Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 64 (7.12.1928)
- Date
- 1928-12-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 64 DIE NEUE WELT Seite 7 Eine Se enswürdigkeit Wiens Radio iw Horny Wien I. Rathausplatz 9 a£l Bataillons. Ich glaube, daß zu den interessantesten Ereignissen des Krieges das gehören wird, daß jüdische Bataillone für die Befreiung Ihres Landes unter englischer und eigener Flagge kämpften. Zu meinem großen Bedauern handelte der Generalstaib den jüdischen Bataillonen gegenüber ungerecht, ungeachtet dessen, daß man ihnen in England gut gesinnt war. Das englische Hauptquartier machte immer Schwierigkeiten und gab uns keine Gelegenheit, zu zeigen, was wir unter guten Bedingungen hätten vollbringen können. In diesen schweren Zeiten tröstete ich mich mit dem Mut und der Helden'haftigkeit meiner ^en. Wir Irländer sind in vielen Dingen den Juc :h. Das Ist vielleicht eine Neuigkeit für die Juden .• die Iren. Aber mag die Welt wis^n, daß die Taten der Juden auf dem Schlachtfelde und Ihr zäher Kampf für ihre eigene nationale Existenz ähnlich waren der irländischen Zähigkeit und ähnlich den historischen Vorkämpfern Juda Makkabl und Bar Kochba. Ich habe mit großer Freude die verantwortungsvolle Mission auf mich genommen, das jüdische Bataillon anzuführen, verantwortungsvoll im weiteren Sinne dem jüdischen Volk gegenüber, mit dessen heldischen Soldaten sehr viel geleistet werden konnte, leider alber herrschte die Parole der Gerechtigkeit, sonst in England sehr populär, nicht im Stab des nahen Orients und man gab uns nicht die Gelegenheit, unsere volle Kraft zu zeigen. Ich muß sagen, daß ich überglücklich war, daß mich das Schicksal zum zweitenmal im Jahre 1917 -mit den Juden verbunden hat.44 Colone! Patterson mußte -teuer, dafür bezahlen, daß er sein Schicksal mit dem unsrigen verbunden hat. Er trat als; Colon ei in den Weltkrieg und beschloß ihn im gleichen Rang, eine seltene Ausnahme! . Die erste Opposition gegenüber der jüdischen Legion entstand im.Kreis der englischen Refcrmjuden, deren Führer mehrmals beim Kriegsminister vorsprachen, um zu erreichen, daß ein jüdisches Bataillon (überhaupt nicht bewillig! werde oder zumindest ohne speziellen Namen (Ma:kikatoi!).und ohne spezielles .Abzeichen (Magen David!). Oer Delegation gehörten Lord SWedlng, Sir Henry,. Sit.'Stuart. Samu el (Bruder des:Herbert Samuel), Lyonel R o t s c h i 1 d und Oberraibbiner Dr. H e r t z. an. Zeitweilig war der Einfluß dieser Delegation sehr stark, es gelang ihr sogar, Lord Derby zu bestimmen, sein "erstes Versprechen zurückzuziehen und den Magen David als militärisches Zeichen abzuschaffen, indem die Delegierten ihr Begehren damit motivierten, daß ein spezieller jüdischer Name des Bataillons dem Ruf der in der englischen Armee (kämpfenden jüdischen Soldaten schaden würde und daß man im allgemeinen den russischen Juden nicht trauen könne.. Das Komitee, das sichzugunsten der jüdischen Legion einsetzte, bestand aus dem irischen Parlamentarier Kelly, Dr. Ed er, dem gewesenen Mitglied der zio-' nistischen Exefaitive Kapitän Seligmann, 0 rschansky, dem späteren Legionssoldaten, Josef C o w e n, der die als Agitationsmittel für die Legion von Großmatm und Jabotinsky herausgegebene Zeitschrift „Tribüne44 unterstützte, dem Billdbauer Jafkob Epstein, dem Journalisten Landau und dem Koloniemminister A ni e r y. Lord Derby gab der Intervention der Reformluden nach, indem er, seinen ersten Beschluß zurückziehend, für i AUCH GEGEN BEQUEME TEILZAHLUNGEN; iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiii I decken Sie Ihren I Bedarf für die | Feiertage! an Unoleun, Teppichen, Vorhängen, Bett*! garnituren, Steppdecken, Schafu. 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Sie scheuten kein Mittel, die Anhänger der jüdischen Legionäre zu bekämpfen, versuchten öfters die Versammlungen Jabptinskys zu sprengen, was ihnen aber dank dessen Freunden aus dem Madeselkorps, die seine Begleiter waren, nicht gelang. Die zurückgekehrten Freunde Trumpeldors aus dem Mauleselkorps schlössen sich vorläufig dem 20. Londoner BataiiHon an, wo auch Jabotinsky als einfacher Soldat eintrat. Dort wusch xier spätere Leutnant fleißig Fenster und Türen und noch andere Oerrlichkeiten in der Kaserne. Auch Trumpekjor bewarb sich um den Eintritt in das Bataillon, wurde aber abgelehnt. Als einfachen Soldaten wollte man ihn nicht nehmen, da er nur eine Hand besaß, und als Captain, jenem Rang, den er im nissisch-japanischen Krieg und an den Dardanellen bekleidete, ebensowenig, mit der Motivierung, er sei russischer Staatsbürger! Mit dem ihm. eigenen Oleichmut erwiderte Trumpeldor auf die stereotype Abweisung durch das englische Kriegsamt: „Ejn dawar!" (Es liegt nichts daran!) Trumpeldor fuhr bekanntlich nach Rußtand, um eine jüdische Division zu schaffen. Alber es war zu spät, Der Krieg war Wnium reisen Sie nicht mit der Postkutsche? _ Well Sie mit Bisenbahn und Auto schnelle und ue>»e leisen. Warum aber pflegen Sie Ihre Futtoöden und Möbel noch nach m.tteialieilich. n Metn< den, wo Skdoen naen oei modernen JOHNSON METHOD2 unvergleictii ch sehne ler und ocser aibelten Können? JOHNSON-WACHS, J.ho*.uti.; o'etctr. Fußbodenbarste 'i allen Qe-sc *ften. Schimmernder Olan* im «amen Haus ftaolna Company, Ablg. B., WIEN I., Kohlmarkt», rel. u-27-0-88 wenn schon hier, dann ist es praktischer und besser, sich gerade der jüdischen Legion anzuschließen, welche die Regierung zu gründen genehmigt hat. Wir wissen, daß die jüdische Legion auf eine Gegnerschaft stößt, die durchaus ungerecht ist. Wenn der Jude, der Militärdienst lelgjen muß, nachdenken wird, wird er zur Ueberzeugu*fM«g]^ langen, daß die jüdische Legion für ihn die be bedeutet. In einer jüdischen Legion wird der jüdis(fn£JB$!ji£y nicht aus seiner jüdischen Umgebung herausgerr religiöser Jude wird seiner Ueberzeugun« leben einzelne Soldat außerhalb seiner militärischen Funktionen Befriedigung für seine kulturellen Bedürfnisse durch Vorträge, Konzerte und Bibliothek finden können. In den Herzen der jüdischen Massen pulsiert jetzt die alte Liebe zu Palästina stärker als sonst und zeigt sich in klarer Weise in allen Ländern. Noch niemals hat die alte jüdische Hoffnung, wieder ein Volk auf eigener SchoMe zu werden, so sehr gelbrannt wie jetzt. Und wenn schon 'kämpfen, warum unter fremder Flagge und unter fremden Völkern? Hunderttausende Juden kämpfen jetzt in den Armeen der Völker, aber es besteht kein Zweifel, daß auch nur ein einziges jüdisches Bataillon für die jüdische Zuikunft am Gerichtstag der Völker eine WIMPASSING SdineesckuK bietet Schutz Vor Regen, Schnee und Strafjenschmutz! zu Ende und Trurapeldor schul die ersten Kaders für den Gedud Haavoda anstatt kämpfender Bataililöne. Die eiben erwähnte kleine Gruppe um Jaibotlnsky im 20. Londoner Bataillon war der Grundstein des Jüdischen Bataillons. Die Einladung, welche Ja« 'botinslky an verschiedene Personen zwecks Heranziehung ins Komitee übersandte, lautet: „Geehrter Herr! In der ersten Versammlung, die am letzten Sonntag zur Organisierung eines zionistischen Vereines und der Freunde und Anhänger einer jüdischen Legion stattfand, ist ein Komitee gewählt worden, das ein Programm auszuarbeiten hat." Das Projekt hat folgenden Wortlaut: „Der Verein wird den Namen Bar Kochba führen. Er steht auf dem Boden des Baseler Program ms. Seine speziellen Aufgaben sind: a) Das Sdlidaritätsgeftthl im jüdischen Volk in England auf Grund der englischen Deklaration (Balfour-Deklaratlon.: Anm. d. Red.) zu befestigen und zu entwickeln, b) Das jüdische Regiment auf folgender Grundlage sicherzustellen und zu fördern: 1. Wir nehmen mit Befriedigung zur Kenntnis, daß das jüdische Korps nur bei jenen Operationen verwendet wird, die verbunden sind mit der E roberung und Besetzung Palästinas, und wir hoffen, daß die Regierung ihr Versprechen erfüllen wird, dem Regiment einen jüdischen Namen und ein jüdisches A6zeichen zu geben. 2. Wir verlangen von Jedem Juden, der aufgefordert wurde, in die Armee einzutreten, daß er sich dem Jüdischen Bataillon anschließe und die Ehre des Bataillons schütze. 3. Wir fordern, daß alle Juden Jm allgemeinen und die Zionisten im 'besonderen die Legion moralisch und materiell unterstützen, 4. Aus den jüdischen Soldaten, die für ArbeitsbataiMe bestimmt sind, soll die Regierung Arfoeitsbataillone für Palästina schaffen. 5. Unter den jüdischen Soldaten soll eine lebhafte zionistische Agitation nach der Richtung hin geführt werden, daß sie sich in Palästina ansiedeln.". Hier verlohnt es sich, •zu bemerken, wie die englische Administration den Punkt 5 erfüllte. Nach dem Krieg wurde iür die. Soldaten der Jüdischen Legion ein besonderes Gesetz angewendet. Wer in Palästina demobilisiert werden wollte, mußte eine Unzahl von Dokumenten unterschreiben, daß er gegen die englische Administration keinerlei Forderungen habe und daß er auf das Recht, die Repatriierung zu verlangen, verzichte. Ueberaus charakteristisch sind folgende Partien aus dem Aufruf, zur Gründung der Legion: „Aus all den Gründen ist es klar, daß für uns Juden, die wir Militärdienst leisten müssen, es besser ist, das Hier statt des Dort (Rußland. Anm. d. Red.) zu wählten, und größere Bedeutung haben wird als all diejenigen, welche innerhalb der fremden Gruppen kämpfen, und daß die jüdische Faihne, in den Händen jüdischer Helden flatternd, Ihren Anteil an Anerkennung und ihr Recht wird fordern können, das ihr niemand wird verweigern dürfen. - Nehmt eure blauweiße Fahne in eure Hände, jüdische Mrnner! Feiglinge wollen ■ euch einreden, daß dies eurem Interesse schaden kann. Glaubt ihnen nicht! Im Gegenteil Dem freien Volk gegenüber werden selbst die Feinde Respekt empfinden, wenn ihr offen auftretet, um unser altes Recht auf Palästina zu verteidigen! Einen offenen Gegner verachtet man nicht, im Gegenteil, man hat Respekt vor ibm wie vor einem lebendiigen Vollk. Jüdische Männer, stärkt eure Herzen! Euch ist es beschieden, die Taten eurer Urahnen fortzusetzen,. der Makkabäer, die vor mehr als zwei Jahrtausenden unter viel schwereren Bedingungen kämpften und dennoch siegten. Kommt in Massen, kämpft und seid siegreich für das Volk und für das Land!" Jüdische Männer folgten diesem Rufe und kämpften in und um Palästina. Die Gräber der Gefallenen befinden sich heute, mit dem,Magen David geschmückt, auf dem Oelberg. Recht und Rechtsleben in Palästina. Ein Vortrag des Rechtsanwaltes Dr. Smoira in Berlin. Auf Einladung des „Deutschen Verbandes zur Förderung der Universität Jerusalem" sprach in Berlin kürzlich der Jerusalemer Rechtsanwalt Doktor Moses Smoira über die gegenwärtigen Rechtsverhältnisse in Palästina. Dr. Smoira beleuchtete die gegenwärtige Gesetzgebungspraxis in Palästina. Das Recht der Gesetzgebung steht nach dem Palästina- Mandat und der Verfassung Palästinas der englischen Mandatarmacht zu. Eine gewisse öffentliche Kontrolle der Gesetzgebung wird jedoch durch zwei Einrichtungen ermöglicht: durch die Einrichtung eines Obersten Gerichtshofes, an den man als an einen Obersten Ver- ZEIT: SAMS 1 AG DEN 8. DEZEMBER, 4 UHR NACHMI itags REGIEBErr AG 30 GR, KINDER, KOMMT ZUR CHANUKAH-FEIER DER VEREINIGUNG DEMOKRATISCHER ZIONISTINNEN | ORT: GOLDENER SAAL DES CA ESILLER.WIEN I., SCHWEDcNPLATZ REGIEBEITRAG 30 GR.