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Die neue Welt · 1928-07-06 · Heft 42 (6.7.1928) · page 13

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 42 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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Nr. 42 DIE NEUE WELT Seite 13 F AiioraNsrt^ THEBUTHL mm. mmmr, •gÄBWTIHIT ECOTE MTOMUTTtK. Siegmund Kohn gestorben* Dienstag mittags ist Sigmund Kohn zu Grabe geleitet worden. Eine große Anzahl von Zionisten Wiens schritt hinter dem Sarg voll Wehmut, von einem treuen Weggenossen Abschied nehmen zu müssen. Siegmund Kohn, der in Pribram in Böhmen geboren war und ein Alter von 58 Jahren erreicht hatte, war vom ersten Tage der zionistischen Bewegung an, in ihren Reihen gestanden. Dem ersten Kongreß im Jahre 1897 gehörte er als Delegierter an und er war stets stolz darauf, daß er über das Baseler Programm mit hat abstimmen können. Kohn war ein stiller, bescheidener Arbeiter am Werk, einer von denen, die keine Funktion in der Oeffentlichkcjt suchen, sondern nur ihre Pflicht tun wollen und die in ihrer Beschäftgung mit jüdischen Fragen eine seelische Befreiung von den Schwierigkeiten des Berufes sehen. Für Kohn war das jüdische Volk, wie dies Rabbiner Dr. Bach in seinem Nachruf sagte, eine große Familie, der er diente und die seiner stets gedenken' wird. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. In dem in Nr. 41 der „Neuen Welt" veröffentlichten Verzeichnis der unter der Aufsicht der Kultusgemcindc stehenden Fleischbänke ist die Fleischbank des Herrn Wilhelm. Patyan, 20. Bez., Klosterneubttrgerstraße 10, durch ein Versehen weggelassen worden, was wir hiemit berichtigen. Das Urteil des zionistischen Parteigerichtes in Amerika. Das von Dr. W e i z m a n n vor seine* Abreise aus Amerika eingesetzte P a r t e i g e r i c h t z*tr Prüfung der Anklagen der Opposition gegen die offizielle Zionistische Organisation Amerikas hat soeben in der Form eines Br'iefes: an Dr. Weidmann sein Urteil bekanntgegeben. Dieses 'lautet: Die Prüfung der gegen die Administration der Zionistischen Organisation Amerikas erhobenen Vorwürfe hat ergeben, daß k e i n G r u n d vorhanden sei, der Administration das Vertrauen zu entziehen. Es wurde kein stichhältiger Beweis dafür erbracht, daß irgend jemand eine Handlung beging, um sich, einen finanziellen Vorteil zu verschaffen; ebenso existiert kein Beweis dafür, daß durch falsche Handlungen ein finanzieller S c h ade n entstanden sei.. Es waren lediglich Beispiele einer u n g en au en F ü h r u n g der finanziellen Atigelegenheiten der Trustfonds in einzelnen Fällen festzustellen, immer aber wurden die Fondsbeträge für Zwecke, für die sie bestimmt waren, verwendet. Diejenigen Personen, die für diese Ungenauigkeiten verantwortlich sind, sollten nicht weiter als Beamte oder als Mitglieder des Komitees der Zionistischen Organisation Amerikas fungieren. Kein Beamter und kein Komiteemitglied sollten für irgend welche Bemühungen dm Interesse der Organisation eine finanzielle Entschädigung erhallten. Keinerlei Geldverpflichtuiig sollte ohne ein Votum des Administrativkömitees übernommen, noch sollten Kredite für private Zwecke gegeben werden. Antisemitismus an der Wiener Universität. Wir erhalten vom' Jüdischen;Ho'chschulausschuß „Judäa", mit Bezug auf die in der „Neuen Welt" gebrachte Nachricht von antisemitischen Anschlägen folgende Zuschrift: Der Hochschulausschuß ist auch in diesem Jahre des öfteren beim Rektorat eingeschritten und seinen Beschwerden wurde in allen Fällen Folge gegeben. Was nun den gegenständlichen Fall betrifft, so bemerken wir hiezu, daß von unserer Seite gegen dief in Ihrem Artikel erwähnten Anschläge beim Rektorat energischer Protest erhoben und auf diesen Protest hin die sofortige Entfernung der betreffenden Anschläge verfügt wurde. Dies geht übrigens, auch daraus hervor, daß an Stelle dieser Anschläge .die hakenkreuzlerischen Verbände Kundmachungen veröffentlichte^, in denen sie darauf hinweisen» daß diese Artikel (es folgen die namentlichen Bezeichnungen), „über Verlangen der jüdischen H o c h s c h ü 1 e r, vom Rektorat beschlagnahmt w u r d e n". Aus dem Gesagten ist zu ersehen» daß cjer Hochschulausschuß den akademischen Behörden gegenüber Ehre und Interessen der jüdischen Studentenschaft im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten verteidigt und vertreten hat. Abonniert die 1 ..Neue Weit« iMmnaHMHiai Chajes-Realgyninasium. Die am 25. Juni 1. J. unter Vorsitz des Direktors Dr. Koppitz abgehaltenen Reifeprüfungen hatten nachstehendes Ergebnis: Von 3! Kandidaten, die sich der Prüfungscin Kandidat für zweieinhalb Monate reprobert. Der Reifem i t Auszeichnung, 20 wurden für reif erklärt, ein Kandidat für zweieinhalb Monate reprobert. Der Reiifcprüfung wohnten als Vertreter des Kuratoriums der Präsident Hofrat Professor Dr. Sal. Frankfurter, der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemcindc Dr. Jakob Ornstein, sowie Rabbiner Dr. David Fcuchtwang bei. Sitzung des Verwaltungsrates der ICA. Am 30. Juni ist in Paris der Verwaltungsrat der ICA. zu seiner zweiten Tagung in diesem Jahre zusammengetreten. An der Sitzung nahmen Professor R e i n a c h, Professor Wahl, Dr. Netter, Generalkonsul Phi lips o n (Brüssel), O. E. d'Avigdor Gold s m i d, Leonard G. Montcfiorc, L. Leonard Cohen, Rechtsanwalt Klee (Berlin) und Justizrat Blau (Frankfurt a. M.) teil. Herr James Simon ist an der Teilnahme verhindert. Die Prügelstrafe abermals vor dem Unterhaus. Im Unterhaus richtete der Arbeiterdeputierte Commander K e n w o f t h y an den Kolonicnministcr die Frage, ob er schon Informationen über die wegen Zugehörigkeit zu einer Geheimorganisation zu Gefängnis und Landesverweisung verurteilten Personen erhalten hat. Ob er wisse, daß diese Personen gefordert hätten, daß man sie als politische Häftlinge behandle, in den Hungerstreik getreten sind und daß drei von ihnen zu Prügelstrafen verurteilt worden und diese Strafen auch vollzogen sind. Koloiiienminister Ammcry erwiderte: Ich habe eben von dem Oberkommissär einen Bericht erhalten, der besagt: Am 29. Mai haben drei Kommunisten, die zu 30, 50 und 100 Tagen Gefängnis wegen Teilnahme au geheimen ailSbeSiSZeV wenden sich zwecks ausreparaturen an die Kredit- und Wiederaufbau-Genossenschaft, Wien, III,, Löwengasse Nr. 45 / Reparaturen werben auch bei belasteten Häusern gegen Rückzahlung aus dem Instandhaltungszins ausgefühtt. Durchfuhrung aller Verhandlungen mit Mle:parlclen und BehSnJen. Sprechzeit 4 bU 6 Uhr Telephon 97-0.89 Besprechungen verurteilt worden waren, sich. geweigert, nach dem Spaziergang im Gefängnishdf in die Zeilen zu- ■. -t ■'* l- ' i ■«■!■*•'■ * ■ rtickzu'kehrcn. Einer von Ihnen warf einen Stein gegen den Wärter, die beiden anderen versuchten, dem Wärter den .Knüppel zu entreissen. Sie wurden überwältigt, wegen Gewaltanwendung gegen den Wärter angeklagt und zu je fünf Tagen Einzelhaft m\d z u j e zwölf S >t o c k s c h 1 ägen verurteilt. Diese Verurteilten werden nach Verbüßung der Strafe ausgewiesen werden. Im ganzen befinden sich in dem Jemsalemer Gefängnis 9 jüdische Kom- .munisten, die der Gefänghisverwaltung viel zu schaffen geben; vor einigen Tagen begannen sie, jede ihnen gereichte Nahrung zurückzuweisen. Ich weiß nicht, fuhr der Minister «fort, ob sie darauf bestanden haben, als politische Gefangene behandelt zu werden. Prügelstrafe für schlechtes Benehmen und Gewaltanwendung im Gefängnis ist gesetzlich; der Oberkommissär ist überzeugt, daß die Strafe gerecht war. Kenworthy: Weiß der Minister, weshalb sie verhaftet worden sind? 'Amery: ich sagte es schon: Sie wurden wegen Teilnahme an MIegalen Versammlungen verhaftet. DIE MODE des Sommers zeigen * Krupniks entzückende eigene Schöpfungen und Modelle der ersteh Pariser Modehäuser Du;tlge Sommerkleider, hochelegante Cornplets fesche Kostüme und Mäntel, hochaparte Abend-u. Gesellschaftskleider aus edektem Mateilal und in den reizendsten Modefaiben zu enorm biUigen Preisen im MHPVII.9Caiserstr.115 Wir haben nirgends f i I i i j e n! Anerkannt größtes Spezialhctus Oesterreichs Okkaslon! Okkaslon! Zu f pottpreisen verkaufe Ich dl« Restbettände meines aufgelassenen Detail-Lederwaren-Geschäftes Refsekoffer von S €- ^^IM^M v0« S 35.— Itllt Krfll(BdiMl6t6SJ3il8S warciTuiul11 RelserequisUen ''aller' Art Iam^L VII!., LacUrergasse 2, TÖr 3 ■ ^% rf ift Werkstillte ■ tmm^wM %■ ■ VH\, Albertgasse 19 Samstaf* geschlossen Oliver: Welche Beweise sind vorhanden, da» diese Personen Kommunisten sind? Amery: Die Regierung hat die Beweise, daß sie an illegalen Versammlungen teilgenommen haben. Der arabische Kongreß gespalten. Mehrere Teilnehmer an dem palästinensisch-arabischen Kongreß verließen unter Protest die Beratung, weil die Exekutive nicht durch Oeheimabstimmung gewählt worden war, sondern auf Orund einer Abmachung zwischen einigen Gruppen. Die Sezcssionistcn haben nun eine Erklärung veröffentlicht, in der gesagt wird, daß die neue Exekutive nicht als eine Vertretung des Volkes angesehen werden kann. Jüdische Kommunisten in Palästina wollen mit den Arabern gegen das jüdische Nationalheim kämpfen. Die arabische Presse Jerusalems veröffentlicht ein Memorandum, welches eine Gruppe jüdischer Kommunisten an den arabischen Kongreß gerichtet hat. Darin fordern die jüdischen Kommunisten, die sich als unparteiisch bezeichnen, den Kongreß auf, den Zionismus als den schlimmsten Feind sowohl der Araber, wie der Juden, zu bekämpfen. Die Juden, heißt es dann weiter, haben nicht mehr Recht auf Palästina, als r, ie Araber auf Andalusien (die einst von Arabern bewohnt gewesene spanische Provinz). Gegen Großbritannien müsse m*an kämpfen, weil es d i e( zionistischen B e s t r e b u n ge n f ö r d e r t. Die Arbeiter und Bauern seien Freunde des arabischen Freiheitskampfes. Nur ein Bündnis zwischen arabischen „nd jüdischen Arbeitern könne eine Wiederholung der in Palästina 1921 stattgefundenen Unruhen verhüten. < Das neue amerikanische Einwanderungsgesetz. Wie bereits berichtet wurde, bestimmt das Amen" dement zu dem amerikanischen Einwanderungsgesetz unter anderem auch, daß Kinder von amerikanischen Bürgern außerhalb der Quote ins Land kommen können, wenn sie das 21. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Nach Annahme'11 %n'd Textierung des Gesetzes? machte das jüdische Kongreßmitglied D i c k s t e i n dar auf aufmerksam, daß eine große Zahl von Kindern amerikanischer Bürger schon vor langer Zeit, als sie noch nicht 21 Jahre alt waren, an die Konsulate das Ansuchen um Einreisevisa gestellt haben, inzwischen jedoch das 21. Lebensjahr überschritten haben. Es wäre nun ungerecht und auch dem Geist des Amendements widersprechend,; wenn diese Leute nunmehr ohne ihr Verschulden der in den neuen Gesetzesbestimmungen enthaltenen Begünstigung nicht teilhaftig würden. Der Minister für Arbeöfa- und Einwanderungswesen schloß sich diesem Standpunkt an und ließ sämtliche amerikanische Konsulate des Auslands telegraphisch verständigen, daß bei Anwendung des neuen Amendements auch solche Kinder von amerikanischen Bürgern auf das Einreisevisum Anspruch haben,' welche zur Zeit, als sie um das Visum ansuchten, nochf nicht 21 Jahre alt waren, ohne Rücksicht darauf, ob sie. inzwischen großjährig geworden sind oder nicht. i Der Philologe Professor Blumenfeld gestorben. ■» In San Francisco verstarb im Alter von 73 Jahren der über Amerika hinaus bekannte jüdische Philologe und Professor an der Universität Baltimore, DrJ Morris Blumen feld. Der hervorragende Gelehrte, der aus Bielitz (Schlesien) stammte, war in der ganzen Welt als Autorität in den altindischen Sprachen bekannt.1 Todesurteile gegen Pogrom-Banditen. Das Kreisgericht in Proskurow hatte in seiner außerordentlichen Session über 13 Banditen zu urteilen, die an den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung in Podolien Anteil genommen haben. Die Angeklagten,, unter ihnen vier Frauen, gehörten zur Bande des Attämans S c h e p e 1, eines Unter-Attamans von; Petljura. Das Kreisgericht verurteilte vier der Banditen zum Tode durch Erschießen, die übrigen zu Gefängnisstrafen vo.n 1 bis 10. Jahren. Rabattsektion des Jüdischen Nattonalfonds, Die Rabattsektion des Keren Kajemeth teijt ihren 'Mitgliedern mit, daß während des Monats Juni die Abrechnung mit ihren Lieferanten vorgenommen und die auf die Mitglieder entfallenden Rabattanteile nach erfolgter Abrechnung per Postanweisung überwiesen werden, Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Auskünfte erteilt die Rabattsektion des Keren K a j e m e t h, IX„ Schlickplatz 4, Telephon A 19-4-83. Windjacken, üoiserer, Kucksäcke, sowie sämtlicne Artikel I für Touristik, Tennis und Schwimmen I SPORTHAUS FISCHMANNI in«. Josef Flsclimanu I X., Favorl'enstraQo 1»* (2 Minutiirvoqi

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