Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 57 (19.10.1928)
- Date
- 1928-10-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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05535559 Nr., 57 DIE NEUE WELT Seite 5 Die Vorfalle an der Klagemauer. Die Mauer jüdischer Besitz? Die JTA. meiktet aus Jerusalem vom 9. d M.: -Soeben wurde -hier die Tatsache enthüllt', daß der Su 1 ta n von Marokko das Grundstück vor der Ktegcmauer, auf dem steh jetzt die Häuschen der Moslemitcn befinden, käuflich erworben und es dann der gesamten •marokkanischen Gemeinde Jerusalems, die J «den i n b e g r i f f e n, zum Geschenk gemacht hat. Auf 'Grand dieser Dokumente erheben jetzt die aus Marokko stammenden Jerusalemer Juden den Anspruch^ daß ihnen ihr Ted! an dem Grundstück zut Verfügung gestellt werde. Sie wandten sich an einen bekannten arabischen Juristen, der ihre Ansprüche rechtlich vertreten wird. Allenby bedauert die Taktlosigkeit der Polizei. Aus New York meldet die JTA.:; Feldmarscha-11 Lord .A I 1 e mb y, der Eroberer Palästinas, der •gegenwärtig in den Vereinigten Staaten weilt, nahm in New York an einer VeranstaltuJig der American Legion teil und nahm in .seiner Ansprache Bezug auf die Jörn Kippur-Vorfälle an der westlichen Tcmpelmauer in Jerusalem. Er bedauerte, daß die Polizei so t a k 11 os war, gegen die in der Andacht verharrenden: Juden mit Gewaltmitteln vorzugehen und fügte hinzu: Meine freundschaitliche Haltung zu dorn Werke des Aufbaues des jüdischen Nationalheimes in Palästina ist. dem jüdischen Volke überall in der Welt bekannt; ich werde diese meine Haltung nicht ändern. Wie katholische Italiener'-ihr'Rechtwahren.; Die katholische Presse von Mailand berichtet •über einen beträchtlichen italienischen Erfolg in Palästina, der dem energischen Auftreten der lateinischen Geistlichkeit und der .diplomatischen Vertretung Italiens, in Jerusalem zu verdanken sei. Es handle sich um die Walirung der Besuchsrechtc .'des Abendmahlsaales, der unter türkischer Herrschaft in eine Moschee umgewandelt wurde, so daß spä'er der Besuch, durch Christen schwierig, weht; nicht unmöglich war. Gelegentlich einer Palästinareise italienischer Pilger wurden nun die Besuchsrechte mit Nachdruck geltend gemacht. Die Pilger betraten den unteren Abendmiahisaa! und den oberen „Saal des heiligen Geistes" in Begleitung des italienischen i<önsüls, ohne sich der für das Betreten der Moscheen1 vorgeschriebenen Strohpantoffeln zu bedienen, und. wurden bei ihrem Besuch nicht nur nicht gestört, sondern der die Moschee betreuende Mufti war sogar liebenswürdig;.&ejjug, sich mit den christlichen Pilgern zusammen photo-;graphieren zu lassen und ihnen Erfrischungen anzubieten, Eine Protest Versammlung in Wien. . üeber Veranlassung des Zionistischen Landesikomitee's für, Oesterreich fand Montag den 15.' d. im OlympiasbiaJ1 eine Protest Versammlung'' statt. Es sprachen Dr. Leo :G;p1 d h a m ni e r, Sejnmbgeordneter Dr. Leon R c i c h 1 (Ilmberg) und Redakteur Dr. Hindcs (Warschau). Am Schluß der .Versamnilung wurde eine Resolution einstimmig? ^eschlps^u,.:. In \ weicher es unter anderem heißt: „Ejje '. Mgrsammelteh haben mit Schmerz und Empörung erfahren,' \ daß,' B'e.a m,tr;e der P a 1 ä s t i n a r e g i c r u n g den jü- '••disÄhehV'Göttes4le'rist bei der Tempelmauer in Jerusalem am " höchsten und weihevollsten Festtage der gesamten Judenbeit. .gestört haben. Die Versammelten erheben schärfsten Protest, gegen diese Verletzung der nationalen f ••'upd;.re%fdsen 'Gefühle des jüdischen Volkes, die überajl,; .wo, Juden ' wohnen, den schmerzlichsten Eindruck er wecken,.muß. Die Versammelten geben der britischen R£. JEDE DAME sollte das VII. Kaiserstraße 115 besuchen c j Tausend? Pariaer Modelle und Schöpfungen der . eigenen; Ateliers der herrlichsten Herbst« und : .Wjntcrrnodelle in allen modernen Farben. Vom einfachsten bis zum verwöhntesten Geschmack. :: in allen Größen zu den billigsten Preisen W I i l) a.b\e n « i r g e u d s Filiale nl Anerkannt grüßtea tu führendes SpezialkQus Österreich* gierung als der Mandatarmacht für Palästina und^ dem Sekretariat des Völkerbundes als Kontrollorgan für die Ausübung der Mandate Kenntnis von der durch diese bedenklichen Vorfälle erzeugten Stimmung der Jüdenschaft, in der sicheren Erwartung, daß durch ent* sprechende Mäßnahmen eine Wiederholung solcher Uebergriffe weiterhin verhütet wird." Die Resolution wird der Wiener englischen Gesandtschaft und dem Völkerbund übermittelt werden. Die Jewish Agency-Konferenz in Amerika. Für den 20. Oktober einberufen. ' Aus New York meldet die JTA., daß die n i c h t zionistische Palästinakonferenz der amerikanischen Juden am 20. und 21. Oktober im Hotel „Biltmore" zu.New York abgehalten werden wird. Hauptziel der Konferenz ist es, das Maß der Teilnahme der amerikanischen Nichtzionisten an der erweiterten Jewish Agency gemäß den Bestimmungen des Paläslinamandats festzusetzen. Die Konferenz wird sich an den Bericht der Joint Palestine Survcy Commission halten, die von Dr. Wcizmannj als Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, und Lonis Marshall, als dem Vertreter der Nichtzionisten* begründet worden ist, um ein umfassendes und systematisches Programm für den zukünftigen Aufbau Palästinas und für die Arbeit der reorganisierten Jewish Agency aus*^ zuarbeiten. Gelbands Klassenlose ^£*g3 'US32.- -'/„Sie.- V4S8.- Va$4.- ■• Gesinnungsgenossen kauft bei ■ Gelband, XX. Karl ßleißslstr. 3 Bestellung mittels Postkarte oder Telephon A-41-4-32 An der Konferenz werden sich die führenden Elemente jenes Teiles der amerikanischen Judenheit, der bisher in der zionistischen Bewegung nicht aktiv gewesen war, beteiligen. Der Konferenz wird auch Lord M e 1chett, der gegenwärtig in den Vereinigten Staaten weilt, beiwohnen. Auch Präsident Weizmann wird in den Tagen der Konferenz in den Vereinigten Staaten weilen. Irma Lindheim legt endgültig die Leitung der Hadassah nieder. Frau Irma L. Lind heim hat, wie aus New York gemeldet wird, dem Vorstand des Frauen- und Mädchenvereines Hadassah in Amerika mitgeteilt, daß sie sich aus Gesundheitsrücksichten genötigt sehe, das Amt einer Präsiden'cn in der Hadassah endgültig niederzulegen. Frau Lindheim erlitt bekanntlich anfangs Juni Hicscs Jahres einen Nervenzusammenbruch und trat auf ärztliche Anordnung eine Europare'se an. Von der einige Wochen spä er s'atlgcfundenen Hacarsah-Konvention wurde sie mit großer Mehrheit zur Präsidentin wiedergewählt Vor kurzem kehrte sie zwecks Ordnung ihrer Angelegenheiten nach New York zurück, begab sich aber bald wieder mit ihrer Familie auf die Reise nach Europa; sie wird sich ein Jahr lang in München aufhalten. j Herz! in der Pester Cliewra Kadischa. - ' Die Streichung des Namens rückgängig gemacht. . . Unsere Leser erinnern sich noch an den aufsehenerregenden Artikel, den Dr. Paul J. Diamant in der Herzl-Nummcr der „Neuen Welt" aus Anlaß des Todestages Dr. Theodor Herzls veröffentlichte. Unter anderen interessanten biographischen Daten enthielt der Artikel auch die bis dahin völlig unbekannt gebliebene Mitteilung, daß Doktor Herzl, der im Jahre 1868 als Mitglied in die Pester Chewrä Kadischa aufgehomm'^h wurde, im Jahre 1904 anläßlich einer von Zeit zu Zeit vorgenommenen Richtigstellung der Mitgliedsliste zusammen mit anderen, mit ihrem Mitgliedsbeitrag rückständigen und anderen Mitgliedern unbekannten Aufenthaltes aus den Reihen der Mitglieder gestrichen worden ist. Die Enthüllung Dr. Diamants in der „Neuen Weit'* hat in der gesamten jüdischen Presse großes Aufsehen erregt. Auch das Budapester zionistische Organ j,?s[;do $?emle" erfuhr .ausunserem Blatte von diesem unglaublichen Vorgang.- So kam dann die Angelegenheit ins Rollen. Das Budapester Zionistenblatt druckte in seiner Nummer vom 15. Juli die wichtigsten Mitteilungen Dr. Diamant» in d£r „Neuen Weh?< ab und schloß' sich d^r Forderung unsere« Blattes an, Riesen unglaublichen Mißgriff so rasch als rnögifeft im , lnt*:e;se Mei Ansehens' der Chewrä Kadischa' X selbst gutzumachen. v ' -Es wurde .hierbei ganz besonders darauf.,hingfiiy^sen, wie lächerlich sich die Chewrä Kadischa besonders dadurch gemacht'hat, daß sie die Streichung gerade i.W 'Fe bruar d es Jahres 1904, also wenige Mö« ttfce vor dem Tode Herzls, zu einer Zeit, da er im Zeniih seines Ruhmes stand, wie bei einem Mann... ,|t%- Ipekannten Auf enthates" durch einen eigenen Vorstands1bes?hlur> vornehmeji: ließ. Die Verhandlungen' in der Pester Chewrä Kadischa scheinen nicht glatt vonstatt^n gegangen zu sein, denn es hat mehr als eineinhalb Monade gedauert, .bis sich der Vorstand entschließen konnte, eine Komprömißformel zu finden, durch welche der Mißgriff wieder gutgemacht, die Urheber desselben jedoch entschuldigt werden können. Am 2. September d. J. fand nun die Vorstandssitzung statt, in welcher auf Vorschlag des Amtsdirektors und Generalsekretärs Endrei der,-Beschluß gefaßt wurde, die im Jahre 1904 erfolgte Streichung zu widerrufen. Der hierauf bezügliche Pur^ki des Sitzungsprötokoll.sv hat in deutscher Uebersetzung folgenden "Wortlaut: „Der Generalsekretär berichtet, daß der Redakteur des;,Zsido Szemie' die Nummer vom 15. Juli 1928 vorlegt, in welcher. (nach einer Meldung des Dr. P. J; Diamant in der Wiener ,Neuen Welt', Red.) die Stnejchiüng des. verewigten Theodor Herzl aus der Reihe der. Mitglieder, der Pester Chewrä Kadischa behandelt wird- Sovvphl. er selbst als auch der in Rede stehende Artikel1 verlangten die Gütmachung dieser Verfügung. wurde festgestellt, daß der verewigte Theodor : Herzl mit Beschluß vom 6. Februar 1904 tatsächlich aus den Reihen der Mitglieder gestrichen wurde. Diese Streii chung hatte jedoch nicht im entferntesten eine ver» letzende Teijdenz. Sie erfolgte bloß automatisch, zusammen mit mehreren anderen Mitgliedern, weil der Genannte aus der Hauptstadt fortgezogen ist und seine Mitgliedsbeiträge nicht geregelt hat. Der Vorstand hat unter gleichzeitiger Feststel- . lung, daß der Im Jahre 1904 erfolgten Streichung des verewigten Theodor Herzl aus der Liste der Mitglieder der Pester Chewrä Kadischa keine verletzende Tendenz zugrunde lag und auch nicht zugrunde liegen konnte, dennoch, um diesen Gedanken nicht aufkommen zu lassen, die seinerzeit durcl* geführte Streichung durch den Beschluß der heutigen Sitzung außer Kraft gesetzt und verfügt die entsprechende Vermerkung dessen im Grundbuch." „Zsido Szemle" ist mit dieser Erledigung der häßlichen Affäre zufrieden. Das offizielle Organ der ungarischen Assimilanten schmollt. Es hat dieses historisch immerhin sehr interessante Ereignis einfach unterschlagen. Man kommt dadurch unwillkürlich zu dem Schluß, daß' die Chewrä Kadischa von Budapest bei ihrem zitierten Wiedergutmachungsbeschluß bemüht war, sich durch eine K o m p romiß.formel aus der Affäre . zu ziehen, in welche sie offenbar seinerzeit das antizionistische Orgart in seinem Haß gegen alles bewußt Jüdische .hineingehetzt hatte. Könnte man aus dieser Erledigung auch den! Schluß ziehen, daß die Judenschaft Ungarns sich allmählich dem verderblichen Einfluß dieses zipnistenfeindliche« Blattes zu entziehen trachtet, so könnteman tnit der Formulierung der Reparationsklausel vollauf zufrieden sein. Fünfzig Jahre Joint Foreign Committee. London, 12. Oktober. (JTA.) Dieser Tage werden es 50 Jafhre, seitdem das englisch-jüdische Joint Foreign Committee (Komitee für auswärtige jüdische Angelegenheiten), von dem Jewish Board oi Deputies und der. Anglo Jewish Association gemeinsam begründet worden. ist. Die Jubiläiimsfeier wird am Sonntag, den 21. Oktober im Westmiiister-Palais stattfinden. Konterenz der bulgarischen Zionisten. Die 17. Konferenz der Zionistischen Orgänisia'tj.ou Bulgariens wurde vom 4. bis 8. Oktober in Sofia abgehalten. Es nahmen an derselben mehr als 40 Delegierte, unter ihnen sechs Revisionisten, teil Verhandelt wurde über die Lage der Zionistischen Weltorganisation, Arbeit in der Diaspora, die Beziehungen zium Weltverband sephardischer Juden, Jugenderziehung usw. BeaügHoh aller dieser Fragen wurden entsprechende Entschlüsse gefaßt. In einer Resolution wurde gegen die Angriffe auf die Juden am Jörn Kippur vor der Klage mau er scharf protestiert. KUNDMACHUNO I Ich beehre mich hlem t dem P. T. Publikum höflichst anzuzeigen. d«t ich meine «et Jahren bestehende RESTAURATION In eigene telturg rtirQckgubernommen und nach vollständiger Renovierung dortselbst eine MilCHSPEISEHALLE <MLE(ZARN|A) errichtet habe. ~ Zu jeder Tageszeit kalte und warme Wich, und Mehlspeisen nach polnischem und Bukowl aer uesibmack. Billigst« Fr«I«e)i Aufmerksamste Bedienung BRODBAR RMtsurttevr, Wien, II. Schlffamtsg. 17! « >\>