Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 60 (9.11.1928)
- Date
- 1928-11-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Stifte _ _! theatcr spielt Arou Lebedows Operette „Goldene Tage", Gebete , .,P e o p 1 e Theatcr" ein Lebensbild von Gebel und Goldstein, „Des Chasen Tochter", das Rolandtb ea ter „Lied der Liebe" mit Michalesco, und Goldfadens „Hqxc". Das Intime Theatcr hat ein literarisches Programm. Unter der Regie Jakob Most eis wirken dort mehrere ehemalige Wrilnaer Schauspieler. Jüdisches Thealer (Rolandbiilmc. IL, Pratcrstraßc 25). Es wurde die jüdische Komödie ,.D i c Weiber" von Schorr mit großem Erfolg aufsetührt. Sehr gut gefielen die Damen Gliicksmann, L c r e s c o, B r * c I a w s k a, Waldbcrg und die Herren L e r c s c o, Waldb c r s;,. Schorr und W e i s tn a n n. — Das Programm der kommenden Woche: Freitag. 9. November: „Anna Karenina", Lebensbild in vier Akten von Zolofowski. Mit L. G I ii c k s tn a n n und A. M e 1 v. c r. Samstag, fO. November: „C Ii u s c n Kaie", Komödie in vier Akten von Lilien mit L. G 1 ü c k s ni a n n in der Hauptrolle. SonntaK. H. November: ..Suryclt und Biirych", Komödie - in vier Akten von Lateiner. Montag, 12. November: „Geld. Liebe und Schande", Lebensbild «iii vier Akten von Zolotowski. Dienstag, 13. November: „Die Opferung Isaks", Historisches Bild in drei Akten von Goldfaden. Mittwoch, 14. November: „Die Weiber", Komödie in vier Akten von Schorr. Donnerstag, 15. November: „Eine lustiJtc Nacht". Komödie in vier Akten von Brünn. Beginn täglich 8 Uhr. Volkstümliche Preise von S 1 bis 4. Jüdische Künstlcrsplcle im Theater Reklame, IL, PraterstraGc 34. Freit a g, den 9. November, und die kommenden Tage die Operette ..Die rumänische C b a s c n e". Die Operette, welche dem Wiener Publikum bestens bekannt ist, wurde textlich und musikalisch vollständig neu bearbeitet. Die Rolle der Dwojrc spielt Vera Kanicwska. Die männliche Hauptpartic singt der Heidentenor Paul B r c i t in a n n. Die Operette ist neu ausgestattet. Wochenspielplan des Jüdischen Künstierkabarctls (IL. PratcrstraOe 60): Freitag, den 9. November ..Der grcOc Mensch", Lebensbild in vier Akten von J. Zalatarewsky, Musik von Sch. Schloßberg als E r s t a u f f U Ii r u n g. Die Novität wird arn Samstag und Sonntag wiederholt. Montag, 12. November: „König der Geige r", Lebensbild in vier Akten von M. Richter. Dienstag, 13. November: „Die B r i 11 a n f c n d a m e". Lebensbild in drei Akten von J. Zalatarewsky. Mittwoch, 14. November: „Reiset e von China", Lebensbild in drei Akten von J. Sigcl. Donnerstag, 15. November: „Die B r i 11 a nt c n d a tri e". Möschen Sraifaiisky, der palästinensische hebräische Schriftsteller und einer der ältesten Kolonisten Palästinas, hat soeben den ersten Band seiner Erinnerungen erscheinen lassen. Das Buch enthält Erinnerungen an einzelne Persönlichkeiten und Begebenheiten aus der ältesten Epoche der jüdisch-palästinensischen Kolonisation. Zum Tolstoi-Jubiläum ist in Tel-Awiw von Anhängern Tolstois eine Sammlung von Beiträgen in englischer und hebräischer Sprache erschienen. In dieser Sammlung befindet sich auch ein im Jahre 1891 von Tolstois Tochter Sofja geschriebene»- Brief, der einen seinerzeit erschienenen Artikel, der Tolstoi zugeschrieben wurde, dahin beleuchtet, daß Tolstoi weder als Autor noch als Inspirator anzusehen sei. Die wichtigsten Beiträge stammen von den ältesten hebräischen Schriftstellern Alex. S ü ß k i n d, Dr. J. H. Rawnitzky ,nnd R a b i n owitsch. Theodor Herzls Tagebücher erscheinen gegenwärtig im sehr regen hebräischen Vertag „Mizpah" in Jerusalem in 6 Bänden. Der 1. Band in 2 Teilen liegt bereits gedruckt vor.' Der russisch-jüdische Dichter .T. Babel, der Uebcrsetzer von Schalom Mechern ins Russische, weilt gegenwärtig in Warschau, wo er Material für einen neuen jüdischen Roman sammelt. Jüdische Sport« und iniiffliiiiiiiiiiiiiiiiiTurnbeweöunö Der F. C. Hakoah auf dem Weg zur Erstklassigkeit. ". Der F. C. Hatkoaih trug: Donnerstag und Sonntag zwei Meisterschaftsspiele gegen -Neubau und Prem aus und könnte''.beide.,Matches-sicher gewinnen. ' . Der jüdische Verein ist in der . Herbst'meisterschaft hiebt-mehr einzuholen, da die Weißen "Eft, die an z weiter Stelle Rangierten, geschlagen wurden. Der Kampf gegen Neubau, der 4:0, für die Blau- Weißen endete, wurde sehr scharf geführt. Parmagl (<Neubäu) wurde in der 18. Minute ausgeschlossen. Bei den Siegerar führte isich der neue Mittelstürmer Stern mit gutem Erfolg ein? Er zeigte viel Spielverständnis und zeichnet sjch; durch rasches Erfassen der Situation und fabelhaftes Schußvermögen aus. %iDie Tore erzielten Heß (2), Stern: und Katz. Die Haköah-iReserve, gewann -gegen Neubau-Reserve 4 :1. Nach einem interessanten Spiel blieb der jüdische .Verein gegen Frern 3:1 (2:0). erfolgreich. Beide Vereine .vergaben je einen Hitaeterstoß. Die. Mannschaft der Sieger (führte trotz der schlechten Boden/verhältnisse ein gutes'Spiel vor-und war ihrem Gegner in allen Mannschaftsteilen ■ glatt überlegen.' Die Tore brachten Posaner (2)1 und Stern zustande. ■ Aufstellung: Oppenheim; Scheu er* Gold; Fried, Strohs,. Pollak; Neufeld, Heß, Stern, Posaner, Katz. '. Die Rangordnung in der Tabelle lautet: 1. Hakoah (1(5 Punkte), 2. Liberias (9), 3. Weiße El'f (9), 4. Neubau (9), '5. Bewegung 20 (8), 6. .Gersthöf (8), 7. Frem (7), 8. Ailtmannsdorf (6), 9. Vorwärts 06 (5). 10. Simering (4), 11. Donau. (3), 12. Moravia (2), 13. Viktoria 21 (2). Kommenden Sonntag spielt Hakoah gegen Gersbhof. Die jüdische Mannschaft wird sich auf dem ischlechten LetyrerrPlatz 'kaum zurechtfinden. < (10 Uhr, Lehrer-Platz, Linie Ha. 43.) Aufruf an alle jüdischen Schachspieler! Alle jüdischen Schachspieler und auch solche, welche für das; königliche Spiel Interesse haben, werden höflich eingeladen, dem jüdischen. Schaclüclub Hakoah beizutreten. Auch solche, die materiell nicht in der Lage sind, durch Beiträge den Klub zu "fördern, auch sie werden als Mitglieder gerne aufgenommen. Kommet und fördert den jüdischen Sport! Mitgliederauinabme täglich , von 7 bis 10 Uhr abends im Cafe Rabel, I., Wall-nerstraße 2. Der Touristik- und Ski-Klub „Hakoah". Wien, I., Wipplingerstraße 24, hat unter Leitung eines bekannten FapHniannes hie Wettlaufgruppe gegründet. Zusammenkunft jeden Freitag im Klubheim. Alle jüdischen Skiläufer, die sich:, dafür interessieren, werden gebeten, womöglich noch diese Woche persönlich oder schriftlich ihren Beitritt bekanntzugeben. Die Meisterschaftsspiele Hasmonea gegen Hagibor und Kadi m ab gegen Siemens wurden infolge schlechter Bodenverhältnisse abgesagt. In einem Freundschaftsmatch kämpfte Mcnorah gegen Austria; 14 2:2 unentschieden. Der Gegner des jüdischen Vereines benahm sieb sehr, undiszipliniert und trat 20 Minuten vor Schluß ab. Die Tore für Menorab schössen S p i n d l e r und E! c h 1 e r. Aufstellung: Friedhaber II; Friedhaber I, Rosin an u; Defries, Weizen, Haberfei d; S p i ti d i e r, Oswald, Kasncr, Eichler, A. Gottlieb. Kommenden Sonntag spielt Hasjnouea im Cup gegen Toskana und wird1 sich gehörig anstrengen müssen, um erfolgreich zu bleiben. . Der bessere Angriff Menorahs dürfte das Treffen gegen Carnuntum entscheiden. In Osterreich, Polen und der Tschechoslowakei haben die Jüdischen Vereine, Hakoah (Wien), Makkabi (Krakau) und Hagibor (Prag), die Landesmeisterschaft im Wasserball gewonnen. Volkstümliche Preise für hochfeine Stoffreste. In Massen angehäufte Fabriksreste feiner Herrenl und Damenstoffe in allen Längen, auch ausreichend für Anzüge, Wintetröeke; Kleider, Mäntel.und Kostüme, werden jetzt beispiellos billig abgestoßen bei Kann & FHed, VI., Unke iWteazeile 40 (im Hofe). DIE NEUE WELT Alle drei Meister werden an dem demnächst stattfindenden jüdi* sehen Sportfest in Mährisch-Ostrau teilnehmen. Das Damen-Cupfinale zwischen Hakoah und W. A. C. wird am 11. d. M. auf dem W. A. C.-Plat?; abgehalten werden. Voriges Jahr konnte W. A. C. erst im Wiederholungsspiel den jüdischen Verein bezwingen und dadurch den Cup gewinnen. Auch diesmal hat W. A. C. die besseren Sicgcsaussichten. Hakoah siegte in einem Freundschaftsspiel gegen den S. C. Fair. Eine kombinierte Mannschaft des jüdischen Vereines gewann gegen W. A. C.-Rescrvc 4 : 3. In der Meisterschaft spielten die Hakoah-Damcn gegen Kritzendorf 0 : 0 unentschieden. Das Damcn-Handbalt-Ciipsplcl Hakoah gegen International findet nicht statt. Hakoah hat wegen verschiedener Verletzungen nnd Erkrankungen von Spielerinnen erklärt, nicht anzutreten und anf die weitere Teilnahme am Cup zu verzichten. Makkaba'a (Bratislava) . veranstaltet im Dezember eine große Turnakademie. Die Hockcymannscbait der Brünner Makkabi spielt kommenden Sonntag in Brünn gegen den zweitklassigen Währinger Jngcndspielvereln. Vivo A. C. (Budapest) wurde in der Meisterschaft vom exerstklassigen S. C. Attila empfindlich 0 : 6 geschlagen. Makkabäa (Bratislava) spielte gegen Zwirnfabrik 2 :2 unentschieden. Hakoah (Hockey) siegte in einem Freundschaftsspiel gegen den S. C. Fair 4 :0. Die Grazer Hakoah erlitt in "der Meisterschaft gegen G. A. K. die erste 4 : 6-NiedcrIage. Für die Unterlegenen waren Kraus (2), Burstrn und Ouastlcr erfolgreich. Hasmonea (Lemberg) siegte gegen Zlonsk 4 : 0. Trotz dieses Erfolges ist der Abstieg des jüdischen Vereines in die zweite Klasse nicht zu vermeiden. Der F. C. Hakoah trägt am 12. d. M. auf eigenem Platze ein Freundschaftsspiel gegen Austria aus. Der S. C. Makkabl-Ahsalom (Petach-Tikwah) siegte gegen eine englische Auswahlmannschaft 3 : f. Das Match Hakoah gegen Liberias wurde annulliert und muß nen ausgetragen werden. ■';■>.- Das Oamen-Hockey-Cupflnale zwischen Hakoah und W. A. C. findet am 11. November statt. Mcnorah. Jeden Donnerstag Spielcrvcrsainrulung und Aufstellung im Hotel Palace. Hasmonea. Freitag 8 Uhr wichtige Spielerversammlung und Aufstellung gegen Toskana (Cup). Makkabi. Samstag 8 Uhr Spielcrversammlung. Frau Gisa Taglicht, die langjährige Leiterin der Damen- und Kinderriegen des jüdischen Turnvereines „Makkabi X", hat im Hause IL, Taborstraßc 1, eine vom Stadtschulrat behördlich genehmigte Turnschule eröffnet und erteilt daselbst für Damen und Kinder Unterricht in rhythmischer Gymnastik. v Vereinsnachrichten. jüdischer Frauenbund. Dienstag, den 13. November, dreiviertel 8 Uhr abends, IX., Türkenstraße 9 (Rede- und Lesehalle jüdischer Hochschüler), Esther Mieses: „Die Karäer, eine aussterbende jüdische Sekte." Gäste willkommen. Eintritt frei. Zionistische Bezirkssektion Josefstadt-Alsergrund, Wien, VM., Bennoplatz 1, beabsichtigt einen Teil ihrer Saallokalitäten an jüdische Vereine, Klubs usw. zu vermieten. Anfragen sind zu richten an Herrn Dr. Alfred Grosner, Wien, Villi., Alibertgasse 54, Tel. A 28-6-56, in der Zeit von halb 12 bis 2 Uhr. „Verein Mathilde" zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, IL, Große Spcrlgasse 41, wird heuer zu Chanuka 100 arme jüdische Schulkinder, insbesondere Waisenkinder vollständig bekleiden. Gesuche werden bis 15. Novcrab e r 1. .1. c n t g e g e n' g e n o m m e n. Klub jüdischer Frauen. Cafo Colonnaden, I., Kärl-Lueger-Platz'. Mittwoch, 14. November, halb 5 Uhr, Vortrag Frau Dr. phil. und jur. . Marianne B e t h über „Meine Reise in Palästina". Mitgliederanmeldungen bei Frau Dozent Kornfeld, XIX., Hochschulstraße 21. Britta Hanoar Hamlsrachl,' Wien, II., Pratcrstraße 43. Alle Chawcrim werden aufgefordert, jeden. Abend von 8 bis 10 Uhr znr Mitarbeit im Zentralwahlbüro der r c,l i4g i ö s e n Liste „Misrachi", IL, Praterstraße' 43, zu erscheinen undJiimitzüärbeifcm Samstag, um 3 Uhr nachmittags Sicha mit wichtiger, Tagesordnung. Alle Chawcrim haben bestimmt zu erscheinen. ' Zionistische Sektion XX. Freitag, den 9. d. M.^ Chumesch-Vortrag des Herrn Isak S c h ö n f e 1 d. Sonntag, den 11. d. M., Teeabend unter Mitwirkung des Herrn Prof. M. A. Wiesen, Jüdischer Folklor und noch andere Kräfte. Dienstag, den 13. d. M., Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber über das Thema „Die jüdische Gemeiitdeanto Horn' ic im Licht d e r H i s t o r'i k." Zionistisch-Akademischer Verein „Bar Kochba". Samstag, den 10. d. M. um halb 9 Uhr Konvent im Klubzimmer des Cafe Sch al ler, ' Wien, XIX., Döblingcr Gürtel 2. Aussprache über das letzte Referat. Jiid. Volksbibliothek „Zlon",, Wien, IL. Kleine Mohrengasse 3. Die Seminare für Tanach und Talmud finden jeden Donnerstag um halb 8 Uhr abends im Vereinslokal statt. Jüdisches Zentrum, IL, Untere Augartenstraße 35. Hebräiscbkurs für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren-findet Montag und Mittwoch von 7 bis 8 Uhr statt. Anmeldungen täglich von 6 bis 8 Uhr im Sekretariat (Lehrer Habcr-Hellner). — Jugendgottesdienst (Minchagebet) Samstag um 3 Uhr. — Gäste willkommen. Krems a. D. Samstag, den 3. November-1. J., hielt im. „Jüdischen Heim" Herr Prof. N. Z. Ehrlich aus Wien vor zahlreichem Publikum einen Vortrag über „Der j ü d i s c h t r a d i t i o.n e 11 c Synagogalgesang im Vergleich mit de nr modernen Tempelgesa n g". Der Vortragende beschäftigte sich mit der Frage, ob es eine jüdische Musik gibt und beantwortet sie an Hand von Beweisen im positiven Sinne. Im weiteren Verlaufe zeigte der Vortragende, wfe weit sich der heutige Tempelgesang von der Ueberlieferung entfernt hat, ein Umstand, der auch aus Schönheitsgründen sehr zn beklagen ist. Der von tiefgründiger Sachkenntnis und inniger Liebe zum Gegenstand zeugende Vortrag fand lebhaften Beifall. Sie müssen schon jetzt Ihren Warenbedarf für den Herbst decken, da Sie nur bei Beginn der Saison wirklich billig kaufen und, was Sie brauchen, Ihrem Geschmack und Wunsch entsprechend, aus dem reichsortierten Lager wählen können. Das wegen seiner besonderen Leistungsfähigkeit und Billigkeit bestbekannte Leopoldstädter Warenbaus der Brüder Schlffmann, II., Taborstraße 48, bietet in der kommenden Woche seinen Kunden eine wirklich großartige Okkasion. Alle Herbstneuheiten in Stoffen, Seidenwaren, Strick- und Wirkwaren, Weißwaren jeder Art, Damen- und Herrenwäsche, Regenmänteln, Vorhängen, Teppichen, Linoleum usw. werden ab Montag den 3. September wegen Umbau und Vergrößerung zu beispiellos billigen Preisen, abgestoßen, da das Riesenlager während der Bauarbeiten um jeden Preis reduziert werden muß. Nachstehend eine kleine Auslese aus der Preisliste: Mode-Bordüren-Kasha S 2.90, Kleiderstoffe, 100 breit, S 2.90, Kleider-Popeline, 100 breit, S 3.90, Mantel-Flansche und -Vcloure, 140 breit, S 9.80, Double für Mäntel, 140 breit, S 9.80, Zibeline. alle Farben, 140 breit, S 12.90, Fallle de claire, 80 breit, S 2.90, Brokate, alle Farben, SO breit, S 2.50, Crepe de Chine, alle Farben, 100 breit, S 4.90, Satnt-ChHfonet, 90 breit, S 4.90, Plüsche für Mäntel, 120 breit, S 9.80, Velour-Chiffon, alle Farben, 90 breit, S 9.80, Orlginal-Pullmann-Kappe S 3.90, Mode-Wolljacke S 6.90, Bobby-Weste, rein Wolle, S 9.80, Prima Florstrümpfe S 1.25, Modesocken S —.59, Wäschellanelle, 80 breit, S *-.98, Velourbarchent, 75 breit, S 1.50, Französische Mode-Veloure, 80 breit, S 1.98, Französische Mode-Waschsamte, neueste Dessins, 80 breit, S 3.90, Französische Waschsamte, alle Farben, S 2,90, Spezialangebote in Vorhängen, Teppichen, Linoleum: Prima Spagatläufer, 65 breit, per Meter S 1.50, prachtvolle Spitzen-Stores, komplett. S 3.90, Fußbodenbelag, 100 breit, per Meter S 3.90, Wachstuch für Küchenbelag, 50 breit, per Meter, S 1.50, Original-Fabrikslager In .englischem Inlald-Lmoleuml Provinzversand per Nachnahme. —t Jeder Käufer erhält ein apartes Geschenk. (Entgeltlich,) .__jfepl DIE MUTTER Roman von Schalom Aecb. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Waen. (38. Fortsetzung-.) Die Mutter kochte und buk für ihr Leben gern, wenn sie nur etwas und für jemanden zu kochen hatte. Die jungen Leute, welche zu Besuch kamen, brachten allerlei Näschereien, mit, einige waren auch m Tisch dort, woW nicht ständig, aber wenn man am Freitagabend ein Stückchen heimatlich gefüllten Fisch oder gute Barches, am Sabbat eine fett© Kugel essen wollte, so katn ■man zu den SaMnds. Für die Feiertage fegten die Besucher Geld zusammen und gaben es der Mutter, damit sie Feiertagsgerichte koche. Die aite Frau Sadkind liebte dieses Leben. Kochen <und Backen war ihre Leidenschaft; hatte sie nur Geld dazu und Abnehmer für die Erzeugnisse ihrer Kochkunst, so lebte sie geradezu auf; sie verbrachte halbe Näch-tie mit Teigkneten, mit der HersteSUumg heimatlicher Butterkuohen, gefüllter iHälschen und anderer schmiackhafter Dinge. Außer Bontschik 'und Berl kam auch ein, junger Mann ins Haars, der sich bei den Salkinds wie zu Hanse fühlte. Er war Beamter einer Union, untersetzt, mit einem Meinen Emibonpoint -und konnte singen. Er hieß Süberanaim. Den Mädchen sang er isamtliche Opernarien nnd die neuen Schlager aus den jüdischen Operetten vor. Silbermann hatte eine kräftige, wohltönende Stimme; er war einmal Agitätionsredner gewesen und auch jetzt noch schrie er im Gespräch alle nieder. Noch kräftiger alber als seine Stirnnje waren seine Hände. Wen seine Stimme nicht überzeugen konnte, den überzeugten seine Hände. Zu den standigen Besuchern gehörte auch ein junger Mann,, den man scherzweise „Mischa Elman" nannte; sein wirklicher Naime war Sascha Kohn. Er war Primgeiger in einem kleinen Orchester und trat dann und wann in( 'einem Wohltätigkeitskonzert in Downtown auf. Sein ganzes Streben war, das Konservatorium zu besuchen, doch hatte er kein Geld. „Mischa Bhnan'* war aus Rußland, mit der Familie Sa'lkind war er durch SHhermann 'bekannt geworden, mit dem er eng befreundet war. So wurde an den Abenden bei der Familie Salkind viel musiziert und deklamiert, doch am meisten wurde über Kunst debattiert. Dort wurde jedes einzelne jüdische Theater und jeder einzelne Schauspieler durchgehechelt, dort wurde jede jüdische Zeitung und jeder ihrer Redakteure ausgerichtet, und gewöhnlich so, daß er dem Teufel schon m schlecht gewesen wäre. Eines Abends trat ein baumlanger junger -Manu mit langem, dünnem Hals ein; ohne zu grüßen, setzte er sich wortlos in 'die Ecke neiben Bronia, die, von rotem Licht Übergossen, bei der Lampe saß, faßte ihre Hand und sagte, als wäre sonst niemand da: „Wieder kalte Hände, Bronia." „Es ist mir kalt" — sagte Bronia und* hüllte-sich fester in ihr rotes Tuch. >,Wieder ein, neues Zigeunertuch" — sägte der Besucher. Indessen ibemerktie er, daß ihn zwei große, naive, geradezu ängstliche Äugen ansahen. Freier sandte einen fragenden Blick zu Bronia. „Ihr seid noch nicht bekannt?" — wandte sich, Rosa, 'die af es bemerkt hatte, an Freier — „Das ist Dwojre, Dwojre Zäotniik, eine schöne Litauerin" — (Rosa nannte aus irgend einem unerfindlichen Grunde Dwojre „eine Litauerin") — „und das ist Freier, eine große Zukunft der jüdischen Dichtkunst, auch ein Landsmann. Wir kennen uns noch aus der alten Heimat." Dwojre, welche schon von Freier gehört hatte und wußte, .daß er ein Dichter sei, der Gedichte schrieb, wurde rot und erschrak. Sie hatte noch nie einen Dichter gesehen und es kam ihr sonderbar vor, daß ein Dichter wie ein gewöhnlicher Mensch aussah. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie Freier an. „Wirklich eine Litauerin? Das kann nicht sein!" — sagte^Freier; ohne es zu ibemerken, war er von seinem Platz neben Bronia aufgestanden und hatte sich neben Dwojre hingesetzt. „Warum kann es njeht sein?" — fragte Dwoire und wurde rot. „Litauerinnen haben keinen solcJien 'Biiok \de Sie" — antwortete Freier, „Was für einen Blick habe ich dem^^?|^ „Wie ein Kalb." . Die Mädchen lachten laut, Dwojres GedtfiiT'ü'ber-, goß sich mit tiefem Rot und in ihrer Verlegenheit, stimmte sie in dias Gelächter ein. „Was ist denn, haben Sie sich vieöeicfot (beleidigt?" — sagte Freier. „Was ist das für em, Komplimente* -— fragte Rosa. „Eines der größten, vielleicht das gröltte, das man 'bekommen kam** „loh danke schön für solche Kkwniritraente* «— Rosa machte eine wegwerfende Handbewegung; „Also wirklich eine Litauerin?" — fragte Freier Dwojre noch einmal. „Nein, ich komme aus einem kleinen Städtchen in Polen.*4 „Na atoo, das foatbe fob ja #ekfr «ewi^^niui-