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Die neue Welt · 1928-08-03 · Heft 46 (3.8.1928) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 46 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 46 Das zionistische Aktionskömitee. Weizmanns Rede über den Bericht der Mond-Komrhisäidii. Die Resolution der Exekutive angenommen. Mit 41 gegen 4 Stimmen. Das Zionistische Aktionskomitee hat am 27. Juli abends die von der politischen Kommission vorgeschlagene. Resolution über den Bericht der Mond Kommission unter' Ablehnung aller Abänderungsan träge cn bloc mit 41, gegen 4 Stimmen angenommen In. diesen Resolutionen dankt das Aktions komitee den Mitgliedern der Joint Palestine Sürvey Commission für die geleistete wertvolle Arbeit und begrüßt den im Bericht zum Ausdruck gekommenen Wunsch zur Zusammenarbeit. Das Aktionskomitee konstatiert sodann mit Befriedigung, daß die Kommission eine Reihe von p o 1 i t ischen Forderungen aufgestellt hat, die sich auf ,; die Verpflichtung der palästinensischen Administration und der Mäiidatartnaeht beziehen, für die Schaffung solcher administrativer und wirtschaftlicher Bedingungen. im Lande Sorge zu tragen, die die Errichtung des jüdischen, nationalen Helmes Sicherstellen. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Empfehlungen der Kommission erklärt däs Aktionskomitee, daß der Bericht in einigen wesentlichen Punkten der Notwendigkeit, gewisse wirtschaftliche Methoden mit den spezifischen Aufgaben und Bedingungen der Aufbauarbeit in Palästina in Uebereinstlmmung zu bringen, nicht hinreichend' Rechnung trägt. "''"'"' Die Zionistische Organistion hat stets den Kereil Kajemeth als alleiniges Instrument der Bodenpolitik in Palästina betrachtet. Demgemäß und entsprechend dem von den zionistischen, Kon gressen wiederholt festgesetzten Prinzip der Er? Iösung des Bodens als Volksbesltz müssen alle aus öffentlichen Geldern der 'Jewish Agency zu erwerbenden Ländereien i n s G.e m eine i g e n tum d e s i ü d i s c h e n V o [ k e s> übergehen und allen Prinzipien des Nationalfonds," was Eigentum des Terrains und ihre Vergebung an die Siedler "betrifft, unterworfen werden. Die Zionistische Organisation hat stets auch den privaten Bödenerwerb und die Förderung der AnsieÖhihg von Siedlern mit eigenen Miftelri" als wichtig ^nWr^ärnifi^E-i'n d/i e se m *Z w e c k e d re n e n de s^I ri :s t -ist u t «s ö Hy? n d#s n i c h t lauf e n d a u s ö f f e ii 11 i.c he n Mitteln u-nterha 11en, sondern lediglich durch, einmalige f i na n z i e 11 e M aß nahmen a k t i o ri s f ä h i g gemacht werden,;,,.;.'.. DasAktionskomitee verweistauf das der zionistischen Kolonisationsarbeit zugrunde gelegte Prinzip der Freiheit des Siedlers in der Bestimmung der sozialen Form seiner Wirtschaft und erklärt demgemäß, daß auch In Zukunft den Siedlern das Recht gewahrt Werden muß, ihre Wirtschaftsform — Kwuzah, Moschaw oder andere Siedluhgsform — zu wählen, wobei verstanden wird, daß j e deS i e d I u n g s f o r m den Erfordernissen" der Wirtschaftlichkieft und der Möglichkeit ökonomischer Selbsterhaltung genügen muß. Gemäß den Kongreßbeschlüssen betreffend dauernde Verstärkung der, Ein Wanderung erklärt es das Aktionskomitee als wesentlich, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina sowohl durch die Jewish Agenpy. .als a.uch durch die palästinensische Administration, ver- .. stärkt und gefördert wird, . ... und daß Arbeiter-Einwanderer ebenso wie Einwanderer mit eigenen Mitteln die erforderlichen Möglichkeiten erhalten, ins Land zu kommen und sich dort niederzulassen. Das Aktionskomitee erklärt, daß In allen von der Jewish Agency durchgeführten oder geförderten Arbeiten und Unternehmungen der Grunds a t z der jüdischen Arbeit gewahrt werden muß. Eine weitere Resolution befaßt-sich mit der Sicherung der hebräisch eh S p r'a che und Kultur, worauf es weiter heißt?' Das Aktionskomitee erklärt demgemäß, daß die Anerkennung der Grundsätze der jüdischen Arbeit: der hebräischen Sprache, des nationalen . Bodens, des Selbstbestlmmungsrechtes der Siedler und der ständig wachsenden Ein- . Wanderung ' ...... unabänderliche Grundlage für die Errichtung der Agency und für die Aufstellung ihres- Arbeits, planes Ist. Das Aktionskomitee beschließt»; daU , unter Fortsetzung der begonnenen' Verhandlungen: zur Erweiterung der Jewish* Agency gemäß den Beschlüssen des XIV. und XV. Kongresses und den vorstehenden Resolutionen u n v e r t ü g 1 \ c h die erfor^erllc^o Schritte v^v^iißiBi^^^xi ^ollp. Die Exekutive wird aufgefordert, die Verhandlungen mit den Jüdischen Gemeinschaften der verschie« denen Länder energisch fortzusetzen und sobald wie möglich zum Abschluß zu bringen. Die Abstimmung. Die Agency-Komniission des Aktionskomitees war Freitag nachmittags zum Abschluß ihrer Beratungen gekommen. B1 u m e n f e 1 d als Vorsitzender der Kommission'legte die Resolutionen dem Plenum vor; sowie die Minoritätsvoten der Poale Zlon. und der Hitachdutliv und auch die Minderheitsanträge der Radikalen und der Revisionisten; Dr. So lo w ei tschik ' begründete)" den MmoVitäfsantfag der ftä'dikalen,. der die. Agency' . V o I i s t ä n;d i g' a b 1 e Ir n t und, 4er Exekutive das Mißtrauen ausspricht. Dieser Antrag wurde als weitestgehender zuerst zur Abstimmung gebracht,und mit allen g e g e'n die vier Stimmeii der Radikalen lind Revisionisten abgelehnt. Sodann begründete Lieh theim den Antrag der Revisionisten,, der ebenfalls die Agency-PaMtik ablehnt, und der mit 32 gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde. L o c<ke r begründete den Zusatzantraig der " Poale Zion, der mit. 26 ^gegen 13 Stimmen abgelehnt wird. Das von K a p'J a n. vorgeschlagene Amendement der Hitachduth wurde ebenfalls mit 24 gegen- .16 Stimmen abgelehnt Mit Rücksicht auf die späte Stunde, es war hart vor Sabbat, wurde ein' Antrag Grünbaums auf namentliche Abstimmung mit allen gegen vier Stimmen abgelehnt, worauf die Mehrheitsanträge der Kommission eil bloc mit 41 gegen 4 Stimmen zur, Annahme gelangten. Es haben somit in der entscheidenden Abstimmung, die Vertreter der Hitachduth und die Poale Zion für die' Anträge der Mehrheit gestimmt. Radikale und Revisionisten blieben bei ihrer Ablehnung. Die ,Beratungen, . des zionistischen Aktionskomitees in Berlin dauerten «bis. zum 30. Juli., Die Verhandlung' über die Erweiterung der Jewish Agency gestaltete sich sehr bewegt und wurde Sönntätg 'nachts' mit .einer Rede Weizmanns' abgeschlossen, in "der er sagte: , . <• , , \. „Es ist wirklich, schwer, die Logik zu begreifen, wie\man ttjifi Öe^'a f't'is mÜ's;%sciirdi'bfeh-.v-koiftfttÄ.^Er stati'd in' Äherifl^l^^ ArTö^ft Ist' ein offenes* K&rtei jeäetf^MteMes*»'/kann, und'wtf hleni ih-Hiribifcfc attfVdies« Atäelt Defaitismus ' vorwerfen;' ^Die" "hteläitigfe' Debatte .'hat. r in-.der Geschichte der Bewegung 'nur eirt 'einaiges -Anaiogon. 191*9 traten in London die' 'Reste* feiner; erschütterten iOrgariisätion» kisämmeh. Wir ' hatten dort' niemais: efae.fi. aus sich selbst entstandene Exekutive, die ein von .ihr. .nach fünfy-Jahren i •küheVölleri. i. Arbeit; ausgearbeitetes . Metnörandum vorlegte, Sie.yer^an-miei.ten sich .damals in London als Kriegsgewinnler im zionistischen Sinne, um' die Ergebnisse uh's'erer 'Arbeit -?fctf. -Tteharfdelh..Auchdamaisi' zerpflückte;, man dieseunsere yorschläge 'und auch damals wurde ihrem Führer der Ehren t i t e 1 des" Verräters beigelegt. Es seheint;dies das Los eines jüdischen Ffth-refs zu sein.- •: . ' Seit 3° Jahren sucht uasere Organisation neue Kreise heranzuziehen, Indem sie einmal die andern in sich aufzunehmen suchte, und auf der anderen Seite denen, die, man nicht aufnehmen konnte, eine Brücke z« schlagen versuchte. In ersterer Hinsicht habe ich wohl ziemliche Gewinne' zu verzeichnen. Viele,' einschließlich: Lord Mve 1 c h e 11, sind meine Opfer geworden'. Es gäbt jedoch Kreise, die man nicht hineingekommen konnte. Sehr oit versuchten wir, eine Brücke zu ihnen zu schlagen, wtd nur sehr oft ist m e<i n e P e r s o n die Brücke gewesen. Eine Brücke ist aber wohl'dazu da, iim getreten zu wferdöh. Den Herren v'on der hink e'n möchte ich sagen: Ich habe in meinem Leben sehr viele Kompromisse geschlossen, nur damit Sie die Reinheit Ihrer Gesin- > ' . •'.'•: nung bewahren können. .-..,.( An Aspiranten für, die Exekutive fehlt es nicht. Für mich wäre es.' eine seelische "und.! körperliche: Befreiwig» wenn ich von den heiligen, Ketten endlich befreit würde. Ich spre.che vielleicht a.Js der u n a b häng i g sie Mensch in diesem Saal, f-as't wie . von jenseits "des Grabes. Wenn ich die Agency-Politik mk solcher Beständigkeit vertreten habe, so geschah es, well ich von einer heiligen Unruhe gepeitscht wurde. Und' ich bewundere diejenigen, die hierttb'er Witze reißen oder slorh mifpeineT" Phrase darüber' hinwegsetzen oder - mit einer pharisäischen FormelMh'diesem Moment über die 'ganze Frage hinweggleiten wollen. Es geht zwar nicht-um däs Öanze,1 nicht um'Zionismus und ZionlsttscHe Organlsatfön, jedöctr um fünf oder sechs Jahre Fortschritt' oder Stagnation, und letzteres' können wir uns nicat: leisten. Denjenigen, die über Massen sprechen und glauben; ihre {fand. an dem Puls der M-assen zu ha4ten, denen #a$e daß sie mit der Ablehnung dieser Seche die Masse»? ' zerfleischen werden. Sie werden es nicht wagen; können, zu den Massen von ihrer Ablehnung zu sprechen. Ich. habe anden. Beratungen der Kommission teilgenommen und meine Situation war nicht immer sehr angenehm. Ich möchte <l^c n Bericht nicht zu dem meini gen machen. Ich habe versucht, die' Diskussion der Kommission soweit zu beeinflussen, wie es meine zionistische Gesinnung mir vorschrieb. Ich versuchte, die Diskussion in den Hauptpunkten zionistisch zu korrigieren. Ich teilte die Meinung, daß in wesentlichen Punkten an dem Bericht in seiner jetzigen Fassung manches auszusetzen ist. Der Bericht ist das Ergebnis der Berichte von Sachverständigen. Ich glaube, daß man recht daran getan hat; die Sachverständigen vorher nicht zu instruieren. Die Experten sollten ihren'Weg allein finden und wir sollten' nicht versuchen, sie in irgend, einer Form zu beeinflussen. Tcfi wüßte ganz genau, daß die Experten' un sere" I m p o n d e r a b i 1 i e n nicht verstehen wüvr de n. Das war auch nicht anders zu erwarten, da doch die Mehrzahl von. ihnen nicht Zionisten und-nicht einmal, Juden waren. Ich. habe den Bericht niemals als Ultimatum aufgefaßt, und niemand außer einigen Mitgliedern des Aktionskomitees hat diese Auffassung. Die Kritik läuft auf drei oder vier Punkte zusammen. Der Haupt-punkt ist nach meiner Meinung, vom Standpunkt des .Aktionskomitees, aus gesehen, die Frage des J üd i s c h e n N a t i o n alf onds. Möglicherweise kann die Fassung als .eine Abweichung von den an die Exekutive erteilten Instruktionen gedeutet werden. Daß keine andere-Fassung gewählt wurde, ist meine Schuld. Ich. habe mir. Mühe, gegeben, eine, klare Fassung zu finden, und habe auch diese Frage mit Dr. Ruppin besprochen. Wir wüßten uns> aber im Augenblick keine klarere Fassung zu finden und glaubten auch nicht einen Augenblick, daß hierin eine Verletzung unserer Instruktionen vorliegen könnte. Vielleicht ist. auch .die irrige Meinung nur dadurch entstanden, ,daß an dem sogenannten Budget des Berichtes der verhältnismäßig hohe Betrag von Pf. St. 200.000 für die Bodenreserve genannt wird, der in einem falschen. Verhältnis, zu den gegenwärtigen. Einkünften dös NatipnaHonds steht. Wenn man art. eine'Kolonisation auf lange- Sicht . herantritt, ist es notwendig. Boden zur Verfügung zu, haben. Der Fonds arbeitet nicht rasch, genug, und daher glaubten wir, auch aus den Mitteln des »Kjeien Hajessod Bpden als Reserve kaufen izii müssen. Auch dieser. Boden soll für ' dd e, C h a 1 u z - K p I ö h isatipn verwendet werden. Wie kann man ätsö von einer V.exletziihg...der. Kongreßbeschlüsse sprechen? Auch ,im:>kaufe ,der . Verhandlungen über, die Anleihe hat' sich herausgestellt,; daß.; e$ gut. wäre, Land zu haben, das wir ry^pf|inden.^'k^n?it«ii> ''.pd.er.. ".Wenigstens" schon gewisse Ein- £gtofte,., einen geringen Anfang einer Rückzahlung unserer Investierungen. Schon eine Verzinsung von zwei, einem, ja, .sogar einem halben Prozent würde genügen, Wir erklärten bei den Anleiheverhandlungen, daß wir noch keine Sicherheiten geben könnten, daß wir aber Kolonien hätten, die einige Jahre alt sind und schon beginnen, Erträge abzuwerfen. Wenn unsere Kolonien infolge des Fehlens der Rückzahlungen noch/keine' Sicherheit für eine Anleihe in sich trugen, glaubten wir,: daß eine durch kein Statut gefesselte L ä n d r e s e f t e von Nutzen sein könnte. Niemals jedoch wurde am die Möglichkeit gedacht, -daß die Böden dieser Landreserve' jemals , hi nichtjüdisciie Hände übergehen könnten; ' •Mdn"' wirft auch vor, dafl. die andere« nicht genug mitbringen. f . Als ob eine Mlfllön mehr prinzipielle Bedenken serstreaen könnte! Ich mochte die iad&kr-eite Frage steften, wenn ich einen Scheck über 1 MiHion Pfand auif den Tisch des Hauses niedergelegt hätte, wie dann die Diskussion hier ausgesehen hätte. Nun lag der Kommission das Projekt der Schaf fang eines großen Fonds von etwa.'10 MHüönen Pfund vor, da man der Meinung .war, daß man Kolonisation auf .lange Sicht nur dann machen könne, wenn man das Geld hat, um die Arbeit bezahlen zu können. Mau kam aber später zu der Ueberzeuenne. daß es noch z« frfih sei itir ebiea soichen Fonds und diB man damit noch ein oder zwei Jahre warten wolle. So toam das* Budget wo einer MilMon Pihmd zustande. 'Dieses Budget bedeutet n i c h t b a r e s Geld« sondern die schwere Arbeit, dieses Geld aufzubringen; Nun sagen wir, wir bringen in d«e neue Partnerschaft 700j000 (Rfnnd e«^ Sie haben atoer doch diesen Betrag gar nicht. Gewiß, .die Juden haben das Geld für Palästina, äber es ist, unsägfleh schwer, es aus ihnen herauszuholen, ty&tin gehört apostolische Hingabe, und ich sehe diese Apostel im Zionismus nicht. Man, hat ferner Selb st arbeit mit jüdischer Arbeit verwechselt. Ich' sage galt? offen, daß, wenn ich nur den leisesten Zweifel an die Forderung der jüdischen Arbeit bei unseren Partnern gehabt hätte, daß ich dann bei diesem Punkte die 'Verhandlungen abgebrochen hätte. Wenn-dieses Prinzip mit/dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit'eimnal kollidieren sollte, so wird bei unseren Partnern däs Prinzip der judischen Arbeit den Sieg davontragen. Affes, was ich Ihnen gesagt habe, dürfte klargemacht 'haben/' '

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