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Die neue Welt · 1928-10-12 · Heft 56 (12.10.1928) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 56 (12.10.1928)
Date
1928-10-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 56 m—t tt 44 IH tlflBAI t.AOLIRQASSIS II WICSII ii ki ppAiiRQASfteas Telephon 7S-4-90 Sprechapnarate jeder Art, sowie sämtliche JU41t<h«n und h«brtllg<h«n Schallplatte!» In reichster Auswahl stets auf Lager PROVINZVEPSAND PROVINZVBRSAND' lamentklubs Abg. Hartglas die Konferenz. Einen Bericht über die Lage der Kreditgenossenschaften erstattete Ing. Szaszkes. Die auf der Konferenz vertretenen 108 Genossenschaften repräsentieren 36.000 Mitglieder, davon 12.000 Handwerker, 15.000 Kleinhändler, 4000 aufleute, 1000 Angehörige freier Berufe, 300 Landwirte und 2500 Angehörige verschiedener Berufe. Diese Institutionen verfügen Ober 2,500.000 Zloty eigenes Kapital, 4 Millionen Zloty Depositen, 2,500.000 Zloty Kredite der zentralen Genossenschaftsbank und eine Million Zloty Regierungskredite. Im ersten Halbjahr 1928 haben diese 108 Genossenschaften Kredite an Darlehenswerber in der Höhe von 30 Millionen Zloty gewährt. Die staatliche Wirtschaftsbank tut nichts für die jüdischen Genossenschaften. Eine Ritualmordaffäre in Amerika. Ein Mädchen verschwunden nnd wieder aufgefunden. — Louis Marshall fordert vom Bürgermeister öffentliche Entschuldigung. Aus New York, 3. Oktober, meldet J. T. A.: Das 5000 Einwohner zählende Städtchen Masse na im Staate New York, das am St. Lorenzostrom in der Nähe der kana disöhen Grenze Hegt, war dieser Tage der Schauplatz eines RÄtiratonordturnults, wie er bisher mit in rückschrittlichen Gegenden Osteuropas möglich war. Zwei Tage vor Jörn Kippur war das vierjährige christliche Mädchen Barbara G.riffit'h aus Massena verschwunden. Sofort verbreitete sie* das Gerücht, daß die Juden das Kind geraubt haben, um an ihm einen Ritualmord zu begehen. Die neunzehn jüdischen Familien der Stadt verlebten zwei Tage in Schrecken, ihr Leben war bedroht. Der Bürgermeister und die Polizei von Massena gaben d&ra. Geröcffot noch Nahrung, als sie den Rabbiner des Ortes ins Pottzeiamt Juden und ihn befragten, ob es wahr sei, daß Juden in Europa Menschenopfer für ihre heiligen Feste brauchen. ■ Der Rabbiner protestierte voller Eratrüsttog gegen dte Stelhwig einer solchen Frage. - Am nächsten Tag wurde das vermißte Kind im Waldin der Näihe der Stadt geiunden; es sagte ans, daß es sich verirrt habe und dann eingeschlafen sei. Der Bürgermeister und der PolizeiikorporaJ haben steh bei der jüdischen. Gemeinde von Massena entschuldigt, die Gemeinde weigerte sich aber, die EntscbuJ* digurog en'tgegenziuinetbmen. Sie übergab die Angelegenheit zur Weiteren Verfolgung Herrn Louis M a r s h a 11, sandte ein . Schreiben an den Bürgermeister . von Massena und forderte ihn auf, sich in aller Oeffentlichkeit wegen der Beleidigung und Kränkung der jüdischen Einwohner seiner Stadt. . zu entschuldigen oder zurückzutreten. Sollte er weder das eine noch das andere tun, so werde er, ManshaiH, beim New Yorker Obersten Gericht beantragen, gegen den Bürgermeister ein Verfahren : zur Amtsenthebung zu /beantragen. Die Hetze in Deutschland. Der Mord in Eitcrield. Aus Berlin berichtet die J. T. A.: In letzter Zeit mehren «ich die Fälle, m denen völkische Zeitschriften und rechtsstehende Blätter tinaufgeklärte Mordfäile und vor atöem Sexualverbrechen daau benützen, um Ritualmordgerüchte auszustreuen, so auch anläßlich des Mordes an einem vier jährigen Mädchen anfangs September d. J. in EiterfeJd bei Hanau. Kurz nach Bekamt*werden dteses Mordes schrieb der völkische „Frankfurter Beobachter" am 2. September 1928: ,„ . . Im Kreis Fulda Wegen drei Ortschaften, Rhina, Burgham« und Eiterfeld, in denen fast die ganze Bevölkerung sich aus Juden zusammensetzt . . . Was bat min die jüdische Bevölkerung von Eiterfeld für ein Interesse daran, daß der Mord nicht aufgeklärt wird? Wir behaupten nickt, daß es sich hier um einen Ritualmord bandelt. Aber die amtlichen Stetten sollten sowas nicht als Märchen betrachten, sondern den Fall einmal von diesem Gesichtspunkt aus betrachten. Wer Bs **S IT M A R<( $oc,e,i i|af,ana di mm Sarvlxl NarUtlml u mmmmmimmmmmm* Itt wöchentlich mit den Luxusdampfern Iii und ff Rcoaimgßlg« llilinUa nach Palästina, arlachanfand, Konstant laopal Rundfahrt«» Im Mittalm«** Billige Sommerfahrten Auskünfte: .Sitow, I. Karntaerring 18 (Ecke Schwaizenbergplatz) Telephon 55009 sind die, die da bei der Untersuchung Schwierigkeiten machen? Sind es Juden? . . ." Die Pressestelle des Oberstaatsanwaltes in Hanau hat nun einer großen Anzahl von Zeitungen des dortigen Bezirkes' folgende Berichtigung zugehen lassen: „Zu dem Lustmord am einem vierjährigen Mädchen in Eiterfeld. Gegenüber Erörterungen im „Frankfurter Beobachter" teilt der Oberstaatsanwalt in Hanau mit, daß nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen, insbesondere der Leichenöffnung, die Tat aus geschlechtlichen Beweggründen begangen und der Tod durch Erwürgen eingetreten ist, so daß zweifellos Lustmord vorliegt." Die Sehächtgegner, Ein Hamburger Kommunist will ein Schächtverbot; In der Hamburger Bürgerschaft richtete der Kommunist Hütt mann die Anfrage an den. Senat, ob derselbe gewillt sei,, beim Reich ein allgemeines Schächtverbot, zu beantragen. Der Senat hat hierauf erwidert, daß er hiezu nicht bereit sei. Die elektrische Tötung;. Im Elberfelder Rathaus fand dieser Tage die Jahresversammlung des Verbandes rheinisch-westfä!lischer Tierschutz v e r e ine statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage des Schächtens. Der Kölner Schlachthof direkter, Veterinär rat Dr. Bühle r, der zugleich Vorsitzender des V^rbandsausschusses des deutschen Tierschutzverbändes für die humane TiertÖtürig ist, berichtete über die im Schlachthof zu Köln vorgenommenen Versuche der e 1 ektrischen Sch 1 achtviehbetäubung. Die Versuche, die in Gegenwart von Vertretern der israelitischen Gemeinde Kölns - vorgenommen j worden seien, hätten den Weg gezeigt, so führte der Vortragende aus, zu einer beide Teile befriedigenden Lösung der Frage des Schächtens und darüber hinaus auch ganz aligemein zu humaneren Formen der Tötung der Tiere. Bekanntlich ist die Haltung der jüdischen religiösen Autoritäten in der Frage der .elektrischen Betäubung der Schächttiere noch nicht geklärt. Bei den elektromagnetischen Betäubungsversuchen handelt es sich um einen Bolzenschußapparat, der elektrisch in den Schädel hineingetrieben und magnetisch herausgezogen wird. Erste Palästingreise 5689. 13. März bis 9. April 1929. Die Vorbereitungen für die vom Verbände radikaler ZSonisten und der Vereinigung demokratischer Zionistinnen gemeinsam mit dem Wiener Palestine Touring Club veranstaltete Palästinareise sind beendet. Die Reiseleitung hat für erstklassige Unterkünfte sowohl in Palästina als auch In Aegypten Vorsorge getroffen und die erforderlichen Abschlüsse bereits getätigt, Der Reiseverkehr im Lande wird von der bestrenommierten AutoUnternehmung besorgt und es wurde besonderes Gewicht darauf gelegt, daß gut ausgebildete jüdische Chauffeure verwendet werden. Die Veranstalter sind bemüht; die Wünsche der Reiseteilnehmer nach Möglichkeit zu berücksichtigen und nehmen schon jetzt die Zuteilung der Kabinen an diejenigen Reiseteünehmer vor, welche ich definitiv für die Reise angemeldet und das dem zur Versendung gelangten Prospekte angeheftete offizielle Anmeldungsformular entsprechend ausgefüllt an die Reiseleitung übermittelt und die Anzahlung geleistet haben. Es empfiehlt sich daher, daß alle diejenigen, welche im Besitze des Prospektes sind, das Anmeldungsiformular ehestens an das Sekretariat der Reiseleitung der I. Palästinareise (Frau Berta Taubes, Wien, II., Böckhnstraße 92) einschicken sollen. Ueber Verlangen werden Posterlagscheine zur Verfügung gestellt und Prospekte kostenlos zugesandt. Auskünfte werden auch auf telephonischem Wege durch Frau Paula Stricker. Telephon Nr. R-45-6-89, und Frau Berta T a u b e s, Telephon Nr. R-43-9-19, erteiglt. Denket an den Winter und decket euren Kohlenbedarf schon jetzt bei der bestrenommierten Firma M, Bart« feld. Wien, II., SebasUan-Kneipp-Gasse 3. (Siehe auch Inserat Seite 7.) fi HU MARXER GA S S E»30-32 Tele p h 6 h 4: .0 0-5-6 7 u n d 9 5 - 9 - 3 8 VI.MARIAH I LP ER STR. 4 9 ,-\ .■• Teieph. ö-rx >: 1121. Verlan cf'e n S:(-r''P Y b s p e k t e*'' Die Wahlen in den Vorstand der Kultusgemeinde. Oer Wahlaufruf des zionistischen Zentralwahlkomitees. Das Zionistische Zentralwahlkomitee erläßt folgenden Aufruf: Die Wiener Kultusgemeinde als gesetzlich anerkannte, öffentlich-rechtliche Zusammenfassung der jüdischen Einwohnerschaft Wiens hat in ihrem Bereich alle Aufgaben zu erfüllen, die sich aus der besonderen religiösen, national-kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Eigenart der jüdischen Bevölkerung ergeben. (Jüdische Volksgemeinde.) Der untrennbare Zusammenhang mit der Juden« heit der ganzen Welt macht es der Gemeinde zur Pflicht, an der Wiederaufrichtung und Erhaltung des jüdischen Volkes, sowie an dem Aufbau der nationalen Heimstätte in Erez Israel tätigen Anteil zu nehmen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben streben wir an: 1. Die Vereinigung aller rvultusgemeinden Oesterreichs zu einem mit Rechtspersönlichkeit ausgestatteten Gemeindebund. 2. Die Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes für alle Gemeindeangehörigen ohne Unterschied des Geschlechtes und ohne Rücksicht auf Staatsangehörigkeit und Steuerleistung sowie die Aufhebung der bestehenden Beschränkungen der Wählbarkeit. 3. Die Wahrnehmung der nach den Verfassungsgesetzen den Juden als Gesamtheit gewährleisteten bürgerlichen Rechte. 4. Die Vervollständigung der Gemeindeeinrichtüngen und Anstalten für rituelle, kulturelle, Unterrichts- und Fürsorgezwecke durch Ausbau und zeitgemäße Reform der bestehenden sowie Schaffung gebotener neuer Institutionen. 5. Die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Wohlfahrt der jüdischen Bevölkerung. 6. Die Anteilnahme an allen die gesamte Jndenheit betreffenden Angelegenheiten. Ad 1. Durch den organischen Zusammenschluß der österreichischen Kulrusgemeinden zu einem Gemeindebund soll nach dem Beispiel der Nachbarländer (Tschechoslowakische Republik und Deutschland) eine gemeinsame Vertretung der Judenschaft der österreichischen Republik geschaffen werden. Dem Gemeindebund,' als der gesetzmäßigen Repräsentanz der jüdischen Einwohnerschaft Oesterreichs, sollen als Aufgaben zugewiesen werden: Die Vertretung der österreichischen Judensohatöt in allen gemeinsamen Angelegenheiten nach außenhin, die Mitwirkung bei der Vorbereitung von Gesetzen und Verordnungen, welche jüdische Gesamtinteressen betreffen, die Schaffung, Erhaltung und Unterstützung von gemeinsamen Einrichtungen und Anstalten, insbesondere solcher zur JEDE DAME sollte das VII. 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