Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 47 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 47 Inzwischen wurde bereits die Generalversammlung auf den 10. September angesetzt. Um dem jüdischen Sport eine große Blamage zu ersparen, könnten wir nur noch zum letztenmal raten: Rückkehr zum Amateurismus. Präsidialsitzung des Makkabi- Weltverbandes. Die Leitung wird nach Deutschland verlegt. Am 4. und 5. August fand nach längerer Zeit in Brünn eine erweiterte Präsidialsitzung statt Sehr stark vertreten waren Oesterreich, Deutschland, Polen und Tschechoslowakei. Von Litauen und Rumänien erschienen ebenfalls Delegierte. Es wurde beschlossen, die Leitung des Makkabi- WeJtVerbandes dem Mä'kkabi - Kreis Deutschlands zu übertragen. Die Zentrale wird sich i n Berlin befinden. Die Tagung des Makkabi-Welt verbände«, bei der auch die Wahlen vorgenommen werden, wird im Jahre 1929 in der gleichen Zeit und Stadt, in der der zionistische Kongreß zusammentreten wird, abgehalten. Aus dem Bericht konnte man entnehmen, daß dem Mäkkabi-Weitverband ungefähr 30.000 Sportler und Tu rner'angehören. Der Präsident des Jüdischen Sportverbandes Oesterreichs Paul Földes berichtete ausführlich über die jüdische Sportbewegung Oesterreichs. Er erklärte auch, daß ein reiner jüdischer Professionalklüib, gemeint ist damit der neue F. C. Hakoah, im Jüdischen Sportverband Oesterreichs, keine Aufnahme finden wird. Dieser Standpunkt wurde von der Versammlung gu tge h ei ß e n. Nach der Sitzung wurde am Sonntag . die mustergültige ' Maikkaibi-Siedhing in Blansko besucht Der Jüdische Sportverband gegen den F. C. Hakoah. Das ' Präsidium des- Jüdischen Sportverbandes Oesterreichs hat beschlossen, den gegründeten Professionalkiub HäRoah nicht aufzunehmen. Von diesem Beschluß wurde auch der Makkabi-Weltverband verständigt. Die JEinteilung der jüdischen Amateurvereine. Die Einteilung der Amateurvereme wurde im Wiener Fußjbalfverbahd vorgenommen. Die jüdischen Kluibs wurden^'in,;die'r.f Agenden Klassen eingeteilt: 2. Klasse Ost: Hair.i'bor, Hasmonea. 3. Klasse Ost: Menorah. 3. Klasse Nord: Hechawer. 3. Klasse Süd: MakkatoL, . Es fclbibt nun abzuwarten, ob die jüdischen Vereine überbauipt; an der Meisterschaft teilnehmen werden. Der S. G. Kadimah hat seinen Betrieb wieder aufgenommen. - Nach einer längeren Pause hat tdler jüdische Verein KadiTriah den Fußballbetrieb wieder aufgenommen. Das erste Match mit der reorganisierten Mannschaft trug Kadimah gegen die spielstarke Sportklub-Reserve aus und unterlag nach gleichwertigem Kampf 1:2. Derjüdische Verein führte bis 25 Minuten'1 vor Schluß 1:0. Eine'vorzügliche Leistung' boten M ü n z e r, K a p 1 a n, D r m> c 'k e r 2, S'elzeT und Kleiner. Den einzigen Treffer schoß Hochwald. Aufstellung: Münzer; Allina, Großmann; Kaplan, Drucker 2, Panzer; Selzer, Stützker, Albenbach, Hochwald* Kleiner. Am Sonntag trägt Kadimah das Qualifikationsspiel gegen dten zweitklassigen Meister Post aus. Drucker und Eisenhoffer abgereist. , Wie man erwartet hatte, geht die Mehrzahl der fei Amerika tätig gewesenen Spieler der Hakoah doch wieder übers große Wasser, da ihnen zum Tedl die Lösung ihrer ameriikanischen Verträge gar nicht oder nur unter großen Opjern möglich wäre. Drucker und Eisenhoffer sind ' bereits in der vorigen Woche nach Amerika abgereist. In nächster Zeit dürften' ihnen 'Häußfer, Guttmatm, Gpjd, Grünwald und auch Mausner folgen. Jüdischer Sport in Palästina. Aus Jerusalem wird gemeldet: Der Sportverein „Hapoel" („Der Arbeiter")» der erst vor kurzem den palästinensischen Fußball-Pokal errungen, hatte, errang so-' eben auch den Melchett-Fußball -Pokal, der alljährlich von Lord Melchett für die beste Fußballteam gestiftet wird. Eine ausgewählte palästinensiche Fußballmannschaft begibt sich im Oktober nach England, um gegen einige der besten; englischen Teams, zu spielen. Es werden etwa 20 Fußballer sein, die dfe palästinensische Landestracht tragen und ein palästinensisches Banner mit sich führen werden. Im Städtespiel Graz gegen Wien (Amateure) waren drei Spieler der Grazer Hakoah, und zwar Kraus, G r ünh u t und Hans Kraus tätig. Die Hakoahner hatten an dem 5; O-Sieg ihrer Stadt einen großen Anteil. Der jüdische Tormann wehrte zahlreiche scharfe Schüsse ab. Der vierzigjährige; (!) Mittelläufer Grünhut war der «beste Mann in die^r De'ökoiiig. Auch der Stürmer H. Kratis 'hfett sich ausgezeichnet. : ' Die Hahoah*SpleIer Rosenleid, Strauß und Kegler haben sich bei Maikkafri (Proßnitz) angemeldet. Mit diesen Neuerwerbungen siegte MafckaW gegen Steinafnauger 4 :0. Die Tore erzielten Kestler (2) und Stoauß (2). lelteneGelegenheit in Karlsbad Ein hochelegantes besteingeführtes jüdisches Restaurant In Karlsbad wird Umstände halber verpachtet I Fachkenner ist Bedingung. - Nötiges Kapital 200.000Kc - Anzufragen unter Chiffre „Sichere Existenz" Karlsbad hauptpostlagernd Die Hakoah-Hockeymannschaft wird am Sonntag, den 12. d. ein zweites Gastspiel gegen den Badener A.C. in Baden absolvieren, , . Der Schwimm-Länderkainpf Oesterreich—Tschechoslowakei findet am 26. d. iln Budweis statt. Auf beiden Seiten werden mehrere jüdische Sportler starten. Barback, der längere Zeit für Hakoah tätig war, ist dem B. A. C. beigetreten. Im Thebener Strandbad wind1 die H a k o a h in der nächsten Zeit zwei weitere Matches austragen. Am v12;ysÄ%gust'"' findet' ein •< Herrenspiel, .Hakoah. gegen.. Rapid statt und für den .19. August ist der Revanchekampf der Damen gegen Zwirnfabriik-Preßburg vorgesehen. Bobby Spunner, der bekannte jüdische Profess-ionalboxer, wurde eingeladen, in Parte zwei Kämpfe auszu* tragen. Eine kombinierte Hakoah-Hockeyelf spielte .gegen Kritzendorf 2:2 unentschieden. Beide Tore für Hakoah erzielte Kate. Eine Dalmatlenreise planen 'die Hakoah-Schwammer für die Zeit vom 11. bis 20. August. Aus den Vereinen.; Hakoah. Das Training auf unserem Hookeyplatze beginnt am 15. d. — Kadimah. Samstag, 8 Uhr, wichtige Spielerverisamwiluiig. Sonntag OüaMfiikationssipiel gegen . Post. — Menorah. Samstag, 8 Uhr, Mitgliederversammlung. -: Hasm'onea; Samstag, 8 Uhr, Spielerversammlung, Einzahlung und ■ Mdtgliedierauinahme. Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Stellenausschreibung. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen Bas si s t e n ste',1 i e n i ri den Tempe 1c h ö r e n zur Besetzung. In Betracht kommen nur des Bdattlesiens' kundige,; musikalische und hebräisch [ entsprechend ,vorgebildete, Bewerber mit sehr schönen, Stimmitteln. Nähere Auskünfte im'Kultus- und Scihulamte der israelitischen,. rCultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, yon.Ö.'bis 12 Uhr vönnrttags.i Vorbeter für die honen Feiertage. Für die vom Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde anläßlich der hohen Feiertage im Jahre 1928 zu veranstaltenden temporären Gottesdienste werden V o r b e t e r, welche in der Lage sind, mit Chor au fungieren,1 aufgenommen. Nähere Auskünfte im Kultus- und .SchuJrate der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse; 4, von 8 bis 12 Uhr vormittags. Austritte aug dem Judentum. Schleifer Eduard, geb. 9. M. 1887, Ybbs, verh., XX., Win-arskygasse 17. — Schleifer Alice, geb. 1. VI. 1922, Wien, selbe Adresse. — L&wy Arthur, geb. 12. I. 1880, Wien, ledig, VII., Capistrangasse 2. — Spieler Reglne, geb. Vogel, geb. 16. 1)1. 1890, Wien, verh., H., Josef-GalMTxasse 5. — Heß Richard, geb. 30. MI. 1900, Wien, ledig, II., Lichtenauergasse 7. — Korneiech Ernst,, geb. 15. III. 1905, ledig, II., Pazmanitengasse 10. — AnInger Beatrice, geh. 23., VM. 1909, Wien, ledig, XIX., Peter-Jordan-Straße 12. — Doktor Barber Maximälan, geb. 21. W. 1878, Czernowitz, verh., Apotheker, IM., Weyergasse 5. — Dr. Siegwert Silbermann, geb. 19. V. 1893, Storowetz, verh., getr. Beamter, III., Trubelgasse 4.'— Pullmann Simon, geb. 15. E 1887, Warschau, ledig, Professor, Ii., Modenapark 6. — Werthelm Rosalle, geb! Farkas, 10. VI. 1878, Bene, gesch., XVI., Haberlgasse Nr. 18. — Wieselberg Gustav, geb. 24. HI. 1905, Wien, ledig, ML, Lechnerstraße 8. — Mayer Therese, geb. 27. XI. 1890, Wien, ledig, WH., Marokkanergasse 8. — Blaß Johanna, geb. Strobl, geb. 31. IV. 187S, Puschwitz, verh., XVJil., Diepoldtplatz 5. — Groag Wilhelm, geb. 7. I. 1892, Linz, ledig, IX., Währingergürtel 168. — Belal KorneUe, 8. XII. 1693, Wien, ledig, IX., Rögergasse 18, — Schwarz Otto, geb. 6. I. 1901, Wien, ledig, IX., Berggasse 14. — Krausz Bertha, geb. 21. II. 1903, Budapest, ledig, Xiy., Turnergasse 21. — Welllscb Sandor, geb. 5. IV. 1881, Lipto Szent Miklos, verh., IM., Rochusplatz 9. — Lillentbal Julius, geb. 12. III. 1899, Wien, ledig,'I^ Böcklinstraße 114. — Kurz Erna, geb. 7. XJ. 1906, Wien, ledig, VUL, Schottenfeldgasse Nr. 41. ~ BlUltzer Paultae, geb. 10. X. 1903, Wien, ledig, II., Rembrandstraße 34. — Ronal Gertrud Olga, geb. 17. IX. 1921, Wien, ledig, ML, Kubengasse 11. — Brandweraer Elsa, geb. '25. IX. 1904, Wien, ledig, W, Briinnerstraße 39, — Hermann Paullne, geh, 10. IV, 1697, Wien, ledig, XVL, Ludo-Hartmann-Platz 6. Breuer Katharina, geb. 30. VW, 1900, Wien, ledig, XVIII., Klostergasse 16. ~ Dauiborscbltz Ignaz, geb. 31. V. 1896,-Wien, ledig, XVJL, Ka§tnergasse 5. Hahn Julius, geb. 20. I. 1903,; Wien, ledig, XÜ'I., Wolfganggasse 3, — Damboritz Margarethe, geh, 9, VW. 1906, Wien, ledig, XX., Bäuerlegasse 20. SCHOLEM ALEJCHEM: MENACHEM MENDEL. (Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz.) Copyright 1921 by R, Löwlt. Wien und Leipzig. (30. Fortsetzung.) Wertes SBuch: BIN VOUN JE ELMK R BMBVX ZMenachcm ZM.end.el — Schriftsteller Menachent Mendel von der Reise an seine Frau Scheine-Scheindel in Kasriliwke. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheinde! meinen Gruß! Zum ersten sei Dir ,kundgetan, daß ich — Baw'vi Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Leben dav des Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, daS eines vom anderen nur Qutes höre in guter Botschaft /.»i Trost und Heil — Amen. \ Zum zweiten wisse: Es geht nicht zusammen, es wird nichts — und wenn Du Dich zerreißen wolltest? Alsogleich wie ich die paar Rubel erhalten habe, die Du mir geschickt hast, habe ich vor allem das Quartittr byr zahlt und darnach gleich begonnen, mich zur Reis«ä anrüsten. Was willst Du mehr — ich bin schon im Xttrj gesessen, hatte eine Fahrkarte bis Chwastow, und w» Chwastow dachte ich direkt nach Hause zu fahren, weh! Kasriliwke. Aber Gott ist mächtig und nun sollst Du hören, was er vermag. Neulich habe ich Dir geschrieben, dafj in dem Gasthof, wo ich mein Quartier hatte, auch <Mtf Jude gewohnt hat, der Schadehen ist. Er heißt Leib Lebelski und rühmt sich, daß er bei sich in der Brusttasche die ganze, Welt trägt und Berge Goldes verdient* Eines schönen Tages hat er für ganz kurze Zeit wegfahren, müssen, einer großartigen Vermittlung wegen, er hatte — so hat er gesagt, — ein dringendes Telegramm bekommen, alles stehen und liegen zu lassen und sofort zu kommen; so hat er sein ganzes Gepäck bei der Wirtin gelassen und sie gebeten, es einstweilen zu behalten; bis er die Heirat glücklich zustande gebracht hat und zurückkommt, wird er — hat er gesagt — seine Rechnung begleichen. Nun —! so wie Du ihn siehst, so haben wir ihn gesehen. Bevor' "cd weggefahren bin, kommt die Wirtin zu mir: ySic fahren" doch die gleiche Route wie der Schadehen, vielleicht treffen Sie irgendwo den Kerl, den Lebelski, dann geben Sie ihm seine Siebensachen!" Drauf ich: „Wozu" tsage ich —' „brauche ich fremdes Gepäck?" Drauf sie: „Sie brauchen keine Angst haben, Geld ist da keines! drin, nur Papiere und Fetzen." Wie ich schön im Zuge dtze, binde ich das Pafcet auf,' aus' purer Neugier und werfe einen Blick hinein — ein Schatz: Briefe von Schadchönim, Verzeichnisse von verschwägerten Familien'und ändere Schriften. Unter diesen Schriften — ein langer Zettel in», hebräischer Sprache, ein Verzeichnis aller heiratsfähige« -Männer und Frauen, nach dem Alphabet geordnet, ioW wiederhole es Dir wortwörtlich: Awritz: Chawe, Tochter. des vornehmen Reb- Lewi Tonkiner . . . vornehmste Abkunft ... Frau; Mirjam Gitel t . . auch vornehme Abkunft ... Tochter groß gewachsen . . . Schönheit, ,.. Viertausend . . . Gewünscht: ein Studierter ... Balta: Feitel, Sohn des geachteten Josef HiteNmacher . . . Aufgeklärt . . . Zionist . . . Handelsschule beendet ... Bei der Assentierung zu schwach , , . Betet jeden Tag . . . Gewünscht: Geld . . . Gluchow: Jefim Bolosni . . . Apotheker, Christ> rasiert . , . Liebt die Juden . „ , Verleiht Geld an Krämer . . . Gewünscht: Temperament ... Dubno: Leah, Tochter des vornehmen Reb Mijer Korsik . . . Zahlreiche Verwandtschaft . . . Kleingewachsen . . . Rotes Haar . . . Dibert Französisch . .» Möglich, viei Geld zu kriegen ... Hassin: Lipe Brasch . . . Schwager von Itsche Koisin . . . Geschäftsführer in der Zuckerfabrik bei Reb Sahnen Radomyschler ... Einziger Sohn ... Schiefäugen... Gewünscht: Goldgrube... V/ i n n i t z a: Chaim Hecht . . . Junger Mann, macht an der Börse ... Großer Verdiener. ... Wert zehntausend ... S c h i t o m i r: Schlojme Salmen Taratejker, sehr reicti . . . Zwei Töchter . . . Schönheit prima . . . Kleinere, ein bißchen pockennarbig . . . Klavier, Deutsch, Französisch . . , Gewünscht: Studierte . . Diplom nicht unbedingt , . » Chmelnik: Basje Fleckel, sehr vermögend ... Witwe, etwas übertragen . . . Kolossal gescheit . . , Gewünscht: Thorakenner ... auch ohne Geld. T a 1 n e: Lehrer Reb Awrejmele Feintschik . . . Witwer .. * Bibelkenner . . * Sucht Witwe, mit Geschäft .. . J a m p o I: Mojsehe Nissel Kimbak . . . Emporkömmling — Gattin Frau Belje Leah . . . Wollen ausheirate» mit aller Gewalt , , . Soviel Mitgift die andere Seite gibt, doppelt soviel bereit zu geben , . . Fünfhundert für die Schadchönim bar auf die Hand beim Tellerbrechen . . . Extrahonorar für den Schadehen von der Schwäherschaft.. . Kasriliwke: Reb Nußen Korach . . . Kolossales Vermögen, heißt es . , . Großes Lügenmaul , . . Sohn aufgeklärt , . , Josef Jizchok . , , Gescheit . . Weiß viel . . , Turgenjeff und Darwin ... Stilles Lämmchen ... Am liebsten arme Waise , . . Schönheit aller Schönheiten . , . Geht nicht auf Geld aus . ♦ * Gibt e-r fäc d*e Musik, s.Qll e.^ tanzen (