Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 48 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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DK NEUE WELT "v- Seite» Die Krise im Sportklub „Hakoah". Vorläufig haben die Professionals Recht behalten. — Am 10. September entscheidende Generalversammlung. — Präsident Dr. Lohner. — Beda behauptet, daß alle bisherigen Beschlüsse ungültig sind. — Er kündigt rücksichtsloses Vorgehen gegen die Professionalgruppe an. ^Mr.-4B Theater und Kunst* Lydia Potockaja in Wien. Nach einer erfolgreichen Tournee durch Polen, Rumäatea. and «(He Randstaaten ist die berühmte jüdische Sohottscltelertn Lydia Potockaja in Wien eingetroffen, um hier eine kanze Erholung zu genießen. Frau Potockaja wiederholt hi den genannten Ländern ihre Tournee und dürfte im Spätherbst an efner Wiiener Buhne ein Gastspiel absolvieren. Ihr Repertoire erstreckt sich von Schiller bis Wedeklnd und Hauptmann, was der beste Beweis für die Spannweite ihrer Darstcllungskunst ist. Selbstverständlich aeigt sie die Höhepunkte ihres Talentes in den Bühnenstücken von J. Gordin bis H. Leiwik. Eine Darstellung dieser überaus interessanten Künstlerin, die den Weg von der russischen Böhne über die deutsche zum jiddischen Theater fand, behalten wir uns vor. Autorenrecht und Synagogenkomposiuonen. Aus P a ris wird uns berichtet: Seit langem schwebten Verhandlungen zwischen dem Pariser Verband der 'Autorerfkomponisten und -Verleger mit der Verwaltung der Synagogen von Paris, um ein Abkommen hinsichtlich der Wahrung des Urheberrechtes bei den in Synagogen zum Vortrage gelangenden Kompositionen zu erzielen. In den Pariser Synagogen werden beim Gottesdienst sehr oft moderne Kompositionen oder Kompositionen verstorbener Tondichter dein synagogalen Gesang angepaßt und mm Vortrag gebracht Hiedarch fühlten sich die Komponisten sowohl als ihre Verleger stark benachteiligt Die Verhandlungen warden dieser Tage mit einem beide Teile befriedigenden Ueberemikormnen abgeschlossen. Jadische Künstlerspiele dm Theater Reklame. Diese Böhne, welche wahrend ihres einjährigen Bestandes sich einen großen Freundeskreis geschaffen hat, trifft gegenwärtig die ¥oBberedtungen für die kommende Spielzeit. Aaöer dem Stammensemble werden prominente Kräfte aus Polen engagiert Da die bühnenteohnischen Arbeiten in den nächsten Tagen beendet sein werden, hofft die Theaterleftong, das {Haas anfangs September eröffnen zu können. Eäne Reihe Ibedetttsamer jiddischer und ins Jiddische übersetzter Biühateaweflrföo ernsten orad heiteren Genres wird an dien Kfinsfletspäeten zm Aufführung gelangen. Als Er- QffiiWBggHwrotetoig wforf Schalom Asch' „Kidd tisch h&&cfoie&rf* (Gflai^ensmartyrittm), das zu den erfolg- BeÄdisten Stücke» der jtoJntech-jkidisohen "Fheatereaison getföet, txäb den netten Kräften 'vorbereitet Jföfische Ktmst in Paris. Der Jüdische Maler R u b e n, l&ssea Weriee, mehr als fünfzig Bilder* in der Galerie Dfeaaet zwar Ausstellung gelangten, hat sich nach Amerika begeben, lAtrfseben erregte das. Gruppenbild „Meine Faraäfc4*, dos der gewesene HagMcomnrissär von Palästina, £öüd Pfabme% iör das m errichtende jadis-eifie Na- 68<M»a>*n>^s«e<icMn fax Jerusalem angekauft ha t Was Mortis Schwarz spielen? Ate r3r8fimtngs- WÄSfeönng der oeaen Spfieizefi; bat Morris Schwarz für setoKunsttheaterSohalomAsoh* „/Kl&dasch hasch ein" ^Gaanben&ütariiyAlun^ festgesetzt. Außerdem sind im Repedwtoe x*ongesebenc J>wr &o4*nmu von H. Leiwik, 9&ti**fä*f* von Siafoesipeai«, »Gott, Mensch <md Teufel" von Gopcßn, J»a*o* £Io«lö" von H. Sackler, „Es war e&xwn »I* von Scäwraer-RottenbeKg; *H n n d e k no« b e n" iwon BSnko, »Mos««" von C HaroptonittT außerdem Stücke mm T«*echow; ßebatom Modn&m, iR. iBfcschbem, JuKteofotn, OSÜfeäl sind. AndTejew. Bernhard Wittler isM m den «öebsten "Sagen eine €ästsp4eireis© nach Rumänien an. Bin Arbeiterdrama von H. Leiwft. Im Warschauer Kaan3nsidri!Eheatefr vwßide iL Leiwik« neues Arbeiterdrama »Äafc5<e-ih LvctetowP mit großem Erfolg, aufgeführt. Dte neuen Tjeiephonnuniraem der Anzeigemverwaltung unseres Blattei, Annoneen-Exipedftian Heinrich Scbafek, Wien; L, WolfcjoHe 11, lauten R 26-0-81, R 26-0-82, Elisabeth-Hehn. An der Frauengewerbescbule für Weißnäben und Kleidermachen mit Oeffentldchkei tsrecht •des Dr. Krüger-Heim, früher ,£lisafoethheim'\ II., Maizgasse 7, Tel. 48-5-40, finden die Einschreibungen täglich von 10 bfs 12 und von 15 bis 17 Uhr inklusive Samstag statt. Externe S 25, Interne S 115 .pro Monat, Samstag geschlossen. Streng ritueller Hausha'lc. Vom Steltennwkt: Ständig günstig» Aussichten für Leute mit Sprachkenntnissen. 'Eine Folge der grundlegenden Aenderungen des Aufbaues unserer Wirtschaft ist die Teilung des Exportes: Markenartikelhersteller, Maschinenfabro-ken und andere Produktionsmittelerzeuger gehen z/am direkten Export über, bauen eigene Exportabetilungen auf — dem Exporthandel bleiben meist nur noch die Konsum- und Massenartikel. Das heißt mit anderen Worten: 20.000 deutsche Maschinen'fabri'ken und die ungezählten Firmen aller Branchen, die ihre Artikel als Markenware führen, werden in den nächsten fünf Jahren einen ständig wachsenden Bedarf an fremdsprachigen Korrespondenten, sprachkundigen Stenotypistinnen 'und anderem sprachkundigen Büropersonal haben. . Der Bedarf' unserer Industrie an sprachkundigen Ingenieuren und Monteuren wird im gleichen Maße steigen. Jedier beruflich Tätige sollte sich daher so schnell wie möglich Sprachkenntnisse aneignen oder vorhandene, lückenhafte Sprachkenntnisse ergänzen. Dabei muß er aber recht gründlich vorgeben, d. h, zur „Methode ToussanM-angenscheidt" greifen, denn der Selbstunterricht nach dieser Methode aliein gibt ihm die Gewähr, daß er die fremden Sprachen nicht nur gut lesen, sondern auch fließend sprechen und einwandfrei schreiben lernt. Die Laugcnschcidrschc'Verlagsbuchhandlung in Berliu-Schöneberg gibt eine. Probelektion dieses Unterrichtes auf Wunsch kostenlos. Versuchen Sie einmal ihren Unterricht und schreiben sie noch heute eine Postkarte nach Berlin-Schönebergl Nennen Sie aber auch die Sprache, för <** Sie «ttevease^lrafecti, ig Das Proponentenkomitee, welches einen vom alten Sportklub „Hakoah" gesonderten Profcssionalklub gleichen Namens gegründet hat, kündigte in den Zeitungen an, daß seine Forderungen seitens der Leitung der „Hakoah" erfüllt wurden. Das heißt: Das Recht auf Führung des Namens „Hakoah" und die Auflassung der Amateur-Fußballsektion des alten Klubs sind zugesichert. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß dem österreichischen Fußballverband diese Beschlüsse offiziell bekanntgegeben wurden. Jetzt meldet sich der Präsident der „Hakoah" Dr. Fritz L ö h n e rßeda zu Worte, also derjenige, der eigentlich allein befugt ist, bindende Erklärungen abzugeben, und sagt: . „Der Beschluß, die Amateur-Fußballsektion der Hakoah den Profis zulieb aufzugeben, geht von einigen unverantwortlichen Herren des Vorstandes aus und ist rechtsungültig. In dieser Angelegenheit gibt es keine Konzession, die Amateursektion der Hakoah bleibt erhalten. Sämtliche Sektionsleitcr, die den Sportklub Hakoah repräsentieren, stehen offiziell hinter mir und werden die Treibereien, die von diversen Projektemachern in meiner Abwesenheit riskiert worden sind, unschädlich machen. Gegen diese unglaublichen und den Ruf der Hakoah schädigenden. Aktionen gibt es nur ein Mittel: Die Generalversammlung. Sie ist für den 10. September angesetzt und wird ein großes Reinemachen bringen. Das Proponentenkomitee muß weggejagt werden! Eine neue Sanierungsaktion, die ich nach meiner Rückkehr einleiten werde, wird hoffentlich die restlichen Schulden, die dem Klub aus der übelsten Zeit des Professionalismus übrig geblieben sind, tilgen, und die Hakoah von Sorgen befreien. Dann wird die Hakoah das werden, was mir seinerzeit bei der Gründung vorschwebte: Der große j ii d i s c h e, unpolitische und reine Amateur- S p'c r t k I u b!" *■ Was jetzt folgen wird, wenn nicht im letzten Augenblick die Einsicht siegt, ist klar: Gegenseitige Beschuldigungen häßlichster Art und ein. Gezänk, das dem Rufe der „Hakoam", die noch vor kurzem und mit Recht ein Liebling des jüdischen Publikums war, großen Schaden zufügen wird. Wir können wieder nur an das jüdische Gefühl der Beteiligten appellieren und sie auffordern, das unseWge Projekt der Enhaltung eines. Professionalklubs mit jüdischem Namen endlich aufzugeben, freiwillig und in Frieden. Die Proponenten des Professionalklubs, unter welchen sich hochverdiente Zionisten und selbstlose Förderer der jüdischen Sache befinden und denen lautere Motive absolut zuzubilligen sind, müssen , nach reiflicher Ueberlegung zur Einsicht gelangen, daß. ihr Plan undurchführbar scheint, jedenfalls aber über die allernächste Zeit hinaus keinerlei. Garantien für den Bestand ihrer Gründung bietet. Ein zweiter Zu-sammenbruch wäre eine traurige Sache. *; Die Generalversammlung. Die Veränderung, die mit der Fußballsektion der Hakoah vor sich gehen soll, bedarf natürlich der Genehmigung einer Gemcralversairimlung, Man hat aber bereits ohne die Generalversammlung zu befragen, alles erledigt und hofft, daß die Mitglieder ihre Zustimmung geben werden. Wie bereits gemeldet, findet die Generalversammlung am 10. September,- 7 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Post, 1. Bez., Fleischmarkt 21, statt. Zutritt haben nur jene Mitglieder, die zumindest das zweite und dnitte Quartal 1928 voll eingezahlt haben. Zöglinge können der Generalversammlung auf der Galerie gegen Vorweisung der Legitimation beiwohnen. Tagesordnung: 1. Referate: a) der Leitung und des Sekretariats; b) der Sektionen; c) des Kassiers; d) der Revisoren. 2. Generaldebatte. 3. Bericht des PerimamehzaU'Sschusses: a) Anträge und Vorschläge; b) Statutcn- . änderungen. 4. Neuwahlen. 5.. Eventuelles. Anträge zur Generalversammlung müssen statutenmäßig spätestens acht Tage vor der Generalversammlung, das ist bis zum 2. September, 6 Uhr abends, schriftlich dem Sekretariat übergeben werden. Der bekannte Schiedsrichter D. Grün bäum ersucht uns mitzuteilen, daß er im Fußballklub Hakoah keine Funktion übernehmen wird. Herr Grünbaum hat seine Mitarbeit lediglich dem Sportklub Hakoah zur Verfügung gestellt. Iszo Gansl in Tunis. Iszo Gansl, der einstmals berühmte Internationale der Hakoah, dessen W.iriken die Blauweiißen in erster Linie seinerzeit ihren glanzvollen Aufstieg zu vefdanken hatten, ist vor einigen Tagen nach Tunis abgereist. Gansl hat, wie bereits berichtet, einen günstigen Vertrag als Trainer und Manager erhalten und dürfte dazu beitragen, den Wcttspiclvcrkchr zwischen Europa und dem Norden Afri'kas rege zu gestalten.. Gansl findet im Fußballsport seines neuen Wirkungskreises ein unbebautes Feld, so daß bei seinem hohen Können und Spiiclverständnis sein Engagement für Tunis zweifellos den Beginn eines rapiden Ansteigens der dortigen Fußballklassc bedeuten wird. Das erste Match des F. C. Hakoafi. Der Professional F. C. Hakoah trug das erste Spiel gegen den erstklassiigen Amatcurvcrein Viktoria 1 aus und siegte 3:0. Die Tore erzielten Mausner (2) .und Lebensbaum. Aufstellung: Oppenheim; Dr. Vogelfänger, Scheuer; Stroß, Löw.inger, Birnbaum: Lebensbaum, Schweok, Wortmann, Mausner, Fischer 2. Hakoah im Wasserball geschlagen. Nach einer überlegenen Sicgcsserie erlitt Hakoah gegen 1. W. A. S. K. eine überraschende 4:6-Niederlagc. Die jüdische Mannschaft spielte schwächer als sonst. Für Haikoah waren Rosenblatt (2) und Flcsch (2) erfolgreich. Das dritte Handballspiel der „Hakoah" in Theben. Zum drittenmal in dieser Saison brachte die Hakoah in diesem Sommer ein Handballspiel in dem Thebener Strandbad zur Austragung, und wieder wurde .es ein voller Erfolg der Veranstalter, da das Bad voltkommen ausverkauft war. Die Hakoah hatte sich diesmal die harte Rapidmannschaft zum Partner gewählt. Beide 'Mannschaften führten ein schnelles' und hochinteressantes Spiel vor. Schiedsrichter T i 1 c h u c r, der das Spiiel gut leitete pfiff das Spiel um 4 Uhr an. Beide Mannschaften stellten bis auf je zwei Ersatzleute die komplette Mqisterschaftsmänn-schaft. Die Hakoah, gegen die Sojinc .spielend, greift vehement au und hat in der ersten Hälfte mit ihrem Longpassinggame besten Erfolg und.liegt bald,mit 4:1 in Führung, doch bald setzt sich die größere Routine der Grünen, durch, und diese holen noch vor der Pause zwei Tore auf. Nach Halbzeit verletzt sich der Hakoahtormann bei einer Robinsonade und kann den Schüssen der Rapidstürmer keinen Widerstand mehr entgegensetzen, womit für die Blauen das Spiel verloren ist. Hübsch erleidet ohne Verschulden eines Gegners eine Gesiehtsvcrletzung und muß «ine' Viertelstunde pausieren. Rapid hat unterdessen mit 6:4 die Führung an sich gerissen, doch trotz dem Fehlen ihres besten Mannes kämpfen die Blau-Weißen mit Ambition, und Breuer verringert mit einem Prachttor die Differenz. Die Hakoah setzt nun zum Gegenangriff ein, doch ist Homme, der wieder seine alte Form gefunden hat, in Hochform und verhindert den Ausgleich. Nach dem.Schlußpfifif werden beide Mannschaften lebhaft akklamniert. Nach dem Spiel fanden Ringkämpfe statt,* wobei es dem Hakoahhandballer Kurz gelang, seinen Gegner G r ü n w a 1 d (Makkabäa, Preßburg) auf beide Schultern zu legen. Die Veranstalter haben gegen vollen Spesenersatz die Damen der Hakoah für kommenden Sonntag zum Retourspiel gegen Zwirnfabnfk (Preßburg) zu Gast geladen. Pollak, der FMigeHäu'feT der Hakoah, will schon in der nächsten Zeit Wien verlassen, um ein Engagement in Boston arrüutreten. Das Kartell der wehrhaften jüdisch-akademischen Verbindungen A, V. „Wbamonte* und I. A. V. „EininÄh" zu Wien erfüllt liiemit die traurige Pflicht, allen A. H. A. H., i. a. B. B., Bb. Bb. und allen Fieunden Mitteilung zu machen von dem plötzlichen Ableben ihtes Heben fit llt XXX, XX. FX, X, X, X welcher nach kurzem tückischen Leiden am 8. August 1928 verschieden ist Wir haben unseren teuren, unvergeßlichen Bundesbruder Flor am Freitag den 10. d?M„ K2r30l!Hir-vormittags, auf dem Zentralfriedhofe (neue Israel. Abteilung, HI. Tor) zu Grabe getragen. I. A. 4 k t 1 M *a*4-e-!i.' V e r M n 4■«-n,^* o>t I. A.V.pOnttfnah" «and. mar«. Iis* Tfee« 4zl. ('I.X P. d A. H. Verbannt Dr. Max H6nlf«r Dr,n<f<h>:f Roaiiftr tyutt Borg« PMHPWPI A,*., r:-ti. A, H. Verband: Rudolf Q|*s)M«r Wladimir Lobart log.Fiitdriph8le0s