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Die neue Welt · 1928-08-03 · Heft 46 (3.8.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 46 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Sete 10 DIE NEUE WELT Nr. 46 Jüdische Neuerscheinungen In Polen. Im Jahre 1927 sind in Polen 517 jüdische Bücher in 672.674 Exemplaren erschienen. Oberkantor Jossale Rosenblatt. Nach seinem erfolgreichen Abend im Konzerthaussaal folgte Jossale Rosen« b I a 11 einer Einladung des Synagogenvereines, II., Leopoldsgasse, und übernahm für Freitag den 27., und Samstag den 28. Juli die Funktionen eines Oberkantors. Dem Gottesdienst, der einen überaus feierlichen Verlaul nahm, wohnte eine große Zuhörerschaft bei. Das herrliche Organ Rosenbfatts, der nun auch im synagogalen Gesang seine Meisterschaft bewies, wurde durch den Chor, der heute in Wien an ersterStelle steht, prächtig unterstützt. Es waren künstlerisch und religiös hochgestimmte Gottesdienste. „Unsere Hoffnung." Zu dein Artikel in Nummer 42 der -„Neuen Welt** fceiüt tms Herr Dr. Josef Haas aus Drohobycz mit, daß sich das Manuskript wRefeesegen" in seinem Besitz befindet Morris Schwarz hat für die kommende Saison den bekannten Schauspieler Ben Zwi (Bafatbff) und den rus« sischen Regisseur Boris GJagolin verpflichtet Efa satirisches Theater in Palästina. Außer den ver. scMedenen dramatischen Bühnen Palästinas, unter denen die „Haohe 1" und „TheatronL'amiH an erster Stelle stehen, hat sich ein Ensemble gegründet, das sich mit der Pflege des grotesken und satirischen Genres beschäftigt. Es beißt „Kum-Kum" und führt kurze, eindrucksvolle Svenen vor, in denen' politische und gesellschaftliche Erscheinungen des palästinensischen Lebens satirisch glossiert werden. Der Direktor dieser in Jerusalem domizilierenden Kleinkünstbühne Ist Avigdor HamairL L.. Schapiro. Der bekannte Jiddische Novellist II. Sc ha piro, der gegenwärtig In Los Angeles wohnt, ist 50 Jahre alt geworden. Gleichzeitig feiert er sein 25jShiiges Schriftstellerjubiläum. In. New York .trifft ein Komitee Vorbereitungen zur würdigen Feier dieses J biläums; \ . DIe\ jüdische Geschichte Polens. Im Kletzkin-Verlag, Warschau, werden historische Studien des Prof. M. B a 1 a> hart unter dem Titel „Die Juden in Polen" erscheinen. . •, Der. „jiddische" Gorki. Von Maxim Gorki sind soeben in .der Üebersetzung der Esther Silbürg die Erzählung „Fpma. Gordjejew" und die Bühnenwerke „Abgrund", „Kleinbürger" und „Sommerfrischler" in jiddischer Sprache erschienen.; Der „Hebräische Sprach- und Schulverein14 in Preß« biirg sucht für die selbständige Leitung der unter seiner Führungstehenden hebräischen Sprachkurse sowohl für Kiriderv.als auch Erwachsene einen tüchtigen, pädagogisch geschulten -Ii eh r e r. Anmeldungen samt. Referenzen und Ang?b,e bisheriger Tätigkeit sind zu richten an Vizepräses Dr.-'Jösef-Fisch, Bratislava (Preßburg), Republikplatz 11, Tsch^ch^slöwakei. ■ mmmmm,mmm~—~— Jüdische S p o r t-' und : iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiTurn Die iHakoali bleibt beim Professionalismus* .; 'öle * in den letzten Tagen geführten Verhandlungen zwischen, .der Hakoah. und der neuen Gruppe haben zu. dem8;.Resultat. geführt, daß ein neuer Klub mit dem Namen; „F.u>ß.b; a* 1 _1 k 1 u b H a k o <a hu. gebildet wird. Mit der sportlichen Leitung dieser Sektion wurde der Sektionsleiter der:Gricketer, Herr A. Kodisch, 'betraut, der Fußball-: kiu.b; Hakoah wird an der Meisterschaft der .zw.eilten Liga teilnehmen.: Der Sportklub Hakoah, der kei.ne eigene Kampimannschaft stellen wird, überläßt defiv F.'.C. Hakoah seine Am^teurspieler. Der F. C. Hak o in wird dem Gesamtklub 10 Prozent seines Einkommens abliefern und ubernimmt ungefähr 12.000 Schil- HngV. Schulden. Große Erfolge der Hakoah- Ringer in Deutschland. Die. Ha'koah-Ringer, verstärkt durch einige Ringer des'S.. C. Aust-ria (Grand Hotel) feiern in Deutschland grölte:. Erfolge. Vorige Woche hatten die Wiener in dem A. C. Galiäth, Mengede, eine der besten Rinigermannschaften des,; Ruhrgeibietes zum Gegner. Das kombinierte Wiener Team; trat in folgender Aufstellung an; S ch i.a-n g e r, Bir?n-haum, Hirse hl, GotHdeb (Hakoah), Müller undMäder (Austria-Grand Hotel), Birnbaum, der für Wien im Lelchfcmiit.teteewicht kämpfte, war der Held des, Tages. Er siegte nach glänzend geführtem, technisch hochstehendem Kampf über Paul TuHrnann. 'Die anderen Hakoahner konntep ihre Gegner ebenfalls sicher albfertigen. Auch im letzten Kampf in Wdtten waren die Hakoahner erfolgreich. Die'R|rtger sind mit Ausnahme Schlangers, der als Vertreter Oesterreichs flm Federgewicht in Amsterdam antritt,'in Wien eingetroffen. J)lß jüdischen Amateur vereine wollen aus dem Wiener Fußball- Verband austreten. .. Unter den jüdischen Sportvereinen herrscht über die arge Benachteiligung des Sportklubs Makkafe! durch den Wifener /Fußballverband, große Aufregung. Bekanntlich gelang es: MakKab!, die Meisterschaft der dritten Klasse! Ost au gewinnen. Vom grünen Tisch wurde aiber Ale^andria vm Metete-r erklärt und steigt to die zweite Kla&se'auf, während M a k ka -b i w e i t e r i n d e r d r i 11 e n Klasse spielen soll. Ende dieses Monats findet die außerordentliche Generalversammlung des jüdischen Sportverbandes statt, die den Austritt der jüdischen Amateurvereine aus dem Wiener Fußballverband beschließen dürfte. Krise bei Hecbawer. Der jüdischnationale S. C. Hechawer, der erst vor einigen Wochen sein zehnjähriges Bestandsjubiläum feierte, macht eine schwere Krise durch. Die sportlichen Veranstaltungen im Rahmen der Ju-biläumswoche brachten dem Verein keinen materiellen Gewinn. Obwohl Hechawer über sechzig Mitglieder zählt, war die letzte Generalversammlung nur von 15 Mitgliedern besucht Die Generalversammlung hat beschlossen, den Sport betrieb einzustellen, da dem Verein die Mittel fehlten, um weiter zu bestehen. Die Mitglieder, die größtenteils unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben, sind nicht imstande, ihrem Klub zu hellen. Die jüdische Oeffentlichikeit läßt aber die jüdischen Amateurvereine ruhig zugrunde gehen. Nach Libanon, Moriah, J. A. C., Achdiuth, Hakadur dürfte auch Hechawer verschwinden. Ein internationaler Erfolg der Hakoah-Handbal!« Damen........ Die . Hakoab-Handball-Damen errangen Sonntag einen schönen Erfolg.. Die Blau-Weißen siegten über den Preßburger Me-ister S; C. Zwirnfabrik 3:1. Eine vorzügliche Leistung bot" die junge Torhüterin Kamtnerling, die unter anderem auch einen Drefeehner abwehrte. Im Angriff gefielen Tabak und Babot. Die Tore erzielten Tabak (2) und Adler. Eine Fusion zwischen Hasmonea und Menorah. Zwischen Hasmonea und Menorah werden Verhandlungen wegen einem Zusammenschluß geführt Kommt es zu einer Fusion, verlieren die westlichen Bezirke in Menorah den einzigen jüdischen Sportverein. Im Interesse des jüdischen Amateursportes wäre es besser Zusammenschlüsse zu vermeiden, da in Wien nur sechs jüdische Amateurvereine bestehen. Die jüdischen Vereine sollen sich eher bemühen;* jüdische Spieler von nicht jüdischen Klubs zu gewinnen. Der Hakoah-Schwimmer-Nach wuchs bewahrt sich. Vergangenen Sonntag fand im Hietziuiger Strandbad ein Jugendmeeting statt, bei dem die Hakoahner ehrenvoll abschneiden konnten. Im Knabenfreistil 100 Meter besetzte Fischer (1:34,2) den dritten Platz. Im Jünglingsüreistil placierten sich die Hakoahner Beck (3:02) und W e,i 0 (3:02,7) auf dem zweiten und dritten Platz. Im. Jünglimgsbrustsebwimmen 100 Meter war Rubin (1:32,8) Zweiter. Im Jünglings-LagenstaleL 3 mal 10Q Meter errangen . die Blau-Weißen die »weite Stefle ,(4:38l4). Nach den Schwimmbewerben' fand ein Wassed>allfreundschaftsspiel Hakoah—Äustriä statt, das Hakoah 6:1, mit zahlreichen Ersatzleuten antretend, überlegen gewann. Die Tore für Hakoah; erzielten Beck (3), Flesch (2) und Reich. Der jüdische Sport in Polen. In der ersten Liga hat die Meisterschaft ihren Mittelpunkt erreicht. Nach einigen Mißerfolgen konnte Hasmonea (Lemberg) in Warschau den S. C. Warschawianka, der in der Tbelle die sechste Stelle einnimmt, mühelos 3: Ö besiegen. Durch diesen Erfolg überholte der jüdische Verein den Lodzer und Thorner S. C und nimmt mit 10 Punkten den 12. Platz ein. Hasmonea hat gute Aussichten, sich in der ersten Liga zu behaupten. In der Kreismeisterschaft siegte in Lodz Hakoah gegen Sportfreunde 2:1. Das Match wurde zeitweise derb durchgeführt. Armin Weiß, der tüchtige Mittelläufer der Preßburger Makkabäa, der infolge, einer Verletzung längere Zeit pausierte, wird im nächsten Match seinen Verein verstärken. Drei Grazer Hakoahner, und zwar Kraus, I, Kraus W und Fürst winkten im Städtespiel Graz gegen Wien mit. Der Tormann K. Kraus war in der Grazer Elf der beste Mann. Neumann, der bekannte Hoakey-Spieler der Haikoah, der vor einigen Wochen räch Antwerpen übersiedelt ist, hat sich beton Sp. Gl. Berschoot angemeldet und wird im Herbst iu der Hockeymannschaft dieses Vereines tätig sein. Fuß (früher Haikoah), der kurze Zeit in Hamburg tätig war, befindet sich in Wien auf Urlaub und reist vpn hier nach Berlin, wo er für die dortige Hakoah spielen wird. ilj ONO VEREINIGTE VERSICHERUNG** AKTIENGESELLSCHAFT IN WIEN Feuer«, Einbruch-, Transportversicherungen aller . . " ' — - slcT Art, Hagel- und Tierverslchening. Kautlons-VetuntreuungsVersicherung, Maschtncnbruchvew*- cberung, Unfall- und Haflpflichtverslctterung zm vorteilhaftesten Bedtngttngen Direktion: WIEN, IX. 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IX. 1883, Wien, verh., X., Knöllgasse 10. ~ Alt Rosa Uly, geb. 4. VH. 1910, Wien, ledig, X., Kolumbusgasse 49. — Kalmar Friedrich, geb. 18. V. 1898, Wien, verh., XVIJiI.; Karl-Beckgasse 10. — Fischmann Richard Emanuel, geb. 12. IX. 1922, Wien, ledig, XV./ Reuenthalergasse 2, und sein Bruder Wilhelm Otto, geb. 6. XI. 19?5. — Strasohlinow Erich, geb. 5, VIII. 1895, Prag, ledig, VIII., Josefstädterstraße 52. —- Schwarz Julius, geb. 22. II. 1861, Brünn, ledig, VIDI., Langegasse 58. — Günther Wilhelm Goldschmidt, geb. 22. XII. 1867, Wien, ledig, Schriftsteller, IV. , Schleifmühlgasse 11. — Metzendorf Sophie, geb. 23. V. 1908, Berlin, ledig, XVI., Klausgasse 63. — Schleyer Moritz, geb. 14. VIW. 1900, Cernauti, ledig, XW., Hubergasse 1. — Jerda Otto, geb. 15. X. 1894, Wien, ledig, IV., Floragasse 9. — Korn Heinrich, geb. 28. IX. 1888, Burgkunstadt, verh., V., Einsiedlergasse 18 und dessen Sohn Alfred Max, geb. 30. VII. 1922. — Glücksraann Hans, geb. 29. IV. 1904, Wien, led., XM'L, Auhofstraße 90. — Steindler Adele, geb. 4. IV. 1901, Wien, led., XIII., Hüttelbergstraße 9 a. — Knöpielmacher Adele, geb. 1. XI. 1887, Wien, verh., XIII., Geylinggasse 7. — Renschel Hedwig, geb. Rosenfchal, geb. 30. VIII., 1894, Wien, verh., XIII., Eislergasse 26. —, Korn Valerie geb. Stadler, geb. 5. XII., 1892, Wien, verh., V. , Einsiedlergasse 18. — Knebel Dorothea, 4. VIII. 1909, Czernowitz, led., I., Wiesingerstraße 1. — Schlöslnger Josef David, geb. 30. V, 1902, Wien, led., II., Sterneckplatz.6. SCHOLEM ALEJ C H EM: (Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz.) Copyright 1921 by R. Löwlt. Wien und Leipzig, (29. Fortsetzung.), 9. Brief. Menachem Mendel aus Jehupez an seine Frau Scheine-Scheindel in Kasriliwke. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Zum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — Dank Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Leberi das des Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfend daß eines vom anderen nur Gutes höre in guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. j Zum zweiten wisse: Dein Brief war wie ein Schuß ins Herz. Hätte ich Flügel, so wäre ich wie ein Adler; zu Euch nach Kasriliwke geflogen; so aber habe ich nichts und kann mich nicht vom Fleck rühren. Der Wirtiin im Gasthof bin ich mehr schuldig als ich Haare auf! dem Kopf habe. Außer dem, was ich bei ihr veth zehrt habe, habe ich mir von ihr auch jedesmal etwas für Tinte und f?apier genommen. Immer habe ich geglaubt — jetzt und jetzt. So viel Papier und Tinte verbraucht, soi viel schöne Dinge erfunden, die Finger wundgeschrieben — wenn ich doch wenigstens eine Antwort von der Redaktion bekommen hätte! Sie aber hat den Mund voll Wasser und ist stumm. Das ist gar nicht schön von ihr. Mein! Gott: Gefällt Euch meine Schreiberei nicht, so schreibt mir und ich höre auf zu schreiben. Eines anderen Mühe ist für sie Luft; das sehe ich schon. Ein anderer an meiner Stelle, der hätte sie schon von oben bis unten beschimpft. Oder: wenn ich Geld hätte, so hätte ich ihnen schon längst telegraphiert: „Rot oder tot! . . Ich bin gar nicht imstande, Dir die Sorgen und denAerger zu schildern und die Mutlosigkeit, die immer größer wird, die Feder will schon nicht mehr schreiben. Was soll ich Dir noch sagend Ich habe ersucht, man möge mir wenigstens die Zeitung! umsonst schicken; auch , darauf kriege ich keine Antwort. Hätte ich die ganze Zeit Holz gehackt, ich hätte, glaube ich, mehr vrdient. Ich weiß nicht, wie es den a/ndere^ Schriftstellern ergeht — aber mit mir sind sie ärger'umgegangen, als mit dem allergeringsten Kerl. Zu den Höhen hebe ich meine Augen: von wo soll die Hilfe kommen —-' vielleicht wird der Herr dort oben helfen; denn das Wasser reicht schon bis an den Hals; ärger kann es schon nicht sein! . » . Da ich aber sehr niedergeschlagen bin, fasse ich mich kurz. So Gott will, werde ich Dir im nächsten! Jrief alles genau berichten. Jetzt gebe Gott nur Gesundneit und Glück und sende dem Schwiegervater völlige Genesung, Gott gebe es, daß wir alle einander gesund wieder-

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