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Die neue Welt · 1928-10-26 · Heft 58 (26.10.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 58 (26.10.1928)
Date
1928-10-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 58 der. Kampf, der mit den großen. Demonstrationen zwei Täte nach dem Versöhnungsfest eingesetzt hat, muß fortgeführt werden. Unser gutes Recht und der moralische Wille des jüdischen Volkes sind dabei unsere einzige Waffe. Aber wir stauben, daß der Geist, dem die Balfour-Erklärung entstammt, uns zu HMfc kommen wird, um der Welt zu beweisen, daß es falsch ist, wenn man". Kn-gland' des Wortbruchs bezichtigt. '..'■- * OTEL CONTINENTAL WIEN, II., PRATCRSTRASSE 7 (neben Schwedenbrücke 200 Zimme». modernst eingerichtet Erstklassige Küche Mäßige Preise Die Klagemauer wird verbaut. Eine erregte Sitzung des jüdischen Nationalrates für Palästina. Aus Jernsälcm, 19. Oktober, meldet die j. T.-A.: Die Araber fahren fort, die Klagemauer zu verbauen. Die Bauarbeiten, die sich bisher auf die obersten Teile der Mauer beschränkten, werden jetzt an der linken Planke der Mauer fortgesetzt. Der Waad Leumi '(Nationalrat der Juden Palästinas) hielt eine Sitzung ab, in der über Maßnahmen zur Abwehr des arabischen Streiches beraten wurde. Die Ver Sammlung verlief sehr stürmisch* N. M. Üssischkin setzte sich für die Ergreifung radikaler Maßnahmen ein, eine Einstellung der Bauarbeiten zu erwirken. Wladimir J a b ö t i h's k y, der zum ersten Mal seit seiner Wahl zum Mitglied des Waad Leumi an einer Sitzung teilnahm, bestand, darauf, daß der Waad Leumi unmittelbar mit der Londoner Regierung und dem Völkerbund m Genf m Verhandlungen treten solle, ohne sich der Zionistischen Exekutive als Mittler zu bedienen. Diese direkte politische Tätigkeit mit London und Genf soll1 eine permanente werden. Es kam zu keinerlei Beschlüssen. Die zionistische Exekutive an den Völkerbund. Die Exekutive der Zionistischen Organisation b c absichtigt, wie in zionistischen Kreisen verlautet, hn Zusammenhang mit den Ereignissen an der Klagemauer in Jerusalem am Versöhnungstag dieses Jahres, dem Völkerbund durch Vermittlung des High Contmissioncrs von Palästina anläßlich der am 26. Oktober beginnenden Sitzung der Permanenten Mandatskommission des Völker bundes eine Petition zu überreichen. Die Exekutive plant femer, der Sitzung der Permanenten Mandatskommission im Juni 1929 ein Memorandum zu überreichen, in dem in größerer Ausführlichkeit unter Darlegung der geschichtlichen Verknüpfung der Judenheit mit der Klagemauer und unter Erörterung der Bestimmungen des Mandats über die heiligen Stätten die ganze Frage behandelt werden soll. . -■'..• , .• .. ' Die amerikanische Jewish Agency-Konfe^enz. . Aus New York, 22. Oktober, meldet die J. T. A.: Am 20. Oktober begann die erste große , Konferenz der amerikanischen: Nichtzionisten, um über die Erweiteran» der im Palästina-Mandat vorgesehenen Jewish Agenpy sowie über die Aufstellung eines Planes und eines Budgets, für den Palästina-Aufbau zu beraten und. Beschlüsse zu fassen. Zu den Beratungen fanden sich ungefähr 400 jüdische Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten als Delegierte verschiedener jüdischer; Gruppen ein. Den Vorsitz führte mmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmKmmmmmmmmmmmmagmm haschaaiah und Jomkippuf stehen vor der Tür. Halten wir zusammen! Möge uns Allen ein gesunde« und glückliches Jahr beschieden sein, schalten wir aus unseren Herzen den Haß aus und seien wir zueinander stets hiilfbereit. Mögen wir im nächsten Jahr wieder alle gesund und reich hier unsere Pietät erfüllen!" Diese Rede hielt der Präsident des Vereines, <3er Altwarenhändler in der von Juden bewohnten Vorstadt BelleviUe. Die Mitglieder dieses Vereines stammen fast ausnahmslos aus Warschau. Besonders feierlich und rührend war der gieiche Akt auf einer anderen jtkfischen Toteninsel, und zwar bei den gemeinsamen Gräbern des Vereines der jüdischen i r ei w i lUg e n Soldaten in der französischen Armee während des Weltkrieges. Diese Societe hat eine blau weiße Fatoe und ihre Mitglieder tragen adle Wauwelße Abzeichen. Der Präsident hielt aim Grab des gewesenen Vereinspräsidenten, der auch den Verein gegründet hatte, eines jüdischen Freiwilligen, der im Krieg blind geworden, und dann zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt worden war, und jetzt auch an dem gemeinsamen weitausgedehnten Grab der Societe rubt, eine Ansprache, in der er sagte: Teurer Kamerad! Ehre und Ruten deinem Andenken, das uns allen bis an unser Lebensende lieb und heilig se(n wird. Bücken wir alle auf unsere freiwillige Fahne, die du afls erster emporgehoben hast, so sagen wir uns: Unsere Fahne ist jetzit nicht mehr das Symbol des Krieges, sondern des Friedens und der Versöhn«n<g. An deinem Grabe beten wir, erfüllt von der Sehnsucht, daß es mir Frieden geben möge auf dieser Welt und daß auch du, teurer Kamerad, in unseren Gedanken nicht hur die Erinnerung an den gemeinsam durchgemachten Krieg seiest, sondern das Symbol des dauernden Friedens. Auch dann werden wir dein gedenken, des Kameraden und Bruders in de« schweren Zeiten . . .'* Auch hier schloß die Prozession mit der von einem Vereinsmitglied gesprochenen Haskarah und dem Vortrag des Et mole rachamim. b. s. Herr Louis Marshall, der über die Vorgeschichte des Jewish Asency-Planes referierte und das folgende Resümee zog: Die Differenzen, die sich scheinbar zwischen den Vorschlägen der Joint Palestine Stirvey Commlssion und den Beschlüssen des Zionistischen Aktionskomitees ergaben, sind zu einem sehr großen Teil auf? Mißverständnisse zurückzuführen, lieber die Hauptziele besteht im wesentlichen Uebereinstimnwng, Marshall betonte ausdrücklich, daß die Nichtzionisten durchaus für eine vermehrte Einwanderung jüdischer Elemente nach Palästina sind. Keineswegs stehen die Nichtzionisten in irgend einer Gegnerschaft zum Jüdischen Nation a I f oii d s. Ferner versicherte Louis Marshall, daß der Ausbau der Kwuzotih zu Ende geführt werden wird. Die Konferenz, schloß Louis Marshall, wird eine Konferenz der Nichtzionisten genannt, obwohl vielleicht der SCHUTZMA&KE DOKTORHUT IN DIESEM ZEICHEN allein schon liegt die Garantie für Qualität Nur die ärztlich empfohlene, die Zähne , und Mund reinigende, konservierende u. erfrlschehd'wirkende ZÄHNPASTE, MUrtDW2KSSER, ZAHNf BÜRSTE tragen als Garantiezeichen die Marke „Doktorhut". Verwenden - auch Sie, bitte, zur täglichen Zahn- und Mundpflege nur echt Clinodont mit dem bekannten Zeichen! Ueberau erhältlich. Ausdruck unpar teil 's c h*e' Konferenz glücklicher gewesen wäre; die Benennung wurde aber im Hinblick darauf vorgenommen, däß die zu schaffende erweiterte Jewish Agency aus Ziönisten iuüd aus Nichteionis-ten bestehen solle. ■ '" - '* '. ' Am zweiten Sitzungstage faßte, die Konferenz einmütig, die folgende Entschließung: per Beriebt der Joint Palestine Survey Commission, die in London getagt hat und efoifen Plan und, ein Budget' der. Aufbauarbeit in Palästina für eine Reihe von Jahren aufgestellt hat, wird als Grundlagp einer weiteren Aktion der amerikanischen Nichtzionisten angesehen. Sollten jedoch etwa eintretende geänderte Verhältnisse eine Abänderung des Planes notwendig machen, so wird der erweiterten Jewish Agency empfohlen, Abänderungen bzw. Ergänzungen der Aiufbaupläne vorzunehmen, und zwar in einer Art und Weise, die die Jewish Agency als für die wirtschaftliche, geistige und kulturelle Entwicklung Palästinas am besten erachtet. In der Resolution1 wird vorausgesetzt, daß die. Bildung der Jewish Agency sehr schnell fortschreiten wird, sobald die in verschiedenen europäischen Ländern geplanten Jewish Agency-Beratungen stattgefunden haben werden. An die Freunde der „Nsueti •Welt".. / Wfcr unser Blatt tfirr gut findet, wird gewiß Seine weitere Verbreitung wünschen. Er kann sie bewirken, wepn er. der unterzeichneten Verwaltung die .Adressen von Freunden und Bekannten mitteilt, welchen dann die „Neue Wjelt" einen Monat lang probeweise zugesendet werden wird. Mit bestem Dank; / ' Die Verwaltung JDie N e u e W e Ü%;; . . - Wien, IX.,-Üfliversitätsstraße 6h8. NEÜERÖFFNErE REICHHALTIGE MODERNE LEIHBIBL30THEK DER B ÜC H ERS TU B E M. RATH . W I ■ N, II., TA BORSTRASSE Nr. 20» TEL.: R-43-1-58. ALLE NEUERSCHEINUNGEN! REICHE AUSWAHL IN HEBRAI KA UND JUDAIKAI MONATSGEBUHR NURS 3 — KEINE BANDGEBÜHR! TÄGLICHER UMTAUSCH! Rücktritt Dr. Haiperiis. Als Äeschäftsiiihrender Direktor der Jüdischen Kolonialbank. Aus London, 19. d. meldet die J. T. A.: Vom Zentralbüro der Zionistischen Organisation wird mitgeteilt, daß Df. Georg H a 1 p e r n am 1. November aus seinem Amte als geschäftsführender Direktor der Jewish Cölonial Trust scheidet. Dr. Halpern, heißt es in dieser Mitteilung weiter, hatte bereits während des 15. Zioriistenkongresses den Wunsch ausgesprochen, sein Amt niederzulegen, aber dem Ersuchen des Direktoriums, bis zur Erledigung gewisser laufender Angelegenheiten im Amte zu verbleiben, stattgegeben. Dr. Halpern verbleibt weiter Mitglied des Ausschusses der Jewish Colonial Trust uiid-dcr Anglo- Palestlne Company. Wedgwood in Berlin. Die „Neue Weit" war bereits «ht der Läse, über die Rede zu berichten, in welcher der gewesene Minister Josiah Wedgwood auf einer Poale-Zion-Versammlung in Berlin i ü r d e n. J.u d e n s t a a t eintrat.. Wedgwood hat. wie weiter aus Berlin berichtet wird, an einem Abend des Keren Hajessod am 16. Oktober teilgenommen und dort einen Vortrag gehalten, in welchem er unter anderem sagte: Es gibt nationale Freiheit und persönliche Freiheit. Beide Arten von Freiheit schulden der deutschen Unterstützung mindestens so viel wie der britischen. Und wenn sowohl Deutsche als auch Engländer zu Zeiten vom rechten Weg abweichen, dann tun wir dies im Bewußtsein, Unrecht zu tun. In solchen Fälien sind es die Joden unter uns, die uns daran erinnern, daß wir fetalen. Denn die Jude» sind es, die als erste die Freiheit geliebt haben» als sie aus Aegypten zogen, der prlesterflchen Herrschaft entrannen und selbständig zu denken begannen. Diese Liebe «ur Freiheit ist den Juden geblieben, und sie sind darin oft die Lehrmeister anderer Völker gewesen. Abei sie seihst mußten viel unter nationaler und pe*» söniicher Unfreiheit leiden. .y ■ Aber nicht nur freie Menschen wofien schafSen» sondern freie Juden. Die Juden brauchen es an» meisten, nicht nur als Individuen, sondern als Volk* Glauben Sie mir: Nicht nür für jene, die seihst hinausziehen um in Palästina - mit den Widerständen der Nätur zu kämpfen, bringt diese Sache die Freiheit, sondern für das ganze Volk. Der Respekt der Welt wendet sich jenen zu, die de* rechten Weg gehen, Kultur verbreiten, Freiheitbegründen. Dies aber ist es, was die Juden ton, die ' Wr Palästina arbeiten. Man sagt, nur wenige könnten nach Palästina gehen; wie kann man das wissen? Wir können heute gar nicht über sehen, welche Perspektiven das neu erschlossene Land bieten wied. Die Juden haben hier eine große Möglichkeit, etwas zu schaffen, und die neue Zivilisation wird immer mehr Menschenkräfte aufnehmen. Der Redner zeichnete in großen Zügen ein Bild des jüdischen Palästina von heute Und schließt: Man. sieht ein neues Volk im Werden. Der jüdische Name v^ird zu großer Ehre gebracht. Die Juden, die selbst-niemals nach Palästina gellen werden, werden stolz sein, überall als Juden erkannt zu werden. Die Scheu und Unfreiheit der Diaspora sind vorbei. Aber wenn Ihr Juden in unsere Familie der VölkeT kommt, dann soHt Ihr uns noch eine andere Botschaft bringen, zu der Botschaft des Alten Testaments. Ihr,, die Ihr über die ganze Weit verstreut seid, und die schlimmsten Auswirkungen, des Nationalismus fühlen mußtet, Ihr sollt es ajs Eure Aufgabe betrachten, mitzuwirken bei der Befreiung der Völker von,. den Lastern der Ueberheblichkeit, der Verachtung anderer, der Ungerechtigkeit, so daß wir zusammen eine neue Welt aufbauen können, wo Völker einander nicht fürchten und einander nicht hassen. Diese Hoffnung Verbinde ich mit dem Palästtnawer*; der netten freien Juden, und dies ist der letzte Grund warum ich glücklich bin über diese Partnerschaft voj Juden und Eng'ändern bei der Verwirklichung dos Zionismus. Die Zuhörerschaft spendete Wedgwood reichen Beifall. An dem Abend wurden 100.000 Mark für den Aufbaufonds gezeichnet. Lord AUenby über die Jüdischen Soldaten. Bei einem Empfang In New York sagte Fekimarschall Lord AUenby, der Eroberer Palästinas: „Ich hätte die Ehre, mehrere jüdische Bata 11 Jone zu befehligen; und auch bevor noch diese Batafllone gebildet worden waren, hatte ich zahlreiche jüdische Soldaten unter meinem Kommando. Juda Makkabi konnte nicht besser gefachten haben, als es die jüdischen Soldaten taten." Zum Schlüsse sagte Lord Ajlenby, er glaube an die große Zukunft Palästinas. Der Verband der in Arne* rika lebenden jüdischen Legionäre sandte eine Botschaft an Lord Allenby, in der der Trauer und dem Proteste wegen der Zwischenfälle an der Klagematter Ausdruck gegeben wurde.

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