Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 53 (21.9.1928)
- Date
- 1928-09-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2711613-2711630-2711668--0709-2713871- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite iO DIE NEUE WELT Nr. 53 gezeichnet. Der 2-0-Sic.o: gcen W. B. C. 'bewies, daß sich die jüdische Mannschaft in einer ausgezeichneten Verfassung' befindet. Sehr stark ist M a k k a b i zurückgefallen. Die jüdische Mannschaft wurde in eine starke Gruppe eingereiht und wird sich dort schwer behaupten können. Mcnorah gelang es, gegen Finanz und Brigittenau unentschieden zu spielen. Eine jüdische Amateurmeisterschaft. Nebst dem Ftaldes-Cuip, der in diesem Jahr muh drittenmal ausgetragen wird, plant der Jüdische Sport verband Oesterreichs die Austragung einer jüdischen Amateurmeisterschaft. An dieser Konkurrenz würden alle jüdischen Amateur-Sportvereine Wiens und die Grazer, Hakoah teilnehmen. Infolge der hohen Spesen wird die Grazer Hakoah erst im Entscheidungsspiel eingreifen, und zwar wird der jüdische Meister Wiens gegen die Grazer Mannschaft antreten. Der Sieger aus diesem Spiel ist jüdischer Meister von Oesterreich. Die Grazer Hakoah tat sich bereit erfolärt, diesen interessanten Wettbewerb im jeder Hinsicht zu unterstützen. Die Hakoah-Jungmannscliaft nimmt mit gutem Erfolg an der Jungmeisterschaft teil. Die Hakoahner haben im Herbst noch gegen folgende Vereine zu spielen: 23. September: W. A. C.; 30. Setpember: Admira; 14. Oktober: Cricket; 21. Oktober: B. A. C.; 4. November: Nicholson, 11. November: Wacker; 18. November: Vienna; 25. November Slovan; 2. Dezember Hertha. Die Grlechenlaadreise der Grazer Hakoah verschoben. Infolge der starken Fieberepidemie auf dem Balkan ist die Griechenlandreise der Hakoah auf November verschoben. Der jüdische Verein wird nebst in Saloniki auch in Athen gastieren. Der Berliner Makkabi. Aus Berlin wird gemeldet: In der Ringermeisterschaft der Mannschaften hatte die Makkabi-Mannschaft einen großen Erfolg zu verzeichnen, indem sie die Heros-Mannschaft mit 5 :2 schlug. VereinsnacforicMen. 'Jugendvereiii „Erez Israel". Wie alljährlich, finden auch heuer hebräische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Anmeldungen werden täglich im Sekretariat, Wien, IL, Zirkusgasse 33, von 7 bis 9 Uhr abends entgegengenommen. Zionistische Bezirkssektion Wieden - Margareten. Heb räiscbk Urse im Schullokale, Wien, V., Sic'benbrannenigasse la. Anmeldungen Montag, den 1. Oktober, um 8 Öhr abends. Der erste Unterricht für Kinder findet Mittwoch, den 3. Oktober, um '3 Uhr nachmittags, stott. Philatelleabteilung des Keren Kajemeth. Wie das Hauptbüro des Keren Kajemeth in London mitteilt, wurde beim Keren Kajemeth in London eine Philatelieabteilung gegründet. Wir bitten somit alle Gesinnungsgenossen auf diesem Wege, diesem Zweige ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und alle gebrauchten -Marken dem Büro des Wiener Keren Kaöemerh, I., Kärntnerstraße 28, zu übermitteln. .AulftuftufeA^fc A Ak A A <«. 4h AAAAAAAA AAA^tui A.^tkJt^ Am 17. d. M„ um halb 12 Uhr vorm. erfolgte die Er- Öffnung der neuen Lokalitäten lies Ind a nX h r e.n.h a u s.e s Wien im ehemaligen Leßner-Gebau'de; *'• Die-IMarit-hrenh'aus-' Wii'en ^Gesellschaft - m. b. H. wurde im Juli 1925 errichtet: gleiche Unternehmungen befinden sich in allen größeren Städten des Auslandes. Schon um. 11 Uhr fanidi sich eine große Anzahl prominenter Persönlichkeiten ein. Üm halb 12 Uhr erschienen Herr M'in.-Rar Hauff in Vertretung des Herrn Handelsminister Dr. Schürff, Herr G.-D. Müller der Wiener Messe- A. G., Herr Komm.-iRat Ludwig Kramer von der „Deta.g", Frau Freund-Markus von der „Rohö". Weiters sah man die Vertreter der Körperschaften von Handel, Industrie und Gewerbe. Ganz besonders auffallend war die fast lückenlose Anwesenheit der namhaftesten Künstler, Architekten, Möbelindustriellen sowie privater Persönilic'hkei'ten, die zu den treuen, Anhängern der neuzeitilidhen Indanthren-ßesfreibuugen zählen. Dlie Presse war vollständig vertreten und hatte Geleigenheit, die Tendenz des Indanthrerthauses genauer kennen zu lernen, die darauf basiert, auf -Grund der langen Haltbarkeit' der farbenprächtigen Stoffe nur beste Qualitäten m verwenden, weil es ikeimen Sinn hätte, diese^ Färbungen auf rasch abnützbarem Material vorzunehmen.- Eine weitere Ueberraschung ist die Einzigartigkeit der B&musteming, die den Ausgangspunkt neuer Richtungen bildet. Der Leitung des Indanthrenihauses war es auf Grund reicher Erfahrung und der Mitarbeit der wichtigsten Faktoren gelungen, Leistungen zu erreichen, die Anerkennung aller maßgebenden Kreise des In- und Auslandes gefunden haben. Herr Direktor Max Bude bat es durch seine wissenschaftlichen Artikel uud Vorträge verstanden, sämtlicihe GaseMiscihaftsschichten für die neuzeitlichen Bestrebungen zu interessieren, wodurch allen Wirtschaftskreisen, die den neuen Zeitgedauken propagieren, gedient ist, denn nur in der Ueberzeugung der Masse liegt die rasche Entwicklung neu aufblühender Industrie. Heimische Industrie, Gewerbe und Handel finden hier nicht nur reichliohe Beschäftigung, sondern auch Anregungen, die für den Export von größter Bedeutung sind, da auch Frankreich und- Amerika sich den neuen Bestrebunigen in beachtenswertem Umfange angeschlossen haben. Alle Teilnehmer der Eröffnungsfeier hatten den Eindruck, daß hier die Zauberformel der Wünsche für das Heim und die Kleidung gefunden wurde. , Festgottosdienst im Zetitralkino. Es ist gelungen, den auf der Durohreise befindlichen bestbekannten russischen Sänger David Grünbaum für die Funktionen des Oberkantors für Jaum Kippur zu gewinnen. Der Gottesdienst wird sich durch die Mitwirkung dieses hervorragenden Sängers und eines gutgeschulten Chors besonders herrlich gestalten. E Bevor Sie Orient-Teppiche kaufen, lassen Sie sich von der Firma Philipp Haas & Söhne. I., Stock-im-Eisen- Plate ö, unverbindlich beraten. (Entgeltticn.) JEDE DAME sollte das aiserstraße 115 besuchen Tausende Pariser Modelle und Schöpfungen der . eigenen Ateliers der herrlichsten Herbst- und Wintermodelle in allen modernen Farben. Vom einfachsten bis zum verwöhntesten Geschmack in allen Größen zu den billigsten Preisen Wir haben nirgends Filialenl Anerkannt größtes u. führendes Spezialkaus Österreichs Austritte aus dem Judentum. Rosenthal Paul, geb. 26. X. 1897 Wien, lcd., III., Reisnerstraße 35. — Bonyhard Emma, geb. 31. X. 1899 Wiien, led., HJ., Gärtnergasse 3. ^— Spitzer Hedwig, geb. 12. VI. 1906 Wien, lcd., III., Hauptstraße 95. — Jahoda Friedrich, ge'b. 23. V. 1909 Wien, lcd., MI., Scidlgasse 22. s— Ernst Rosset, geb. 27. XII. 1903 Wien, lcd., VIII., Lcrchcnfclderstraße 80. -- Robert Bergmann, geb. 4. XH. 1S97 Leskau, verh., IX., Porzellans. 36. — Dessen Frau Martha, geb. 22. IL 1S96 Wien, und Tochter Hertha, geb. 19. IV. 1923. — Adele Müller, geb. 6. I. 1895 Suczawa, gesell., IX., Thurngassc S. — Großmann Ernst Oswald, geb. 3. V. 1897 Wien, led., Mittelschüler, M„ Radctzkystraßc 6. — Stein Erwin, geb 1. V. 1904 Wien, lcd., XVII., Kastnergasse 5. — Halpern Henriette, geb. Richter, geb. 25. IX. 1904 Neu-Sandez, verh., II., Obere Donaustraße 12. — Grete Bauer, geb. Reichenstein, geb. 28. I. 1899, Prag, verh., VII., Sjirtgasse 6. — Engel Walter, geb 10. VII. 1904 Prcßbur?« led., XIX., SMbergasse 11. — -Mund Georg, geb. 4. XI. 1910 Wien, led., XIV., Oelwcingassc 3. — Kolin Stella, geb. 21. III. 1907 Wien, lcd., X., Gcllcrtplatz 15. — Metzl Friederike, geb. 24. VIH. 189S Wien, led., Wiener-Nendorf. — Offer Edith, geb. Ontstein, geb. 16. VIII. 1897 Hinterbrühl, verh., IX., Kclingassc 4; •und Tochter Elisabeth Adele, .geb. 18.XI. 1922:— Teller Siegnnmd, geb. 16. IM. 1887 Wien, lcd., XIX., Schegargassc 1. — Flieder Julius, geb. 18. IV. 1901 Wien, XX., Deuisgassc 5. — Millet Ernst, geb. 9. VI. 1912 Wien, led., XX., Staudingergasse 10. — Kohn Henriette, geb. 30. V. 1892 Prag, led., VIII., Lerohen'ielderstraße 66. — Dr. Karl Lendt, geb. 3. VI. 1903 Wien, led., II., Obere Donaustraße 99. — Pollak Ludmilla, geb. 25. V. 1903 Wien, III., Mathänsgässe 6\ — Frank Heinrich, geb. 1. XII. 1889 Neulcngbach, led., II., Große Sperlgassc 8. — Eisler (Ascher) Mathilde, geb. 19. XH. 18S0 Wien, led., V., Margaretenstraße 133. — Rosa Low, geb. Rafael, geb. 10{ Hl. 189-8 Wien, verh., XIX., Lannerstraße 16. — Jöckl Artur, geb. 8. IV. 1875 Prag, verw., V., Brandmayergasse 21. Sie müssen schon jetzt Ihren Warenbedarf für den Herbst decken, da Sie nur bei Beginn der Saison wirklich billig kaufen und, was Sie brauchen, Ihrem Geschmack und Wunsch entsprechend, aus dem reichsortierten Lager wählen können. Das wegen seiner besonderen Leistungsfähigkeit und Billigkeit bestbekannte Leopoldstädter Warenhaus der Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 48, bietet in der kommenden Woche seinen Kunden eine wirklich großartige Okkasion. Alle Herbstneuheiten in Stoffen, Seidenwaren, Strick- und Wirkwaren, Weißwaren jeder Art, Damen- und Herrenwäsche, Regenmänteln, Vorhängen, Teppichen, Linoleum usw. werden ab Montag den 3. September wegen Umbau und Vergrößerung zu beispiellos billigen Preisen abgestoßen, da das Riesenlager während der Bauarbeiten um jeden Preis reduziert werden muß. Nachstehend eine kleine Auslese aus der Preisliste: Mode-Bordüren-Kasha S 2,90, Kleiderstoffe, 100 breit, S 2.90, Kleider-Popeline, 100 breit, S 3.90, Mantel-Flansche und -Veloure, 140 breit, S 9.80, Double für Mäntel, 140 breit, S 9.80, Zibeline, alle Farben, 140 breit, S 12.90, Fallle de claire, 80 breit, S 2,90, Brokate, alle Farben, 80 breit, S 2.50, Crepe de Chine, alle Farben, 100 breit, S 4.90, Samt-Chlffonet, 90 breit, S 4.90, Plüsche für Mäntel, 120 breit, S 9.80, Velour-Chiffon, alle Farben, 90 breit, S 9.80, Orlginal-Pullmann-Kappe S 3.90, Mode-Wolljacke S 6.90, Bobby-Weste, rein Wolle, S 9.80, Prima Florstrümpfe S 1.25, Modesocken S —.59, Wäscheflanelle, 80 breit, S —.98, Velourbarchent, 75 breit, S 1,50, Französische Mode-Veloure, 80 breit, S 1.98, Französische Mode-Waschsamte, neueste Dessins, 80 breit, S 3.90, Französische Waschsamte, alle Farben, S 2,90, Spezialangebote in Vorhängen, Teppichen, Linoleum: Prima Spagatläufer, 65 breit, per Meter S 1.50, prachtvolle Spitzen-Stores, komplett, S 3.90, Fußbodenbelag, 100 breit, per Meter S 3.90, Wachstuch für Küchenbelag, 50 breit, per Meter, S 1,50. Original-Fabrikslager in englischem Inlald-Linoleum! Provinzversand per Nachnahme. —- Jeder Käufer erhält ein apartes Geschenk. (Entgeltlich.) SCHOLEM ALEJCHEM: MENACHEM MENDEL. (Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz.) Copyright 1921 by R. Löwlt. Wien und Leipzig. (36. Fortsetzung.) Wie es zu Ende ist, kommt der Schameß auf mich zu und fragt: „Jahrzeit?" — Ich sage: „Jahrzeit." Er fragt mich: „Woher ist der Herr?" — Ich sage: „Aus der weiten Welt." — „Wie ist Euer Name?" — Ich sage: „Menachem Mendel." — „Da gebührt Euch ein Scholem-Alejcheml" — Er schüttelt mir die Hand mit herzlichem Scholem-Alejchem und nach ihm die ganze Gemeinde. Alle begrüßen mich, es bildet sich ein Kreis um mich und man beginnt aus mir herauszuholen, wer ich bin und woher ich bin;. wohin ich gehe und was ich treibe. Ich sage ihnen: „Ich bin Agent." — Sie fragen:» „Was für ein Agent? Maschinen?" — Ich sage: „Das1 gerade nicht. Ich bin Agent, Inquistfeur des ,Equi!tabIe'." — Sie sagen: „Was ist das für ein Gerät?" — Ich sage: „Ich versorge die Leute nach dem Tod." Und ich kläre sie auf, wie und wozu man Leute vor dem Tod versichert. Sie stehen um mich herum mit offenen Mäulern, als hätte ich ihnen erzählt: im Himmel ist heut' Jahrmarkt. Zwei unter ihnen sind mir aufgefallen: der eine lang und hager, nach vorn, gebogen, die Nase auch gebogen und glänzend; er hat die Gewohnheit, beim Sprechen an jedem einzelnen Haar seines Bartes zu zupfen; der andere — klein, dick, schwarz wie ein Zigeuner; ein Auge blickt immer listig seitwärts; er mag noch so ernsthaft reden, es sieht immer aus, als lachte er. Diese zwei Leute haben anscheinend doch verstanden, was das heißt, Menschen vor dem Tod versichern; denn sie haben einander sonderbar mit den Augen zugeblinzelt und einer hat dem andern zugenäselt: „Da läßt sich was machen . . ." Ich habe bald erkannt, daß diese zwei Leute ganz anders sind als die übrigen; sie verstehen etwas vom Geschäft und mit ihnen läßt sich wirklich was machen. Und richtig — wie ich aus dem Beth- Hamidrasch komme, gehen mir die /.v/ei" Leute nach und halten mich an: „Warum lauft Ihr so, Reb Menachem Mendel? Bleibt doch einen Augenblick stehen, wir möchten Euch etwas fragen: Wollt Ihr ausgerechnet bei uns hier in dem Drecknest ein Geschäft machen?"... Ich sage: „Warum nicht?" — Da sagt zu mir der Lange mit der gebogenen Nase: „Bei unseren Brüdern aus Israels Stamme?. .. Und der mit dem Auge sekundiert ihm: „Mit Juden ist gut Kigel essen!" — Ich sage: „Was läßt sich' da tun?" — Da sagt der Lange: „Geschäfte machen soll man nur mit dem Gutsherrn." — „Lang leben mögen die Gojim!" — sekundierte ihm der mit dem Auge. So gehen wir und reden, und wenn man redet, kommt immer etwas zustande. Es stellt "sich heraus, daß die zwei Leute einen Gutsherrn ihr Eigen nennen, einen reichen Moldawier, an dem sie oft schöne paar Rubel verdienen. Sie glauben, daß man den sehr leicht versichern könnte... Ich sage: „Schön. Warum nicht? Mit dem größten Vergnügen! Einverstanden" — sage ich — „gehen wir die Sache an und machen wir sie auf Halbpart. Ich. bin" — sage ich — „kein Feind eines guten Geschäftes ..." Und es ist dabei geblieben, daß sie mir am nächsten Tag, so Gott will, im Beth-Hamidrasch zum ersten Minjan Antwort von ihrem Gutsherrn, dem Moldawier, bringen werden. Nur um eines haben sie mich gebeten — daß die Sache tiefes Geheimnis bleibe; das heißt, ich möge nicht im Gasthof erzählen, daß ich mit ihnen Bekanntschaft geschlossen und ein' gemeinsames Geschäft verabredet habe. Im Lichte des Morgens — das heißt: wie es Tag wurde, bin ich mit Windeseile ins Beth-Hamidrasch, um mit dem ersten Minjan das Morgengebet zu verrichten. Das Gebet war zu Ende — die Herren sind nicht da. Ich habe mit dem zweiten Minjan gebetet — meine Leute sind nicht da. Warum habe ich Trottel sie nicht gefragt, wie sie heißen und wo sie wohnen? Auf den Schameß zugehen und fragen — davor hatte ich Angst: ich habe ihnen doch das Wort gegeben, die Sache geheimzuhalten. Das Morgengebet war fast vorüber, da sind sie mit Tallis und Tefilin angerückt. Wie ich sie gesehen habe, da hat mein Herz einen Hopser gemacht vor Freude. Doch auf sie zuzugehen und zu fragen, wie die Sache stehtv hatte ich nicht das Herz. Das wäre nicht anständig. Sie sagen ihr Gebet hui-pfui herunter, packen schnell Tajlis nud Tefilin ein und traben davon. Ich ihnen nach: „Nun?" — Sie raunen mir zu: „Jude, Mensch, redet nicht mitten auf der Straße, Ihr kennt unsere Stadt nicht, brennen möge sie! Geht uns hinten nach und kommt in unsere Wohnung. Dort schließen wir das Geschäft ab Und können dabei einen kleinen Imbiß nehmen"... So flüstert mir der mit der gebogenen Nase zu, gibt dem mit dem Auge einen Wink und der mit dem Auge verschwindet/ Wir gehen zu zweit' durch enge, finstere Gassen, er voran und ich ihm nach. Endlich, endlich hat Gott geholfen und wir sind in Frieden angekommen. Wir sind in ein finsteres, rauchiges Zimmer gekommen, wo eine Menge Fliegen an den Wänden und an dem Rahmen eines handgemalten Ostzeichens klebten. Auch das rote Tischtuch auf dem Tisch war voll von ihnen und die Lampe, um die halbverkohlte Papierblumen hingen. Beim Herd haben wir eine kleine, schmierige Frau mit blassem, furchtsamem Gesicht angetroffen. Das kleine Weibsbild hat aus ihrem furchtsamen Gesicht ängstlich auf den Mann geschaut und der Mann hat im Vorbeigehen hingewprfen: „Essen!" Im nächsten Augenblick war "wUt^tem^L,^, 5ä»J>