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Die neue Welt · 1928-08-24 · Heft 49 (24.8.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 49 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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r Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 49 Utters auch antisemitische Zurufe dcistcte, ihn •nicht in ärgster Weise benachteiligt hätte. Kadpm-ah wird gegen den Schiedsrichter die Anzeige erstatten. Der Verein stellte folgende Mannschaft: Müntzer; Großmann, Altona; Panzer, Kaplan, Kroiser; Poltok, Hauser, FrischJer, Selzer, Kleiner. Das letzte Qualiftkatioiisniatdi trägt Kadimah gegen die Wr. Sparta aus. Die Aussichten der jüdischen Amateurvereine in der nächsten Saison. An der kommenden Meisterschaft werden folgende jüdisdhe Vereine teilneihimen: Hasimonea, Hagjfbor, Kadimah, Makkabi, Menorah .und Hechawer. Der S. C. Hasmonea hat seine Mannschaft reorganisiert und dürfte in der Herbstsaison günstig abschneiden. Was dem Verein fehlt, ist eine tüchtige Leitung. Spielermaterial ist genügend vonhandeni. Sonntag tritt d*r jüdische Verein gegen die Wiener Sparta an. Eine bedeutende Verstärkung Ihat der S. C. Hagibor enfalhren,- der ebenfalls der zweiten Klasse Ost angehört. Im ersten Match hat Haigübor den exerstkkssigen D. A. C. geschlagen und soll sicher gewinnen. In die spielstarkste Gruppe wurde Makkabi eingereiht. Der jüdische Verein wird scharf kämpfen müssen, «.m die Führung an sich zu reißen. Sonntag Ihat Makikabi in dem S; C. Weißgärber keinen gleichwertigen Gegner. Das internationale Hakoah-Schwiminfest. Wie bereits berichtet, veranstaltet die Halkoaih am 24., 25. und 26. August im Däanaibad ein großes internationales Meeting, an dam die oilympischen Sieger lind Weltrekordler Martha No.relius, Arne Borg, Kojac und Crafoibe teilnehmen. Die Vielseitigkeit dieser Schwimmer kann man auch daraus erkennen, daß Arne Borg in Wien über kurze, mittlere und lange Strecken, Kojac über kurze FreistMistreoken, kurze und mittlere Rüokenstreöken, und Martlha Norelius, der weibliche Arne Borg, ebenfalls von der kürzesten bis zur längsten Strecke antreten wird. Dadurch, daß .man an jedem Albend von diesen Sclhwiirramkünstlern eine andere Seite ihres Könnens bewundern kann, wird das Programm entsprechend abwechslungsreich sein. Die Einteilungspraxis des Verbandes. . Nachi langer Zeit wurden endlich die Klassen reorganisiert und die Vereine nach Tuniichkeit bezirksweise in Gruppen eingeteilt. Am ärgsten is>t bei der Einteilung der S. C. M akk-abi betroffen worden. Nicht nur, daß man diesem Verein die ehrlich erkämpfte Meisters c h a f t gen o an m e n ihat,'wurde Malkikaibi von der dritten Klasse Ost in die dritte Klasse Süd versetzt. Dieser Gruppe gehören meistens Vereine von Meidiing und Favoriten an. Ein Protest in dieser Sache wird kämm etwas holen, denn es. handelt sich ja nur um einen jüdischen Klub. Hakoah voraussichtlicher Wasserballmeister. *" Trotz der letzten Niederlage gegen E. W. A. S. K. hat der jüdische Verein die besten Aussichten, zum drittenmal die Wasserbalimeistersclhaft zu gewinnen. Die Rangordnung in der Tabelle lautet: 1. E. W. A. S. K. (6 Punkte), Hakoah- (6), Vierina (2), W. A. C. (2), Austria (2), Donau (0). * In der zweiten Klasse führt Hakoah ungeschlagen mit 6 Punkten und einem Torverhältnis 15 :4 vor E.W.A.S.K. (6 Punkte). Große Erfolge der jüdischen Fußballvereine in Polen. In Polen konnten die jüdischen Fußballvereine mit Ausnahme der Lemberger Hasmonea alle ihre Spiele überlegen gewinnen. In der Ligameisterschaft kämpfte Hasmonea gegen den Lodzer S.C. 2 :2 unentschieden. Der jüdische Verein stellte folgende Mannschaft: Blumenblat, Balsam, Bimboch; Fleischer, Horowitz, Schneider; Urich, Krümholz, Grünberg, Steusmann, Redler. In der Kreismeisterschift siegte Makkabi (Krakau) gegen Podgorze 4:1. In Ra dorn gewann Makkabi gegen Radomianka 2:1. Bei den Siegern bot der Tormann Goldberg eine vorzügliche Leistung. Durch diesen Erfolg führt Makkabi in der Klasse B vor Proch und Sokot (Kielce) und hat die besten Aussichten, die Meisterschaft zu erringen. In.Plock feierte Makkabi gegen Sila einen mühe- 'losen 4:1-Sieg. Die Tore erzielten Strzyp (2), Pelegryc und Szatän. In Wloclanek triumphierte Makkabi gegen den spielstarken T. K. S. (Torun) 1 :0. Hakoah (Bedzii\) schlug den S.C. Stadion 2 :1. In' Dobrowa Dornicza gewann der S. C. Makkabi gegen seinen erbitterten Gegner Zaglebie 5:3. In der Vorentscheidung um die Kreismeisterschaft siegte in Grodno Makkabi gegen Kraftem 2:1. Das Spiel Hakoah (Luniniec) gegen Strzelecendete 1 :0 für Hakoah. « * Der S.C. Makkabi trägt im Herbst folgende Meisterschaftsspiele aus:: 26. August gegen Weißgerber, 9. September Sparta XII, 16. September Sturm 07, 30. September Blitz X,. 14. Oktober A. B.C., 21. Oktober Wiener Herz, 28. Oktober Triester F. C, 11. November Ajax, 18. November N. F. C, 25. November Margaretener S. C. Der Schwlmmlä'nderkampf Oesterreich gegen Tschechoslowakei, der am 26. August in Budweis stattfinden sollte, wurde wegen des Schwimmfestes der Hakoah für den 1. und 2. September verschoben. Artur Kolisch, der kurze Zeit als Sektionsleiter des F.C. Hakoah fungierte, hat seine Stelle zurückgelegt. Der Hakoah-Kunstspringer Billig wurde bei den Studentenweltmeisterschaften in Paris im Kunst- und Turmspringen Dritter. Sternberg, der jüdische Auswahlverteidiger von J inest, ist r. ii New {York übersiedelt und wird für die ÜUats tätig sein. Hasmonea. Samstag, 8 Uhr, Spielerversammlung, Einzahlung und Aufstellung. Sonntag Meisterschaft. — Menorah. Freitag, 8 Uhr, Spielerversammlung und Aufstellung. — Hechawer. Samstag, 8 Uhr, wichtige Mitgliederversammlung. — K a d i m a h. Samstag, ^9 Uhr, Spielerversammlung und Aufstellung. Sonntag, letztes Qualifikationsspiel. — Makkabi. Samstag, 8 Uhr, Spielerversammlung. Hakoah (Graz) unterlag im Meisterschaftsspiel gegen Sturm 2:4 (2:2), Hakoah führte bereits 2:0. Beide Tore für den jüdischen Verein erzielte Burstin. pillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ I Hill - UI m VEREINIGTE VERSICHERUNGS- M Ü AKTIENGESELLSCHAFT IN WIEN §j Hl Feuer-, Einbruch-, Transportversicherungen aller §!§ =§ Art Hagel- und Tierversicherung Kautlons-Verss untreuungsVersicherung, Maschinenbruchversi- r=a cherung, Unfall- und Haftpflichtversicherung zu 55 vorteilhaftesten ßedlngungen §=j Üi Direktion: §|§ jl WIEN, IX. KOLINGASSE NUMMER 6 j| §=§ Generalrepräsentanz: §=jj H WIEN, I. DOMINIK AN ERB ASTEi 21 || lllllllllllllllW Die Tribüne. Ein Sprechsaal für unsere Leser Das Hevesi-Memorandum für Trianon. Wo bleibt die Antwort der Wiener Judengemeinde? Der Oberraibibiner und der Vorstand der Pester Nco- [foigeii'geimeinde haben vor mehreren Wochen ein hebräisches Memorandum an aille größeren Juden-gemein den der Weit versendet. Interessant ist, daß dieses ominöse Memorandum n'n hefbrä'isoher Sprache verfaßt ist, wodurch sein Initiator und Autor, der Erizassimiiant und Bekäimpifer des leibendiitgen Hebräisch, doikuroentiert, daß die hebräische doch nicht bloß die Sprache der Synagoge und der Gebete ist, wie er und auch seine Gesinnaingsverwandten von der österreichischen Union so gerne und so oft behaupten, sondern auch als Sprache der magyarischen Irredenta Verwendung iind-en kann. Dieses hebräische Memorandum einhält nicht weniger als eine feierliche Auffordeiruiiig an alle Judenigemeinden, auch an die in den von Ungarn abgetrennten Gebieten, daß sie sich für die Außerikraftsetzuwg des Vertrages von Trianon und für die Wiederherstellung der alten Grenzen Unigarns einsetzen sollen. Die Jüdische Partei in der Slowakei sowie melhrere größere J.udengemeinden haben sich beeilt, gegen diese unerhörte v Zumutung der, magyarischen Asstoilationsjuden ö f if e n t J'i c h und energisch zu protestieren. Hingegen wurde nichts darüber verlautbart, db und welche Stellung unsere J u d e n >g e m e i n d e in W i e n, die doch das in Rede stehende Memorandum gleich allen größeren Gemeinden erfragten haben mußte, zu dieser magyarisch-israelitisph-irredentistischen Aufforderung genommen hat. Eine entsprechende Stellungnahme unserer Gemeinde wäre umso notwendiger, da es sich doch be'i dieser irredentistischen Aufforderung von einer Seite, die der derzeitigen Majorität unseres Kültiusvorstandes in vielen Belangen so nahesteht, auch .darum handelt, daß das Bu r g e n<l a nd von Oesterredcih aibgetrennt und Ungarn zurückgegeben werde. S. D. Austritte aus dem Judentum. Reich Viktor, geb. 14. VI. 1909 Wien, led., XX., Burghardtgasse 22. — Glüxmann Helene, geh. Rosekana, geb. 15. XU. 1875 Wien, verh., XX., Rauscherstraße 12. — Brauchbar Siegfried, geb. 13. V. 1898 Kremsier, verh., XV., Oeverseestraße 2. — Fingerhut Helene, geb. 9. XII. 1891 Wien, led., XIV., Holochergasse 11, und deren Schwester Fingerhut Ernestine, geb. 2. XII. 1861 Wien. — Fischmann Martha, geb. 16. II. 1902 Wien, led., II., Nestroygasse 9. — Dr. Deutsch Georg, geb. 1. V. 1897, Wien, led., Vl'I., Kirchengasse 43. — Adler Karl, geb. 17. IV. 1902 Wien, verh., XX., Brigittagasse 8. — Schwarz Josef, geb. 18. VII. 1891 Wien, gesch., XX., Denisgasse 4. — Fleischer Gertrud, geb. 20. V. 1905 Wien, led., XX., Jägerstraße 5. — Vogel Leopoldine, geb. Steinberger, geb. 10. X. 1894 Schwechat, verh., I., Stubenring 22, und deren Kind Vogel Louise Johanna, geb. 4. MI. 1924 Edlach. — Frankl Margarete, geb. SaiV, geb. 16. VI. 1888 Prag, verh., IM., Reisnerstraße 16, und deren Sahn Frankl Erwin, geb. 18. X. 1913 Wien, led., Mittelschüler. — Dr, Jellinek Paul, geb. 31. X. 1897 Wien, verh., Chemilker, I., Bartensteinga'sse 8, und dessen Frau Jellinek Usa, geb. Fürth, geb. 1. IX. 1904 Wien. — Brück Wilhelm, geb. 19. III. 1895 Podwoloczyska, led., XVII., Leitermeyergasse 6. — Deutseh Otto, geb. 26. VIC 1891 Wien, verh., XIX., Sieveringerstraße 175, und dessen Enkelin Deutsch Ruth, geb. 21. IX. 1923 Wien, verh. — Zborka Emma, geb. Lichtenstein, geb. 1. II. 1899 Wien, verh., V., Gießaufgasse 1. — Horowitz Fanny, geb; Butterwelch, geb. 10. VII. 1886 Lemberg, gesch., XII,, Schönbrunnerstraße 232. — Komi Wilhelm, geb. 28. XII. 1888 Wien, WHwer. XX.t Dairwnsira&e 38, SCHOLEM ALEJCHEM: MENACHEM MENDEL. (Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz.) Copyright 1921 by R. Löwit. Wien und Leipzig. (32. Fortsetzung.) Wie er diese Worte hört und noch dazu liest, daß ebender Mojsche Nissel Kimbak den Schadchonim fünfhundert bar auf die Hand beim Tcilcrbrcclicn zugesagt hat und ein Extrahonorar von der anderen Seite — da springt mein Reb Uscher auf, faßt mich bei der Hand und ruft: „Masel-tow, Reb Menachem Mendel, wir haben ein Geschäft gemacht. Ich habe" — sagt er — „bei Euch im Körbel, wenn ich recht sehe, Eierkuchen gesehen,, Tee, Zucker und noch was Feines; es wäre nicht schlecht/' — sagt er — inzwischen eine kleine Probe zu machen,1 und wenn wirV so Gott will, in Frieden nach Chwastow kommen, da werdet Ihr so gut sein, Euch um heißes Wasser zu bemühen. Ich habe" — sagt er — „be- Euch einen Teekessel gesehen; da wollen wir uns an «in paar Teegläschen wärmen. Und wahrscheinlich" — sagt er — „kriegen wir auf dem Bahnhof auch ein Schnäpschen, so siebenundfünfziggrädig; da wollen wir in einem Aufwaschen" — sagt er — „aufs Wohl meines Edelmannesaus Jarmelinetz und Eures Jampoler Emporkömmlings trinken, der krank ist vor Sehnsucht nach der Hochzeit; sie möge" — sagt er — „zu guter, glücklicher Stunde sein." „Amen," — sage ich — „aus Eurem Munde gleich zu Gottes Ohr! Aber die Sache geht gar nicht so schnell,!"' — sage ich — „wie wir sie bereden." Da fällt er mir ins Wort, der Schadehen nämlich: „Laßt Euch sagen, Reb Menachem Mendel," — sagt er — „Ihr wißt nicht, mit wem Ihr's zu tun habt. Ihr habt keinen Schulbuben vor Euch. Ihr sprecht jetzt" — sagt er — „mit einem weltbekannten Schadehen, der Reb Uscher genannt wird und der nicht so viel Haare auf dem Kopf hat, wieviel Heiraten er schon mit Seines lieben Namens Hilfe zusammengebracht hat. Wir beide" — sagt er — „mögen so viele Hunderter im Vermögen haben, wieviel Ehepaare sich schon mit meiner Hilfe geschieden haben und wieder verheiratet und wieder geschieden ... „Ich," — sagt er — „ich brauche nur einen Blick auf ein Verzeichnis zu werfen, da merke ich sofort, ob es gehen wird oder nicht. Euer Mojsche Nissel" — sagt er — „gefällt mir, freilich muß da etwas faul sein, denn wie wäre es möglich," — sagt er ~ „daß er so aufs Ausheiraten fliegt und Extiageschenke für die Schadchonim verspricht? Ich sehe schon," — sagt er — „da muß irgendwo ein Wurm sitzen. Also ein wurmstichiger Apfel ..." „Ja, aber" — sage ich, „was ist da zu tun?" „Zu tun" — sagt er — „ist Zda eine einfache Sache: Wir müssen uns bald trennen," — sagt er — „jeder nach einer anderen Richtung; ich" — sagt er — „nach Jarmelinetz zu meinem wohledlen Reb Itzikel Taschratz und Ihr nach Jampol zu Eurem Mojsche Nissvji Kimbak. Selbstverständlich! Wir beide" — sagt er — „müssen alle Geigen klingen lassen. Ihr Eurerseits mült dazusehen, daß eben der wurmstichige Apfel etwas zulegt und ich meinerseits" — sagt er — „will mit aller Kraft drauf losarbeiten, daß mein Taschratz wirklich die volle Hälfte gibt, wie er mir geschrieben hat. Denn das ist nicht so einfach" —• sagt er — „mit einem! Juden;, der mit Vornehmheit handelt." Wie Du siehst, meine teure Gattin, hat die Sache als Scherz angefangen, rein zum Spaß, und daraus wurde wahrhaftiger Ernst; denn über kurz oder lang waren wir in Chwastow. In Chwastow angekommen, haben wir vor allem Tee getrunken,, dazu fein gefrühstückt und uns daran gemacht, die Sache sehr ernsthaft zu besprechen. Mir war die Sache anfangs unangenehm: Was für ein Schadcheu bin ich? Und seit wann bin ich Herr über fremde Notizen? Schließlich — wenn man's ordentlich betrachtet, ist das doch Raub! Wie wenn wer einen Beutel voll Gold verloren hätte und ich habe ihn eingesteckt. Doch wenn man's wieder von der anderen Seite besieht — kommt jemand zu Schaden? Nein. Denn wird was daraus, so gehfs auf Halbpart! Ich bin doch kein Dieb und Räuber, der fremdes Eigentum nimmt! Kurz und gut, ich habe mir die Sache von allen Seiten angesehen und es ist dabei geblieben, daß wir beide uns auf den Weg machen, er nach Jarmelinetz» ich nach Jampol. Verabredet haben wir folgendes: Sowie ich ankomme, soll ich ganz genau auskundschaften, was der Grund ist, daß Mojsche Nissel Kimbak es mit dem Ausheiraten so eilig hat. Wenn ich mir dann das Haus angesehen habe und die ganze Sache mir gefällt, soll ich ihm nach Jarmelinetz telegraphieren: so und so; darauf wird er mir zurücktelegraphieren* so und so; und dann wird man etwa nach Schmerinka zur Beschau fahren, und wenn das Paar für einander bestimmt ist, wird es Hochzeit geben. „Das Wichtigste" — sag-t er zu mir — „müßt Ihr in acht nehmen, Reb Menachem Mendel; keine Kosten scheuen und depeschieren. , Denn bei einer Heirat" — sagt er —■ „sind die Depeschen die Hauptsache ..." „Wenn ein Brautvater" — sagt er — „eine Depesche sieht, holt ihn der Teufel ..." Nun, es war so weit; wie wir die Fahrkrten lösen — da stellt sich heraus, daß mein Allerweltschadchen Reb Uscher nicht Geld genug für die Reise hat. Er hat sich ■— sagt er — bis auf den letzten Groschen für Depeschen ausgegeben. „Ich wünsche Euch, alle Monate das zu verdienen," — sagt er — „was'mich in einer Woche die Depeschen samt den Telegrammen kosten." Begreifst Du jetzt? So ein Geschäft hat ein Schadehen! Kurz und ( gut, der Zug wartet doch nicht;* so habe ich meine paar. J Rubel zulegen müssen; denn wegen des Reisegeldes geht

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