Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 54 (28.9.1928)
- Date
- 1928-09-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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r Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 84 zeit einen jüdischen Jüngling namens Adolf Wolf heiratete. , Dem Verlassenschaftsgericht war es lange nicht möglich, Emma Majer ausfindig zu machen. Durch einen Zufall wurde festgestellt,, wo sie in Warschau wohnt. Ein Beamter wurde nach Warschau entsendet. Bald darauf begab sich Emma Wolf nach Budapest, mit den nötigen Ausweispapieren versehen, um die halbe Million Pfund Sterling und den reichen Schmuck der verstorbenen Schwester in Empfang zu nehmen. Prüfungskommission für jüdische Religionslehrer. Der Minister für Kultus und Unterricht hat eine Prüfungskommission für jüdische Religionslehrer bestellt. Der Sitz ist Lemberg. Zum Vorsitzenden wurde der Regierungskommissär der Lemberger Kultüsgemeinde Prof. Dr. Allerhand, zum Stellvertreter der Präsident der Krakauer Gemeinde Dr. Rafael Landau ernannt. Zu Prüfungskommissären wurden bestimmt: die Rabbiner Dr. T h o n, Krakau; Dr. G ntma n, Dr. Freund, Lemberg; sowie Dr. Geyer, Lemberg. An den Prüfungen wird ein Delegierter des Ministeriums für Kultus und Unterricht teilnehmen. Jüdinnen, Hakenkreuzler, Flirt und Prügel. Zu einem van uns 'bereits getnddeten Falle antisemitischer Roheit schreibt das Leipziger „Jüdische Voflksblatt": „Eine Horde von Haikenkreuzietn hat in Düsseldorfvier jüdische Damen und Herren schwer mißhandelt. Die "besondere - Gemeinheit der Hakenkretizflerstrolche bestand darin, daß sie in ein e r Wi-<r tscha f t ' zunächst mit den Damen tanzten, dann aber über sie herfielen und sie verprügelten. Sie wollten „d i e Juden das Laufen lehren" und „einem Juden einmal die Fresse polieren" — was sie so besorgten, daß das Gericht, dem sie zugeführt wurden,; die Tat als „brutal, feige und gemein" bezeichnete. Trotzdem wurden ihnen -mindernde Umstände zugebilligt; sie kamen mit 200 Mark Geldstrafe davon. Die mildernden Umstände bestanden darin, daß das . Gericht annahm, daß es sich um eine Tat aus politischen Motiven handle, die im Hinblick auf die Amnestie „in milderndem Lichte zu sehen" .sei. Das ist ein offenkundiger .Mißbrauch der Amnestie, ein Freibrief für jede Gemeinheit und feige .Brutalität. Dieses Gerichtsurteil verkehrt den Sinn der Amnestie in sein Gegenteil. Die Amnestie soll einen Schlußstrich, ziehen unter das, was gewesen ist, aber nicht für die Zfokunft eine, laxe Rechtsauffassuuig geenöber dem politischen Banditentum einleiten. Es ist nötig, daß dieses Urteil und diese mildernden Umstände in zweiter Instäniz nachgeprüft werden." Das „Jüdische Volksblatt" gibf-s dem Richter tüchtig und hat recht. Aber wäre nicht auch ein Wort an diese „vier jüdischen Damen und Hefren" zu richten? Wie ist es zur Tanzerei mit den hakenkreuizlerisehen Banditen gekommen? Haben die „jüdischen Damen" ihre Tänzer näher gekannt? Dann mußten sie wissen, wes Geistes Kind ihre Kavaliere sind. Haben sie es dann als besondere Ehre und besonderen Genuß angestrebt, von antisemitischen Lümmeln herumgedreht und herumgequetscht zu werden, dann haben sie die Prügel reichlich verdient. Waren ihnen die Männer nicht bekannt,-halben sie sich zu Hause tüchtig angestrichen und ausgezogen, um sich draußen an fremdes Märiiiervolk heranzumachen, so ist das vielleicht dem Zeitgeiste entsprechend, aber weder jüdisch noch „damenhaft" und sie haben das Risiko zu tragen. Da gibt's also weder Jüdinnen noch Damen, die zu bemitleiden wären. Bleiben noch ihre Begleiter, die aies mitahgesehen und mitgemacht haben. Daß diese Rittcjr von der traurigen Gestalt Juden sind, ist sehr zu bedauern. Weniger aber der Umstand, daß sie gedroschen wurden. Die ersteh Diplome des Haifaer Technikums. Das Haifaer Technikum wird im Dezember zum ersten Male die Diplomierung von 18 Absolventen vornehmen, die ihren vierjährigen Ausbildungskursus beenden. Die Diplome werden von der Palästina-Regierung bestätigt und somit allgemeine Gültigkeit haben. Vorerst werden nur Architekten und Zivilingenieure graduiert. Das Haifaer Technikum, dessen Präsident Lord Welch e 11 ist, wurde seinerzeit vom Hilfsverein der Deutschen Juden mit den Mitteln begründet, die von dem bekannten russischen Philanthropen Wissotzky zur Verfügung gestellt worden waren. Im Jahre 192Ö würde es von der Zionistischen Organisation dank einer Schenkung des verstorbenen Jacob H. Schiff in der Höhe von 285Ö Hund erworbeii. Spaltung unter der südafrikanischen .fudenheit. Die Jahresversammlung der Kapstädter jüdischen Kongregationen beschloß einen scharfen Protest gegen die Annahme und fortgesetzte Führung des Chiefrabbi-Titels dürch Rabbiner Dr. L a n d a u. Es wird befürchtet, daß es infolge dieser Resolution zu einer Spaltung zwischen den beiden jüdischen Hauptgemeinden Südafrikas kommen könnte. MC J u Inti. Richard Herzog lAflCfcl I.AOLERGASSES WIBPI II Kl. PFARRGASSE28 Telephon 73-4-90 Sprechapnarate jeder Art, sowie sämtliche Jüdischen und hebräischen Schallplaiten in reichster Auswahl stets auf Lager PROVINZVEPSAND! PROVINZVERSAND! Die Juden sind die Erfinder des Bolschewismus. Die neuesten „Protokolle" französischer Provenienz. Professor Nilus und seine Mitarbeiter von der zaristischen Ochrana, die in gemeinsamer Arbeit die Protokolle der Weisen von Zion aufgestellt haben, erweisen sich jetzt als ungeschickte Ignoranten, die keine Ahnung haben, wie man dergleichen produziert. Sie hätten wissen müssen, was andere schon längst begriffen und angewendet haben, daß man mit „authentische n" jüdischen Dokumenten die Juden besser treffen kann, insbesondere wenn man sich auf Zeugenaussagen von Täuflingen beruft, Zitate aus dem Talmud und Tatsachen der jüdischen Geschichte und Kutlurgeschichte verdreht, kurzum Material verwendet, welches Vertrauen erweckt. Hätte die Nilus-Gruppc diese Voraussetzung verstanden, so wären ihre Protokolle ein neues Evangelium und sie selbst nicht so rasch erwischt worden. Diese Mißgeburt einer Schrift, dieses plumpe, gemeine, kurzbeinige, und — wie heute große christliche Gelehrte behaupten — barbarische Machwerk konnte wohl im alten Rußland entstehen. Aber Frankreich? » Bin französischer Publizist, der unter dem Namen „S a11u s trt schreibt, hat zu beweisen begonnen, daß die bolschewikische Lehre eine jüdische Lehre sei und daß das „allweltliche Judentum" ohne Unterschied der Partei und der Weltanschauung daran arbeite, die Macht über die Welt zu erringen. Der Gedanke ist nicht neu. Wir kennen ihn von Nilus her: Die Juden sin,d ein. destruktives Element. Streift OrtI). Gef lügelhandlung unter Aulsicht des Ehrw) Räbbinäjes .Adas: Israel" : Unoari ches unö stBi'iscliesIVlasioBflOgei von h9Ster Qualität! zu jeder Tageszeit frisch gebratene Gansl Emartuel Sc^lesinsier Tel. R-40-5-90 Wien, II., Grofle Schiffgasse 5 Tel. R-40-5-90 Sie haben den. eingeborenen. Willen ]. in sich, die christliche Zivilisation zu vernichten. Der Beweis allerdings sieht anders aus als bei Nilus. Sallust begründet seine Wahrheit „sachlich und logisch". Er spricht nicht in die Welt hinein wie die Protokolle* er operiert mit „historischen Tatsachen". Indem er die Eigenschaften des jüdischen Geistes und die Gedankenwelt jüdischer Persönlichkeiten, Denker und Dichter analysiert, kommt er zum Schluß, daß alle Juden von Moses über die Talmudweisen und Ramban bis Karl Marx, Heinrich Heine, Leopold Zuntz ausnahmslos Bolschewiken waren, mit dem einen Ziel, dem Judentum die Herrschaft über die Welt zu verschaffen. Die Argumente sind geschickt und „überzeugend" und der leichtgläubige französische Leser wird kaum an der Wahrheit dieser Entdeckung zweifeln, zumal Sallust sie in der bekannten und gewiß nicht als unseriös geltenden Zeitschrift „La v i e d e P a r i e" .abdrucken läßt. Nach den ersten Artikeln 7A\ schließen, dürften noch sehr viele pikante Dinge zu erwarten sein und es wird nicht lange dauern, bis die Welt mit „Neuen Protokollen" beglückt sein wird. Sallust verrennt sich vorläufig in die Frage, womit die Erfolge und die Expansivität des Bolschewismus zu erklären seien. „Es gibt kaum einen Winkel mehr auf der Erde, wohin der Bolschewismus nicht gedrungen wäre, sogar Mexiko steht unter dem Einfluß Tschitscherins, nicht minder China und die amerikanischen Indianer. Dieser unerhört e E r f o 1 g d e s B o 1 s c h e w i s m u s wa r bisher ein undurchdringliches Rätsel.44 Jetzt ist es unserem lieben Sallust durch die Kraft seiner Intuition und seines' tiefen Eindringens in die Materie gelungen, hinter das Geheimnis zu kommen. Der Bolschewismus, läßt sich Sallust vernehmen, ist keine slawische Gefahr, wie man bisher glauben mochte, keine russische nationale Erfindung. Wäre er eine Ausstrahlung der russischen Seele, so müßte er von seiten des nationalen | Bewußtseins der andern Völker auf einen unerhörten Widerstand stoßen. Hingegen aber findet er in allen Ländern einen gut vorbereiteten Boden und eine große Zahl von Anhängern, die allem Arischein nach schon von früher her bolschewikisch eingestellt waren. Daraus folgt, daß unter allen Ländern und Völkern sich gewisse Elemente befinden, für die der nationale Verrat und die Zerstörung der gesellschaftlichen Ordnung der anderen Nationen ein Hauptprinzip ihres Lebens und ihrer Weltanschauung ist. Dieses Element kann nur der Jude sein. Der Jude ist an kein bestimmtes Vaterland gebunden, er ist über alle Länder und Weltteile zerstreut, hier als Franzose, dort als Engländer und so weiter, wodurch es auch unter echten Franzosen und Eng» ländern Bolschewiken gibt, die aber in Wirklichkeit englische und französische Bürger jüdischer Nationalität sind. Nun geht Sallust an die historische Begründung seiner These vom Bolschewismus als jüdischer Lehre. Er erklärt, wie die bolschewikischen Gedanken entstanden sind und sich entwickelt haben. Die III. Internationale istdas undankbare Kind der II. und die II. ist die direkte Nachfolgerin der I. Internationale!! Diese aber ist vom Juden Karl Marx 1862 mit einer Gruppe von Freunden gegründet worden. Gewöhnlich nehmen nun gewisse Historiker an, daß die I. Internationale anfangs ohne jeden Einfluß gewesen sei. Das aber ist ein Irrtum. In Wirklichkeit hat sie nach Sallust bereits knapp nach ihrer Gründung eine große Macht ■dargestellt und einen riesigen Fonds zur Verfügung gehabt. Als Beweis dient ihm, daß auf dem Kongreß von Lausanne schon viele Millionen zur Unterstützung der revolutionären Bewegung ausgeschüttet wurden und daß Marx nach Amerika 300.000 Dollar zur Unterstützung des Metallarbeiter* Streiks schicken konnte. Woher die ungeheuren Geldmittel und die große Mitgliederzahl? Es ist klar, erzählt Sallust, daß hier eine geheime Hand gearbeitet hat, die Marx und seine Genossen unterstützte. Diese geheime Hand ist der Jüdische Verband für Kultur und Wissenschaft, der 1819 gegründet wurde. Die Gründer waren eine Gruppe deutscher Juden, die von Rabbinern (!) abstammen. An der Spitze des Verbandes standen Leopold Zuntz, Eduard Gans, Moses Moser. Später ist ihnen der Dichter Heinrich Heine beigetreten, Sallust meint wohl den Verein für Kultur tind Wissenschaft des Judentums, der 1819 von den genannten Persönlichkeiten gegründet wurde, mit dem Zweck, Bildung unter den Juden zu verbreiten und hauptsächlich das Taufjudentum in Deutsehland zu bekämpfen. Der Verband, behauptet unser Wissenschaftler, hatte keine kulturelle, sondern eine politische Aufgabe. Sallust, für den es kein „jüdisches Geheimnis" gibt, erklärt, daß die „Kultur nur ein Aushängschild*' war. Die Absicht war, die jüdische Politik der christlichen Welt gegenüber zu ändern. Die Parole lautete dahini daß die Juden nicht zu warten haben, bis irgend ein Messias kommt, ein einzelner, der das jüdische Volk erlösen wird, sondern daß die Juden ihr Schicksal selbst in die Hand und mit aller Kraft daran arbeiten müssen, sich die christliche Welt Untertan zu machen. Als Beweis zitiert Sallust ein „wichtiges historisches Dokument", einen Brief eines gewissen Baruch L e v y (eines Täuflings und Neomissionärs) an Karl Marx. Darin schlägt Levy vor, die Arbeiterschaft der ganzen Welt zu revolutionieren und mit ihrer Hilfe eine Weltrepublik zu schaffen. Die Regierung dieser Republik müsse natürlich eine jüdische sein. Die jüdischen Herrscher würden dann das Privateigentum abschaffen und die Verwaltung aller öffentlichen V.ermögen übernehmen, Dann, so schließt