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Die neue Welt · 1928-12-14 · Heft 65 (14.12.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 65 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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r SefCe TO___ Jüdische Sport- und iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiTurnbewegung Der F. C. Hakoah — Herbst meister. Auch das letzte Match der Heribstsaison gegen Lfbertas ikonnte Hakoah sicher 2:0 (1:0) gewinnen. Man s*n schon lange nicht öin so schönes Spiel von den Blau- Weißen wie am vergangenen Sonntag. Die jüdische Mannschaft war ihrem Gegner glatt überlegen. Nur die ganz vorzügliche Leistung des Torwächters Pelikan rettete Liberias vor einer vernichtenden Niederlage. Im Angriff der Sieger glänzte Neu.feJd. Immer wieder durchbrach er die gegnerischen Reiften und gab prächtige Hanlkenbälllc zur Mitte. Auch Katz spielte besser als sonst. Iii der Deckung war Strohs der beste Mahn. Die Verteidigung hatte' wenig zu tun. Hakoah leitet mehrere Angriffe ein und •kommt an der zehnten Minute durch Heß zur Führung. Bald darauf vergibt M ausner eine todsiohere Chance. Mehrere scharfe Bälle werdenvom Liibertas-Tormann sicher gehalten. Nach Seitenwechsell sind die Krieauer wieder stark äm Angriff und erzielen durch Stern den zweiten Treffer. Dem Match wohnten ungefähr 4000 Zuschauer (bei. Ein guter Schiedsrichter war Herr Mantier. Aufstellung: Oppenheim; Scheuer, Gold; Fried, Strdhs, PoHalk; Neufeild, Heß, Stern, Mausner, Katz. Hakoah erzielte in den zwölf ausgetragenen Matches 24 Punkte und ein Torverhältnis von 47 : 9. (!) Die jüdische Mannschaft führt mit einem Vorsprang von zehn Punkten vor Bewegung 20 und hat die besten Aussichten, wieder die ErstMassigkeit zu erobern. Jahresversammlung des Makkabiverband.es in Palästina. Aus J e r u s.ä l e m wird uns geschrieben: Dieser Tage wurde der nächste, fünfte, Makkabitag in Palästina für den kommenden Pessach festgesetzt. Die Veranstaltung wind in Jerusalem und im Miigdal abgehalten werden. Die Tagung steht unter dem Protektorat des Lord M e 1 c h e 11. Dem Vorbereitungskomitee gehören an die Herren Dr. S. Lewin-Epstehi, M. Schwarz, Dr. A. Simon, der jüdische Sportler und Journalist Jekutieli und andere. Hakoah spielte in der Handballmcisterschaft gegen Gyinnastik- Sfob Ö : 0 unentschieden. Das Cupspiel Hakoah—B. A. C. findet am 20. Jänner statt. Hasmonea. Freitag 8 Uhr Spielerversamthlung und Aufstellung. Jeden Dienstag und Freitag Ping-Pong im Klubheim. Haglbor. Samstag 8 Uhr Spielerversammlung. Vereinsnachrichten. Jüdisches Zentrum der sozialen Hilfsgemcinschaft, IL, Untere 'Augarteristr'aße 35. Sonntag, den 16. Dezember, 7 Uhr abends, Chanukah- Feier der Jugendbünde im Jüdischen Zentrum, mit reichhaltigem Programm. Jugendliche willkommen. Anmeldungen für den Kindergarten (mit Anwendung des Montessori-Systems) täglich von 3 bis 4 Uhr. Kurs für schulpflichtige Kinder mit Schulnachhilfe, Handfertigkeiten, rhythmisches Turnen (gröDer Garten). Täglich von halb 3 bis 6 Uhr. Auskunft im Sekretariat, II., Untere AugartenstraBe 35. Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs. Montag, den 17. Dezember 1928. 5 Uhr abends, im Klubheim der Hakoah, Wien, I., Wipplingerstraße 24-26, Vortrag von Frau Anitta Müller-Cohen: „Großstadtkultur und Judentum". Gäste herzlich willkommen. Zionistische Bezirkssektion Josefstadt-Alsergrund. Am 16. d. M., '8 Uhr abends, im großen Saale des Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, Versammlung unserer Sektion. Sprechen werden die Herren Dr. Josei Löwenherz und Dr. Jakob Weiner über das Thema: „Was erwartet die •Wiener Judenschaft vom Ausgang der Kultuswahlen?" Gäste willkommen. Zlon. Bezirkssektion Wieden-Margareten. Am 17. Dezember, 8 Uhr abends, im großen Saale des Terrassenresturant, V., Margaretenplatz 4, Vortrag Dr. Goldhammer über „Ziele und Wege des Zionismu s". Am 3. Jänner spricht Herr Dr. N. M. Gelber über „Der Sirin der jüdischen Geschichte", am 17. Jänner Herr Ludwig Dato über „Israel und sein Land im altjüdischcn Schrifttum", am 31. Jänner Frau Dr. Henni Rappap'ort über „Jüdische Erziehung" Unsere Hebräischkurse jeden Dienstag und Donnerstag im Schullokal V., Siebenbrunuengasse 1 a, um halb 4 Uhr für Kinder, von 8 bis 10 Uhr abends'für Erwachsene (Anfänger und Vorgeschrittene). Zionistische Organisation, Bezirkssektion Brlgittenau, Wien, XX., Jägerstraße 30, Tür 8. Heute, halb 8 Uhr abends, Talmudvortrag von Herrn Isak Schönfeld. Sonntag, den 16. d. M., halb 8 Uhr, Festabend zu Ehren der zionist. Kultusgemeindemandatare. Einlaß nur gegen Einladungen. Landesverband der Zionlsten-Rcvisionlsten Oesterreichs. Montag, den 17. Dezember um 8. Uhr abends im Cafe Atlashof, Aspernplatz 4, Versammlung, Vortrag von Dr. Max Kiwe über „Das siebente Dominion". Fortsetzung des Referates und Diskussion. Zlon.-akad. Verbindungen und Vereine. Donnerstag, den 13. d. M. um 7 Uhr abends im Heime der A. V. „Kadimah" (I., Biberstraße) Vortrag des Herrn Dr. Max Kiwe über: „Was will die revisionistische Bewegung?" (Probleme der III. Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten) mit anschließender Diskussion. Volksbibliothek Zlon. II., Kleine Mohrengasse 3. Die Mädchenxruppe Deborah nimmt In ihren hebräischen Kurs Teilnehmerinnen auf. Anmeldungen Montag und Donnerstag von 7 bis halb 9 Uhr abends. Montag, den 17. d. M. um halb 9 Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber zu seinem Geschichtskurs. Die Schulgemeinde des Chaies-Realgymnasiums veranstaltet Samstag, den 15. Dezeimber, punkt halb 8 Öhr, im Saaile des Hotel Post, I., Fleischmarkt, eine große Chanukah-Akadamie mit reichhaltigem Programm. Karten sjnd in der Kanzlei des Ohajes-Realgymnasiums, II., Castellezgasse 35, in der Buchhandlung Moses Rath, IL, Tabortraße, und an der Abendkasse zu haben. Gesamtverband Judäa. Der Delegierteatag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa" findet Samstag den 15. d. M. um 4 Uhr nachm. im Festsaale des Vereines „Zukunft". Wien, VIIL, Bennoplatz 1, statt_ Vor kurzem wurde am Franiz-Josefs-Kai eine englische Restenhalle eröffnet. Wir empfehlen den Lesern der „Neuen Welt", ihre Einkäufe in diesem seriösen Geschäfte in ihrem eigensten Interesse zu 'besorgen. Denket an deii Winter! und decket euren Kahlenbedarf schon jetzt bei der bestrenommierten Firma Julius Haber, Wien, IL, Taborstraße 9. (Siehe auch Inserat, „Alpha", nur Wien, I., Adlergasse Nr. 8 m_DIE NEUE WELT_ Austritte aus dem Judentum. Egon Fisch!, geb. 20. VIII. 1903, Wden, ledig, IT., Renibrandtstraße 17. — Alexander Spielmann, geb. 6. X. 1907, Wien, ledig, IX., Rögergasse 6. — Alice Piefker vulgo PIsker, geb. 9. VI. 1908, Wien, ledig, IX., Porzellangasse 12. — Hanna Meyer, geb. 9. VI. 1893, Ober-Höflein, ledig, XX., Wallensteinplatz 3. — Rosa Gotlieb geb. Moor, geb. 28. V. 1878, Prag, verheiratet, IX., Türkenstraße 24. — Johanna Glas geb. Stößl, geb. 3. III. 1900, Neunkirchen, verheiratet, II., Castellezgasse 2; ihr Gatte Emil Stößl, geb. 2. III. 1898, Wien, und Kind Gerhard Stößl, geb. 24. III. 1924, Wien. — Sigmund Glaß, geb. 20. X. 1884, Brody, ledig, XVI., Brunnengasse 37. ~ Robert Schneck, geb. 9. VII. 1899, Wien, ledig, Mauer bei Wien. — Hans Blnczer, geb. 18. VII. 1900, Ing., Bielitz, VIII., Breitenfeldergasse 17. — Heinrich Black, geb. 29. VIII. 1908, Wien, ledig, XIX., DöhliJigcr Hauptstraße 133 a.. — Else Reichsfeld geb. Perl, geb.' 3. VIII. 1894, Bielitz, getr., VIJI., Mechitaristengasse 8. Gertrude Schorsch, geb. 7. VII. 1895, Trautenau, ledig, X., Laxenburgerstraße 39. — Arnold Herches, geb. 21. XII. 1891, Wien, verh., IX., Sofolagergasse 1. — Paul Weidler, geb.. 20. X. 1905, Wien, led., XIII., Winzerstraße 25. — Gertrud Fleischmann, geb. 25. VII. 1910, Wlien, led., XJI., Geyiinggasse 12. — Franziska Schwarz, geb. 13. IV. 1905, Wien, led., XIII., Disterweggasse 8. — Adele Pintschof geb. Justitz, geb. 16. VI. 1902, Wien, .gesch., IX., Gießergasse 8. — Egon Wimmer, geb. 3. IX. 1904, Wien, led., III., Kbiuigasse 23. — Josefine Wilheltnine Jellinek geb. Turecek, geb. 26. XI. 1902, Wien, verh., III., Hagenmüillergasse 32. — Emil Jellinek, geb. 22. XII. 1892, Scherschowitz, led., IX., Liechtensteinstraße 92. — Dr. Abraham Kronfeld, geb. 3. VI. 1861, Lemberg, verh., Städt. Ob.-Arzt 1. R., IX., Porzellanggasse 22. —' Gustav Hirschkron, geb. 26. VI.. 1889, Schaffa, verh., XIII.,. Philippgasse 8. — Irene Fekete, geb. 20. XI. 1908, Senta, led., Studentin, L, Gonzagagasse 19. — Armin Jellinek, geb.' 4. XII. 1897, Boskowitz, verh., Goldarbeitergehilfe, HL, Hagenmüllergasse 32 und Sohn Franz Jellinek, geb. 24. XI. 1921, Wien, — Paul Kaufmann, geb. 21. I. 1907, Wien, led., VIIL, Josefstädterstraße 66. — Ludwig Rado, geb. 16. XL 1897, Zalamindszent, led., XXL, Bannergasse 36. — Erna Presser geb. Tislowitz, geb. 26. XII. 1895, Krakau, ger. gesch., III.,; Dapontegasse 4. — Adolf Skurmann* geb. 10. X. 1898, Starzawa, led., HL, Fasangasse 12. — Johann Tempes, geb. 12. VI. 1898, Zwittau, ger. gesch. V., Margaretner Gürtel Nr. 16. — Richard Wagner, geb. 28. VIII. 1897, Wien, led., IL, Czerningasse 8, — Ernst Oppenheim, geb. 21. HI. 1908, Prag, led., Hochschüler, XVHL, Cottagegasse. 9. — Paul Josef Robicek, geb. 26. VI. 1902, Reichenberg, verh., VII., Schotte-nfeldgasse 76 und Walter Benjamin Robicek, geb. 24. VIIL 1925, Wien. — Hildegard Philipp, geb. 31. I. 1899, Wien, led., XIV., ^echshauserst'raße 11. Rudolf Spiegier, geb. 23. III. 1912, Wien, led., VII., Kaiserstraße 86* — Philipp Hamber, geb. 1. IL 1887, Wlien, getr., VI., Köstlergasse 1 xind Heinz Artur Hamber, geb. 18.'II. 1922, Wien, — Hans Seidler, geb. 1. VIIL 1905, Wien, led., VI., Mollardgasse 79. — Johanna Korst geb. Kohn, geb. 27. III. 1886, Wien, verw,, VII., Westbahnstraße 37 .und' Kind Bianca Korst, geb. 23. I. 1913, Wien. — Olga Grünberger geb. Fürth, geb. 14. VIT. 1885, Wien, verh., XVHL, Anastasius- Grüngasse 46, ferner Hanna Gabriele Grünberger, geb. 13. VIII. 1902, Hochschulen«, Martina Marie Grünberger, geb. 27. II. 1907 und Maximilian Grünberger, geb. 4. I. 1881, Trebitsch, verh. — Thomas Ladänyl, geb. 14. IV. 1913, Budapest, led., Schüler, XVHL, Ferrogasse 20. — Herbert Stangel, geb. 28. X. 1905, Wien, led., X., Gudrunstraße 166. — Hans Heller, geb. 4. IL .1904, WSen, led., XXL, Pragerstraße 83. — Alma Beigel, geb. 4. IV. 1911, Wien, led., V., Siebenbrunnengasse 55. —- Dr. Julius Radinger, geb. 15. V. 1894, Wien, verh., XIL, Arndtstraße 78. — Paul Herz, geb. 17. IV. 1901, Neutitschein, led., Holzhändler, I., Kärntnerring 3. — Johanna Fleischmann geb. Margules, geb. 29. V. 1878, Wien, verw., XII., Rauchgasse 37. — Franz Subak, geb. 2. V. 1909, Wien, led., L, Deutsohmeisterplatz 4 Dorothea 'K n e b e 1 verehelichte Dornhehn ist am 2. November wieder zum Judentum übertreten. Weihnachten der Tabakregie. E Die österreichische Tabakregie empfiehlt als Geschenke nebst ihren bekannten und beliebten Zigarren- und Zigaretten-Musterkollektionen ihre anläßlich der Schubert - Feier herausgegebenen Schubert- Packungen. Auch bringt der Weihnachtsmarkt die Zigaretten- Kappenschachteln mit neuen, modernen Visten fast durchwegs in. mehrfarbigem Offsetdruck. Als Motive wurden Landschaftsbilder ausgewählt, und zwar Bregenz gegen den Säntis, Velden am Wörthersee, Konstantinopel, Wien: Belvedere, Schwebebahn bei Ebensee, Liezen in Steiermark, Waidhofen an der Ybbs. Zell am See. Schloß Esterhazy in Eisenstadt, Kufstein, Zillergrund und Mittagskögel in Kärnten, ferner eine Rummypartie. Die Entwürfe dieser Bilder stammen von folgenden Wiener Künstlern: Robin C. Andersen, Josef Dobrowski, Anton Faistauer, Laszlo Gabor, V. Gorgon, R. Harlfinger, Ernst Huber, Ferdinand Kitt, Gaby Lagus-Möschl, Bela Laske und Erich Wagner._ „Die Flucht nach Aegypten", nach dem warmen Sonnenlande der Pharaonen, deren Geschichte uns durch den Besuch der Altertümer entlang dem Nil mittels der Cookschen Luxusdampfer vergegenwärtigt wird, hat mit dem Einzug der ersten Vorboten des kalten nordischen Winters begonnen. Alles nähere enthält das Programm der Nilreise, das vom Reisebüro Thos, Cook u. San, Wien, I., Stephansplatz 2 (seit 1927 in Verbindung mit der Waggons-Lits) herausgegeben wurde, wo auch die Fahrkarten nach Aegypten und alle wie immer gearteten Reiseauskünfte kostenlos erhältlich sind. __Er* m DIE MUTTER Roman von Schalorn Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wden. . (33. Fortsetzung) Dwojres Herz hämmerte. Sic wurde rot und wollte sich gegen Buchhok' Kuß wehren. Doch Buchholz umfaßte sie mit seinen Armen wie ein Bär ein Kind und — ließ sie los. Dwojre sah ihn erstaunt an. Buchholz lächelte kindlich naiv... Doch mit alledem gab es nichts zu essen. Die Fröhlichkeit und das Laufen im Freien reizten, den Appetit, der schon lange sein Recht forderte, noch mehr. Die Männer machten sich nichts wissien aus gewissen taktischen Gründen. Doch es war Buchholz, der zuerst vom Essen sprach, da er wie ein Kind sein Begehren nicht verbergen konnte. „Oer Bauch ist leer, daß die Eingeweide brüllen." „Buchhok, was hast du?" „Was glaust du, wird man mir für meinen Rock ein Brot geben?" „Wer wird etwas für diesen Fetzen geben?" „So werde ich ein Brot stehlen und davonlaufen. Ich ha*b' das schon einmal getan, gar nichts ist.geschehen. Wenn man hungrig ist, ist alles erlaubt, heißt es; ich 'bin hungrig." „Ich auch." „Was tun?" , . [ „Ich .-habe noch zehn Cents, dafür wollen wir Brot kaufen" — sagt Dwojre — „und wir werden alle 55ti Fuß zurückgehen." „Ja, das ist gut, doch nein," — wendet Freier ein — „nur für fünf Cents Brot. Sie müssen fahren" — plötzlich wurde er ritterlich. „Wenn gegangen wird, so müssen wir alle gehen" — besteht Dwojre auf ihrem Schein. „Ich werde Sie auf meinen Schultern tragen" — Buclrholz zeigt lachend seine großen weißen Zähne. „So wahr ich lebe, er kann das." Sie verlassen den Park. Wie sie auf die Straße koimnen, errinnert sich Dwojre an etwas. „•Da irgendwo muß doch Miß Isabel, die Lehrerin, wohnen. Ich war doch schon bei ihr, ja, in dieser Straße; aber ich habe die Hausnummer vergessen." „Erinnern Sie sich, um Gottes willen, erinnern Sie sich!" „42 — neiri, 43 — nein, aber etwas mit 40 war es." „Wir suchen einfach alle Vierzigerhäuser ab." „Halt, wißt ihr was, da muß doch auch der Moscovici aus- Rumänien,;wohnen. Allerdings, bei ihm in der Wohnung gibt es keine Mäuse. Wißt ihr, warum? Alle sind Hungers gestorben" — sagt Freier bedauernd. „Gehen wir zuerst zur Lehrerin. Wenn die Lehrerin nicht zu Hause ist, so gehen wir zum Rumänen4' — entscheidet Buchholz. „Alber so wie du herumgehst, Buchholz, kann man sich mit dir in keinem Hause zeigen. Dwojre, seien Sie so gut, schließen Sie sein Hemd. Man kann sich doch wirklich mit ihm nicht vor Leuten sehen lassen." Dwojre schloß Buchholz' Hemd mit einer Sicherheitsnadel, so daß seine Brust nicht mehr heraussah, und sie begannen nach Brannten zu suchen, denn sie waren sehr hungrig. XII. Karl Marx, Lassalle und „Freiheit". Lange suchten sie Miß Isabels Wohnung; als sie sie endlich gefunden zu haben glaubten,, da war das Haustor geschlossen. „Diu hast Glück, Buchholz!" .Ich?" „Du siehst doch." „Was fängt man jetzt an?" „Gehen, wir zum Rumänen." „Glaust du, daß man dort etwas -zu essen foekoimmen wird?" „Sicher ist das nicht.'" „Was soll da werden?" —• Buchholz ist so verzweifelt, daß Dwojre lachen muß, „Zunächst wollen wir Brot kaufen," „Ja, das ist gescheit." Dwojre ging in einen Laden und kaufte für das Geld, das sie besaß, Brot. „Weißt du, Buchholz, das Brot wollen wir zu dem Rumänen mitbringen, da kommen wir wenigstens nicht mit leeren Händen." „Das ist gescheit." „Hat er nichts zu essen, so haben wir das Brot. Für die Rückreise bekommen wir schon etwas." Doch Buchholz bat: „Nur ein kleines Stückchen, einen Bissen nur" Dwojre hielt das Brot. „Buchholz, es ist doch nicht schön, mit einem angebissenen Brot zu Leuten zu koommen" „Ein kleines Stückchen mur, so wahr ich lebe, nicht viel." „Lassen Sie ihn ein Stückchen Brot nehmen'* — verwendet sich Dwojre fflr ihn.

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