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Die neue Welt · 1928-12-21 · Heft 66 (21.12.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 66 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 66 Kohle*Hüttenkoks OBERBCHLESISCH. ANTHRACIT™™™»" Qualitätssorten - Billigst i. RASCH, IV. T»ia*H ü-46-403 ► Argentiniern», 22 T«apn. U-41-2C7 R«batts«ltll«n des KEREN.KAJEMETH Beide werden sich Betrüger nennen und die Ervvei' terung der Jewish Agency, welche Zionisten und Nichtzionisten vereinigen und Versöhnen soll, wird die Zionisten und Nichtzionisten weiter auseinander bringen und zu ärgeren Feinden machen, als sie es je wären. Das Spiel um die Erweiterung der Jewish Agency ist ein unehrliches Spiel, also für den Zionismus verloren, Zionismus ist j£-h rl i c h k e i t. Die Bewegung vom Judentum weg, die jüdische Assimilation, kann in der Lüge leben, der Zionismus stirbt in ihr. Robert, Stricker. Judentum als Literaten-Geschäft Bab, Wassermann und Lissauer. Seit das Jüdische in der Literatur Mode geworden ist, seit es in Theaterstücken und Romanen . von Juden förmlich wimmelt, holen alle Schreiberseelen ihr längst vergessenes oder abgelegtes-Judentum hervor und tr.agen.es au»i den Marfct, zum Geschäft. Sic schreiben iiber die jüdische Seele, fahren nach Palästina, .ifasdln. vön der jüdischen Mission und tun sich bei jüdischen Anlässen dreist hervor. Jüdisch sein ist Reklame und Jüdischturn Profit. Im „Duisburger Gcmeindeblatt" liefert Naphtali ben SaMome einen wertvollen Beitrag zur Naturgeschichte dieser üblen Gesellen. Er schreibt: „Die Anerkennung des Menschenrechts jedes Mitmenschen ist ein Ausfluß der Zedäkah, der Gerechtigkeit, ist der tiefste S i n n d e s Judentums. Der Jude, der dieser Pflicht untreu wird, schaltet sich aus der Kette der Generationen, aus dem Bruderbund der Lebenden aus.'Er ist gerichtet. Er hat unseren .eigenen Anspruch auf Respektierung verneint, alles Leid, das man uns zufügt, gerechtfertigt. Er hat das Recht verwirkt, als echter Jude zu gelten,- sicherlich aber den Anspruch, als Sittenrichter gehört zu werden. Es ist ein Zeichen des Verf alls des J u d e n t u m s, daß es unter den deutschen Juden nichts -gibt, rvvaseinem der. Ihrigen ein solches .Recht. nimrrjL" . ... "... uDef jüdische Schriftsteller . Julius,.. B.a b gab :j,!n Kriege ,ein Buch, heraus „Der -deutsche Krieg im deutsche^ .Gedicht".. Diese Hctzsaimniung, :dieer in rnehr als 200.Q0Ü ExempJaren mit Zustimmung der Militärbehörde veibreitete, trug ein gut Teil zur Hebung der Kriegsstimmung, zur Verlängerung der Kriegsdauer und des Kriegselends bei. Auf den Deckel dieses Machwerkes, das aus Blut Geld schlug, druckte dieser Jude folgendes „Gedicht"; Jeder Schuß — ein Ruß'! ,.■ Jeder Stoß,— ein Franzos'l ' jeder Tritt — ein BnT! Auch in Serbien ■.: - . SaM'n. sie stenbien -»■>. . . . . Uns in Belgien Nicht behelligen — . , Und , li'ber die Montenegriner — Da lachen'die Hühner! „Seit der Anprangerung dieses moralischen Selbstmordes ist Bab in der literarischen Oeffentlichkeit erledigt., Doch nicht in der jüdischen! Dieser selbe Baib,' der sich ungleich stänker an den'Gesetzen jüdischer Sitt'lichikeit als an denen des literarischen Äns-tands versündigt hat, schweigt nicht, sondern wagt es, i n einer großen Kundgebung gegen die Schändung jüdischer Totenhöfe aufzutreten und folgende Sätze zu sprechen; „Hier hängen Dinge mit dem Judentum zusammen, die von ungeheurer Bedeutung für das Deutschtum sind, weil die Feinde des Deutschtums im Ausland abscheulich mit ihnen argumentieren können." (Mit jenem Hetzbuch Babs ist vor nicht langer Zeit in Paris in großer Versammlung argumentiert worden.) „Alle Kultur ist aufgebaut auf dem Gefühl der Gemeinschaft, die letzte Gemeinschaft, wenn sonst alle Unterschiede trennen, ist. die Ehrfurcht vor den letzten Grundgeheimnissen der Existenz, vor Geburt und Tod. Vor der Wiege eines Kindes, vor dem Grabe eines Toten stehen wir in Ehrfurcht. Wenn diese letzten Bande reißen, stehen wir am Ende der Kultur. Hier beginnt unmittelbar das Tier, der Wahnsinn." Wer wird dem Mann ein Wort glauben? Die deutschen Juden vergessen leicht. Man spreche nicht von Kriegswahnsinn. Wer kaltblütig mit dem Verbluten Europas Geld zu verdienen vermag, darf sich , nicht auf seinen Geisteszustand berufen. Nicht gegen jede Schuld wirkt die Einrede der Verjährung. Wer vergißt, ist an dem künftigen Unglück'schuld, doppelt und dreifach der Jude." „En anderer Fall: Ein Romancier In Deutschland, Jakob Wassermann, ein Jude, spricht vor der Oeffentlichkeit über Judentum. Mit einem heftigen-1 Angriff gegen das ihm unbekannte Osthidentmm einen großen Vorstoß gegen den ihm ebenso unbekannten Zionismus verbindend, zeigt er der Welt, daß dem Juden eine besondere hohe Aufgabe gesteht sei, deren ErfttHun* der jüdischen Renaissance-. bewegung nicht möglich sei. Der so sprach and von der Mehrheit der deutschen Juden dafür gefeiert wu r de, ist der Vate reines unmündigen evangelisch getauften Kindes. Das Khid wird die Abneigung gegen den Zionismus vom Vater sicherlich übernehmen, schwerlich aber die Verantwortung für die Zukunft des Judentums, von der der Vater redet, rede t." Da' wäre noch die Figur des Herrn Ernst Lissauer anzufügen, der den berüchtigten, vom preußischen Generalstabe höchst belobten und in einer MilüonenauNage verbreiteten, von Mordlust triefenden „H a ß g e s a n g gegen England" verbrochen hat Seine ehemaliicn Dienstigeber wollen jetzt von ihm nichts wissen und nun schreibt er in seinen Büchern über Jüdisches und wird von den antizionistischen Blättern Deutschlands als Autorität zitiert, weil er Zionismus und Antisemitismus auf eine Stufe stellt. Boykottpropaganda in Deutschland. Die Nationalsozialisten Kölns haben an dem Hause Hohenzollernring 81 ein transparentes Schild mit der Riesenaufschrift: „Die Juden sind u n s c r U n g 1 ü ck!" angebracht. Der Kölner Polizeipräsident forderte die sofortige Entfernung des Transparents mit der folgenden Begründung: „Das Plakat hat einen Inhalt, der auf den jüdischen Teil der Bevölkerung aufreizend und kränkend wirkt." Als die Nationalsozialisten trotz dieser Aufforderung das Plakat stehen ließen, wurde es v o n P o.I t z e ibeamten entfernt und zerstört. Dagegen kann das Leipziger Antisemitcnblatt „Der deutsche Staat", bisher ungehemmt, eine wüste Boykottpropaganda entfalten. Das Blatt veröffentlicht den folgenden Aufruf: „Wollt Ihr bald vom-Judendruck los sein» dann kauft nicht mehr in jüdischen Geschäften, insbesondere Warenhäusern. Ein jüdischer Laden ist leicht erkennbar an dem Inhaber ,oder Geschäftsführer mit jüdischem. Typtis, wenn auch das Personal deutsch ist. Also aufgemerkt!" Die Vertretung der Juden im tschechischen Parlament. Ein Schreiben des Ministers Benesch. , In einem Schreiben, dgts4 der tschechoslowakische Außenminister. Dr. Benesch an einen jüdischen'Politiker in der. Slowakei gerichtet hat, 'äußert er sich unter anderem zur Frage einer jüdischen VertretungJm tschechoslowakischen.-. Parlament. Es-heißt:(. Jv/as. die Vertretung ..der Juden im Parlament betrifft, so hängt,4:i,esc einzig und allein voii. OHL CONTINENTAI iiiiiiiiim Wiera, n., prat erstrasse 7 . (neben SchSyederibrücke! 500 Zimmdr. modernst eingerichtet '. . ■Mlllli.Mlli......MMIllHllHIIIIMIHpiilW^ ' Erstklassige Küche Mäßige Preise ihnen ab. Sie können, b e i ,d e n ve r seni ede n.c n p.o 1 iti.s c h e n Parteien darauf einwirken,, daß ihre Kandidaten auf. aussichtsreiche Üstenplätze gestellt - werden. Dies geschieht auch und so'weit ich informiert bin, gibt es!n unserem .Parlamente auch einige Juden. .'Ein zweiter Weg wäre die Schaffung e i n e r c i n h e i 11 i c h e n jüdischen Partei, doch is,t dieser Weg viel schwieriger und, wie ich glaube, in. der heutigen Situation a u ssicih t s 1 o s." In Prager politischen Kreisen wird mit Parlamentsneuwahlen für das Jahr 1929 gerechnet. Juden in den karpathorüsslschen Bezirksvertretungen. Wie aus Uz'horod gemeldet wird, haben die' Juden in Karpathorußland bei den Wahlen in die Bezirksvertretungen insgesamt 18 Mandate von den zu besetzenden 180 erreicht. Die Jüdische Agrarpartei erhielt 11, die Jüdische Wirtschaftspartei 3„ die Jüdisch-sozialdemokratische. Partei Poale Zion 3 Mandate. Mandatjos ging die Jüdische Partei aus die 1927 Stimmen erhielt. Die beiden zionistischen Parteien haben bei den Bezirksvertretungen 6582 Stimmen auf sich vereinigt. ' '' ■ - Der Weltkongreß der jüdischen Studenten. Das Internationale Institut für intellektuelle Zusammenarbeit beim Völkerbund hat seihe Säle im Petit Palais Royal in Paris für die Abhaltung des Weitkongresses jüdischer Studenten, der am 26. und 27. Dezember in Paris tagen wird, .zur Verfügung .gestellt. 1 STRENG «i^D $ ELCH WA R EN« FAB RIK Wien, XX., Klost«ritauburg«rstr«Be 60> unter besonderer Aufsicht des Oberhauptes der polnischen Gemeinde Wiens, Sr, Ehrwürden des Rabbiners M. Mayersohn " ,vn5»r-ry^«vi5*?yr - ■ ittid qpnoön warty rrw nrwn nnh jyw no r*m rron ra* ihmtnö tkp Täglich frische und erstklassige SpeziaLErzeugnisse feinster Wurst* u. Selchwaren. ™ Provinzversand IlHiLH P«TVANi I1KHWARBN-FÄBRIK sn, XX., Kto8terrt«t»bn»rger«tr«w 60 Telephon A<-43-l->59 mmmm IJLIJ.W. f,! 1,111 IMJ UJJXIJL'JI SITMAR Soclet* Hallana dl Servlxi MarlHIml :: R«g«lm8Blge ■lllinlen nach Palästina, Griechenland;, Konstantine*** Rundfahrten Im Mittelmeer Billige So mmer fahrten Auskünfte; .Sltmar", I. Kärntnerrlij^ IS (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon 5S009 Aus Palästina* Eine neue Erwerbung des Keren. Kajemeth. Jerusalem, 13. Dezember. (J. T. A.) Der jüdische Narionalfonds erwarb das aus der Bibel bekannte Dorf Shunam in der Nähe von Merchawja im Ausmaße von 7500 Dunam sowie 1650 Dunam bei Mejdel zur Erwei'tenrrfg der Siedlungstätigkeit des Hapoel kamisraebi. •' Tagung der palästinensischen Lehrerschaft. Die Lehrerschaft der hebräischen Schürten Palästinas hielt kürzlich im W a i s c n ki rid e rdorf Ben Sedier «ti e n ihre zweite Zweijahrstagung ab. Die Tagung war der Frage der Einführung des Studiums ' des ' inöderneü Palästina in den Schulen und der Arbeit für den Keren Kajemeth als dem Instrument für die Auslösung des Bodens Erez Israels gewidmet.- Anwesend waren 130' Delegierte, die fast alle hebräischen Schulen .Palästinas verträten... Herr M. M. Ussisch-kin, der. Leiter des Kerert. Kajemeth, forderte, daß die Prinzipien des Keren Kajemeth die Grundlage des nationalen Unterrichtes sein sollen. Der -Dichter Bialik (forderte die' Lehrerschaft auf, den gesamten Unterricht in den Schulen mit dem Geiste der hohen nationalen, religiösen und sozialen Ideale des Judentums unter Zugrundetägu'iig der Idee des Keren Kajemeth durchdringen zu lassen. Die Konferenz nahm eine Anzahl Resolutionen an, die den Anregungen Ussiscbkins und 'Blalfks entsprächen, und beschloß, den Namen UssischJkins in das Goldene Bucji des J.iidi'schen '^atipnalfpnds..einzutragen. Sir John Ghamcellor in T^fts- .iiieii.. ■" Protestraemorandum der nationalistischen ' Opposition. Der Oberkommissär für Palästina und^ Transjordanien, Sir John Chan ce 11 o r, stattete der transjordanischen Hauptstadt A m m a ir einen offiziellen Besuch ab. Der Emir AbdullaH von f ransjordariien gab ihni zu Ehren einen Empfang. Der Präsident des Kongresses der nationalistischen Opposition in Transjordanien überreichte dem Oberkommissär ein Memorandum, in welchem, gegen die Einmischung des britischen Residenten/in Amman in die Angelegenheiten der transjordanischen Regierung urid g.egen das kürzlich unterzeichneteengiisch-transjordanische Abkommen protestiert und die Einrichtung eines aus demokratischen Wahlen hervorzugehenden Legislative Council (Gesetzgebende Körperschaft) sowie Presse- und Versarnm»- lungsfreiheit, Reduzierung der Beamtengehälter und der Steuern gefordert wird: Die Wahlen zum transjordanischen Legislative Council sind für den 25. Dezember festgesetzt worden,- . ' Die Weltkonferenz der Zionisten-Revisioiiisteii* Die österreichische Delegation. Bei der am 3. dstattgefundenen Waihlsitzung d«r; österreichischen revisionistischen Organisation - wurden nachstehende Herren zu Delegierten gewählt: Df. Paul P i a m a n t, Josef F r ä n ik 1, F. M. Gelle r, Paul H a 11 e r, Dr. Max K i w e und M. A. T e n e n b i a 11. Die revteic* nistisohe Studentenschaft wählte Jhre Vertreter für das zionistische revisionistische;. Studententreffen, die den vei> söhiedenen Gruppen, und zionistischen Fachveröänden 'wa* gehören, Das Treffen findet am Dienstag, den 25; d. im Klubheim der Hakoah statt. Der Pfarrer als v»J«de" verprügelt, Aus München wird gemeldet: Der protestantische1 Pfarrer G l e n k aus Melkeudorf bei Kulnjbach traf vof kurzem in der Nähe' seines Pfarrdorfes auf ein mit Hgtkcnkretfzlern besetztes Auto, dessen Insassen ihn nach dem Wege fragten. Als der Pfarrer, um Auskunft zu geben, an den Wagen herantrat, rief einer der Haken* kreuzler plötzlich: „Das ist ein Jude!", worauf «Uö ganze Bande sich über den Pfarrer stürzte; undihn fürchterlich verprügelte. Die „Münchener Post" macht für diese und ähnliche hakenkreuzlerische Ausschreitungen in Oberfranken den Regierungspräsidenten von ßayreuth, von Stoßenreuther*, verantwortlich. Was Sie suchen — finden Sie an praktischen Weihnachtsgeschenken in enormer Auswahl und bester Qualität zu billigsten Preisen ton Tepipdchhaits S. Schein A. G., Wien, I., Bauernmarkt 10-12-14, Zweighiederiassung: VJJ., Marjahi^ers^raße 20 <^cike Ziegierg^e), L4oz, Landstr-alk 68,'

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