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Die neue Welt · 1928-12-07 · Heft 64 (7.12.1928) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 64 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 64 DIE NEUE WELT Seite 11 ollar sind oft nicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Gäste Ein zufriedener Oast ist die beste Empfehlung! OTTO KASBRBU Brustschwimmen über 400 Meter ihren eigenen Rekord um nicht weniger als 16 Sekunden, eine grandiose Leistung, speziell, wenn man denkt, daß sie keine ernsthafte Konkurrenz hatte. Fritzi Löwy rekordelte über 300 Meter Freistil; ihre Zeit von 4 :47,2, ist um 1.6 Sekunden besser, als die alte. Das Wasserballspiel zwischen H a k o a ih und Austria endete 4:4 unentschieden. Für Hakoah waren Rosenb-latt (3) und Fritz erfolgreich. Hakoah hat die zweite Liga saniert. Die zweite Professionalklasse, die vor dem vollständigen Zusammenbruch stand, wurde durch die Teilnahme der Hakoah an der Meisterschaft finanziell saniert. Die zweitklassigen Klubs erreichten g.Q ge n H a k o a h d i e~ g r ö ß t en Einnahmen seit ihrem Bestände* Während die Vereine in den sonstigen Kämpfen höchstens Einnahmen von S 150 verzeichneten, betrug die Mindesteinnahme gegen Halroah.S 1900. i Nachstehend eine Aufstellung der Bruttoeinnahmsziffern: Moravia S 2550, Bewegung 20 S 6700, Neubau S 5193 90, Liberias S 6695 50,'- Simmering S 4975.70, Prem S 3531.20, Altmannsdorf S 3980.70, Donau; S 2799.20, Weiße Elf S 4027.90. Vorwärts 06 S 4790.80, Gersthof S 4790 80, Viktoria 21 S 3744.10. Es ergibt sich eine-Summe von S 50.889. Beim Wiederholungsspiel Hakoah—Libertas dürfte ein neuer Erträgnisrekord aufgestellt werden. Der Gesamtbetrag von S 50.889 ist für zweitklassige Verhältnisse ein ungeheuer hoher und es dürfte kaum ein anderre Verein solche Beträge in Umlauf zu bringen vermögen. 'Man,kann ruhig annehmen, daß nach Abzug der Lustbarkeitssteuer und der sonstigen Spesen 35 Prozent übrigbleiben und diese ergeben noch Immer eine ganz ansehnliche Summe, mit deren Teilbeträgen die Angehörigen der iweiten Liga lange Zeit wirtschaften können. Die Lemberger Hasmonea vor dem Zusammenbruch. Der S. C. Hasmonea, der größte jüdische Sportverein Polens, konnte sich in der Liga nicht behaupten und landete mit 15 Punkten an vorletzter Stelle. Der Verein befindet sich infoige des Abstieges halb in Auflösung. Eine ganze Reihe hervorragender Spieler wird die Hasmonea vertassen. So übersiedeln Redler und Steuermann, der auch in Wien bei der Hakoah debütierte, zu Pogon. Krumholz und Grün b er g haben sich bei der Cracovla (Krakau) angemeldet. Die Generalversammlung dürfte eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des Vereines treffen. Hakoah gegen Libertas. Das Wiederholungsspiel zwischen Hakoah und Libertas findet kommenden Sonntag auf dem W. A. C.¬ Platz statt. Das erste Match endete 4:1 für Hakoah. Diesmal wird sich die jüdische Mannschaft gehörig anstrengen müssen, um knapp erfolgreich zu bleiben. Frankl, der bekannte Leichtathlet der Hakoah übersiedelt nach Prag und wird dort für den S. C. Hagibor tätig sein. In der Liste der zehn besten Leichtathleten Oesterreichs, die heuer offiziell aufgestellt wird, werden nur österreichische Bundesbürger aufgenommen und es werden daher unter anderem die Hakoahner Bl ßd'y und Schocher fehlen, obzwar diese Läufer auf Grund ihrer Leistungen unter den ersten zehn erscheinen müßten. Die Hakoah-Eishockoymannschnft nimmt an der Meisterschaft der zweiten Klasse B teil. Das erste Spiel trägt die jüdische Mannschaft gegen St. Pölten aus._ VereinsnachrscMen. Die Schulgemeinde des Chajes-Realgymnasiums veranstaltet Samstag, den 15. Dezember, punkt halb 8 Uhr, im Saale des Hotel Post, I., Fleischmarkt, eine große Chanukah-Akademie mit reichhaltigem Programm. Karten Sind ih der Kanzlei des Chajes-Realgymnasiums, II., Casteilezgasse 35, in' der Buchhandlung Moses Rath, IL, Taborstraße, und an der Abendkassa zu haben. 'Chäjes-Gedenkfeier des jüdischen Hochschulausschusses. Sonntag,, den 9. Dezember, findet im Festsaale des „Kulturbundes", I., Parkring 8, um halb 11 Uhr vormittags eine Chajes-Gedenkfeier statt. Die Gedenkrede hält der Rektor der " israelitisch-theologischen Lehranstalt Hofrat Prof. Dr. Schwarz. Gäste willkommen! — Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Wochenprogramm. Samstag entfällt der Zionistikakurs wegen der Ghanukahfeier im - Cafe Silier (Goldener Saal). 8 Uhr abends dringende Ausschußsitzung. Sonntag Wanderung. Treffpunkt, 8 Uhr, Stadtbahnhaltestelle Schottenring; Montag: 7 bis halb 9 Uhr Hebräisch für Anfänger. Halb 9 bis 10 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Dienstag: Halb 8 Uhr Plenarversammlung mit anschließendem Referat. Mittwoch: 7 bis halb 9 Uhr Hebräisch für Anfänger. Donnerstag: Halb 9 bis 10 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Die Mitglieder werden ersucht, die Büchtäenentleerung bis längstens Sonntag abzurechnen. Landesverband der Zion»sten-Revisionisten Oester reichs. Montag, den 10. Dezember 1928, um» 8 Uhr abends, im Klubsaale des Caf6 A11 a s h o f, Wien, L, Aspernplatz 4, Versammlung. Einleitender Vortrag von Dr. Atax Kiwe über: „Das siebente Dominion". Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 10, Dezember 1928, halb 8 Uhr abends, im Klubsaal der Hakoah, Wien. I.. WippHiigerstraße 24-26 (Cafe Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor), Vortrag von Herrn Eduard J o n as- S c ha c h t i z: „Oesterreichische Marannen des 19. Jahrhunderts". Eintritt frei. Gäste willkommen! Jüdisches Lehrlingsheim Zukunft (IX., Grüne Torgasse 26). Am 9. Dezember im Theatersaal der „Kunst- Bpiele", L, Riemergasse 11, Chanukah-Akademie der Zöglinge. Aus dem reichhaltigen Programm sei erwähnt: Pogrom, eine dramatische Szene, Berl der Schneider, eine chassidische Satire von Perez, ein Singspiel in Schattenbildern, ein lustiges Handwerkerbild, vierstimmige Chore, jüdische Musik usw. : Restliche Karten von 1 bis 4 S in der Direktion des Lehrlingsheims erhältlich. Telephon A 16-3-23. ' Siegesfeier der zionistischen Jugend. Die jugendlichen Mitarbeiter aller Bezirke werden zu einer am Samstag, den 8. Dezember um 4 Uhr nachmittags.. iu den Räumen der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, IL, Zlrkusgasse 33, stattfindenden Siegesfeiereingeladen. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hllfsgemeinscbaft, II. Untere Augartenstraße 35. Sonntag, den 9. d. M., 3 Uhr .nachmittags. Chanukahteier für Kinder im Alter von 3 bis H Jahren. Kleine Gäste willkommen. Moderner jüdischer Kindergarten mit Anwendung des Systems Montessori, täglich von 9 bis halb .1 Uhr, halb 3 bis 6 Uhr, grpße»- eigener Garten im Hause. Nachniittägskurse für Schulkinder, täglich von halb 3 bis fi Uhr Schu!nachhilf.e. rhythmisches Turnen, Spiele im Freien (eigener Garten), Händfertiffkeitskurse, individuelle Behandlung, Charakterbeeinilussung. Anmeldungen täglich von 3 bis. 4 Uhr, IL, Untere Augartenstraße 35, 1. Stock. .Jugendgottesdienst Samstag 3 Uhr nachmittags. Gäste willkommen'. . . ZIou. Frauengruppe VI—VI!, zipn, Sektion 6-^-7, veranstalten am Samstair. den 8. Dezember 1938 im Hotel Paiace, VI., Mariahilferstra'Je 99, - halb 9 Uhr abends, eine Chanukabfeier mit anschließendem Tanz. . Die zionistische Frauengruppe 6—7 und Verein Ahäwattt-Achlra eröffnen ihre hebräische. Schule am Donnerstag, den 6. Dezömber 1928 in den Räumen des Vereines Ahawafh-A,chim,. VI., Millergasse 43. Einschreibungen finden jeden Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr vormittags und jeden Mittwoch, zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags; VL. Miller» gösse 43, statt. , Zionistische Bezirkssektion < Lcopoldstadt. Montag: 7 bis halb 9 Uhr Hebräisch für Anfänger; halb 9 bis 10 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Mittwoch: 7 bis halb 9 Uhr Hebräisch für Anfänger. Donnerstag: Halb 9 bii 10 Uhr Hebrüisch für Fortgeschrittene. Zlon.-Akad. Verbindungen und Vereine. Donnerstag, den 6. Dezember findet um halb ü Uhr abends (I.. Kärntnerstraße) eine wichtige, interne Sitzung .'statt. Erscheinen Pflicht. Erste Spezialf ■m m_ wetkstätiefär 965561und I I5CH6 Salongarnituren und Einzeln)öbelsf (Icke APIER, VII. Apollog, 18 k, >J!&U.« Zionistisch-Akademischer Verein „Bar Kocfaba". Samstag, den 8. d. M . halb 9 Uhr abends, im Klubzimmer des Cäfe Schaller (XIX., DöMirtgtfr Gürtel 2) außerordentlicher Gcncralkonvunt Da wichtige Fragen auf der Tagesordnung stehen, so ist das pünktliche Erscheinen unbedingte Pflicht. Verein zionistischer Hochschiiler „Theodor Herzl". Vortrag Dr. Siegfried Schmitz: Die wirtschaftlichen Ideen der Gegenwart und ihre Wirkung auf die Juden, im Heime, IX., Glasergasse 4. Beginn 8 Uhr 15 Min. Pfadllnderbund 2lrenu. Arn 11. Dezember Im Theatersaale des Hotel Post,!., Fleischmarkt 24. große Cbänukahfeier, bei der Mitglieder unseres Bundes mit Musik, Rezitationen und Theateraufführungen ihren Eltern und Freunden einen schönen Abend bereiten wollen. Der Jüdische Witwen- und WaisenhilfsvcrOln, Wien, IX., ver-'. anstaltet am 8. Dezember um halb 8 Uhr abends Im Mflilner-Tempcl. Grünetorgasse, eine Chanukah-Festfeier unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors Postolow. Entrec S 2. Karten bei samtlichen Vorstandsmitgliedern und beim Portier des Müllner-Tempels. Predigten. Am 7. Dezember 1928 werden bei dem um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in folgenden Gemeindetempeln Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstcttcngasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); XV., Turncrgasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVL, Hnbcrgasso 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Im Gemcindetempel XVIIL, Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Fenchtwang) findet um 4 Uhr 45 Minuten Samstag, 8. Dezember d. J. aus Anlaß des Chnnukahfestes ein feierlicher Gottesdienst mit Predigt statt. Der sensationelle Weihnachts- Verkauf im Warenhaus Brüder Seih i ff mann, 2. 'Bez., Taborstraße 48, hat begonnen. Die ungewöhnlich große Leistungsfähigkeit dieses führenden Kaufhauses der Leopoldstadt ist zur Genüge bekannt. Die; Auswahl iri allen Waren d-es täglichen Bedarfes, wie Leinen, Chiffons, Gradl, fertige Bettwäsche, Damen- 'und Herren-Wäsche, Regenmäntel, alle Stoffe und Seidenwaren, Schneider- und Modistenzugehöreii, Parfüme, Seifen, Töilette'artikeln usw. ist enorm. Preis und Qualität der Qkfoasi-onä-Angebote sind u n e r r'c i cht! Nachstehend einige Preisbcispiele: Mode-Bordüren-Kasha S 2.90, Kleiderstoffe, 100 breit, S 2.90. Kleider-Popeline, 100 breit, S 3.90, Mantel- Flausche und -Velours, 140 breit, S 9.30, Double für Mäntel, 140 breit, S 9.80, Zibeline, alle Farben, 140 breit, 5 12.90, Fallle de clalre, SO breit, S 2.90, Brokate, alle Farben, 80 breit, S 2.50, Crepe de Chine, alle Farben, 100 breit,: S 4.90, Samt*Chiffönet. 90 breit, S 4.90, Plüsche für Mäntel,, 120 breit, S 9.8Q, Velours-Chiffon, alle Farben, 90 breit, S 9.80, Orlglnal-Püllmann-Kappe S 3.90.. Mode-Wolljacke .S 6.90, Prima FI6rstrümpfe . 5 1.25, Modesocken S —,59,. Wäscheflanelle, 80 breit, S —.98, Velourbarchent, .75 breit, zösisohe Mode-Ve'lours, 80 breit,\S ,1.98,Apb2eniat fda rdgo S 1.50, Französische Mode-Velours, 80 breit, S 1.9Ö, Fran- 5, 3.90, Französische Waschsamte, - alle Farben, S 2.90, SpeziaJairgebote in Vorhängen,, Teppichen, Linoieum: Prima Spagatläufer* 65 breit, per Meter S 1.50, prachtvolle SpitzeUrStores, « komplett, S 3.90, Fußbodenbelag, 100 breit, per Meter S 3.90, Wachstuch für Küchenbelag, 50 breit, per Meter S 1.50. Qriginal-Fahrikslager in englischem Inlald-Linoleum!! In der. .neueröffneten Spielwarenabteihing:: Spielwaren, für Kinder aller, Altersstufen zu besonders hilligen EiufiHirun'gs.preisen! Rrovinzversand per' Nachnahme. — Jeder Käufer./erhält ein. apartes Geschenk. -.;,.„ •■ . (Entgeltlich.) Anmut im Scheuten. ■ In der Kunst, Freude 'zu bereiten, kommt es sehr auf die Form an, auf die. Geste und- Grazie des Ge'ben«. Eine Festgabe kann durchaus nüchterner, praktischer Art sein, wenn'die Aufmachung'den Zartsinn und die Aufmerksamkeit des Geibers bekundet. Arn' geeignetsten hiezu ist eine kleine -Beigabe,' wie Blumen oder Süßigkeiten. Der Jahreszeit entsprechen jetzt aber Blumen nicht, hingegen wirkendie Erzeugnisse der in der ganzen Welt berühmten österreichischen' Schokolade- und Zuckerwarenprodüktion herzerfreuend. Von dem einfachsten Päckchen bis zur prunkvollen Kassette ist alles vertreten. Daher schenke, wer mit Anmut schenken will* . immer auch Schokolade oder Bonlboiis! Geeignetstes Ghanuika- Geschenk. * , . . E Seit Eröffnung ihrer Abteilung für Sprechapparate hat die „Diso" Erstaunliches geleistet. Die besondere Beliebtheit der von der „Olso" gelieferten erstklassigen Spreohapparate sowie die Kulanz und fachmännische Bedienung hat die Sprechmaschinenabteilüng der „Olso" zu einem führenden Unternehmen dieser Branche gemacht. Als besonderen Beweis ihrer außerordentlichen Leistungsfähigkeit bringt die Firma ihren vorzüglichen „Olsophon" auf den Markt. Dieser Apparat zeichnet sich durch erstklassige Tonwiedergabe aus und ist zufolge seines niedrigen Preises von S 100 auch für den Minderbemittelten erreichbar. Das „Olsophon" ward auch gegen bequeme Teilzahlung abgegeben. J Gegen Hämorrhoiden wird von ärztlichen Autoritäten Haimalan verordnet. Haimälan-Salbe , bewirkt 1 ohne Berufsstörung das sichere Schwinden der lästigen Knoten, beseitigt radikal die Schinerzen und .ist absolut unschädlich; Haimalan-Zäpfchen stillen die Hämorrhoidalblutung, bringen das Leiden sofort zum Stillstand und in kurzer Zeit zur völligen Heilung.. Haima 1 an¬ Salbe und -Zäpfchen sind in jeder Apotheke erhältlich. Wo njent, wende man sich mündlich oder schriftlich au die Rathausapptheke, Wien, I., Rathausstraße 3. An unsere Leser! Wir bringen hlemit zur Kennfus, daß das bekannte, Mu s ikh.au s Excel sior, Wien, I., Adlergasse. 5 und II... Kleine. Pf arr. Kasse 28,; sein reichhaltiges. Lager ' in 'jüdischen und. hebräischen Schallplatten, durch die neuesten originär amerikanischen Aufnahmen kantoraler und jüdischer Gesänge ergänzt' hat. Zu Propagandazwecken wird eine große Serie von Schallplatten an diejenigen. Leser unseres .Blattes, die sich auf diese Ankündigung berufen, zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben. Täglich unverbindlich Grammophonkonzert. Wir empfehlen unseren Lesern den Besuch , dieser Vorführungen im Musikhaus > E^ceJsior, DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wien. (32. Foitsetzung) Ein wenig tiefer im Park zwischen den Wiesen md Bäumen konnte iman meinen, sich in einem dichten Wald verirrt zu haben, der mit wildem Gras, Gebüsch und . dichten Stämmen bestanden war; die Füße schienen: auf den noch ungezwungenen jungfräulichen Baden des noch nicht entdeckten Amerika &u treten. Lange wanderten sie zwrschen den mit Gras •bewachsenen Geländen ti-mher. Bmchholz kannte jeden Baum und wollte auf jeden ihinauifklettern; mühsam hielten ihn die anderen aus Furcht vor den Parkwächtern zairüök. Zum erstenmal seit ihrer Ankunft in Amerika sah Dwojre Grün, spürte den nackten, ungepflasterten Boden unter den Füßen, berührte feuchte, lebendige Bäume mit ihren Händen. Der nackte, ruhige Boden, die sprießenden Gräser berauschten Dwojre nach den langen Wochen und Monaten im dumpfen Kel'ler, in den geschlossenen Werkstattstitiibeii. Sie streckte sich auf der Wiese hin, steckte das Gesicht in das Gras und küßte es, drückte sich ganz ins Gras, als wollte sie sich darin baden. Ihre beiden Begleiter wußten nicht, was sie mit Dwojre anfangen sollten. Das stille, zurückhaltende und stets schweigende Mädchen hatte alle Scheu verloren. Sie begann über die Felder zu, laufen und rief den beiden Männern zu, sie mögen sie fangen. Sie liefen ihr nach. Freier blieb bald stehen-. Doch selbst Buchholz, der kräftige Beine hatte und wie einwilder Stier dahinjagte, da er sich darauf verlegte, Dwojre einzuholen, war zu schwerfällig und konnte sie nicht fassen. Endlich wurde sie müde und blieb, selbst stehen. „Woher können Sie so .gut 'laufen?" ..Daran iist die Ziege schuld." „Die Ziege?" . „Ja, wie ich. ein kleines Kind war, halbe, ich daheim auf dem Schloß eine Ziege gehütet, von der habe ich Laufen geilernt. Wenn sie davonlief, mußte ich ihr nachspringen." „Ich will die Ziege sein, ich werde davonlaufen und Sie werden 1 mir nachlaufen" — sagt Buchhok u.n;d 'begihn't zu siprijfgen wie eine böokige Ziege; die anderen können sich nicht halten vor Lachen. „Wißt ihr, wir wollen etwas spielen, wie wlt zu Hause gespielt haben" —- Dwojre will sich an ein Spiel erinnern, doch sie kann e-s nicht, denn sie erinnert, sich nicht, daß sie, als Kind gespielt hätte. „Alle Spiele vergessen, alle Spiele vergessen" — sagt Dwiojre :<traurig: zu sich selbst. . „Buchholz, kannst du ein Spiel?" „Ja." „Was für eins?" „Sich auf den Kopf stellen und auf den Händen gehen. Wer länger geht, gewinnt." Buchhok stellte sich auf den Kopf. Nicht nur Freier, sondern auch Dwojre folgte seinem Beispiel. „Weißt du, Buchholz, was ich ihr gesagt habe? Ich halbe, fhr gesagt, wir sollten alle drei auf . die Wanderscaft gehen. Mit einer Drehorgel. Ich werde spielen, diu wirst Kunststücke machen und sie wird tanzen. Können Sie tanzen? So werden wir uns unser Brot erbetteln." Diesmal war ahm Dwojre nicht böse und hieß ihn nicht schweigen; diesmal klangen die Worte in Freiers Mund auch nicht, wie eine leere Phrase, mit der er, etwas erzielen woMte. „Ich «ehe" —- sagt Buchholz. „Und Sie?" „Ich. kann doch nicht kn«eiu" „Ich nehme Sie auch so mit" — sagt Buchholz. „Nein, ich werde Sie" mitnehmen. Sagen Sie, mit wem wollen Sie. lieber gehen, mit mir oder mit ihm?" — fragt Freier. Ohne z^ üWriagerifc deirtet Dwojre mit dem Finger auf Buchholz: „Mit ihm." . ' „Siehst du, Buchhohz, siehst du, BuchhgirzP* Buchholz wurde mit einem Male sehr ernst, zog eine Grimasse, faßte einen großen Baum, der neben ihm stand, und umarmte ihn. „Was hast du, Buchhok?4* „Das da will ich machen!" — Buchhote deutet auf den Baum. „Was willst du machen?". „Solche Bäume.*' „Bäume In Plastik?" ..Ja," —• Buchholz nickt mit dem Kopf — «iSolche große, dicke, moosbewachsene Bäume machen, die :krumm und stumm im Regen mitten im Feld stehen und etwas hüten."

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