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Die neue Welt · 1928-11-16 · Heft 61 (16.11.1928) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 61 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Hr. 61 DIE NEUE WELT Seite 5 Die Wahl einer Kamera erleichtert in selbstloser Weise der neue y&#miHiH> Kamera Katalog > Kostenfrei durch die Schering-Kahlbaum A. G. ftepr. in W «n. 6. Btzlrk, Web asse 2a. behörde diese „genauen" Angaben nimmt, ist rätselhaft. Sicher ist nur, daß sie den Verdacht der Verjudung abwälzen will. Das „Hamburger israelitische Familienblatt" schreibt in dieser Sache: „Hierzu wird uns von einem besonders gut unterrichteten Hamburger Leser geschrieben: Die Richtigkeit dieser Angaben, die von c\ angelischer Seite slammen, muß ich bezweifeln, da mir allein sechs evangelische Geistliche von jüdischer Herkunft bekannt sind. Ich nenne: 1. Pastor Dr. Frank von der Jerusalem-Kirche in Hamburg; 2. Pastor Moser von der Jerusalem-Kirche in Hamburg; 3. Pastor Erwin Horwitz, Hamburg, Sohn des getauf;en Rechisaiwalts Dr. O. Horwitz; 4. Pastor Auerbach, irgendwo in Schleswig-Holstein, Sohn des verstorbenen Sani ätsra s Dr. Auerbach, Altona; 5. Pastor Jansen, irgendwo in Schlesw f Holstein, Sohn des verstorbenen Rech'sanwalfs Dr. Josepsohn in Hamburg; 6. Pastor Professor Dr. Ehrenb?rg, Dortmund, Enkel des aus der jüdischen Aufklärungszeit bekann cn Schuldircktors Ehrenberg von dir Jacobson-Schule in Seesen. — > ach dieser stattlichen Liste allein aus einem Bezirk des Reiches kann man wohl zu dem Schluß gelangen, daß die Wahrheit über die wirklich richtige Zahl ungefähr in der Mit'e zwischen den völkischen Angaben und denen der kirchlichen Offiziösen liegt. ällllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli: 5. Woche orolonpier*! E Sein letzter Befehl | I " ^tyaramounitfUni % U r» and AI t einauflbhrung E ' - im | i Schweden-Kino 1 E H., Y$fee>straAe 1 - 3 <?el 3-49 9 60 £ «m»itiiiiiiiiiiiiMiti»iitiitiiiiitiiiiittiiiiitiiiHnitiiiii»iiiiMi? 3Der },Ratenjud" muß verbrannt werden. / Antisemitisches von links her. In .der österreichischen Sozialdemokratie sind gewisse Elemente, besonders die'jüdischen'Schriirleiter der Parterpresse, 'bemüht, den antisemitischen Instinkten der Arbeiterschaft entgegenzukommen. Da man im Programm und in den Parteikundgebungen nun einmal nicht gut antisemitische Töne anschlagen kann, bedient man sjqli gewsser Nebenstellen, um Antisemitisches an den Mann'zu bringen. 'In den Lokal-, Gerichtssaal- und Kunstrubriken wird bei jeder Gelegenheit, mitunter in der ordij iiärsten;Form, das Judentum herabgesetzt. Dem Zweck ist damit bestens gedient, da ja der Arbeiterleser in der Regel den Siadi- und Gerichtsklatsch lieber und aufmerksamer studiert als Programme und Programmartikcl. Die Sache hat schon so widerwärtige Formen angenommen, daß die £ähnisten: und treuesten Parteilämmer aufmucken. Wir frsen im Organ des Reichs-verbandes der Ratenhä;ndler —.. eirier durchaus sozialdemokratisch geführten Organisation •— nachstehende Mitteilung: „D e r „R a t e n j ti d" muß verbrannt werben! Ein r>u«jp kauft ein Stück Weißware auf Teilzahlungen, gjbt ad, daß er bei einer gewissen Firma angestellt igt. Er zahlt nichts. Es wird hierauf festgestellt, daß er die Ware v.orn TVitzahltingshändler ^direkt in das Versatzamt getragen und daß die Angabe von der Anstellung unwahr ist. Der TßilzaWijiigshändler zeigt den offenbar zahlungsuuwiilifen Kunden wegen Veruntreuung an. Bei der ersten Verhandlung/ b^i?iüht sich der .Kunde, die erdenklichsten Unwahrheite?« Übi?r den Branchenkol'legen vorzubringen. Die Verhandlung wird zwecks Einvernahme von Zeugen vertagt. Wie yqrhält sich die Presse zu diesem Faill? Vor uns liegen tiw ^richte über diese Verhandlung, die in der „^rbeiter-ZeJtnii^": und un „Kleinen Blatt44 vom 21. August 1928 (|je}4Q .sojfja'jdemokratische Parteiblätter!) veröffentlicht wjireni'fjeide Blätter sctiWdern den Fall nach den Angaben de$ Angeklagten und rallen über den Tcilztlh'lungshändjer. hur.,'Da der Kläger Wolloch hieß, gefallen sich beide (h derv:geschmackvollen Aliiteration: ..VV o 11 o c h— Moloch". Pie „Arbeiter^Zeitung" vergißt sogar nicht, WIMPASSING Sdineesduih bietet Sckutr Vor Regen, Schnee und Straljensckmutz l mitzuteilen, daß der Kläger aus Küssow in Polen stammt. Wir haben noch nicht beobachtet, daß die „Arbeiter-Zeitung" in ähnlichen Fällen, zum Beispiel anführen saM VenzelPrcsfranek aus Hu m pole tz, Böhmen. Ist das Gerechtigkeitssinn, daß man einen Menschen in aller Oeffentlichkeit brandmarkt, wenn er sich gegen eine Veruntreuung wehrt? Erlaubt man sich das nur gegen einen Ratenhändler, insbesondere, wenn er aus K o s s o w, P o 1 e n, s t a m m t, weil man i h n f ü r v o g e 1 f r e i h ä 11? Die sozialistische Presse dient keinesfalls der guten Sache, wenn sie solche Stellung nimmt." Die russische Regierung kämpft gegen Hebräisch. Lunatscharsky duldet die hebräische Unterrichtssprache nicht. Moskau, 11. November. (J. T. A.) Der Volkskommissar für Kuhns und Unterricht, Herr Lunatscharsky, erklärte gegenüber dem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur auf dessen Frage, wie er sich zur Frage des hebräischen Unterrichtes in den jüdischen Schulen verhält, folgendes: Unter keinen Umständen werden wir die tote hebräischcSprachc als Unterrichtssprache in Schulen einführen, mag dies die Bevölkerung wünschen oder u i c h t. Ich bezweifle aber sehr, ob irgendwo eine jüdische Bevölkerung — ausgenommen kleine Gruppen — existiert, die die Einführung d£?s Hebräisch in die Schulen wünscht. Eigentlich verboten ist aber das Hebräische nicht; es darf ebenso wie Latein in Rußland gelehrt werden. Sollte irgendwo die Bevölkerung die Forderung erheben, daß an einer bestimmten Schule hebräisch gelehrt werden soll, so werden wir dieses Fach in den Lehrpian als Einzclgegenstand einführen. ■ ' Eigentlich verboten ist Hebräisch nicht. Aber Herr Lunatscharsky will diese „tote'4 Sprache nicht. Er bezweifelt (!). daß irgend welche Juden es wünschen. Er fordert sie auf, sich zu melden. Wer seiner freundlichen Aufforderung folgt, cjürfte, bald als „Konterrevolutionär" und „Bourgeois" nach Sibirien verschwinden. Ein Verband für Bekämpfung des Antisemitismus in Rußland. Moskau, 9. November. (J. T. A.) In Moskau hat sich ein Verband zur Bekämpfung des Antisemitismus gebildet, zu dessen Gründern der Sekretär der Akademie der Wissenschaften Prof. Oldenburg und der Romanschriftsteller F e d i n gehören. Zu den vielen Abwehrvereinen im bürgerlichen Westen ist nun einer im roten Osten gekommen. Wenn die Bolschewiken schon zu den veralteten und wirkungslosen Methoden der alten lebenden Gesellschaft greifen, scheinen sie sich dem Antisemitismus gegenüber am Ende ihrer Weisheit zu befinden. Die alten Abwehrvereine fristen ihr Dasein in den Spalten jüdischer Blätter. Ins wirtschaftliche Leben dringen sie nicht ein und dfe Anti? semiten nehmen von ihnen nicht einmal Notiz. Dem neuen roten Verein wird das gleiche Schicksal beschert sein. Seine Führer täten besser, wenn sie trachten würden, der bolscnewikischen Regierung klar zu machen, daß die von ihr betriebene Politik der wirtschaftlichen und kulturellen Unterdrückung der Juden den Juden mehr schadet als alle antisemitischen Broschüren. Die Juden als Mittler des Seehandels in den letzten 300Jahren In den „Annalcs t r i p o 1 i t a i n e s" behandelt Charles Ferraud in einem längeren A«fsatze die Geschichte der Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Italien und Nordatfri'ka in den letzten Jahrhunderten. Für die Geschichte der Juden ist in diesem Aufsätze das Kapitel von Interesse, in welchem der Verfasser die Rolle der Juden in dieser Entwicklungsgeschichte bespricht. Auf Grund von authentischen Dokumenten, hauptsächlich Konsularberlchten, weist Ferraud nach, daß schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein lebhafter Handelsverkehr zwischen Tripolis und Livorno bestanden hat, von welchem auch Frankreich, da die Handelsroute im Transitwege über Frankreich ging, viel Nutzen zog. Die ausschließlichen Herren dieses Handels und hauptsächlich des Verkehres zur See in den Handelsbarken waren t r i p o litauisch e Juden, die den Warenaustausch zwischen Nordafrika und Livorno besorgten. Aber selbst in den Zeiten, in denen eine Seefahrt durch das Mittelländische Meer wegen der mächtigen Seeräuber mit den allerschlimmsten Gefahren verbunden war, haben jüdische Händler einen regen Handels- und Postverkehr zwischen Tripolis und Livorno aufrechterhalten. Der Vizekonsul Vallicre berichtet in einer Meldung aus dem Jahre 1786: „Livorno ist die Stadt, mit welcher Tripolis seine größten und regsten Handelsbeziehungen unterhält. Und dieser Handel liegt ganz und gar in den Händen der Juden, welche von diesem Freihafen jährlich Waren im Werte von 400.000 bis 500.000 Francs ausführen. Zur Zeit der Herrschaft des Ali Cavatnanü erfreuten sich diö Juden von Tripolis auf dem Gebiete des Handels großer Freiheiten, die sie, wie der Verfasser meint, hauptsächlich dem Einfluß einer jüdischen Frau, die sowohl wegen ihrer Klugheit wie auch wegen ihrer außerordentlichen Schönheit berühmt war und in Tripolis im allgemeinen die Königin Esther genannt wurde, auf den Pascha ausgeübt hat. Bissig und offenbar von Antisemitismus inspiriert, bemerkt hierbei Charles Ferraud: „Während sich die „Königin Esther" dem Pascha zum Amüsement hingibt, haften die Juden das1 Aktivum von Tripolis nach Livorno transportiert." Pension,Au Stria A OLtfA KADlSCHt JSgermayerstraße 15 Telephon 99 Stolle 8 Für Dauer' and Erholungsaufenthalt jedei Unteirieht <m Hause, auch Nachhilfe tur öffentliche Schulen besuchende Kinder - Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin - Erst' lassige Verköstigung. ■ Mütterliche Pflege. - Mäßige Preise Ein rumänischer Jude — König der Feuerländer. Von seilen der Redakiion der „Großen jüdischen N a t i o n a 1 - B i o g r a p h i e" (S. Wininger, Gernauti, Piata Decebal 4) werden wir um Verlautbarung1 nach - tehend r Zu'.en ersuch: Ju'ius Popper, In^en:eur, rumänischer Herkunft, ha, in den Achtzigerja tren in Amerika lebend, etwa fünfzig Männer um sich gesammelt und mit dieser seiner Expedition sich nach dem Süden begeben.' Er drang über die Ma a'haesstraße bis ins Feuerland vor, wo er eine Menge Go'd in Klumpen und Körnern vorfand. Popper gründete die Ni der assung El Paramo, und durch die Läuterungsans alt, die er dort errichtete, wurden unerhörte Goldmengen ausgeschlemmt. Im Jahre 1888 untc nahm Popper in hrere große En deckun7f fahrten in das bei' ahe unbekannte Innere d.« Landes. Wieder fand er gewaltige Goldlager, zusammen soll er allein etwa £00 Kilogramm Gold erbeutet ha'ien. Er führte in Et Paiamo eine Gerichtsbarkeit, eine Miliz und eigene Verwaltung ein. Im Jahre 1891 finden wir ihn in Buenos Aires, wo die Geographische Gesellschaft ihm zu Ehren eine VolKersammlung abhielt. Sei:her verliert sich Poppers Spur. Popper ist Jude. — Im Interesse der Wissenschaft werden alle jene Gemeinden, Institutionen, Person'n, welche nähere Auf-chlüsse über Poppers Abs a mung, Ge ur s- und Lebensda en anheben können, gebeten, dies obgenannter Redaktion gefällig mitteilen zu wollen, E Alle jüdischen und hebräischen Volkslieder und kantoralen Gesänge der hervorragendsten Kantoren auf nebengeräuschlosen Schallplatten finden Sie in reichhaltigster Auswahl im Musikhaus „ßxcelsior". Inhaber Richard Herzog, Wien, I., Adlergasse 5, und II., Kleine Pfarrgasse 28 (Tel. R-23-4-90) Sprechapparate aller Systeme und modernste Tanzschlager und Opernarien in ieder Preislage auf Lager, ebenso alle modernen Gesangsand Tanzschlager. Für- Sprechapparate auf Wunsch auch bequeme Teilzahlung. Provinzversand per Nachnahme.

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