oktober 279 Personen eingewandert und 333 Personen ausgewandert. Im September wanderten 282 Personen, unter ihnen 176 Juden, ein und 234 Personen, unter ihnen 133 Juden, aus. Im August wanderten 355 Personen (257 Juden) ein, 317 Personen (219 Juden) aus. Die Einkünfte des Aufbaufonds. Im Verlatif des Monats November sind im Hauptbureau des Keren Hajessod in Jerusalem 27.682 Pfund, gegen 21.661 Pfund im Monat Oktober, eingelaufen. Im September gingen 31.234 Pfund ein. Der niedrigste Stand der Geldeingänge seit 1923 wurde im August verzeichnet, wo nur 16.372 Pfund eingeflossen waren. In den vorangegangenen Monaten dieses Jahres betrug der Monatsdurchschnitt der Eingänge 40.000 Pfund, im Mai erreichte er sogar die Höhe von 58.541 Pfund. Jüdische Exleglonäre fordern Nationalfondsboden. Eine Abordnung ehemaliger jüdischer Legionäre ersuchte .den Jüdischen Nationalfonds, den Kämpfern für Palästina Siedlungsland zu geben. M. M. Ussischkin Yersprach, beim Direktorium die Bewilligung von Siedlungsland durchsetzen zu wollen. Das Technikum in Haifa. Am Technikum in Haifa fanden in diesem Jahre zum ersten Maie Abschlußprüfungen. mit Verleihung von Graden statt. Sieben. Studenten beendigten den Kurs für Architekten und zehn den Lehrgang für Ingenieure. Die Prüfungen fanden unter Beteiligung von Vertretern der Regierung, der Zionistischen Exekutive, der Vereinigung der Architekten und Ingenieure und anderer Körperschaften statt. Jüdische Kolonisation in Syrien. Die syrische Presse befaßt sich In den letzten Tagen wiederum mit der Frage der A u s de h n u n g des Jüdischen K o 1 o ni s a t i o n s wer kes in Palästina auf syrisches Territorium und weiß in diesem Zusammenhang zoi melden, daß eine zionistische Gruppe bei der syrischen Regierung um die Erlaubnis eingekommen ist, eine Gesellschaft zu bilden, die sich mit Milchwirtschaft und Viehzucht befassen soll. Die Gesellschaft soll über ein Aktienkapital von 100.000 syrischen Pfund verfügen. Vor kurzem wurde am Franz-Josefs-Kai eine englische Restenhalle eröffnet. Wir empfehlen den Lesern der „Neuen Welt", ihre Einkäufe in diesem seriösen Geschäfte in ihrem eigensten Interesse zu besorgen. E An unsere Leserl Wir bringen hiemit zur Kenntnis, daß das bekannte Musikhaus Excetsior. Wien, 1., Adlergasse 5 und II., Kleine Pfarrgasse 28, sein reichhältiges Lager in jüdischen und hebräischen Schallplatten durch die neuesten original amerikanischen Aufnahmen kantoraler und jüdischer Gesänge ergänzt hat. Zu Propagandazwecken wird eine große Serie von Schailplatten an diejenigen Leser unseres Blattes, die sich auf diese Ankündigung berufen, zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben. E Seit Erölfnune ihrer Abteilung für Sprechapparate hat die „Olso'4 Erstaunliches geleistet. Die besondere Beliebtheit der von der „Olso" gelieferten erstklassigen Sptrecbapparate sowie die Kulanz und fachmännische Bedienung hat die Sprechmaschinenabteilung der „Olso" zu einem führenden Unternehmen dieser Branche gemacht. Als besonderen Beweis ihrer außerordentlichen Leistungsfähiglceit bringt die Firma ihren vorzüglichen „Olsophon" auf den Markt. Dieser Apparat zeichnet sich durch erstklassige Tonwiedergabe aus und ist zufolcre seines niedrigen Preises von S 100auch für den Minderbemittelten erreichbar. Das „Olsophon" wird auch gegen bequeme Teilzahlung abgegeben. E