Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 51 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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SeJte IQ die mm mir Nr. 51 zeigen einstens eines der vornehmsten Ziele der Hakoah schien. Es war eben unmöglich, die sportliche Oeffentlichkeit darüber hinwegzutäuschen, daß die Hakoah auf dem Gebiete des Amateurfußballsports so gut wie nichts geleistet hat. Daß Juden für Geld auch Fußballspielen erlernen können, war auch von jenen, die unsere körperlichen Fähigkeiten immer negierten und verächtlich auf die angebliche „jüdische Minderheit" herab sehen, nie geleugnet worden. Die Hakoah hätte eben, um ein schon bis zum Ueberdruß abgeleiertes aber leicht er reichbar gewesenes Beispiel noch einmal zu nennen, die Leistungen der Cricketer nachahmen müssen, wollte sie ihrem Programm treu bleiben, Resümee: Die den Profes sionals gewährte Probezeit hat also, auch von dem kläglichen Verlauf der letzten FußbaMsaison und dem Abstieg in die zweite Klasse abgesehen, mit einem finanziellen, sportlichen und vor allem moralischen Defizit geendigt. Diese Tatsache ist, das muß festgehalten werden, von niemandem, auch von den Initiatoren der neuen Professionalkampagne nicht, widerlegt worden 1 Man hat zwar troer alle Bemühungen der Anhänger der Amateuridee sehr empört getan, aber niemals auch nur den leisesten Versuch gemacht, eines ihrer Argumente gegen den Professional •Ismus zu widerlegen. Man hat fich lieber vorsichtshalber mit der Feststellung begnügt, daß auch unter den Freunden des Professionalismus „ehrliche Zionisten" zu finden seien. . Unter solchen Umständen drängt sich jedem denkenden Menschen die Frage auf, wozu also der für die jüdischnationale Sportbewegung gänzlich unnötige und in vielfacher Beziehung schädliche Professionalismus um jeden Preiswieder ins Leben gerufen werden soll, was sich die Herren des vielgenannten Proponentenkomitces inklusive der darin befindlichen Zionisten eigentlich davon erwarten. Die Antwort ist einfach: Wenn der Professional i s m u s dem jüdischen Sport finanziell keinen Nutzen bringt, in s p o r 11 i c h e r B ez i e hü n g zwecklos, ja sogar schädlich ist, wenn ferner auf die körperliche Ausbildung d e r j üdi seh e n M a s s en — wie das an de n alt-en Sportklub Ha'koah gestellte Ansinn e n, :» u f die Aufstellung von Amateurteams überhaupt zu verzichten, beweist — ebenfalls ke in We r t gelegt wird, so bleibt eben nur der'Schluß übrig, daß den neuen Herren i n d er Hakoah der n a 11 on al j üdische Spor t gleichgültig ist oder, um einen bezeichnenden Wiener Ausdruck zu gebrauchen, stagelgrün aufliegt, die blau-weiße Dreß der neuen jüdischen Professionalmannschaft eben nur dazu dienen soll, die Betriebskosten dieser aus. jüdischen Spielern bestehenden Berufsgruppe durch das jüdische Publikum decken zu lassen. Unterstützt wird dieses Bestreben durch die momentan günstigen Bedingungen, an der zweiten Professionalliga den ersten Platz und damit die Erstklassigkeit zu erobern. Daß dies kein für einen zionistischen Verein erstrebenswertes Ziel darstellt, habe ich schon einmal ausgeführt, wobei ich heute noch besonders betonen möchte, daß ein Professionalklub Hakoah, der ja a u ch finanziell niemals solid fundiert sein kann — es wurde auch von selten der Professionalmacher zugegeben, daß er sich niemals selbständig aus seinen regulären Einnahmen erhalten könnte — ständig in der Gefahr eines neuen Debakels schweben würde. Die Entscheidung, die in der Generalversammlung der. Hakoah fallen soll, wird also eine ungemein bedeutungsvolle, : .in erster Linie für die Hakoah, aber a u c h f ü r die: am jüdischen Amateursport interessierten Kreise sein. Es wird sich zeigen, ob jene, die die jüdische Jugend durch völlige Unterdrückung oder durch eine Beschränkung des Amateurfußballsports auf Junioren unter 16 Jahren, wie es das eingangs erwähnte, mit Dr. Löhner abgeschlossene Kompromiß vorsah, systematisch zum Berufssport drängen, den in der Hakoah vorhandenen Zionisten eine weitere Mitarbeit in der Hakoah unmöglich machen werden. Schließlich wird es jeder bewußte Zionist als mit seinem Gewissen für unvereinbar halten, noch weiter in einem Verein zu arbeiten, der dem Berufsspielertum zuliebe und um dem jüdischen Publikum einen Nervenkitzel zu bereiten, an seine elementarsten Pflichtenvergißt. Darüber muß s i c h d i e General. Versammlung klar sein: Auch, nur die geringste Benachteiligung des Amateursports, wie sie schon durch das Bestehen einer Professionalsektion gegeben wäre, bedeutet das Ende der Hakoah als jüdischnationaler Verein, denn eine Hakoah ohne zionistisches Hinterland ist ein Nonsens und wäre frü unsere Renaissancebewegung nicht wichtiger als etwa die „Union" oder ein beliebiger Gesejligkeitsverein. Dr. Viktor Much. Alle jüdischen uud hebräischen Volkslieder und kantoralen Gesänge in der unvergleichlichen Wiedersehe der geräuschlosen ,,Columbia"-Schallplatten finden :K. in reichhaltigster Auswahl im Musikhaus „Excelsior", Inhaber Richard Herzog, Wien. I., Adlengasse 5, und II., Kleine P*arrgasse 28 (Tel. R-23-4-90). Sprechapparate aller Systeme in jeder Preislage auf Lager, ebenso alle modernen Gesangs- und Tanzschlager. Für Sprechapparate auf Wunsch auch bequeme Teilzahlung. Provinzversand per Nachnahme. E Haben Sie zerrissene Schuhe? Reparaturen schnell und billig. 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Neujahrsgratulation(en) zum Preise von diesen Betrag gleichzeitig mit diesem Bestell- Text (deutlich ausfüllen): Name:............................................................................................................ Adresse: ...........................................».........•.............................................. .................................................., den..................................1928 Hakoah—Donau 9:1 (3:1). Donau-Platz, 3500 Zuschauer, Schiedsrichter Edelmann. H.aikoah: Oppenheim; Scheuer, Feädmann; Fried, Stroß, Pollak; Kaitz, Heß, Neufeld;, Mausner, Schweinburger. Donau: Wielander; Walisch, Gnan; Strohmayer, Marx, Haiderlein; Feichtingier, Zawadil, Staad, Hora'k, Sock. Wieder hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, so daß der Donau- Plate polizeilich gesperrt werden mußte. Es war auch sonst ein recht bewegtes Match. Es gab groß« Aufregung und Zusammenstöße im Zuschauerräume, Ausschlüsse, Verletzungen und Elfer. Ha'koah lieferte unter der Führung Scheu ers ein sehr gutes Spiel, voller Elan und Aufopferung, wie seinerzeit, als es galt, die Erstklassigst zu erringen. Sehr gut war die Verteidigung, nur Feld mann etwas zu massiv. In der Deckung 'vollbrachte Stroß trotz einer Verletzung eine großartige Leistung, die große Ueberraschung brachte aber Mausner, der famoses Stürmerspiel zeigte. Neben ihm fielen N e u f e 1 d unö K a t z, obwohl auch sie gut spielten, stark ab. Schon in der 10. Minute schießt Schweinburger das erste Tor, ihm folgt Mausner in der 14. Minute mit einem Prachttreffcr, Katz erzielt dann einen dritten Treffer, Feldmann wird wegen eines derben Fouls ausgeschlossen. Den iddktierten Freistoß verwandelt Gnan (3:1). Stroß wird verletzt und scheidet vorübergehend aus. Nach der Pause erhöht Mausner in der 2. Minute auf 4 :1, dann köpfelt Stroß nach einem Korner ins Tor (5:1). Ein Elfer, von Neufeld verwandelt, ergibt einen weiteren Treffer, Neufeld und Haiderlein werden verletzt und pausieren kurze Zeit, fn der 39. Minute skort Mausner und drei Minuten vor Schluß stellt Neufeld das Endresultat her. Die Griechenland.Reise der Grazer Hakoah. Die Grazer Hakoah, die bei den verschiedenen Aus- Isudsspielen schöne Erfolge errungen hat, unternimmt 'kommende Woche eine Reise nach Griechenland. Die Grazer hätten in mehreren Städten gastieren sollen. Mit Rücksicht auf die Faeberepidemie, werden die Hakoabner nur in Saloniki, das als fieberfrei gilt, drei Kämpfe austragen. Außer dieser Reise hat die Grazer Hakoah große Pläne, die vor der Verwirklichung stehen. Isziu Gansl, der bekannte internationale Spieler, der auch bei der Grazer Hakoah längere Zeit rrcirtwirkte, hat für diesen Verein eine Reise nach Tunis abgeschlossen, fm Frühjahr 1929 wird der jüdische Klub anläßlich seines zehnjährigen Bestandes eine große Sportwoche abhalten. Das Wiener jüdische Amateurtcam wurde bereits zu dieser Veranstaltung eingeladen. Die Grazer Hakoah hat dank der tüchtigen Arbeit der Herren Milan Frei b er g er (Präsident) und Erwin Löwy (Sektionsleiter) in der letzten Zeit sich mächtig entwickelt. Der Verein wird jetzt auf reiner nationaler Basis geführt, alle Spieler sind reine Amateure und bis auf Schächter, der aus Wien kam, sind alle aus der Jungmannschalt hervorgegangen. Auch jetzt haben die Hakoabner die beste Jungmanschaft Steiermarks. Die Spiele sind immer gut besucht. Im Gegensatz zu der Wiener Kultusgemeinde, die für den jüdischen Sport wenig übrig hat, hat die Grazer Kultusgemeinde die Hakoah mit 1000 Schilling subventioniert. Der bisherige Trainer Major Gütz wurde vom W. A. C. nach Wien verpflichtet. In der Meisterschaft der ersten Klasse nimmt die Hakoah den dritten Platz ein. An den bisherigen Matches nahmen folgende Spieler teil: Max Kraus, Bettclheim, Schächter, Gürtler I, Burstin I, Grünhut, Fürst, Burstin II, Kraus, Burstin III, Gürtler II und Holzer. Wir werden über die Griechenland-Reise dieses aufstrebenden jüdischen Amateurvereines ausführlich berichten. _ Austritte aus dem Judentum. Schönthal Gisela;, geb. 3. IX. 1898, Wien, ledig, XVI., Seeböckgasse 30. — Prem Grete geb. Tellheim, 9. IV. 1897, Wien, verh., Beamtin, I., Spiegelgasse 23. — Lippert Ilona geb. Groß, 4. II. 1904, Komorn, verh., XV., Wurmsergasse 45. — Hamber Edmund, geb. 25. VII. 1S93, Wien, verh., VI., Mariahilferstraße 47, dessen Frau Maria, geb. Hunatschek, 3. VIII. 1891, und Kinder: Margarete, geb. 5. VW. 1921, Wien, Liselotte, geb. 21. IX. 1922, Wien, Gertrude, geb. 1. IX. 1927, Wien. — Pollak Brunhilde, geb. Füller, M.. VIII. 1901, ger. gesch., III., Siegelgasse 1. Fuchs Paul, geb. 18. Juni 1899, Wien, ledig, Ingenieur, VII., Schottenieldgasse 89. — Schnek Johanna, geb. 4. X. '1907, Wien, ledig, IM., Haidingergasse 29. Schlichter Dora, geb. 9. V. 1897, Wien, ledig, VI., Loquaiplatz 11. — Hirschler Ernst, geb. 1. I. 1888, lllnitz, ledig, XVH'L, Hernalser Hauptstraße 200. — Holzmann Irma, geb. 10. VII. 1904, Wien, ledig, X., Sennefeltdergasse 1. — Raucher Leon, geb. 10. X. 1900, Podwoloczysika, ledig, X., Hasengasse 53. — Pollak Karl, geb. 11." VI. 1905, Wien, ledig, X., Erlachgasse 126. — Pollak Paul, geb. 14. I. 1907, Wien, ledig, selbe Adresse. — Popper Leopold, geb. 18. XII., 1903, Wien, ledig, Ii, Jungstraße 5. — Bachrich Ernst Einanuel, 30. V; 1892, Wien, ledig, IL, Untere Augartenstraße 36. — Gerstmann Cäcrtie, geb. 27. IV. 1894, Wien, ledig, I., Kärntnerriwg 9. ~ Srulovici Pepl, geb. 16. VM. 1907, Revaoanti, ledig, XVI., Gablenzgasse 42. — Hernfeld Frieda, geb. 26. XI. 1905, Szered, ledig, IL, Ybhsstraße 46. — Hennenberg Lili, geb. Haas, 4. VIII. 1893, Wien, verh., IL, Darwingasse 26, und ihre Kinder: Hedwig, geb. 31. XII. 1922 und Mosa Cosima, geb. 17. XII. 1927. — Kosser Sali, geb. 20. X. 1896, Wien, ledig, IL, Novarragasse 13, und deren Tochter Charlotte, 23. IX. 1924, Wien. — Medak Melanie, geb. 13. IL 1908, Wien, ledig, IL, Schmelzgasse 5. — Diamantstein Margarete Anna, geb. Finster, 22. XII. 1899, Wien, verh., VIII., Florianigasse 54, und deren Sohn Hans Heinz, geb. 1. VIII. 1922, Wien. Es lohnt sich die mit hervorragendem (künstlerischen Geschmack und verblüffend dekorativer Wirkung neu ausgestatteten 26 Schaufenster des bekannten Warenhauses Brüder Schiffmann, IL, Taborstraßc. 48, einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Was die Dame im kommenden Herbst „trägt", zeigt Ihnen eine kleine Auslese der allerneuesten Modefarben von Stoff und Seide in entzückenden Dessins, deren reizende Anordnung und harmonische Abstimmung dem schönheitsliebenden Auge -wohltut. 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