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Die neue Welt · 1928-09-21 · Heft 53 (21.9.1928) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 53 (21.9.1928)
Date
1928-09-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 83 OTEL CONTINENTAL WIEN, II., PRATEftSTRASSE 7 (neben Schwedenbrücke > 200' Zimmer, modernst, eingerichtet Erstklassige Küche Mäßige Preise Die Palästina- Expertenkommission. Aus New York wird gemeldet: In einem der J. T. A. gewährten Interview erklärte das Mitglied der Joint Palestine Survey Commission Dr. Lee K. Frankel, daß diese Kommission, deren Zweck es war, die Verhältnisse in Palästina zu prüfen, nach Beendigung ihrer Arbeiten und Ueberreichung ihrer Schlußfolgerungen und Vorschlage an die Herren Louis M a r s h a 11 und Doktor Weizmann, die sie gemeinsam ernannt haben, nicht mehr bestehe. Die Angelegenheit befinde sich jetzt in' den Händen von Louis Marshall und Dr. Weizmann, die alle weiteren Schritte tun werden, welche sie für die Durchführung der Vorschläge der Kommission für nötig erachten. „Die Kommission," erklärte Dr. Frankel, „war ernstlich bemüht, die Lage in Palästina so objektiv wie möglich zu prüfen. Ihre Vorschläge beruhen auf einer sorgfältigen, gründlichen und wissenschaftlichen Prüfung der Verhältnisse in Palästina, so wie sie den Herren Warburg,, Wassermann, Lord Melchett und mir selbst erschienen, und .wie sie von den von der Kommission entsandten Experten festgestellt Wörden sind. Die Kommission nahm den hinter der Palästinabewegung stehenden Idealismus als feststehend an. Es war unser aufrichtiges Bestreben, die» Verhältnisse in Palästina unparteiisch zu prüfen und konstruktive Pläne vorzulegen, Wie Palästina am wirksamsten aufgebaut werden könne." Wie kürzlich berichtet, dürfte die amerikanische PalästinarKonferenz, an der auch Dr. Weizmann teilnehmen wird, von 'Herrn Marshall für den 20. Oktober einberufen werden. Die deutschen Friedhofsschändungen« Eine ständige Erscheinung. Aus B e r I i n meldet die' }.' t. A.: In F larn m ersheim, an der Eisenbahnstrecke Euskirchen—Münstereifel im Kreise Rheinbach, Wurden auf dem jüdischen Friedhof von JUebeltätern alle Marm p.rtaf ein zerbrochen und 'die Grä bs t e i he b es ü de 11. Wie Besucher berichten, bietet1 der altehrwürdige Friedhof ein geradezu erschütterndes Bilcf. ';•"' ■'- '•'•' C Auch in dem Flammersheim benachbarten Kirchheim wurden alle Grabsteine'auf dem jüdischen Friedhof umgeworfen und zum großen -Teil, zertrümmert. Es ist dies innerhalb zwei Jahren bereits die zweite, beziehungsweise dritte Friedhofschändung in den erwähnten beiden Orten. Ah die zuständige Staatsanwaltschaft in' Bohh würde Anzeige erstattet. 1 Die Arbeitslosigkeit unter den Juden Rußlands. Nach einer Veröffentlichung des „Emess" ist die Zahl' der Arbeitslosen'unter den JJüden in Sowjet-» rußland proportional höher als die Arbeitslosenzahl der äfl-* gemeinen Bevölkerung' Es sind etwa H.4 Prozent jüdischer Arbeiter und Handwerker der Regierungsunternejimungen in den Städten der Sowjetunion arbeitslos, während die Arbeitslosigkeit in diesen Schichten der allgemeinen Be- *vährsmann hat es offenbar mit der Angst. Ein anderer zeigt bereit willig eine ganze Häusergruppe, die beim Pogrom in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. Einzelheiten weiß auch der nicht. Und die Ziegelsteine schweigen. Zwischen den Mauerresten sind Landfuhrwerke, die zum Markt hereingekommen sind, aufgestellt, Und die Pferde suchen in den mmgeihäiigten Futtersäcken die Reste von Häcksel. ' . , . , * Mitten auf der Straße auf einem 'kleinen Tischchen ein Berg von Gebetbüchern: .^Machsorirn zu den herannahenden Festtagen. Billige Voiksge'betbücher. Auf schlechtem Papier mit den kleinsten Lettern gedruckt. Für die Aermsten der Armen. Von fünfzig „groschy" aufwärts ein Band. Dennoch klagt def SMorirnschreiher mit der Asketengestalt über sehlechten Geschäftsgang. Noch 'weniger hat der Taliisverkäufer am Tischchen nebenan zu tun. Obwohl man bei ihm einen „echten Kolomeaer" Tallis schon um dreißig bis vierzig Zloty erstehen kann. Dreißig Zlotyl Welcher Ghettobewohner gibt eine derartige Summe — wenn er. sie auch schon besitzt — auf einmal aus? * Die täglichen Mahlzeiten dieser armen Menschen? Am frühen Morgen — nach Landessitte — „Herbata" (russischer Tee), als Hauptmahlzeit im Herbst Rettich mit Brot' oder grüne Gurken. Von Fleischiiahrung mitten in der Woche, keine Spur. Bestenfalls am Freitagabend zum Lichteranzüuden und am Sabbat. Und so sehen sie auch aus, diese armen Juden in Lemberg, rings um die Krakqwska, die ihre Kinder mit Vorliebe „Doktoren" werden lassen, indes sie selbst langsam, aber sicher verhungern: Jeder einzelne von ihnen der Typus des ruhelosen, des '— ewigen Juden. " M. H. Cohen. völkcrung nur 0 Prozent ausmacht. Das Verhältnis der Arbeitslosigkeit unter den Juden in der Ukraine zur allgemeinen, Arbeitswosigkeit ist 28 Prozent, in Weißrußand 42 Prozent; in. Moskau 8 Prozent und in Leningrad 6 Prozent. Professor Einstein genesen. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, tot sich das Befinden Professor Einsteins soweit, gebessert, daß er sich nach dem Ostseebad Scharbeutz bei Lübeck begeben konnte,- wo er mit seiner Frau in völliger Abgeschiedenheit lebt. Er befindet sich jetzt -auf dem Wege weiterer Besserung und konnte.bereits vor einigen Tagen $el,n Krankenlager verlassen! Professor Einstein dürfte wahrscheinlich Mitte Oktober wieder nach Berlin zurückkehren. Neujahrsfest und Vefsöhrruiigstas legale Feiertage in Rumänien. Das rumänische Arbeitsministcrium hat eine Verordnung erlassen, wonach Rosch Haschanah und Jörn Kipur zu legalen Feiertagen erklärt werden, an denen jüdische Unternehmungen gezwungen werden können, ihre Geschäfte zu schließen und die jüdischen Angestellten in allen Unternehmungen unter Weiterzahlung ihres Gehaltes von Dielistleistungen zu befreien. AUS PALÄSTINA. Die Palästina Verwaltung. . Chefsekretär L u k e .erklärte Pressevertretern ge^e» Ii her, daß infolge des wachsenden,. Defizits die Regierung gezwungen sei, beträchtliche Abstriche an ihrem Budget für das Jahr 1929 zu machen. Die Regierung werde.jedoch bemüht sein, die vitalen Notwendigkeiten -der Bevölkerung zu-, wahren. .Die Verlegung-, des Eisenbahn k n o t e npu n ktes von Lttdd nach Jaffa müsse aais diesem .Grunde ve rsc ob c n werden. Bei. der Revision des Zö 11a b k om m« n s mit Syrien werde die Regierung, die Interessen der palästinensischen Produktion wahren. Die Regierung sei bereit, in jenen Gebieten, die unter der Dürre gelitten haben, die Einziehung eines Teiles der Zehntensteuer z-u verschieben und auch .Darlehen für Saatzwecke zu erteilen. , Mit .dem Beginn des Baues, des archäologischen Museums ..(Rockefeller-Stiftung), der Pfd. Sterl. 190.000 kosten wird,!; .werde ^anfangs 1929 begonnen werden. »Die Konizession von M a v r o m ä £ i s sei von einer Londoner Gesellschaft erworben worden, die jetzt in Palästina sich um die Registrierung bewirbt. Die Elektrizität s s t a 11 o n soll zwischen. der Eisenbahnstation lind der. Straße '■•nach Bethlehem. errichtet werderi- Die vorbereitenden Pläne seien, bereits der, Regierung vorgelegt worden. ,(......... ' t _ All>ge m ein.«... S c Ii u 1 pf l,i cht k ön n e; v o r- ■läuft g n och nicht e i n g e f ii h r t w e t d e n, da es an der genügenden Zahl, von Schulen fehle. 1920 zählte man 171 RegäerungsschUlen ''mit 10.000 Schülern und jetzt 350 Schulen mit 20.000 Schülern; Sobald es die finanziellen Verhältnisse erlauben, Sollen weitere Schulen errichtet, werden. Für den Äusbaü <fes':Hafens in Jaffa wolle;die Re't. gterurtg. Pfd. Sterl. liÖ.OOÖ'iur Verfügung stellen. Vorläufig •habe man mit der'Errichtung eines iiieuen großen ZolU Speichers bego/iheh. •' Warin die anderen Arbeiten durch-; geführt werden, ik'ö'n iV''e'l'v'l§'p l-ä:,U f i g' n ö:.c h 'n i c h t b e*; s iimitit W'e-rd e n.'::"- ';-*.;.••" ..>.-: ' Das Budget der Stadtge^ejnde von Jerusalenj. , Der Mutiizipäirat. von, Jerusalem hat mit., seiner arabischen Majorität das Budget für. das Jahr 1929 angenommen, das Einnahmen in Höhe von 54.0Q0 Pfund und Ausgaben in tlphc von 87.000 Pfund festsetzt, wobei' eine Erhöhung der Löhne der arabischen höheren Beamten beschlossen wurde. Einfe epöc^ Erfindung. Schmerzet Wenig und Heilung! durch Tonlsalorströme. Einem Wiener Arzt ist es gelungen, nach, zehn Jahren wissenschaftlicher Experimente einen Apparat, .zu. konstruieren, mit welcherh' man Jeden körperlichen. Schmerz (mit Ausnahme von Eiterungen und frischen Kuocheribrüöhen) sofprt beruhigen und 'durch' mehrere' Behandlungen hetlen kann., Iii unserer Redaktion vorliegende .Gutachten hervorragender Mediziner von* Wiener und -Berber, Kliniken- und praktische*!. Aerzten be.richten ..über, sensationelle Heilungen rheumatischer Leiden, Nervenleiden, Lähmungen, Mafien- -und'Darrrileiden (StuhlVerstopfung), Herz- und Asthm-a^ustäiKlen- sowie 'bei Nachbehandlungen von Operationen. ■•-■>■."; t. Dieser Apparat „Toniisator" nach Dr. Ebel von, Ing. Adolf Haltern in . der heutigen, technisch vollendeten AnsfühVüng 'herausgebrächt, ist 'vbirder mediziniieheh Welt des hk und Auslandes auerkännt und glänzend begiutachtet worden. Das Interessafite^a-u diesem Apparat-ist. daß er eine 'eigene Stromquelle besitzt, also von jedem Starkstrom •unabhängig, eigenartige, doppelte elektrische Wellen erzeugt, welche schmerzlos in'dle Tiefe des Körpers d#ngeh. Diese Tonis^törstförne" -bringen auch tiefliegende Orga-ne (wie Magert und .Darm, alle Nervcii. Gefäße und M.us'kchi) in nhytihmisch-gymriastjsch.e Bewegung, wodurch, eine .wohltuende und kräftigende Bluteirkulatioii Hm Körper einsetzt. Röntgenolögisch' wurde festgestellt, daß bei \inverdaulichen Substanzen sowie Verhärtungen Im Darme schon bei der ersten - Behandlung , einedurchgreifende Massage der Organe hervorgerufen wird, was eine,.'bessere Verdauung und .Darmtätigkeit zur Folge hat. Es ist'begreif- Hch'/'daß durch diese neuartige Tiefehgymnastik und die dadurch entstehende gute Durchblutung des Körpers : gewisse, Krankheitsablagefungen (Stofiwechselschlack.en) abgeschwemmt werden, so 4aß,<l»rch diese Behandlung aus-. nahrnsJos eine fühlbare Bessening im Befinden des1 Patienten erzielt wird. Universitätsprofessor Dr> V Schrötwnbaüh. schreibt u. a.: .„Pie prompte Schmerzstilluug durch die Ton^atorbelian41ung stellt In Ihrer. Regelmäßigkeit ewi Noyum In der EleHtrotherapie dar." „ VVfe W'ir h^iren, soW' der1 Tort'Isator' nicht nur - rn Spitälern; Kliniken und Sanatorien, sondern auch-i bei weit mehr als 1000 Spezial--uud praktischen Aerzten indt bestem -Grf^g.. fo, .Verwewhtn« stetoen,',;... Die Beitritte zur Knesseth Israel. Wie der „Häarete" berichtet, sind in Jerusalem bisher 18.000 Beitrittserklärungen zur. Knesseth Israel abgegeben worden. Arabische Demonstrationen in Jaffa. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Jerusalem telegraphiert wird, ist es dieser Tage während der mohammedanischen Feiertage in Jaffa zu nationalistischen Kundgebungen arabischer Extremisten gegen die englische MandafeherTschaft gekommen. Unter der Führung des Klubs der mohammedanischen Jugend und des arabischen Kulturklubs durchzog ein Massenaufgebot mit arabischen Fahnen; dtq Straßen Jaffas, wobei nationalrevolutionäre Lieder gesungen und Schmährufe gegen das englische Palästina-Mandat . ausgestoßen wurden. Zu Zwischenfällen ist .es, nicht gekommen. Geburts- und Sterbezahlen in Tel-Awiw-Jaffa. Die Geburts- und Sterbezahlen der Jüdischen Gemeinde Tel-Awiw-Jaffa lauten: Im Monat Ijar wurden 125 Kinder geboren) 71 Knaben und 54 Madchen; im Monat Siwan 11.3..Kinder, 69 Knaben und 44 Mädchen; im Monat Tamus 124 Kinder, 63 Knaben und 61 Mädchen. Sterbefälle wurden gezählt: Im Ijar 50; im Siwan 58; im Tamus 59. Jabotinsky begegnet Einreiseschwierigkeiten in Palästina. Nach in -Palästina eingetroffenen Meldungen soll dort J a b o t i nsk y, Ende September eintreffen, um als Leiter der Judea, Insurance Co. in Jerusalem Wohnsitz! zu nehmen. Nach anderen Meldungen sollen Jabotinsky. bei Erlangung seines .Einreisevisums noch Schwierigkeiten, bereitet werden. . .Weiters w]rd. der j. T. A.; aus J e r u s a l e-m gemeldet: Die. .Palästina-Regierun'g .stellte an die" Judea Insurance Gpm.p^rjy.;i,dle-,Forderung, die.Garantie, dafür zu ' übernehmen, daß. sich Jabotinsky. in". Palästina p o 1 i t i s c h ]nicht be täti ge n Werde. Da die Judea'Company'sich w e i g e r t e, diesem Ansinnen nachzukommen, gab die Regierung nach und versprach, die Frage des Einreisevisums . für Jabotinsky i m, L a u f e der nächsten Wocih;e zu prüfen. ..J "' Verbleiben Prof. Fodors an der Universität. Entgegen 'einer: im.' „Palestine Bulletin" veröffentlichten Meldung,' erklärt'Professor Fodor, daß er derzeit keineswegs beabsichtige, die, hebräische .Universität und Palästina zu verlassen. : . v Palästinensische Lehrer in Syrien. 50 hebräische Lehrer Palästinas haben;unter Führung von Dr. Eppstelhr Professor Preß und'Avis s ar Syrien und dem Libanon' eineri Besuch abgestattet. Die jüdische Gemeinde vön' D a m a s ku s veranstaltete für die Gäste einen herzlichen Begrüßungsabend. Die syrische- Regierung gewährte den hebräischen Lehrern alle Erleichterungen' beim Besuch der öffentlichen Unterrichtsanstalten des Landes. 'Däs "syrische Unterrichtsministerium- in Damaskus vetänstalt-ete für die Lphrerexikursion einen herzlichen Empfang. Auf - einervon den syrischen jüdischen Lehrern organisierten '•Versammlung wurden die Unterrichtsproble'me iiV Syrien und Palästina besprochen. Am Sonnabend veraristaltete'die jüdische Gemeinde von Betrat 7>m Ehren der Gäste einen großen Empfang in der Sommerfr-rsche Aley."! '"' Die jüdische Legion. In Paris fand zur Feier des zehnten Jahrestages! der Bildung der jüdischen Legion eine große Versammlung statt, auf der Ansprachen von Wladimir Jabotinsky und Meir Großma%n gehalten wurden- Die Qedenkversainmlung Würde von Golonel J- H. Patterson, dem früheren Kommandeur des Zion Mule Corps und des Judean's Regiments, eröffnet, der u. a. die Anwesenden aufforderte, den neugebildeten revisionistischen Spqrtfonds „Tel Chai" zu unterstützen- Die Gedenkfeier schloß mit dem Gesang der Marseillaise, der britischen Nationalhymne und der Hatikwah. Ein großes Legat für jüdische Zwecke in der Tschechoslowakei. Wie aus T r o p pia u in Schlesien gemeldet wird, ha.t die dort. dieser Tage verstorbene Frau Mojsezko nach testamentarischen..:Be.stirnmungen für jüdische Zwecke gegen 500.000 Tscheclienkronen (100.000 Schilling) hinterlassen.* Außer einer Anzahl lokaler jüdischer Wohlfahrtsinstitutionen, bedachte cjie Verstorbene auch den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth mit je 50.000 TschechenJ Jeronen und den tschechoslowakischen Chahiz-Verband mit 10.000 T4schechenkronen. Uli i iW iii^m—ii

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