Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 56 (12.10.1928)
- Date
- 1928-10-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Nr. 56 DU NEUE WELT Seite 9 1000Dollar mm ttnd oft nicht so vfeTwer^ als das Urteil zufriedener Oäste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! Wie die Araber „Nebi Rubin6' feiern. , In der letzten Septemberwochc fand in der Geigend von Jaffa ein eigenartiges arabisches Fest statt, das sich alljährlich .iura diese Zeit über zwei Wochen lang hinzuziehen pflegt und den Namen „Nebi Rubin44 '(Prophet Reuben) führt. Zehntausende von Arabern mit Weibern und Kindern wandern an jenen südlich von Jaffa gelegenen Ort unweit vom Meer, wo das Grab des „Nebi 'Rubin44 sich befinden soü Für die Daner dieser Festtage entsteht hier eine ganze Feststadt' mit zahlreichen Zelten, Verkaufsbuden, ganzen Kaufladen, Wanderzirkus, Straßehsängern/' Schwarzkünstlern und allem, was zur Belustigung der improvisierten Stadt erforderlich ist Auch das religiöse Moment fehlt nicht, es werden Gottesdienste abgehalten, die Ulemas führen öffentliche Disputationen über den Koran' und seine gesetzlichen Verfügungen, und auch sonst wird starke, eindrangiiehe ihiiere Mission betrieben. Welche Bewandtnis, (hat es nun mit diesem „Nebi Rubin4'? Historisch Feststehendes hierüber zu sagen, ist Unmöglich. Tatsache ist bloß, daß, als die Araber in Palästina eni/gedrunigen sind, sie an verschiedenen Orten hei- 'Hge Gräber der ehemaligen jüdischen Bewohner vorfanden und diese von' den Haiden ih eilig gehaltenen Grabstätten aueh selbst heilig respektierten. So verehren die Araber alle jene Stätten, die irgendwie mit dem Propheten Elija hu, den sie ,JB1-Ghadar", den ewig grünen Blühenden, nennen, •in Vei-bindung stehen. Ebenso wird von innen das unweit der neuen chassidii seihen Koloiraie .yNachlafch-Jacob beim Teich Kiscbon" gelegene Grab „Sabelöh-Bl-Barek",. das wohl mit dem ans der Zeit der Richter bekannten ffeflden Barak ben Abinoani im Verbindung gebracht wird, ferner die an der Bahnlinie Ludd-Haifa in der Nähe der Station Ghedera befindliche 'herrliche moliammedanische Grabstätte des „Nebi Benijamiin" als heilig hochgehalten. Die Annaihme mum, daß unter dem Grab des Nebi Rubin die Ruhestätte Reubens, des erstgeborenen Sdhmes des Erzvaters Jakob, zu verstehen sei, wird historisch von keiner Seite unterstützt, da nicht anzunehmen" sei, daß dort, in der Nähe des Meeres, wo früher fast gar keine Juden gewohnt .haben, sich das Grab-des Sohnes Jakobs befinden soll Eime ansehnliche Zahl anerkannter paläS«- nen^s6ber..Ctelelhirte>r_.neigt vkfcrhehT der Ansicht zu', daß dieses.Graib die 'Rluhes-täitte'des.ig'rößett Na^si nach.der Zerstörung Jefusailems/des Rabbän Gamal iel von der Hochschule in Jabriej welche Stadt in def Nähe der besprochenen Grabstätte gestanden hatte, sei. Die ersten Araber, die ins L'ahd gekommen waren, haben offenbar ' vom Grabe des Rabban Gamäliel kufz als vom Ruheplatz des „Rabban44 .tfosprochen, was man später, da man-den ursprünglichen Sinn des Wortes Rabban nicht mehr kannte, in „Rubin**1 umgewandelt bat. ' Wie 'die -meisten afabiscJhen Feste in den Nadhkrieigsjahren, wurde auch das Fest des Nebi Rubin von der arabischen Gassenjugend m p o 1 i tisc lh e n Demonstra. tionen ausgenützt. Unter Führung arabischer Nationalisten zog die Menge zum Grab des Nebi Rubin unter Rufen: „Ni ede r mi t der Ma n d a t s r e <g ä e -r u n g!44 „Nieder mit den Zionismen!" „Wir woWen ein Parlament!" Die Polizei ließ sie gewähren. . Probepredigt. Heute, den . 12. Oktober wird der UrigarisohrBroder Rabbiner, Herr, Dr. K. Nürnberger, iq. PazmauUentempel eine Probepredigt halten. Der Redner hat im 22. Lebensjahre von Rabbi Jossef Engel in Krakau und von Rabbi Abel Schnür in Tarnow die Hatarah erhalten. Er ist ein Enkel des Rabbi Beer Rades. c h i t z; e r._ ■Tausende Bücherfreunde warten auf eine Ausgabe österreichischer Klassiker. Eine Rundfrage des Guteroberg- Verlag, Christensen & Co., Wien, I., Strauobgass^ 1, hat diese-erfreuliche Tatsache ergeben, per durch seine bHliieii Kfassi'kerausga'ben so schnell populär gewordene Venag hat sich deshalb zur Vorbereitung einer österreichischen K'l'asS'iikerausgabe entschlossen, deren Herausgabe jh die bewährten Hände des bekannten Wiener Utera'rtiistörÜkers Prof. Dr. Edwin ZeHweker gelegt worden ist. Wir empfehr leu das Sonderangebot des Gutenbeftg*Verlages in d6r heutigen Ausgabe unseres Blattes unseren Lesern zur besonderen Beachtung. Man merke sich in aller Kürze: Kraft — WoM* geschmack-—Grafs Suppenwürze. IfHfllHWfflllWMlllllW ieiii wieder üilitk M\M Theater und Kunst. Jüdische Künstlerspiele. Eröffnung und Gastspiel« Wi$ wir bereits gemeldet haben, hat die Leitung der »Jüdischen .Kfinst!6rs pfe 1 e" im Theater Reklame das Mitglied des New Yorker Ben Ami-Theaters S. Iris als Schauspieler und Regisseur eitgaigiert. Unter dessen Leitung und Mit Wirkung wird Freitag, den 12. Oktober, als Eröffnungsvorstellung der neuen Saison die dramatische Legende in vier Bildern „0*> f Z * d 6 k" von A. K a zi z n e, der als Schwiegersohn An-skis dessen „Tag und Nacht'4 vollendet -hat, zur Abführung gelangen. Für diese literarische Vorstellung wurden einige neue Mitglieder verpflichtet. „Ger Zedck" bleibt bis zutm 20. Oktober bei normalen Preisen auf dem Spielplan. Als besondere Attraktion erscheint die berühmte rassisch-jüdische Soubrette und Scliauspielerin Vera K a hjewska, die soeben nach einer Wektournee In Wien eingetroffen ist. An ihrem am 20. Oktober beginnenden Gastspiel flehmen der Heldentenor und OhafakterdarsteMer Paul B r e i tm a n n, ferner die Herren Max B r y n und N. Breitmann teil. Außerdem wurde die jugendliche Soubrette Jenny Seltzer verpflichtet. Durch diese Engagements Ist die Leitung der „Jüdischen Künstlerspieie'* in der Lage, das Programm abwechslungsreich zu gestalten und das zu leisten, was .man von dieser Bühne mit Recht erwarten kann. In den nächsten Tagen werden anstatt der Tische normale" T h e a t e r s e s s e 1 aufgestellt,, so daß von. nun ab die „Jüdischen Künstler&piete44 nach jeder, Richtung hin den Charakter eines Theaters besitzen werden. Jüdisches Künstlerkabarett, IL, Praterstraßc 60. Von Freitag den 12. bis Sonntag den, 14. Oktober „Die neu e n Reiche n44, Lebensbild von A. Markovdc, Musik von J. Rurnsehinsky..----Montag den 15. die Gcsan-gskomödie „M a s e 11 o w44 vOri; B. KornbMht. — Dienstag den iß. und Mittwoch deri 17. „Das Mädchen aus China'4, Gesangs'komödie 'von S. Stiegel, Musiik von B. Perlmutter. — Donnerstag den 18. „Maseltow44. Mitwirkend die Damen C. Urich. B. Rosenberg. C. Bell, S. Weinberg, A. Weismann, 'die Herren L. Jung wir th, S.Urich, A. Bell, D. Nachbar^ E. Friedes. H. Tunis. , illll«= § Sensation! Sensation! Einzig In ihrer Art ist die Papiersäcke Reklame M der Firma ■ ] E. LORENZ, VII., KARL SCHWEIGHOFERG. 4 1 SM, NM* Telephon B-38-6-70' ^MttKfl^j^HHMRMIWfflWi^^ m Abonpt«m«nts wri in—ru%m Im rl«ftt<Mi fm S. Landau, Wien, II.Tandelmarkt9«Mt 13 Zweihtftidertfüafzisnlal »Die riifäänlsobe Chasene". In der Roland-Bühne (Gastspiel der Jüdischen Bühne) wurde Schorrs Komödie „Die rumänische ChaT sene44 zum' zweihundertfünf#gsten Male aulfgeführt und erzielte einen Prömierörterfölg. Die Darsteller, Insbösondere Lora Gl üc-ksmann, Helene Braclawska Und der neue Star Bravianü Ludovic, wurden ungezählte Male vor den Vorhang gerufen und iebhaftest akklamiert. £inen großen Anteil an dem Erfolg hatten auch die Herren Lerescö, Waldberg, Podzamcze und Schorr. — Köimneiide Woche wird aufgeführt: 12. bis 14. Oktöbör: „Die drei Ma tunes", Legende mit Vor- und Nächspiel von J. t: Perez. Mtlaik vbrt Ch. Wolfstbal. 15. Oktober: „D. e r % f ü ft er B ü ch e-r", Komödie mit Gesang in vaer Akten von Schorr (L. Glüclcsmann in der Titelrolle). 16. Oktober: ,X> i e rumänisch«! C h a-; s e n e". 17. Oktober: „B o r g ni i r d e i n W e i b", Komödie von Segall. 18. Oktober: ,,S"u 1 a mi t h", historisches Lebensbild. Beginn täglich 8 Uhr. Volkstümliche Preise von 1 bis 3 Schilling. Palästinensische Kunst In Wien. Der palästinensische, gegenwärtig in Wien arbeitende Bildhauer Möschen Ziffer hat in der Galerie H 01 b e i n, L, Ftaniz Jpsefs- Kai 41, ein Ausstellung von Plastiken und Zeiübnunigen eröffnet* darunter eine Büste und eine Maske von Prof. Dr. P. R Chajes. Oer Jüdische Komponist Wilhelm Groß spielt gemeinsam mit Walter Kaufmann Jazz auf awei Klavieren, darunter auch einige Nummern aus seinem Ballett „Baby in der Bar" mit «faßem Erfolg. Schaloin Alechems berühmter Roman „Irrende Sterne4', defen erster Teil „Komödianten44 ip der „Neuen Welt44 erscheint, wurde soeben Vom russisch-jüdischen SchriftsteMer J. Babel verfilmt. Der Film wird demtJäcbs-t in Europa zur Vorführung gelangen. Eröffnungsvorstellung bei Morris Schwarz. Vorige Woche #ai?id in Mörris Schwarz' New Yorker Kun&tfcbea-ter die ETÖffnungsvorsteHunig „K \ d d u s c h Haschern44 (Glaubensmartyriium) für die Presse statt. Der dramatisch© Bearbeitet hj^Jt sich In allen 14 Bildern mehr an die lyrischen als an die dramatischen Elemente. Sehr getobt wjtd die Musik Josef Achrons, die sehr viel Neues bringt und durch, ihre dynamischen Feinheiten überwältigend wirkt. Literatur und Theater In Palästina, Die beiden Theater „Habima44 und „Obel44 greifen in Aosgestaltumg fbres Repertoires auf die Jiddische Literatur zurück. Habima bereitet gegenwärtig Sohalotn Alechems Komödie „Der Seihst*'4 In der Uebersetzun« von J. D» Berköwits vor. Ein Jüdisches Studio in Wien. Wie wir erfahren, ist die Gründung eines jüdischen Theaterstudios im Gange, welches sich, zum Ziele gesetzt hat, mit jungen, enthusiastischen Kräften ein neues Ensemble zu schaffen und die großen Werke der jiddischen Literatur zur Aufführang *i t»rin*en. Den Stwüo wurde das Theater der J flditchaa OTTO KASBMIt Künstlerspiele44 als Probebühne zur Verfügung gestellt Die Teilnahme der Juden an der Entwicklung der Operette. In der Schrift „Vom Wesen und Wert der Operette (Sammlung „Die Musik*, C. F. W. Siegels Verlag, Leipzig) beschäftigt sieb der Autor Artur Neisse r mit dem Anteil, den die jüdischen Komponisten an der Entwicklung der Operette haben. Im Vordergründe steht Jacques Offenbach als Meister des Rhythmus, ihm folgt die lange Reihe der Wiener Komponisten, welche die sogenannte moderne Wiener Operette geschaffen haben, und zwar Oskar St raus, Leo Fall, E. Eysler, E. Kaiman, wobei auch das Libretto berücksichtigt wird; Im ganzen und größen wird klar, daß der Hauptanteü an der Verfeinerung der neuen Operette den Juden und Franzosen (abgesehen von Lehar und Nedbal) zukommt Dr. Sohmaria Levln, der zurzeit in New Yorf« lebt, hat soeben seine Memoiren vollendet, die im New Yorker „Vorwärts" erscheinen werden. Jüdisches Staatstheater in der Ukraine. Die Regisseure N ö r w i d und M a r g u 1 i n haben den Auftrag zur Reorganisation des jüdischen Stadt-theaters erhalten. Die musikalische Leitung wurde dem bekannten Komponisten Ml Ine r übertragen. In Vorbereitung befinden sich „Amerikanische Götter4' nach Upton Sinclair und „Ein besserer Herr44 nach Walter Hasenclever. Das Moskauer Jüdische Akademietheater unter Leitung Alexis Granowskys absolviert gegenwärtig in Berlin ein Gastspiel, wobei in Wien nicht gesehene Stücke, wie d.ie rnnsikaliscbe Komödie „Trouhadec4* von Jules Romain, „Die Nacht auf dem alten Markt", chassidisches Mysterium nach J. L. Peretz und die musikalische Komödie JEin Luftmensch'4 mm Aufführung gelangen. . mmmmmmmmmmmm^mm Amtliche Mtteilungen der isr. Kidtusgemeinde. Interpretation des § 12, lit b der Wahlordnung, Der Präsident Professor Dr. Pick hat auf eine Anfrage, betreffend die im § 12 b der Wahlordnung erit!h#tene Bestimmung: „Die Vorschläge müssen von wenigstens 1Ö0 Wahlberechtigten und den ..Vorgeschlagenen unterzeichnet seih" auf Grund des § 29 der Wahlordnung folgende Erläuterung bekanntgegeben: Die für die Wahl als Mitglieder des K-itltusvorstandes Vorgeschlagenen dürfen' unter diie „wenigstens 100 Wahlberechtagten'4, von welchen däe Vorschläge unterzeichnet sein müssen, nicht ean-gereebmet werden. ' Diese Erläuterung beruh* auf der Erwägmng, daß. die ausdrückliche;- Hitizufügnng . der Worte „und den Vorgeschlagenen'4 zu den Worten ' „von wenigstens ■; 10p Wahlberechtigten44 nu-r dann „ein^ii^'S^,.,^ wenn diie WäMvor- Schläge außer Von den Vorgeschlagenen von noch wenigstens 100 Wahlberechtigten urnifefzeichnet werden. Dagegen können die für dfe Wahl äis Vertrauensmänner (§ 30 der Wählordnumg) Vorgeschlagenen die Waiblyorschläige ihrer Wäbtefgrüppe gültig u<nterzeichnen, dies in der Erwägung, daß, während für die Wahl des Koütusvorstandes das Gesamtgebiet von Wien einen einzigen Wahlkreis bildet, dieses Gebiet für die Wahl der Vertrauensmänner iri;' zehn WaiW-kreise eingeteilt ist, so daß -in diesem Faie die Sachlage eine andere ist als -bei der Wahl der M5<tjgJieder des Kultus Vorstandes. Israelitische Kaltusgemetade Wien, % 3874 ex 1928. Wien, 2. Oktober!928. Kttttdin^chnns. J>ic EhTsebreibungen in die Bibelschuilie IL, Re-mb-r.andtstraße 32, finden für das Schulijaiür 1928-29 von 3>is 4 Uhr uadimitta.gs, Sonn ta«, den 14. Oktober 1928, von 10 bis 12 Utbr vör mittags, im Scbullokaile statt. Der Unterricht ist unentgeltlich. Der Vorstand. # ' Israelitische KuHusgememde Wien. Z, 6857 ex 1938. Wien, im Oktober 1928. Jugend-Gottesdienst 's . fUT Volks-, Bürger-, Haupt, und Mittelschüler (Schülerinnen) im L Halbjahr des Schuljahres 1928-29. Bez. Synagoge I. Seitenstettengasse 4; M. Tempelgasie 3 III. Untere Viadiuktga-sse 13 V. Siebenbrunnen.gasse 1 a VI. SchiinaJizhofgasse 3 VIII. Neudeggergasse 12 IX. MtiUnengaisse?1 . X. Humboldtgasse 27 XML Penzingersbraße 132 XV. Turnergässe 22 XVI. Hubergasse 8 XVttl. Sc^opeiüi^aemraBe 39 XIX, Dollinergasse 3 XX, Kiucky^asse 11 XXI, HoJijmeistergasöe 12 Der Vorstand der Israelischen. Knltusgemeinde Wien. Israelitischer Jugeudgottesdlcnst Samstag, 13. OktttSSut3 wd1" ffiff£>lua^s' JügeiKt^Qtte&dieos': in ^m < Sabbat ■ «> •S h§ 1 sl 5 ~ j£q s •Stvf u. vi.. 5* « o^l» ^ft;la* § O «Q t\j Beg*t»n D •o