Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 64 (7.12.1928)
- Date
- 1928-12-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 oft mm WELT Nr. 64 TEL. 132-310 ^^WEIHNACHTSGESCHENKE OHRFAUTfUILS - SCHLAFPAUTEUILS ALS BETT VERWENDBAR. omiHT tuM TAPcxiirriRMitsm ^'"sShnI VI.SIEBÜQTERN6.12 wie sie anckrer-ei.s a hs, wodurch die Einijung verhindert oder aufgeschoben würde, einhellig verurteilt. Während also die Kommission diese bet'a'ierlichen Vorkommnisse ebenso wie die vergangenen und gegenwärtigen Ursachen, die zu ihnen geführt und den ungün« stigen Widerhall, den sie hervorgerufen ha'jen, aufs lebhafteste bedauert, * unterläßt sie es, einen Tadol betreffend die Personen auszusprechen, d ren Handlungen od.r Unterlassungen diese Vorfälle hervorgerufen oder verschärft haben. Solche Zwischenfälle müssen jedoch den Frieden und die Wohlfahrt Pa'üsfinas gefährden und alle diejenigen in der Welt * betrüben, für die Palästina teuer und heilig ist. Die Mandatskommission hegt also den zuversichtlichen Glauben, daß keine Anstrengung gescheut werden wird, um einen gerechten und freundlichen Ausgleich herbeizuführen, der allein die Wiederholung ahnlicher Vorfälle verhindern kann. Zu diesem Zweck genügt es nicht, daß die* Regierung von Palästina es bekanntgibt,. daß sie bereit ist, zu vermitteln, wenn sie von irgend einer der Parteien angerufen wird, wie sie es bei einer früheren Gelegenheit getan hat. Es scheint nicht nur zweckmäßig!» sondern geradezu unumgänglich notwendig zu sein, daß sfe aktiv« Schritte unternimmt, um die beiden streitenden Parteien zu einer Einigung zu veranV.sen und daß sowohl Juden wie Moslems auf diese Schritte mit der aufrichtigen Bereit« schaft reagieren, den Streitfall auf der Grundlage der vollen und gleichen Berücksichtigung der moralischen und materisllen Rechte beider Pa teien beizulegen... Die Kommission hofft zuversichtlich, daß keine Partei durch unvernünftige Ansprüche oder unduldsame Weigerung die Verantwortung da'ür übernehmen wird, die Herbeiführung eines gerechten Ausgleichs vereitelt zu haben." Zum Schluß macht dje Mandatskommission, darauf aufmerksam, daß, falls kein Ausgleich gefunden werden kann, * wenigstens provisorische Vereinbarungen getroffen werden müssen und daß „keine Ruhestörungen versucht oder geduldet werden dürfen".; „URAN" Oauerbrand-Ofen D. Ana vi, vorm. H. Heim Baden Größte Sparsamkeit Sol de Konstruktion Ueaerall iu hab«n! Fabriksnieder>age- Ludwlg Reisner, '., Schoftenri-cj 33 Das Weißbuch der englischen Regierung. Die englische Regierung hat am 27. November dem Parlament ein Weißbuch vorgelegt,' das eine Darstellung des Vorfalles an der Klagemauer enthält und den Standpunkt der Regierung darlegt* Das Memorandum beginnt zunächst mit einer Wie-' derga'bö des schon bekannten offiziellen Conimuniqu6s der Palästinaregierung und fährt dann fort: Die Intervention der Polizei wurde durch das Verhalten der jüdischen Behörden verursacht, welches von der Palästina-rRegierung als eine Verletzung des Status quo angesehen wurde. Die Klagemauer ist den Juden heilig, und ihre Sitte, dort zu beten, geht mindestens bis ins Mittelalter zurück. Zugleich aber ist die Mauer ein Bestandteil des Haramesch-Scherlf und als solcher den Moslems heilig. Sie ist ferner rechtlich uneingeschränktes Eigentum ''der moslemitisohen Gemeinde, und der Platz vor der Mauer Ist Wakf- Eigentum. Die jüdische Gemeinde hat zweifellos ein Recht erworben, den Platz zum Zwecke des Gottesdienstes zu betreten* aber bei jedem moslemitlschen Protest haben die türkischen Behörden wiederholt die Entscheidung getroffen, sie würden ein Abgehen von der bestehenden Praxis, etwa das Mitbringen von Bänken und Stühlen, nicht gestatten. Eine Entscheidung, die* das Mitbringen .von Scheidewänden betrifft, wurde 1912 erlassen. Die Palästina-Regierung und die britische Regierung, eingedenk der Bestimmungen des Artikels 13 des Mandats," waren der Ansicht, daß es sich um eine Sache handelt» ip der sie den Status quo aufrechterhalten müssen. Als Status quo wurde angesehen, daß die jüdische Gemeinde das Recht des Zutritts zu dem SCHÖN, JUNO UND OePFUEOT DURCH intern, kosm. iiotUut Sttmfeld-PcSppenhalm (Pailsdipl.) Oe«lchts- und Körperpflege Beinentfettungsmassag« - neueste natu, und amenK, Falten ntfernu g Methoden Telnlrelni^ung Hnarregemratlon Schilefitn d«r Portp Haarentrernijng ohn« Manikür« etc. Elektrolyse Barte Innt, Kosmetik Behandlung auch auflerHaws -* ORAT'SBER^TUNO Wien, IX»« * ä*rtager*tra6« 15, i. SUeg« 18 Telephon A-^8-8-91 felephon A*8-8-91 Platz hat, aber nur solche gottesdienstliche Zubehöre mitbringen darf, die auch unter der türkischen Herrschaft erlaubt waren. Aus dem offiziellen Communique der Palästina- Regierung ist zu ersehen, daß am letzten Versöhnungstag Neuerungen der bestehenden Praxis durchgeführt wurden. Als dem Beamten der Regierung von moslemitischer Seite Beschwerden darüber vorgebracht wurden, stand er vor der Wahl, ob er die Mandatspflicht, den Status quo aufrechtzuerhalten,, außer acht lassen oder die Beseitigung der Geräte veranlassen solle. Er kam zu dem Entschluß, daß eine Mandatsyerpflichtung nicht außer acht gelassen werden kann. Gr erhielt nun von dem jüdischen Funktionär bei der Klagemauer die Zusicherung, die Scheidewand werde entfernt werden. Leider wurde dieses Versprechen nicht erfüllt, und daher blieb kein anderer Ausweg, ats die Scheidewand an nächsten Morgen, als bereits Betende bei der Klagemauer anwesend waren, zu beseitigen. Es ist geltend gemacht worden, daß die Palästina- Regierung größere Besonnenheit hätte bewahren und insbesondere verantwortliche Jüdische Behörden heranziehen sollen. Die Regierung meint jedoch, daß die Empfindlichkeit der Frage und die Notwendigkeit besonderer Vorsicht und Vermeidung jeder Handlung, die von wachsamen Nachbarn als Bruch des Status quo betrachtet werden könnte, den verantwortlichen jüdischen Behörden bekannt sein mußte. Auf alle Fälle war der verantwortliche Beamte der Palästina-Regierung zu einem sofortigen Entschluß gezwungen und die Grundsätze, nach denen er handelte, können nicht In Frage gezogen werden. Im Lichte der nachfolgenden Ereignisse mag es bed au e rlich erscheinen, daß der stellvertretende Distriktskommissar sich auf das Versprech«n des jüdischen Funktionärs an der Klagemauer verließ, doch er hatte keinen Grund anzunehmen, daß dem Versprechen nicht die Tat folgen wird. ■ 1 Es wurde ferner vorgebracht, daß die Beseitigung' der Scheidewand ■ bis; nach der Beendigung des Gottesdienstes hätte aufgeschoben werden können. Demgegenüber niuß darauf hingewiesen werden, daß es allgemeine Praxis ist, sofort einzugreifen, wenn der Status quo verletzt wird. In der heiligen Grabesfcirche üirid änderen heiligen Plätzen wurde seit undenklichen Zeiten sogar während der heiligsten gottesdienstlichen Handlungen an den heiligsten Tagen jede Verletzung des Status quo durch sofortiges Eingreifen an Ort und Stelle verhindert. Dies ist notwendig, um zu vermeiden, daß ein Präzedenzfall entsteht, der dann au einer wirklichen Verschiebung des Status quo dient .,•.,« > Das Memorandum j schließt mit der Erklärung,, daß die Regierung bereit und willens ist, als Vermttlerln zu handeln, um eine gegenseitige Verständigung bezüglich der Klagemauer zwischen Juden und Moslems herbeizuführen. Sie kann aber keine . Gewalt anwenden, um so weniger, als der Streit aufgehört hat, ein rein religiöser zu sein und gleichzeitig e j n politischer und national e r Kampf daraus entstanden ist. » SITMAR SociGtÜi Itailana dl $«rvlsl Harlttlml t: wöchentlich mit den Luxusdamptern ff "Mnd,I BenaimglHge ElllinMn nach PalSstina, Griechenland, Konstantinopel Rundfahrten Im Mittelmeer Billige Sommerfahrten Ausküm'te: „Sitmar*, I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwatzenbcrgplatz) Telephon 55009 G i " z=======^_m Die Kreise der Zionistischen Exekutive enthalten, sich vorläufig jeder Meinungsäußerung oder Stellungnahme zu dem Inhalt des Weißbuches. Die Londoner jüdische Wochenschrift „Jewish Chroniclc" stimmt dem Vorschlag der Regierung zu, daß das Problem der Klagemauer durch ein Kompromiß zwischen den Juden und den Moslemiten gelöst werden müsse, befürchtet aber, daß es der Regierung daran gelegen sein könne, die Position der Moshms zu begüns i*en, die jüdischen Rechte an der Klajemauer möglichst zu beschranken und die Angelegenheit in einer Weise zur Lösung zu bringen, daß die Juden gewissermaßen Konzessionäre der Moslems werden. Die Zeitung mahnt darum zur Vorsicht und betont, daß Palästina nicht mehr eine türkische Provinz sei und daß mehr die Zeit gekommen sei für eine radikale Aufrollung des Problems und für eine Revision; der die K'agema ier tetr L'enden Bes im ung n gemäß dem Geiste und den Vorschriften des Mant'ates. „Jewish Chronicle" lehnt die Auffassung der Regierung, als ob die Klagemauer eine rein moslemitische heilige State wäre, entschieden ab und weist darauf hin, daß die Juden alte Rechte auf die Mauer haben. Die jetzige Auslegung der britischen Regierung — so schließt die Zeitung — ist sehr zu beklagen und läßt eine Wiederholung der so tief bedauerlichen Zwischenfälle an der westlichen, Tempelmauer zti Jerusalem als möglich, ja als unvermeidlich erscheinen. H 3USh6SifZ6l' wenden sich zwecks ausreparatu ren an die Kredit- und Wiederaufbau-Genossenschaft. Wien, III.. Löwengasse Nr. 45 Reparatuien werden auch bei belasteten Häusetn gegen Ruckzahlung aus dem nst ndhaltune^ ins ausgeführt. Durchführung, aller Veniandlungen mit .«lietparteien und Behörden Sprechzeit 4 bis 6 Wir 'Geltphon 97-0^i wm—mm—mmu Die neuen Makkabäer. Zehn Jahre „Jüdische Legion". Was Sergeant Abraham Uubes und Colonel Patterson erzählen. „Jede Front ist ein Weg nach Zion" Das war der Leitstern Josef Trumpeldörs» des jüdischen Heiden, der Ihn Weltkrieg auf der Gallipoli-Halbinsel das; erste jüdisc'he Korps, das sogenannte „Zion-Mule-Corps" (Mauleselkorps) begründete und damit eine neue Epoche in der Entwicklung der zionistischen Möglichkeiten einleitete. Bis dahin,' zum Jahre 1915, war es schwer, sogar •mit wohlgesinnten' Politikern üfber den Zionismus zu sprechen, zumal der große Krieg kein geeigneter Zeitpunkt für Fragen der Kolonisation oder hebräische Kultur war. Aber die kleine Schar Trumpeldörs, die auf Galltpoll kämpfte, drängte sich in das Gesichtsfeld der damaligen polltischen Welt, es war dies die einzige Manifestation, die die Weilt und besonders die englischen Strategen daran erinnerte, daß der Zionismus eine aktuelle Frage ist. Dieses Zion-Mule-Corps war es, das den ersten Vorkämpfern für die jüdische Legion die Türen <zur englischen War Office, zum französischen und zum russischen Außenmlnisterium öffnete. Nach Beendigung der GallipoH-Expedition bestürmten die Mitglieder des Korps die Regierung mit Petitionen, sie nicht zu demobilisieren, sondern beisammen zu lassen, damit «le steh für den Kampf in Palästina vorbereiten. Es half nichts» Das Korps wurde autgelöst, nur 150 Soldaten wurden in die Armee wieder aufgenommen, kamen nach London und, aus ihren. Reihen u,nd um sie. herum, bildete sieh dort jene jüdische Legion, die sich später als Kampftruppe an der Eroberung Palästinas beteiligt :hat. Ueberaus interessant sind die Mitteilungen des Sergeanten Abraham Ljubes, eines russischen Juden, der als Legionär d}e einzelnen Phasen der Kämpfe im .nahen .Orient,.in.Gatylpoll und Iti Patystlna,. .^WSb't.b&t: Im März 1916 löste die englische MttttärverwaHuu* das Z i o n - M a u 1 e s e 1 k o r p s auf, ungeachtet der Proteste des Kapitäns Trumpeldor und seiner Freunde, deren große Leistungen in Gallipöli nicht berücksichtigt wurden; Im selben Jahre kam Trupeldor, nachdem, er sich wie durch ein Wunder aus einem durch ein Unterseeboot versenkten Schiff gerettet hatte, mit einem Teil seineij Soldaten nach England und nahm sogleich an der Arbeit Jabotlnskys teil, die Gründung einer kämpfenden Legion an der Palästinafront bei den Engländern durchzusetzen. Ah dieser Aufgabe beteiligte sich auch der englische Colonel Henry Patterson, der sich damafls in einem Spital in England beifand, heilungsbedürftig nach den Kämpfen auf GaHipoli, wo er Oberst des Zion-Maudeselkorps war. Hier legte er in Briefen nieder, wie er zur jüdischen Legion gekommen sei. „Ich selbst bin kein Jude. Zur Zeit, da der Weltkrieg ausbrach, wußte ich nichts von Juden, nur was Ich in der Bibel gelernt hatte, daß die Juden ein altes Volk seien. Meine erste Bekanntschaft mit den Juden schloß ich an der Front In Gallipöli, wo ich Ins Zlon- Mauleselkorps eingeteilt war. Dank der Erfahrung, die ich mit den jüdischen Soldaten in GaHipoli machte, bestimmte man mich später zum Obersten des jüdischen Bataillons, des 38. kgl. Infanterie-Bataillons und später des 1. Juda- U Rudolf Prok, Kürschner Lager sämtlicher Pelzwaren für Damen und Herren Simtlche Reparaturen und Aendeiungen werden zu den billigsten Freiten prompte« ausgeführt Wien, VIII., LerchenfeldentraOe 1? Telephon B*40»7*8B n