Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 61 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 61 TEL. B 32 310 EIN GRIFF - EIN BETT. SCHLAFE PATENT i OlfttKTBflH tftitüCfll - SOUOft BIU.IO. JösefKobllfiASohnj WPEZIERERMEISTEÄ VII. SIEBENSTERNE. 12' Zlporoö Glasberg Ciialm Jäsendorf » Wien, II. Verlobte November 1928 AUS PALÄSTINA. Eine Klage gegen das Einwanderungsamt. Ein trauriges Zeichen. Wie die '„Ziko" meldet, hat kürzlich ein Jude, der Ober vier Jahre im Lande wohnt, eine Klage gegen das Einwanderungsdepartement bei Oericht eingereicht. Der Hergang war folgender: Der Petent, ein Elektrotechniker bei der Ruthenberg-Oese'l chaft, wandle -ich nach dreijährigem Aufenthalte im Landc am 10. Jänner 1927 mit einem Einbürgerungsgesuch an da") Departement und erhielt im Laufe eines vollen Jahres keine Antwort. Im Dezember des gleichen Jahres reiste seine Frau nach dem Auslande, um an einer italienischen Universität zu studieren. Einige Tage nach ihrer Abreise erhielt er von dar Behörde die Mitteilung, daß sein Einbürgerungjg^such nicht erwegen werden könne, da seine Frau im Auslande weile. Man verfolgt den Verlauf der Angelegenheit mit großem Interesse. * Es ist traurig, daß die jüdischen Bürger in Palästina ihr Bürgerrecht auf eigene Faust suchen und die Gerichte anrufen müssten, um vor den Schikanen des in direkt antizionistischem und antisemitischem Sinne arbeitenden Einwandrmngcam'.es Schutz zu suchen. Man ersieht daraus, wie es um die Kraft und das Ansehen der 'zionistischen Organisation und ihrer Exekutive bestellt ist! Die Regelung der Einwanderung und die B hand'ung der Eingewanderten erfolgt unter Veranlworlung der zionis'ich:n Organisation. Aber der Kommissär tut, was er will! Und was tut die zionistische Organisation, was tun ihre zahlreichen Aemter und B:amlen? Die „Ziko", dav offizielle Nachrichtenorgan der Organisa ion und ihrer Leitung, sagt es ganz deutlich: „Man verfolgt den Verlauf der Angelegenheit mit großem Interesse!" Bravo! Zur wirtschaftlichen Lage. Import und Export im JuiH und August 1928. Im Juli 1928 betrug der Wert des gesamten Imports nach Palästina 499.311 Pfund, der .Wert des ge-. samten Exports 92.296 Pfund. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist sowohl beim Import wie beim Export eine nicht unwesentliche Verminderung zu konstatieren. Von einzelnen Artikeln weist der Import in Textilwaren, Oelsaaten und Zucker einen Rückgang auf. Was den Export betrifft, so hat die Ausfuhr von Melonen im Monat Juli einen bedeutenden Rückgang zu verzeichnen, der nur durch die gesteigerte Ausfuhr von Gerste wieder teilweise ausgeglichen wurde. Im Monat August wurden für insgesamt 626.610 Pfund Waren importiert und für 95.375 Pfund exportiert. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres weist der Import eine unwesentliche Steigerung, der Export eine leichte Abnahme auf. * Aus dem Bericht der Handelskammer von Jaffa und Umgebung. Der jährliche Bericht der Handelskammer von Jaffa und Umgebung konstatiert eine fühlbare Verbesserung der allgemeinen Hand eis läge für das zu Ende gegangene Berichteajhr 1927>23k Berner* •kenswert ist nach dem Bericht insbesondere die starke Abnahme der Arbeitslosigkeit und die Besserung in der Industrie, deren Lage wesentlich gesünder sei als jemals früher. — Im einzelnen heißt es im Bericht: Die Ausfuhrziffern weisen steigende Tendenz, auf; die Qualität der meisten im Land hergestellten Produkte verbessert sich; die Orangensaison ist eine gute gewesen und . hat den Pflanzern sehr gute Erträge eingebracht; die Anbaufläche für Orangen ist dauernd im Zunehmen begriffen. Der allgemeine Einfuhrhandel zeigt gleichfalls Zeichen einer Erholung. Der Umsatz ist zwar noch geringer als während der Perlode der Spekulation und die Gewinne sind daher selbst bei alt eingeführten Firmen recht bescheiden, aber die Geschäfte werden wieder auf einer durchaus soliden Basis getätigt. (Ziko.) Die Entwicklung der hebräischen Universität. Aus dem letzten Rektoratsbericht. Das Jahresbudget der Universität beträgt zurzeit über 50.000 Pfund, die zum allergrößten Teil in Arnerlka gesammelt wurden. Eine Reihe von Stipendien sind von den verschiedensten Organisationen und Privatpersonen aus Amerika, Europa und sogar Australien aufgebracht worden, Hinsichtlich der Zulassung zum Studium an der Hebräischen Universität sind die Anforderungen wesenf lieh erhöht worden, um einen möglichst hohen Standard des Studienniveaus zu erzielen. Ein besonderes Üniversitätskomitee wird sich speziell mit der Frage der Gültigkeit der Abgangszeugnisse der verschiedenen Schultypen befassen, die zum Umversitätsstudium berechtigen, um im Hinblick auf die Vorbildung ein möglichst einheitliches und hohes Niveau zu erzielen. Zurzeit sind 80 Studenten in c'en geisteswissenschaftlichen Fächern und 26 in der naturwissenschaftlichenFakultät (MathematischesInstitut) eingetragen. Die Zahl der Professoren beträgt acht, der Dozenten vierzehn und der übrigen wissenschaftlichen Mitarbeiter sechsunddreißig. Schülerstreik an der Haifaer Realschule. Jerusalem (J. T. A.). Seit mehreren Tagen stehen die Schüler der 7. und der 8. Klasse des Haifaer „Beth sefer Reali" in Streik. Sie fordern die Anerkennung des Schülerkomitees und das Recht der Teilnahme am Pädagogischen Rat bei der Behandlung von Angelegenheiten, die die Schülerschaft betreffen. Der Hafen in Haifa. Beginn und Kosten. — Haifa wird Batum Ubertreffen. Wie die arabische Zeitung „El-Jarmuk" angeblich aus zuverläßlicher Quelle erfährt, soll der Hafenbau in Haifa anfangs Dezember beginnen und mehr als zwei" Jahre dauern. Die Unternehmer werden nur englische Firmen sein, die Arbeiter, abgesehen von einer Anzahl Facharbeiter, nurr. Palästinenser. Die erforderlichen Steine sollen aus dem Wadi Bl Medjara gewonnen werden, die Eisenbahnstation in Haifa wird an ihrem heutigen WELTBERÜHMT Platze verbleiben. — Die Kosten für. den Hafenbau waren ursprünglich mit e i n e r M i 11 i o n Pfund veranschlagt, die aus den Mitteln der palästinensischen Anleihe gedeckt werden sollen. Die endgültige Ausarbeitung der Pläne hat aber nun ergeben, daß zur Durchführung des Bauprogramms noch Pfund 250.000 notwendig sind. Den über den ursprünglichen Etat hinaus erforderlichen Betrag bemüht steh die Regierung gegenwärtig, auf andere Weise zu erhalten und hat infolgedessen den Vertrag über die Ausführung der Bauarbeiten mit der Unternehmerfirma noch nicht unterzeichnet. / ■ Die Zeitung „AI Carmel" behauptet, aus sicherer Quelle zu wissen, daß die Regierung bereits großen Oelgesellschaften Boden für die Anlage der Oeftairks zur Verfügung gestellt'hat. Dieses Areal Hegt zwischen •dem Kishon-Fluß und dem Vadi Salamed-Tel-Abuhawan und ist ein Kilometer lang und einen halben Kilometer breit. Ferner hat die türkische Petroleum-Company 1000 Dunam Boden in der Nähe des Haifaer Hafens für die Anlage eines Reservoirs und einer Destillation käuflich er^ worben. Auch die amerikanische Vacuum Oil Company, die SheM Oil Company und andere Petroleumgesellschaften Haben sich bereits den nötigen Boden gesichert. Die Zeltung knüpft an diese Mitteilungen eine Betrachtung und kommt zu dem Schlüsse, daß Haifa den russischen Qel-Hafen Batum am Schwarzen Meer an Bedeutung als Oel-Verladungshafen noch übertreffen wird. Sir John Chancelior trifft am 6. Dezember in Jerusalem ein. Jerusalem (J. T. A.). Nach einer offiziellen Mitteilung der Regierung wird Sir John Chancellor, der neue Oberkommissär von Palästina, am 6. Dezember in Jerusalem eintreffen. wmmmmmmmmgmmmmmmmmmmmmammmmmmmm NEUERÖFFNETE REICHHALTIGE MODERNE LEIHBIBLIOTHEK DER BÜCHERSTUBE M. RATH WIEN, II., TABORSTR AHB Nr. 20a TEL.: R-43-1-58, ALLE NEUERSCHEINUNGEN l REICHE AUSWAHL IN HIBRAIKA UNO JUDAIKftl NONATSGEBUH3S NUR S 3 ~ KEINB BANDGEBÜHR! TÄGLICHER UMTAUSCH! >iwm> Hb. RIdiard Itrzti WIEN i; Telephon 73-4-SO Sprechapnarate jeder Art, sowie sämtliche jüdischen und hebräischen Schallplatten in reichster Auswahl stets auf Lager PROVINZVePSAND PROVINZVER8AND > Die Ernteaussichten. Nach dem Bericht des Direktors des Landwirtschaftsdepartements der Regierung war die Wetterlage im Oktober für die Entwicklung der landwirtschaftlichen Kulturen günstig. Die Durrha-Ernte verspricht, sehr gut auszufallen. Die Erträge von Oliven und Sesam werden dagegen dieses Jahr gering sein. In den Orangengärten hat das Pflücken der Früchte und der Export bereits begonnen. Der Prozentsatz der großen Früchte, für die der Markt beschränkt ist, ist diesmal recht erheblich. Bananen, Datteln, Feigen und Gemüsekulturen ^weisen eine befriedigende Entwicklung auf. Die Zahl der Katholiken in Palästina. Der katholische Patriarch veröffentlichte Daten über die Zaihl der Katholiken im Lande, aus denen hervorgeht, daß in iPalästina 31.000 Katholiken leben, in Transjordanien 7347. Der Regierungsinspektor für das hebräische Schulwesen. Jerusalem (J. T. A.). Die Regierung ernannte Herrn Joseph Bentwich, einen Bruder des Oberstaatsanwaltes Bentwich, zum Inspektor der hebräischen Schulen in Palästina. 600 Einreisezertifikate nach Palästina bestätigt. Die Regierung hat auif die Forderung der Zionistischen Exekutive, ihr 1000 Einreisezertifikate für Arbeiter zur Verfügung zu stellen, nach längeren Verhandlungen 600 Zertifikate endgültig bestätigt. Die Zertifikate werden für folgende Berufs'klassen ausgegeben: Landwirtschaftliche Arbeiter bis zu 35 Jahren 300, landwirtschaftliche Arbeiterinnen 100, industrielle Arbeiter bis zu 35 Jähren 150, Fachhandwerker bis zu 45 Jahren 50, zusammen 600. Die männlichen Zertifikateninhaber können ihre Frauen und Kinder (bis zum Alter von 18 Jahren) mitbringen, wenn sie die Möglichkeit haben, sie zu unterhalten. Die Gültigkeit der Zertifikate erstreckt sich auf die Periode vom 1. November 1928 bis 1. Mai 1929. In der Zahl der ausgegebenen Zertifikate sind die Einreisegenehmigungen für .die zionistischen Flüchtlinge aus Rußland nicht mitinbegriffen. (Ziko.) Ein Appel! de« Waad Lenmi an die arabische Bevölkerung. Jerusalem, 18. November. (J. T. A.) Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas), hat einen Appell an die arabische Bevölkerung erlassen, der besagt: Der Zwischenfall an der Klagemauer am Versöhnungstage hat Anlaß zur Wiederholung der Verleumdung gegeben, daß die Juden Aspirationen auf die Omar- Moschee haben. Die Juden aber beanspruchen nichts weiter als das Recht auf freien Zutritt zur Westmauer, um dort fu beten. Dieses Recht wurde durch Rom, durch die arabischen Kalifen und durch die türkischen Sultane anerkannt. Die Juden hatten (Jen moslemitischen Eroberern Palästinas Hilfe geleistet, als Gegenleistung wurden die jüdischen Rechte in Palästina und besonders das Recht auf Ausübung der Andacht an ihren heiligen Städten garantiert. Niemals werden die Juden zugeben, daß dieses ihr Recht aufgehoben und eingeschränkt wird. Wir Juden wollen das Land gemeinsam mit unseren arabischen Brüdern aufbauen. Wir fordern die arabischen Führer auf, mit den antijüdischen Verleumdungen aufzuhören» um eine Basis für Zusammenarbeit schaffen zu helfen. Touristenverkehr im Juli. Die Zahl der Einreisenden und Touristen, die im Monat Juli"nach Palästina kamen, betrug 7958, darunter 2199 Einwohner Palästinas, die nach Palästina zurückkehrten. . (Ziko.) Denket an den Winter! und decket euren Kohlenbedarf schon jetzt bei der bestrenommierten Firma Julius Haber. Wien, IL, Taborstraße 9. (Siehe auch Inserat, Seite 12.) E Mitbewohnerin zu alieinstehender MAcujikl I MI., Hütteldörferüame SeSUCnil stiaße 72, Tür 12 (zwischen 9 und il Uhr vormittags) ERZIEHERIN (JUDIN) (Deutschösterreicherin) mit Klavier kenntnissen und Engllsch-Unteriicnt zu drei Mädchen GESUCHT! Oefl. Anträge unter Beischluß einer Photographie an LEOPOLD REICH, VKlKl- SUROVCi (Slowakei;, zupa Bratlslavska