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Die neue Welt · 1928-08-03 · Heft 46 (3.8.1928) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 46 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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SdfeS DIE NEUE WELT Kr* 45 Zeppelin und David Schwarz« * Der vergessene Erfinder« In der 'Berliner „WeltibtHine" schreibt A. £. Ronaut: In Friedriclishafen taufte man das neue Zeppelin- Luftschiff, das demnächst seine Fahrten aufnehmen soll. Die Taufe des neuen Zeppelin hat die Lebensgeschichte des Grafen Zeppelin wieder einmal durch alle Blätter stehen lassen. Aber nirgends fand man etwas über den Mann, dessen Ideen Zeppelin mit dazu verholten haben, sein Werk fortzuentwickeln. Es Ist der kroatische Jude David Schwarz, dessen Schicksal der Vergessenheit entrissen zu werden verdient. Als H ö l zh ä n d 1 e r war er genötigt, hin iund wieder in einsamen Blockhütten im Walde zu hausen. So nahm er einmal, geistig regsam, wie er war, ein mechanisches Lehrbuch ini seine Einsamkeit und dort kam .ihm der Gedanke, ein Luftschiff zu konstruieren. Während bis dahin bei allen Projekten oder schon ausgeführten Ballons die Stoff hülle als selbstverständlich gegolten hatte, war es die Idee von Schwarz, Metall zu verwenden, und bei seinen eingehenden Studien über die geeignetste Metallart kam er auf das Aluminium. Holzhandel und .beschauliches Dasein wurden an deii Nagel gehängt, denn mit der ganzen Zähigkeit des Erfinders stürzte er sich auf die Arbeit. Bei seinen Studien über das Aluminium ging er so weit, als Arbeiter in. eine Aluminiumfabrik einzutreten und eingehende Haltbarkeitsproben zu machen. Als erster entdeckte er dabei die bis dahin für unmöglich gehaltene Lötung von Aluminium. Auch die Art der Versteifung, die er innerhalb seines Luftschiiffkörpers vornahm, war neuartig. Im Jahre 1890 legte er die Pläne in Wien dem Kriegsminister K r i c g h a m m e r vor, der sie für durchaus brauchbar hielt, aber Mangel an Mitteln vorgab, um (sich nicht weiter abseben zu müssen. Inzwischen war än Wien die Angelegenheit bekannt geworden, der russische Militärattache verwandte sich in Petersburg für Schwarz. Dort baute, er für die Militärverwaltung ein, Luftschiff nach seinen Plänen. Unter schwersten Bedingungen waren zwei Probefahrten erfolgt. Erst in . 4er Luft nämlich war Schwarz die einzuschlagende Route bekanntgegeben worden, und er stand kurz vor seiner dritten und letzten entscheidenden Fahrt, die die endgültige Abnahme des Luftschiffes bedeuten sollte, c de erfuhr er, daß man die Absicht hatte, ihn als öster- . reichischen Spion verhaften zu lassen. In Nacht und Nebel, vermummt und mit falschem Paß, verließ er das ungastliche Land, nachdem er blutenden Herzens sein Werk selbst zerstört hatte. Er wandte sieh nach Ber Iin, wo ihm von der militärischen Luftschifferabteilung glänzende Gutachten erstattet' wurden. Man errichtete für ihn sqgar auf dem Tempel- Hdfer Feld eine Werkstatt und die erste Probefahrt sollte 1896 in Gegenwart des Kaisers vor sich gehen, sie wurde aber verschoben, da der Zar sich zu den schlesischen Manövern angesagt hatte und der Kaiser zu dem angegebenen Termin nicht'in Berlin sein konnte. Endlich am 13. Jänner 1897 erreicht David Schwarz "das erlösende Telegramm in Wien, daß das Gas zur Füllung seines Luftschiffes bereit stehe. .In diesem Augenblick der höchsten, Freude, sein weltgestecktes Lebensziel nun doch erreicht zu haben,; tötet ihn ein Herzschlag. jetzt trat seine Witwe Melanie Schwarz in Aktion, die mit drei unversorgten Kindern -zurückgeblieben war. Sie bereitete alles für den kommenden. Aufstieg vor. Da Wird von der •Militätfbeh.örde eine Verfügung erlassen, die den Offizieren der Luftschifferabteilung ein Mitfliegen bei dem Probeflug;""ji n t e r s a g t. Schließlich gelingt es Frau Schwarz — zu ihrem Unglück — einen Schlosser aufzutreiben, der bei den Luitschiffern gedient hatte und der sieh bereit erklärt, den Probeflug zu unternehmen. Stolz hebt sich das Luftschiff über Tempelhof, fliegt einig« Runden und sinkt plötzlich •zur Erde. Was war geschehen? Ein Treibriemen war von der Welle des Motors geglitten — cin.e Lappalie — und kopflos, der Situation nicht gewachsen, hatte der Schlosser die Ventile gezogen und das Gas ausströmen lassen... Unter <Jen Zuschauern dieses Aufstieges hatte sich Graf Zeppelin befunden, der auch schon seit Jahren an Luftschiffplänenarbeitete. Im Jahre 1898 ließ lÄan Frau Schwarz nach S t u U g ar t kommen, wo zwischen ihr und -Zeppelin V e r t r ä g e abgeschlossen wurden über die Verwertung der Erfindungen ihres Mannes. Die Krebserkrankungen unter den Juden. In London fand dieser Tage ein internationaler Kongieß für Kr.e'bslorschung statt, dem hervorragende Autoritäten aus allen Ländern der Welt beiwohnten. Prof. Dr. Moses S o u r a s k y ehielt ein Referat über Krebserkrankungen unter den Juden, das viel Beachtung gefunden hat. Den Kernpunkt des Problems bildete die Frage: Sind die Juden als Rasse mit besonderen Merkmalen in bezug auf Krebserknaäkungeu gekennzeichnet? Der Referent bewies nach Anführung statistischer Angaben, daß die. Juden als Rasse weder für Krebs prädestiniert, noch segen Krebs immun sind, Im Zusammenhang mit dem Kongreß veröffentlicht , •Dr. C. W. S a i e e b y in der „Daily News" einen Aufsatz, in welchem er, anknüpfend an Dr. Souraskys Referat, zu dem Sch'lusse (kommt, daß Moses der größte HygieniJcer aller Zeiten war, indem die von ahm erlassenen Speise* und Remlichkeitsgesetze in der Vergangenheit und in der Gegenwart unzählige jüdische Männer und noch viel mehr jüdische Frauen vor Formen der Krebserkranikungen schützen, die die Körper ihrer nichfcjüdischen Nachbarn zerstören. Der Jude aber, fährt Dr. Saleeby fort, und nicht weniger die Jüdin sind den Freuden der Tafel zugetan; sie essen zu reichlich. Die für Juden charakteristischen Krankheiten sind demgemäß übermäßige Fettleibigkeit, .Diabetes und Krebs des Nahrungskanals. Auffallend gering sind bei den Juden die Krebserkrankungen in jenen Körperteilen, die Moses sie zu schützen lehrte. Der erste jüdische Einwanderungskongreß in Argentinien. Aus Buenos Aires schreibt man uns: Der in der Zeit vom 18. bis 30. Mai abgehaltene jüdische Emigragrationskongreß in Argentinien war der erste Delegiertentag der verschiedenen Schutzvereinc für jüdische Emigranten in Argentinien und das Ergebnis langwieriger Verhandlungen. Auch diese Beratung hat gezeigt, wie wichtig für die Regelung der jüdischen Emigration und den Schutz des jüdischen Auswanderers dieser Zusammenschluß der drei großen jüdischen Emigrationshilfsverbände „Hias, Jca und Emigdirekt" zu einer einzigen Emigrantenschutzzentrale gewesen ist. Der von Herrn R e g a 1 s k i geleitet; Kongreß hat über äußerst wichtige Emigrantenfragen verhandelt und Richtlinien für die künftige Arbeit geschaffen. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete die Frage der gewerb lichen Ausbildung der Einwanderer sowie der Schutz der Frauen und Mädchen im Zusammenhange mit der Schaffung von Berufsmöglichkeiten für jüdische Einwandererfrauen und -mädchen. Bezüglich der Kolonisationsmöglichkeiten in Argentinien waren die Meinungen geteilt, wobei die optimistische Anschauung überwog. Von wirtschaftlichem Gesichtspunkt ist der Beschluß von Errichtung von Leih- und Sparkassen für Einwanderer sowie der Verkauf von Schiffskarten gegen Teilzahlungen und die einheitliche Regelung der privaten Geldüberweisungen in die alte Heimat besonders zu begrüßen. Der Hauptzweck dieses Kongresses, die jüdischen Einwanderer in Argentinien dazu zu bringen, daß sie die gesamte Arbeit der Einwandererhilfe selbst organisieren und auch budgetär decken, ist nur zum Teile erreicht worden. Das Jahresbudget der Zentralorganisation im Betr. von 63.000 Pesos wird zu zwei Dritteln vom „Hias-Jca-Emigddirekt" gedecktj während die auf dem' Kongreß vertretenen. Gruppen sich verpflichteten, zunächst ein Drittel aus eigenem aufzubringen und eine große Mitgliederkampagne durchzuführen. Der Kongreß soll zumindest einmal in zwei Jähren einberufen werden. Wer zweie kann, macht eins zumeist Wohl minder, wie Euch das beweist, Daß die Gedichte zwar recht mäßig, Doch herrlich stets . der Huber-Essig. Straßenbezeichnung nach einem jüdischen Dichter in Veszprim. Die Stadt Veszprim hat, wie uns aus" BudaJ. p est berichtet wird, eine Straße nach dem dort geborenen vor einigen Monaten verstorbenen jüdischen Romandichter Stefan Szomahazy benannt. Stefan Szomohazy gehörte bis zur Zeit des Umsturzes zu den beliebtesten; und meistgelesenen Autoren in Ungarn, deren Werke auch! in andere Sprachen übersetzt wurden. Als die Rassen." schützler mit ihrem christlichnationalen Programm ansJRuder kamen, hatte auch Szomahazy wie andere jüdische Dichter, Künstler und Politiker viel zu leiden und es ist immerhin als ein nicht ganz bedeutungsloses Symptom der, wenn auch noch lange nicht beruhigenden geänderten Verhältnisse an* zusehen, daß die Stadtgemeinde von Veszprim sich entschloß, eine Straße nach einem jüdischen Schriftsteller zu benennen. IE; )) SIT MAR (( Socletä Itallana dl Servlzl Marlttiml u .«^ty»itt/.<i. r4»»WU^4i ]rmW99999ff9m wöchentlich mit den Luxusdampfern H und ff Regelmäßige Elllinien nach Palästina, Griechenland, Konstantlnopej Rundfahrten Im Mittelmeer Billige Sommerfahrten Auskünfte: „SitmarI. Kärntnerring 18 (Ecke Schwär zenbergplatz) Telephon 55009 IS: Die Schätze des Königs Salomo Die Ausgrabungen in Mizpah, der „goldenen44 Stadt, Es ist das Verdienst des Leipziger Professors Alt, daß es endlich gelungen ist, die langgesuchte Stadt der Schätze, in der König Salomon seine unermeßlichen Reichtümer aufbewahrte, zu entdecken. Er hat auf die Ruinen von Mizpah, zehn Kilometer von Jerusalem entfernt gelegen, hingewiesen. Daß Salomon wahrhaftig ein unermeßlich reicher Herrscher gewesen sein muß, geht aus der Bibel hervor. Die Heilige Schrift sagt, daß er alte irdischen Herrscher an Reichtum übertraf, und Silber in Jerusalem so wohlfeil machte, wie Steine... So heißt es im ersten Buch der Könige. Das Gold, das alljährlich in seinen Besitz gelangte, soll 666 Talente betragen haben. Damals kannte man noch keine Münzen und maß das Gold nach Gewicht. Nach dem heutigen Wert des Geldes ist berechnen, daß das jährliche Einkommen des Königs etwa eine Milliarde Schilling betrug. Als die Königin von S a b a Salomon besuchte, brachte sie ihm 120 Talente reinsten Goldes, viele seltene Spezereien und Edelsteine. Jeder Besucher brachte ihm wertvolle Geschenke, so zum Beispiel der König von Tyrus. Jerusalem war damals eines der größten Handelszentren der Welt, und Salomon besteuerte alle Kaufleute, die in seine Stadt kamen. Eine wahre Flut von Gold ergoß sich also aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt des großen Königs, der nicht nur dem Worte nach für den reichsten Herrscher des Altertums galt. Wo brachte er aber diese unermeßlichen Schätze unter, die weitaus größer waren, als daß er sie hätte verausgaben können, trotz der großen Barnten und trotz seines grbßen Hofes. Er mußte irgendwo Schatzkammern eingerichtet haben, um die großen Mengen von Gold und Silber, die Edelsteine, die Spezereien, die damals schon hoch bewertet wurden, die prachtvollen Kleider und Schmuckstücke, die er besaß, unterbringen zu können. Professor Alt glaubt nun, daß sich seine hauptsächlichsten Schatzkammern in der Stadt Mizpah befanden, die jetzt von einer vom Professor William *F. Bade der Universität California geleiteten amerikanischen Expedition ausgegraben wird. Dr. Bade berichtet, daß er bereits verschiedene wichtige Entdeckungen gemacht hat, darunter ist er einer mächtigen Mauer auf die Spur gekommen, die 6 bis 7 Meter breit war, an manchen Stellen sogar doppelt so stark. Die Reste dieser Mauer sind etwa 8 Meter hoch, er glaubt abter, daß sie mindestens doppelt so hoch war. Die Vermutung, daß Salomon hinter diesen mächtigen Mauern seine Schätze verbarg, klingt wahrscheinlich, und man darf gespannt sein, welche Ergebnisse die nächsten Arbeiten Dr. Bades zeitigen werden, insbesondere, was ©p vorfinden wird, wenn es ihm gelingt, die Mauern der alten Stadt Mizpah vollkommen freizulegen. Es äst sehr wahrscheinlich, daß er die Schatzkammern finden wird, wo Salomon seine Schätze aufbewahrt und wohjjb/ die Babylonier nicht mehr vordringen konnten, als es ihnen unter Nebukadnezar gelang, von der Heiligen Stadt Besitz m nehmen. Durch unterirdische Ausgänge schaffte man die Reichtümer aus Jerusalem und brachte sie nach Mizpah, wo sie hinter den mächtigen Mauern in Sicherheit gebracht wurden. Wir können aus der Bibel einiges darüber erfahren, für welche Zwecke König Salomon einen Teil seines Vermögens verwendete. So erzählt die Bibel, er habe „200 Helme anfertigen lassen, aus gehämmertem Gold, daß ein Helm 600 Sohekel wog und 300 Schilder aus gehämmertem Gold, also daß drei Pfund reinsten Goldes auf em Schild fielen ..." Ais er seinen neuen Palast einrichtete, gittg er auch nicht mit dem teuren Metall spärlich um, denn „er ließ einen großen Thron bauen aus Elfenbein, mit dem reinsten Gold beschlagen. Sechs Stufen hatte dieser Thron und an beiden Seiten des Sitzes standen neben den Lehnen zwei Löwen. Ueber den sechs Stufen standen noch auf beiden Seiten je zwölf Löwen; kein Herrscher konnte sich eines solchen Thrones rühmen. Die gesamten Tririkgefäße Salomons waren aus purem Gold und alle Kelche in seinem Haus waren aus Gold; es gab keine einzige Trinikschale oder Kelch aus Silber ..." Salomon hatte eine Art Handefegentefasohaft mit Hiram, dem König von Tyrus, der ihm auch half, den großen Tempel und seinen Palast aufzubauen und seine Schiffe verkehrten mit denen Hirams. „In Jedern dritten Jahr kamen die Schiffe an und brachten GoW und Silber; Elfenbein und Affen und Pfaue , . " Und an einer anderen Stelle erzählt die Heilige Schrift, daß „ein jeder einmal aus allen Teilen der Welt nach Jerusalem geikommen war, um die Weisheit des Königs kennenzulernen und jeder brachte ihm ein Geschenk, silberne oder goldene Kelche, Gewänder und Waffen, Spezereien, Piferde und Maultiere, alljährlich . . .** Diese Geschenke allein, durch die man das Wohlwollen des großen Königs gewännen wollte, stellten eine Riesensu*mme dar, Salomon gehörte auch w den größten Baumeistern der alten Zeit, er baute den Riesentennpel von Jerusalem, und seinen großen Königspalast. Dreizehn Jahre lang wurde an dem Palast -gebaut, sieben Jahre lang an dem Tempel. Hiram

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