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Die neue Welt · 1928-12-28 · Heft 67 (28.12.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 67 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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f Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 67 Kohle*HOttenkoks OBER8CHLESISCH. ANTHRACITwhVpUS Qualitätssorten - Billigst BÄSCH, IV. xmtmmH ü-46-403 Argenllnierslr. 32 Teiapn. y.41.287 Rabatts.ktlon des KEREN-KAJEMETH wirklichen Knessefch Israel, die im Grunde stets das Ziel des Zionismus gewesen ist. Die Zionistische Organisation wi rd auch in Zukunft die treibende Kraft der Palästina-Bewegung bleiben müssen. Dr. Weizmann empfiehlt dem A. C. die Annahme des Marshail-Memorandums, damit sofort weitere Schritte zur Bildung der Agency gemacht werden können. Nach Dr. Weizmann spricht Sokolow über die Bedeutung der Jewish Agency. Das Memorandum Louis Marshalls. Das Memorandum Louis M a r s h a 11 s, welches auf den Schlußfolgerungen der gemeinschaftlichen Beratungen des Siebenerkomitees der .amerikanischen Nichtzionisten und des von den Zionisten eingesetzten Siebe nerau sschusses beruht, enthält die folgenden Punkte: 1. Es wird anerkannt, daß die verschiedenen Empfehlungen der Joint Palestine Survey Commission l ediglich als eine Basis für zukünftige Aktionen zu betrachten sind. Es wird als wahrscheinlich angesehen, daß von Zeit zu Zeit Umstände hervortreten werden, die Modifikationen als ratsam erscheinen lassen. Es wird naturgemäß erwartet, daß nach Gründung der-erweiterten Jewish Agency diese Körperschaft die ihrer Kompetenz unterliegenden Angelegenheiten in einer Weise behandeln wird, die geeignet ist, der. Entwidmung Palästinas in wirtschaftlicher, geistiger und 'kultureller Beziehung zu dienen. 2. Der Erwerb,von Böden in Palästina a u s M i t1 e l n der 'Jewish Agency wird als eine grundsätzlich gesunde Politik betrachtet, jedoch wird hiemit ausdrücklich festgestellt, daß die Böden, nach-Weisung der Jewish Agency, durch den Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemetb Lejisrael) angekauft und daß die Eigentumstitel der erworbenen Böden auf den Namen des Jüdisch e-n N a t i o in a Ii o n d s eingetragen werden sollen, damit sie unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes werden. Biebei wird davon ausgegangen,..daß die Bedingungen, unter denen das somit im Eigentum des Jüdischen Nationalfonds befindliche Land verwendet, besetzt, verpachtet oder von irgendeiner Person, Gesellschaft oder Korporation in Besitz gehalten werden soll, vorher durch die Jewiis'h Agency gebilligt und bestätigt werden, ebenso daß irgend welche Aenderungen oder Modifikationen, die im Hinblick hierauf irgendwann gemacht werden sollten, in gleicher Weise der Genehmigung und Billigung der Jewish Agency unterliegen. Der Zweck dieser Maßnahmen soll nicht dahin verstanden werden, als sei beabsichtigt, den Erwerb von Boden aus privaten Mitteln au entmutigen, solange die Erwerbung des Bodens nicht spekulativen Zwecken dient und keinen unfreundlichen Akt g-egenüber Plänen des Jüdischen Natiohalfonds oder der Jewish Agency darstellt. Die Jewish Agency soll berechtigt sein, ©inen Teil ihrer Mittel in den Erwerb von Alkfcien, Fonds, Pfandbriefen oder anderen Wertpapieren irgendeiner bestehenden oder in Zukunft zu gründenden Gesellschaft zu investieren, um auf diese Weise den Erwerb von. Boden in Palästina durch Private zu erleichtern. Ebensowenig sollen die eingangs-bezeichneten Maßnahmen dahin verstanden werden, daß beabsichtigt sei, die Ausführung einer Politik zu hindern, die die Jewish Agency annehmen «nag, um diejenigen zu unterstützen, die sich auf dem Boden mit eigenen Mitteln in einer Weise und unter Bedingungen ansiedeln wollen, die mit der hierin niedergelegten grundsätzlichen Politik nicht im Widerspruch stehen. 3. Ohne die Siedlungsform, d*e in Zu-kiwift in Pala-, stina angewendet werden soll (Mosohaw, Kwuzah oder eine andere Form) bestimmen zu wollen, soll es dem Urteil der Jewish Agency überlassen bleiben, ilbw die wirtschaftliche Eignung und Ausführbarkeit irgendeines vorgeschlagenen Siedlungs- oder Kolonisationsplanes zu entscheiden, bevor Mittel, die der Kontrolle der Agency unterliegen, für eine bestimmte Siedlung oder Kolonie angewiesen werden« 4. Was die Einwanderung von Juden nach Palästina anlangt, so ist es klar, daß sie sowohl durch die Jewish Agency wie die Regierung Palästinas in dem vollsten ausführbaren Ausmaße und in Uebereinstimmung mit den allgemeinen, in den Empfehlungen der Joint Palestine Survey Commission niedergelegten Grundsätzen ermutigt und gefördert werden soll, wobei anerkannt wird, daß sowohl Artoeiterimmigranten wie Immigranten mit eigenen Mitteln in Betracht gezogen werden sollen, 5. ja adfen Arbeiten und Unternehmungen, die von der Jewish Agency ausgeführt oder gefördert werden, soH jüdische Arbeit verwendet werden. 6. Die hebräische Sprache und jüdische Kultur sollen gefördert werden, I« einem Zusatzmemorandum Marshalls werden die folgenden Punkte mitgeteilt, die in Anerkennung der Berechtigung gewisser Vorsichtsmaßnahmen der Zionisten in der gemeinsehaftichen Sitzung beider amerikanischen Komitees angenommen wurden: 1. Um allen Fragen vorzubeugen, die im Falle der Wäederaufiösung der erweiterten Jewish Agency auftauchen könnten und um für jeden Fall die Fortdauer einer Jewish Agency gemäß Art. 4 sicherzustellen, sollen geeignete Maßnahmen getroffen werden zur Erlangung der Zustimmung der Mandatarmacht oder einer anderen etwa zuständigen Instanz zu dem Plan der Erweiterung der Jewish Agency in Verbindung mit einer Klausel, wonach im Falle einer zukünftigen Auflösung der erweiterten Jewish Agency alle Rechte und Privilegien, die jetzt der Zionistischen Organisation in Uebereinstimmung mit Art. 4 des Mandates zustehen, an sie uneinige schränkt zurückfallen sollen. 2. Der zionistische Kongreß soll ersucht werden, nach Bewerkstelligung des oben bezeichneten Arrangements, seine Resolution, betreffend ein dreijähriges Provisorium der Agency wieder aufzuheben. Die Debatte. Nach den Reden Weizmanns und Sokolows begann die Debatte über die Jewish Agency. Als erster ergriff das Wort der Führer der radikalen Zionisten Abg. J. G r ü nb au m-War schau. Er führte u'. a. aus: Ich wende mich gegen die Auffassung, die meint, es-gehe uns nur Palästina an, das andere jüdische Lifben kümmere uns nicht. Die Aufgabe des Zionismus ist es aber, die Macht im jüdischen Leben zu erobern, nicht etwa ängstlich den Frieden zu wahren, um nicht die große Palästinaarbeit zu stören. Ein solches System wäre-sehr gefährlich. Wir haben schon in Polen und Rumänien gesehen, daß die Regierung dem Zionismus öffentlich ihre Sympathien erklärt und OTEL CONTiNENTHL WIEN, II., PRATERST RASSE 7 (neben Schwedenbrücke- 200 Zimmer, modernst eingerichtet. Erstklassige Küche Mäßige Preise t r o.t zdem eine an.t.i j üdi sche u.nd an ti zi o nis tdsch e Politik im Innern .-.des Landes führt. Der Redner: geht dann' auf die Notwendigkeit einer radikalen zionistischen Propaganda über, da insbesondere die Jugend nur dort sich angezogen fühlt, wo sie Kraft und ehrliches Wollen spürt. Wir wollen also wissen, ob Dr. Weizmann auob bei uns in Polen die amerikanischen Methoden anwenden will. Der Redner erörtert' sodann die einzelnen Punkte von Marshalls Memorandum und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage d e s P r o v i s o t i u m s. Man müsse sich bei der englischen Regierung vergewissern, daß nach einem eventuellen Zusammenbruch der erweiterten Agency die Zionistische Organisation wirklich alle Rechte der Jewish Agency wiedererhalte. Der Redner erklärt zum Schluß, er bleibe Gegner der Agency-Politik, für die Mehrheit aber handelt es sich nicht mehr um die Alternative zwischen.Annahme und Ab- MISRACHI - Z'E NT * ALE WIE N Samstag den 29. Dezember 1928 um 7 Uhr abends Im großen Saale des Hotel Stefanie, II., TaborstraBe 12 MISRACHB MEETING Referent: Rabbi Meir, Berlin, Jerusalem Thema: Die Vorfalle an der Klagemauer und der Verlauf der Aktl< nkomlteesltxung In Berlin. JUDEN ERSCHEINT IN MASSEN! lehnung der erweiterten Jewish Agency. sondern darum, bei der Konstruktion des Paktes mit den Nichtzionisten alle darin liegenden Gefahren, soweit menschliche Voraussicht reicht, zu vermeiden; England und die Agency. Hierauf richtet'Herr Größmann (Revisionist) eine Reihe von Anfragen an Weizmann.'und zwar: Ist es richtig, daß die englische Regierung von der zionistischen Exekutive die Erweiterung der Agencv gefordert hat? Weizmann; Nein. Ist es richtig, daß die englische Regierun« erklärt hat, daß für den Fall der Nichterwetterung der Agency das Mandat in Frage steht? Weizmann: Nein. Welches sind die finanziellen Ergebnisse der amerikanischen zionistischen Konferenz nach der Aussprache mit den Nichtzionisten? In der Antwort verweist Welzinann auf die Geld- Sammlungen, die fn Amerika dwcbgeföbrt wurden. jiiiiiiiliiiiiiiniiiiiiiiiiiiiw Auch Sie müssen unser OLSOPHON habenI PREIS S 100.- * Beqfuame Teilzahlung I Unsere Spezialabteilung in GRAMOLA-uCOLUMBIA- Apparaten sowie unsere reiche Auswahl in Künstler- und Tanzplatten bietet jedermann besondere Vorteile Bequeme Teilzahlungen! Wien, I. Bellariastraße Nr. 12 Telephon B-39-5-70/71 .filllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll L e w 11 e (Warschau) ist im Gegensatz zu den Ausführungen Grünbaums der Ansicht, daß die Aufbauarbeit in Palästina die Nationalisierung im Golus verstärken wird. Der Primat der Palästina-Arbeit muß aufrechterhalten werden. Die Bedingungen des Memorandums sind durchaus annehmbar. Rubaschow (Poale Zion) fordert eine Hinzuziehung der nichtzdori. istischen' Arbeiterschaft in Amerika. Er kündigt eine diesen Punkt betreffende Resolution an. N a i d i t s c h (Paris) ist dafür, so schnei 1 a I s möglich alle Vorbereitungen zu treffen, damit nach dem Kongreß die Agency organisiert werden kann. Li cht heim (Revisionist) erklärt, daß die Bedingungendes A. (C. nicht erfüllt sind mit Ausnahme des Punktes, der den Nationalfonds betrifft. Wir Revisionisten sehen in der Agency-Politik die Zerstörung der Zionistischen Organisation, und wir glauben nicht, daß die Organisation, die man künftighin künstlich aufrechterhalten will, für die neue Generation noch eine attraktive Kraft haben wird. Der Kongreß wird ja nichts Wesentliches zu beschließen haben, das A. C. wird völlig überflüssig sein.;v ... Dr. R e i ch (Lemberg): M a n s t e h t vor vollendeten Tatsachen und darum ist iede nörgelnde Einwendung bedeutungslos. Dr. Ceralnik (New York) erklärt, daß der Standpunkt der Eigenwilligkeit und der Eigenbrötelei verlassen werden müsse. Für uns bleibt das Wichtigste, daß Palästina prosperiert. Wir haben uns redlich bemüht, die Arberterschaft in Amerika zu gewinnen, es ist uns leider noch nicht gelungen. Farbstein (Misrachi) wendet sich gegen Grünbaums Forderung, daß man Garantien für den Fall der Auflösung des Paktes suche. Es gibt im lebendigen Fluß der Entwicklung keine Garantien. Br. S ol o w ei tschilk (Radikaler): Der Kampf ist beendigt, jetzt fühlt man, daß man sich auf einem schweren Wege voller Gefahren befindet. Redner fragt, womit jetzt die Zionistische Organisation ausgefüllt werden wird. Ausführlich untersucht er die zukünftige Rolle des Keren Ka-jemetlh und dessen Rechte zur Verfügung über die von ihm gesammelten Gelder. So'lange der Kongreß seine Beschlüsse nicht abgeändert hat, kann in der Bildung der Agency nicht fortgefahren werden. Meier B e r 1 i n (Mu'srachi) spricht ausführlich über die Frage des Nationalfonds, dessen Direktorium er angehört. Wir können Dr. Weizmann beglückwünschen, denn er hat mehr erreicht, als man erwartet chatte. Blume nfetd (Berlin) schließt sdch dem Antrag an,.das vorliegende Angebot der Marsfhafl-Gruppe ohne .weitere Einschränkungen au ratifizieren. Die Forderungen des A. C. sind dem Sinne nach erfüllt worden und nur der eine Punkt, betreffend das Provusordwn ist eime Aenderung, aber ©ine durchaus annehmbare. In der Sitzung vom 21. Dezember wurde die Debatte über die Jewish Agency fortgesetzt. Glickson (Waad Leumi-Palästinaj betont, dal* eine prinzipielle Auseinandersetzung über den Zweck dar Agency jetzt nicht am Platze sei, es handle sich, ausschHeß- Üoh um das Problem, ob die Bedingungen des Kongresses und des A. C. erfüllt sind, Dr. Hai pe r w Unsere Aufgabe Ost, dafür zu sorgen, daß die Agency widcWch etwas Großes in Palästina tut und nioht etwa «nie bloße Verwaltungsbehörde wird, Nach der Bildung der Agency müssen wir dahin wirken, daß die anderen wirklich voll berechtigt mitarbeiten. Gor o ß m a n n (Revisionist) meint, daß es noch beatte nicht sicher ist, ob die iewßh Agency taisäcfaüdi gemaotrt

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