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Die neue Welt · 1928-11-30 · Heft 63 (30.11.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 63 (30.11.1928)
Date
1928-11-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Ht.& flfedMdtt AAMA^ ka^^ma jf* ofc neue WELT Seite 7 Me nem Hoben verehrten Freunde Herrn Moses Hersch Lsndau gratuliere ich zum 80. Qebur atage herzlichst ScHaja Horöwiz barn in der fürchterlichsten Weise mißhandelt, für den Fall einer Anzeige, wurde mit Pogrom gedroht Das Organ der kommunistischen Jugend „Komsomolskaja Prawda" berichtet über Auswüchse des krassesten Antisemitismus in den Kohlenbergwerken von Altschewsk und Kaliewk. Jüdische Kohlenbergwerksarbeiter worden fortwährend terrorisiert and beschimpft Die nicbtjfdischen Bergarbeiter weigerten sich, mit den Juden eine Koalition einzugehen, die j(Müschen Bergarbeiter muO'ten gesondert in den Schacht hinabsteigen, da ihre nichtjüdischen Kollegen sdch weigern, mit ihnen den« selben Aufzug 2n benü-tzen. Mitglieder der jungkommunlsiischen Organisation, die in diesen Bergwerken beschäftigt sind, schreiten hierin in den Fußtapfen ihrer älteren Kollegen und beteiligten sich an der Terrorisierung, Beschimpfung und künstlichen Isolierung der Juden. Wie die Zeitungen wei-ter beuchten, herrschen ähnliche Zustände ht sehr zahlreichen Fabriken überall in SowJetruEland. In der chemischen Fabrik Kadlesk wurde vor kuttem ein irdischer Arbeiter von einem antisemitischen Arbeitskollegen totgeschlagen. Ei« chinesischer Arbeiter, der dem Juden bestehen wollte, wurde ebenfalls getötet. Der DoprelmöTder ist bis heute noch nicht in Haft genommen worden. In einer Moskauer Glasfabrik haben es sich die Arbeiter zur Gewohnheit gemacht, die in der gleichen Fabrik beschäftigte Arbeiterin Marschej grausam ' zti quälen. Das Mädchen wurde überwältigt, splitternackt ausgezogen und mit eiskaltem Wasser übergössen. An diesen Ausschreitungen beteiligten sich auch Mitglieder der Liga der Jungkommunisten. Das Mädchen hat bei den übergeordneten Behörden eine Beschwerde eingereicht, die aber vorkommen ignoriert wurde. Der Muezzin auf der Klagemauer. Alle jüdischen Proteste wirkungslos. Aus Jerusalem, 21. November, meidet die J. T. A.: Nachdem die Moslemiten vor kurzem an der linken Seite der Mauer Bauarbeiten durchgeführt und auch über der Mauer ein Weines Gebäude errichtet hatten, haben sie nun begonnen, auch an der rechten Ecke der Mauer Gebäude zu errichten. Des eine Gebäude soll ein geistliches Hospiz, das andere Gebäude ein Greisenasyl beherbergen. Fünfmal des Tages erscheint jetzt der Muezzin (mohammedanischer Geistlicher, der in den Minaretts zum Gebet ruft) aa der Spitze der Klagemauer, gerade über der Stelle, wo der Thoraschrein angebracht ist, und ruft die Moslemiten zum Gebet. Unter den Juden Jerusalems und ganz Palästinas haben diese neuen Gewaltstreiche der Araber, lnsbesonders die Verhöhnung der judischen Andacht, große Erregung und Empörung hervorgerufen. Sowohl in den neuen Bauaufführungen als auch in der an dieser Stelle noch nie in Erscheinung getretenen Amtierung des Muezzin wird eine eklatante Verletzung des Status quo an der Klagemauer erblickt. Die Judensohäft legte bei dem Distriktskbmmissär von Jerusalem Protest ein; dieser versprach, die Angelegenheit eingehend zu prüfen. Der Status quo. Im britischen Unterhaus richtete Oberst Kenworthy an den Kolonienminlster die Frage, ob die Regierung bereits den hohen juristischen Rat über das Vorgehen der Moslemiten in Jerusalem, die unter Nichtachtung des Status quo Neubauten an und über der Kohel Maarawi (westliche Tempelmauer) aufführen, eingeholt habe und oh Order gegeben worden sei, daß Neubauten an dieser historischen Stätte verboten werden sollen. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, 0rtnsby* Gore, erwiderte: Bevor noch der hohe juristische Rat über die Frage des Status quo an der Klagemauer zu Jerusalem eingeholt werden kann, sind verschiedene Dinge zu kiären. Die Paiästinaregierung wurde au* telegraphischem Wege um präzise Information über gewisse besondere Punkte ersucht. Es muß vor allem festgestellt werden, was anter dem Status quo, den wir auf Grund der gewissen Mandatsklausel aufrechterhalten müssen, zu verstehen ist. Kenworthy fragte, wie es kommt, daß die bewegliche Wand, die die Juden am Fuße der Mauer aufstellen, sofort durch die Polizei entfernt wurde, während die Araber ungestört Steinbauten aitl der oberen MauerscWeht einrichten dürfen. Ist es da nicht klar, daß wir die eine religiöse Konfession zum Schaden der anderen begünstigen? Ormsby-Gore: Dies ist gewiß nicht der Fall. Wenn es etwas gibt, das die britische Regierung und die Paiästinaregierung nie zu tun entschlossen sind, so ist es dies: eine Konfession zum Schaden einer anderen zu begünstigen. Kenworthy: Wird der Kolonienminister diese Antwort der Paiästinaregierung bekanntgeben? Ormsby-Gore: Dieser Standpunkt der Regie- Heirat ZMst. i6 Jahre, abltur. Kaufmann, mit gutem Geschäft. Ostjude, In Deutschland, wünscht Korrespondenz mit junger Zionistin aus «u-tem Hause, von angenehmem Aeußern, vorne h m in Gesinnung und Erscheinung, zwecks Späterer Hei» rat, Etw. Vermögen zwecks Geschäftsvergrößerung erwünscht. Zuschriften möglichst mit BUd (strengste Diskretion Ehrensache) unter Chiffro „D. H." an die Adm. dieses Blattes. rung ist immer wieder In Palästina bekanntgegeben worden, er stimmt mit dem Mandat überein; es wäre unfair, anzudeuten, daß Lord Plumer oder seine Vorgänger je gegen den Geist oder den Buchstaben des Mandats gehandelt haben. Eine Rede Mohammed Ars. Aus Jerusalem, 23. d. M., wird gemeldet: Der moslemjlische Oherste Rat gab zu Ehren des Führers der indischen Mohammedaner, Mohammed A1 i, einen Empfang. Der Mufti "hielt eine Begrüßungsansprache an Ali, worauf dieser in zweistündiger Rede politische und religiöse Probleme behandelte und unter anderem sagte,' das Alte Testament, das Neue Testament und der Koran haben dasselbe Ziel: unseren Charakter zu bilden. Er forderte die Moslems Palästinas dringend auf, ihre Jugend an den Universitäten Europas ausbilden zu lassen. Aber indem diese Jugend die westliche Zivilisation in sich aufnimmt, müsse sie eigene Kultur und Tradition beibehalten und hochhalten. N.icht der Jude Ist unser Feind, Eine Se enswürdigkeit Wiens Radio HauT Horny Wien h Rathausplatz 9 schloß Mohammed Ali, sondern der britische Imperialismus ist es, der das Ziel verfolgt, sich aller mcslemitischen Länder zu bemächtigen. Die Herrschaft Großbritanniens über Palästina wirkt sich weder zum Wohle der Araber noch zum Wöhle der Juden, sondern nur zum Wohle der Briten aus. Mohammed Ali war ursprünglich von dar Paiästinaregierung die Einreise untersagt worden. Erst auf Protest des Obersten Rates wurde das Verbot aufgehoben. Ein Protest der Wiener Kultusgemeinde. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde hat in seiner am 21. d. M. abgehaltenen Vollsitzung die folgende, vom*Präsidium eingebrachte Resolutton angenommen: „Die Vollversammlung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien erhebt schärfsten Protest dagegen, daß am heiligen Festtag1 der Judenheit der jüdische Gottesdienst bei der Tempelmauer in Jerusalem, dem fetzten Uebenreste des alten Heiligtums, wo die frommen Juden seit zweitausend Jahren ihre Gebete verrichten, von Beamten der englischen Paiästinaregierung. gestört und dadurch das Gefühlsleben des jüdischen Volkes in unverantwortlicher Weise verletzt wurde. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung Seiner britischen Majestät als die M a nd a t ar m a ch t für Palästina, und d e r V ö 1 k e r b u n d. aJs Kontrollorgan für die Ausübung der Mandate hievon bereits durch die Protestresolutionen zahlreicher jüdischer Gemeinden und Körperschaften in Kenntnis gesetzt, entsprechende Maßnahmen treffen wird, um eine Wiederholung solcher Uebergriffe seitens der Beamten der Paiästinaregierung zu verhüten und das jüdische Anrecht auf ungestörte, mit dem jüdischen Rituale im Einklang stehende . Gebetsverrichtung an der klageniauer schleunigst jn einer für die Juden befriedigenden Welse und im Sinne des international verbrieften Palästinamandats für die Dauer regeln wird. Jaboiinsky Redakteur des „Doar Hajom", Wladim r J a b o t i n s k y, der Führer der Partei der Zionisten-Revisiottisten, der vor kurzem seinen süiacü- W*mm reisend Sie nicht mit dar Postfrulseho? JTY^ W«t| Sie mit Etsenbam und /\u»o schneller und ne^e teisen. Warum aber 'flee n Sic Ihre Fuiißöden und Möbel noch n ei m tieiHl'e.l.ch. n Meth<> en. v/n Sit doch naen dei modernen JOHNSON METHODE unverfcle ch! eh sehne'! C und De ser ai bellen können? JOHN^ON^aCHS, i hi«««n9 »'©Mr. FußbodsnbUrste >» allen Ge u; .iften «ctilmrneittfer Olan< im gan**» Hau . ftaolna Caraitny, Ablfl. B„ WIEN I., Kohlmarkt 8. Xd, U-27-0-88 gen Wohnsitz in Palästina genommen hat, fibernahm die Leitung der Redaktion der einzigen in Jerusalem erscheinenden hebräischen Tageszeitung, „Doar Hajom". Der bisherige Chefredakteur 11a m ar Ben Avi, ein Sohn des verstorbenen berühmten hebräischen Philologen und Lexicographen Ellezcr Ben-Yehuda, hat seine Stellung niedergelegt, um sich der „Palestine Weekly" zu widmen, die von dem „Hasselel'-Verlag in englischer Sprache herausgegeben wird! (Außerdem „Doar Hayotn" erscheinen in Palästina noch zwei hebräische Tageszeitungen: „Haarez" und „Dawar", beide in Tel-Awiw. Ein- und Auswanderung. Im Monat August wanderten in Pal/istma 3355 Personen, unter ihnen 257 Juden, ein; 317 Personen» unten ihnen 219 Juden, wanedr.en im August aus. Ein Trumpeldor-DenkmaL Wie aus Jerusalem gemeldet wird, wurde der Bildhauer M e 1 n i k o f f mit der Ausführung eines Denkmalsi für den im Februar 1920, bei der Verteidigung der Chaluz- Kolonie Tel C h a i gegen einen angreifenden arabischen Schwärm gefallenen Führer Joseph Trumpeldor, betraut. Lord Melchetts Bodenkäufe. Nach Meldungen der palästinensischen Presse hat Lord Melchett durch seinen Vertreter In Palästina 30.000 Quadrat-Pi<k Beden für die Errichtung von Büros und Lagerräumen der Nitran-Gesellschaf't um den Preis von 22.000 Pfund erworben. Beduinen-Angriff auf das Rahel-Grab. Ein Trupp Beduinen versuchte einen Uebe<rfall auf den Wächter des Rahel-Graibes, wahrscheinlich mit dem Zieh die im Gebäude befindlichen Wertgegenstände zu rauben. Dem Wächter gelang es, sich geschickt ihren Händen zu entwinden und sich im Innern des Gebäudes einzuschließen. Die Beduinen versuchten vergebens, die Tür des Gebäudes zu sprengen; sie mußten unverrichteter Dinge abziehen. Eine Gedenkschrift für Oberrabbiner Chajes. Gfeich nach dem Ablegen des unvergeßlichen Oberrabtiners Prof. Dr. H. P. Chajes haben sich einige Vertreter der jüdischen Wissenschaft, die dem Verstorbenen besonders nahestanden, zu einem Komitee vereinigt, um eine Gedenkschrift für ihn (herauszugeben. Das Komitee wandte sich an eine größere Anzahl namhafter Gelehrter mit folgendem Aufruf: „In der umfassenden, aufopferungsvollen Arbeit des leider so früh heimgegangenen Oberrabbiners Prof. Doktor H. P. Chajes für das jüdische Voi'k naJim die Tätigkeit für die Wissenschaft des Judentums einen hervorragenden Platz ein. Wie er ihr als Gelehrter mit seinem Geist und seiner Liebe diente, so widmete er ihr als Förderer einen großen Teil seiner Tatkraft und seines Einflusses. Es soll daher auch die Wissenschaft des Judentums ihren Dank und ihre Verehrung für diesen großen Sohn unseres Volkes zum Au-druck bringen, indem sie ihm mit einer dem Inhalt nach gediegenen, der äußeren Form nach würdig ausgestatteten wissenschaftlichen Sammel* schritt ein Denkmal setzt." Es haben folgende Herren Beiträge zwg«sagt: E. N. AdJ e r, London. Dez. Dr. Ch. A1 b ec k, Hoch« schule Berlin. Prof. Dr. V, A p t o w i t z e r, Theolog. Lehranstalt, Wien. Doz. Ra'tibi S. Assaf, Universität Jerusalem. Prof. Dr. S. Baron, Jewish Institute of Religion, New York. Ch. N. B i a 1 i k, Tel-Awiw. Direktor Prof. Dr. L. BJau, Landesraibbinerschuie, Budapest. Dr. Jcshua Bloch, Public Library, New York. Rektor Professor Dr. A. B ü c h 1 e r, Jews' College, London. Professor STRENG SELCHWAREN-FABRIK Wt«n9 XX., KJos.ern«uburgers!r<»&e «O unter besonderer Aufsicht des Oberhauptes der po'nischen Gemeinde Wiens, Sr. Ehrwürden des Kabbiners M. Mayersohn iv^ieB-rjmmr^yT ttw5 ooYwn pjoi 'wi nw nn#n nrn jjrii no iw mjn rix trwv«© t«o Tägwcu Msoie und e $tkla>sige öpeztai-Er^cugnisse lemster Wuistu. Selchwaren. — Piovfnzversand WILHELM PITVAN. SELCH WAREN.FABR'K Wien, XX , Klosterneub ärgerstraöe 69 Te ephon A.43-I-59

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