Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 48 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Die NEUE WELT Nr. 48 Richter in Deutschland* i , —y. Das Hamburger Gericht beruft sich auf das Leipziger Reichsgericht. Diese letztere höchste richterliche Behörde Deutschlands .hat zu Recht erkannt, daß der Ausdruck Juden republik nur als eine politische Kritik zu werten sei, die sich dagegen wende, daß ein der Bevölkerungsrelation nicht entsprechender 'Einfluß der Juden bei der Gründling der Republik im Spiel gewesen war. Die Begründung widerspricht der Logik, dem Gerechtigkeitsgefühl und den geschichtlichen Tatsachen. Aber das bedeutet nichts für das deutsche Gericht, dem es nicht darauf ankommt, seine antijüdischen Gefühle durch eine gewalttätige Verrenkung aller Tatsachen zu demonstrieren. Daß sie sich damit gegen die Republik als solche stellen und sie zu diffamieren glauben, ist so ziemlich das ärgste Stück, das sich die hinter der Immunität geduckte Feigheit leistet. Nebenher aber geht noch die Heuchelei dieser Ritter vom verbogenen Paragraphen, die den Juden auch noch die K 1 a ge 1 e g i t i m a ti o n bestreiten wollen. Ks ist ja keine Beleidigung der Juden, es ist bloß die Feststellung der Wahrheit, daß die Juden in diesem Staat zu v i e 1 M'a chtbe sitzen und der Lump, der sich an den Juden hat reiben wollen, würde doch eher den Orden. „Pour le merite" verdienen. Der deutsche Judenhaß, ist der Stammvater der slawisch-rumänisch-magyarischen Judenfresserei. Er ist-das gefährlichste und auch widerlichste Produkt des germanischen Chauvinismus, weil er sich immer irgendwie in ein Gesetz einhüllt und eine Scheinwahrheit zu verkünden vorgibt. Er ist die Lüge an sich und wenn man es unternimmt, ihren Winkelzügcn nachzugehen, so gerät man sehr, bald H» einen Sumpf, ohne Ausweg. Die Spielart aber, die durch R e i c h s g e r i c h t s u r t e i 1 zum Rang eines p h i 1 o s o P h i s c h e n A x i o m s erhoben wird, verbindet das Bekenntnis zum Pogrom mit der reaktionären Tendenz und sie ist doppelt beachtenswert. In dem mit Gewaltmethoden, mit Bolschewismus' und Fascismus liebäugelnden Europa ist es nur allzu beliebt,, die Minorität herauszustellen, die man mit allen Sünden beladen kann, und wenn,sich auch .noch die 'Möglichkeit bietet, diese'Mihorität religiös-national anzukreiden, so wird die: Sache dem Janhagel schmackhafter. Der militaristische Grundton der deutschen'Politik bedingt es. daß auch das Rechtsleben von strategischen Qesichtspün'kten beherrscht wird. Es ist-die Möltkes-che Lehre gewesen, nur .dann anzugreifen;' wenn man sich in" der Mehrheit weiß (im letzten Krieg ist dieses/ Prinzip^ auch von' den Gegnern angewendet worden und hat sich bewährt) und die Maxime läßt sich gegen die Juden trefflich verwerten. Sie gewährleistet täglich einen. Sieg und das will in der'so freudenarmen^eit .schon 'etWas sagen. Setzt man den Begriff R e.p u b I i k mit J u den gleich, so hat man die Möglichkeit,;b e i d e herabzusetzen und bald den Sack, bald, den Esel zu schlagen. Haßt das Volk die Juden, so wird es auf diesem Umweg gegen die Staatsform geführt pour i'honrieur du roi de Prusse; flucht es über die Republik, die noch immer nicht die Schäden der Kriegszeit heilen kann, so wird ihm gesagt, daß doch „die Juden" diese Republik geschaffen haben. Und von wem wird das gesagt? Nicht von irgend einem Maulaufreißer ä la Hitler, sondern von dem. Reich sg e r ic h t in Leipzig; von dem höchsten Kadi. Steh auf, Deutscher und bleib stramm stehen! Das wird dir gesagt — im Namen der Republik! Es wird freilich nicht die jüdische Ehre verletzt, wenn so ein deutscher Herrenmensch sich ausgeeifert. Er will ja die deutsche Ehre treffen, . die Staatsform, für die sich heute gut . die Hälfte des Volkes ausspricht. Und darin, daß er sie durch die Bezeichnung „jüdisch" zu depravieren vermeint, liegt die Gemeinheit der Gesinnung. Es ist >a ziem-, lieh nebensächlich, daß so ein deutscher Richter sich von der Republik bezahlen läßt und daß er nichts dabei findet, daß die gar so übermächtigen Juden auch sein Gehalt leisten. Aber es ist nicht nebensächlich, daß so ein Richter a u c h ü ber J u d e n z u urteilen -hat und wenn man die Gefahr sehen will, die darin liegt, so braucht man nur an den Magdeburger Fabrikanten Haas und an den WeN marer Oberstaatsanwalt Frieders« sich zu erinnern. Das sind Fälle, die in die Augen stechen. Wie vieie solcher mag es geben, die in der Gerichtsr ubrik der Zeitungen verschwinden, ■ Fälle, in denen der jüdische Angeklagte oder auch Kläger heimlich in einer Ecke abgewürgt wird. Von Rechts wegen. Das deutsche Reichsgericht ist die oberste juristische Stelle einer Nation, die nicht aufhört, gegen das Versailler Schanddiktat anzukämpfen und das Unrecht, das an Deutschen begangen wurde, weil sie Deutsche sind, zu beklagen. Wo die Organe dieses Volkes über die Macht verfügen, dort begehen sie dieselben Verbrechen und den Juden gegenüber wenden sie ihre Macht am meisten und liebsten an. Ans ainem inneren Empfinden heraus, den« Juden* nasses; gehört m ihrem Wesen wie der Hund zum 2Benn Sie 6rf)tneraett fyabett bann erinnern <Sic ftd) bitte an btc gonuxlamy* Original Bernau. 2>et für untren Uftcitidjenftoty uttroürbiajtc Qu* ftani) tft c§, toenn h>ir folteritbc, lörpcrltdjc ödnucr* jen cribitlteit müffcn, tuic ftc bic am ffäufiflfteu auf* tvetenbeu Äran%it§befd;lücrbc ftetS j«r ftolgc M>cn. 35Me fläfllid) tft ba fetbft ber 9Jiäcl)tiajtc auf Arbeit! Won) fyilflofcr jeiflt ftd} bic mcnfcbJKcfc Olm* mad)t, toetm ein armes *"Äinb, ein geliebter franfet üJlitmenfd) ft(b in ©Ameisen rotnbet unb alle «ufere Siebe it)m fetne #tlfe bringen lann.?ll§ ÜRettunfl aus biefer £)I)ttmad)t, aU ba§ lpunberöollftc Wtinti jur faft foforttgeit um>c!fllriä)(iä)cn @d)m«jHnbe«» tttttß*) iift btm ber mcbiijiinüfdjen ftorfcbnna, ber legten ftaljrc baS Stä)t «rfamtt rootben. mfyt ba§ clelttifdje 8td;t, „elefttifd)c ©omten" genannter ^intmerBctäcr, ittd;t ba§ £td)t <bct Don fiauftcrern unb 5Öev4nnbgeiä)äften angebotenen SBlaultajtaWmratc fonbetn bic biutübctfüncitbc Söitfmtfl (£t»>örämU* iDtrfung) ber Icudjteitbait 20ätmefttöl)lett bete Soüur/ lampe — Orifltttal £aunu — (nicfyt ju bcvnied)feln mit ben unfia^tbaven ultrabiolettcu .§eUftwIjfctt ber betanuten dta*$Iampc MÄünftIid)c .^cnifanne" Original Ipanan — toclä)c,bic .$a»t bräunen unb auf gang anberen ßkibteten itufecrgeftüö^nl!id;e§ leiften.) 2)cr S8eft| einer ©oEurlantbc — Original $<m<su — ift für alle ^amilienmitgliebcr bic ftd)eijftc .fcitfc bei ©ebmerjett unb ibie h>i.rJfoiufte Vorbereitung für bic $nlfrfciffcnn<flcn be§ 2ltjte§. 3>ic ©ofluraantpe fann an jebem Stdjtfontofft nngefd)loffcn werben. @. 155 ab ftabril fitn^ ober (^ef^äftäftette SBien. Verlangen @fe foftcnto§i bic tuteteffantc ©efdjrcibuitg bön - ber Quarzlampen-Gesellschaft m.b.H., Hanau a.M. Zweigfabrik Line a. D.t Postfach 298. Goschfiftsstolle In Wltnj Hl. Kundmanngasse 12, Telephon U 11-2-27 (Vertreter Karl Her*). *) S^mcrjtinbtruitji bei ©tdjt unb JRb^uma unb ©eftdptjSueuxalgien, bei 2)rüffenfd>ivtcllungcn, bei (gnt^ünbungeit ber SKanbetn, bc§ sJDiittelol)rg, ber @tmt'l)öbtcn, be§ ■Äc^IfobfcS unb ber Suftrobjc .(Singina), bei üBronc^ial^lftlnua, ©(^merjlinbetHiifl bei ^nfeftenftieben, gurunfeln, ^c^cnfcfiu^ ftetfem 9?adeu, entjünbtid;eu ©iterungen, ©.bortbcrlcfeungcu, «eljnenjerritngcn, ^rellungen, Ouetfc^ungen, Ver= Jtaudjttnflcn, berfteiften ©elettfcn, Vlittcrgüffen in SinbcgelDebcu ober ©cleufen, ©ctenFentjünbungcu. (S^merathtbevuitfl; bei 3ö,^nf^lci'3cn -invb 9laa> fAiiterscn naä) 3a^när^tlid;eit Operationen, bei Sur^clfjant* unb Änod^cn^autcntsünbuug (bic. fo? genannte ^biefe Vacle"), bei .^ämorrluubcu, bei ©nt* suubungen ber- .^obett Unb 9ZcbcnI>oi)eit unb ber 5)3ro* ftota (Vorfteljerbrüfc).. Sic ©#mciftlinbcrttnfl bei Vranbtouuftsu unb 9Ji€nftrnattctnSfduucviien ift bc^ fonbcvS fc-ncuSvctcf); audj Sd)uu.bfcn iuirb fofbrt ge^= nü'fbert (hierbei Vkütfiltcr)': ^urnnfcl crl»eid)en unb enttecren .ftd; fd>mevslo§.: Äwcr)enibi*ud>c l>ctleu fdniellcr. Floh. Dann aber auch aus der Erziehung. Sie haben in ihrer Hochschule gelernt, daß die Juden nach der Weltmacht streben (die das Germanentum als Versprechen Wotans für sich reserviert hat) und daß die Juden auf der Seite der Entente stehen. Also behandeln sie nach guter' Ludendorffsoher Manier die Juden als Geiseln. Der Entente können sie nicht an den Leib, aber an den Juden kann sich der. hochgemute Sinn austoben. Auf die harmloseste Art. Mit dem Gesetz, und wo es nicht ausreicht, dort gibts noch Richter in Deutschland. Sind sie nicht in Leipzig, so sind sie in Hamburg. Für gewöhnlich aber sind sie überall. Die Erde sich hn Kreislauf dreht Seit unermeßlich langer Frist; Doch immer gleich in Qualität Der gute Huber-Essig ist. Ein Hitler-Individuum. Der verantwortliche Redakteur der völkischen Wochenschrift ,,Der Frankfurter Beobachter", Leopold Gut er er, hätte die Tatsache, daß im Mai bei der Einweihung eines Kriegerdenkmals auf dorn Sachsenhausener Friedhof neben dem Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen auch der Rabbiner Dr. Salzberger, hatte zum Anlaß genommen, diesen auf das schwerste zu beleidigen. Das erweiterte Schöffengericht verurteilte den völkischen Redakteur wegen öffentlicher Beleidigung und Vergehens gegen § 8, Absatz 2 des Republjk-Sohutzgesefczes zai einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte niemals Frontsoldat gewesen sei, sondern zu Beginn de« Krieges noch in der Quarta gesessen habe, während Rabbiner Dr. Salzbergcr als freiwilliger Feldgeistlicher an der Front das Seelsorgeamt ausübte. Strafversetzung des antisemitischen Landgerichtsrats GelHn. Der Diszipünarscuat des Qberlandcsgericlites Breslau verhandele in öffentlicher Sitzung gegen Landesgeriphtsrat Gell in, einen getauften Juden, der, wie erinnerlich, ton März 4. J. wegen öffentliplier Beleidigung des demokratischen Abgeordneten Herrmann und un* flätiger antisemitischer Aeußerungen in einem öffentlichen Lokal sowie auch wegen beleidigender Aeußerungen gegen die republikanische Regierung zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Der Staatsanwalt beantragte Dienstentlassung, weil sich Gelliu d'urch sein Verhalten als Richter unmöglich gemacht habe. Der Senat erkannte auf Strafversetzung und 300 Mark Geldbuße. Brief aus Polen. Von unserem Warschauer N. R.-Berichterstatter. Ein Offizier überfällt orthodoxe Juden. Zwei Delegierte der Aguda bereisen Polen, dici Herren Goodheim und Löwenstein. Beide Herren; befanden sich Mittwoch nachts in Gesellschaft mehrerer orthodoxer Juden im Restaurationssaal des Krakauer Bahnhofes. Als orthodoxe Juden behielten die Herren Goodheim und Löwenstein sowie ihre Gesellschaft die Hüte auf dem Kopf. Nach einiger Zeit kam ein Kellner und ersuchte sie, die Hüte abzunehmen. Die Herren GoooV heim und Löwenstein waren als Ausländer sehr verwundert, da es im Ausland selbstverständlich ist und toleriert wird, aus rituellen Gründen die Kopfbedeckung auch in einem Lokal aufzubehalten, und sagten dies dem Kellner. Kaum hatte sieh der Kellner entfernt, so traten auf die Gesellschaft ein Offizier und ein Herr, der herumschrie, daß er Reserveoffizier sei, zu. Sie überfielen die ruhig an ihrem Tisch sitzenden Juden mit Stöcken, rissen ihnen die Hüte von den Köpfen und schlugen sie sodann mit Faulsten. Es entstand ein Tumult. Ein Teil des Publikums solidarisierte sich mit dem Vorgehen der Offiziere und beschimpfte die Überfallenen Juden. Es fand sich kein Organ der Sicherheitsbehörde,. das diesem Vorgehen ein Ende gemacht hätte. Erst nach einiger Zeit kam ein Polizeiagent, welcher seine Amtstätigkeit mit der Feststeilung der Identität der U e b e r f a 11 en e n begann. Inzwischen fand es der Offizier angezeigt, zu verschwinden. Es ist charakteristisch, daß der Polizeiagent die Überfallenen Juden zu überzeugen versuchte, daß sie, die den Fall provoziert haben, zufrieden sein dürfen, da ja auch eine andere Wendung möglich gewesen wäre, der Offizier hätte schießen können. Der Polizeiagent riet, die Angelegenheit zu vertuschen. Herr Goodheim ist britischer, Herr Löwenstein holländischer Staatsbürger. Beide wollen bei ihren Konsulaten in Warschau Schutz suchen. * Schüler eines polnischen Waisenhauses schänden unter Leitung ihres Lehrers einen jüdischen Friedhof. In der Ortschaft Dworzec, Wojwodschaft Nowogrodek, befindet sich ein polnisches Waisenhaus. Die Lehrer machten mit; ihren Schülern einen Ausflug außerhalb der Stadt. Beim Vorbeigehen am jüdischen Friedhof gingen die Erzieher mit den Zöglingen hinein und haben dort viele Gräber geschändet und 17 Grabsteine arg beschädigt. Als dieser Vorfall im Städtchen bekannt wurde, bemächtigte sich der jüdischen Bevölkerung eine starke Aufregung. . Eine Delegation begab sich in das Polizeikommissariat und erhob Anklage gegen die Ver- ^yaltung des Waisenhauses., Der Leiter des Polizcikomtnissai:iate3. nahiii..^\.!Prßtpfeoil.' auf. Bald., darauf" hat der Geistliche^ "des': 'Örtes^' 'der* einsah, daß die Erzieher in ihrer Feindschaft gegen die Juden über das Ziel geschosseia haben, einige angesehene Juden zu sich geladen uind sie gebeten, keine .weiteren Schritte zu unternehmen. Es hat den Anschein, daß die ganze Sache mit dem Protokoll ihr Bewenden finden wird. Der stellvertretende polnische Ministerpräsident Mo-. raezewski zensuriert jüdische Abgeordnete. In Polen weilen derzeit die Delegierten der. Fedc-' ration der polnischen Juden in Amerika, die Herren Z. Tigcl und Hcrsch Kopelman. Herr Kopelman ist auch Direktor des „Rias". Der Zweck der Reise beider Herren ist, sich mit der wirtschaftlichen Lage, des polnischen' Judentums genauer vertraut zu machen. Sie haben mit jüdischen Abgeordneten, Senatoren, Leitern der Kreditorganisationen, der Emigrantenverbände und der Sanitätsgesellschaften sowie mit den in Betracht kommenden Regierungsstellen in Warschau und in der Provinz Fühlung] genommen. Herr Tigel regte unter anderem die Gründung einer jüdisch-amerikanischen Handelskammer au, deren Aufgabe es wäre, die Durchführung von Handels-Transaktionen zu ermöglichen.Vor einigen Tagen wurde Herr Tigel vom Minister für öffentliche Arbeiten, Moraczewski, welcher den beurlaubten Ministerpräsidenten vertritt, empfangen. Im Laufe der Unterredung erklärte der stellver*» tretende Ministerpräsident, daß die Regierung die ErreN chung einer guten Verständigung zwischen Jude« ttnd Polen suche, hiebei treffe sie aber auf Schwierigkeiten: seitens der Juden selbst, hauptsächlich seitens der sogenannten „Grün bau m"-Gruppe. Herr Tigel erwiderte, daß der Abgeordnete Grünbaum, als er in Amerika weilte, dort als aufrichtiger Freund aufgetreten ist, und einen solchen sah man in ihm in Amerika sowohl in den Kreisen' der amerikanischen Regierung sowie der dortigen polnischen Gesellschaft. Es ist doch sonderbar, daß ein Ministe/ sich herausnimmt, einem anerkannten Führer und Vertreter der jüdischen Bevölkerung in Polen Zensuren! w erteilen. Abgesehen davon, daß »eine Aeußerang richtig ist — Abgeordneter Grünbaium war der erste, >der den Maiumschwung Pilsudskis begrüßte — behindert 8m die« jedoch nicht, nach wie vor mutig die Rechte der Juden zu verteidigen und auf die Unterlassungen undi Verfehlungen auch der Pilsudskl-Regierung den Juden ge* genüber hinzuweisen. Es mag dies für die jetzigen. Machthaber weder bequem noch erwünscht sein. Minister Moraezewski irrt auch, wenn er meint, daß der Abgeordnete' Grünbaum sich Innerhalb der jüdischen Bevölkerung in der Minderheit befinde. Hinter dem Abgeordneten Grünbäum steht, wie es die Wahlen bewiesen haben, unerschütterlich die überwiegende Mehrheit des polnischen Judeivtums. Es wiird d*r Regierung nicht anderes Öbris bieJbeo, «Je-dtoe Tatoach« ww^^wnrien «rad a«MMm»itäeeoffr ,