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Die neue Welt · 1928-09-14 · Heft 52 (14.9.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 52 (14.9.1928)
Date
1928-09-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Niv52 DIE NEUE WELT Seite 7 * mimnimm ffliiik Engros-Prelse Engros-Prciae SENSATION Nur S 4.- Nur S 4.~ kostet nur bei mir J«<f« KÜNSTLER-GRAMMOPHONPLATTE üH wie Slrota, Roltman, Hersehman u.a. »o« wie diverse Opern- und Lachplatten In mehreren Sprechen. ■MSCHNEIER, WIEN, II., FLOSSGASSE 9/20 ^^^"^i«BHI '•«lfiiitfitiiifiitiiiii jj*iif itittisiiiiiiiiititiiiitiiiittititiiitiitiitiiiiiiiittiiitiiitt}iiiii* ii i iftittitttiii einige wichtige Fragen des Palästina-Auf baus äußerte. * Da ist zunächst die Frage des „palästinensischen Stils", der von mancher Seite angestrebt wird und über dessen voraussichtliche Entwicklung Frank insbesondere von B i a 1 i k 'befragt wurde. Der neue Stil werde in Palästina ebenso wie anderswo international sein, zumal der moderne internationale Baustil (bedingt durch das Material und die zeitgemäße Wolwibaukultur) sich an den orientalischen Stil der Vergangenheit anlehnt. Vor allem sei nicht zu wünschen, daß man immer wieder die Bauart der Moscheen imitiere. Da es jetzt vortreffliche Isolienmgsmittel gibt, seien auch im Orient die dicken Mauern überflüssig geworden, also unzweckmäßig, ebenso die winzigen Fenster. Hingegen bedinge das Klima, daß die Fensteröffnungen, insbesondere die der Wohnräume, durchaus nach dem Westen gehen, worauf die Araber 'bei ihren Bauten niemals Rücksicht genommen haben. Das häufige, mitunter sehr krasse Aburteil über das „Bauungetüm" Tel-Awiw teilt Professor Frank nicht. Eine Stadt, die in so kurzer Zeit gebaut worden sei, könne nicht anders aussehen. Hingegen seien die einzelnen Stadtteile sehr charakteristisch für ihre Bewohner, die ja aus den verschiedensten Ländern nach Palästina gekommen sind. Uebrigens hätten die meisten Häuser kurzfristige Lebensdauer und man müsse sich über einzelne : Bauexzesse nicht sonderlich aufregen. . Was "Jerusalem anlangt, hatte Professor Frank s e h r gute Eindruck e. Die neuen Bauten seien einheitlicher als in Europa. Das verwendete ausgezeichnete Material, das Gebot der Sparsamkeit und das Prinzip der Dachlosigkeit hätten hier günstig zusammengewirkt. Was hingegen gegenwärtig die Engländer bauen, sei nicht erfreulich und der nach Franks Meinimg recht verunglückte Bau der Universitätsbibliothek keine Ailctivpost des jüdischen Aufbaus, denn er finde ihn weder zweckmäßig noch' schön. Im allgemeinen lasse sich mit- Bewunderung feststellen, daß die jungen Juden Palästinas ganz ausgezeichnete Bauarbeiter geworden sind, daß man städtebaulich und in bezug auf die Bauten sowie Aulagen in den landwirtschaftlichen Siedlungen auch bisher gut beraten war, daß in einer kurzen Spanne Zeit sehr viel geleistet, eine treffliche Grundlage geschaffen wurde. Für die. Zukunft sei die rechtzeitige E r ke n n u n g d e r N o tw en d bgk ei t &n, die Vermeidung der Fehler, wie sie in Tefl-Awiw begangen wurden, und — die zweckmäßige Verwendung der vorhandenen Kräfte zu wünschen, denn leider seien auch in, Palästina gerade die besten Architekten zu wenig beschäftigt. Der Grundsatz: „Heimatstil ist nicht der beste", möge erkannt und befolgt werden. Professor Frank fand es bezeichnend, daß man an den eingereichten Projekten für das zionistische Amtsgebäude, wie bei ■ europäischen Konkurrenzen, die verschiedensten Richtungen erkennen konnte und daß die jüdischen Architekten Palästina nach enger Fühlungnahme mit den Zentren Europas streben, um aller Errungenschaften der modernen Technik und Architektur für ihre schöne und geliebte Aufgabe teilhaftig zu bleiben. Die Idee der „Stadt im Emek" hält Professor Frank für verfrüht. Aber der Kranz von Gartenstadtsiedinngen rund um Jerusalem sei erst der verheißungsvolle Anfang. Herzls Bemerkung, das alte Jerusalem sei in ein Museum zu verwandeln, werde sich aus städtebaulichen Gründen ehestens bewahrheiten müssen, denn die Häuser Alt-Jerusalems seien schon jetzt einfach unbewohnbar. Und daß die bevorstehende Entwicklung von Haifa — sowohl des Industriezentrums, als auch der Karmelstadt — mit dem beginnenden Hafenbau städtebaulich große Anforderungen stelle, müsse wohl nicht besonders hervorgehoben werden. Zum Schlüsse kam Prof. Frank noch auf die Konkurrenz selbst zu sprechen, die den Anlaß zu seiner Palästinareise gab. Die eingereichten Projekte, durchwegs Arbelten jüdischer Architektenstanden in ihrer Gesamtheit fast auf dem Niveau europäischer Wettbewerbe. Der erste Preis wurde dem Architekten Bugen Ratner zuerkannt, dessen Schöpfung Erez Israel gewiß zur Zierde gereichen wird. . A. Erste Palästinareise 5689. 13. März bis 9. April 1929. Die Anmeldungen für die' erste vom Verbände radikaler Zionislen und der Vereinigung demokratischer Zionistiimen gemeinsam mit dem Wiener Palcstine Touring Club veranstaltete Palästinareise treffen beim Sekretariate der Rciseleituiig fortlaufend ein. Es können jedoch nur jene Interessenten als definitiv angemeldet in Vormerkung genommen werden, welche das dem zur Versendung gelangten Prospekte angeheftete offizielle Aumcldiingsformular entsprechend ausgefüllt der Rciscleitung übermitteln und die Anzahlung leisten. Die Zuteilung der Kabinen erfolgt ebenfalls erst nach Einlangen der offiziellen A/irnekliingsformiilare. Es empfiehlt sich daher, dali alle diejenigen, welche bereits im Besitze des Prospektes sind, das Anmeldungsformular ehestens an das Sekretariat der Reise- 1 e i t u ii g d e r I. P a J ä s t i n a r e i s e (Fr. Berta Taubes), Wien, Ii., Böcklinstr. 92, einschicken sollen. Ueber Verlangen werden Posterlagschcinc zur Verfügung gestellt und Prospekte kostenlos zugesandt. Auskünfte werden auch auf telepltouiscliem Wege (Telephon Nr. R 43-9-19) erteilt. in Das hebräische Schulwesen Palästina« Aus dem Bericht an den Völkerbund. Der von der Palästiiiaregierung dem Völkerbund vorgelegte Bericht enthält interessante Ausführungen über das hebräische Schulwesen in Palästina. Der Bericht erläutert zunächst den Unterschied zwischen den allgemeinen hebräischen Schulen und den Schulen der Arbeiter und des Misrachi. Die Mehrheit der Arbeiterschulen befindet sich im No r (d:d i s tr i k t. Da die Eltern der Kinder hauptsächlich in der Arbeit auf dem Felde und in der Landwirtschaft beschäftigt sind, ist die Schule für die Kinder nicht bloß die Unterrichtsstätte, sondern das eigentliche Heim. In der Schule lernen die Kinder, sie werden dort ausgespeist und schlafen oft im Schulgebäude. Das Unterrichtssystem in diesen Schulen ist ein besonders interesantes. Es gibt keine festgelegte Disziplin, die Leitung befindet sich in den Händen der Kinder selbst. Es ist keine festgesetzte Stunden Einteilung vorhanden, es gibt auch keine ausgearbeiteten Lehrpläne. Die Lehrer arbeiten unter schwierigen Bedingungen, sind aber mit ganzer Seele bei ihrer Aufgabe. Vom fachlichen Standpunkt aus ergeben sich jedoch Zweifel an der Wirksamkeit dieses Experiments. Bezüglich der Fröbel-Anstalten führt der Bericht als Hauptmangel das Fehlen weiblicher Lehrkräfte an. Ein Seminar, in dem Lehrerinnen für Kindergärten herangebildet wenden, soll diesie Lücke ausfüllen. Der die Mittelschule n behandelnde Abschnitt hebt im besonderen die Bedeutung der Realschule Haifa hervor, welche sich in einem herrlichen Gebäude am Fuße des Karmel befindet. Die Schule befriedigt vollständig sowohl in bezug auf das Programm als auch auf die Qualifikation der Lehrer. Das angrenzende Technikum bietet Arbeitswerkstätten. Unterstrichen wird die physische Erziehung, welche einen weiten Spielraum einnimmt. In einem 'mustergültig geführten Internat befinden sich dreißig Zöglinge. Sodann behandelt der Bericht die Gymnasien m Tel-Awiw und Jerusalem, indem er feststellt, daß das Unterrichtsprogramm vielleicht ein zu weitgehendes ist. Das Unterrichtsniveau insbesondere des Hebräischen ist ein hohes; infolge der Vernachlässigung des Grammatikunterrichtes entbehren die Schüler einer richtigen Aussprache und auch des richtigen Schreibens. Viel Raum wird der Bibel gewidmet; die Bibel wird jedoch in den niederen Klassen zu intensiv, in den höheren Jahrgängen zu wenig kritisch unterrichtet. Die literarische und erzieherische Bedeutung des Unterrichtes der hebräischen Sprache wäre eine höhere, wenn mehr [Aufmeriksamikeit der nach'bibüschen, der klassisch-hc-i bräischen Poesie gewidmet werden würde. Der Unterricht des Englischen steht auf einem verhältnismäßig niedrigen N i v e a u. Man könnte nach Ansicht des Re&ierungsberichtes die der englischen Sprache gewidmeten Stunden vermehren. Lord Melchett spendet 1000 Pfund für den Keren Hajessod. Wie die Zionistische Organisation mitteilt, hat Lord Melchett (Sir Alfred Mond), der Präsident der englischen zionistischen Föderation, die diesjährige Keren Hajessod- Aktion der englischen Zionisten mit einer Spende von 1000 Pfunid eingeleitet. Die „Jüdische Partei" der Tschechoslowakei, In Trentschin-Teplitz fand am 2. September eine sehr stark besuchte Sitzung des Präsidiums und der Exekutive der national eingestellten „Jüdischen Partei" für die Slowakei und Karpathorußland statt, in welcher in Anlehnung an die Beschlüsse des Kaschauer Par Oh!____wie fein! Das müll MIM-Rasiercreme seht! Die neue schäumende Lavendel- RASIERCREME 6 besondere Vorteile: 1. Cr«migar Schaum. 2. Kein Eintrocknen. 3. Schonen d«r Hi ngen. 4. Kein Brennen. 8. Hygienisch. 6. Lavendelduft Zum Preist von S 1,25 und 2,50 überall erhältlich Wenn Sie sich nicht gleich zum Ankauf einer Orlglnaltube entschließen können, verlangen Sie Probetube Nr. 18 gegen Einsendung von 30 g (in Marken oder barem) von M. E. Mayer, Wien, X.. Pernerstonerg. 57 Das gleiche köstliche Lavendel-Parfum, das den eleganten Herrn so gut kleidet, trögt MEM> LAVENDEL-WASSER, köstlich erfrischend nach dem Rasieren, auch als I'asclientuch-Parfum und Toilette-Wasser MEM'LAVENOEL-SeiFE ist die klassische, große, ovale Seife (Marke: Rotpunkt auf jedem Stück), S 1.80 und 1.40. Probestücke gegen 30 (Droschen in Marken iti-EStlAYER, WIEN teitages festgelegt wurde, daß die Partei bei den kommenden Wahlen zu den Bezirks- und Landesvertretungen, denen große politische Bedeutung zukommt, •selbständig auftreten solle. Das Parteipräsidium wurde beauftragt, die notwendigen Vorbereitungen f ü r d i e iW a h 1 e n zu treffen. Es wurde ferner beschlossen, das zehnjährige Jubiläum der tschechoslowakischen Republik durch eine Reihe großzügiger Veranstaltungen festlich zu begehen; und unter dem Namen „Masaryk-Fonds" eine Stiftung für begabte jüdische, Schüler in der Tschechoslowakei! zti errichten. Das Parteipräsidium wurde beauftragt, den organisatorischen Ausbau der Partei zu vollenden. An den Präsidenten der Republik, Professor Masaryk, wurde ein Begrüßungstelcgratnm gesandt. Eine Bombenaffäre in New York. Im Hause des Kosoher-Gefliigelhändilers Josef H*oa e n p r a t s in Brooklyn explodierte eine von unbekannter .Hand in die Wohnung gescihirnuggeite Bombe <uaid verletzte das Ehepaar Hosenprats, deren neunjährige Tochter, den Inhaber der Nachbarwohnaing Abraham Herrscher und dessen Tochter Klara zäum Teil sehr schwer. Das zweistöckige Haois, iin welchem diese beiden Familien wohnten, wurde zerstört. Hosenprats erklärte der Untersuchungsbehörde, er sei dessen sicher, daß die Bombe von A«enten des Koscher-Gef 1 ügeltrusts gelegt worden war, aus Rache dafür, daß er den Trust bekämpft, der die Koscher-Geflügelpreise möglichst hoch hadten w#J. Die Affäre hat in New York großes Aufsehen erregt. Die Untersuchung wiird nach der Richtung geführt, o*b tatsächlich eine Verschwörung des Trusts gegen die Geiltigelkleinhändler besteht, tun diese der Diktatur des Trusts gefügig zu machen. Der Skandal des Trust der Koscher-Geflügelhändter in New York zieht immer weitere Kreise. 55 Mitglieder des Trusts sind in Untersuchung gezogen worden. Richter in dieser Angelegenheit ist Julian W. Mack. Alle Beschuldigten leugnen, sich gegen das Trustgesetz vergangen oder mit der Bombenaffäre etwas zu tun gehabt zu haben. Man berechnet, daß der Trust Gewinne in Höhe von 12 Millionen Dollar aus der jüdischen Bevölkerung herausgeholt hat. Es wird gefordert, daß die Rabbinerverbände zu der Angelegenheit Stellung nehmen und sich für eine Regelung des Geflügelhandels einsetzen sollen. Iii Sc et am CSa ■■■<t^ Hinan ftthl1!? ein ordentliches Bett. Auch aus Ihrem schlechten mache 11199611 9lt£y Waas* llinmi ■ I jcn ihnen ein gutes. Lassen Sie sich von mir beraten. 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