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Die neue Welt · 1928-09-28 · Heft 54 (28.9.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 54 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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jy«. Nr. 54 DIE NEUE WELT Seite T LLOYD TR IE STIKO Direkte Linie TRIEST-JAFFA und retour Abfahrten jeden zweiten Donnerstag 8 Uhr abends. Fahrtdauer unter Berührung von Btindtsl bloß 5y, Tage. — Fahrpreise: I. Kl. Lst. 22.-.-, II. Kl Lst 15.-.-, III Kl. Lst. 5.—.— Inklusive Kabine und Vetpflegung C/inluzlm besondere JErmttsstgung Eine Fahrt Trlest - Jaffa-Haifa und zurück kostet in der Hl. Klasse Inklusive Kabine und Verpflegung bloB österr. Seh. 343'- Famiiien erhalten überdies noch eine 10-, beziehungsweise 15%Ige ErmäßigungI Auskünfte: LloydTriestinofWien,I.,Kärntnerring6 Telephon U-46-0-B3—U-46-0-S5 des Täuflings Levy Brief, wird die Verheißung der Weisen des Talmuds in Erfüllung gehen, wonach in den Zeiten des Messias die Juden die Reichtümer aller Völker der Welt unter Schloß und Riegel halten würden!! Nach dieser „Demaskierung" des Judentums und seiner geheimen Ziele schreitet der Gelehrte Sallust an die Charakteristik Heinrich Heines als Revolutionär und Verräter seines Vaterlandes, der schließlich aus Deutschland flüchten mußte. Der Tag, an dem Heinrich Heine nach Frankreich flüchten mußte, der 1. Mai 1831, ist so der Feiertag des Weitproletariats geworden. Soweit die bisherigen Ausführungen Sallusts in der Pariser Zeitschrift. Die ersten Fortsetzungen sind vielverheißend. Wer weiß, welche herrliche Entdeckungen dieser neue „Forscher" noch machen wird und ob" es ihm gelingen wird, seine Vorläufer, die Fabrikanten der „Protokolle der Weisen von Zion" zu schlagen. Was Hub ermann Für das Gehör, Ist für den Gaumen Huber — Li'kör. Der Budapester Stadtrat gegen den Numerus clausus. In der letzten Sitzung des Budapester Gemeindeausschusses beantragte der demokratische Stadtverordnete Abgeordneter Pakots, der Gemeindeausschuß möge an die Regierung mit dem Ersuchen herantreten, daß alle Budapester Hörer ohne Unterschied der Konfession Aufnahme finden und die bei den letzten Einschreibungen Zurückgewiesenen nachträglich aufgenommen werden. Der Antrag wurde, nachdem die christliche Wolff-Partei den Saal verlassen hatte, einstimmig angenommen. Sie sind aufrichtig. Aus Budapest wird uns geschrieben: „Pesti N a p 1 o" schreibt in einer „Seien wir aufrichtig" betitelten. Notiz folgendes: „Eine schwere, unverzeihliche Verletzung wurde nicht allein dem Magyarentum, sondern auch der Freiheit des Geistes der ganzen Welt durch die tschechoslowakische Verordnung zugefügt, die den Hochschulen verbietet, die Diplome der magyarischen Universitäten zu nostrifizieren. Diese „Kulturpolitik" des Hasses muß jeder ruhig denkende Mensch verurteilen, denn sie ist ein Schlag ins Gesicht des Minorrtätenschutzprinzips, der Moral, der Wilsonschen Punkte, der Gedankenfreiheit, sie ist eine Verleugnung jeder moralischen Grundlage, deren falschen Auslegung die tschechoslowakische Republik ihre Existenz verdankt. Seien wir aufrichtig. Uns Magyaren tut es doppelt leid, daß Ungarn die propagandistische Kraft dieser brutalen Verordnung nicht ausnützen kann, daß Ungarn der Welt nicht entsprechend 2eigen kann, wie die Tschechoslowakei das Prinzip der Freiheit des Studiums auslegt. Denn die Tschechoslowakei boykottiert zwar die magyarischen Universitäten, doch gewährt sie jedem ihrer Staatsbürger, also auch den magyarischen Minoritäten, die Möglichkeit des Studiums auf tschechoslowakischen oder ausländischen, jedoch nichtmagyarischen Hochschulen. Ungarn verschließt demgegenüber nicht nur vor einer Minorität, sondern vor einem Teil der eigenen Kinder die Pforten der Hochschulen, und wir wissen auch, mit welch großen Schwierigkeiten die Nostrifizierung eines im Ausland erworbenem Diploms an einer der magyarischen Universitäten erreicht werden kann. Seien wir aufrichtig. So lange in Ungarn der Numerus clausus in Gültigkeit ist, kann Ungarn nicht die würdige Antwort auf das schändliche Vorgehen der tschechoslowakischen Hochschulen erteilen." Sie sind aufrichtig, indem sie zugeben, daß auch in Ungarn ausländische Diplome nostrifiziert werden müssen, daß sie nicht nur fremde, sondern sogar eigene Staatsbürger von den eigenen Schulen ausschließen, so daß ihrer zu hunderten die Gastfreundschaft auswärtiger Lehrstätten in Anspruch nehmen, die ihnen liberal geöffnet sind. Aber sie sind doch1 nicht aufrichtig genug, zu sagen, wem sie diese Repressalien Ttfdanktn Der israelitische Religionsunterricht im neuen staatl. Lehrplan. Von Oberlehrer Julius Stelner, Graz. Das österreichische Bundesministcriuni veröffentlichte vor kurzem in der „Volkserzichung Nr. 45" die Lehrpläne für die Haupt- und Mittelschulen, darunter auch den Lehrplan für den israelitischen Religionsunterricht. Dieser wunde gemäß § 5 des Reichsvolksschulgesetzes von den zuständigen Behörden, das sind .in diesem Falle die Vorstände der israelitischen K u 11 n s g c m e i n d e, festgesetzt. Es wird die jüdische Oeffentlichkeit interessieren, welcher Lehrstoff aus der jüdischen Religionslehrc von den Vorständen der israelitischen Kultusgemeinde vorgeschrieben wurde. Die zuständige Behörde wäre eigentlich der Gerne i nd e bu nd, der nach Anhörung von Fachleuten einen für das ganze Bundesgebiet gültigen Lehtplan hätte verfassen müssen. Aber bei der Desorganisation der österreichischen Juden, die sich auch bei dieser Gelegenheit in krasser Weise offenbarte, ist os nicht zu verwundern, daß ein Produkt zustande kam, das weder das Ansehen des Judentums in den Augen d>cr Unterrichtsbehörden zu heben vermag, noch, was für uns das Wichtigere ist, dem Bedürfnisse der jüdischen Jugend im mindesten Maße entsprechen kann. Als Lehrziel wird festgesetzt: ,,Dcr Unterricht in der israelitischen Religionslehre hat die Aufgabe, die Jugend r <e 1 i g i ö s-s <i 111 i c h zu erziehen und zur Teilnahme am religiösen Leben der israelitischen R c 1 i g i o n sg e m e i n sc h af t zu befähige n. Diesem Ziele dienen nachstehende Uutierrichtsaufgaben: 1. Der Unterricht in biblischer und nachbiblischer Geschichte soll die äußere und innere Geschichte des Judentums und seine Literatur im Zusammenhang mit der Weltgeschichte behandeln. — 2. Der Unterricht im Hebräischen soll in das Verständnis der Bibel imd des Gebetbuches einführen und zur Teilnahme am öffentlichen Gottesdienste befähigen. — 3. Der Unterricht in der Religionslehre, der sowohl in systematischer Form, als auch im Anschluß an den Unterricht in der Geschichte und im hebräischen Lesen erteilt wird, soll die Grundgedanken des Judentums, den Gottesbegriff, die Lehren von der sittlichen Bestimmung des Menschen und der Menschheit und die sittlichen Pflichten des Menschen entwickeln." Schon beim bloßen Lesen erscheinen diese Sätze matt, leer, phrasenhaft. Sie rühren nicht mit einem Worte an die lebensvolle Entwicklung, die das Judentum genommen hat und die allein imstande wäre, in der jüdischen II.Taborstraße 8 :: Tel.42-3-41 Uraufführung! R'chard Elchbergs Meisterwerk Jie teibripett" nach dem Schauspiel v«DiQ Dänische!fs" von Pierre Newsky, mit Heirich George und Mona Maris Beginn : 726, 7<8 und 9 Uhr Jugend Diebe, Begeisterung .und Stolz zu wecken. Einer kritischen Betrachtung kann dieser Lehrzielplan nicht standhalten. Die sittlich-religiöse Erziehung wird schon im § 1 des Reichsvolksschulgesetzes im allgemeinen und für alle Schüler gefordert, ist somit hier überflüssig und als Lehrziel eines Religionsunterrichtes überhaupt selbstverständlich. Sie ist auch weder im Lehrzielplan des •katholischen noch des evangelischen Religionsunterrichtes enthalten. Will man diese Forderung, die aui Jahrzehnte hinaus den Bildungsweg der gesamten jüdischen Jugend bestimmen wird — denn das Lehrziel der Mittelschule ist gleichlautend mit dem der Hauptschule — ins richtige Licht stellen und richtig würdigen, so muß man sich dessen bewußt werden, * daß der israelitische Religionsunterricht den übrigen Unterrichtsgebieten gleichsam das Gegengewicht halten soll. Nach den grundsätzlichen Bestimmungen, die den Lehrplänen vorangehen, hat unter anderem die Hauptschule die Schüler im nationalen Sinne zu erziehen, sie mit heimischer Sitte und heimischem Brauch vertraut zu machen. In der Mittelschule ist der nationalen Erziehung noch mehr Raum gelassen, denn sie soll den einzelnen zum bewußten Glied e der Kulturgemeinschaft seines Volkes ausbilden und in den Schülern das Bewußtsein von der IM I KOHLE* KOKS I i ANTHRACIT | BESTER MARKEN LIEFERT KONKURRENZLOS | | Firma Bäsch, IV., Argentinierstraße 22 | 1 Telephon : U-41-2 87, U-46 403 | 1 Rabattsektion des K EU EN KAJEMETH § : FREUDENAUER RENNPLATZ ■ ■ J Sonntag, 30. Sept , 4 Uhr nachm Schauflüge unter Beteiligung des Todeskampf mit 2 Aeropianen ■ ■ DerMannmitdemPanzferkopf ■ schiesst Ekrasllpalronen aus dem Munde! S Mitwirkend: Chefpilot Franz Zuzmann, Eduard Kun u. a. Größe und dem Werte ihres Volkes wecken. Die Forderung nach nationaler Erziehung wird noch im .besonderen bei den einzelnen Fächern, wie deutsche Sprache, Geschichte, hervorgehoben. Diese Bestrebung entspricht den Grundsätzen der Schulreform, nach denen das gesamte Unterrichtsweseii Oesterreichs umgestaltet wurde. Sie ist in der Eigenart, im Erleben, in den Erfahrungen. In der Bodenständigkcit der Kinder begründet. Dem jüdischen Kinde fehlen diese Voraussetzungen für die Bestrebung der Schule nach nationaler Erziehung, sie entspricht nicht seiner Eigenart und seinem Erleben. Es sieht sich in einen Zwic-> spalt. versetzt, zwischen dem, was ihm geboten wird, und dem, was sein Inneres verlangt. Es durchlebt eine seelische Not. Die einzige Zuflucht, wo es Hilfe und Stütze suchen und finden könne, sollte ihm der jüdische Lehrer im Religionsunterrichte bieten. Dieser soll alle schweren Konflikte lösen, die schädlichen Einflüsse paralysieren, andererseits positive Werte darbieten. Deshalb muß das Postulat der nationalen E r z i e h u n g auch für jüdi sehte Schüler Geltung haben. All dem, was an Nationalem foi den übrigen Unterrichtsfächern geboten wird, müßte jüdisches Volksgut, Sitte, Brauch, Heimat, Geschichte, Sprache, Kultur entgegengehalten werden. Dies kann heute nur im Religionsunterrichte erfolgen, aber der Lehrplan spricht nur von Erziehung zur Befähigung, am religiösen Leben der israelitischen Religionsgemeinschaft teilnehmen zu können. Aus der Gegenüberstellung der beiden Forderungen ist ersichtlich, wie f r e m d die Autoren des Lehrplanes der j ü d'i s c h e 11 Jugend gegenüberstehen. Um Mißverständnissen oder 'böswilligen Entstellungen' vorzubeugen, sei hier vermerkt, daß die zitierte Zielsetzung nicht herabgewürdigt werden soll. Sie ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Erziehung. Aber sie bietet nur einen Teil, nicht ein ganzes Erziehungs« wenk. Schon die erwähnten allgemeinen Bestimmungen hätten als Wegweiser dienen müssen, auf welche Bahnen der Lehrplan des israelitischen Religionsunterrichtes zu lenken ist. Im allgemeinen. Teile wäre programmatisch zu erklären gewesen, daß die jüdische Jugend, ' angeeifert durch das Beispiel der Ahnen, das ihr in der Geschichte vorgeführt wird, zäun werktätigen Gliede des jüdischen Volkes erzogen werden soll. Sie muß sich der Schicksalgemeinschaft aller Juden bewußt werden. Der Zusammenhang mit Palästina, der uralten Heimat des jüdischen Volkes, muß hergestellt, und lebendig erhalten werden. Die jüdische Tradition soll geschätzt und gesiegt werden. Bei den detaillierten Unterrichtsaufgaben hätte mau ml das speziell Jüdische jedes Ortes hinweisen sollen, auf Altertümer, älteste Ansiedlungen, Denkmäler, hervorragende Männer. Im Hebräischunterrichte fehlt neben der Einführung in Bibel und Gebetbuch die Betonung der Bedeutung des Hebräischen als wiedererstandene Volkssprache. Auf der Oberstufe der Mittelschule müßten die Schüler angehalten werden, Vorträge über jüdische Themen zu halten, um sie zur Benützung der Literatur und zum Selbstdenken anzuregen. Kann aber dieses und noch anderes, was anzuführen wäre, was jedoch über den Rahmen dieses Aufsatzes hinausgehen w^ürde, vou einem Lehrplane erwartet werden, der ängstlich da« Wort „jüdisch" oder „Judentum" vermeidet? Wahrlich, die Schulbehörde und dsie pädagogischen Kreise, die den Lehrplan aus der Verordnung des Bundes- Ministeriums nun kennen, müssen annehmen, daß wir Juden die schulreformatorischen Bestrebungen unserer Zeit nicht verstehen oder daß wir unserer Jugend nicht« zu bieten haben. Beides ist gefehlt. Versagt hat nur die Behörde, die für die Verfassung des Lehrplanes verantwortlich ist. Ein Trost bleibt noch, daß es auf den Religionslehrer ankommt, wie er den Unterricht gestaltet. Ist er sich der Wichtigkeit seines Berufes bewußt, erfüllt ihn di© opferwillige Hingabe an seine schwere Aufgabe, fühlt er Zu« nelgung und Liebe zur jüdischen Jugend, dann kamt er trotz des vorgeschriebenen Lehrplanes segensreich wir« ken. Die Religionsstuwden werden dann zu Lehrstunden des lebenden Judentums, sie werden m Feier- und Wethei t

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