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Die neue Welt · 1928-07-13 · Heft 43 (13.7.1928) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 43 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT ffr. 43 lassen, bewährte sich. Die Tore erzielten E i s e n h o f f e r, Heß und Brande s. Aufstellung: Hakoah: Fabian; Stroß, Feldmann; Gold (Poliak), Drucker, Fried; Ncufcld, Heß, Brandes, Edscnhoffer, Mausner. Eröffnung des jüdischen Turnzes im Augarten. Donnerstag den 5. d. fand durch den Ersten Wiener Jüdischen Turnverein Makkabi IX/XIX die feierliche Eröffnung des Sommerturivplatzes im Ausarten statt. Die Verwirklichung dieses großen Wunsches der jüdischen Jugend ist der Kultusgemeinde zu danken, die den ihr gehörigen Grund kostenlos zur Verfügung stellte. Der Obmann des Makkabi IX/XIX, Dozent Dr. Wal he im, würdigte dies auch in seiner Begrüßungsrede, in der er das Mitglied des Kultusvorstandes Dr. K 1 a b e r bat, 'der Gemeinde den Dank der jüdischen Turner zu übermitteln. Dr. Kl ab er bezeichnete in seiner Ansprache die Eröffnung des Platzes als Beginn eines neuen Aufschwunges der jüdischen Turntoewegung. Dann führten die Herren- und Damenriegen der Makkabi den erschienenen Gästen1 unter Anleitung des Vorturners Zi'met Uebungen vor. Die Matches um den Lord-Alfred-Mond-Pokal. Die Kämpfe um den Morid-Pokal in Palästina haben am 16. Juni begonnen und werden am 21. Juli beendet sein. An dem Wettbewerb nehmen die Fuballvereine Hapoel (Tel-Awiw), Makkabi (Tel-Awiw), Hapocl (Haifa) und Makkatni-Has-monea (Jerusalem) teil. Jede Mannschalt, die an diesem Bewerb teilnimmt, hat zwei Spiele auszutragen, und zwar ein Spiel auf eigenem Feld und ein zweites auf dem Spielplatz des Gegners. Die Mannschaft, welche die meisten Punkte erzielt, ist Pokalsieger und hat den Anspruch, als die Auswahlmannschaft der pa- ^stinensich-jüdischen Fußballvereme in London anzutreten. Lord M eich et t hat einen entsprechenden Betrag gewidmet, um dieses Projekt durchzuführen. Hakoah Sieger im Hockey-Jugendcup. Das Jugendcupfinale um den vom Oesterreichischen Hockeyverband gestifteten Pokal konnte die Hakoah gegen den Wiener Allroundsportklub überlegen 4:1 gewinnen. Die Tore für den jüdischen Verein erzielten UHmann (3) und Wi'ttmann. Der Pokal geht endgültig in den Besitz der Hakoah über, diexiba heuer zum zweitenmal gewann. Krise bei Hagibor. Der zweitklassige Sportklub Hagibor ist seit zwei Monaten ohne Sektionsleiter und die Spieler Zuckerberg, Schönthal, Groß, Vollmer und Amster wollen austreten. Es. Ist zu hoffen, daß es der sonst tüchtigen Hagiborleitung gelingen wird, die Krise beizulegen. Jüdischer Sport in Polen. In Warschau spielte Makkabi dn der Kroismeisterschaft gegen Warsz-awianka IB 2:2 unentschieden, M a kkabd (Krakau) unterlag gegen Olsza 0:3. Der erstklassige Warschauer Sportklub Legja hat die Gastspielreise der Wiener Hakoah durch Polen organisiert. Es sollen im ganzen sechs Spiele zur Austragung gelangen. Schon jetzt wird von den Veranstaltern angelblich auf Grund von Mitteilungen der Hakoah folgende Aufstellung des jüdischen Vereins bei den Matches in Polen angegeben: Fabian; Scheuer, Feldmann; Fried, Guttmann, Poliak; Neufeld, Häusler, Heß,. Eisenhoffer, Schwarz. Meisterschaft der jüdischen Amateurvereine. In der dritten Klasse Ost trug Menorah das letzte Match gegen Alexandria aus und unterlag unverdient 1:3 (1:0). Die Alexandniamannschaft kämpfte sehr derb, ohne daß der Schiedsrichter Fenyesch dagegen einschritt. Nicht weniger als sechs Spieler von Menorah, und zwar Apter, Taback, Sofran, Schleifer. Friedlicher und Wiichs erlitten Verletzungen. Hugo Neumann, der bekannte Hockey-Spieler der Hakoah, verließ vorige Woche Wien und übersiedelt aus beruflichen Gründen nach Antwerpen. Er hat als Spieler für seinen Verein viel geleistet — er war unter anderem auch in Genf im Jahre 1925 international tätig —, aber noch wichtiger war seine Arbeit für das Hockey der Damen und besonders der Jungniaiuischaften, zu deren Entwicklung er viel beigetragen hat. Er wird bei der Hakoah und im Wiener Hockeysport nur schwer zu ersetzen sein. Makkabl-Weltverbaiid. Die seinerzeit verschobene Präsidiums. Tagung des Makkabi-Weltverbandes findet am 5. und 6. August in Drünn statt. Anmeldungen bis '20. Juli in Brünn, Koliste 57. Schlanger (Hakoah) placierte sich bei den Ringmeisterschaften von Wien als Sieger in der Federgewichtsklasse. Spanner, der jüdische Amateurboxer, wurde vom Wiener Boxverband zum Professional erklärt. tuVA Austritte aus dem Judentum. Hercz Maurus, geb. 19. VIII. 1888, Moson, verh., V„ Ketteubrückengasse 23 und dessen Kind Hercz Wilhelm, geb. 4. III. 1922, Wien. — Meisl Hildegard, geb. 5. IX. 1911, Lemberg, led., XIII., Hernsdorferstraße 13. — Kun Eugen (Jenö), geb. 29. III. 1909, Budapest, led., V., Wehrgasse 11. — Ketzer Johann, geb. 6. XII. 1892, Bergreichenstein, verh., XIII,, Linzerstraße 245, — Hlawatsch Artur, geb. 16. XI. 1888, Wien, verh., V., Stolberggasse 19. — Silberstein Ella, geb. 15. II. 1901, Lemberg, led., IL, Las«. sallestraße 5. — LeinmiiHer Friederike geb. Pleban, geb. 5. III. 1902, Wien, verw., XVII., Weidmanng. 20. — Huth Hertha, geb. 29. IV. 1922, Wien, led., XVII., Weidmanngasse 20. — Dr. Jakobi Moritz, geb. 27. XII, 1859, Karlsburg, verh., XVIII., Währinger- S&sek lillig privat abzugeben! äää? ÄS6 äsVä! mu'ter eingelegt und diverse andere schöne Gegenstände. — Anfragen zwecks ev-n'uel'er Be«ichtlp. nc nn Anno cpti-F.xn 8CHALGK Wien 1 Wol'zeüell ■HBBnBHBanBaHnHHB Straße 82. — Spatz Sofie (Zofja), geb. 17. VII. 1898, Brody. led., XVIII., Semperstraße 41. — Schenierer Hans Theodor, geb. 10. IV. 1909, Wien,'led., XIX., Kobenzlgasse 37. — Tyroler Friedrich, geb. 6. IX. 1894, Wien, ger. gesch., XXI., Am Spitz 2. — Tyroler Felix, geb. 20. VII. 1926, Wien, led., XXI., Am Spitz Nr. 2. —- Kulakowska Oswald Theodor, geb. 3. III. 1928, Wien, led., I., Kärntnerstraße 21. — Doktor Konrad Leopold, geb. 20. IV. 1892, Marczali, verh., I., Dorotheergasse 7; dessen Kind Angela Johanna, geb. 28. X. 1924, Wien, und Frau Friederike geb. Wiener, geb. 30. IV. 1901, Wien. — Kraus Walter, geb. 10. IV. 1903, Wien, led., II., Stuwerstraße 34. — Brauner Mary Margarete geb. Langer, geb. 30. VII. 1896, Philadelphia, verh., IV., Schwarzenbergplatz 15. — Spieler Isak, geb. 6. VII. 1884, Wien, verh., IL, Josef-Gaü-Gasse 5. — Spieler Gertrud, geb. 29. XII. 1921, Wien, led., II., Josef-Gall-Gasse 5. — Löwy Hugo, geb. 14. II. 1902, Seni'ca, led., XII., Ratschkygasse 14. — Schulzer Leo, geb. 6. IX. 1892, Budapest-Obuda, led., XX., Wallensteinstraße 36. — Eisenhammer Erwin, geb. 18. VIII. 1922, Wien, led., XII., Murlingengasse 61. — Spitzer Rose (Rosa) geb. Katz, geb. 6. II. 1870, Nobosa, verw., XVIII., Semperstraße 31. — Blaschek Rudolf, geb. 2. V. 1898, Wien, verh., Chauffeur, XVII., Wattgasse 70. — Blaschek Anna geb. Weinstein, geb. 31. VIII. 1898, Ung. Brod, verh., XVII., Wattgasse 70. — Berger Alexander, geb. 11. IX. 1910, Wien, led., II., Schönngasse. —■ Masur Sabine, geb. 27. XII. 1893, Czernowitz, led., IX., Althanplatz 9. SCHOLEM ALEJCHEMs MENACHEM MENDEL. (Aus dem Jüdischen tibertragen von Siegfried Schmitz.) Hebräische Schule, XX., Otlnnarsassc 46, Saal II. Die Eltcrnversammlung hat am 5. d. M. den Beschluß gefaßt, einen Elternvere i n zu gründen. In das provisorische Komitee wurden gewühlt: Frau Sabine Singer, XX.. Klosterncuburgerstraßc 57, Präsidentin; Herr Jakob Fleischer, XX., Hannovergasse IG, Kassier; Frl. Stella' Melier, XX., Jagerstraße 24, Schriftführerin. n I., Elisabethstraße 9, I. Stock, 10, Tetephon 45-S-34 und B 30-3-49, stellt einwandfreie, gewerbeberechtigte, sprachen- und branchenkundige Handelsvertreter, reisende Kauflcute und Kommissionäre kostenlos sofort zur Disposition. — Parteienverkehr: Jeden D i e n s t a s, 6 bis 7 Uhr abends im Sekretariat. Elisabethstraße 9. 1. Stock. 10. — Verbandsdiskussionen jeden Montag um halb 8 Uhr abends im Cafe Exzelsior (1., RotenturmstraBe 24) Auskünfte1 für Mitglieder kostenlos gegen. Beischluß des Portos, für Nichtmitglieder gegen Porto und S 2 in Briefmarken; für gemeinnützige. Zwecke. Angebote und Nachfragen: 2523 Firma In Barcelona benötigt Phantasiewirkwaren, ferner Galalith- und Perlmutterknöpfe. ~. ' 2524 Firma in Memel benötigt Schnurwatta, weiß, chlorfrei, ffir Zigarettenhülsen. . ,„.... 2525 Firma In Lahore (Indien) sucht Artikel aller Art für Indien. 2526 Firma in Paris benötigt Hülsenfrüchte. 2527 Firma in Wien benötigt Etiketten aus weichem Holz und Samendütenkasten. 2528 Firma in Larnaca benötigt gefärbtes Schuhleder. 2529 Firma in Delhi sucht einen Kommissionsagenten in Glaswaren, Wirkwaren, Messer und Papier. : 2530 Firma in Le Diree benötigt technische Bedarfsartikel. 2531 Firma in New Häven (U. S. A.) benötigt Steinnußknöpfe. 2532 Firma in Stockholm benötigt elektrotechnische Artikel. 2533 Firma in Wien benötigt Glaslinsen für Fahrradlampen und Scheinwerfer. 2534 Firma in Neuhaus am Rcnnweg (Thüringen) benötigt blaue und braune Bleiglasröhrcn. 2535 Firma in Ostrocac (Herzegowina) sucht Interessengemeinschaft mit Furnier- und Sperrholzplattenfabriken. 2536 Firma in Burgas benötigt Papier, Garn, Jutesäcke, Textilien, Lederriemen, Schuhoberleder und Glaswaren. 2537 Firma in Rustschuk sucht Vertreter in Honig. Alle Kaufleute, Industriellen, Gewerbetreibenden und Handelsvertreter werden dringendst ersucht, tunlichst rasch sich bei'unserem Sekretariat, I., Elisabethstraße 9, 1-10, Telephon R-45-8-34 und B-30-3-49, für die Kollektiv-Muster-Ausstelliing bei der Wiener Herbstmesse anzumelden, da unser Verband eine kollektive Koje für unsere Berufsgruppe erhält. Montag, den 23. Juli, 8 Uhr abends, Versammlung im Cafe Excelsior, I., RotenturmstraBe 24. Vortrag Dr. E. Zweig (Jerusalem) über: „Absatzmöglichkeiten nach Palästina". Wir sind genötigt, unser Riesenlager in Sommerwaren jeder Art gründlich zu räumen. Das zwingt uns, unsere bekannt billigen Preise npch um ein Erkleckliches zu reduzieren. Es bietet sich daher jedermann eine selten wiederkehrende Gelegenheit, seinen Warenbedarf zu unerhört niedrigen Preisen zu decken. Wir veranstalten daher ab Montag, den 2. Juli, einen Sommerräumungsverkauf mit großen Sensationen. Schon ein Blick in unsere Schaufenster, ein Vergleich des Preises und der Qualität der dort zur Schau gestellten Sommerwaren jeder Art wird ihnen zeigen, daß unsere Leistungsfähigkeit unerreichbar ist. Sie müssen, bevor Sie Ihren Urlaub antreten, Ihre Garderobe vervollständigen, für Strand und Land bekommen Sie alles bei uns. Besuchen Sie uns unverbindlich, lassen Sie sich unsere reichhaltige Auswahl in feinsten Seidenwaren in den allerneuesten Dessins, Etamine, Voile, Regenmäntel, Strick- und Wirkwaren, Badeartikeln, Wäsche, Modewaren usW, zeigen! Wir bringen unter anderem: Diagonalseide, per Meter S 1.98, Satin de Chine, alle Farben, zu S 2.50, Seidenbrokate, für Futterzwecke, 85 breit, zu S 2.50, Waschseide, herrliche Dessins, zu S 2.90, Rejane, reine Kleiderseide, 90 breit, zu S 2.90, Crepe Marocaine, reine Seide, alle Farben, 100 breit, zu S 3.90, Mantelseide, schwarz und färbig, 95 breit, zu S 4.90, Crepe de Chine-Imprime, ioo breit, zu S 7.90 usw. In unserer Restenschwenime (im Tiefparterre) kaufen Sie: Modernste Kleider-De laine, per Meter 89 Gr., K.-Seide, per Meter 98 Gr., Orig. Schweizer Volletamine, fabelhafte Dessins, 110 Ztm. breit, zu S 1.98, Dirndlstoffe, Crepe, Frenche, per Meter S 1.25, Regenmäntel, prima, per Stück nur S 10 u.a.m. Vor Deckung Ihres Bedarfes an Badeartikem sehen Sie sich in unserem großen Schaufenster unsre reiche Auswahl in Bademänteln, Capes, BadetrCikots, Badehauben usw. an. Warenhaus Brüder Sc h i f fm a u n, IL, Ta|>otreraße 48 E Copyright 1921 by R. Löwit, Wien und Leipzig. (26. Fortsetzung.) 2. B r i e f. . Scheine-Scheindel aus Kasriliwke an ihren Gatten Menachem Mendel in Jehupez. Dem hochgeehrten, edlen und mächtigen Herrn, dem weisen Kenner der Thora, dem hochgelehrten Reb Menachem Mendel ehrfürchtigen Gruß! Erstens vermelde ich Dir, daß wir alle, Gott sef Dank, beim besten Wohlsein sind; gebe Gott uns, das Gleiche von Dir. zu hören fürderhin und nichts Schlimmeres. Zweitens teile ich Dir mit, mehi Lieber, der msr. beschert worden ist: Wie wird das mit Diu enden? Keän Hieb trifft den Mann! Es geht nicht im Guten, es geht nicht im Bösen! Rein Erbsen an die Wand geschossen! Leben soll die Mutter — ihre Worte kann man drucken lassen: „Ein Kranker" — sagt sie — „wird gesund^' ein Trunkener wird nüchtern, ein Schwarzer wird weiß, aber ein Narr bleibt ein Narr..." Sag' doch, Mendel: hat sie nicht recht? Bedenke, was Du schon alles angerichtet hast, seit ich Dich als meinen Mann kenne (ich habe genug daran!) — das ist Dir noch nicht genug: Du gibst Dich noch in Deinen alten Tagen zum Spaßmacher her! „Schriftstehler" wird der Mann! Und da finden sich noch Narren, die ihm dafür zahlen! Gott ' weiß, was Du mit Deinen Beschreibigungen Dir noch erwirtschaften wirst, Gott behüte! Ich habe meine Erfahrungen. Wie sagt die Mutter, sie soll leben: „Einem, geprügelten Hund soll man keinen Stock zeigen..." Im Anfang ist es immer ein leichter Verdienst. Vöglein in den Lüften; leicht, ein Kinderspiel. Der Mann wird fn Jehupez im Gasthof sitzen und schreiben und ich soll mich da in Kasriliwke mit seinen Kindern plagen und mich! mit der „Infaulenza" herumschlagen! Seit drei Wochen sitzt sie bei uns im Haus, die „Infaulenza", und ist nicht loszuwerden. Von den Kleinen schleppt sie sich zui den Großen... Und für das Geld, das Du mir von Deiner] Schreiberei versprochen hast, danke ich Dir schon jetzt. Deine feinen Leute in Jehupez mögen immer so viel für ein warmes Essen haben, wieviel Du bei dem Oe^ schäft als „Horenarr" einnehmen wirst. Du bist selber ein Narr, ein horrender Narr... Und wenn Du nicht willst, daß ich in jungen Jahren aus dieser Welt muß und Deine Kinder, Gott bewahre, Waisen bleiben, so schlag* Dir alle Deine leichten Luftverdienste samt Deinen schonen; Beschreibigungen aus dem Kopf und komm endlich einmal nach Hause zu Deiner Frau und Deinen Kindern;' zu Deinem Schwiegervater und Deiner Schwiegermütter^ Du wirst, so Gott will, ein lieber Gast sein, , wie die Mutter sagt: „Daß wenigstens der Herd zu tun hat/* So wünscht Dir viel Gutes und dauerndes Glück Deine wahrhaft treue Frau Scheine-Scheindel Erinnerst Du Dich an Mojsche Dowid, den Kol-, Iektor, oder nicht! Den hat schon lang seine Frau verdrossen; er hat sie loswerden wollen und nicht gewußt* wie: da fällt ihm ein, nach Amerika zu fahren. Aber, sie hat ihn an der Grenze noch erwischt und ihm einen Skandal geschlagen, daß ihm die Reiselust vergangen ist. Was ein Litwak imstande ist? Mein Unglück auf seim' Haupt! 3. Briet Menachem Mendel aus Jehupez an seine Frau Scheine- Scheindel in Kasriliwke, Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Zum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — Dank Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Leben; das des Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen^ daß eines vom anderen nur Gutes, höre in guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. Zum zweiten wisse: Es wird, so Gott will, gut gehen. Ich bin schon, Gott sei Dank, in der Zeitung gedruckt, ebenso wie alle anderen Schriftsteller, und ich fühle es: ich bin geradezu ein anderer Mensch geworden. Wie ich zum ersten Male meinen Namen in der Zeitung gedruckt gesehen habe, dick und groß: Menachem Mendel — da sind mir beinahe Tränen in die Augen gekommen. Du fragst natürlich, warum? Vor Glück darüber, daß es so gute, feine, vornehme Leute auf der Welt gibt. Ich meine damit die Redaktion. Denn wenn man es recht bei denkt — ich bin ja nicht ihr einziger; es gibt unberufen genug Schriftsteller auch ohne mich. Dennoch hat sie sich's nicht verdrießen lassen und hat sich hingesetzt 'und hat meine Beschreibigung gelesen, so wie sie geht und steht, von A bis Z, und sie antwortet mir in der Zeitung, das heißt, im Briefkasten, daß meine Beschreih bung ihr gefallen hat; nur ein wenig zu lang ist sie -— das1 wäre Nummer eins. Zweitens aber verlangt sie von mir, daß ich ihr Geschichten aus dem Kopf erfinde; sie will nicht mehr und nicht weniger, als daß ich ihr (so, in, meiner Sprache) das Leben in der Stadt Jehupez mit allen ihren „Typen" schildere. Kurz gesagt, sie will wissen; was es bei uns in Jehupez Neues gibt; etwas anderes» kann doch das Wort „Typen" nicht bedeuten..% Nun; sag* selbst: ist das nicht vornehm von der Redaktion?; Da kann man doch nicht unhöflich sein und sie warten! lassen. Ich habe also meinen Rock ausgezogen und mich niedergesetzt und schreibe ihr — drei Tage schon schreibe ich und schreibe, und das Schreiben nimmt kein Ende! Und da ich mit dem Schreiben sehr beschäftigt bin, md Heute;

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