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Die neue Welt · 1928-10-19 · Heft 57 (19.10.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 57 (19.10.1928)
Date
1928-10-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT QTEL CONTINENTAL WIEN« II., PRATERStRASSE 7 (neben Schwedenbrücke IMHIH^ Erstklassige Küche Maßige Preise zum Churchillschen Weißbuch und in der von Sokolow auf dem Wiener Kongreß abge gebenen Erklärung von dem binatiön alert Gemeinwesen als Ziel zionistischer Politik. An der Klagemauer hat diese Allerweltsverbrüderqngsdemokratie ihr Fiasko erlitten. Herr Wedgwood, der nlohtjüdische Politiker, greift; sie schroff an. K e j n P a r 1 ä rn e n t i fl P ä 1 ä s t i n ä, bevor nicht die jüdische Möhrhelt erreicht ist! Keine britische "Regierung könne einem Plan 2üstirrjfaen} der das nationale jüdische Heim gefährdet! Das sägt der britische S o z i a 1 i s t in einer Versammlung jüdischer Sozialisten, in einem Kreis also, der dertiokratischen Emöfindunjren offen ist. Er hört von dem englischen Freund, daß charity begins et home. daß, die Juden erst festgewurzelt im Lande sein müssen, in einer Stärke, die sie vor Zufälligkeiten schützt und ihnen d i c S e 1 b s t b e s 11 m in u n g garantiert. Ein Zionismus, der nicht d c n j ü d i s c h e n Staat,, die unbedingte, Sicherung der nationalen Existenz fordert, ist ein Widerspruch i n s i c h. Es ist kein politischer Zionismus mehr, keine Bewegung, die im Namen der Nation auftreten kann, keine Organisation, die von ihren Angehörigen Opfer verlangen kann. Das spricht Herr Wedgwood aus und es ist bedauerlich, das politische Abc nach 30 Jahren sich vortragen lassen zu müssen. HaV Sonne im Herzen, Verlier' nicht den Mut, Trink Huber-Liköre — Und alles wirdgut. Der jüdische Sejmklub vor der HerbstsessioH. Von unserem Warschauer N. R.-Berifihtefstätter. -Der polnische Sejm hat seit dem Majumstürz .1026 stets; ausjjiebig lange' Ferien.- Im Gegensatzzu' anderen Staaten, fwird das polnische Parlament sowohl für die Herbst-^Winterals' auch für die,. Frühling-Sonimer-Si^ izjemHch'[ späf einberufen und "recHi/ bäld1^ nach Hause geschickt. Nach der Erledigung,,'ihrrt für andere Angelegenheiten nicht viel Zeit gelassen. Die'frage der Verfassungsänderung, insbesondere die Art der Wahl und 4er Rechte des Staatspräsidenten; der Stellung .der Regierung, der Quelle ihrer Befugnisse, ihre Verantwortlichkeit rdem Staatspräsidenten oder dem Parlament gegenüber —der Macht des Sejm, ist nicht gelost. Die Erörterung ist nach wie vor im Fluß. Tatsächlich sind heute in Polenfür dTle diese Faktoren längst nicht mehr die Bestimmungen d«V Verfassung maßgebend. Es sind durch die Macht Pilsudls^ys ganz bedeutende Verschiebungen ih der Kräfteverteilung' zwischen* dem Staatspräsidenten, dem Ministerium und dem Sejm zu Ungunsten des' letzteren vor sich gegangen! Parlament und Regierung leben nicht miteinander, eher nebeneinander, wobei der' Sejm mehr ein Schattendasein führt. ' ■ Seitdem die Konstituierung des Parlaments nicht das von Pilsudski gewünschte Ergebiiis zeitigte — die ] Wahl des Ministerpräsidenten Bartel zum Sejm-Marschall —,. ist ein Schwebezustand eingetreten. Der Sejm getraut sich nicht, sein Zusammentreten zu fordern, noch sonst auf seinen Rechten zu bestehen. Der Sejm-Marschall Da- 8 z y n s k i ist bestrebt, durch Verhandlungen mit der Re: gierung ein gewisses Funktionieren des Parlaments her* beizuführen; aber er findet beim Ministerium wenig Gegenliebe. Pilsudski, der sich die Entscheidung nie aufdrängen ließ, hat es wohj nach außen hin bei der gegen seinen Willen erfolgten Konstituierung des Sejm belassen, t& ist aber klar, daß das Parlament noch eine weitere Zurück* drängung erfahren wird. Die jüdische Parlamentsvertretüng steht demzufolge schwer zu lösenden Problemen gegenüber. Alle bisherigen Sejms und alle früheren Regierungen bis zur neuen Machtergreifung durch Pilsudski haben tiefe Wunden dem wirtschaftlichen Organismus und der politischen Position des Judentums geschlagen. In den Maitagen 1926 trug sich Abgeordneter Grünbaum als erster im Belvedere, der Residenz PHsudskis, in die Besuchörliste" ein. Dies bedeutete damals; daß er sich auf seine Seite stellt. Auch/nach den von der Regierung im Parlament offen zugegebenen Mißbrauchen gegenüber den Juden bei den letzten Parlamentswahlen, rückte der jüdische Parlamentsklub von. der Regierung nicht ganz ab. Er stimmte wohl gegen, das Budget, hob aber durch seinen Sprecher ausdrücklich hervor, daß dies keine negative Stellung der Regierung gegenüber bedeutet Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Situation ver- MkMtort, UimM Md Gewwbe tM **t daran, Kredite sind immer schwerer nud Immer «eurer zu erlangen. Die Mehrheit der jüdischen Existenzen steht in Handel und Gewerbe. Dies aHein wurde zur Erklärung der fortschreitenden Paupefisicrung der Juden genügend Da aber die Staats- und die vom Staate kontrollierten Batiken in erster Reihe den nfchtjüdischen Fabriks-, Gewerbe- und Handelsunternehmungen Kredite zur Verfügung stellen, bewirkt dies ein immer weiteres Verdrängen der Juden,aus ihren wirtschaftlichen Stellungen und ihr Hinübergehen in „Luftexistenzen" Die Steuer-Eintre'bungsmaschine arbeitet insbesondere gegen die Juden mehr als exakt. Schon die Uebcrsteuerung als solche .und das Verlegen der Hauptsteuerlast auf die . von Juden ausgeübten Berufe bringt mit sich, daß vor allem die Juden unter der Steuerbiirde leiden. Den Rest gibt der Geldmangel. Der. passiven Han-; delsbilänz, dem Zusammentreffen des Gold- und Valuten^ Schatzes der Nätionalbank wird seitens der Bankleitüng behufs Aufrechterhaltung der Golddeckung durch ein Vermindern des Banknbtenuhilaufes entgegengetreten. Ist Geld rar, um so schwieriger fällt es, Steuern rechtzeitig zui entrichten. Es gehört bereits zum Straßenbilde der Städte Polens, daß vor Geschäften Fuhrwerke der Steuerbehörde vorfahren, um die gepfändeten Waren zur Versteigerung wegzuführen. Der jüdische. Kaufmann steht in seinem Laden machtlos den präsentierten Wechseln; gegenüber; es mehren sich, deswegen die Wechselproteste. Big er manchmal durch ein Teilzahlüngsabkommeu mit der Steuerbehörde seine Waren im letzten Momente vor der Feilbietüng4 zurückbekommt, ist meist die Saison, für die er sie .angeschafft hat, vorüber. Eine Branche nach der, anderen, in der die Juden tätig ' sind, wird auf das Aussterbeetat gesetzt. Einen wichtigen Zweig bildet unter anderem der N a p h t h a h a tt d e L Das von der Regierung geleitete Syndikat der Naphthaindustric unterbindet die Existenz der Naphthakaufleute durch Beschränkungen beim Verkaufe der Naphthaprodukte. Es wird die Uebergabe gewisser Produkte zürn Verschleiß verweigert, die Preise werden: Willkürlich erhöht. Das Syndikat errichtet immer mehr eigene Vertriebsstellen. Es ist selbstverständlich, daß diese wirtschaftliche Lage allein - voll und ganz genügt, um die parlamentarische Vertretung der Juden Polens zu einer äußersten Anstrengung zu nötigem , . , Nicht jnirider beunruhigend ist vom jüdischen Standpunkt das, was über die beabs'cM'^e " ^-f-cej-mq-sändefung geschrieben unij gesprochen wird. Die Stärkung der Macht des' Staatspräsidenten,, der... Bestimmung, daß seine Wahl nicht durch die, zu, einer „nationalen , VersäÄlmlvwg zusammentretenden, beiden Kammern des Parlamentes, sondern durch die Bevölkerung -selbst.,zu, erfolgen hat, würden die jüdischen Abgeorctn.e.^ keijen 'in, den Weg.^geg^W^^ ja, Abg^6r ü n |'au^ der, im.; gesetzgebenden .|^ejjrji^ dies heanb-agt^ h*w ' vereinzelt blie^ Einer A .iin^fde^^aftirechtes.t ijacrj der, Richtung einer weiteren Venninäerüng. der |ü^isC^ der Sonderstellung der jud^.u ir) '^i'nfer"' )Ü'djsch)^.yKi\Tie, $pbei die anderen nätiohaleii Mihäerhelten mit den Polen züsämmert wählen solltet!, - wüßten: siöh die Juden mit allen Kräften entgegensetzen. Einer yerfassungsrevisipn, bei der das parlan^ehtarisch-dempkrätische.System gewährleistet bleibt, die den Juden.. Sicherheltien ,fü^ öieichberech-• tiguhg und clie .^efriediguri^ Üer' national-kultureUen Fprderung im Rahmen der. ^ipide>heitsrechte' sichert, dürften die jüdischen l.yerjtreter.5;Aic(it, au>'. dem. Wege gehen., ens sieht man in jedem Hause mit Menthol In Gebrauch. Warum gerade diesen! I. Well die meisten Menschen gewöhnt sind, ihien Körper . mit Dlsna-Fianzbranmweiu einzureiben und ihn damit, tür die Müh n des Tages zu stählen und d}e Tätigkeit dei Haut anzulesen 'dL BluUiikulation zu beleben und die Nerven tu kiä tlgerK. '• 1 % Wer Licht zum Schwitzen neigt mu8 unbedingt des Morgen« den Körper mittels eines in Diana-Franzbranntwein geta .ctifen Uppens trottleren, damit der gesthüdeite UebelsWrid ttfehöhen wird. 3. Wer Diana-Franzbranntwein des Morgen« ins Wasch-, .was er gibt, kann alle anderen teueien Tolletiemlitel; leicht entbehren. 4. Bei ßiüclilglult des Haares. Schuppen etc. ist Diana- Frafubranntsveln voti ganz ausgezeichneter Wirkung. 5. Infolge des angenehmen Qetuches und Geschmackes des Diana-Franzbranntweines sowie dessen Eigen« ' schahen gibt derselbe ein ausgezeichnetem Zahn- und Gutgel wasser. . 3, Wei In der Früh einige Tröpfen plana-Franzbmrtntweln In Wasser aufschnupM beseitig die Mutig auftretende VerMöptupg der Nasenkariäle. DI ANA-FR ANZBR ANNTWEIN wirkt also krflitigend abhaltend und kühlend, — Sein' Oeiüch ist sehr angenehm, und DI ANA-FR ANZBRANNTVVF IN eignet sich lulolgedessen auch vor/üglich zur Ejfriwhung dei Zlmmetluft Nehmen. Sie nur D!ana*Franzbras\ntweln! Wtftltfs« Haciiahmun^n weisen Sie eniachietlw virtlck I' . /•Mtb^»i<;.ffWl.M'ii|i " P R I M A Mlllllllllllllllllllllllllllllllll' LEBENDE «IllllllUlllltilllltlllllllltllll' KARPFEN BILLIGER In a len PisehHan«llui|9«n erhältlich Eö besteht jedoch nach wie vor vollständige Ungewißheit über alle Absichten der Regierungskrise bezüglich dieser Fragen. Es mangelt einstweilen an einer Fühlungnahme der Regierung mit der Leitung der jüdischen Politik. Die Deklaration des jüdischen Parlamentsklubs gelegentlich der Bud^etverabschiedung, hatte gewiß zur Voraussetzung eine Auseinandersetzung zwischen dem'Präsidium des jüdischen Klubs und dem Ministerium. Diese fand es bis jetzt nicht nötig, hiezu Gelegenheit zu gebfen.. . Die zur Herbsession reisenden jüdischen Abgeorneten erwarten schwere Aufgaben. Hoffen wir, daß sie im Bewußtsein der Verantwortung gegenüber dem Judentum Polens diesen endlich gewachsen sein werden. Eine jüdische Wirtschaftskonierenz. Ueber Veranlassung des jüdischen Parlamentklubs wurde für den 17. d. M. nach Warschau eine jüdische W'irtsc häf ts kohf ere rtz einberufen, deren Aufgabe es ist, erschöpfend den Gesamtkomplex der Wirtschaftslage der Juden in Polen zu besprechen, um das Prograrnm der Tätigkeit der jüdisch-parlamentarischen Vertretung, in dieser Angelegenheit für die nächste Zeit festzustellen. .iilllllllllllllillllllllllllllllllllllilllllillinillllilllliilllllHllii. Die größte jüdische Kulturelle und politische Tageszeitung in Posen ist tägl'ch in den Wienei Kiosken u Trafiken erhäMich Die?perien er-chienene relchlliustrleite, 230 Seilen stärkt Jubilaums-Ausgabe ist noch in beschiänluer Zahl vodianden Mit Äbonriemeht- und Inseiatenbes e ungen wende man s. h an J. LANDAU, WIEN, ll.,Tandelmarktgassel2 - ~**iiiHiiiifiiiiiiitiiiiii>iiiii ■ y : A^ert/,Jhonias — und=; der Zip>n]smu§. vX Vv ■; -Gelegentlich*•'^er : W?a r s c-h a ü e r" T&U ü^^.des Ad min i sirJtlori s r a te»s des i n t e r n a t i o n a l'e n Arbeitsamtes, weilte .in Krakau der .Direktor desselben, Albert T h o rh a s. In einem Gespräch "mit dem Abgeordneten Dr. Thon' versicherte ihn dieser seiner seit Jähren bestehenden Sympathie und Anhänglichkeit für'die zionistische Bewegung. v . . . . Der Leiter des inteniationailen Arbeitsamtes konferierte 4wie er-Dr. Thon , mitteilte — urimitt'eTb.arnach Kriegsende mehrmals mit. Nahuni §okolow und war i hin b e h i IIldch ,.b ei d e r Er 1 a n.gu ng de r Ah erkenn u n g er Mäch t e f ür die j ü di sc he-H ei mstatte. Seine' BereitwÜligkeit,. dem Zionismus 2ju helfen, hat sich im Laute der Jahre nicht, geändert. Der Zionismus — führte Direktor Thomas aus ~ wird in. i'hm immer einen aufrichtigen, und,ergebenen Freund haben. Ein Rekord des „Numerus clausus" auf der tierärztlichen Hochschule in Lemberg. Bereits in den letzten vier Jahren war das Regime auf der tierärztlichen Hochschule in Lemberg rein antisemitisch. Den Höhepunkt dürfte es bei den diesjährigen BinscbrefbUngen erreicht haben, bei welchen unter achtundneunzi'g neu aufgenommenen Hörern vier Juden sich. |»ejihden, also v i e r P'rozent. Die Konstituierung der Verwaltung und des Rates der jüdischen Gemeinde in Stanislau. Bei der' Konstititlerung der jüd-ischen Gemeinde in Stanisjau Wurden Dr.: Anselm Halpern (Zlonist) pxm Vorsitzenden der Verwaltung,' Moses Hochmann (Misrachist) zum Stellvertreter, M. S, Sejbald (Jad-Charuzim) zum Vorsitzenden des Rates, Dr. M. Kazwiner (ZlonistV zum Stellvertreter gewählt.'! Zuwendungen der polnischen Staatslotterle für jüdische Zwecke.; Die polnische S'ta'atsltftterie verwendet einen großen Teil ihrer Erträgnisse; für Wohlfahrtsangeie'genhetten Und berticksichtigt, wenn auch' in einem geringen Ausmaße, jüdische Vereine, | .'. ' .;; \: ' " :, '• Die General.d;ire<ktlon der polnischen Staatslotterie hat im Einvernehmen mit dem Minister! um für öffentliche Arbeiten folgende Zuwendungen' aiis den Erträgnissen der XII.-. Staatslotterie für jüdische Fürsorgeanstalten bewilligt: .,,TÖZ?' (ärztlipbe Fürsorge) 3000 Zloty, Verband der.;jüddsohen WaisenfünSQrgevereine 3000 Zloty/Verband jüdischer Frauen,. in Warschau S00 Zlpty, Verein «ur Erhaltung von :Spmmpr- Hplqnlen .1000 Zloty, famense.hutzverband 500 Zloty. ,Zenkaivereiö Öliiiifl i»4 T^tvmine ilfo. v.ii .'j'I X s;:, ü'j,!; f f

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