Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 52 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711630-2711667--0693-2713854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Prešov 2× ep/1045481
OCR text
r tär. 93T »ff NEUE WELT Seite 9 1000 Dollar sind oll flicht so viel wert, als das Urteil zufriedener Oäste. Ein zufriedener Gast ist die beste Empfehlung! OTTO KASERBR wurde beklommen von dem Gefühl des Entsetzens gemischt mit Mitleid für die unschuldigen Opfer der Grausamkeiten der Masse. Die Tiernatur dieser Menschen, die angeblich Christen sind, erscheint mir etwas ganz Fremdes. Für die Menschen, die sich brüsten, zivilisierte Menschen zu sein, und die Volksmasse aufhetzten, und ihre Untaten mit Liebe verfolgten, empfinde ich bloß Entsetzen und Ekel. Der Frevel von Kischenew ist die direkte Folge der Lehre von der Lüge und derOcwalt. Das ist alles, was ich, als ich von den Ereignissen in Kischenew erfuhr, sagen konnte, aber all dies habe ich bereits ausgesprochen. Sollten Sie mich jedoch fragen, was die Juden meiner Meinung nach zu tun hätten, so ergibt sich meine Antwort hierauf selbstverständlich atts der Lehre des Christentums, die ich zu begreifen mich bemühe und in deren Spuren ich wandeln will. Die Juden müssen, wie alle Menschen, zu ihrem eigenen Frommen eines tun: so weit es nur möglich, den Spuren der Weltgemeinschaft folgen, sich anderen gegenüber so verhalten, wie sie wollen, daß man sich ihnen gegenüber verhalte, gegen die Regierung nicht mit Gewalt ankämpfen, —dieses „Heilmittel" muß der Regierung überlassen werden — sondern durch gute Lebensweise, die nicht nur frei ist von Gewalt gegen den Mitmenschen, sondern auch von der Teilnahme an Gewalttaten und der Inanspruchnahme von den Arbeitsmethoden der Gewalt, die von der Regierung begründet wurden. All dieses ist schon sehr alt und1 bekannt, aber das ist auch alles, was ich angesichts! des furchtbaren Kischenewer Ereignisses zu sagen habe." Das jüdische Museum in Eperies. Ue'ber das jüdische Museum in Eperies (Presov), dessen feierliche Eröffnung kürzlich stattgefunden 'hat, schreibt Dr. L. Schik Am „Präger Tagblatt": „In der Graöengasse in Eperies fand man anläßlich der Neutünchung eines Zimmers den hebräischen Namen Gottes in der Wand, und als der kunstsinnige Miterbauer des Kaschauer großen Tempels, der Architekt Engen Barkany, die Ueibertünchung auf •sorgfältigste Weise entfernte, entdeckte man in zwei Zimmern allerband altertümliche Malereien und dazwischen die für die hohen Festtage vor* geschriebenen Gebete. Da beschloß die Judenheit von Eperies, gam.z ohne Rücksicht auf ihre ParteisteMung (eine Tatsache, die sich dn dieser Stadt wohl zutun erstenmal ereignet), die Räume nicht mehr ifür profane Zwecke verwenden zu lassen, sondern sie zu eine m jüdischen Mit s eil in" aüszuigestälfen. In earier großen- Vitrine sind die Schriften und Bücher zu sehen, die die Geschichte der- Eperieser Juden betreffen: der Protest der Kaufleute gegen die ständige Niederlassung des ersten Juden Marikus Holländer, dessen Nachkommen später am ungarischen Freiheitskampf eine große Rolle gespielt toben, sehr interessante Publikationen des Rabbiners S. M. Schiller, der später Rabbiner und Universitätsprafessor in Cambridge war. Einige Schritte weiter fällt uns ein Protest der liberalen Judengemeinde gegen den Silksoer orthodoxen Rabbi 'in die Augen, als erstes ati einer .ganzen Reihe von Dokumenten, die adle Plhasen des vor einem Jahrhundert begonnenen Kampfes zwischen der illiberalen und konservativen Richtung im Judentum darlegen; eine Sammlung von Briefen berühmter Männer, ferner Mesuses, Menorahs, hoizgesohnittene, messingene, kupferne und eiserne große Trinkgefäße mit hebräischen Aufschriften, jahrhundertealte „Schnoderkasten", zahlreiche, in Synagogen ' verwendete Handarbeiten; bizarre Misraobtafedn, Kind'bettafelni viele Leuchter aus Hofe, Blech und Eisen, tktintsgestickte Vorhänge. An den Wänden izahäreäclhe Bilder berühmter Juden. Sehr interessant sind die bereits heute vorhandenen Photognapfofen der einzelnen Tempel und Friedhöfe, speziell jener von Szebesikettenges und Hunsdorf, welche ja durch mehrere JahiThunderte hindurch eine Aant Ghetto für das ganz« Kom#at Saros wnd Zips bedeuten.. iilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUIÜ | Verband radikaler Zionisicn §§ " ' . ' =E Mittwoch, am 19. September 1928 um 7,9 Uhr abends im Klublokal, Kaffee Atlashof, I., Aspernplatz Versammlung Referent; Dr. Märiens Krämer Gegenstand: || Jüdisches vom Minori-j tätenkongrefj in Genf. | Schwarze Juden in Amerika. Von A. Alm?, New York. In einigen Vierteln New Yorks leben Negergruppen, welche sich in ihrem äußeren Aussehen durch nichts von allen anderen Negern unterscheiden, die jedoch in der ganzen Gegend als „Jewish" (Juden) bekannt sind. Es ist sonderbar, einen solchen schwarzen Juden zu sehen, wenn man zum Zweifei an seinem Judentum neigt. Der schwarze Jude wird bald beginnen zu beschwören und mit allem Möglichen zu beweisen versuchen, daß er ihr „Bruder* ist. Vielleicht genügt es nicht, wenn er hebräisch betet und auswendig vorträgt; er beginnt jiddisch zu reden. Es ist kein glänzendes Jiddisch, aber doch jiddisch und man versteht ganz gut, was er spricht. Diese schwarzen Juden sind ein Rätsel. Wer sind sie? Woher kommen sie? Dies ist schwer, genau zu ergründen. Man weiß nur soviel, daß ein Teil von ihnen aus Abessynien, Afghanistan und Siam kommt; Diesc bilden jedoch einen kleinen Teil. Die anderen sind wohl zum Judentum übergetreten, es sind Gcritn. Es ist dies aber nicht leicht festzustellen, denn jeder von ihnen ist auf sein Judentum derart stolz, daß er den Eindruck erwecken möchte, er stamme seit Generationen von Juden, vielleicht sogar von Abraham, dein Urvater. Die Synagogen der Neger. Die Neger verstellen es ausgezeichnet, sich jüdisch zu führen, was schon die Kämpfe in ihren Synagogenangelegenheiten ergeben. Es gibt in New York drei Neger- Ein Epos der Luft Regie: William A. Wellmann ^n^ajxmCHmi^lni mit Clara Bow, Charles Rogers, Richard Arien Kontinentale Uraufführung CDCDCD Wtr, Sannu. ftierfagsl^EZIEiEIEZI Ohr Schweden-Kino II., Taborstraße 1-3. Telephon 49-0-60 Vorverkauf für sieben Tage bethäuser. In allen dreien gibt es Streit wegen der Rabbiner und wegen der Wohltütigkeitsgelder. Es sind Gelder, die die schwarzen Juden bei den weißen gesammelt haben zur Erhaltung der jüdischen Negergemeinde. Die Beträge sollen nicht richtig verwendet worden sein. Es gibt also genug Kampfstoff. Schon seit einigen Jahren dauern diese Konflikte an und die Sache kam auch vor Gericht. Es gab Verdächtigungen, daß ein Teil dieser Negerjuden bloß deshalb zum Judentum übergetreten ist, um etwas von den jüdischen Geldern zu erlangen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß dies nur eine Verdächtigung der Gegner ist. In der letzten Zeit ist es etwas stiller in der jüdischen Negergemeinde gewörden. Es wird jedoch Wahrscheinlich nicht lange dauern und es werden wiederum in den jüdischen Redaktionen Neger erscheinen mit Sidurim, Machsorim und Tefilim, als Beweis ihres Judentums. Die jüdischen Neger sowie Gerim überhaupt sind bemüht, jiddisch zu erlernen in der Ueberzeugung, daß es nötig ist, um Jude zu werden, die Sprache zu sprechen. Ihre Kinder lassen sie in Jiddisch und im Beten unterrichten. Der schwarze Kantor. In Amerika ist seit mehreren Jahren der „schwarze Kantor" bekannt. Es ist dies ein Neger, der auch Konzerte mit kantoralem Programme gibt. Seine jüdischen Zuhörer sind enzückt und gerührt. Der „schwarze Kantor" singt nicht nur Gebete, sondern auch jüdische Volkslieder. Seine jiddische und hebräische Aussprache ist richtig. Von Zeit zu Zeit verschwindet er. Er veranstaltet Tourneen. Im östlichen Broadway lebt ein anderer Schwarzer, der, wenm er auch nicht Kantor ist, doch sehr gerne kantorale Melodien und jüdische Volkslieder singt. Dieser Neger hält sich gerne stundenlang in jüdischen Buchhandlungen des östlichen Broadway auif und beschäftigt sich fortwährend mit literarischen Angelegenheiten. Er kommt, singt einige jüdische Volkslieder, tanzt, gibt einige Witze auf Jiddisch zum Besten und verschwindet dann mit einem lauten Lachen. Der Negerzionist. Vor einigen Wochen habe ich einen Ncgerjunge«' kennen gelernt namens Abraham L i n c o 1 n. (Die Neger haben die Schwäche, Namen berühmter historische? Persönlichkeiten zu führen, insbesondere den Namen des Präsidenten, welcher die Neger befreit hat.) Abraham Lincoln vertn'-iic mir an, daß er Jude sei und Zionist und die feste Absicht habe, nach Erez Israel zu reisen. Ich will/— „Kalttz" (Chaluz) werden, sagte er un<i schlug sich auf die Brust. Da er. aber mittellos sei, wünsche er, daß ihn die Zionistische Organisation nach Palästina schicke. Vor einigen Tagen erschien er wiederum bei mir und vertraute mir an, daß sein Arbeitgeber, ein Jude, eine Vergnügungsreise nach Europa mache und ihn als Diener mitnehme. Abraham Lincoln war glücklich, denn wie er hörte, leben in Europa die wahren Juden und die richtiger Chassidim ... üierzlichste Qtiickwunsche anläßlich des Sfahrestuechstls naie nDTim nrnm entbieten ihten Freunden und Qästcn A. Barschak. u. Frau, Hotelrestaurant II. Große Schiffgasic ö , Errichtung eines jüdischen Schulgebäudes in Sofia. In Au Wesenheit von Vertretern 0 aller jüdischen Körperschaften der Hauptstadt, des Unterrichtsministeriums, des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten u. a. tu. fand an Sofia die Grundsteinlegung für eine neue Schule der jüdischen Gemeinde statt. In dem jüdischen Zentrum von Sofia „Yutch Bunar" soll ein monumentales Gebäude entstehen, dessen Kosten mit 3 Millionen Leva veranschlagt sind. Der Präsident der jüdischen Gemeinde und der Gemeinderabbiner betouten in ihre»- Aussprachen die große Bedeutung des jüdischen Unterrichtes. Der Inspektor des Unterrichttsministerlums sagte in seiner Aussprache, er freite sich, auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen feststellen zu können, daß sich die jüdischen- Schulen auf dem gleichen Niveau wie die Staatsschulen befinden und dank der soliden Untcrrichtsgrundliage gute. und loyale Staatsbürger erziehen. » 1100 jüdische VoIksschuHehrer in Deutschland. Die letzte Nummer der Berliner antisemitischen Zeitung „Der Stürmer" enthielt die Bemerkung, daß es jüdische Volksschullehrer in Bayern und wohl auch im; übrigen Deutschkund nicht gibt; dieser Stand-sei mit der art viel Unannehmlichkeiten verknüpft, daß der Jude gcru darauf verachtet. Die „C. V.-Zeitung" bemerkt dazu: „Es gibt zurzeit in Deutschland etwa 1100 jüdische Lehrer; von denen etwa drei Viertel als VoIksschuHehrer ausgebildet sind. Von diesen amtieren zurzeit gegen 20Ö als Volikssohullehrer, die übrigen als Religionslehrer. Als vor wenigen Jiahren der Abbau einsetzte, war die Zahl der VoIksschuHehrer erheblich größer. Allein im Gebiet des. ehemaligen Kurfürstentums Hessen gab es über 100 ein- Iclassige j ü d i s c h e V o 1 k ss c h u 1 e n. Vor der Abtrerung der östlichen Gebiete gab es in ■Obcrschlesien, Posen und Westpreußen 'an den dortigen Simultanschulen ebenfalls jüdische Lehrer in nicht unbeträchtlicher Zahl. Was die „Annehmlichkeiten" ,betrifft, unter denen, die jüdischen Lehrer wirken, so ist »u sagen, daß die große Mehrzahl der jüdischen Religionslehrer bis in die jüngste. Zeit hinein in Verhältnissen lebte, denen gegenüber die der Volksschullehrer beneidenswert zu .nennen waren. Heute noch be-. zieht nur ein Bruchteil der Religionslehrcr das Gehalt der VoliksschuUehrer." Alle jüdischen und hebräischen Volkslieder und kantoraleu Gesänge in der unvergleichlichen Wiedersehe der geräuschlosen „Golumbiau-Schallplatten finden in reichhaltigster Auswahl im Musikhaus „Excelsior". Inhaber Richard Herzog, Wien. I., Adlergasse 5, und IL, Kleine Pfarrgasse 28 (Tel. R-23-4-90). Sprechapparate aller Systeme in jeder Preislage auf Lager, ebenso alle modernen Gesangs- und Tanzschlager. Für Sprechapparate aul Wunsch auch bequeme Teilzahlung. Provinzversand per Nachnahme. E 1 ' » « Södel» Itallana dl Servlsl Marlttlml :: mnwjui.*»iimn>Ai III wöchentlich mit den Luxusdampfern 4< und f» Rcgetm&ßIg« Eillinien nach Palästina, Oriechanland, Konstantlnopel Rundfahrten Im Mittaim««* Billige So mm erfahrt ©h Auskünfte: „Sitmar", I. Kärnfaerriag 18 (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon SÖ008